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Warum suchen Leute freiwillig den Kontakt zu Mörder*innen in der JVA

61 Beiträge ▪ Schlüsselwörter: Persönlichkeiten, gefährlichen, hingezogen ▪ Abonnieren: Feed E-Mail

Warum suchen Leute freiwillig den Kontakt zu Mörder*innen in der JVA

12.05.2026 um 10:44
Als ich mit 57 Jahren erstmals in eine JVA eintrat hatte ich Null Ahnung wie`s da drinnen abläuft und auch keinerlei Justizwissen - wurde nur aufgeklärt dass da alle unschuldig drinnen sind - und so lernte ich die folgenden 7,5 Jahre Inhaftierte kennen die unterschiedlicher nicht hätten sein können !
Natürlich kam auch dass zutage wovor man mich warnte - und ich mußte abschätzen wem ich zuhörte - und ob dass wahr sein konnte was mir dieser Inhaftierte über sich und die Tat wegen der er hier "einsaß" übermittelte !
Habe von mehreren Inhaftierten in Akten Einsicht nehmen können, die sie in den Zellen verfügbar hatten, habe vergleichbar auch Medienberichte aufgerufen um Schilderungen beurteilen zu können - Gerichtsberichte verglichen dazu - Urteile gelesen - Anfechtungen bis zum EUGH gesehen und deren Verwerfungen - seitdem hab ich meine Einstellung dass ich persönlich mich mal auch auf der"anderen Seite" finden könnte -grundlegend geändert ! Momentan hab ich noch zu zwei Menschen Kontakt - einer darf nach 18 Jahren heuer hoffen frei zu kommen - er ist schon im gelockerten Vollzug und darf auch telefonieren ! Der Zweite - diesen besuche ich auch in der JVA und bin brieflich in Kontakt, hat anhand seines Stolzes keine Chance freizukommen - er sagt er hat dies nicht getan wofür er verurteilt wurde - dass glaube ich ihm sogar weil ich die Fakten besonders gut kenne, aber als Wiederholungstäter hat man ihn mit dem § 21 ( in Ö ) besonders sicher verwahrt !
Das Groteske ist, dass ich hier im Allmy mit einen User zusammentraf der sich als Privatermittler ausgab, und vorgab recherchieren und helfen zu können - da er mit einer sehr sehr prominenten Anwältin bekannt sei - naja Folge: Geld geflossen - danach nicht mehr erreichbar - die Anwältin kennt DIESEN nicht !
Fazit daraus : bist ein Idealist - bist ein I....


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Warum suchen Leute freiwillig den Kontakt zu Mörder*innen in der JVA

16.05.2026 um 14:45
Zitat von taranehtaraneh schrieb am 12.05.2026:Das Groteske ist, dass ich hier im Allmy mit einen User zusammentraf der sich als Privatermittler ausgab, und vorgab recherchieren und helfen zu können - da er mit einer sehr sehr prominenten Anwältin bekannt sei - naja Folge: Geld geflossen - danach nicht mehr erreichbar - die Anwältin kennt DIESEN nicht !
Das finde ich dann doch recht interessant.


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21.05.2026 um 21:05
So einen Thread hatten wir schon mal, Stichwort Hybristophilie.

Es gibt diverse Aspekte daran. Das eine ist die Faszination am, nennen wir es mal, Animalischen.

Einige Frauen beschreiben es als sehr positiv, dass es in solchen Beziehungen nur sehr nachrangig um Körperlichkeiten geht, auch wenn das ja quasi erzwungen ist.

Letztlich hat ein Partner im Knast auch Vorteile: er schlägt seine Partnerin nicht, man kann sich, falls nötig, gefahrlos trennen, er geht nicht fremd, all die ganz großen Probleme in einer Partnerschaft können nicht stattfinden, solange der Partner im Gefängnis sitzt. Wobei das kaum eine bewusste Überlegung sein wird bei den Meisten.


