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Womit rechtfertigt sich die lange Schul-/Studienzeit?

140 Beiträge ▪ Schlüsselwörter: Schule, Beruf, Bildung ▪ Abonnieren: Feed E-Mail
Unik Diskussionsleiter
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Womit rechtfertigt sich die lange Schul-/Studienzeit?

01.06.2021 um 01:40
Hallo,

eine Frage, die ich mir immer wieder stelle.

Sicher, ein Mindestmaß an Wissen und Können sollte Kindern, Jugendlichen, Heranwachsenden beigebracht werden.

Ich denke da an Lesen, grammatisch korrektes Schreiben, Grundrechenarten - alles das, was man im späteren Leben und Alltag immer mal brauchen können wird.

Das meiste, was man aber an Schulen lernt, vergisst man im Laufe des Lebens wieder. Es ist einfach verlorene Zeit und Energie, die man per Schulpflicht dafür eingesetzt hat.

Aber um z.B. Arzt zu werden, muss man doch nicht mehr als ein Jahrzehnt mit Facharztweiterbildung im Studium verbringen, nur um sich massig Theorie und Praxis anzueignen. Letztlich geht es doch darum Symptome richtig zu erkennen, die Krankheiten dazu, und wie man sie behandelt, sowie Medikamente und ihre Wirkungen, Nebenwirkungen usw. Wozu soll man wissen, wie, aus welchen Gründen etc. nun alles miteinander zusammenhängt, wenns nicht Praxisrelevant ist? In der Praxis macht das wenig Sinn. Ich finde daher, dass auch eine "klassische" intensive Ausbildung von 3 Jahren Menschen zu guten Ärzten machen kann. (Im Gegenteil dazu gibt es aber auch viele Ausbildungen, die laufen 3 Jahre, aber das Wissen und Können könnte man sich auch je nach Beruf innerhalb eines halben Jahres oder innerhalb eines ganzen Jahres aneignen.

Ich finde, es gibt keinen Beruf, der so eine lange Schulzeit und Studienzeit erfordert.)

Wenn doch, nennt mir bitte einen samt Begründung!


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Womit rechtfertigt sich die lange Schul-/Studienzeit?

01.06.2021 um 02:56
@Unik

Nicht immer macht es Sinn, Leuten innere Zusammenhänge beizubringen. Bei Ärzten aber definitiv. Welche Module im Artzstudium genau meinst du denn da?


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Womit rechtfertigt sich die lange Schul-/Studienzeit?

01.06.2021 um 06:04
Zitat von UnikUnik schrieb:In der Praxis macht das wenig Sinn. Ich finde daher, dass auch eine "klassische" intensive Ausbildung von 3 Jahren Menschen zu guten Ärzten machen kann
Wäre sicherlich möglich. Aber darunter würde glaube ich enorm die Qualität leiden und somit doch praxisrelevant.

Allein die schiere Masse des Lernstoffs bei Medizin, auch vom reinen Verständnis, ist/wäre denke ich nicht in 3 Jahren zu schaffen. Gleiches dürfte für Rechtswissenschaften, Jura, und natürlich für viele andere Studiengänge gelten.

Um überhaupt Verständnis für die Materie zu erlangen und um dann immer weiter ins Detail zu gehen und Aufgaben zu lösen, oftmals auch nur möglich, wenn man übergreifend arbeitet und Zusammenhänge und Wechselwirkungen erkennt und auch versteht, ist es wohl zwingend notwendig komplett von vorne zu beginnen und erst mal ein Grundverständnis zu erlangen.

Um Grundverständnis zu erlangen, ist bereits Entstehung und Weiterentwicklung von Entstandenem wichtig. Je mehr theoretisches Grundverständnis sowohl auf das Große Ganze als auch auf jeden einzelnen Bereich dieses Großen Ganzen bezogen da ist, umso leichter lässt sich jede Problematik, auch in der Praxis, erkennen und lösen. Also auch wie sie zu lösen ist, auch durchaus auf unterschiedlichen Wegen, und warum das so ist.

Und in der Medizin speziell ist auch nicht erst nur das Reagieren, also das Behandeln und heilen von Problemen (Krankheiten) wichtig, sondern auch schon die reine Prävention.


