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Test auf Down Syndrom (Trisomie 21) als Kassenleistung

230 Beiträge, Schlüsselwörter: Trisomie Down Syndrom Abtreibung Gentest

Test auf Down Syndrom (Trisomie 21) als Kassenleistung

31.03.2019 um 22:25
Ilvareth schrieb:Hartz-4-Dynastien
Muss ich mir merken, genialer Begriff. Danke.

Ja, gleiche Problematik, vom IQ her sicherlich sogar teilweise gleichzusetzen.

Oder die Mütter, die ein Kind mit FAS in die Welt setzen. Und noch eins. Und noch eins. Und noch eins. Und so weiter... 5, 6, 7 Stück.

Ich weiß auch nicht, wo man die Grenze ziehen muss, wo man einschreiten sollte, wie man das gesetzlich regeln kann, ob man sich die erzwungenen Ultraschallkontrollen in China alle 3 Monate zum Vorbild nehmen soll, körperliche Eingriffe wie Zwangssterilisation und so weiter und so fort.

Dass die Problematik nicht allein bei T21 Kindern liegt ist selbstverständlich.

Aber hier geht es ja um den Pränatest und es soll sich hier hauptsächlich um T21 und auch nicht um Di-George oder T13 drehen.

Ich kenne in meinem Umfeld persönlich zwei Kinder, beides Mädchen mit Down-Syndrom und durch viel Hilfe sind sie halbwegs selbstständig, aber die größte Sorge, die mich umtriebe wäre, was passieren würde, wenn ich eines Tages das Zeitliche segne. So Gott will, sind meine Kinder gesund und selbstständig - aber ein schwerbehindertes Kind wird mich bis zu seinem Tod brauchen. Und das funktioniert so halt nicht.


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Test auf Down Syndrom (Trisomie 21) als Kassenleistung

31.03.2019 um 22:42
@Frühlingshaft
na zum Glück gibt es Menschenrechte, zum Glück das Grundgesetz, zum Glück sind wir in der Lage, empathisch und moralisch zu handeln und zu denken. Auch wenn es wohl nicht jedem gelingt.


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31.03.2019 um 22:48
Tussinelda schrieb:Auch wenn es wohl nicht jedem gelingt.
Denen es nicht gelingt, die denken eben realistisch.


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Test auf Down Syndrom (Trisomie 21) als Kassenleistung

31.03.2019 um 22:49
@Frühlingshaft
Du kannst aber eben nicht vorhersagen, wie selbstständig ein Kind mit Down-Syndrom werden wird. Wie stark die Beeinträchtigungen sind.
Und aus meiner ganz persönlichen Sicht muss ich dazu sagen:
Würde ich ein Kind abtreiben, auf Grund meines psychischen Zustandes danach wäre wohl ich fortan ein Pflegefall. Ich glaube nicht, dass ich damit auch nur im Ansatz umgehen könnte.
Meine Tochter habe ich aus tiefstem Herzen geliebt, seit ich sie das erste Mal als winzigen pulsierenden Punkt im Ultraschall gesehen habe. Und mir war in dem Moment klar, dass mir das scheissegal ist, wie viele Arme, Beine oder Chromosomen dieses Menschlein hat. Das ist mein Kind, so, wie es eben ist.

Wenn man jetzt wie du sagt, wer wissentlich ein krankes Kind in die Welt setzt, soll alleine für die Kosten aufkommen, was ist dann mit den Müttern (und auch Vätern), die dann aus wirtschaftlichen Gründen zu einem Abbruch gezwungen sind?


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31.03.2019 um 22:53
Ilvareth schrieb:was ist dann mit den Müttern (und auch Vätern), die dann aus wirtschaftlichen Gründen zu einem Abbruch gezwungen sind?
Was soll mit denen sein? Du meinst, weil es unfair ist, dass sich Reiche dann ihr Hobby "T21" leisten können und der Mittelstand nicht?


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31.03.2019 um 22:55
@Frühlingshaft
Wer nicht stark genug ist, die Schwachen auszuhalten, ist auch nicht stark.


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31.03.2019 um 22:56
Areela schrieb:@Frühlingshaft
Wer nicht stark genug ist, die Schwachen auszuhalten, ist auch nicht stark.
Man muss nicht stark sein, man muss nur überleben.


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31.03.2019 um 22:59
@Frühlingshaft
Nein, ich meine mit denen, die mit so einem Abbruch nicht zurecht kommen.
Schwer genug, sich dafür zu entscheiden, aber wer dann im Prinzip dazu gezwungen wird aus wirtschaftlichen Gründen, dürfte es mit der Bewältigung noch mal schwerer haben.
Wer trägt die Folgekosten? Therapie, Ausfall der Arbeitskraft, vielleicht zerbricht die Ehe daran.
Da frage ich mich eben, ob man das so aufrechnen kann, dass ein Abbruch für die Gesellschaft wirtschaftlicher ist.


