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Tauchunfall auf den Malediven

27 Beiträge ▪ Schlüsselwörter: Unfall, Höhle, Tauchen ▪ Abonnieren: Feed E-Mail

Tauchunfall auf den Malediven

15.05.2026 um 03:45
Auf den Malediven gab es anscheinend ein tragischen Tauchunfall bei dem 5 Italiener ums Leben gekommen sind:
Fünf Italiener offenbar bei Tauchunfall ums Leben gekommen

https://www.welt.de/vermischtes/article6a0660042024a1440cb9aefa/unglueck-auf-den-malediven-fuenf-italiener-offenbar-bei-tauchunfall-ums-leben-gekommen.html


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Da ich absolut gar keine Ahnung vom Tauchen habe wollte ich hier mal fragen, ob sich jemand auskennt und vermuten kann was passiert ist?

Das es keiner mehr zurückgeschafft hat klingt für mich irgendwie nach einer sehr tiefen Höhle/Gänge und alle haben sich darin verirrt und die Luft ging aus?
Oder ist eine Höhle vielleicht zusammengestürzt? Oder können dort entsprechend gefährliche Tiere wohnen?
Mehr Informationen als in dem oben genannten Artikel bei verschiedenen Quellen gibt es bisher soweit ich weiß noch nicht. Falls eine Bergung stattfindet weiß man bestimmt mehr.


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Tauchunfall auf den Malediven

15.05.2026 um 15:11
Höhlentauchen zählt zu den anspruchsvollsten und gefährlichsten Tauchsportgebieten. Es ist nicht bekannt, ob mit normaler [atmosphärischer] Pressluft oder einem anderen Gasgmisch getaucht wurde. Bei normaler Pressluft liegt die Grenze für sicheres Tauchen bei 40m. Die Taucher waren Wissenschaftler und sollten die Gefahren beim Höhlentauchen kennen. Angenommen, der 5. Taucher war der Guide, dann sollte die Gefahr reduziert sein. Trotzdem besteht beim Gruppentauchen die Gefahr, dass Sedimente aufgewühlt werden und die Sicht erschwert wird. Zusätzlich scheint die Höhle vom Eingang zum Ausgang bergab zu verlaufen. Verbunden mit der Kälte kann es leicht zu Paniken kommen. In einer engen Höhle kann sich die Gruppe nur schwer retten und man behindert sich gegenseitig.


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Tauchunfall auf den Malediven

16.05.2026 um 01:32
Purer Horror die Vorstellung so zu sterben. Das wünscht man keinen. Ich war schon immer ne Wasserratte aber gerätetauchen fand ich schon immer gefährlich. Es sollte jedem bewusst sein.


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Tauchunfall auf den Malediven

16.05.2026 um 03:33
Zitat von MrOchmoneckMrOchmoneck schrieb:ob sich jemand auskennt und vermuten kann was passiert ist?
(Zur Absicherung. Bin selbst kein Taucher, mein Wissen bezieht sich aus Videos aus dem Internet)
Manche Höhlen sind teilweise so verwinkelt und in ihrer Beschaffenheit so ähnlich, das es schwierig ist, die Orientierung zu behalten. Etwaiges Sediment tut sein übriges. Ich schätze mal, das die sich verirrt haben und bis zum Ende des Sauerstoffs nicht wieder aus der Höhle herausgefunden haben.


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Tauchunfall auf den Malediven

16.05.2026 um 14:09
Ein wirklich entsetzliches Drama. Mein Beileid allen betroffenen Familien und Freunden.
Die Schwester meiner Schwägerin hatte im Alter von 22 Jahren im Rahmen ihres Sport-Studiums am Gardasee einen schweren Tauchunfall und sitzt seitdem von schwersten Spastiken geplagt im Rollstuhl.
Zitat von MrOchmoneckMrOchmoneck schrieb:Da ich absolut gar keine Ahnung vom Tauchen habe wollte ich hier mal fragen, ob sich jemand auskennt und vermuten kann was passiert ist?
Eventuell könnte @PrivateEye allgemeine Fragen zum Thema Tauchen beantworten.


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Tauchunfall auf den Malediven

16.05.2026 um 23:26
jetzt ist noch ein weiterer Taucher gestorben - einer der die Leichen finden und bergen wollte
Fünt Italiener kommen bei einem Tauchunglück auf den Malediven ums Leben. Die Suche nach ihren Leichen dauert an - und ein weiteres Unglück folgt: Beim Versuch, die Ertrunkenen zu finden, stirbt ein Rettungstaucher des maledivischen Militärs.

