Stadthexe schrieb:Da muss sich in Deutschland in Sachen Krisen echt mehr tun. Auf Notfälle ist dieses Land überhaupt nicht vorbereitet. Was machen die Politiker eigentlich mit ihrem ganzen Geld? Das Land und die Bürger schützen und verteidigen auf jeden Fall nicht.
Ich greife gern das Zitat nochmal auf weil Steilvorlage. Versteh(t) mich nicht falsch, ich stimme da zu.
Aber: Während es absolut richtig ist, dass der Gesetzgeber (das heißt ergo die Politik) hier mehr machen muss, weil sie teils in der Verantwortung und Zuständigkeit ist, so sollten wir jetzt nicht in den Trott verfallen die Verantwortung komplett an die Politik oder Netzbetreiber oder sonst wen abzuschieben. Wen es betreffen möge.
Denn Teil des Problems ist die eigene deutsche Gesellschaft, die das Konzept Krise/Vorsorge über die letzten Jahrzehnte sukzessive im Schnitt eher verdrängt hat. Eine Gesellschaft die das selbst nicht wahrt wird dementsprechend auch an die Politik andere Impulse und Prioritäten setzen und man hat ggf. eine Art "Teufelskreis" wo 'beidseitig' Krisenvorsorge mit dem Zahn der Zeit immer mehr erodiert, bis halt wieder irgendwas passiert.
Mit der Bundeswehr haben wir nach dem kalten Krieg doch genau das Gleiche gesehen, wobei da auch noch andere Faktoren hinzukamen.
Wofür ich hier nochmal die Werbetrommel rühren möchte, was ich sagen will ist:
Vorsorge fängt beim Bürger an. Selbst wenn der Staat besser wäre: Er hat nicht unendliche Ressourcen was das angeht und unendliche Kräfte die er zeitgleich überall in adäquater Stärke hinschicken kann. Schon im situativen Eigeninteresse sollte ich also selbst vorsorgen - und entlaste so im besten Fall auch staatliche Ressourcen oder mein eigenes Umfeld aktiv mit.
Also mal ganz provokativ ist nicht nur die Frage, was die Politik mit dem Geld macht sondern der Bürger, der eher noch in erster Pflicht steht, ein Mindestmaß an eigener Krisenvorsorge zu betreiben. Leisten kann sich das auf Dauer fast jeder Haushalt. Die Regierung bzw. die Behörden empfehlen das seit Jahren.
Ich finde, wer das nicht an erster Stelle gemacht hat oder versucht, der sollte dann nicht zu vollmundig auf die Politik schimpfen, auch wenn man natürlich unabhängig der eigenen Krisenvorsorge Kritik an der Politik äußern kann. Auf mich wirkt das dann aber komisch und inkonsequent, wenn man (wen es betreffen möge) gar keine relevante Krisenvorsorge betreibt und dann sinngemäß totale Redundanz von ner Art Nanny-Staat erwartet so alá "Wasch mich aber mach mich nicht nass." Spätestens wenn man dann ohne Vorsorge und Ausweichmöglichkeit im Dunkeln sitzt hat man, joa, reingeschissen.
Fangt an zu preppen und euch zu einem Mindestmaß Basiswissen anzueignen auf was man achten muss und lieber nicht tun sollte, wenn daheim einige Tage der Strom weg wäre. Motiviert ggf. euer Umfeld, es euch gleich zu tun. Nicht mit Aluhut-Vibes sondern als gescheite normalisierte Krisenvorsorge, wie ne Versicherung die man abschließt.
Oder guckt wo ihr notfalls woanders unterkommen könnt (etwa im Winter, weil kalt und so) wo Strom ist. Verwandte, Bekannte, Angebote der Städte/des Landes/des Bundes nutzen falls die dann z.B. in Hotels Rabatte für Unterkunft geben. Packt euch individualisierte Taschen oder (Flucht-)Rucksäcke mit Ersatzklamotten, Riegel, ne Pulle Wasser, ggf. Kopien relevanter Dokumente, Taschen die man sofort greifen und raus kann ohne groß zu packen oder nachzudenken. Ich musste einmal ad-hoc sofort ins Krankenhaus und hätte da so einen Rucksack oder ne Tasche mit Ersatzklamotten echt gebrauchen können. Auch für so was kann so eine Vorbereitung sinnvoll sein, es muss nicht der große Blackout oder das Ende der Welt sein. In anderen Fällen wurden Leute von ner Flut überrascht und sie haben sehr viel verloren. Eine Notfalltasche hilft auch bei so was.