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31.03.2019 um 23:03
Frühlingshaft schrieb:Man muss nicht stark sein, man muss nur überleben
Frühlingshaft schrieb:Denen es nicht gelingt, die denken eben realistisch.
Deine Realität beinhaltet wohl, dass die Menschheit bald aussterben könnte. Muss ziemlich beängstigend sein, wenn man solch unbegründete Existenzängste hat.


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31.03.2019 um 23:08
Ilvareth schrieb:Wer trägt die Folgekosten? Therapie, Ausfall der Arbeitskraft, vielleicht zerbricht die Ehe daran.
Da frage ich mich eben, ob man das so aufrechnen kann, dass ein Abbruch für die Gesellschaft wirtschaftlicher ist.
Wir reden von einer Abtreibung bis zur 14. ssw, oder? keine Spätabtreibung?


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31.03.2019 um 23:09
@Areela
Nicht die Menschheit. Die gesunde Menschheit.


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31.03.2019 um 23:12
@Frühlingshaft
Wäre für mich persönlich völlig egal, ob vor oder nach der 14. SSW.
Ich könnte damit nicht umgehen. Für mich gäbe es keine Konstellation, in der ich mit für mich persönlich eine Abtreibung vorstellen könnte. Wäre ich durch einen solchen Umstand dazu gezwungen, ich würde mein Leben lang damit zu kämpfen haben.


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31.03.2019 um 23:13
Frühlingshaft schrieb:Wir reden von einer Abtreibung bis zur 14. ssw, oder?
Man mag es sich kaum vorstellen, aber auch zeitige Abtreibungen können psychische Folgeschäden hinterlassen.

Keine Ahnung, wie Menschen so sensibel sein können, aber soll's ja tatsächlich geben.


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31.03.2019 um 23:18
@Frühlingshaft
Nein, die denken unmenschlich, haben keine Empathie und wirken auf mich soziopatisch. Dazu passend auch noch das übersteigerte Ego


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31.03.2019 um 23:28
@Frühlingshaft
Also, was ich meine, ist Folgendes:
Die Abtreibung eines behinderten Kindes unter den Umständen, wie du es vorschlägst, ist ja nicht unbedingt eine freie Entscheidung. Nicht, dass es leichter wäre, wenn man es frei entscheidet, aber man wird ja das für und wider abgewägt haben und zu einer Entscheidung gekommen sein, hinter der man mit einer gewissen Überzeugung steht.
In deinem Szenario muss man sich jetzt zusätzlich überlegen, ob man die Kosten, die in keiner Weise abschätzbar sind, tragen kann. Die Entscheidung für einen Abbruch wird unter diesen Umständen mit einer gewissen Wahrscheinlichkeit weniger aus innerer Überzeugung getroffen, sondern auf Grund von Zwängen. Da ist meines Erachtens im Prinzip vorprogrammiert, dass mit dem Schwangerschaftsabbruch die Geschichte nicht zu Ende ist, sondern dass Psychotherapien folgen werden, für Mutter und Vater, vielleicht lebenslang, dass diese Leute ausfallen im Beruf, dass die Beziehung schwer belastet wird, dass derjenige, der vielleicht ausgerechnet mit Kindern arbeitet, noch viel länger im Job ausfällt als der, der anderswo arbeitet etc.

Rechnet sich das dann wirklich, die Gesellschaft nicht mit einem Menschen mit Down-Syndrom zu belasten?


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01.04.2019 um 00:29
Mensch nur noch als Kostenfaktor


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01.04.2019 um 00:36
Ein Schwangerschaftsabbruch ist für die meisten Menschen wahrscheinlich nie eine leichte Entscheidung. Aber je erwünschter das Baby war, umso mehr reißt dir so eine Diagnose den Boden unter den Füßen weg. Und nichts ist mehr so, wie es mal war. Unabhängig davon, lieben viele Mütter ihre Kinder vom ersten Moment an und malen sich bereits die Zukunft aus.
@Ilvareth hat recht, da hängt so viel dran: eventuelles Krankengeld, im Falle einer bald darauf folgenden neuen Schwangerschaft weniger Elterngeld aufgrund des vorangegangenen Krankengeldes, psychotherapeutische Hilfe (Wartezeit in dieser Gegend gut 15 Monate) und letztendlich trennen sich eben auch viele Paare nach dem Tod eines Kindes.

Zum Test :Eine Fruchtwasserentnahme ist auch nicht ganz ohne Risiko und nicht alle Tests sind fehlerfrei.
Wer eine genetische Vorbelastung hat, wird diese Tests wahrscheinlich machen, egal wer die Kosten trägt. Und auch die werdenden Eltern, die wissen möchten, " was" auf sie zukommt.
Unser ältester Sohn hatte eine bedenkliche Nackenfalte, aber keine weiteren Auffälligkeiten. Er ist gesund und ohne Beeinträchtigung auf die Welt gekommen. Im Nachhinein hat sich herausgestellt, daß er ca. 10-14 Tage übertragen war, mein Arzt hatte sich beim errechneten Entbindungstermin vertan.

