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Warum unterdrückt man Emotionen?

64 Beiträge, Schlüsselwörter: Menschen, Liebe, System

Warum unterdrückt man Emotionen?

06.10.2017 um 05:09
@Archibald
Der Threadtitel IST die uebliche Hochstapelei nit der Esoteriker ihren substanzlosen Schrott anpreisen.
Der Gefuehsscheiss mitsamt dem hohlen Ganzheitlich und universelle liebe blabla,dder gehoert in die Kuschelrunde drs Begegnungszentrums um die Ecke,viel besser noch ins ZEGG


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Warum unterdrückt man Emotionen?

10.10.2017 um 22:17
Viele Menschen unterdrücken ihre Emotionen, weil sie sich damit nicht angreifbar machen wollen.


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Warum unterdrückt man Emotionen?

10.10.2017 um 22:35
Weil Emotionen in erster Linie das Leben erschweren und verkomplizieren, weil sie klare Sachverhalte verwischen, uns in unserer logischen und vernünftigen Entscheidungsfindung behindern und weder ökologisch noch ökonomisch für diesen Planeten von Vorteil sind. Letztlich ist es deutlich sinnvoller, seine Entscheidungen rational abzuwägen, die genauen Vor - und Nachteile zu analysieren, Phänomene in ihrer gesamten Komplexität zu betrachten und anhand von Wahrscheinlichkeiten das zielführendste Konzept bzw. die zielführendste Handlungsweise zu ermitteln.
Emotionen erschweren diesen Prozess, denn sie forcieren irrationale und rein auf situative Bedürfnisbefriedigung ausgelegte Handlungen, die im entsprechenden Kontext meist nicht förderlich sind.

Ich habe oft erlebt, dass auch zwischenmenschliche Kommunikation durch Emotionalität erschwert wird, da Menschen dazu tendieren, ihre eigenen überbordenden Emotionen auf andere zu projizieren und dann unfähig werden, ihren Konflikt ruhig und fair mit der entsprechenden Person auszudiskutieren und Kompromisse zu finden. Stattdessen werden Unterstellungen gemacht und sich in seinen momentanen Gefühlszustand hinein gesteigert, sodass nicht nur die betroffene Person kurz - und langfristig darunter leidet, sondern auch der Konfliktpartner unter den Emotionen des anderen zu leiden hat, was auf Dauer einfach keine Basis für einen zufriedenstellenden und konstruktiven Austausch darstellt.


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10.10.2017 um 22:40
@Hyphaema
Richtig.
Emotionen weg beim Austausch, beim Umgang wieder her damit.
Man muss die Mitte finden. Also das Maß.


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Warum unterdrückt man Emotionen?

10.10.2017 um 22:45
Zitat von sunshinelightsunshinelight schrieb:Emotionen weg beim Austausch, beim Umgang wieder her damit.
Man muss die Mitte finden. Also das Maß.
Ja, das ist wohl so. Zumindest in der Theorie. In der Praxis habe ich bisher leider noch keinen einzigen Menschen kennengelernt, der dieses Maß wirklich zufriedenstellend erfüllen konnte bzw. erreichen konnte. Meiner Erfahrung nach (und die ist selbstverständlich ebenso subjektiv), sind besonders rationale und kognitiv orientierte Menschen häufig in ihren Emotionen eingeschränkt, insbesondere im zwischenmenschlichen Umgang. Auf der anderen Seite scheinen emotionale Menschen ein generelles Problem mit Sachlichkeit zu haben, was sich in sehr vielen hitzigen und kontroversen Diskussionen sehr schnell zeigt. Ich würde sogar so weit gehen und behaupten, dass selbst eine "normal" ausgeprägte Emotionalität bereits eine Schwierigkeit darstellt, Sachverhalte nüchtern und objektiv zu betrachten und dass "normal" emotionale Menschen immer dazu tendieren, ihre eigenen Gefühle mit rationalen Argumenten zu verwechsen. Oft sind sie sogar davon überzeugt, dass ihr Gefühl bereits ein Argument darstelle, als sei ihr Gefühl für eine sachliche Diskussion tatsächlich von Bedeutung.


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10.10.2017 um 22:51
@Hyphaema
Ok, also doch Roboter anstreben? 
Emotionen killen?
Wie im Film Equlibrium?


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Warum unterdrückt man Emotionen?

10.10.2017 um 22:53
Positive Emotionen sind genauso natürlich wie negative Emotionen - es ist nicht möglich, jedem Menschen, unabhängig von seinem Handeln und seinem Auftreten, positive Gefühle entgegenzubringen, da derartige Einstufungen sowohl auf rationalen Abwägungen als auch auf irrationalen Faktoren, die wir nur durch die gezielte Reflexion beeinflussen können, beruhen. Jeder von uns bringt in eine Begegnung Vorurteile, die erfahrungs- und sozialisierungsbasiert sind, wodurch die Wertung positiv oder negativ beeinflusst wird. Wägen wir unterschiedliche Faktoren sachlich ab und stellen unsere vorherige Einstufung infrage, kann sich unsere Einstufung sowohl auf der Sachebene als auch auf der Gefühlsebene ändern. Irren ist nicht nur menschlich, irren ist auch emotional. Menschlichkeit hingegen basiert - wie auch Moral - sowohl auf emotionalen als auch auf rationalen Faktoren. Um sich seinen Mitmenschen gegenüber möglichst integer, wohlwollend und fair zu verhalten, ist meines Erachtens entweder eine ausgeprägte Hilfsbereitschaft und ein positivity bias, den es bei Menschen ausgesprochen selten gibt, erforderlich, meist basiert dauerhafte Fairness jedoch vor allem darauf, Interaktionen sachlich zu bewerten und zielführend zu lösen. Eine freundliche Herangehensweise ist dabei oftmals zielführender als Anfeindungen, die jedoch insbesondere dann vorkommen, wenn Menschen ihre Emotionen nicht ausreichend kontrollieren können. Die Nächstenliebe endet beim Gefühlsmenschen oftmals dann, wenn negative Emotionen, seien es Wut, Trauer, Rachegelüste oder Eifersucht ins Spiel kommen, beim Rationalisten basieren freundliche Gesten hingegen auf der Betrachtung der Gesamtsituation, einer Kosten-Nutzen-Abwägung und sind meist darauf ausgelegt, ein Miteinander zielführend sowie gleichberechtigt zu gestalten.
Aus meiner Sicht ist Rationalität respektive Sachlichkeit nicht nur beim sachbasierten Austausch, sondern auch zwischenmenschlich deutlich erstrebenswerter als Emotionalität, mit der häufig auch Impulsivität, Reaktivität, Unstetigkeit und Undifferenziertheit einhergehen.
Ich glaube nicht, dass es mehr "Liebe" braucht, sondern mehr Verstand.


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Warum unterdrückt man Emotionen?

10.10.2017 um 23:06
@sunshinelight

Ich halte Equilibrium in dieser Betrachtung für eine ziemlich überspitzte Darstellung, da ich denke, dass es in keiner Weise zielführend wäre, Menschen zu gänzlich willenlosen und scheinbar auch interessenlosen Zombies zu machen. Die Menschen in Equilibrium sind ja nichts als Sklaven eines totalitären Regimes, dessen Ideologie zurecht fragwürdig ist. Natürlich könnte man die Überlegung anstellen, in welchen Teilbereichen des gesellschaftlichen Zusammenlebens eine verringerte oder gar non-existente Emotionalität von Vorteil wäre, die Frage ist nur, wofür ich diese Vorteile dann letztlich nutzen will. Zum Erhalt und zum Schutze unseres Planeten, des Sonnensystems, des Kosmos? Dann vielleicht. Aber dann wäre es ebenso "zielführend" die Menschheit einfach auszurotten, dazu bedarf es keiner aufwändigen kollektiven Rationalisierung.

