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Warum unterdrückt man Emotionen?

58 Beiträge, Schlüsselwörter: Menschen, Liebe, System

Warum unterdrückt man Emotionen?

11.10.2017 um 16:49
Archibald schrieb:Liebe ist für mich etwas allumfassendes. Liebe ist für mich ein seelischer Zustand, geistiger Natur. Liebe ist eine Bündelung positiver Energieressourcen, oder Kräfte, die das Leben lebenswert machen. Liebe ist für mich das Erfolgreiche Zusammenspiel zwischenmenschlicher Erfahrungswerte, die darauf abzielen, eine Harmonische Stimmung in den Beteiligten zu erzeugen. So betrachte ich das Wort.
Du kannst schon mit Liebe handeln. Diese negativen Menschen, sind meistens  enttäuscht vom Leben und nehmen das einfach so hin. Sie sind voller negativer Emotionen. Weil Sie sich selbst nichts zutrauen. Und sich auch nicht verändern wollen. Verändern bedeutet immer aus seiner Kompfortzone auszubrechen. Das trauen sich die meisten gar nicht zu. Und Leben dann lieber Ihr unzufriedenes Leben, in Selbstmitleid und "machen das eben so, wie immer"

Du kannst aber das Gegenstück sein. Vielleicht Leute durch deine Art begeistern und so mitnehmen. Du musst dich nicht verändern. Das ist genau das Denken, was dich erfolgreich und erfüllt macht. Und das was die Menschheit braucht.

Diese unzufriedenen Menschen, die die meiste Zeit negativ Denken, sind meistens auch nicht erfolgreich.

Ich würde das Wort "Liebe" vielleicht durch Respekt und Anstand gegenüber anderen Menschen ersetzten. Aber vergiss nicht, das auch in der zu tragen. Und dich selbst so zu behandeln.

Denn was man im Innern hat, das trägt man nach Außen. Immer. Anderes ist das nicht möglich. Dazu gehört auch, dass du nicht zulässt, dass jemand deinen Respekt und Anstand angreift. Und das du dich nicht anlügst, wenn du DICH oder Andere respektlos behandelt hast, oder durch irgendetwas respektlos behandeln wirst.

Reflektieren, Kontrollieren, Positive Gefühle ausleben. Negative Gefühle hinterfragen und gerade biegen. So was wie Neid.

Neid ist immer eine Projektion, dass du das willst was der andere hat.

Angst ist entweder ein Schutzmechanismus ein Refelx. Das du, etwas dass nicht packst.
Das Gegenteil könnte Mut sein. Die Bereitschaft etwas zu tun, und diese Angst vor etwas neuem zu überwinden.


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Warum unterdrückt man Emotionen?

11.10.2017 um 20:43
sunshinelight schrieb:Nein, du solltest lesen, was ich schreibe. Sie trauern nicht so wie wir. 
Ich habe nicht geschrieben, dass sie gar nicht trauern.
Denn Hunde trauern auch um Menschen.
Aber sie tun es halt anders. Und nicht so lange.
Der Mensch erlebt die Gefühle halt anders, weil er auch bewusst darüber nachdenken kann.
Bitte das auch lesen, was ich schreibe, bevor du mir mangelndes Wissen unterstellst.
sunshinelight schrieb:Du möchtest also sagen, dass Tiere über ihre Emotionen nachdenken können? Aha, dann bitte zeig mir mal diese Literatur. 
Nur ein paar Links:

https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/15766890

https://www.psychologytoday.com/blog/animal-emotions/201208/scientists-conclude-nonhuman-animals-are-conscious-beings

https://www.researchgate.net/publication/236054883_Observations_of_a_free-ranging_adult_female_dingo_Canis_dingo_and_lit...

Bewusstsein schließt die Fähigkeit, über sein Handeln und seine Emotionen nachzudenken, ein.
sunshinelight schrieb:Du würdest also sachlich aua sagen, würdest du an eine heiße Herdplatte greifen?
Aber schön, dass du mir meine schöne Metapher zerlegst. Mit einem Arztbesuchbeispiel mit scheinbar kleinen Wehwehchen, für die ein Arzt wahrscheinlich gar nicht nötig wäre.^^
Ich würde vermutlich sachlich meinen Schmerz schildern, wenn ich beim Arzt bin, ja. Darüber hinaus weiß ich nicht, wie du von meiner Aussage bezüglich des individuellen Schmerzempfindens auf kleine Wehwehchen kommst. Nur, weil jemand nicht vor Schmerzen weint oder heult, muss er kein kleines Wehwehchen haben, das schaffen Menschen auch bei massiven Verletzungen.


