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Wenn jeder so denken würde, Argument

41 Beiträge, Schlüsselwörter: Logik, Denkweise, Argument

Wenn jeder so denken würde, Argument

02.04.2019 um 09:49
Hyperborea schrieb:Warum muss man denn Demonstrieren wenn doch alle Macht vom Volk ausgeht ?
Eben damit alle Macht vom Volke ausgeht.

"Papa, was ist ein Streik?"

"Das ist, wenn die Arbeiter nicht mehr arbeiten wollen."

"Und was ist dann ein Generalstreik? Wenn ein General nicht mehr kommandieren will?"

"Nicht mehr kann!"

Wer nun allerdings glaubt, "Demokratie" bestünde darin, alle vier Jahre zwei Kreuze zu malen, weil das die individuelle intellektuelle Höchstleistung darstellt, der hat das Wesen der Demokratie nicht mal im Ansatz begriffen.

Demokratie heisst mitmachen, engagieren, das Maul aufreissen, mitarbeiten, mitgestalten, Protest artikulieren, Widerstand leisten...

Das kann nicht alle vier Jahre in der Wahlkabine funktionieren. Wer seine Stimme abgibt, der hat nichts mehr zu sagen!

Es geht nicht ums Delegieren, sondern ums Organisieren. Natürlich ist es bequemer, vom warmen Kneipentisch morgens um vier bei zwölften Bier hektisch und elektrisch zu meckern "Ihr da Ohm macht doch watt ihr Volt!"

Es geht darum, Politik nicht Politikern zu überlassen, sondern selbst Politiker zu sein, in dem man Politik macht. Politik entsteht überall da, wo mehr als ein Mensch zusammen kommt: In der Schule, in der Uni, im Betrieb, im Stadtteil, in der Gemeinde, im Verein, in der Schülervertretung, im Studentenausschuss, im Betriebsrat oder der Jugendvertretung, im Elternbeirat von Kita und Schule, in Bürger- und Stadtteilintiativen, in kulturellen, politischen, sportlichen und religiösen Vereinigungen, im Gemeindeparlament, auf Bezirks-, Kreis-, Landes- und Bundesebene.

Man muss nur anfangen, sich und seine Interessen zu vertreten. Sich nicht (ver)treten lassen, sondern seine Belange selbst in die Hand nehmen - und zwar in den vier Jahren zwischen dem Kreuzchenmalen.

Aber jammern und wehklagen wie die alten Waschweiber ist natürlich einfacher, billiger und weniger zeitaufwendig. Und wenn's mal nicht so klappt, wie man sich die Sache vorstellt, sind natürlich "die da oben" schuld - man selbst niemals, denn wer nichts tut, der macht auch keine Fehler.


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03.04.2019 um 17:30
Isnep schrieb:Ich hoffe Ihr versteht was ich meine.
nein.


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Wenn jeder so denken würde, Argument

03.04.2019 um 20:05
In gewissen Dingen kann ich so eine Ausrede ala. " bringt ja nichts " verstehen. Beispiel bei uns:

In der letzten Sonntagszeitung war auf der Titelseite ein Bild von Schülern im Wald. Es ging um diesen neumodischen trend, Freitags die Schule zu schwänzen.

Nun, da bei diesem trend eben Klimaschutz usw. als Vorwand genutzt wird, so gab und gibt es ein Projekt, bei dem Schülerinnen und Schüler junge BUCHEN pflanzen. Das wurde dann als Nonplusultra dargestellt, was ber eine Farce ist. Buchen zerstören die einheimischen Eichenwälder und da sie schneller wachsen, werden sie früher abgeholzt. Im Artikel stand dann, dass die Klassen bereits über 10.000 Buchen gepflanzt hätten. 10.000 Bäume schnellwachsendes Industrieholz gepflanzt, um Beim Klimaschutz zu helfen?

Hätte man Eichen gepflanzt, na gut. Die wachsen langsamer, speichern damit dauerhaft mehr Co2 und werden nicht so schnell wieder abgeholzt und verarbeitet - was ja auch wieder co2 technisch ganz gut rein haut. Also,so eine blödmanns-Aktion wird dann auch noch als besonders tolle Idee verkauft. Ja nee, ist klar.