Ich denke, dass der Fokus eher darauf liegt, die Menschheit und damit alle Gesellschaften und das einzelne Individuum sowohl zu einem ökologisch vernunftsgeleiteten Leben zu führen, als auch die Lebensqualität und den Umgang miteinander so konstruktiv und zielführend wie möglich zu gestalten. Von daher plädiere ich gar nicht mal für "pure Emotionslosigkeit", die meiner Meinung nach auch jeden geistigen Fortschritt und jede Kreativität abtöten würde, sondern lediglich für zielgerichtete, kontrolliertere, ja meinetwegen auch abgeschwächtere Emotionen.
In diesem Punkt kann ich nur meinen Vorposter zitieren:
Zitat von AgrypnieAgrypnie schrieb: Um sich seinen Mitmenschen gegenüber möglichst integer, wohlwollend und fair zu verhalten, ist meines Erachtens entweder eine ausgeprägte Hilfsbereitschaft und ein positivity bias, den es bei Menschen ausgesprochen selten gibt, erforderlich, meist basiert dauerhafte Fairness jedoch vor allem darauf, Interaktionen sachlich zu bewerten und zielführend zu lösen. Eine freundliche Herangehensweise ist dabei oftmals zielführender als Anfeindungen, die jedoch insbesondere dann vorkommen, wenn Menschen ihre Emotionen nicht ausreichend kontrollieren können. Die Nächstenliebe endet beim Gefühlsmenschen oftmals dann, wenn negative Emotionen, seien es Wut, Trauer, Rachegelüste oder Eifersucht ins Spiel kommen, beim Rationalisten basieren freundliche Gesten hingegen auf der Betrachtung der Gesamtsituation, einer Kosten-Nutzen-Abwägung und sind meist darauf ausgelegt, ein Miteinander zielführend sowie gleichberechtigt zu gestalten.
Aus meiner Sicht ist Rationalität respektive Sachlichkeit nicht nur beim sachbasierten Austausch, sondern auch zwischenmenschlich deutlich erstrebenswerter als Emotionalität, mit der häufig auch Impulsivität, Reaktivität, Unstetigkeit und Undifferenziertheit einhergehen.
Ein Umgang, der auf Vernunft und einer Kosten-Nutzen-Abwägung basiert, muss ja nicht zwingend kalt und emotionslos sein. Er kann ebenso Emotionen beinhalten, aber er ist vor allem gespickt mit dem Wissen um psychodynamische Prozesse und zwischenmenschliche Kommunikation und einer angemessenen und fairen Art und Weise, mich meinem Gegenüber zu verhalten. Emotionen können dieses Ziel oft erschweren und tun dies in der Praxis leider auch häufig.


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Warum unterdrückt man Emotionen?

10.10.2017 um 23:16
@Hyphaema
Und wenn die Natur gewollt hätte, dass wir keine haben und für das Ökosystem Sklaven wären, hätte es die Natur mit Sicherheit getan.
Die Frage ist nun, warum sollte es unsere Aufgabe sein, eine bestimmte Aktion zu bewältigen, wenn wir eigentlich über alles nachdenken können und das tun können, was uns gefühlt am richtigsten erscheint?


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Warum unterdrückt man Emotionen?

10.10.2017 um 23:36
Zitat von sunshinelightsunshinelight schrieb:Und wenn die Natur gewollt hätte, dass wir keine haben und für das Ökosystem Sklaven wären, hätte es die Natur mit Sicherheit getan.
Na ja, Emotionen erfüllen so gesehen ja durchaus Funktionen. Auch Tiere haben Emotionen, die, vereinfacht ausgedrückt, sowohl dem Überleben des Individuums als auch, im Falle sozialer Säugetiere, der Interaktion innerhalb eines sozialen Gefüges und somit dem Arterhalt dienen.
Insofern unterscheiden wir uns in unserer "Rolle" für das Ökosystem nicht sonderlich von Tieren (obgleich ich ohnehin nicht daran glaube, dass die Natur etwas heute Bestehendes jemals mit Bedacht erschuf, das würde ja ein Bewusstsein und eine fortgeschrittene Intelligenz erfordern). Das Problem besteht allerdings darin, dass wir aufgrund der Komplexität unserer Gefühlswelt und vor allem unserer Intelligenz gemessen an unserem Einfluss auf unsere Umwelt und somit den Fortbestand des gesamten Planeten, eine deutlich größere Verantwortung tragen, als das Tiere tun, die sich, im Vergleich zu uns, mehr oder weniger ihren Instinkten fügen.
Womit wir dann hierzu kommen:
Zitat von sunshinelightsunshinelight schrieb:Die Frage ist nun, warum sollte es unsere Aufgabe sein, eine bestimmte Aktion zu bewältigen, wenn wir eigentlich über alles nachdenken können und das tun können, was uns gefühlt am richtigsten erscheint?
Weil das, was für uns "gefühlt" richtig erscheint, nicht zwingend richtig sein muss. Egal ob nun objektiv gesehen oder bloß situativ und auf ein bestimmtes Ziel bezogen. Diese "bestimmten Aktionen" oder Ziele können ja vielfältig sein - ich kann mein Handeln an höheren Zielen ausrichten, also beispielsweise dem Schutze unseres Ökosystems, oder mich gänzlich im privaten Rahmen bewegen. Aber sowohl im Großen als auch im Kleinen, ist es in der Regel langfristig erfolgversprechender, seine eigenen Gefühle, Erfahrungen und Beweggründe zu reflektieren. Und gemessen an dem, was ich erreichen will (Also konkret gesagt: Einen harmonischen Kontakt, ein erfolgreiches Gesrpäch, eine philosophische Debatte, eine politische Entscheidung zur Sozialpolitik, etc.) zu filtern, welche Gefühle und Informationen kontextbezogen wichtig und sinnvoll oder nur ablenkend, erschwerend oder gar unfair einem Interaktionspartner gegenüber wären.

Im Klartext hieße das: Wenn ich das Ziel habe, mit jemandem über seine Gesinnung zu diskutieren, die aber meiner eigenen Meinung widerstrebt, und ihn sowohl zu verstehen als auch, im Idealfall, davon zu überzeugen, dass seine Gesinnung in der moralisch/ethischen Betrachtung fragwürdig ist, dann ist es zielführend, meine eigenen Befindlichkeiten zurückzustellen und auch auf provokante Äußerungen sachlich zu reagieren, weil ich mir ansonsten sowohl einen Zugang zu der besagten Person verbaue als auch langfristig den Weg zu den zwei Zielen, die ich mir am Anfang gesetzt habe. Es mag mir aus emotionaler Sicht vielleicht richtig erscheinen, eine Person, deren Ansichten mich anwidern, zu beschimpfen, zu schlagen oder steinigen zu wollen. Aber objektiv betrachtet ist das weder für mich, noch für die Person, noch für die Gesellschaft als Ganze letztendlich sinnvoll.

Das lässt sich meiner Meinung nach auch auf ganz simple zwischenmenschliche Interaktionen herunter brechen. Was bringt es mir, in einem Konflikt mit meinem Partner ausfallend zu werden, ihm Dinge zu unterstellen, beleidgend oder unfair zu werden, nur weil ich gerade meine Wut nicht im Zaum habe und sie als angemessen empfinde. Langfristig gesehen halte ich es für zielführender, gemeinsam auf einer sachorientierten Basis den Kern des Problems/Konflikts zu analysieren, jedem Gesprächspartner das Recht zuzugestehen, seine Bedürfnisse zu äußern und anhand dessen einen Kompromiss zu finden, mit dem beide leben können.


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Warum unterdrückt man Emotionen?

11.10.2017 um 00:56
Zitat von HyphaemaHyphaema schrieb:Weil das, was für uns "gefühlt" richtig erscheint, nicht zwingend richtig sein muss.
Das ist richtig.
Oder wir denken das zumindest.
Im Grunde ist das Bauchgefühl ein wunderbares Hilfsmittel. Das hat schon oft geholfen.

Aber ich greife vor.
Zum ersten Absatz:

Tiere haben Emotionen, die ihnen helfen.
Sie können aber nicht darüber nachdenken.
In erster Linie unterstützen Tiere eine Ökofunktion.
Das beginnt schon mal durch die Nahrungskette.
Jedes Tier hat einen Feind: zur Vermeidung einer Überpopulation. Denn sie sollen eine Aufgabe erfüllen.
Zitat von HyphaemaHyphaema schrieb:obgleich ich ohnehin nicht daran glaube, dass die Natur etwas heute Bestehendes jemals mit Bedacht erschuf, das würde ja ein Bewusstsein und eine fortgeschrittene Intelligenz erfordern
Nein, es erfordert einfach Zeit und Evolution.

Während das Meer der Grundpfeiler für das Leben ist, muss es auch gepflegt werden.
Dafür braucht es auch Leben im Wasser.
Es gibt Tiere, die ernähren sich von Pflanzen. Pflanzen sind wichtig, da sie Sauerstoff schaffen und Kohlendioxid verarbeiten. (Ich weiß jetzt nicht genau, hab in Bio nicht so aufgepasst) Aber auch Pflanzen dürfen nicht wild rumwuchern, daher gibt es Pflanzenfresser. Sie halten die Dichte der Pflanzen im Zaum, dürfen aber selber kein Ungleichgewicht darstellen, sonst gäbe es keine Pflanzen mehr. Daher gibt es Tiere, die sich Raubtiere nennen.
Sie verhindern eine zu große Ausbreitung dieser Tiere, damit alles im Gleichgewicht steht.
So hat jedes Tier im Meer seine Daseinsberechtigung.
Jedes sorgt für die Natur.
An Land ist es ähnlich, denn auch hier braucht der Lebensraum seinen Lauf.
Regenwürmer versorgen den Boden mit Nährstoffen, andere Tiere fangen Regenwürmer.

Worauf ich hinauswill, müsste klar sein: Die Erde ist ein einziger Kreislauf.
Dafür erhielten die Tiere das nötigste.