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Warum unterdrückt man Emotionen?

11.10.2017 um 20:52
sunshinelight schrieb:Das kann ich auch, wenn ich zornig bin. :D
Und zeige direkt mit dem Zorn, dass hier wirklich Endstation ist und dass es mit mir nicht geht.
Anders könnte er auf die Idee kommen, es nochmal zu probieren.
Nein, nicht in der Form, um die es mir geht.
Wenn du zornig bist, hast du dich nicht unter Kontrolle, das liegt in der Natur des Zorns. Ergo, bist du in der Situation auch nicht Herr deiner Sinne, kannst nicht vernünftig und rational entscheiden, die späteren Konsequenzen überblicken und schon gar nicht, in fairer und konstruktiver Art und Weise auf dein Gegenüber eingehen. Aber genau darum geht mir, weil ich es für zielführender halte, einen Konflikt gemeinsam so zu lösen, dass beide mit dem Kompromiss leben können.
Ich kann meinem Partner auch sagen, dass mich sein Verhalten stört, ohne zornig zu reagieren und ihn über die Konsequenzen aufklären, die ich aus einem erneuten Grenzübertritt ziehen werde.
In einer Partnerschaft (oder Freundschaft) finde ich es aber auch wichtig, auch dem Partner Rechte und Bedürfnisse zuzugestehen und mich zu fragen, weshalb er mir fremd gegangen ist. Vielleicht war es tatsächlich nur ein Ausrutscher, vielleicht tut es ihm leid, oder möglicherweise hat er tatsächlich keine Gefühle mehr für mich. All das sind dann Faktoren, die darüber entscheiden, wie es weitergehen kann/soll, oder eben nicht.
sunshinelight schrieb:Das kann auch im Zorn passieren, dass man zu diesem Schluss kommt.
Und man verspürt keinen Ärger mehr.
Der ist dann draußen. :D
Ja, das passiert sogar sehr sicher auch im Zorn, aber eben, so behaupte ich, weitaus häufiger, als das vielleicht nötig gewesen wäre. Hinterher macht man sich dann vielleicht Vorwürfe oder bereut seine übereilte Entscheidung. Weil man zum Zeitpunkt der Entscheidungsfindung eben nicht überlegt und rational war, sondern seinen Gefühlen freien Lauf ließ.
Klar .. man kann die Gefühle auch einfach zu jeder Zeit rauslassen, aber dann muss man mit den Konsequenzen leben und ich halte das, wie bereits gesagt, nicht immer für die beste Variante.
sunshinelight schrieb:Die Lösung bleibt die gleiche, es sei denn, du willst Rache. Aber ja, kann beides sein. Gut und schlecht.
Nein, die Lösung bleibt ganz sicher nicht die gleiche, denn es gibt nicht nur eine Lösung. So unterschiedlich die Menschen, so unterschiedlich auch die Partnerkonstellation, so unterschiedlich können auch die Lösungen sein. Für das eine Paar ist es tatsächlich aus zuvor ermittelten Gründen, der richtige Weg, getrennte Wege zu gehen, für ein anderes bietet sich ein Neustart an, ein wieder anderes führt das Konzept der offenen Beziehung bzw. der Polyamorie ein, oder, oder, oder. Wenn ich mich jedoch völlig unflektiert an meinem Partner ausagiere, DANN ist die Wahrheitlichkeit, dass es zu DIESER einen Lösung (der Trennung) kommt, um ein vielfaches höher.
sunshinelight schrieb:Ohne Gefühle kommt der Mensch nicht miteinander klar.
Interesse und Bedeutung sind wichtig.
Es hat ein paar Nebeneffekte, aber das macht es auch weniger langweilig.
Ich habe es dir von anfang an versucht klarzumachen, dass ich nicht davon rede, "keine" Gefühle zu haben, sondern angemessen damit umzugehen und sie zugunsten eines fairen Umgangs zu kontrollieren, ja, meinetwegen auch mal zu unterdrücken. Das bedeutet doch mitnichten, dass wir nun alle emotionslose Roboter werden sollen.
Interessen kann man übrigen auch rational nachgehen und sich ebenso rational darüber austauschen - rational bedeutet ja nicht, gänzlich emotionslos zu sein, sondern seinen Fokus auf die Kognition und die Sachebene zu legen. Die Gefühlsebene steht dann eben nicht im Fokus, aber das heißt ja nicht, dass sie gänzlich verloren geht. Letzteres halte ich ohnehin für unmöglich, denn so gut wie jeder Mensch ist nun mal auch emotional, das lässt sich nicht abstellen.