Bei meinem Jüngsten haben wir alle möglichen Tests machen lassen und auch aus eigener Tasche bezahlt. Dabei ging es uns nicht darum, die Schwangerschaft zu unterbrechen bei einer ungünstigen Prognose, sondern einfach" auf Nummer sicher gehen "und sich womöglich auf etwas vorzubereiten, das man sich für sein Kind nicht wünscht, aber dennoch eintreffen kann. Und sich dann gegebenenfalls Hilfen zu holen.

Ein" gesundes "Kind ist natürlich der Idealfall, aber trotz aller Tests kann auch noch bei der Geburt, im Säuglingsalter oder noch später so viel schief gehen. Und dann? Einfach aussetzen? Neues Baby machen? Jemand schrieb, es ist wie mit der Pralinenschachtel bei Forrest Gump. Stimmt, man weiß nie, was man bekommt.


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01.04.2019 um 01:02
Tussinelda schrieb:Mensch nur noch als Kostenfaktor
Selbst wenn man das so sieht, was ich nicht nachvollziehen kann, halte ich das doch für eine sehr kurz gegriffene Rechnung.
Meinen Eltern hat man gesagt: „Machen Sie sich mit dem Gedanken vertraut, dass Ihr Kind nie laufen lernt“, als meine Hüftdysplasie festgestellt wurde.
Ja, das war mit Sicherheit teuer. Aber ich kann laufen. Ziemlich gut sogar. Und ich arbeite im öffentlichen Dienst, in einem Bereich, in dem eine gewisse körperliche Leistungsfähigkeit zwingende Voraussetzung ist. Mit 19 habe ich in meiner Ausbildung manche männlichen Kollegen auf 5 km abgehängt.
Meine Hüfte hinzubekommen, hat die Krankenkasse einiges gekostet (und meine Mutter, die mich mit der Spreizschiene in keine Kinderkarre bekommen hat und mich überall hingetragen hat). Dafür sitze ich heute aber nicht im Rollstuhl, wie es prognostiziert war. Und weil ich nicht im Rollstuhl sitze, kann ich meinen Beruf ausüben.
Wenn man die Kosten gegen den gesellschaftlichen Nutzen aufrechnet, würde ich schon vermuten, es hat sich gelohnt. Aber dafür gibt es eben keine Garantie, dass sich die Kosten für die Gesellschaft auch rechnen. Wie will man das im Vorfeld aufrechnen können?

Meine Schwägerin sollte, so sie denn lebend zur Welt käme, das Krankenhaus nie verlassen können. Sie hat das Turne-Syndrom, man rechnete mit massiven Fehlbildungen diverser innerer Organe (beim Turner-Syndrom ist das X-Chromosom nur einmal vorhanden). Entgegen der Prognosen kam sie nach Hause, besuchte einen Kindergarten und die Schule und machte Abitur. Turner-Frauen können keine Kinder kriegen, sagt die Medizin. Nur eine von hundert kann das. Sie ist die eine von hundert (das war eine enorme Überraschung für alle und die Ärzte waren recht sprachlos). Ihr Kind ist, entgegen der Prognosen, gesund und auch nicht intelligenzgemindert, wie es wohl in solch seltenen Fällen häufiger vorkommen soll.

Wer will zuverlässig voraussagen, was aus einem Kind mit diesem oder jenem medizinischen Befund wird?
Ich tue mich da ganz, ganz schwer.


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01.04.2019 um 07:46
@Ilvareth
ich sehe das nicht so, dass war nur eine Zusammenfassung der letzten Beiträge. Und ich will auf dem Niveau - Mensch als Kostenfaktor - gar nicht diskutieren, schon gar nicht bei diesem Thema.


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01.04.2019 um 07:47
Areela schrieb:@Frühlingshaft
Wer nicht stark genug ist, die Schwachen auszuhalten, ist auch nicht stark.
Der beste Beitrag seit langem :) Ein Einzeiler mit dem mal ALLES gesagt ist. Danke dafür!
Ilvareth schrieb:Wer will zuverlässig voraussagen, was aus einem Kind mit diesem oder jenem medizinischen Befund wird?
Das kann man doch schon bei einem gesunden Kind nicht :) Wer malt sich denn vorher aus, dass er einen Schwerverbrecher aufziehen möchte? Ein Typ in Sicherheitsverwahrung wird noch etwas teurer sein.
Da haben die , die sich grad Sorgen um die finanzielle Zukunft des Staates machen, gleich wieder Arbeit. Oder die Alten? Muss man denn 90 Jahre alt und teuer werden? Braucht man mit 75 noch ne neue Hüfte oder eine Augen-OP? Man ist da doch genug gelaufen und hat schon viel gesehen..


Ich bin hier auch raus. Soviel Intoleranz und Hochmut hält mein Karma nicht aus. :) Ich bekomme schlechte Gedanken.


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