Sicherlich ist nicht jedes Schulfach gleich wichtig für Studiengang A oder B, da gebe ich dir recht. Aber viele wissen zu Schulzeiten ja nicht gleich was sie lernen wollen.

Für jemanden, der Mediziner studieren will, ich vermute allerdings nur, werden wohl Physik, Chemie, Mathematik und natürlich Biologie wichtiger als für einen Jurastudenten sein. Letzterer sollte erst mal nur, auch nur eine Vermutung, gut in Deutsch, Latein und Sozialkunde (und dort speziell Politik) sein.

Wüssten Schüler schon, was sie definitiv einmal werden wollen, könnte man deren Unterricht natürlich viel spezifischer schon darauf ausrichten und sie von unnötigem Ballast befreien. Allerdings würde es dazu auch an Kapazitäten fehlen. In der Theorie klingt das gut, praktisch wohl nicht so leicht umsetzbar.
Zitat von UnikUnik schrieb:Im Gegenteil dazu gibt es aber auch viele Ausbildungen, die laufen 3 Jahre, aber das Wissen und Können könnte man sich auch je nach Beruf innerhalb eines halben Jahres oder innerhalb eines ganzen Jahres aneignen
Auch da würde die Qualität drunter leiden und die meisten Ausbildungsberufe sind auch in der Praxis so vielschichtig, sodass auch die Ausbildung vielschichtig sein muss und alles berücksichtig, gelehrt muss.
Dabei spielt es dann überhaupt keine Rolle, wenn Azubi A später nur in einer Firma landet, die sich nur auf einen Bereich spezialisiert hat.

Und manche Berufsschulfächer mögen zwar auch auf den ersten Blick unnötig erscheinen, haben aber auch für die spätere Praxis einen Vorteil, da man mit ihnen definitiv auch in der Praxis konfrontiert werden wird oder zumindest konfrontiert werden kann.
Bspw. habe ich 2001 Gärtner GalaBau gelernt. Als Fach hatten wir auch Wirtschafts-Sozial- und Rechtskunde.


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Womit rechtfertigt sich die lange Schul-/Studienzeit?

01.06.2021 um 08:47
Ich habe in den ersten 20Jahren meines Lebens viel gelernt, was ich in dem Moment Unbequem/Ueberfluessig fand! Und manchmal brauchte es locker weitere 20Jahre bis ein Problem kam, wo es im Hinterkopf "klickte"- mit der Erkenntniss - Da war doch mal Was- !


:mlp:


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Womit rechtfertigt sich die lange Schul-/Studienzeit?

01.06.2021 um 22:21
@syndrom

Was denn z.b.?


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Womit rechtfertigt sich die lange Schul-/Studienzeit?

01.06.2021 um 22:53
Zitat von syndromsyndrom schrieb:Ich habe in den ersten 20Jahren meines Lebens viel gelernt, was ich in dem Moment Unbequem/Ueberfluessig fand! Und manchmal brauchte es locker weitere 20Jahre bis ein Problem kam, wo es im Hinterkopf "klickte"- mit der Erkenntniss - Da war doch mal Was- !
Die gleiche Erkenntnis hatte ich auch, Erfahrung hab ich auch gemacht. Dachte früher auch von manchem Schulstoff, dass des überflüssig wäre.
Zitat von shionoroshionoro schrieb:Was denn z.b.?
Auch wenn ich jetzt speziell nicht angesprochen wurde, wars bei mir Physik und Mathe. Physik war ich nie gut während meiner Schulzeit und Mathe fand ich zwar interessant, aber es haperte ganz gewaltig.

Ich kam im Jahre 2000 aus der Schule und dachte damals, dass ich das nie wieder brauchen werde.

Haha, falsch gedacht - ich erlente nach der Schule einen sozialen Beruf und musste 10 Jahre später umschulen, suchte mir einen technischen Beruf aus und dort kam mir dieses "unnütze" Wissen sehr zu gute.