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Junimädchen
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11.10.2017 um 21:04
Weil sie schwer auszuhalten sind.
Weil sie schwer vor anderen zu zeigen sind. Man kommt sich komisch vor, vor anderen zu weinen, obwohl es eher komisch ist, steif wie ein Brett zu sein, also ist eigentlich umgekehrt der Fall :)
Und Erziehung... bei Männern zumindest.


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11.10.2017 um 21:38
Agrypnie schrieb:Nur ein paar Links:
Vielen Dank. Kann ich nichts mit anfangen.
hyphaema schrieb:Nein, nicht in der Form, um die es mir geht.
Wenn du zornig bist, hast du dich nicht unter Kontrolle, das liegt in der Natur des Zorns. Ergo, bist du in der Situation auch nicht Herr deiner Sinne, kannst nicht vernünftig und rational entscheiden, die späteren Konsequenzen überblicken und schon gar nicht, in fairer und konstruktiver Art und Weise auf dein Gegenüber eingehen.
Na, wenn mein Gegenüber mich zornig macht, dann war auch nicht sonderlich fair zu mir. Davon geh ich aus, wenn man mich betrügen will.
Er hat sich nicht korrekt verhalten und ja, ich hab mich dann nicht unter Kontrolle, aber so wichtig ist da eine sachliche Diskussion nicht mehr.
Er hat es ja mit Absicht gemacht und war sich dessen bewusst, ein “auf ihn einreden“ wird also nicht sonderlich viel bringen. Vermutlich mehr und mehr Lügen, also ist die Konstruktivität ja eh völlig dahin.
hyphaema schrieb:Aber genau darum geht mir, weil ich es für zielführender halte, einen Konflikt gemeinsam so zu lösen, dass beide mit dem Kompromiss leben können.
Das geht bei Meinungsverschiedenheiten bzgl. einer Freizeitgestaltung und ähnliches, ja.
Aber meistens ist es so, dass emotionale Ausbrüche erst folgen, wenn nur einer keine Kompromissbereitschaft besitzt und dem die Bedürfnisse der anderen Personen egal sind.
Da sind die Emotionen also nicht das Problem, sondern der Dickkopf des einen. Die Emotionen sind da nur eine Wirkung.
hyphaema schrieb:Ja, das passiert sogar sehr sicher auch im Zorn, aber eben, so behaupte ich, weitaus häufiger, als das vielleicht nötig gewesen wäre. Hinterher macht man sich dann vielleicht Vorwürfe oder bereut seine übereilte Entscheidung.
Das ist ja nichts, was man nicht korrigieren könnte.
Man kann auch ein zweites Mal reden.
Und seine Entscheidung überdenken.
hyphaema schrieb:Nein, die Lösung bleibt ganz sicher nicht die gleiche, denn es gibt nicht nur eine Lösung. So unterschiedlich die Menschen, so unterschiedlich auch die Partnerkonstellation, so unterschiedlich können auch die Lösungen sein.
Du hast da vom Wege trennen gesprochen.
Daher die gleichbleibende Lösung, auch bei anderen Reaktionen.
hyphaema schrieb:Ich habe es dir von anfang an versucht klarzumachen, dass ich nicht davon rede, "keine" Gefühle zu haben, sondern angemessen damit umzugehen und sie zugunsten eines fairen Umgangs zu kontrollieren, ja, meinetwegen auch mal zu unterdrücken. Das bedeutet doch mitnichten, dass wir nun alle emotionslose Roboter werden sollen.
Wie stellst du dir eine Unterdrückung vor?
Man kann sich durchaus abreagieren, ja.
Aber ständig seine Gefühle beiseite schieben ist unmöglich.
Denn irgendwann platzen sie größer wieder raus.
hyphaema schrieb:Interessen kann man übrigen auch rational nachgehen und sich ebenso rational darüber austauschen - rational bedeutet ja nicht, gänzlich emotionslos zu sein, sondern seinen Fokus auf die Kognition und die Sachebene zu legen.
Etwa wie Achterbahn fahren ohne jubelnde Schreie?
Oder wie meinst du das?


