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Misshandlung in der Armee - ein rein russisches Problem?

21 Beiträge, Schlüsselwörter: Soldat, Misshandlung, Dedowschina

Misshandlung in der Armee - ein rein russisches Problem?

02.09.2015 um 16:17
Den Denkastoß hat mir der Beitrag eines Users/Userin geliefert.

Es ging um Dedowschina/Dedowtschina/Dedowschtschina, da jedes Medium (nein, nicht die Channeller) keine einheitliche Transitaration benutzt, habe ich die drei gängigstigten "reingeschmiert"

Im Endeffekt gehts es um sowohl körperliche als auch um seelische Mißhandlung von Soldaten...die aufgrund dessen Selbstmord begehne, oder als letzten Ausweg auch noch die mitkämpfenden "mitnehmen".


Eventuell mache ich einen Fehler, indem ich nur den Begriff Dedotschina verwende, da es nicht auf ein Land beschränkt bleiben soll.


Dann Fange ich mal mit Daten an und seh zu wie sich das entwickelt:

Bericht von 2002:
Russlands Armee wird zur Gefahr für das eigene Volk

Die Desertation wird in Russland zum Alltagsphänomen. Mit Kalaschnikows bahnen sich fast jeden Tag Fahnenflüchtige gewaltsam den Weg aus den Kaserne. "Das ist wie eine Massenflucht", schreibt das Wochenmagazin "Schurnal". Die Wehrpflichtigen fliehen vor der berüchtigten "Dedowtschina", wie im russischen Militärjargon die traditionelle brutale Unterdrückung junger Soldaten durch Kameraden und Offiziere genannt wird. Oder sie laufen einfach vor der bitteren Realität der Armee davon, die aus Armut, Hunger und Zerfall besteht.
http://www.handelsblatt.com/archiv/katastrophale-soziale-lage-schuert-gewaltausbrueche-russlands-armee-wird-zur-gefahr-f...

aus 2007:
Beim russischen Militär sind Misshandlungen, Tod nach Folter und Selbstmorde aus Verzweiflung an der Tagesordnung – doch die Öffentlichkeit darf und will nicht hinsehen.

Arkadi Babtschenko ist ein großer, schlanker Mann mit einem sensiblen Gesicht. Aus traurigen Augen blickt er die Besucher an, seine geschwungenen Lippen umspielt ein vorsichtiges Lächeln.

30 Jahre ist er alt, doch was hinter ihm liegt, macht ihn zum Greis: Zweimal hat Babtschenko für die russische Armee in Tschetschenien gekämpft, zuerst 1996 als 18-Jähriger, dann noch einmal im Jahr 2000.

Über seine Erlebnisse hat Babtschenko ein Buch geschrieben, es heißt „Die Farbe des Krieges“. Schonungslos schildert er darin die sinnlosen Grausamkeiten des Krieges. Doch weniger die Erkenntnisse über den Tschetschenien-Konflikt machen das Buch interessant als vielmehr die Einblicke in die völlig verrohte russische Armee.
http://www.focus.de/politik/ausland/tid-7856/russland_aid_137573.html

So Etwas sollte und muss auch angesprochen werden:
Am Tag als Putin in Sibirien Eliteeinheiten inspizierte, traf die Meldung aus dem Kaukasus ein, wonach zwei junge Grenzsoldaten auf nächtlicher Patrouille nahe an der georgischen Grenze acht ihrer Kameraden hinterrücks erschossen hatten.

Nachdem die beiden Deserteure gestellt worden waren, gestanden sie, die Bluttat im Drogenrausch begangen zu haben. Als Motiv gaben die Grenzer Rachegefühle für die Gängelei ihrer Kameraden an.
http://www.weltwoche.ch/ausgaben/2002-36/artikel-2002-36-armee-der-desert.html

es würde jedoch zu weit führen, wenn ich bereits im EP alle anderen Länder mitberücksichtige, darum fing ich mit RF (Russische Föderation) an.

Auch wenn es zwangsläufig zu Relativierungen führen mag.... bitte nicht irgendwas aus dem 12 Jahrhundert posten als Beweis für irgendwas.

Meine Vorstellung ist, dass man in diesem Thread so die inneren "Mißstände" unterschiedlicher Armys und Strukturen reinpackt sozusagen.

Als Inspiration haue ich noch was aus Wiki rein:
Diese Form von Misshandlungen durch Kameraden und Vorgesetzte ist nicht nur in der russischen Armee vorhanden. So kommt es in der türkischen Armee ebenfalls häufiger zu Todesfällen durch Misshandlungen durch Kameraden.[10]

In der NVA gab es die Entlassungskandidaten. In der US Army und den US Marines gibt es den Code Red.