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23.05.2026 um 01:26
Zitat von loboxlobox schrieb am 08.05.2026:Ich hab ihm einen Brief ins Gefängnis geschickt. Einfach um ihm zu sagen, dass ich mich an die schönen gemeinsamen Zeiten erinnere.
Und hat er geantwortet?
Zitat von taranehtaraneh schrieb am 12.05.2026:dass ich hier im Allmy mit einen User zusammentraf der sich als Privatermittler ausgab, und vorgab recherchieren und helfen zu können - da er mit einer sehr sehr prominenten Anwältin bekannt sei - naja Folge: Geld geflossen - danach nicht mehr erreichbar - die Anwältin kennt DIESEN nicht !
Das klingt ja schon fast nach einem Betrüger...Hattest Du das gemeldet?


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Warum suchen Leute freiwillig den Kontakt zu Mörder*innen in der JVA

23.05.2026 um 07:49
Ich möchte hier meine eigene Erfahrung einbringen.
Es ist nicht so, dass jede weibliche Person, die Häftlingen schreibt, irgendwelche "romantischen Absichten" hat.

In meinem Fall war es ein über 7-jähriger Briefwechsel mit einem Häftling aus einer Todeszelle in Texas, inkl. Hinrichtung und Telefonat noch eine Stunde vorher.
Er hat mich in seinen letzten Worten erwähnt und es war, als wäre ich wie eine Schwester für ihn gewesen.

Im Falle von USA Häftlingen erfährt der Insasse auf jeden Fall die eigene Adresse, jedenfalls so lange der Briefwechsel klassisch über Briefpost erfolgt.
(in Texas haben die Deathrow Inmates keinen Zugang zu Internet)
Es gibt aber auch andere Haftanstalten, da kann man über bestimmte Systeme korrespondieren (jpay z.B.).

Es hört sich vielleicht für viele ganz irre an, aber wir hatten einen tollen Briefwechsel, uns über hundertundeins Themen ausgetauscht, ich habe wahnsinnig viel über seine Vergangenheit erfahren und wir hatten auch jede Menge lustige Passagen in den Briefen.
Ich sage, ich habe ihn als Mensch kennengelernt.

Dazu möchte ich aber auf jeden Fall erwähnen, dass ich vorher wusste, was sein Verbrechen war. Einen Serienmörder, Kindermörder, Frauenschänder .... hätte ich nicht kontaktiert.
Bei Deathrow Häftlingen kann man die ganzen Details vorher lesen.

Mein Partner wusste darüber von Anfang an Bescheid, hätte auch alle Briefe lesen können, aber er hat mir vertraut.
Später wurde er in den Briefwechsel mit eingebunden, z.B. über Themen wie American Football - da haben die beiden sich gern drüber unterhalten.
Wir haben ihm oft Fotos geschickt von unseren Unternehmungen, und waren (wie er es formulierte) "sein Fenster in die Welt".

Deathrow Inmates in Texas leben 23 Stunden in quasi Isolationshaft in einem ca. 7 m² Raum.
Er kam mit 20 in den Todestrakt und verbrachte dann 22 Jahre dort.

Ich möchte diese Freundschaft (ja, ich nenne es so) nicht missen und mir tut es unfassbar leid, dass er hingerichtet wurde anstatt seinen größten Wunsch erfüllt zu bekommen. Umwandlung in Lebenslänglich. (was in USA auch genau das geheissen hätte - aber er wäre aus der Iso-Haft rausgekommen und hätte etwas arbeiten / lernen dürfen).


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23.05.2026 um 08:39
Zitat von -Dandelion--Dandelion- schrieb:In meinem Fall war es ein über 7-jähriger Briefwechsel mit einem Häftling aus einer Todeszelle in Texas
Das klingt wirklich interessant.
Was war Deine Motivation der Kontaktaufnahme?
Zitat von -Dandelion--Dandelion- schrieb:Mein Partner wusste darüber von Anfang an Bescheid, hätte auch alle Briefe lesen können, aber er hat mir vertraut.
Mein Mann hätte dafür wahrscheinlich wenig Verständnis. Mein erster Mann wohl auch nicht.
Zitat von -Dandelion--Dandelion- schrieb:dass ich vorher wusste, was sein Verbrechen war. Einen Serienmörder, Kindermörder, Frauenschänder .... hätte ich nicht kontaktiert.
Aber er muss ja wohl ein Kapitalverbrechen begangen haben, sonst wäre er nicht hingerichtet worden?