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Warum unterdrückt man Emotionen?

11.10.2017 um 22:05
sunshinelight schrieb:Er hat sich nicht korrekt verhalten und ja, ich hab mich dann nicht unter Kontrolle, aber so wichtig ist da eine sachliche Diskussion nicht mehr.
Er hat es ja mit Absicht gemacht und war sich dessen bewusst, ein “auf ihn einreden“ wird also nicht sonderlich viel bringen. Vermutlich mehr und mehr Lügen, also ist die Konstruktivität ja eh völlig dahin.
Halten wir ganz einfach fest: Wir sind in diesem Punkt gänzlich anderer Meinung.
sunshinelight schrieb:Das geht bei Meinungsverschiedenheiten bzgl. einer Freizeitgestaltung und ähnliches, ja.
Aber meistens ist es so, dass emotionale Ausbrüche erst folgen, wenn nur einer keine Kompromissbereitschaft besitzt und dem die Bedürfnisse der anderen Personen egal sind.
Da sind die Emotionen also nicht das Problem, sondern der Dickkopf des einen. Die Emotionen sind da nur eine Wirkung.
Irgendwo weiter oben hatte ich das schon einmal angesprochen, ja. Kommunikation ist keine Einbahnstraße, natürlich sollte auch mein Partner in der Lage sein zu reflektieren, vor allem sich selbst und sein Verhalten. Anderenfalls macht es wenig Sinn, wenn ein Part besonders sachlich und fair auftritt und der andere nur auf seinen eigenen Vorteil bedacht ist.
Nichtsdestotrotz ist es doch wünschenswert, wenn beide Parteien in der Lage sind, ihre Konflikte auf vernünftigem Wege anzusprechen und zu lösen, oder nicht? Das geht selbstverständlich auch mit Emotionen, aber, und das ist ja von Anfang an meine Kernaussage, diese können solch ein Ziel auch schnell torpedieren, nämlich dann, wenn sich mindestens einer der zwei Akteure nicht im Griff hat.
sunshinelight schrieb:Das ist ja nichts, was man nicht korrigieren könnte.
Man kann auch ein zweites Mal reden.
Und seine Entscheidung überdenken.
Natürlich kann man das korrigieren, aber darum geht es ja gar nicht mal. Fakt ist doch, dass es dazu nicht gekommen wäre, wenn ich meinen Gefühle von Anfang an im Griff gehabt hätte.
Und ob nach einem derartigen Ausbruch, ich denke das kommt dann auch immer auf die Intensität an, noch eine zweite Chance folgen kann, ist ja nicht immer gegeben. Manchmal sitzen die Verletzungen auch so tief, dass es dann kein Zurück mehr gibt.
Ich persönlich könnte z.B. mit niemandem eine Freundschaft oder Beziehung führen, der seinen Gefühlen immer freien Lauf lässt und mir gegenüber wiederholt unfair auftritt. Ich bevorzuge da Menschen, bei denen ich weiß, dass man alles sachlich ansprechen kann, auch schwierige Themen und Probleme und die gewillt sind, einen Kompromiss bzw. eine Lösung zu finden. Ohne sich erst großartig vorher anzuschreien oder zu beschimpfen. Ich finde das einfach unnötig und eben unnötig verkomplizierend. Ich sage nicht, dass es grundsätzlich so nicht geht, ich sage nur, dass es das Ganze eben erschweren kann.
sunshinelight schrieb:Du hast da vom Wege trennen gesprochen.
Daher die gleichbleibende Lösung, auch bei anderen Reaktionen.
Ja, habe ich und das war als ein möglicher Weg gemeint, der ja nicht zwingend der einzige sein muss. Kann sein, dass ich das nicht deutlich genug herausgestellt habe.
sunshinelight schrieb:Aber ständig seine Gefühle beiseite schieben ist unmöglich.
Denn irgendwann platzen sie größer wieder raus.
Hm, ich weiß nicht. Ich werde eigentlich nie zornig, bin selten traurig, selten glücklich, hin und wieder mal genervt oder gestresst, ja. Ich merke nicht, dass die Gefühle irgendwo rausplatzen.
Aber jetzt mal auf jemanden bezogen, der in dieser Hinsicht anders ist: Es geht ja nicht darum, seine Gefühle permanent zu unterdrücken, sondern sie sinnvoll abzubauen und zu erkennen, was es in Ordnung ist, sie rauszulassen und wann eher hinderlich. Wenn ich mit Freunden Spaß haben will, habe ich nichts davon, sie zu unterdrücken. Wenn ich still und heimlich weine, weil mein Freund mich verlassen hat, ist das doch auch legitim. Wenn ich aber in einen Kontakt trete, muss ich schauen, inwieweit meine Emotionen den Verlauf dieses Kontaktes positiv oder negativ beeinflussen können und daran würde ich z.B. festmachen, wann sie angemessen sind oder eher destruktiv. In letzterem Fall ist es dann eben sinnvoll, meinen Gefühlsausbruch, so ich denn einen habe, auf einen späteren Zeitpunkt zu verlegen.
sunshinelight schrieb:Etwa wie Achterbahn fahren ohne jubelnde Schreie?
Oder wie meinst du das?
Na ja, wenn dein Hobby Achterbahnfahren ist, wäre komisch, wenn du deinen Gefühlen nicht freien Lauf lassen würdest.
Vielleicht haben wir in puncto "Interessen" einfach unterschiedliche Vorstellungen. Du hast ja mal erwähnt, dass du viel Musik machst - das wäre zum Beispiel etwas, das man in der Regel nicht auf sachlicher Ebene ausübt, wobei man das sicherlich auch könnte (Musik analysieren und so weiter).
Meine Interessen liegen da eher im theoretischen Bereich, deswegen bezog ich mich da auch eher auf Themen wie Philosophie, Gesellschaftswissenschaften, Medizin, Psychologie, Biologie, Kosmologie, etc. Für diese Interessen brauche ich keine Emotionen, obgleich sicherlich eine gewisse Obsession und Begeisterung vorliegen sollte, wenn ich mich ihnen widme. Ich kann diese Interessen aber z.B. sehr gut mit anderen teilen und mich darüber austauschen, ohne eine rationale Ebene zu verlassen, weil ich mich anhand von Fakten und Theorien orientieren oder eben meine nicht belegbaren Hypothesen zumindest sachlich formulieren kann.
Dementsprechen kommt es wohl immer darauf an, womit ich mich beschäftige und was das ZIEL dieser Beschäftigung ist. Habe ich das Ziel des Wissenserwerbs oder des konstruktiven Austausches, dann stehen mir Emotionen im Weg. Habe ich hingegen das Ziel, mich wohl zu fühlen und mal so richtig die Sau rauszulassen, steht mir eher meine Kognition im Weg. Insofern muss man das immer für die jeweilige Aktion neu definieren.