Auch in der Bundeswehr kam und kommt es, wenn auch nicht systematisch, zu Initiationsriten. Dazu gehören die Aufnahmerituale in das Unteroffizierkorps mit der Unteroffizierfeier und solchen in Teileinheiten mit besonderer Dienstbelastung, so wie bei einem der Hochgebirgszüge
Wikipedia: Dedowschtschina


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Misshandlung in der Armee - ein rein russisches Problem?

02.09.2015 um 16:54
Nein, das ist kein rein russisches System.

Die Methode, die Rekruten erst zu brechen und dann wieder aufzubauen, ist wohl die gängigste, um gefügige und loyale Elitesoldaten 'herzustellen'.

Da wo kaputte Charaktere auf engem Raum zusammenleben, gibt es auch immer Grausamkeiten ...


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stanmarsh
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Misshandlung in der Armee - ein rein russisches Problem?

02.09.2015 um 17:33
Ich denke auch, dass man das in allen (para)militärischen Organisationen finden wird.

Ich finde allerdings auch die jeweilige Erzürnung des Volkes nach solchen Taten und Vorfällen ziemlich heuchlerisch.
Wenn man Menschen mit Waffen ausstattet und trainiert zu töten bzw. in den Krieg schickt, dann werden Menschen sterben, darunter werden zwangsläufig auch Unschuldige sein.

Will man das nicht haben, dann darf man auch keine Arme unterhalten. Dann darf man sich aber auch nicht beschweren, wenn ein anderer Staat mal eben einmarschiert.


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Misshandlung in der Armee - ein rein russisches Problem?

02.09.2015 um 17:53
Deswegen sinnen sie auf immer neue Wege, um dem verhassten Wehrdienst zu entgehen. Zu sowjetischen Zeiten war ein vier Jahre langer Militärdienst Pflicht. Die Russische Föderation liberalisierte kürzte den Wehrdienst schrittweise von zunächst zwei Jahren auf achtzehn Monate bis auf die heutige Dauer von einem Jahr.
immerhin ist das doch ein Fortschritt...ich suche gerade nach den Urteilen....


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Misshandlung in der Armee - ein rein russisches Problem?

02.09.2015 um 18:29
Issomad schrieb:Die Methode, die Rekruten erst zu brechen und dann wieder aufzubauen, ist wohl die gängigste, um gefügige und loyale Elitesoldaten 'herzustellen'.
nein loyal wird man dadurch nicht...nur unmenschlcih brutal

und aus eigener Sicht nur der "ausführende"


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Misshandlung in der Armee - ein rein russisches Problem?

02.09.2015 um 18:36
@catman
es hat Fortschritte gegeben, hatte ich aber auch schonmal geschrieben.
Offensichtlich gab es Druck von der Bevölkerung:
In einer nicht repräsentativen Umfrage des Senders forderten 95 Prozent der Anrufer den Rücktritt des Verteidigungsministers. Dieser erkannte am Donnerstag schließlich doch noch den Ernst der Lage. "Jeder solche Fall muss sorgfältig untersucht werden. Die Ergebnisse geben wir nach der Untersuchung bekannt", versprach Sergej Iwanow. Vertuscht werde nichts.
http://www.sueddeutsche.de/panorama/russland-und-die-herrschaft-der-grossvaeter-wehrlos-in-der-armee-1.853221


Die Frage ist doch ob und wie man dagegen vorgeht und wie man diesen Kreislauf unterbrechen kann.


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Misshandlung in der Armee - ein rein russisches Problem?

02.09.2015 um 18:44
canales schrieb:Die Frage ist doch ob und wie man dagegen vorgeht und wie man diesen Kreislauf unterbrechen kann.
tjaaa...also es war schon immer die Horrorvorstellung....aber auch Karrieresprung in die RF Army zu gehen

Der Sinn des systematischen erschliesst sich mir nicht ganz ...darum gehts


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Misshandlung in der Armee - ein rein russisches Problem?

02.09.2015 um 18:56
@catman
ist merkwürdig, dass dies von einer Offiziersgeneration an die nächste weitergegeben wird.
Sollte da in der Ausbildung was schief laufen?


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Misshandlung in der Armee - ein rein russisches Problem?

02.09.2015 um 19:01
canales schrieb:ist merkwürdig, dass dies von einer Offiziersgeneration an die nächste weitergegeben wird.
Sollte da in der Ausbildung was schief laufen?
Generals prügeln sich mit hochrangigen Offizioeren...die geben an untre weiter...und noobs leiden druntr



der Sinn erschliesst sich mir nicht...


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Misshandlung in der Armee - ein rein russisches Problem?

02.09.2015 um 19:07
@catman
Wenn man die Kette unterbrechen will muss man ja irgendwo ansetzen...hab mal gelesen, dass man verstärkt Studenten einziehen will, vermutlich geht man davon aus, dass diese weniger anfällig sind für diese Verhaltensweisen...
Aber vielleicht hast Du ja bessere Vorschläge...