Und bei solchen Dingen soll man den Glauben an die Menschheit nicht verlieren?


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03.04.2019 um 20:58
Ich persönlich finde immer die Killerphrase 'Da kann man eh nichts machen' furchtbar. Das klingt so endgültig aufgegeben. Nach lebendiger Leiche.


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03.04.2019 um 21:04
oBARBIEoCUEo schrieb:Ich persönlich finde immer die Killerphrase 'Da kann man eh nichts machen' furchtbar. Das klingt so endgültig aufgegeben. Nach lebendiger Leiche.
Resignation und ich denke, genau das ist es in vielen Dinegn auch.


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Wenn jeder so denken würde, Argument

03.04.2019 um 21:09
DerManipulatoR schrieb:Resignation und ich denke, genau das ist es in vielen Dinegn auch.
Ich denke, dass das bei vielen eher so eine Grundhaltung ist. Hab ich nix mit zu tun, will ich nix mit zu tun haben, dann müsste ich mich ja bewegen und überhaupt, was der Bauer nicht kennt, das frisst er nicht. Nunja, meine Meinung. :-)


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03.04.2019 um 22:45
Isnep schrieb:Ich als einzelner mache doch keinen Unterschied.
Ein kleines Bier macht nicht betrunken. Viele kleine Biere schon.
Ein Staubkorn macht die Wohnung nicht dreckig. Viele Staubkörner schon.
Ein Auto macht keinen Stau. Viele Autos.....
Du weißt, worauf ich hinaus will. Du einer bist ein Teil der Vielen, die auf die Straße gehen. Jeder einzelne macht etwas aus, denn er macht die Masse ein klein wenig größer. Denk mal an den Hambacher Forst letzten Sommer. Wie viele Einzelne waren da plötzlich, von denen jeder einzelne für sich entschieden hat: ich geh da hin.


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04.04.2019 um 00:04
Das gleiche Argument wie "Wenn jeder so denken würde" ist das Scheinargument "Wenn wir für dich eine Ausnahme machen, dann würden das ja alle machen".

Es ist einfach nur ein Satz der hingeknallt wird, weil man keine wirklichen Argumente hat und seinen Standpunkt nicht vertreten kann, ohne dabei auf den anderen herabzusehen.
Zudsm gibt es gewisse Gründe, warum gewisse Dinge nicht getan werden können oder eine Ausnahme erforderlich ist - Jedoch zielen diese Scheinargument ja nicht drauf ab, eine individuelle Situation zu bedenken, oder sich tiefgreifender mit einer gewissen Thematik zu befassen.


In deinem Beispiel bezüglich der Umwelt ist der Standpunkt des Argumentierenden zwar nachzuvollziehen und vollkommen richtig, jedoch ist die Art und Weise es rüber zu bringen daneben.
Demonstrationen sind wichtig und richtig, ebenso der Einsatz für die Umwelt. Da beides aber viele Menschen offenbar nicht interessiert, denken ja 'schon sehr viele' genau so...


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05.04.2019 um 17:14
Hier spielt das sogenannte Schwarzfahrer-Dilemma eine Rolle: Solange sich eine Mehrheit prosozial verhält (z. B. brav eine Zugfahrkarte löst) stört es nicht weiter, wenn eine antisoziale Minderheit das nicht tut. Im Gegenteil, diejenigen, die "kostenlos mitfahren", erhöhen oft das Maß gesamtgesellschaftlichen Glücks, z. B. weil sie keine Fahrkarte lösen, weil sie diese nicht bezahlen können.

Irgendwann kippt dieses glücksmaximierende Optimum aber, nämlich dann, wenn allzu viele die Schwarzfahrer-Ausnahme für sich beanspruchen. Dann lohnt sich der Betrieb des Bahnnetzes nicht mehr, die Taktung der Züge wird verlangsamt, unrentable Strecken werden nicht mehr bedient und so weiter. Alle leiden unter dieser Situation, zunächst die prosozialen Fahrkartenkäufer, später dann auch die Schwarzfahrer.