Hintergrundwissen anhand von Schulstoff ist nie verkehrt.
Über die einzigen Fächer, die man diskutieren könnte, ob man die bräuchte, wäre meiner Meinung nach:
Religion ( statt dessen Ethik und Social-Kills)
Musik (gerne theoretische Grundsachen, aber wenn man nicht singen kann bzw. talentfrei ist, ists unnötig).
Sport (Grundbewegung gehört zum Leben, aber ob ich am Reck einen Überschlag zusammen bekomme oder nicht, ist für später ziemlich überflüssig - dafür mehr alltagstaugliche Übungen und Entspannungshilfen)
Werken, Handarbeit, Kunst ( der eine kanns, der andere ist unkreativ wie nochmal was)
Und in diesen Fächern die Benotung abschaffen, da eben jeder Mensch andere Talente hat und diese nicht benotet gehören, sondern gefördert und bei Untalentierten nur Demotivation gefördert wird, würde ich vermuten.


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Womit rechtfertigt sich die lange Schul-/Studienzeit?

01.06.2021 um 23:03
Zitat von MrsKMrsK schrieb:Werken, Handarbeit, Kunst ( der eine kanns, der andere ist unkreativ wie nochmal was)
Gerade diese Fächer sind doch alltagstauglich. Was ist verkehrt daran mit Werkzeug umgehen zu können, zu wissen wie man etwas näht oder ein nettes Bild malt? Alles Fähigkeiten die ich ziemlich häufig brauche... Liegts an meiner Lebensführung?


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Womit rechtfertigt sich die lange Schul-/Studienzeit?

01.06.2021 um 23:08
Zitat von UnikUnik schrieb:grammatisch
Deshalb brauchen wir die lange Schulzeit.


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Womit rechtfertigt sich die lange Schul-/Studienzeit?

01.06.2021 um 23:11
@MrsK

Ich habe die Erfahrung gemacht, dass man sich eigentlich alles selbst aneigenen kann, wenn man muss (und halbwegs befähigt ist). Darum bin ich diesem "kann nicht schaden" denken gegenüber skeptisch beim Thema wissen, weil da der Aufwand für mich nicht den Nutzen rechtfertigt.

Ich hab Mathe studiert und da muss man auch Programmieren. Programmieren konnt ich nicht, hatte in der Schule nie Informatik, hat aber keine drauf Rücksicht genommen. Du kriegst da halt ein Buch in die hand gedrückt und einen Einführungskurs und das wars, ab da wird erwartet, dass du mithältst, ob du schon vorher in der Schule c++ Erfahrungen hattest oder nicht.
Ging auch. Die meisten Informatiker hatten auf der Schule keine Informatik (dass man das Flächendeckend macht ist noch gar nicht so lange so). Die haben das einfach angefangen zu studieren und sich das ansonsten privat angeeignet.

Wenn das mit Informatik geht und man in der Schule kaum wert darauf legt etwas so zukunftsweisendes wie programmieren zu lehren, dann sehe ich nicht ein, warum man kinder zwingt, physik und/oder chemie zu belegen im Abitur.

Ich hab nach meinen Abschluss in Mathe umgeschwenkt auf etwas künstlerisches, nämlich schreiben und war dann auf einer Filmschule. Und da war das genauso. Ich hab ja schreiben nicht gelernt. Die hatten eine eignungsprüfung, ob man talent hat und ab da sollte man sich das dann halt aneigenen.
Da waren kommilitonen die schon bücher veröffentlicht hatten und auf film umschwenken wollten, andere die schon mehrere kurzfilme gemacht hatten. Ging auch alles. Da hat man dann auch mal wenn man irgendwas zusammenschustern musste ein schnittprogramm betätigt oder Regie geführt für einen Kurzfilm, obwohl man das nie gelernt hatte (und damit meine ich keine handyvideos, damit meine ich, schauspieler inszenieren und bei der produktion professionell helfen).
Ging auch alles.

Bei dir würde sich da für mich die Frage stellen, ob du die Umschulung bei vernünftiger Hilfe nicht geschafft hättest, wenn du nicht auf der Schule gewesen wärst. Vielleicht hätte das länger gedauert, dir das anzueignen, aber wäre das wirklich ansonsten nicht möglich gewesen?

Da wäre es doch sinnvoller, wenn ich bei der umschulung zur Not einen Vorkurs anbiete für die, die sich damit noch nicht so gut auskennen und keinen Flächendeckenden unterricht mache für leute, denen das zum Großteil gar nicht zu Gute kommt.


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Unik Diskussionsleiter
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Womit rechtfertigt sich die lange Schul-/Studienzeit?

