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Arbeit als Justizvollzugsbeamter

85 Beiträge, Schlüsselwörter: Beruf, JVA, Beamten, Staatsdienst, Justizvollzug, Insassen

Arbeit als Justizvollzugsbeamter

22.02.2016 um 13:32
Mahlzeit zusammen!

Ich stelle mir manchmal die Frage, wie es wohl wäre, wenn ich einen anderen Job hätte. Fernab der IT, fernab von Client-/Anwenderproblemen, Netzwerken und diesem ganzen anderen Scheiß.
Gemeinhin kann man sich diverse Jobs ganz gut "zusammenspinnen". Aber bei einem tue ich mich bis heute ganz schwer mit der Spinnerei...

Am Samstag habe ich die Tageszeitung gelesen und mir ist dabei aufgefallen, dass eine örtliche JVA neue JVA-Beamten sucht. Quereinsteiger. Einzige zwei Voraussetzungen: Mittlere Reife und körperliche Fitness.
Mit definitiver Übernahme ins Beamtenverhältnis.

Nun meine Gedankengänge ("Wäre das was für mich?" lasse ich mal außen vor):

- Mit den knapp 2000 EUR brutto* (Anfangs im Bundesschnitt) - bei einer 42h-Woche: Ist das genug "Entschädigung" für eventuelle psychische Drucksituationen?

- Psychische Drucksituationen? - Gibts da bestimmt: Immerhin hast du es da tagtäglich mit (Schwer-)Verbrechern zu tun. Und gemeinhin giltst du als Staatsorgan nicht als Freund.

- Muss man sich Gedanken um sein Umfeld, seine Familie machen, wenn man z.B. Ärger mit einem Insassen hat? (Oder gilt das schon als Paranoia?)

- Ganz generell, ohne auf Google zusammengesuchte (oder allgemein bekannte) Fakten zu achten: Hier gibt's doch sicherlich Beamte unter euch: WAS GENAU seht ihr für Vorteile im Staatsdienst?

*Welche Besoldungstabellen werden definitiv benutzt?


Gibt es hier vielleicht sogar JVA-Beamten, die aus ihrem Berufsleben berichten können?


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22.02.2016 um 13:50
@k4b00m
k4b00m schrieb:*Welche Besoldungstabellen werden definitiv benutzt?
soweit ich weiß steigen justizvollzusbeamte bei A7 ein also ca 2.200€. Gehört halt zum mittleren dienst.

Alle anderem fragen kann ich dir nicht beantworten. War halt nie mein traumberuf und daher keinerlei interesse diesbezüglich ^^


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Arbeit als Justizvollzugsbeamter

22.02.2016 um 14:00
@k4b00m
Meiner Meinung nach sollte man sich am wenigsten an irgendwelchen TV-Serien orientieren, eher an Dokumentationen über deutsche Gefängnisse. Ich glaube, man kann da ein ziemlich gechilltes Leben haben, man ist Beamter, was einem weitere Vorteile bietet.

Allerdings ist die IT ein weitaus sichereres Arbeitsumfeld mit Zukunft und guten Verdienstmöglichkeiten, wo man gerne und schnell auch aufsteigen kann. Als "Schließer"? Keine Ahnung, keine persönliche Erfahrung.

Ich würde am ehesten Dokumentationen über deutsche Gefängnisse empfehlen.


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22.02.2016 um 14:02
@gastric
Danke für den Hinweis ;)

@Aniara
Dass es generell in der freien MW im IT Bereich viel mehr Gehalt geben kann, ist klar.
Aufsteigen kann man aber nur da, wo es einem ermöglicht wird ...