Wenn eine solche Situation zu entstehen droht, ist es meines Erachtens legitim, darauf hinzuweisen, was geschehen würde, "wenn das alle täten". Wobei "wenn das alle täten" schon extrem übertrieben ist, es reicht, wenn sich eine hinreichend große Minderheit antisozial verhält.


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05.04.2019 um 17:25
@VanDusen
Sehr schön und anschaulich erklärt.

Man kann das „wenn jeder“ ja auch einfach mal umdrehen:
Wenn jeder in unserem Land denken würde, dass es gut ist, regional und saisonal einzukaufen. Was dann an CO2 eingespart würde!


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05.04.2019 um 17:33
Wenn jeder so denken würde, dann gibt es für die, die denken 'Da kannste eh nichts machen', keinen geschützen Raum mehr sich mit 'Da kannste eh nichts machen' zu entziehen, von daher finde ich das Argument 'Wenn jeder so denken würde' schon ok. Das animiert normalerweise zum Weiterdenken, außer bei denen die schon lebendig tot sind. Meiner Meinung nach.
Bei einigen kommt es mir so vor, dass sie sich darauf verlassen, dass es ein anderer schon richten wird, sodass man sich selber nicht bewegen muss. Aber wenn jeder so denken würde... :-)


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05.04.2019 um 17:38
Ich kann mich kaum erinnern, dass Demonstrationen wirklich was verändert haben.

(Kann mich irren)

Aber weder die vielen Anti Hartz IV Demos, noch die Vietnam-Proteste der 60er ... wo soll ich aufhören ? haben etwas bewegt.

Die Mächtigen schauen gelangweilt, mit dem Sektglas in der Hand, durch die Gardine ihres Hotels auf die Strasse runter zu den Ohnmächtigen und denken sich mokiert:

"Lasst die mal ruhig Krawall machen, solange sie am Montag wieder an der Werkbank stehen..."

Und:

"Das baut Druck ab, und sie fühlen sich ewas wahrgenommen".

und:

"Separiere sie schön und hetze sie gegen einander, dann hamse mit sich zu tun, gib ihnen Konsum und Spiele, die Illusion, etwas zu verändern, dann fängt nächste Wocher wieder mit einem Montag an"


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05.04.2019 um 17:42
Inwieweit sich der Einzelne für das kollektive Gesamtergebnis verantwortlich (und damit in die Pflicht genommen) fühlt, hängt natürlich auch mit der Größe der Gruppe zusammen.

Es gibt faszinierende Studien zu dem Thema, wie viel Trinkgeld Gruppen unterschiedlicher Größe bei einem Restaurantbesuch geben. Bei einer großen Gruppe von 30 Leuten, wo sich niemand persönlich für das kollektive Ergebnis verantwortlich fühlt, wird durchschnittlich weniger Trinkgeld gegeben als bei drei Leuten.

Wenn ich das richtig in Erinnerung habe, fließt durchschnittlich am meisten Trinkgeld bei einer Gruppe von sechs Gästen. Das ist auch die Zahl, die sich bei der Teamarbeit im Berufsalltag als die optimale Teamgröße herauskristallisiert hat: groß genug, damit sich Erfahrungen, Talente und Perspektiven ergänzen, klein genug, damit sich jeder 100% verantwortlich für Erfolg oder Misserfolg fühlt.


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05.04.2019 um 17:45
@Hyperborea

Ich denke auch, dass das nichts ändert. Es gibt aber auch andere Möglichkeiten. Beispiel: Mich stört das Verhalten von Nestle, alleine schon die Aussage des Vorsitzenden, dass Wasser kein Grundrecht wäre. Ich kaufe von Nestle nichts mehr. Wenn niemand mehr etwas kauft, hat das Auswirkungen. Die Menschen haben mehr Macht, als sie denken, ist meine Meinung. :-)


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05.04.2019 um 17:54
Doors schrieb am 02.04.2019:Es geht darum, Politik nicht Politikern zu überlassen
Wozu wähle ich sie dann ?
Dann können wir das auch ohne.
Wo liegt der Sinn darin, gegen Politiker zu demonstrieren, die man selbst gewählt hat ? Die uns Vertreten sollen ?
Ich bin vielleicht blöd, aber mir erschliesst sich da was nicht.