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Warum unterdrückt man Emotionen?

11.10.2017 um 22:26
hyphaema schrieb:Natürlich kann man das korrigieren, aber darum geht es ja gar nicht mal. Fakt ist doch, dass es dazu nicht gekommen wäre, wenn ich meinen Gefühle von Anfang an im Griff gehabt hätte.
Hm, das ist richtig, aber welcher Mensch kann so sehr seine Gefühle unterdrücken, dass das ständig so ablaufen könnte?
Jemand ist gekränkt und sitzt seelenruhig vor dem Verursacher und plaudert ohne Mimik aus dem Nähkästchen. Das stell ich mir ein bisschen grotesk vor.
Muss grad lachen. :D
hyphaema schrieb:Hm, ich weiß nicht. Ich werde eigentlich nie zornig, bin selten traurig, selten glücklich, hin und wieder mal genervt oder gestresst, ja. Ich merke nicht, dass die Gefühle irgendwo rausplatzen.
Das ist ja auch unfair mit deiner (Alexythemie?)... :D
Ich glaube, ich mit gesteigerten Gefühlen kann da wenig vorteilhaft mich einbeziehen und du mit deinen verminderten genauso wenig... :|
hyphaema schrieb:Es geht ja nicht darum, seine Gefühle permanent zu unterdrücken, sondern sie sinnvoll abzubauen und zu erkennen, was es in Ordnung ist, sie rauszulassen und wann eher hinderlich.
Dass du das kannst, ist mir klar...
Aber vielleicht sind unser beider Sichten auch nicht wirklich treffend, da du es nicht anders kennst aus deinem Leben und ich genauso wenig...
Wobei ich aus meiner Position für eine bessere Kontrolle wäre. :D


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Warum unterdrückt man Emotionen?