Wir Menschen unterscheiden uns aber mächtig von den Tieren.
Wir fühlen und wir leben. Die Erde existiert auch so wie sie ist ohne uns. Wir machen keine Fotosynthese für den Sauerstoff oder halten etwas im Gleichgewicht.
Nein, wir machen sogar das Gegenteil.
Wir machen mit der Erde, was wir wollen. Wir überfischen die Meere, blasen Schadstoffe in die Atmosphäre, rauben der Erde die Mineralien - und wir fühlen.
Wir tauschen uns aus, sind lebendig, voller Freude, voller Trauer, voller Wut, Elan, schaffen es, andere zu berühren, Gänsehaut zu verbreiten.

Wir sind kein Okökreislauf, wir sind wir.
Und unsere eigene, persönliche Natur ist es, zu fühlen.
Ein Leben zu erleben, wie es andere nicht erleben können.
Es wahrnehmen, es spüren. Und zu genießen.

Wenn Emotionen in Diskussionen mal Überhand nehmen, ja, dann kann es auch mal hektisch werden. Aber es bewirkt auch Versöhnung und rührende Tränen.
Schon mal erlebt? Jeder Meter im Leben ist eine Entdeckung. Mal geht es aufwärts, mal abwärts, ja, genau das ist ja das spannende und fastinierende an unserem Menschendasein.
Und so viele Dinge sind schön und wir nehmen es bewusst wahr.

Was wäre es für ein Leben, würden wir alles mit weniger oder gar gar keiner Empfindung erleben?
Wenn es nur darum gehen würde, alles rational zu erfassen, um einen Zweck nebst unseren zu erfüllen?
Zitat von HyphaemaHyphaema schrieb:Weil das, was für uns "gefühlt" richtig erscheint, nicht zwingend richtig sein muss. Egal ob nun objektiv gesehen oder bloß situativ und auf ein bestimmtes Ziel bezogen.
Wieder hierhin zurück:
Was ist denn für dich richtig? Richtig, das, was für einen anderen falsch sein könnte.
Für dich ist es richtig, mal wild rumzuschreien, weil dir danach ist. Der andere muss es mal hören, auch wenn eine sachlichere Diskussion für ihn schöner wäre.
Nur wurdest du nicht sachlich verletzt, sondern emotional. Für dich ist es richtig, für ihn eigentlich auch, denn so erkennt er auch deine Aufgebrachtheit und eventuell seinen Fehler.
Anders würde man es nicht erkennen.
Kein Schwein glaubt dir, dass du Schmerzen hast, wenn du leise und sachlich Aua sagst, anstatt es schmerzerfüllt zu fluchen.

Bei Diskussionen geht es meist darum, seine Meinung kundzutun. Natürlich hängen da persönliche Ansichten und die eigene Weltsicht dran.
Da kann es mal turbulent werden.

Über unpersönliches klappt es meist besser.
Weil sich niemand in seiner Meinung überrannt fühlt, da man sich diese erst gerade bildet.
Der nächste kriegt erst die Bombe ab, weil einer was anderes erzählt, als du gehört hast.
Du bist dir dennoch sicher, dass du Recht hast, denn so wurde es dir vermittelt.
Der andere hält dagegen, ebenfalls anders vermittelt bekommen und so rast man hoch.

Da hat man die Emotionen. Nun, müssen die Emotionen weg oder sucht man sich nicht doch das, was einem mehr zusagt.

Bei Dingen, wo es nur ein Richtig gibt, nun ja, gibt es auch nicht groß zu diskutieren, oder? :D

Aber eines kann ich dir versichern: eine übermäßige Intensität der Emotionen sind ein Fluch. ;)


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Warum unterdrückt man Emotionen?

11.10.2017 um 01:30
Zitat von sunshinelightsunshinelight schrieb:Tiere haben Emotionen, die ihnen helfen.
Sie können aber nicht darüber nachdenken.
In erster Linie unterstützen Tiere eine Ökofunktion.
Das beginnt schon mal durch die Nahrungskette.
Jedes Tier hat einen Feind: zur Vermeidung einer Überpopulation. Denn sie sollen eine Aufgabe erfüllen.
So ganz vereinfacht gesagt, ist das schon so. Wobei man mittlerweile auch Tieren Denkprozesse zugesteht, aber das tut in dieser Diskussion nichts zur Sache, weil sie nicht mit der Menschen Selbstreflexion verglichen werden können.
Zitat von sunshinelightsunshinelight schrieb:Worauf ich hinauswill, müsste klar sein: Die Erde ist ein einziger Kreislauf.
Dafür erhielten die Tiere das nötigste.

Wir Menschen unterscheiden uns aber mächtig von den Tieren.
Wir fühlen und wir leben
Finde ich jetzt etwas unglücklich formuliert. Wir unterscheiden uns nicht so sehr von Tieren, wir sind im Grunde genommen Tiere, nur kognitiv weiter entwickelt. Aber unsere Grundbedürfnisse sind im Grunde dieselben und, wie gesagt, auch weniger entwickelte Tiere fühlen und leben. Aber das nur am Rande. Das ist eigentlich nicht der Kern dieses Themas.
Zitat von sunshinelightsunshinelight schrieb:Wir machen mit der Erde, was wir wollen. Wir überfischen die Meere, blasen Schadstoffe in die Atmosphäre, rauben der Erde die Mineralien - und wir fühlen.
Das ist schon eher das, worauf ich hinaus wollte.
Ja, wir sind ein Teil dieses Ökosystems, aber wir haben einen deutlich größeren Einfluss auf unsere Umwelt, als das Tiere tun und somit auch eine deutlich größere Verantwortung. Natürlich können wir die Ressourcen unseres Planeten rücksichtslos ausbeuten und damit unsere Gier stopfen, bis nichts mehr übrig bleibt. Wir können aber auch reflektieren und analysieren, welches Verhalten global gesehen sowohl für den Status Quo als auch die nachkommenden Generationen (Tiere und Natur mit eingeschlossen) am sinnvollsten ist. Das jetzt weiter auszuführen, würde fast schon ins Off-Topic driften, aber worauf ich hinaus will, ist, dass hinter all diesen Entscheidungsprozessen, die zur Verbesserung des Zustands unseres Planeten führen (könnten), rationale Überlegungen stecken, die mitunter auch die Emotionen einzelner Individuen oder gar Menschengruppen übergehen und unberücksichtigt lassen müssen, weil man Menschen auf emotionaler Basis niemals kollektiv zum Erstreben eines ökologisch/ökonomisch/moralisch höheren Ziels bringen wird.
Zitat von sunshinelightsunshinelight schrieb:Was ist denn für dich richtig? Richtig, das, was für einen anderen falsch sein könnte.
Objektiv richtig ist zum Beispiel, dass es kein allgemeingültiges "Richtig" oder "falsch" gilt. Und es wäre auch schon eine rationale und vernunftsorientierte Feststellung, wenn ich erkenne, dass jeder Mensch individuell ist und ich nicht meine Ideale unreflektiert auf jemand anderen übertragen kann. Diese Reflexion oder Erkenntnis kann in vielen zwischenmenschlichen Situationen bereits von Vorteil sein, denn sie schafft Raum für eine faire und vorurteilsfreie Begegnung.
Zitat von sunshinelightsunshinelight schrieb:Nur wurdest du nicht sachlich verletzt, sondern emotional. Für dich ist es richtig, für ihn eigentlich auch, denn so erkennt er auch deine Aufgebrachtheit und eventuell seinen Fehler.
Anders würde man es nicht erkennen.
Man kann doch auch solche Emotionen sachlich kommunizieren. Ich muss niemanden in unfairer Art und Weise verletzen, wenn ich ihm auch einfach sachlich erläutern kann, in welchen Punkten unsere Differenzen liegen. Das setzt allerdings auch einen Partner voraus, der einer solchen Aussprache gegenüber offen ist. Es nutzt nichts, wenn ein Partner grundsätzlich rational und besonnen auftritt und der andere genau das Gegenteil verkörpert - das ist aus meiner Sicht ebenso wenig zielführend, wie zwei Menschen, die sich regelmäßig im Streit die Köpfe einschlagen.
Zitat von sunshinelightsunshinelight schrieb:Kein Schwein glaubt dir, dass du Schmerzen hast, wenn du leise und sachlich Aua sagst, anstatt es schmerzerfüllt zu fluchen.
Wenn ich Schmerzen habe, gehe ich zum Arzt und erkläre ihm genau, an welcher Stelle sie auftreten, wie ich ihre Intensität empfinde und seit wann ich sie habe.
Ich weiß schon, was du damit meinst, aber ich glaube, dass du an dieser Stelle unkontrollierbare Affekte mit durchaus reflektierbaren und steuerbaren Emotionen vermischst. Wenn ich unfassbare Schmerzen habe, dann kann ich nicht anders, als zu schreien oder zu jammern. Das ist klar. Aber das ist immer noch etwas anderes, als wenn ich innerhalb einer Diskussion jemanden beschimpfe, weil mir seine Ansichten nicht passen.
Zitat von sunshinelightsunshinelight schrieb:Bei Diskussionen geht es meist darum, seine Meinung kundzutun. Natürlich hängen da persönliche Ansichten und die eigene Weltsicht dran.
Da kann es mal turbulent werden.
Ja, aber muss es das denn? Kann ich meine Meinung denn nicht auch unaufgeregt und sachlich rüberbringen? Muss ich dafür Turbulenzen in den Diskurs bringen oder persönlich werden?
Ich gebe zu - ich verwende hin und wieder auch gern mal Sarkasmus als Stilmittel, der von nicht wenigen provokant aufgefasst wird. Um die Situation zu entschärfen, erkläre ich dann aber gern, was die Funktion und das Ziel dahinter waren und dass meine Aussagen bitte nicht persönlich aufzufassen sind, da sie so nicht intendiert waren.
Zitat von sunshinelightsunshinelight schrieb:Da hat man die Emotionen. Nun, müssen die Emotionen weg oder sucht man sich nicht doch das, was einem mehr zusagt.
Nicht weg. Nur manchmal tut man einfach besser daran, sie in sich zu behalten und sein Gegenüber damit zu verschonen. Das Stichwort lautet da "Angemessenheit".
Zitat von sunshinelightsunshinelight schrieb:Bei Dingen, wo es nur ein Richtig gibt, nun ja, gibt es auch nicht groß zu diskutieren, oder? :D
Ich glaube, es gibt gar nicht so viele Themen, bei denen es nur ein Richtig gibt. Mir fallen da nur so Sachen ein wie "Wasser ist nass" und selbst da gibt es bestimmt Menschen, die der festen Überzeugung sind, dass es nicht so ist. Es gibt durchaus Dinge, deren Wahrscheinlichkeiten so erdrückend sind, dass eine Kritik an ebendiesen wegen Sinn ergibt, aber eine objektive Wahrheit zu finden, ist immer schwer. Und in den meisten Fällen sogar unmöglich, möchte ich behaupten.
Zitat von sunshinelightsunshinelight schrieb:Aber eines kann ich dir versichern: eine übermäßige Intensität der Emotionen sind ein Fluch. ;)
Glaube ich dir sofort. :D