01.06.2021 um 23:18
Zitat von 6.PzGren3916.PzGren391 schrieb:Deshalb brauchen wir die lange Schulzeit.
Ach ja, schlechte Argumentation. Ob grammatisch oder grammatikalisch. Wo genau und in welcher Intensität hattest du jetzt Probleme den Kontext genau zu erfassen, hm?


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Womit rechtfertigt sich die lange Schul-/Studienzeit?

02.06.2021 um 00:30
Zitat von paxitopaxito schrieb:Gerade diese Fächer sind doch alltagstauglich. Was ist verkehrt daran mit Werkzeug umgehen zu können, zu wissen wie man etwas näht oder ein nettes Bild malt? Alles Fähigkeiten die ich ziemlich häufig brauche... Liegts an meiner Lebensführung?
Zum Teil alltagstauglich. Das letzte mal als ich was genäht habe, war in der Schule, genauso sticken und häkeln kann ich heut immernoch nicht und 99% meiner Knöpfe an Jeans sind genietet und wenn doch mal was genäht werden muss, dann bringe ich das zur Schneiderin und zahle gerne dafür den Preis, damit es ordentlich aussieht.

Meine Ansicht dazu kommt von eigenen Erfahrungen. Hab ein paar Mal, gerade was Kunst angeht, einfach nichts zustande gebracht, ein Thema war z.B. bau aus Drähten ein Kunstwerk/Skulptur, aus Verzweiflung lötete ich einfach Drähte unter Zeitdruck zusammen, weil mir vollkommen die Kreativität gefehlt hat, das Ding sah genau danach aus und brachte mir ne 5 ein und jede Kunststunde wurde zur Tortur bis ich dieses Fach abwählen konnte. Ein Jahr später machte ich ein Praktikum in einer Elektroabteilung einer großen Firma, dort lötete ich eine Platine mit Widerständen und zwei Leuchtdioden, die abwechselnd blinkten, wenn der Strom(kreis)(an)geschlossen , darauf war ich stolz wie Bolle.
Zitat von paxitopaxito schrieb:Was ist verkehrt daran mit Werkzeug umgehen zu können,
Jetzt im Internet und YouTube- Zeitalter findet man doch immer passende Erklärungen und Erklärvideos, oder ich frag im Bekanntenkreis nach, obs mir jemand zeigen kann. Also bei mir haltet sich der Einsatz von Werkzeugen in Grenzen, kommt vielleicht einmal im Jahr vor, dass ich einen Hammer, Schraubenzieher o.ä. brauche. :)
Zitat von paxitopaxito schrieb:ein nettes Bild malt
Das letzte und einzige Mal, wo ich wirklich mal wieder nach der Schule gemalt hatte, war in einer Klinik für Psychotherapie.
Zitat von paxitopaxito schrieb:Liegts an meiner Lebensführung?
Vielleicht liegt es auch an meiner Lebensführung und zum Teil auch an der Erziehung und Erfahrung bei mir.
Jeder hat doch eigene Interessen (ich bin eher Technikbegeistert als Künstlerisch begeistert) und das ist auch gut so. Nicht jeder muss doch die gleichen Hobbys haben, deswegen ist doch weder dein noch mein Lebensstil unnormal, solange es einen glücklich macht.