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22.02.2016 um 15:05
@k4b00m
Du solltest mal rein schnuppern, bevor Du so einen Schritt vollziehst.
k4b00m schrieb:*Welche Besoldungstabellen werden definitiv benutzt?
Besoldungsgruppe A7 der Bundesbesoldungsordnung.
k4b00m schrieb:Am Samstag habe ich die Tageszeitung gelesen und mir ist dabei aufgefallen, dass eine örtliche JVA neue JVA-Beamten sucht. Quereinsteiger. Einzige zwei Voraussetzungen: Mittlere Reife und körperliche Fitness.
Du beginnst mit einer 2-jährigen dualen Ausbildung zum Justizvollzugsbeamten.
k4b00m schrieb:Ist das genug "Entschädigung" für eventuelle psychische Drucksituationen?
Das hängt alleine von deinen Ansprüchen und Deinem Nervenkostüm ab. Ein einfacher Beruf ist es sicher nicht.
k4b00m schrieb:WAS GENAU seht ihr für Vorteile im Staatsdienst?
Einen sehr sicheren Job. Wenn man eher zu Existenzängsten neigt, ein sehr wichtiger Punkt.
Dann hast du einen eher kulanten Arbeitgeber, was z.B. Elternzeit, Krankheit etc. an geht.
Du hast Vorteile bei Versicherungen und bei Krediten.

Du solltest bedenken, dass Du in diesem Beruf eher in Versuchung geraten wirst, Bestechungen entgegen zu nehmen.

Wie gesagt, an Deiner Stelle würde ich mal "probearbeiten". Das zu erfragen sollte bei der JVA Deines Vertrauens kein Problem sein.


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22.02.2016 um 15:20
Was man vielleicht noch erwähnen sollte: Die Schichtarbeit. Justizvollzugsbeamte müssen rund um die Uhr ran, nachts, an Wochenenden und Feiertagen, nat. entsprechend entlohnt. Ist auch nicht jedermanns Sache.


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22.02.2016 um 15:25
@k4b00m
k4b00m schrieb:Welche Besoldungstabellen werden definitiv benutzt?
Da JVA-Beamte, Landesbeamte sind, grundsätzlich die Landesbesoldungsordnung.
Landesbeamte erhalten idR weniger als Bundesbeamte.

Normalerweise muss man erst die Befähigung für den jeweiligen Beamtendienst haben. Im mittleren Dienst ist das der Vorbereitungsdienst von 2 bis 2,5 Jahre.

Vorteile als Beamter: Klar, die Unkündbarkeit, sofern die dir nichts zu Schulden kommen lässt. Aufpassen: Auch Scheiße, die du außerhalb des Dienstes baust, können für dich zum Nachteil werden (Disziplinarverfahren). Bei einer Freiheitsstrafe ohne Bewährung, ist generell Ende.
Bei anderen Verurteilungen kann es auch schon eng werden.

Weiterer Vorteil: Entgeltfortzahlung im Krankheitsfall. Die ist nämlich unendlich und hört nicht nach 42 Tagen auf.

Nachteil: Du bist in einer schwachen Position deinem Dienstherrn gegenüber. Wenn er sagt, du arbeitest ab morgen nicht mehr in A-Stadt sondern in B-Stadt, dann ist das so. Wenn er sagt, wir müssen sparen, jeder Beamte arbeitet ab sofort 2 Stunden länger in der Woche, dann ist das so.
Noch ein Nachteil am Anfang der "Karriere": Probezeit. Grundsätzlich 3 Jahre. Bei schlechten Leistungen, keine Übernahme zum Beamten auf Lebenszeit. Bei vielen Krankheitstagen auch nicht.
Apropos Kariere: Gibt's nicht. Klar kannst du aufsteigen, aber mit viel Geld verdienen wird das nichts.


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Waldkind
ehemaliges Mitglied

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Arbeit als Justizvollzugsbeamter

22.02.2016 um 18:26
Wohne recht nah an einem Gefängnis :D..hier laufen ständig die Justizvollzugsbeamte. Interessanterweise sehen die Herren fast alle gleich aus, mal abgesehen von der Uniforum.


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22.02.2016 um 18:28
@Waldkind

Vielleicht ist es nur einer, der ständig seine Uniform wechselt :D


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Waldkind
ehemaliges Mitglied

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Arbeit als Justizvollzugsbeamter

22.02.2016 um 18:32
@Kc
Habe das falsch formuliert. Meinte, die sehen sich alle recht ähnlich, abgesehen von der Uniform, welche natürlich immer gleich aussieht.
Meist alle relativ groß, schwarzhaarig mit Bart. Fahren fast alle einen VW Golf. Alles schon ausspioniert, für den Fall ich werde mal verurteilt und muss ausbrechen.