Die Suche nach den Leichen der ertrunkener Taucher aus Italien hat einen Rettungstaucher auf den Malediven das Leben gekostet. Der Mann von der maledivischen Nationalen Verteidigungsstreitkraft (MNDF) wurde ins Krankenhaus eingeliefert und starb dort, nachdem er an einer Suchaktion teilgenommen hatte. Ziel der Suchaktion war es gewesen, die vier Leichen der noch immer vermissten Italiener in einer Unterwasserhöhle im Vaavu-Atoll aufzuspüren, wie die italienische Nachrichtenagentur Ansa unter Berufung auf maledivische Quellen berichtete.
Quelle: https://www.n-tv.de/panorama/Maledivischer-Taucher-stirbt-bei-Versuch-der-Leichenbergung-id30827742.html


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Tauchunfall auf den Malediven

17.05.2026 um 19:13
Ich verfolge diesen tragischen Fall ebenfalls. Für mich tun sich da aber einige Fragen auf. Der Höhleneingang wird je nach Strömung mit zwischen 55 und 58 m Tiefe angegeben und die Höhle selbst verläuft aufwärts. Was man über die Brevetierung der Taucher lesen konnte, sollen sie sehr erfahren gewesen sein. Die Malediven haben aber ein allgemeines Tiefenlimit von 30 m.
Ohne das Briefing vor dem Tauchgang zu kennen, die Ausrüstung, die ausgewerteten Tauchcomputer… Kann man keine seriöse Aussage zum Hergang treffen.
Ich hoffe nur, dass am Ende nicht herauskommt, dass sie mit normaler Druckluft unterwegs waren ( dann hätten sie sich innerhalb aller kürzester Zeit in die Deco getaucht, was grundsätzlich erst mal nicht so schlimm wäre) oder sie mit Trimix ( das ist ein Gasgemisch, mit dem größere Tiefen sicherer betaucht werden können)tauchen wollten, aber Nitrox ( das ist normale Luft, die mit Sauerstoff angereichert wird. Es führt dazu, dass die Stickstoff Aufsättigung im Körper bei einem normalen Tauchgang nicht so hoch ist, in der Tiefe kann das aber toxisch werden) in den Flaschen hatten.
Unter Umständen aufgrund eines Verständigungfehlers.


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Tauchunfall auf den Malediven

17.05.2026 um 21:15
@vargas

Das wäre natürlich nochmal weitaus tragischer wenn solche "cold facts" der Grund waren , die vermeidbar waren. Mal schauen was rauskommt.

Die Information mit dem Sediment zuvor, bedeutet das dann quasi dass man unter Wasser nichts mehr sieht weil der Sand aufgewirbelt wird und es zu lange dauert bis ich dieser setzt und dann die Luft ausgeht?

Ist der einzelne Taucher der nach den Vermissten gesucht hat tatsächlich danach noch verstorben oder war dieser schon dabei?

Diese Todesart und (auch in trockenenen Expeditionen) eingeklemmt in einer Höhle zu sein, wenn diese z. B. etwas zusammengerutscht ist, muss das übelste sein.

Dass man einfach so unbekannte Höhlen in derartiger Tiefe erforschen darf finde ich auch fragwürdig. Das sollte erst freigegeben sein nachdem es eine offizielle "Inventur" der Höhle gab mit bekannten Eckdaten und "Scout".


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Tauchunfall auf den Malediven

17.05.2026 um 23:27
Zitat von MrOchmoneckMrOchmoneck schrieb:Die Information mit dem Sediment zuvor, bedeutet das dann quasi dass man unter Wasser nichts mehr sieht weil der Sand aufgewirbelt wird und es zu lange dauert bis ich dieser setzt und dann die Luft ausgeht?
Aufgewirbeltes Sediment ist nicht einfach nur Sand, das ist eine etwas trügerische Vorstellung. Es kann die Sicht schon drastisch einschränken. Ich glaube aber nicht, dass erfahrene Taucher dadurch in Panik geraten. (Ich habe das jedenfalls so noch nie erlebt.) man wartet auch nicht an Ort und Stelle, bis sich alles wieder gelegt hat, sondern bewegt sich langsam vorwärts und taucht dann wieder in einen klaren Bereich.
Zitat von MrOchmoneckMrOchmoneck schrieb:Ist der einzelne Taucher der nach den Vermissten gesucht hat tatsächlich danach noch verstorben oder war dieser schon dabei?
So wie ich die Berichte hierzu gelesen habe, war er eigentlich ein Bergungstaucher der Marine, der dort verunglückt ist. Seine Aufgabe war es, die bereits vermissten Taucher zu finden. Dass er allerdings auch ums Leben gekommen ist, wirft für mich die größten Fragen auf.