Ich glaube, du verstehst mich auch in einem Punkt falsch: Ich sage nicht, dass niemand mehr emotional sein soll. Oder, dass es generell schlecht ist, Emotionen zu empfinden. Oder, dass niemand Fehler machen darf. Fehler gehören zum Leben dazu und jeder verhält sich mal unangemessen, unlogisch, irrational oder unfair.
Die Quintessenz meiner Aussage ist, dass eine reklektierte und an rationalen Gesichtspunkten orientierte Geisteshaltung in vielerlei Hinsicht, ob nun gesellschaftlich oder zwischenmenschlich, förderlich und sinnvoll ist. Wie das jeder umsetzt oder umsetzen kann, ist eine andere Sache.

Ist trotz der etwas verworrenen Struktur klar geworden, worum es mir geht?
Ich finde ja, dass Agrypnie das ganz gut herausgestellt hat.


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Warum unterdrückt man Emotionen?

11.10.2017 um 02:54
Zitat von sunshinelightsunshinelight schrieb:Tiere haben Emotionen, die ihnen helfen.
Sie können aber nicht darüber nachdenken.
Dir scheint bezogen auf die aktuelle Verhaltens- und Kognitionsforschung an Säugetieren einiges an Wissen zu fehlen. Das Gehirn von Säugetieren ist genauso aufgebaut wie das des Menschen. Sie fühlen genauso, sie sind in der Lage, komplex zu denken, einige von ihnen können sogar Einsicht zeigen und sind in der Lage, Werkzeuge zu benutzen, sie können Dinge (langfristig) planen und vergangene Ereignisse sowie Emotionen in ihre weiteren Handlungen einbeziehen. Es gibt darüber ganz interessante Literatur, vor allem im Canidenbereich, aber auch in der Vogel- und Primatenforschung.
Zitat von sunshinelightsunshinelight schrieb:Nur wurdest du nicht sachlich verletzt, sondern emotional. Für dich ist es richtig, für ihn eigentlich auch, denn so erkennt er auch deine Aufgebrachtheit und eventuell seinen Fehler.
Anders würde man es nicht erkennen.
Kein Schwein glaubt dir, dass du Schmerzen hast, wenn du leise und sachlich Aua sagst, anstatt es schmerzerfüllt zu fluchen.
Verletzt wird man immer emotional, meist liegt das jedoch nicht an einer sachlichen Diskussion, sondern an Emotionalitäten - jemand fühlt sich angegriffen und schlägt zurück, obwohl kein Angriff da war, es werden Dinge unterstellt, impliziert, interpretiert, man provoziert und das ganze sachbasierte Gespräch wird zum Emotionskarussell.
Darüber würde es die Medizin ziemlich schlecht haben, wenn jeder für eine ordentliche Diagnostik in Tränen ausbrechen möchte und man nicht mehr über unterschiedliche Schmerzgrade, über variierende Neigungen zur Emotionalität und zur Gefühlsäußerung sprechen könnte. Kurz: Doch, irgendein Schwein wird es mir schon glauben, wenn es nicht völlig beschränkt ist.
Zitat von sunshinelightsunshinelight schrieb:Bei Dingen, wo es nur ein Richtig gibt, nun ja, gibt es auch nicht groß zu diskutieren, oder? :D
Es gibt keine Dinge, die absolut richtig sind. Richtigkeit ist immer etwas, das auf der jeweiligen moralischen, emotionalen und subjektiven Einstufung eines Individuums beruht. Es gibt auch keine objektive Richtigkeit. Was es gibt, ist eine objektive Realität, aber die Entscheidung, ob etwas richtig ist, unterliegt immer wertenden Mechanismen, die nicht rein objektiv und ebenso nicht uniform sein können.


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Warum unterdrückt man Emotionen?

11.10.2017 um 03:05
Zitat von HyphaemaHyphaema schrieb:So ganz vereinfacht gesagt, ist das schon so. Wobei man mittlerweile auch Tieren Denkprozesse zugesteht, aber das tut in dieser Diskussion nichts zur Sache, weil sie nicht mit der Menschen Selbstreflexion verglichen werden können.
Klar, Tiere haben Strategien. Jagdstrategien.
Die müssen sie sich auch zurechtlegen können.
Ansonsten stehen Räuber (im wahrsten Sinne des Wortes) doof da. Zum anderen müssen sie auf ihren Nachwuchs aufpassen, ohne Muttergefühle geht das ja nicht.
Aber alles unterscheidet sich erheblich von unseren Gefühlen.
Weil wir alles viel bewusster wahrnehmen.
Hunde können sich auch freuen, aber anders.
Aber trauern können sie nicht so wie wir.
Besonders nicht so lange wie wir.
Wir beschäftigen uns mit Trauer, der Wut.
Zitat von HyphaemaHyphaema schrieb:Finde ich jetzt etwas unglücklich formuliert. Wir unterscheiden uns nicht so sehr von Tieren, wir sind im Grunde genommen Tiere, nur kognitiv weiter entwickelt. Aber unsere Grundbedürfnisse sind im Grunde dieselben und, wie gesagt, auch weniger entwickelte Tiere fühlen und leben. Aber das nur am Rande. Das ist eigentlich nicht der Kern dieses Themas.
Es ist kein Kern des Themas, sondern Teil meiner Argumentation. Genau da kann man vergleichen.
Ich sehe mich nicht als Tier, da zwischen Mensch und Tier ein Unterschied besteht.
Nämlich unsere Intelligenz und der Grad an Emotionen.
Ohne unsere Emotionen wären wir nichts.

Man sieht es wundervoll an gefühllosen Menschen.
Wofür leben sie? Es ist wie die philosophische Frage nach dem Sinn des Lebens.

Wir leben knapp 80 Jahre auf diesem Planeten. Warum?
Weil wir dafür sorgen müssen, dass die Erde sich dreht?
Das tut sie allein? Müssen wir Sauerstoff in die Luft spucken? Machen die Bäume.
Müssen wir den Boden Nährstoffe hinzufügen?
Das machen andere Tierchen.
Müssen wir den Himmel färben?

Was machen wir hier? Wir Menschen haben keine konkrete Aufgabe.
Wir sind zwar Teil der Natur, aber völlig abgenabelt.

->
Zitat von HyphaemaHyphaema schrieb:aber worauf ich hinaus will, ist, dass hinter all diesen Entscheidungsprozessen, die zur Verbesserung des Zustands unseres Planeten führen (könnten), rationale Überlegungen stecken, die mitunter auch die Emotionen einzelner Individuen oder gar Menschengruppen übergehen und unberücksichtigt lassen müssen, weil man Menschen auf emotionaler Basis niemals kollektiv zum Erstreben eines ökologisch/ökonomisch/moralisch höheren Ziels bringen wird.
-> Das ist ja das Ding. Wir haben mit dem Planeten an sich nichts zu schaffen, denn ein System ist bereits vorhanden. Das einzige, was wir tun können, ist, den Planeten nicht zu zerstören, aber hier handeln keine Emotionen, sondern gerade die Gleichgültigkeit. Es ist dem Menschen egal. Hätte der Mensch mehr Liebe, also mehr Emotion zum Planeten, würde er auch liebevoller mit ihm umgehen.