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Misshandlung in der Armee - ein rein russisches Problem?

02.09.2015 um 19:17
canales schrieb:Aber vielleicht hast Du ja bessere Vorschläge...
wiep ich...die komplette Umstrukturierung unhd Aufbau einer Berufsarmeee... beugt dem Shit vor

das Thema geht ohnehin um mißbrauch....


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Misshandlung in der Armee - ein rein russisches Problem?

02.09.2015 um 20:00
Das Problem gibt es wohl in (fast) jeder Armee. Es gibt einen Dokumentarfilm aus 2012, der insbesondere die Gewalt und den Missbrauch gegenüber weiblichen Militärangehörigen der US-Streitkräfte dokumentiert.

The Invisible War Poster
Link zur Wiki-Seite: Wikipedia: The_Invisible_War

Emodul


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Misshandlung in der Armee - ein rein russisches Problem?

02.09.2015 um 20:34
Misshandlungen von Rekruten gab es m.W. in der Bundeswehr seit Gründung. Erinnert sei an den "Schleifer von Nagold" 1963.


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StUffz
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Misshandlung in der Armee - ein rein russisches Problem?

03.09.2015 um 00:00
catman schrieb:Auch in der Bundeswehr kam und kommt es, wenn auch nicht systematisch, zu Initiationsriten. Dazu gehören die Aufnahmerituale in das Unteroffizierkorps mit der Unteroffizierfeier und solchen in Teileinheiten mit besonderer Dienstbelastung, so wie bei einem der Hochgebirgszüge
Hierbei ist stark zu differenzieren: Aufnahmeriten in Unteroffzierskorps z.B. sind nicht Teil des Dienstbetriebes, finden außerhalb des Dienstes statt und unterliegen damit nicht irgendeinem Befehl. Das ist gleichzusetzen mit Aufnahmeriten in irgendwelchen Verbindungen/Burschenschaften oder ähnlichem Gedöns.
Issomad schrieb:Die Methode, die Rekruten erst zu brechen und dann wieder aufzubauen, ist wohl die gängigste, um gefügige und loyale Elitesoldaten 'herzustellen'.
Bei der Bundeswehr definitiv nicht.
Doors schrieb:Misshandlungen von Rekruten gab es m.W. in der Bundeswehr seit Gründung. Erinnert sei an den "Schleifer von Nagold" 1963.
Schön, dass du die Jahreszahl gleich mit ranhängst. Das war ein großes Problem der jungen Bundeswehr. Nicht die Misshandlungen, sondern ehemalige Angehörige von Reichswehr und Wehrmacht, die sich mit dem System der inneren Führung und der Parlamentarischen "Überwachung" nicht anfreunden konnten.
Sie wollten eine Armee nach Vorbild der Wehrmacht schaffen und haben die innere Führung lange abgelehnt, das ganze ging meines Wissens bis Anfang der 70er, da hatte man dann die meisten dieser Querköpfe aussortiert.

Dass es immer mal wieder Leute gibt, die entgleisen, ist unbestritten. Die findet man aber auch in jedem anderem Berufszweig.
Zur Nagoldzeit war es z.B. normal, dass der Maurerlehrling für den Altgesellen die Zigaretten mitbringt, wenn das vergessen wurde, dann gabs was an den Hals und zwar im wahrsten Sinne des Wortes.


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Misshandlung in der Armee - ein rein russisches Problem?

03.09.2015 um 08:52
@StUffz

interessant...merci für den Beitrag...genau um sowas gehts, also Sachen, die man sonst nicht in Dokus auf die Schnelle mitkriegt


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Misshandlung in der Armee - ein rein russisches Problem?

04.09.2015 um 14:12
Nein machtmissbrauch überall wo solche charaktere losgelassen werden.


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Zweitheld
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Misshandlung in der Armee - ein rein russisches Problem?

04.09.2015 um 14:21
das ist keine armee sondern ein rechtsfreier ort für kriminelle und sadisten.


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Misshandlung in der Armee - ein rein russisches Problem?

04.09.2015 um 15:23
Zweitheld schrieb:das ist keine armee sondern ein rechtsfreier ort für kriminelle und sadisten.
kommt da noch sowas wie "weil, ..." , oder wars das ?


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Zweitheld
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Misshandlung in der Armee - ein rein russisches Problem?

04.09.2015 um 15:29
@catman

hab alles gesagt was ich sagen wollte.

es sei denn du willst unbedingt ein weil von mir.
zu einem weil fällt mir leider nicht viel ein.


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Misshandlung in der Armee - ein rein russisches Problem?

04.09.2015 um 15:32
Zweitheld schrieb:zu einem weil fällt mir leider nicht viel ein.
naja warum du das so siehst und wen oder was du meinst hatte ich mir erhofft


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