Erst wähle ich einen Politiker, der mich vertritt, und dann Demonstriere ich gegen ihn, weil er seinen Job nicht macht ?

Kann es sein, dass das gemeine Volk garnicht an den Entscheidungen beteiligt werden soll ?

Dann wäre aber all das eine Farce.


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05.04.2019 um 18:05
Hyperborea schrieb:Wozu wähle ich sie dann ?
Dann können wir das auch ohne.
Wo liegt der Sinn darin, gegen Politiker zu demonstrieren, die man selbst gewählt hat ? Die uns Vertreten sollen ?
Ich bin vielleicht blöd, aber mir erschliesst sich da was nicht.

Erst wähle ich einen Politiker, der mich vertritt, und dann Demonstriere ich gegen ihn, weil er seinen Job nicht macht ?

Kann es sein, dass das gemeine Volk garnicht an den Entscheidungen beteiligt werden soll ?

Dann wäre aber all das eine Farce.
Zur ersten Frage, in dem Glauben, dass sie Interessen der Einwohner vertreten, innen und außen, weil nicht jeder einzelne in jedem Topf mitmischen kann, schon aus zeitlichen Gründen.
Davon mal abgesehen haben die CDU bei der letzten Wahl nur ein Drittel der Wahlberechtigten gewählt.
Warum man gegen Politiker demonstriert, die man gewählt, oder eher nicht gewählt hat? Weil sie ihre Wahlversprechen häufiger nicht einhalten. Müntefering: 'Es ist unfair, uns Politiker an unseren Wahlversprechen zu messen'. Ja, an was denn sonst, wenn nicht an dem, was sie vorher präsentieren.

Nein, das gemeine Volk soll nicht direkt an Entscheidungen beteiligt werden.

Jetzt, wo ich auch schon einiges von der Welt gesehen habe, denke ich, ja, es ist eine Farce.


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05.04.2019 um 18:13
@Isnep
Wenn man Werte vorgibt, sie aber nicht lebt, sind es auch keine. Letztlich braucht derjenige nur eine Beruhigung für sein Gewissen und nutzt dabei die Außenwelt, um sich nicht eingestehen zu müssen, dass er an sich selbst gescheitert ist.


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05.04.2019 um 18:37
oBARBIEoCUEo schrieb:Nein, das gemeine Volk soll nicht direkt an Entscheidungen beteiligt werden.
Schade, was ?
Ich meine, Demokratie ist ja imho das beste derzeitige Gesellschaftsmodell.
Alle werden gehört. Theoretisch.

Aber in jedem -ismus, jeder Gesellschaftsepoche, bilden sich kleine Grüppchen, die auf Grund ihrer Skrupellosigkeit (oft erst erworben, wenn sie erst mal etabliert sind) ihren Eigennutz fröhnen und es als "Alternativlos" hinstellen. Iss halt so, Gottgewollt. Punkt.

Ich ziehe als Mensch die Konsequenz dass man ein Egoist sein muss, Glashart und Konsequent SEIN Ding durchzieht, um nicht als Verlierer dazustehen.
Emphatie ist Schwäche. Du oder Ich.
Darwin.


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09.04.2019 um 14:55
Hyperborea schrieb am 05.04.2019:Wo liegt der Sinn darin, gegen Politiker zu demonstrieren, die man selbst gewählt hat ?
Ich habe diese Regierung nicht gewählt. Also kann ich auch gegen sie demonstrieren.


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09.04.2019 um 17:37
Doors schrieb:Ich habe diese Regierung nicht gewählt. Also kann ich auch gegen sie demonstrieren.
Man kann auch gegen gewählte Politiker demonstrieren. Z.B. wenn sie irgendwann Dinge machen, mit denen man nicht einverstanden ist, die nicht vorhersehbar gewesen sind.


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