->
Zitat von HyphaemaHyphaema schrieb:Man kann doch auch solche Emotionen sachlich kommunizieren. Ich muss niemanden in unfairer Art und Weise verletzen
Man verletzt Menschen nicht immer absichtlich, sondern passiert das aus eigenen Abläufen.
Wenn ich mal nicht zum Abendessen bei meiner Freundin komme, weil meine Mutter gerade nen Herzinfarkt hatte, aber nicht anrufen konnte, da ich gerade emotional war (ohne Emotion wäre sie mir scheißegal), reagiert meine Freundin verletzt.
Sie wurde versetzt und hört nichts von mir.
Wie kann ich da verlangen, dass sie das emotionslos und total trocken mit mir bespricht?

->
Das
Zitat von HyphaemaHyphaema schrieb:Aber das ist immer noch etwas anderes, als wenn ich innerhalb einer Diskussion jemanden beschimpfe, weil mir seine Ansichten nicht passen.
ist wiederum eine alltagsuntypische Situation.
Im Reallife wurde ich nie beschimpft, weil ich ne andere Meinung hatte und sie dargelegt hatte.
Naja, und wenn, dann kann man seines Weges gehen, denn da passt es menschlich dann einfach nicht.
Zitat von HyphaemaHyphaema schrieb:Ja, aber muss es das denn? Kann ich meine Meinung denn nicht auch unaufgeregt und sachlich rüberbringen?
Natürlich kann man das. Und das funktioniert in der Regel auch ganz gut.
Aber Missverständnisse lassen sich nun mal nicht verhindern und tragen zu den Turbulenzen bei.
Meist kommt man an den Punkt, an dem eine Diskussion nicht mehr zustande kommt oder weitergeführt werden kann, aber das ist nun mal menschlich.
Umso schöner, wenn man dann sich bei einem Bier wieder versöhnt und noch enger als vorher ist. :D
Zitat von HyphaemaHyphaema schrieb:Ich glaube, es gibt gar nicht so viele Themen, bei denen es nur ein Richtig gibt.
Doch, sehr viele sogar. Diskussionen über Filme.
Der Film ist, wie er ist und Diskussionen über den Inhalt können aber gerne mal außer Rand und Band laufen.
Dann werden Wetten abgeschlossen, den Film geguckt, dann hat man wieder Gewissheit, wie die Szene wirklich ablief und dann gibt es Ruhe. :D
Zitat von HyphaemaHyphaema schrieb:Ich glaube, du verstehst mich auch in einem Punkt falsch: Ich sage nicht, dass niemand mehr emotional sein soll. Oder, dass es generell schlecht ist, Emotionen zu empfinden. Oder, dass niemand Fehler machen darf. Fehler gehören zum Leben dazu und jeder verhält sich mal unangemessen, unlogisch, irrational oder unfair.
Die Quintessenz meiner Aussage ist, dass eine reklektierte und an rationalen Gesichtspunkten orientierte Geisteshaltung in vielerlei Hinsicht, ob nun gesellschaftlich oder zwischenmenschlich, förderlich und sinnvoll ist. Wie das jeder umsetzt oder umsetzen kann, ist eine andere Sache.
Ich glaube, dass es da, wo es drauf ankommt, auch angewendet wird. :)


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Warum unterdrückt man Emotionen?

11.10.2017 um 03:12
Zitat von sunshinelightsunshinelight schrieb:Klar, Tiere haben Strategien. Jagdstrategien.
Die müssen sie sich auch zurechtlegen können.
Ansonsten stehen Räuber (im wahrsten Sinne des Wortes) doof da. Zum anderen müssen sie auf ihren Nachwuchs aufpassen, ohne Muttergefühle geht das ja nicht.
Aber alles unterscheidet sich erheblich von unseren Gefühlen.
Weil wir alles viel bewusster wahrnehmen.
Hunde können sich auch freuen, aber anders.
Aber trauern können sie nicht so wie wir.
Besonders nicht so lange wie wir.
Wir beschäftigen uns mit Trauer, der Wut.
Auch damit liegst du falsch. Es gibt einige Spezies, die sehr lange und intensiv trauern können. Auch bei Hunden wurde Selbstaufgabe bis hin zum Tod nach dem Ableben eines Sozialpartners beobachtet. Um mal bei Hundeartigen zu bleiben: Dingos trauern monatelang um den Tod eines Gruppenmitgliedes, bewachen und vergraben jenes sogar.
Du solltest, wenn du solche Behauptungen aufstellst, erst mal nachlesen, ob sie auch stimmen. Dir fehlt dort, wie bereits erwähnt, wirklich sehr viel Wissen. Ich meine das nicht böse. :)
Zitat von sunshinelightsunshinelight schrieb:Doch, sehr viele sogar. Diskussionen über Filme.
Der Film ist, wie er ist und Diskussionen über den Inhalt können aber gerne mal außer Rand und Band laufen.
Dann werden Wetten abgeschlossen, den Film geguckt, dann hat man wieder Gewissheit, wie die Szene wirklich ablief und dann gibt es Ruhe. :D
Meinst du tatsächlich richtig im Sinne einer wahrheitsgemäßen Aussage oder richtig als moralische Wertung? Sicher, wahrheitsgemäß sind viele Dinge, das lässt sich einfach überprüfen, aber moralische Richtigkeit steht auf einem völlig anderen Blatt.


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Warum unterdrückt man Emotionen?