11.10.2017 um 23:03
sunshinelight schrieb:Hm, das ist richtig, aber welcher Mensch kann so sehr seine Gefühle unterdrücken, dass das ständig so ablaufen könnte?
Jemand ist gekränkt und sitzt seelenruhig vor dem Verursacher und plaudert ohne Mimik aus dem Nähkästchen. Das stell ich mir ein bisschen grotesk vor.
Muss grad lachen. :D
Das wäre in der Tat merkwürdig, ganz so habe ich das auch gar nicht gemeint. Schön ist es natürlich, wenn ich mich gar nicht erst so kränken lasse, dass meine Fähigkeit zur rationalen Aussprache behindert wird. In der Praxis klappt das natürlich nicht immer und ich würde dann z.B. meinem Gegenüber einfach sagen, dass ich mich gerade verletzt fühle und das Gespräch zu einem späteren Zeitpunkt fortführen möchte, wenn sich das Gemüt ein wenig abgekühlt hat.
In dieser Zwischenzeit fallen einem dann sicher auch noch mal bessere Argumente und Punkte ein, die man später besprechen möchte.
sunshinelight schrieb:Ich glaube, ich mit gesteigerten Gefühlen kann da wenig vorteilhaft mich einbeziehen und du mit deinen verminderten genauso wenig... :|
Klar, dass du es noch einmal deutlich schwerer hast, weiß ich. Wir beide sind halt Extreme und somit ist die Übertragung auf die breite Masse in dieser Hinsicht ohnehin schwierig. Vielleicht beschäftigt mich das Thema deshalb so sehr, weil ich als sehr rationaler bzw. vermindert emotionaler Mensch ständig sehe, an welchen Stellen es normalen Menschen an Rationalität und Objektivität fehlt und weil ich oft Schwierigkeiten im Umgang mit solchen Menschen habe, weil sie in meine Äußerungen Dinge und Absichten hinein interpretieren, die nie gesagt oder intendiert wurden. Es wird sozusagen erwartet, Dinge "so" und "so" zu fühlen und dann intuitiv richtig zu reagieren - das ist etwas, was mir fehlt. Ich kann dagegen hervorragend introspektivisch berichten, also meine Gedanken, Gefühle und Einstellungen relativ sachlich verbalisieren. Das ist oft ein großer Vorteil, manchmal aber auch nicht, eben immer dann, wenn mein Gegenüber nicht versteht, dass mein Gesagtes 1 zu 1 so zu verstehen ist, wie es gesagt wird und nicht in einem sozialen oder emotionalen Kontext steht. So kommt es dann eben schnell zu Missverständnissen und irgendwann kommt bei solchen Menschen dann der Punkt, an dem jegliche Versuche einer vernünftigen Aussprache abgeblockt werden. Daher auch meine latente Abneigung gegenüber Emotionen.
Ich kenne nämlich auch das krasse Gegenteil bzw. einen Menschen, der mir in seiner Rationalität sehr ähnlich ist. Ich würde sogar sagen, dass er in einigen Punkten noch ein wenig kontrollierter ist als ich (denn ich kann durchaus auch mal unwirsch werden, wenn mir etwas zu viel wird). Ich habe selten einen so unkomplizierten und differenzierten Austausch erlebt und vertraue dieser Person in einer zuvor noch nie erlebten Art und Weise, da ich darauf bauen kann, dass es in unserem Kontakt keine Unberechenbarkeit oder Impulsivität gibt. Konflikte werden ausdiskutiert, eine Lösung gefunden und damit hat sich dann die Sache. Das ist für mich ein unglaublicher Luxus, denn solche Menschen sind leider selten und ich stelle mir immer wieder die Frage, ob "der Mensch" nicht einfach "besser" wäre, wäre er weniger emotional. Es gäbe zumindest deutlich weniger Konfliktpotenzial und mehr Verständnis für die Beweggründe des anderen - dafür im Gegenzug auch positive Gefühle abzuschwächen, finde ich eigentlich lohnenswert. Wozu muss ich denn überschwängliche Freude empfinden, wenn ich auch einfach nur "zufrieden" sein kann?
sunshinelight schrieb:Aber vielleicht sind unser beider Sichten auch nicht wirklich treffend, da du es nicht anders kennst aus deinem Leben und ich genauso wenig...
Wobei ich aus meiner Position für eine bessere Kontrolle wäre. :D
Sicher, objektive Richtigkeit gibt es ja ohnehin selten und allein die Tatsache, dass wir zwei so unterschiedliche Sichtweisen haben, verdeutlicht ja ganz gut, dass niemand von uns letztlich recht haben muss. Ich denke, das ist sowieso immer vom eigenen, subjektiven Empfinden abhängig.
Ich persönlich würde mir weniger Emotionen für die Menschheit wünschen. Aber ich glaube nicht, dass das allgemeingültig wäre.