Mir ging es eigentlich nur darum, dass ich bestimmte Fächer einfach ungerecht zu benoten finde, weil nicht jeder Mensch das gleiche Talent hat.
Zitat von shionoroshionoro schrieb:Ich habe die Erfahrung gemacht, dass man sich eigentlich alles selbst aneigenen kann, wenn man muss (und halbwegs befähigt ist). Darum bin ich diesem "kann nicht schaden" denken gegenüber skeptisch beim Thema wissen, weil da der Aufwand für mich nicht den Nutzen rechtfertigt.
Da hast du durchaus recht, dass man sich durchaus vieles selbst bei bringen kann, sobald das Interesse geweckt wurde/ wird.
Zitat von shionoroshionoro schrieb:Ich hab Mathe studiert und da muss man auch Programmieren. Programmieren konnt ich nicht, hatte in der Schule nie Informatik, hat aber keine drauf Rücksicht genommen. Du kriegst da halt ein Buch in die hand gedrückt und einen Einführungskurs und das wars, ab da wird erwartet, dass du mithältst, ob du schon vorher in der Schule c++ Erfahrungen hattest oder nicht.
Ging auch. Die meisten Informatiker hatten auf der Schule keine Informatik (dass man das Flächendeckend macht ist noch gar nicht so lange so). Die haben das einfach angefangen zu studieren und sich das ansonsten privat angeeignet
Ohja, gerade was IT angeht, bringen sich einige das selbst bei. Kenne da auch zwei, die da wirklich aus Interesse sich viel beigebracht haben.
Zitat von shionoroshionoro schrieb:Wenn das mit Informatik geht und man in der Schule kaum wert darauf legt etwas so zukunftsweisendes wie programmieren zu lehren, dann sehe ich nicht ein, warum man kinder zwingt, physik und/oder chemie zu belegen im Abitur.
Ja, gehe ich vollkommen konform mit. Vielleicht liegt es aber an der Erwartungshaltungen der Eltern? In meiner Generation waren Mädels in technischen Berufen eher die Ausnahme als Regel.
Zitat von shionoroshionoro schrieb:Ich hab nach meinen Abschluss in Mathe umgeschwenkt auf etwas künstlerisches, nämlich schreiben und war dann auf einer Filmschule. Und da war das genauso. Ich hab ja schreiben nicht gelernt. Die hatten eine eignungsprüfung, ob man talent hat und ab da sollte man sich das dann halt aneigenen.
Da waren kommilitonen die schon bücher veröffentlicht hatten und auf film umschwenken wollten, andere die schon mehrere kurzfilme gemacht hatten. Ging auch alles. Da hat man dann auch mal wenn man irgendwas zusammenschustern musste ein schnittprogramm betätigt oder Regie geführt für einen Kurzfilm, obwohl man das nie gelernt hatte (und damit meine ich keine handyvideos, damit meine ich, schauspieler inszenieren und bei der produktion professionell helfen).
Ist auch ein krasser Wechsel und wenn Interesse da ist, dann fuchst man sich auch rein.
Zitat von shionoroshionoro schrieb:Bei dir würde sich da für mich die Frage stellen, ob du die Umschulung bei vernünftiger Hilfe nicht geschafft hättest, wenn du nicht auf der Schule gewesen wärst. Vielleicht hätte das länger gedauert, dir das anzueignen, aber wäre das wirklich ansonsten nicht möglich gewesen?
Doch, ich hätte das auch ohne Vorkenntnisse geschafft, da Interesse, Ehrgeiz und Disziplin da war. Jedoch schrieb ich mit meinem Hintergrundwissen, eben weil es für mich nichts neues war bzgl. Mathe und Physik gerade in Statik und Fachrechnen, statt Zweien und Dreien Musterlösungen und gab anderen Mitschülern in der Freizeit Nachhilfe :) und das ist ja auch was schönes, anderen helfen zu können.
Zitat von shionoroshionoro schrieb:Da wäre es doch sinnvoller, wenn ich bei der umschulung zur Not einen Vorkurs anbiete für die, die sich damit noch nicht so gut auskennen und keinen Flächendeckenden unterricht mache für leute, denen das zum Großteil gar nicht zu Gute kommt.
Vorkurse gab es, auch Nachhilfe nach dem Unterricht von Dozenten, nur muss man sich trauen, auch danach zu fragen und gerade erwachsene Menschen, die aus einem artverwanden Beruf kamen, hatten damit größere Probleme.


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Womit rechtfertigt sich die lange Schul-/Studienzeit?

02.06.2021 um 00:42
@MrsK

Meine Haltung ist, dass am Ende der Schulzeit da ein neugieriger Mensch mit gesundem Menschenverstand und gesundem Selbstbewusstsein herauskommen soll.
Wenn ich das schaffe, dann ist das meiste von der eigentlichen Bildung für mich nachrangig (klar, lesen schreiben usw. muss natürlich sein, einiges andere auch).

Denn jemandem, der etwas will und Lust darauf hat, Dinge zu tun und zu Lernen, dem kann ich das beibringen, was er ggf. verpasst hat. Oft viel schneller als in der Schule, wenn er keine Lust dazu hat.
Aber einem der auf dem Papier ganz viel weiß aber in der Realität vieles nicht (auch was 'mit Menschen umgehen' angeht und sowas), der wird oft nicht glücklich im Arbeitsleben bzw. die Arbeit mit ihm.