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23.05.2026 um 09:40
Zitat von nairobinairobi schrieb:Das klingt wirklich interessant.
Was war Deine Motivation der Kontaktaufnahme?
Ich habe mich damals stark für das Thema "Todesstrafe" interessiert und mich viel darüber informiert.
Dabei bin ich u.a. auf der Seite "Initiative gegen die Todesstrafe" gelandet. Auf dieser werden auch Gesuche nach Brieffreundschaften veröffentlicht.
Ich habe im Vorfeld dann noch einen langen Blog einer Schweizerin gelesen, die über ihre Brieffreundschaft berichtet hat und mir dann die Inserate angeschaut.
Der Häftling, dem ich schlußendlich geschrieben habe, hat mich mit seinem Vorstellungstext und dem Bild angesprochen.
Ich wollte es einfach probieren (bisserl Englisch schreiben schadet nie war so der Gedanke) und sehen, ob überhaupt eine Antwort zurück kommt.
Was dann zurück kam, ein 12-seitiger Brief, handgeschrieben war der Start von 7 Jahren.
Zitat von nairobinairobi schrieb:Mein Mann hätte dafür wahrscheinlich wenig Verständnis. Mein erster Mann wohl auch nicht.
Ich bin nicht der Typ, der "um Erlaubnis" für sowas fragt - auch nicht in einer Beziehung.
Aber ich habe offen kommuniziert, was ich vorhabe und dass er es gern lesen kann, wenn er möchte.
(das Angebot dazu hat ihm offensichtlich gereicht, er hat es nie in Anspruch genommen)
Er machte sich eher Sorgen, was ist, wenn es doch zum "Tag X" kommt - also einer Hinrichtung. (was leider ja auch eingetreten ist - allerdings war er dann selbst schon involviert und hat am Telefon auch mit ihm gesprochen).
Zitat von nairobinairobi schrieb:Aber er muss ja wohl ein Kapitalverbrechen begangen haben, sonst wäre er nicht hingerichtet worden?
Natürlich. Er wurde wegen first-degree-murder zum death penalty verurteilt.
Er hat, high von Heroin und Kokain, wegen Geld für Drogen ein Familienmitglied erschlagen.


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23.05.2026 um 09:50
Zitat von -Dandelion--Dandelion- schrieb:Ich habe mich damals stark für das Thema "Todesstrafe" interessiert und mich viel darüber informiert.
Ich glaube das kann bei einigen schon ein großer Punkt sein. Die Neugierde nach dem Unbekannten.


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23.05.2026 um 10:05
Zitat von Ray.Ray. schrieb:Ich glaube das kann bei einigen schon ein großer Punkt sein. Die Neugierde nach dem Unbekannten.
Ohne Neugier schreibt man einem fremden Menschen wahrscheinlich nicht.

Ich hatte schon als Teenager und später junge Frau verschiedene Brieffreunde und Brieffreundinnen (alles noch mit klassischer Briefpost) in anderen Teilen von DE, Europa und Afrika - das waren zu Beginn auch "Fremde".
Ich habe immer schon gern geschrieben und "Briefe" und alles drumherum mag ich noch heute (Briefmarken drauf, das haptische einen Brief zu öffnen etc.)

Was ist die Intention generell, einem zu Beginn fremden Menschen zu schreiben und sich auszutauschen?
Ich gehe mal von einem beachtlichen Anteil an "Neugier" aus - und dann ggfs. noch gemeinsame Interessen oder den Wunsch, über das Land/Gegend mehr zu erfahren, wo die Person lebt.


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23.05.2026 um 15:07
Zitat von -Dandelion--Dandelion- schrieb:Ich wollte es einfach probieren (bisserl Englisch schreiben schadet nie war so der Gedanke) und sehen, ob überhaupt eine Antwort zurück kommt.
Was dann zurück kam, ein 12-seitiger Brief, handgeschrieben war der Start von 7 Jahren.
Bist Du jemals in die USA gereist, um ihn persönlich zu treffen?