Kontrolle, die du hoffentlich noch erlernen kannst. Ich habe mal gelesen, dass sich die Symptome von Borderline mit dem Alter auch abschwächen (können).


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Warum unterdrückt man Emotionen?

11.10.2017 um 23:17
hyphaema schrieb:Wozu muss ich denn überschwängliche Freude empfinden, wenn ich auch einfach nur "zufrieden" sein kann?
Tja, so Freude hatte ich oft. Ich antworte mal sehr knapp darauf: weil es fantastisch ist.
hyphaema schrieb:Kontrolle, die du hoffentlich noch erlernen kannst. Ich habe mal gelesen, dass sich die Symptome von Borderline mit dem Alter auch abschwächen (können).
Ja, dann, wenn es zu spät ist... :|


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11.10.2017 um 23:33
sunshinelight schrieb:Ich antworte mal sehr knapp darauf: weil es fantastisch ist.
Ja, glaube ich. Aber mal angenommen, du würdest für etwas weniger Freude deutlich weniger negative Emotionen verspüren und Konflikte nachhaltig konstruktiver lösen können, würdest du diesen Deal eingehen? Wenn nein, wieso nicht?
sunshinelight schrieb:Ja, dann, wenn es zu spät ist... :|
Ich las da etwas mit 30. Kann mich aber auch irren. Ich habe sogar ein Buch über die BPS hier rumstehen, auch irgendwann mal gelesen, leider ist das schon Ewigkeiten her.
Ist ja eh immer sehr individuell, aber ich denke, dass in deinem Fall durchaus Hoffnung besteht. So alt bist du ja noch nicht.


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11.10.2017 um 23:39
Wozu wäre Liebe gut? Kann ich die essen oder gar fahren?


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11.10.2017 um 23:44
fark schrieb:Wozu wäre Liebe gut? Kann ich die essen oder gar fahren?
Liebe, oder etwas weniger überspitzt, Spaß und Freude sorgen dafür, dass du, abgesehen von der Notwendigkeit der Nahrungsaufnahme, dazu motiviert bist, Dinge zu tun. Ohne Freude daran hättest du wahrscheinlich keinerlei Interesse am Autofahren und würdest lediglich die nötige Nahrung aufnehmen, um nicht zu verhungern.
Ich nicht der Ansicht, dass Liebe für unsere Gesellschaft und das Individuum zwingend notwendig ist, aber ein Mindestmaß an Emotionen, die Fähigkeit, Wut, Trauer und Freude zumindest ansatzweise empfinden zu können, ist m.E unerlässlich für ein erfülltes Leben.


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12.10.2017 um 03:29
@Agrypnie
Aslo aus Spaß habe ich bisher noch nie gegessen. :D


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Warum unterdrückt man Emotionen?