Das fängt für mich schon bei Ausbildungsberufen an. Frisör z.B. Da ist ein unterschied, ob da ein Azubi ist, der vielleicht nicht schon immer davon geträumt hat, Frisör zu werden, aber durchaus seine Arbeit ernsthaft macht und gut mitarbeiten will (also auch den Laden ausfegen, mitdenken und sowas) ODER ob da einer ist, der von den Ausbildern und Chefs immer zur Arbeit genötigt werden muss bzw. gerade so viel macht, dass man ihn nicht entlassen kann.

Und ich glaub eben, in der Schule werden all diese wichtigen Sachen total vernachlässigt und es kommen nichtmal Fachidioten dabei raus (damit kann ich leben), sondern verunsicherte Menschen, die viele Ängste haben und wenig "wollen".


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Womit rechtfertigt sich die lange Schul-/Studienzeit?

02.06.2021 um 01:25
Zitat von shionoroshionoro schrieb:Meine Haltung ist, dass am Ende der Schulzeit da ein neugieriger Mensch mit gesundem Menschenverstand und gesundem Selbstbewusstsein herauskommen soll.
So sollte es im besten Falle sein.
Leider sieht das in der Realität nicht immer so aus, gefühlt meine Meinung.
Zitat von shionoroshionoro schrieb:Wenn ich das schaffe, dann ist das meiste von der eigentlichen Bildung für mich nachrangig (klar, lesen schreiben usw. muss natürlich sein, einiges andere auch).
Leider sehen Arbeitgeber auf der Suche nach Azubis das oft anders.
Zitat von shionoroshionoro schrieb:Denn jemandem, der etwas will und Lust darauf hat, Dinge zu tun und zu Lernen, dem kann ich das beibringen, was er ggf. verpasst hat. Oft viel schneller als in der Schule, wenn er keine Lust dazu hat.
Aber einem der auf dem Papier ganz viel weiß aber in der Realität vieles nicht (auch was 'mit Menschen umgehen' angeht und sowas), der wird oft nicht glücklich im Arbeitsleben bzw. die Arbeit mit ihm.
Meine Erfahrungen sind da andere.
Ich ging gerade von der Schule ab, als es mit dem Abiturwahnsinn bzgl. als Voraussetzung für Ausbildungberufe anfing. Da wurde Abi für eine Friseurlehre gefordert z.B.
Dass dann Hauptschüler dann komplett demotiviert werden und "schlechter" Schüler auf höhere Schulen geschickt werden, ist dann völlig logisch.
Als bestes Beispiel eine Anekdote von mir. Nach Realschulabgang ohne Mittlere Reife irrte ich ziemlich planlos ein Jahr umher, weil jede Bewerbung abgelehnt worden ist wegen fehlendem Abschluss. Ich holte dann während einem Berufsfindungsjahr meinen Quali nach, machte ein Praktikum als Versicherungskauffrau. Dort brachte mir man ziemlich schnell komplexere Excelformeln bei. Das fiel den Chefs durchaus ziemlich positiv auf, jedoch als es um einen Ausbildungsplatz ging, redete man sich raus - hätte ich die Mittlere Reife hätten sie mir die Chance gegeben dort die Ausbildung zu machen.
Wenn man keine Chance bekommt, kann man auch nicht zeigen, ob man den Ausbildungsstoff zu lernen packt.
Achso bei mir lags an der jugendlichen Rebellion aufgrund von einer Fehlentscheidung meiner Eltern (das Töchterchen muss auf biegen und brechen auf eine höhere Schule - obwohl ich gar nicht wollte), an Faulheit und an der Ziellosigkeit, warum ich ohne Abschluß abging.

Achso, Funfact so am Rande, von meiner Umschulung brauche ich vom ganzen gelernten Stoff nur 1% in meinem jetzigen Beruf, weil ich in einer sehr spezillen Nische gelandet bin, obwohl ich unter meinem umgeschulten Beruf eingestellt bin. Ergo hätte ich mir insgesamt hochgerechnet 9 Jahre Schule und Ausbildung sparen können, denn das Fachwissen zu meinem jetzigen Beruf wurde mir auf Arbeit gelehrt und auf Schulungen. XD


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Womit rechtfertigt sich die lange Schul-/Studienzeit?