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Arbeit als Justizvollzugsbeamter

22.02.2016 um 20:09
Ich würde mir auch als Beamter die Möglichkeit offenhalten wollen,
daß ich trotz allem wieder zurück in die "freie Wirtschaft" bzw ins Angestelltenverhältnis wechseln kann.
Nur für allle Fälle.
(Angenommen, nach 5 Jahren vertrage ich absolut keinen Schichtdienst mehr. Oder sonst irgendwas.)

Und dazu würde ich trotz möglicher Nachteile
in der normalen Rentenversicherung und in einer gesetzlichen Krankenkasse versichert bleiben.
Viel Erfolg,
Sandra


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22.02.2016 um 21:16
@sandra.31
sandra.31 schrieb:Ich würde mir auch als Beamter die Möglichkeit offenhalten wollen,
daß ich trotz allem wieder zurück in die "freie Wirtschaft" bzw ins Angestelltenverhältnis wechseln kann.
Nur für allle Fälle.
(Angenommen, nach 5 Jahren vertrage ich absolut keinen Schichtdienst mehr. Oder sonst irgendwas.)
Man kann sich jederzeit aus dem Beamtenverhältnis entlassen lassen.
sandra.31 schrieb:Und dazu würde ich trotz möglicher Nachteile
in der normalen Rentenversicherung und in einer gesetzlichen Krankenkasse versichert bleiben.
Das ist Quatsch. Als Beamter ist man kraft Gesetzes nicht Pflichtversichert. Man könnte zwar freiwillig in der gesetzlichen Krankenversicherung bleiben, aber da verschenkt man Geld, denn eine gesetzliche versichert nur zu 100% oder gar nicht. Das heißt man zahlt den vollen Kassenbeitrag aus eigener Tasche, denn einen Zuschuss zur Krankenkasse gibts für Beamte nicht. Beamte haben eine Anspruch auf Beihilfe zu den Krankenkosten in Höhe von 50%. Das heißt, man versichert "nur" noch die nicht abgedeckten anderen 50%. Wenn man aber bei einer gesetzlichen KK zu 100% versichert ist, zahlt die Beihilfe genau 0,-- Euro.

Wenn man unversorgt aus dem Beamtenverhältnis ausscheidet (heißt vor Erreichen des Pensionsalters) wird man in der gesetzlichen Rentenversicherung nachversichert. Die Kosten dafür trägt zu 100% der Staat.
Ich muss da auf eigene Kosten keine Anprüche sichern.


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23.02.2016 um 09:14
@SKlikerklaker
Im Grunde arbeitest du ja als Beamter für später. Pension > ges. Rente monetär, Früherer Ruhestand etc.
Das mit der PKV und der Beihilfe ist auch nicht schlecht. Allerdings stört tatsächlich (um bei diesem Beispiel zu bleiben) der Salär von maximal 2852.-- EUR, die du im Laufe der Jahre bekommst.

Dazu muss man ebenfalls bedenken, Danke an @kleinundgrün für den Hinweis, dass man zuerst eine 2-2,5 jährige Ausbildung machen muss, in der du knapp 1000 EUR mit nach Hause bringst. Hast du also bereits Familie und vielleicht ein Eigenheim, wird das verdammt eng.


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23.02.2016 um 09:25
SergeyFärlich schrieb:Da JVA-Beamte, Landesbeamte sind, grundsätzlich die Landesbesoldungsordnung.
Stimmt.
k4b00m schrieb:Allerdings stört tatsächlich (um bei diesem Beispiel zu bleiben) der Salär von maximal 2852.-- EUR, die du im Laufe der Jahre bekommst.
Du kannst ja nebenher studieren. Aber in der Regel ist Deine Karriere recht klar vorgezeichnet.
k4b00m schrieb:Hast du also bereits Familie und vielleicht ein Eigenheim, wird das verdammt eng.
Du musst auch bedenken, dass Du zuerst Beamter auf Probe bist. Eine sichere Verbeamtung auf Lebenszeit ist da nicht garantiert. Z.B. können gesundheitliche Probleme in dieser Zeit eine Rolle spielen.