11.10.2017 um 03:42
Zitat von sunshinelightsunshinelight schrieb:Es ist kein Kern des Themas, sondern Teil meiner Argumentation. Genau da kann man vergleichen.
Ich sehe mich nicht als Tier, da zwischen Mensch und Tier ein Unterschied besteht.
Nämlich unsere Intelligenz und der Grad an Emotionen.
Ohne unsere Emotionen wären wir nichts.
Weil der Kern unserer Diskussion darin besteht, ob und inwiefern es auch sinnvoll sein kann, seine Emotionen zu unterdrücken. Ich gab als Beispiel ökologische Entscheidungsprozesse an, welches du aufgegriffen hast, um deinen langen Abschnitt über die Natur und unsere "Rolle" darin zu verfassen, der nun mal, in gewisser Weise, den Kern unserer Diskussion verfehlt. Auch die Frage, ob wir nun wie Tiere sind und was uns unterscheidet, ist im Grunde nicht der Kern des Themas, denn wir sprechen hier ja explizit über die menschliche Spezies.
Im Übrigen kannst du eigentlich nicht negieren ein Tier zu sein, denn das bist du im Grunde. Ein äußerst intelligentes Tier. Und selbstverständlich gehören unsere Emotionen, ebenso wie unser Intellekt, zu uns und zu unserem Leben. Das hat niemand bestritten.
Zitat von sunshinelightsunshinelight schrieb:Was machen wir hier? Wir Menschen haben keine konkrete Aufgabe.
Wir sind zwar Teil der Natur, aber völlig abgenabelt.
Sage ich ja auch gar nicht. Ich bin sowieso der Meinung, dass es keinen höheren Sinn gibt. Es geht mir schlicht und ergreifend darum, dass man seine geistigen Ressourcen sinnvoll und dem Gemeinwohl (zu dem ich vor allem die Natur zähle) gewinnbringend zur Verfügung stellen kann, oder eben nicht. Und ich halte da übermäßige Emotionen eben oft nicht für zielführend, weil sie das Filtern wichtiger und unwichtiger Informationen behindern.
Davon aber abgesehen, spielt der Mensch auf dieser Erde keine Rolle - er sucht sich selbst die Rolle, die er spielen möchte. Das gilt für das Individuum genauso wie für eine Gesellschaft.
Zitat von sunshinelightsunshinelight schrieb:Das ist ja das Ding. Wir haben mit dem Planeten an sich nichts zu schaffen, denn ein System ist bereits vorhanden. Das einzige, was wir tun können, ist, den Planeten nicht zu zerstören, aber hier handeln keine Emotionen, sondern gerade die Gleichgültigkeit. Es ist dem Menschen egal. Hätte der Mensch mehr Liebe, also mehr Emotion zum Planeten, würde er auch liebevoller mit ihm umgehen.
Eigentlich hatte ich dir das in dem Abschnitt, den du zitiert hast, schon erklärt. Obgleich ich denke, dass auch Emotionen maßgeblich daran beteiligt sind, dass Menschen diesen Planeten ausbeuten, ist das gar nicht mal das Entscheidende. Worum es mir geht, ist in diesem Fall die Fähigkeit des Menschen, aufgrund evidenzbasierter Informationen, Analysen und Einschätzungen, Pläne und Handlungsmaxime zu entwickeln, die diesem Planeten nachweislich nutzen und dafür Emotionen, die innerhalb einer solchen Überlegung keinen Platz haben sollten, außen vor zu lassen.
Zitat von sunshinelightsunshinelight schrieb:Wenn ich mal nicht zum Abendessen bei meiner Freundin komme, weil meine Mutter gerade nen Herzinfarkt hatte, aber nicht anrufen konnte, da ich gerade emotional war (ohne Emotion wäre sie mir scheißegal), reagiert meine Freundin verletzt.
Sie wurde versetzt und hört nichts von mir.
Wie kann ich da verlangen, dass sie das emotionslos und total trocken mit mir bespricht?
Hm, um ehrlich zu sein, kann ich an dieser Stelle die Reaktion deiner Freundin nicht nachvollziehen. Weder, dass sie wegen so einer (aus meiner Sicht) Lappalie verletzt ist, noch, dass sie daraufhin emotional reagiert.
Mal angenommen, ich wäre deine Freundin und du hättest dich nicht gemeldet, dann hätte ich dich einfach gefragt, was los war. Hättest du mir deinen Sachverhalt daraufhin erklärt, dann wäre das für mich verständlich gewesen und ich hätte dir vielleicht noch mein (nicht empfundenes, aber der Höflichkeit wegen angemessenes) Bedauern ausgesprochen.
Das ist doch im Grunde ein gutes Beispiel dafür, dass Emotionen häufig Dinge verkomplizieren, findest du nicht? Wieso reagiert man denn verletzt oder emotional, wenn eine Situation gar nichts mit einem selbst zu tun hatte oder sich im Nachhinein völlig anständig klären lässt? (Und ja, ich weiß, dass das in deinem Fall und der deiner Freundin schwer ist, ich meine das jetzt auch nur ganz allgemein, ganz abseits irgendwelcher Extreme)
Zitat von sunshinelightsunshinelight schrieb:Im Reallife wurde ich nie beschimpft, weil ich ne andere Meinung hatte und sie dargelegt hatte.
Naja, und wenn, dann kann man seines Weges gehen, denn da passt es menschlich dann einfach nicht.
Eigentlich war mein Beispiel an dieser Stelle rein zur Unterscheidung gedacht. Eine affektive und plötzliche Schmerzäußerung ist eben doch etwas anderes als Eifersucht, Zorn, Hass, Liebe, Rache und so weiter. Und solche Emotionen sind eben nicht immer nur unproblematisch.
Zitat von sunshinelightsunshinelight schrieb:Meist kommt man an den Punkt, an dem eine Diskussion nicht mehr zustande kommt oder weitergeführt werden kann, aber das ist nun mal menschlich.
Umso schöner, wenn man dann sich bei einem Bier wieder versöhnt und noch enger als vorher ist. :D
Genau. Das sind dann die Punkte, an denen die Emotionen die Diskussion erschweren. Womit du mir ja eigentlich zustimmt, nur, dass du das anders, in dem Fall zugunsten der Emotion, bewertest.
Ich habe übrigens gerade ein Déja vu ...^^
Zitat von sunshinelightsunshinelight schrieb:Ich glaube, dass es da, wo es drauf ankommt, auch angewendet wird. :)
Die Erfahrung habe ich eben nicht gemacht. Ich habe schon oft erlebt, wie Beziehungen und Freundschaften in die Brüche gingen, weil Menschen sich nicht sachlich miteinander aussprechen konnten, weil es Unterstellungen und Eifersüchteleien hagelte. Oder dass Diskussionen zu spannenden Themen schlicht nicht möglich sind, weil sie von emotionsgeladenen Hausmütterchen und Empörtmenschen zu einer Gladiatorenarena umfunktioniert werden.
Das erlebe ich nicht gerade selten, aber ich gebe zu, und letztlich bin ich ja auch nur ein Mensch, dass auch ich nicht frei meiner selektiven Wahrnehmung bin. Und viele emotionale Reaktionen kann ich in ihrer Sinnhaftigkeit schlicht nicht nachvollziehen, weil sie mir kurz - oder langfristig gesehen unsinnig erscheinen.

Aber das Thema hatten wir ja wirklich schon und wir kamen zu dem Schluss, dass wir das aufgrund unserer sehr unterschiedlichen Art auch sehr unterschiedlich wahrnehmen.


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Warum unterdrückt man Emotionen?