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Warum suchen Leute freiwillig den Kontakt zu Mörder*innen in der JVA

23.05.2026 um 15:26
Die Idee an sich finde ich gut. Ein bisschen Leben in die tristen Zellen zu bringen.
Ich könnte allerdings nicht ertragen so nah mit den Zuständen dort in Kontakt zu kommen.

Dabei geht es mir weniger um den Straftäter als um die martialische Behandlung und die Todesstrafe.


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23.05.2026 um 15:33
Zitat von -Dandelion--Dandelion- schrieb:Dabei bin ich u.a. auf der Seite "Initiative gegen die Todesstrafe" gelandet. Auf dieser werden auch Gesuche nach Brieffreundschaften veröffentlicht
Das ist ja interessant.
Zitat von -Dandelion--Dandelion- schrieb:Er hat, high von Heroin und Kokain, wegen Geld für Drogen ein Familienmitglied erschlagen.
Wie schrecklich! Bestimmt hat er das später bitter bereut.
Zitat von -Dandelion--Dandelion- schrieb:Ich bin nicht der Typ, der "um Erlaubnis" für sowas fragt - auch nicht in einer Beziehung.
Aber ich habe offen kommuniziert, was ich vorhabe und dass er es gern lesen kann, wenn er möchte.
Das finde ich völlig in Ordnung.
Jeder ist ein eigenständiger Mensch und entscheidet, was er tut.


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23.05.2026 um 16:09
Zitat von nairobinairobi schrieb:Und hat er geantwortet?
Ja hat er, mit einem 2 Seiten langen Brief.


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23.05.2026 um 19:30
Zitat von antheanthe schrieb:Bist Du jemals in die USA gereist, um ihn persönlich zu treffen?
Nein. Das war auch nicht in Planung.
Zitat von BundeskanzleriBundeskanzleri schrieb:Dabei geht es mir weniger um den Straftäter als um die martialische Behandlung und die Todesstrafe.
Gerade die Hinrichtung hätte ich nicht erwartet (also, daß es eintritt).
Mir war zwar bewusst, daß gerade Texas ein Bundesstaat ist, der "fleißig vollstreckt", aber trotzdem hat mich das sehr getroffen und traurig gemacht.
Andererseits haben mir seine letzten Briefe und auch seine letzten Worte (diese werden vor "Vollstreckung" aufgezeichnet / dokumentiert) gezeigt, dass ich ihm viel bedeutet habe und eine große Stütze war - dafür war es das wert.
Zitat von nairobinairobi schrieb:Wie schrecklich! Bestimmt hat er das später bitter bereut.
Er hat es absolut bereut, eigentlich ab dem Zeitpunkt als der "kalte Entzug" im Knast durch war und er wieder einigermaßen klar im Kopf wurde.
Die Tat hat er auch nie bestritten oder beschönigt und wollte auch nie eine Freilassung erwirken.
Seine Familie hat ihm übrigens verziehen.


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23.05.2026 um 19:59
Zitat von -Dandelion--Dandelion- schrieb:Mir war zwar bewusst, daß gerade Texas ein Bundesstaat ist, der "fleißig vollstreckt", aber trotzdem hat mich das sehr getroffen und traurig gemacht.
Andererseits haben mir seine letzten Briefe und auch seine letzten Worte (diese werden vor "Vollstreckung" aufgezeichnet / dokumentiert) gezeigt, dass ich ihm viel bedeutet habe und eine große Stütze war - dafür war es das wert.
Du hast über sieben Jahre lang einen großen Unterschied in seinem Leben gemacht.


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23.05.2026 um 20:34
Zitat von BundeskanzleriBundeskanzleri schrieb:Die Idee an sich finde ich gut. Ein bisschen Leben in die tristen Zellen zu bringen.
Ich könnte allerdings nicht ertragen so nah mit den Zuständen dort in Kontakt zu kommen.
Ich so gar nicht - wir haben auch so Palliativ-Patienten die sich über Kontakt freuen. Oder generell einsame Menschen. Warum Straftäter mit Kapitalverbrechen?