02.06.2021 um 08:36
Zitat von shionoroshionoro schrieb:Ich hab Mathe studiert
Nicht schlecht. Glückwunsch erst mal dazu. Ernst gemeint.

Schulmathe insbesondere ab Klasse 8-10 war für mich schon ein Krampf und das lag wirklich nicht nur an Faulheit. Mit Nachhilfe schaffte ich es aber immerhin auf eine 3 für ein Jahr.

Bruchrechnung, glaube Klasse 7 war das, lag mir gerade so noch.



Mathe zählt zu den Studiengängen, in denen ich gnadenlos untergehen würde.


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02.06.2021 um 09:36
Zitat von MrsKMrsK schrieb:Jeder hat doch eigene Interessen (ich bin eher Technikbegeistert als Künstlerisch begeistert) und das ist auch gut so. Nicht jeder muss doch die gleichen Hobbys haben, deswegen ist doch weder dein noch mein Lebensstil unnormal, solange es einen glücklich macht.
Ach das sind ja nicht nur Hobbies und Interessen. Weder handwerke ich gerne, noch male ich gerne und ganz sicher male ich nicht gerne. Trotzdem ist das in meinem Alltag alles immer wieder präsent. Aber das liegt halt daran wo und wie man lebt. In einem sehr alten Haus gibt es eigentlich immer irgendwas handwerklich zu tun, mit 3 Kindern muss ich ständig irgendwas nähen und meine "Malerei" dient auch eher der Unterhaltung meiner Kinder.
Und natürlich kann ich mir auch YouTube Videos angucken, aber qualitativ besteht ein Unterschied zwischen "ich schau mir an wie es einer macht" und ich habe es "gezwungener Maßen" schon mal selbst gemacht.
Egal, du siehst aber, dass man darüber welche Fächer nun im Alltag wichtig werden können wunderbar streiten kann und das ziemlich abhängig ist von den eigenen Erfahrungen ;)


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02.06.2021 um 09:42
Zitat von UnikUnik schrieb:Ich finde daher, dass auch eine "klassische" intensive Ausbildung von 3 Jahren Menschen zu guten Ärzten machen kann.
Und das kannst du beurteilen weil....?
Der menschliche Körper ist unwesentlich komplizierter als eine Kaffeemaschine oder ein Toaster.^^
Aber wem erzähle ich das...
Zitat von shionoroshionoro schrieb:Ich habe die Erfahrung gemacht, dass man sich eigentlich alles selbst aneigenen kann, wenn man muss (und halbwegs befähigt ist).
Jau. :D
Eigentlich hat die Vorstellung ja was für sich wenn jeder, der glaubt sich selbst was beibringen zu können, in Deutschland Arzt werden und Menschen therapieren darf. Solchem Humbug verdanken wir unter anderem das Heilpraktikerunwesen.
Ich würde dann wohl in ein Land umsiedeln in dem die "Bildungsrevolution" noch nicht angekommen ist. :D


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Womit rechtfertigt sich die lange Schul-/Studienzeit?

02.06.2021 um 10:02
Zitat von ZyklotropZyklotrop schrieb:Eigentlich hat die Vorstellung ja was für sich wenn jeder, der glaubt sich selbst was beibringen zu können, in Deutschland Arzt werden und Menschen therapieren darf. Solchem Humbug verdanken wir unter anderem das Heilpraktikerunwesen.
Ich würde dann wohl in ein Land umsiedeln in dem die "Bildungsrevolution" noch nicht angekommen ist
Wobei ein Studium ja eigentlich schon zum größten Teil ein sich selbst aneignen ist. Da gibt es keine Lehrer, die einem alles nur ständig vorgeben und mehrmals vorkauen. Und zudem ist es ja auch nicht nur je nach Studium mit reinem Auswendiglernen getan.


Natürlich weiß ich wie es shionoro gemeint hat. Und mit Zugriff auf wirklich sämtliche Informationen als Überbegriff für alles Relevante, was es zum Erlernen (auch zum Verstehen) einer Thematik braucht, wäre dies sicherlich auch vollständig im privaten Rahmen möglich.