11.10.2017 um 05:10
Zitat von AgrypnieAgrypnie schrieb:Auch damit liegst du falsch. Es gibt einige Spezies, die sehr lange und intensiv trauern können. Auch bei Hunden wurde Selbstaufgabe bis hin zum Tod nach dem Ableben eines Sozialpartners beobachtet. Um mal bei Hundeartigen zu bleiben: Dingos trauern monatelang um den Tod eines Gruppenmitgliedes, bewachen und vergraben jenes sogar.
Du solltest, wenn du solche Behauptungen aufstellst, erst mal nachlesen, ob sie auch stimmen. Dir fehlt dort, wie bereits erwähnt, wirklich sehr viel Wissen. Ich meine das nicht böse. :)
Nein, du solltest lesen, was ich schreibe. Sie trauern nicht so wie wir. 
Ich habe nicht geschrieben, dass sie gar nicht trauern.
Denn Hunde trauern auch um Menschen.
Aber sie tun es halt anders. Und nicht so lange.
Der Mensch erlebt die Gefühle halt anders, weil er auch bewusst darüber nachdenken kann.
Bitte das auch lesen, was ich schreibe, bevor du mir mangelndes Wissen unterstellst.
Zitat von AgrypnieAgrypnie schrieb:Meinst du tatsächlich richtig im Sinne einer wahrheitsgemäßen Aussage oder richtig als moralische Wertung? Sicher, wahrheitsgemäß sind viele Dinge, das lässt sich einfach überprüfen, aber moralische Richtigkeit steht auf einem völlig anderen Blatt.
Um Dinge, die so sind, wie sie halt sind. Moralisch angesetzte Diskussionen sind was völlig anderes.
Da geht es wieder um Dinge, die man vermittelt bekommen hat.
Zitat von AgrypnieAgrypnie schrieb:Dir scheint bezogen auf die aktuelle Verhaltens- und Kognitionsforschung an Säugetieren einiges an Wissen zu fehlen. Das Gehirn von Säugetieren ist genauso aufgebaut wie das des Menschen. Sie fühlen genauso, sie sind in der Lage, komplex zu denken, einige von ihnen können sogar Einsicht zeigen und sind in der Lage, Werkzeuge zu benutzen, sie können Dinge (langfristig) planen und vergangene Ereignisse sowie Emotionen in ihre weiteren Handlungen einbeziehen. Es gibt darüber ganz interessante Literatur, vor allem im Canidenbereich, aber auch in der Vogel- und Primatenforschung.
Du möchtest also sagen, dass Tiere über ihre Emotionen nachdenken können? Aha, dann bitte zeig mir mal diese Literatur. 
Zitat von AgrypnieAgrypnie schrieb:Verletzt wird man immer emotional, meist liegt das jedoch nicht an einer sachlichen Diskussion, sondern an Emotionalitäten - jemand fühlt sich angegriffen und schlägt zurück, obwohl kein Angriff da war, es werden Dinge unterstellt, impliziert, interpretiert, man provoziert und das ganze sachbasierte Gespräch wird zum Emotionskarussell.
Ich glaube, ich habe hier ein Echo.^^
Genau das sagte ich doch.
Zitat von AgrypnieAgrypnie schrieb:Darüber würde es die Medizin ziemlich schlecht haben, wenn jeder für eine ordentliche Diagnostik in Tränen ausbrechen möchte und man nicht mehr über unterschiedliche Schmerzgrade, über variierende Neigungen zur Emotionalität und zur Gefühlsäußerung sprechen könnte. Kurz: Doch, irgendein Schwein wird es mir schon glauben, wenn es nicht völlig beschränkt ist.
Du würdest also sachlich aua sagen, würdest du an eine heiße Herdplatte greifen?
Aber schön, dass du mir meine schöne Metapher zerlegst. Mit einem Arztbesuchbeispiel mit scheinbar kleinen Wehwehchen, für die ein Arzt wahrscheinlich gar nicht nötig wäre.^^
Zitat von HyphaemaHyphaema schrieb:Weil der Kern unserer Diskussion darin besteht, ob und inwiefern es auch sinnvoll sein kann, seine Emotionen zu unterdrücken. Ich gab als Beispiel ökologische Entscheidungsprozesse an, welches du aufgegriffen hast, um deinen langen Abschnitt über die Natur und unsere "Rolle" darin zu verfassen, der nun mal, in gewisser Weise, den Kern unserer Diskussion verfehlt.
Sorry, hyphaema, aber ich will nur nachvollziehbar meine Gedankengänge näher bringen. Dazu musste ich mein Beispiel “groß“ aufziehen. 
Anders hätte es auch nicht funktioniert, denn der Vergleich muss ja ins Auge stechen, daher halte ich das immer noch für absolut relevant.
Denn ich weiche nicht vom Thema ab, sondern veranschauliche dir anhand von Vergleichen meine Position, warum der Mensch unbedingt auch emotional entscheiden kann.
Dazu muss ich dir die Tierwelt näher bringen und deren Aufgaben und dann uns und welche Aufgaben wir hier nicht haben.
Dann bemerkt man auch, dass es absolut unnötig ist, dass der Mensch rational über die Erde Entscheidungen trifft, denn der Mensch ist kein Uhrwerk der Natur.
Er trägt nicht dazu bei, dass die Erde “läuft“.
Wo muss er da also völlig rational rangehen an 
Zitat von HyphaemaHyphaema schrieb:weil man Menschen auf emotionaler Basis niemals kollektiv zum Erstreben eines ökologisch/ökonomisch/moralisch höheren Ziels bringen wird.
das? 
Er muss eigentlich nur eines tun: Die Natur nicht zerstören.
Die Menschheit weiß, was sie macht. Sie zerstört bewusst. Rational. Weil gefühllos.
Hier wären Emotionen aber angebracht.
Wie bei Umweltschützern, also denen, denen es nicht egal ist. Die mit Emotionen an die Sache rangehen.
Zitat von HyphaemaHyphaema schrieb:Auch die Frage, ob wir nun wie Tiere sind und was uns unterscheidet, ist im Grunde nicht der Kern des Themas, denn wir sprechen hier ja explizit über die menschliche Spezies.
Das sollen wir hier auch nicht diskutieren, da das alles Beispiele waren, also rhetorische Fragen, die keiner Antwort bedürfen, da sie bereits klar sind, aber genau das betonen, was ich sagen möchte.
Zitat von HyphaemaHyphaema schrieb:Es geht mir schlicht und ergreifend darum, dass man seine geistigen Ressourcen sinnvoll und dem Gemeinwohl (zu dem ich vor allem die Natur zähle) gewinnbringend zur Verfügung stellen kann, oder eben nicht. Und ich halte da übermäßige Emotionen eben oft nicht für zielführend, weil sie das Filtern wichtiger und unwichtiger Informationen behindern.
Gerade Emotionen fachen die Lebensgeister an. Und den Antrieb.
Übermäßige Emotionen sind aber auch nicht Thema des Threads, sondern Emotionen.
Und hier geht es um die Frage, warum sie unterdrückt wird.
Und das ist eine sehr gute Frage, denn meine Position ist schlicht und ergreifend: unnötig.
Warum? Weil der Mensch nicht rational an allem hängen muss zu jeder Zeit.
Hier kommen wir wieder zu meiner Natur-Thematik.
Also meine Argumentation.
Zitat von HyphaemaHyphaema schrieb:Davon aber abgesehen, spielt der Mensch auf dieser Erde keine Rolle - er sucht sich selbst die Rolle, die er spielen möchte. Das gilt für das Individuum genauso wie für eine Gesellschaft.
Ganz genau. Und wenn der Mensch fühlen möchte, sollte er das tun.
Und wenn nicht, dann nicht.
Aber es ist nichts, was nötig wäre.
Zitat von HyphaemaHyphaema schrieb:Worum es mir geht, ist in diesem Fall die Fähigkeit des Menschen, aufgrund evidenzbasierter Informationen, Analysen und Einschätzungen, Pläne und Handlungsmaxime zu entwickeln, die diesem Planeten nachweislich nutzen und dafür Emotionen, die innerhalb einer solchen Überlegung keinen Platz haben sollten, außen vor zu lassen.
Wieso sollte er das tun? Die Erde ist doch ein laufendes Werk und kümmert sich um sich selbst.
Und der Mensch interessiert sich nicht dafür.
Zitat von HyphaemaHyphaema schrieb:Eigentlich war mein Beispiel an dieser Stelle rein zur Unterscheidung gedacht. Eine affektive und plötzliche Schmerzäußerung ist eben doch etwas anderes als Eifersucht, Zorn, Hass, Liebe, Rache und so weiter. Und solche Emotionen sind eben nicht immer nur unproblematisch.
Ich weiß. Aber dennoch hat der Mensch sie.
Aber auch nicht ohne Grund.
Wieso sollte ich Zorn unterdrücken, wenn mich jemand betrügen will? Und warum sollte ich sachlich darüber reden?
Zitat von HyphaemaHyphaema schrieb:Ich habe übrigens gerade ein Déja vu ...^^
Unser Lieblingshema, schätz ich. :D
Zitat von HyphaemaHyphaema schrieb:Die Erfahrung habe ich eben nicht gemacht. Ich habe schon oft erlebt, wie Beziehungen und Freundschaften in die Brüche gingen, weil Menschen sich nicht sachlich miteinander aussprechen konnten, weil es Unterstellungen und Eifersüchteleien hagelte.
Ja, das glaub ich.
Mal angebracht, mal weniger.
Aber Sachlichkeit ist hier auch oft schon passiert.
So kenn ich das. Erst vernünftig über alles reden, irgendwann geht es nicht mehr. Weil nichts passiert ist.
Dann kommen Emotionen und dann endgültige Entscheidungen.


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Warum unterdrückt man Emotionen?

11.10.2017 um 15:40
Zitat von sunshinelightsunshinelight schrieb:Sorry, hyphaema, aber ich will nur nachvollziehbar meine Gedankengänge näher bringen. Dazu musste ich mein Beispiel “groß“ aufziehen.
Ist o.k.
Zitat von sunshinelightsunshinelight schrieb:Übermäßige Emotionen sind aber auch nicht Thema des Threads, sondern Emotionen.
Und hier geht es um die Frage, warum sie unterdrückt wird.
Und das ist eine sehr gute Frage, denn meine Position ist schlicht und ergreifend: unnötig.
Warum? Weil der Mensch nicht rational an allem hängen muss zu jeder Zeit.
Ich denke, das ist einer der Knackpunkte unserer aktuellen Diskussion.
Ich sage nicht, dass der Mensch zu jeder Zeit rational an allem hängen soll, sondern dass Rationalität der Emotionalität gegenüber in gewissen Punkten und Situationen einen entschiedenen Vorteil hat und sinnvoller sein "kann". Das bedeutet aber nicht, dass das immer so sein muss und schon gar, dass das jeder auch so umsetzen muss.
Ich persönlich wünsche es mir oft, dass Menschen mal etwas weniger emotional sind und ihre eigenen Gedanken und Handlungen öfter reflektieren, weil ich der Meinung bin, dass das Miteinander dadurch signifikant erleichtert werden könnte. Das heißt dann aber nicht, dass Emotionen an der richtigen Stelle nicht vollkommen notwendig sind. Es gibt ebenso Momente, in denen ich bedauere, so wenig davon zu haben, nämlich dann, wenn es dazu kommt, auch mal intimere Sozialkontakte zu pflegen, was nicht so leicht ist, wenn man keine oder kaum Liebe empfindet.
Ich denke man sollte das differenzieren - und bereits das Nachdenken über die Sinnhaftigkeit von Emotionen ist in gewisser Weise Rationalität. Man kann eben nicht alles nur emotional entscheiden, genauso wie man nicht alles nur rational entscheiden kann. Die goldene Mitte ist in ihrer Theorie gut und wichtig, nur in der Praxis, zumindest aus meiner Erfahrung, rar gesät.
Zitat von sunshinelightsunshinelight schrieb:Ganz genau. Und wenn der Mensch fühlen möchte, sollte er das tun.
Und wenn nicht, dann nicht.
Aber es ist nichts, was nötig wäre.
Wie gesagt, siehe oben. Es geht nicht darum, dass ein Mensch nicht fühlen können soll. Es geht darum, dass Emotionen das Miteinander unnötig verkomplizieren können, obwohl man es sich durch nüchterne Ehrlichkeit sehr viel einfacher machen "könnte". Das ist kein Appell an jeden Menschen hier, sondern erst einmal nur eine Feststellung.
Zitat von sunshinelightsunshinelight schrieb:Wieso sollte er das tun? Die Erde ist doch ein laufendes Werk und kümmert sich um sich selbst.
Und der Mensch interessiert sich nicht dafür.
Weil er dazu in der Lage ist, seinen eigenen Impakt auf die Erde zu erkennen und daraus den Schluss zu ziehen, welches Handeln sinnvoll wäre, um auch nachfolgenden Generationen ein halbwegs angenehmes Leben auf diesem Planeten zu ermöglichen. Weil er derjenige ist, der das Ökosystem zerstört und daher in der Verantwortung "wäre", sein Verhalten anzupassen um eben genau das zu verhindern. Das ist allerdings auch eine moralische Betrachtung und an das Ziel gekoppelt, diesen Planeten eben nicht kaputt zu wohnen. "Müssen" müssen wir gar nichts. Niemand muss irgendwas und so gesehen gibt es auch keine Verantwortung für irgendwas - letztlich wäre es wohl auch egal, wenn die Erde irgendwann unbewohnbar würde. Es hängt letztlich immer davon ab, welche Ziele wir uns stecken.
Und in einer meiner ersten Antworten zu dem Thema sagte ich ja, dass ich es für ein sinnvolles Ziel der Menschheit halte, sowohl das Leben aller Menschen als auch die Gesundheit unseres Ökosystems zu schützen und so angenehm wie möglich zu gestalten - dazu gehört dann auch, mal seine eigenen Bedürfnisse und Emotionen zurück zu stecken und sich daran zu halten, was Analysen und Forschungen vorgeben.