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23.05.2026 um 20:54
Zitat von cejarcejar schrieb:Ich so gar nicht - wir haben auch so Palliativ-Patienten die sich über Kontakt freuen. Oder generell einsame Menschen. Warum Straftäter mit Kapitalverbrechen?
Diese Diskussionen kenne ich aus dem Bekanntenkreis zu genüge.
Es ist doch egal, wofür man sich engagiert, Hauptsache man macht überhaupt was.

Wenn ich im Tierschutz helfe, heisst es "wieso Tiere - wieso nicht Kinder?" .... wenn ich für Soko Tierschutz spende, heisst es "wieso nicht für Krebspatienten?" .... wenn ich für Ärzte ohne Grenzen spende, heisst es "wieso nicht für Amnestie International?" ....

Erstens ist es jedem selbst überlassen, wo die eigenen Prioritäten liegen, denn man kann nicht die ganze Welt retten (ich finde es ehrlich toll, wenn jemand sich überhaupt irgendwo engagiert) .... und ..... eines schließt anderes ja nicht aus.


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24.05.2026 um 17:32
Zitat von cejarcejar schrieb:Oder generell einsame Menschen. Warum Straftäter mit Kapitalverbrechen?
Ich kann es auch nicht wirklich nachvollziehen, aber von beiden Seiten aus nicht. 🤷‍♂️


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24.05.2026 um 20:41
Etwas provokativ gefragt: Ist es nicht eine "Phantasiewelt", die durch die Gefängniswelt erzwungen wird? Also, der Gefangene wird ja durch die Haft, so doof die Bedingungen auch sind, zu einer bestimmten Lebensweise gezwungen. Er hat bestimmte Weiterbildungs- und Freizeitangebote, z.T. kann er arbeiten und wird in ein Wohlverhalten gezwungen, das ihm auch das Gefühl oder Illusion gibt, er könnte das "draußen" dann weiterführen und bestimmte unerwünschte Verhaltensweisen abstellen.

Ganz oft reden sich Leute viel ein. Ich habe Bekannte, die haben einen kleinen Pferdehof an einem kleinen Wanderweg und haben jemanden aus dem weiteren Bekanntenkreis aufgenommen, der eine ziemliche Abwärtsspirale durchlaufen hatte: Alkohol, Drogen, Beschaffungskriminalität, Obdachlosigkeit, Gefängnis, ... gerade clean war und dessen (idyllischer) Traum vom Landleben war, er hat nun keinen Kontakt mehr zur Drogenszene, Tiere sind sein Ding und er lebt dort erst mal und arbeitet mit, bis er gefestigt ist.

Wurde dann ein ziemlicher Alptraum. Die haben sich gekümmert, dass er eine Meldeadresse hat, krankenversichert ist, sie haben ihn angestellt und es hat sich eben herausgestellt, dass der Suchtdruck auch auf dem Pferdehof nicht plötzlich weg ist, dass er das Landleben eher langweilig und Pferde groß und potentiell gefährlich fand - das Doofe war, dass seine Anschlussperspektiven nicht rosig waren und sie sich in der moralischen Verantwortung sahen, dass er nicht aufgibt und wieder in die Stadt geht. Der emotionale Druck war irgendwann immens ...


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25.05.2026 um 15:09
Zitat von MissMaryMissMary schrieb:Etwas provokativ gefragt: Ist es nicht eine "Phantasiewelt", die durch die Gefängniswelt erzwungen wird? Also, der Gefangene wird ja durch die Haft, so doof die Bedingungen auch sind, zu einer bestimmten Lebensweise gezwungen. Er hat bestimmte Weiterbildungs- und Freizeitangebote, z.T. kann er arbeiten und wird in ein Wohlverhalten gezwungen, das ihm auch das Gefühl oder Illusion gibt, er könnte das "draußen" dann weiterführen und bestimmte unerwünschte Verhaltensweisen abstellen.
Schau dir die Rückfallqoute an und dir wird aufgezeigt das da durchaus was dran ist. Klar kommen da auch noch andere Faktoren zum Tragen aber die scheinwelt Knast hat noch keinen besser gemacht.


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