Wäre ich sogar auch persönlich dafür, weil es die Hochschulzugangsberechtigung oder anderweitige Studienvoraussetzungen nicht mehr bräuchte, wenn man im Anschluss aber die gleichen Prüfungen (Staatsexamen bspw.) ablegen müsste wie auch Studenten auf offiziellem Wege.

Also jeden auf die Menschheit ohne Prüfung loszulassen, würde ich garantiert auch nicht unterstützen. Sich selbst prüfen zählt nicht.


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Womit rechtfertigt sich die lange Schul-/Studienzeit?

02.06.2021 um 10:13
Zitat von UnikUnik schrieb:Es ist einfach verlorene Zeit und Energie, die man per Schulpflicht dafür eingesetzt hat.
Ehrlich gesagt wundert es mich oft, wenn Leute sagen, sie hätten das Lernen in der Schule als verlorene Zeit und Energie wahrgenommen. Ich muss sagen, dass ich es letztlich doch als eine sehr wertvolle Zeit in Erinnerung habe, und auch wenn ich viele Lerninhalte nicht unmittelbar im praktischen Leben brauche, bildet es aber doch die Grundlage meines kulturellen, politischen und wissenschaftlichen Wissens, die es mir im weiteren Verlauf deutlich einfacher gemacht hat, mir weiteres Wissen anzueignen.


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02.06.2021 um 10:16
Zitat von rhapsody3004rhapsody3004 schrieb:Wäre ich sogar auch persönlich dafür, weil es die Hochschulzugangsberechtigung oder anderweitige Studienvoraussetzungen nicht mehr bräuchte, wenn man im Anschluss aber die gleichen Prüfungen (Staatsexamen bspw.) ablegen müsste wie auch Studenten auf offiziellem Wege.

Also jeden auf die Menschheit ohne Prüfung loszulassen, würde ich garantiert auch nicht unterstützen. Sich selbst prüfen zählt nicht.
Und da wird das Problem liegen. Ansonsten bin ich bei dir. Woher das Wissen stammt ist mir am Ende egal. Aber es muss eben zum Zeitpunkt X, oder mehreren Zeitpunkten X abgefragt werden. Ich vermute aber auch dies wäre dem TE zuwider.


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02.06.2021 um 10:20
Zitat von rhapsody3004rhapsody3004 schrieb:Wobei ein Studium ja eigentlich schon zum größten Teil ein sich selbst aneignen ist. Da gibt es keine Lehrer, die einem alles nur ständig vorgeben und mehrmals vorkauen. Und zudem ist es ja auch nicht nur je nach Studium mit reinem Auswendiglernen getan.
Sicher muss der Student vieles nachbereiten und memorieren. Das Ausmass ist sicher von Studiengang zu Studiengang sehr verschieden.
Zitat von rhapsody3004rhapsody3004 schrieb:Natürlich weiß ich wie es shionoro gemeint hat. Und mit Zugriff auf wirklich sämtliche Informationen als Überbegriff für alles Relevante, was es zum Erlernen (auch zum Verstehen) einer Thematik braucht, wäre dies sicherlich auch vollständig im privaten Rahmen möglich
Du meinst ein Youtubevideo und ein paar Fachbücher qualifizieren jemanden zur OP am Offenen Herzen?
Oder auch nur zur sachgerechten Entfernung eines Weisheitszahnes?
Würdest du dich dahingehend einem Autodidakten anvertrauen?
Da hatte wahrscheinlich sogar Dr. Eisenbart eine bessere Ausbildung.
Zitat von rhapsody3004rhapsody3004 schrieb:Wäre ich sogar auch persönlich dafür, weil es die Hochschulzugangsberechtigung oder anderweitige Studienvoraussetzungen nicht mehr bräuchte, wenn man im Anschluss aber die gleichen Prüfungen (Staatsexamen bspw.) ablegen müsste wie auch Studenten auf offiziellem Wege
Darüber kann man reden.
Dann wären in meinen Augen aber die gleichen Prüfungen zu absolvieren denen sich ordnungsgemäss Studierende auch unterziehen müssen. Nicht dass dann auch so ein Heiopei Einzug hält wie bei den Heilpraktikern.


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