12.10.2017 um 09:41
hyphaema schrieb:Ja, glaube ich. Aber mal angenommen, du würdest für etwas weniger Freude deutlich weniger negative Emotionen verspüren und Konflikte nachhaltig konstruktiver lösen können, würdest du diesen Deal eingehen? Wenn nein, wieso nicht?
Naja, wenn die zwingend einhergehen, ja, klar.
Oder wenn die negativen Gefühle überwiegen.
Wenn die positiven Emotionen die schlechten also nicht wett machen können. Also wie bei mir halt.
Aber ich bin ja auch nicht normal. :D
hyphaema schrieb:Ich las da etwas mit 30. Kann mich aber auch irren. Ich habe sogar ein Buch über die BPS hier rumstehen, auch irgendwann mal gelesen, leider ist das schon Ewigkeiten her.
Ich hatte in der Klinik auch permanent Mitpatienten an die 40, ich denke, dass das Alter keine Rolle spielt, sondern das Alter in Kombination mit den Lebensumständen.
Es kann passieren, dass deine Familie (also Frau und Kinder) dir derart starken Rückhalt und Sicherheit geben, dass es mit der Zeit verschwindet. Also dass die Krankheit nur noch sehr minimal besetzt ist.
hyphaema schrieb:Ist ja eh immer sehr individuell, aber ich denke, dass in deinem Fall durchaus Hoffnung besteht. So alt bist du ja noch nicht.
Momentan ist meine Lebenssituation sehr schwierig, da ich beruflich als auch im zwischenmenschlichen sehr eingeschränkt bin.
Ich funktioniere nicht richtig und meine Ausgangssituation ist auch nicht ideal, da ich immer noch da stehe, wo ich vor 15 Jahren stand. Nämlich bei 0.
Aber wir werden Off-Topic.^^


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Warum unterdrückt man Emotionen?

12.10.2017 um 16:43
Wer möchte denn schon in einer Gesellschaft leben, in der jeder seine Emotionen hemmungslos auslebt? Ich nicht!


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Warum unterdrückt man Emotionen?

12.10.2017 um 23:40
sunshinelight schrieb:Naja, wenn die zwingend einhergehen, ja, klar.
Oder wenn die negativen Gefühle überwiegen.
Wenn die positiven Emotionen die schlechten also nicht wett machen können. Also wie bei mir halt.
Aber ich bin ja auch nicht normal. :D
Ich würde schon sagen, dass die Intensität der Gefühle sich sowohl auf die positiven als auch die negativen gleichmäßig auswirkt. Allerdings hängt es dann mitunter wieder davon ab, wie meine Einstellung zu mir selbst und meiner Umwelt ist, also wie positiv oder negativ ich selbst eingestellt bin. Je nachdem fokussiere icg natürlich auch eher auf das eine oder andere. Wobei man den Fokus auf positive Emotionen auch lernen kann. Aber das ist wieder noch ein anderes Thema. :)
sunshinelight schrieb:Es kann passieren, dass deine Familie (also Frau und Kinder) dir derart starken Rückhalt und Sicherheit geben, dass es mit der Zeit verschwindet. Also dass die Krankheit nur noch sehr minimal besetzt ist.
Ja, die Lebensumstände sind in der Tat stets ein sehr wichtiger Faktor, egal worum es geht.
Von daher wünsche ich dir natürlich in Bezug auf deinen letzten Absatz, dass du in ein paar Jahren irgendwo stehst und auf deine aktuelle Zeit zurückblicken und deine Fortschritte erkennen kannst. :)
Ja, das ist Off-Topic, aber wir müssen das an dieser Stelle ja auch nicht weiter ausführen.


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Warum unterdrückt man Emotionen?

13.10.2017 um 09:18
hyphaema schrieb:Ich würde schon sagen, dass die Intensität der Gefühle sich sowohl auf die positiven als auch die negativen gleichmäßig auswirkt.
Das ist richtig.
Das meinte ich auch nicht. Es geht darum, welche Gefühle überwiegen.
Ist man zwei Stunden glücklich, dafür aber 10 unglücklich, dann wäre das nicht schön.
Würden aber die guten überwiegen, dann wäre das andere kein hoher Preis, sondern ein normaler, den man dann gerne bezahlt.


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Warum unterdrückt man Emotionen?

15.10.2017 um 02:13
sunshinelight schrieb:Ist man zwei Stunden glücklich, dafür aber 10 unglücklich, dann wäre das nicht schön.
Würden aber die guten überwiegen, dann wäre das andere kein hoher Preis, sondern ein normaler, den man dann gerne bezahlt.
Ja, das stimmt natürlich und diese Entscheidung wäre dann auch durchaus nachvollziehbar.


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