Das ist aber nur meine Vorstellung eines "sinnvollen" Ziels. Ich betrachte das losgelöst von meiner eigentlichen Moralvorstellung (Dezisionismus + Nihilismus) und rein auf Basis einer gesellschaftlichen Betrachtung. Also konkret: Was machen wir als Menschen, als Gesellschaft, um unsere Lebensqualität zu verbessern. Und dazu gehört eben auch der Erhalt unserer Erde. Davon losgelöst kann man aber genauso gut sagen: Warum sollte die Menschheit überhaupt existieren? Wozu ist es sinnvoll, diesen Planeten zu erhalten, wenn es noch Millionen anderer Planeten im Universum gibt? Das ist wiederum etwas, über das man tagelang streiten kann und nie zu einer einheitlichen Meinug kommen wird und verlässt dann mal wieder unser Kernthema. Ich hoffe aber, du hast verstanden, worauf ich mich damit bezog - es war eben ein Beispiel unter vielen, wie wir unsere geistigen Ressourcen nutzen können oder eben auch nicht und warum es manchmal schlicht nüchterner und sachlicher Analysen bedarf und nicht bloß der reinen Emotion.
Zitat von sunshinelightsunshinelight schrieb:Wieso sollte ich Zorn unterdrücken, wenn mich jemand betrügen will? Und warum sollte ich sachlich darüber reden?
Gegenfrage: Wieso sollte ich zornig sein, wenn mich jemand betrügen will? Was bringt es mir, zornig zu sein? Was bringt es dem, der mich betrügen möchte? Könnte ich diesen Menschen nicht stattdessen fragen, was ihm an unserer Beziehung fehlt, dass er dazu kommt, mich zu hintergehen? Könnte ich ihn nicht nach seinen Beweggründen fragen? Im Gegenzug kann ich ihm ja sehr wohl vermitteln, dass ich mich verletzt fühle. Im Endeffekt kann ich sogar zu dem Schluss kommen, dass die Beziehung so keine weitere Zukunft hat - aber hilft es mir nicht theoretisch mehr, mich mit dieser Situation eingehend zu beschäftigen, die Gründe zu evaluieren und daraus konstruktive Schlüsse zu ziehen, statt einfach nur "zornig" zu sein und mir dadurch den Zugang zu einem klärenden Gespräch möglicherweise zu verbauen?
Natürlich ist Zorn ein menschliches Gefühl, das nicht immer kontrollierbar ist. Zorn erfüllt gewiss auch irgendwo seinen Zweck. Ich halte ihn nur, wenn ich die Wahl habe, für die schlechtere Entscheidung, weil sie impulsiv ist und kurzfristig, während ich mit einer rationalen Betrachtungsweise langfristig für mich und andere konstruktivere Lösungen finden kann.
Zitat von sunshinelightsunshinelight schrieb:Unser Lieblingshema, schätz ich. :D
Es scheint so. :-P
Zitat von sunshinelightsunshinelight schrieb:So kenn ich das. Erst vernünftig über alles reden, irgendwann geht es nicht mehr. Weil nichts passiert ist.
Dann kommen Emotionen und dann endgültige Entscheidungen.
Ja. Was oft an Verständnisproblemen liegt oder an der Tatsache, dass die betroffenen Parteien nicht in der Lage sind, von ihrem eigenen Standpunkt zumindest perspektivisch abzurücken und sich nicht die Mühe machen, das Gegenüber zu verstehen. Das ist allerdings auch wieder mangelnde Reflexion. Kommunikation ist kompliziert - es gibt unheimlich viele kognitive Verzerrungen, die unser eigenes Denken beeinflussen und somit auch die Art und Weise, wie wir in einen Austausch treten. Diese Mechanismen zu erkennen und zu hinterfragen ist alles andere als leicht und ich würde behaupten, dass es nur wenigen gelingt, überhaupt deren Existenz zu akzpetieren. Von Überwinden ist da erst recht keine Rede. Ich denke, dass sich Missverständnisse niemals vermeiden lassen, das ist aber auch nicht mein Anliegen. Es geht mir darum, dass ein Austausch (und damit meine ich nicht nur Diskussionen, sondern das gesamte menschliche MIteinander) besser funktionieren kann, wenn beide Parteien frei sind von Ängsten, von Wut, Eifersucht, Rachegedanken, Aggressionen und sich eben auf den Inhalt ihrer Debatte, statt das Drumherum oder die Rolle ihrer eigenen Person (und somit etwaige Statusangelegenheiten) zu konzentrieren.


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Warum unterdrückt man Emotionen?

11.10.2017 um 15:50
Emotionen Unterdrücken ist nicht gut.
Emotionen kontrollieren ja. Und Hinterfragen. Handeln.


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Warum unterdrückt man Emotionen?

11.10.2017 um 16:45
Zitat von HyphaemaHyphaema schrieb:Ich denke man sollte das differenzieren - und bereits das Nachdenken über die Sinnhaftigkeit von Emotionen ist in gewisser Weise Rationalität. Man kann eben nicht alles nur emotional entscheiden, genauso wie man nicht alles nur rational entscheiden kann. Die goldene Mitte ist in ihrer Theorie gut und wichtig, nur in der Praxis, zumindest aus meiner Erfahrung, rar gesät.
Absolut. 
Zitat von HyphaemaHyphaema schrieb:Und in einer meiner ersten Antworten zu dem Thema sagte ich ja, dass ich es für ein sinnvolles Ziel der Menschheit halte, sowohl das Leben aller Menschen als auch die Gesundheit unseres Ökosystems zu schützen und so angenehm wie möglich zu gestalten - dazu gehört dann auch, mal seine eigenen Bedürfnisse und Emotionen zurück zu stecken und sich daran zu halten, was Analysen und Forschungen vorgeben.
Ja, ist immer so ein Ding mit solchen, äh, Dingen.
Da müsste ihnen ja was daran liegen. 
Zitat von HyphaemaHyphaema schrieb:Gegenfrage: Wieso sollte ich zornig sein, wenn mich jemand betrügen will? Was bringt es mir, zornig zu sein? Was bringt es dem, der mich betrügen möchte? Könnte ich diesen Menschen nicht stattdessen fragen, was ihm an unserer Beziehung fehlt, dass er dazu kommt, mich zu hintergehen? Könnte ich ihn nicht nach seinen Beweggründen fragen?
Das kann ich auch, wenn ich zornig bin. :D
Und zeige direkt mit dem Zorn, dass hier wirklich Endstation ist und dass es mit mir nicht geht.
Anders könnte er auf die Idee kommen, es nochmal zu probieren.
Zitat von HyphaemaHyphaema schrieb:Im Endeffekt kann ich sogar zu dem Schluss kommen, dass die Beziehung so keine weitere Zukunft hat - aber hilft es mir nicht theoretisch mehr, mich mit dieser Situation eingehend zu beschäftigen, die Gründe zu evaluieren und daraus konstruktive Schlüsse zu ziehen, statt einfach nur "zornig" zu sein und mir dadurch den Zugang zu einem klärenden Gespräch möglicherweise zu verbauen?
Das kann auch im Zorn passieren, dass man zu diesem Schluss kommt.
Und man verspürt keinen Ärger mehr.
Der ist dann draußen. :D
Zitat von HyphaemaHyphaema schrieb:Natürlich ist Zorn ein menschliches Gefühl, das nicht immer kontrollierbar ist. Zorn erfüllt gewiss auch irgendwo seinen Zweck. Ich halte ihn nur, wenn ich die Wahl habe, für die schlechtere Entscheidung, weil sie impulsiv ist und kurzfristig, während ich mit einer rationalen Betrachtungsweise langfristig für mich und andere konstruktivere Lösungen finden kann.
Die Lösung bleibt die gleiche, es sei denn, du willst Rache. Aber ja, kann beides sein. Gut und schlecht.
Zitat von HyphaemaHyphaema schrieb:Es geht mir darum, dass ein Austausch (und damit meine ich nicht nur Diskussionen, sondern das gesamte menschliche MIteinander) besser funktionieren kann,
Ich muss dich da mal zitieren:
Zitat von HyphaemaHyphaema schrieb:Es gibt ebenso Momente, in denen ich bedauere, so wenig davon zu haben, nämlich dann, wenn es dazu kommt, auch mal intimere Sozialkontakte zu pflegen, was nicht so leicht ist, wenn man keine oder kaum Liebe empfindet.
Ohne Gefühle kommt der Mensch nicht miteinander klar.
Interesse und Bedeutung sind wichtig.
Es hat ein paar Nebeneffekte, aber das macht es auch weniger langweilig.


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