Darf ich fragen, wie alt Du bist?


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Arbeit als Justizvollzugsbeamter

23.02.2016 um 09:27
@k4b00m
Muss ja nicht bei der einstufung bleiben. Du hast prinzipiell die möglichkeit dich über lehrgänge weiterzubilden und damit in den nicht technischen gehobenen dienst zu kommen. Da gehts dann nach dem vorbereitungsdienst direkt in A9 los. Zusätzlich kannst du nebenher ein studium zum verwaltungsbetriebswirt absolvieren und damit dein gehalt nochmal erhöhen. Ist alles möglich aber ob es dafür dann freie stellen für dich geben würde, ist eine andere frage.

Die ganze sache ist durchaus ein risiko, aber wenn alles so klappt, dann haste am ende gut ausgesorgt.


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Arbeit als Justizvollzugsbeamter

23.02.2016 um 09:28
@kleinundgrün
Wie gesagt, um so mehr ich mich hätte mit dem Ganzen anfreunden können, sofern ich denn für die Justiz überhaupt in Frage gekommen wäre, so schnell ist Ernüchterung eingekehrt bezüglich des Solds.

Ich bin 32 und bester Verfassung ;)

Und nochmal: Es handelt sich im Endeffekt um eine "Spinnerei". Ich habe einen guten Job, in dem ich mehr verdiene, als ich es dort täte. Allerdings ist die Zeit aus diversen Gründen reif für einen Tapetenwechsel.


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23.02.2016 um 09:30
@gastric
Ja, das ist eine interessante Überlegung. Nur befürchte ich, dass diese bei mir (also in meinem Fall) ein paar Jährchen zu spät kommt. Oder ich wäre Single in einer süßen, kleinen Wohnung. Dann könnte ich mir diese duale Geschichte auch noch überlegen.


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23.02.2016 um 09:55
@k4b00m
Ich denke nicht, dass es da so super gefährlich ist.

Ich kann das nur ableiten aus psychiatriezeit und dokus über deutsche gefängnisse, aber die meisten leute die da drinsitzen wollen an sich nur ihren tag rumkriegen.

Das is nich so wie in amerikanischen hochsicherheitsknasts.

Klar sind da schwere jungs drin, aber wenn du dich korrekt gegenüber denen verhälst, was bringt es denen, ne haftstrafenverlängerung zu riskieren?

Die werden sehr genau wissen, welche regeln du durchsetzen musst und wo du reine schikane begehst.

die meisten leute in solchen gefängnissen sind ja noch recht jung, also eher jugendliche als ältere.

die benehmen sich in den alltagssituationen meist eher wie ganz normale jungs die sich langweilen (was natürlich schlimm genug sein kann).

Das man da soziales elend sehen wird und es immer wieder gewalt oder bedrohungssituationen gibt ist sicher richtig, aber ich denke nicht, dass die etwas alltägliches sind.


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23.02.2016 um 10:36
k4b00m schrieb:Im Grunde arbeitest du ja als Beamter für später. Pension > ges. Rente monetär, Früherer Ruhestand etc.
Das mit der PKV und der Beihilfe ist auch nicht schlecht. Allerdings stört tatsächlich (um bei diesem Beispiel zu bleiben) der Salär von maximal 2852.-- EUR, die du im Laufe der Jahre bekommst.
Wie kommst Du darauf, dass Du niemals befördert werden wirst?


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23.02.2016 um 10:38
@SKlikerklaker
Nuja, ich bin jetzt von der horizontalen Linie in der Tabelle ausgegangen. Inwiefern kann man denn "befördert" werden? In eine "Klasse" höher quasi? .. verhält sich das dann in etwa wie beim Polizeibeamten "Hauptkommissar", "Oberkommissar" usw? Also Rangordnung?


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