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Tauchunfall auf den Malediven

18.05.2026 um 16:20
Die Leichen wurden gefunden.
Rettungstaucher haben die Leichen von vier ertrunkenen Tauchern aus Italien in einer Unterwasserhöhle auf den Malediven gefunden. Dies bestätigte das Außenministerium in Rom. Die Suchaktion zog sich über mehrere Tage und musste zwischenzeitlich unterbrochen werden. Am Wochenende war dabei ein maledivischer Rettungstaucher ums Leben gekommen.
Zitat von vargasvargas schrieb:Die Malediven haben aber ein allgemeines Tiefenlimit von 30 m.
Die Genehmigung, tiefer zu tauchen, hatte die Gruppe anscheinend auch nicht.
Medienberichten zufolge durfte die Gruppe aber nur in etwa 30 Metern Tiefe tauchen. Für tiefere Tauchgänge ist auf den Malediven eine spezielle Genehmigung nötig, die die Tauchergruppe offenbar nicht hatte.
https://web.de/magazine/panorama/unfaelle-ungluecke/italienische-taucher-tot-hoehle-entdeckt-42282926


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Tauchunfall auf den Malediven

18.05.2026 um 16:58
Zitat von MrOchmoneckMrOchmoneck schrieb am 15.05.2026:Oder können dort entsprechend gefährliche Tiere wohnen?
Zumindest das ist nicht sehr wahrscheinlich. Tauchunfälle mit Tieren sind (wenn auch sehr unwahrscheinlich) möglich, aber kein Tier verletzt 5 Taucher*innen so, dass diese nicht wieder zurück kommen.

Ich tauche selber hobbymäßig und bin mit dem Deep Diver auch für tiefere Tauchgänge als die 30 m der Malediven brevetiert (Sporttauchen geht bis maximal 40 m Tiefe), aber Höhlen lösen in mir richtiges Gefühl der Beklemmung aus. Ich bin auch vor ein paar Jahren mit einem Tauchlehrer (der mich als nicht brevetiert für Höhlen mitnehmen durfte) in einer Höhle getaucht und es hat einfach keinen Spaß gemacht bzw. hatte ich mehr mit mir und meinen Ängsten zu kämpfen als dass ich den Tauchgang genießen konnte.
Zitat von vargasvargas schrieb:sie mit Trimix ( das ist ein Gasgemisch, mit dem größere Tiefen sicherer betaucht werden können)tauchen wollten
Ich könnte mir auch vorstellen dass es ggf. ein Problem mit der Anlage zur Befüllung der Flaschen gegeben hat. Wenn der Tauchanbieter nicht für Tauchausflüge tiefer als 30 m zertifiziert war wäre es durchaus denkbar, dass auch seine Anlage nicht ordnungsgemäß gewartet und Instandgehalten wurde. Aber natürlich alles nur Spekulation.


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Tauchunfall auf den Malediven

18.05.2026 um 20:09
Zitat von Photographer73Photographer73 schrieb:Die Genehmigung, tiefer zu tauchen, hatte die Gruppe anscheinend auch nicht.
Medienberichten zufolge durfte die Gruppe aber nur in etwa 30 Metern Tiefe tauchen. Für tiefere Tauchgänge ist auf den Malediven eine spezielle Genehmigung nötig, die die Tauchergruppe offenbar nicht hatte.
https://web.de/magazine/panorama/unfaelle-ungluecke/italienische-taucher-tot-hoehle-entdeckt-42282926
Ich kann aus eigener Erfahrung nur berichten, dass mir auf den Malediven mindestens einmal von der Tauchbasis ein Tauchgang angeboten wurde, der gegen diese Regelung verstoßen hätte. Sie hatten diesen Tauchspot sogar ganz regulär auf ihrer Website. Mein damaliger Tauchpartner und ich haben ihn abgelehnt, weil er uns, nicht nur wegen der Tiefe, zu riskant erschien. Das ist aber kein rein maledivisches Problem.
Ich kenne bis jetzt eigentlich nur einen Spot weltweit, bei dem stichprobenartig im Nachgang der Tauchcomputer kontrolliert wird und dieser Tauchspot liegt in Deutschland.
Zitat von bettmanbettman schrieb:Ich könnte mir auch vorstellen dass es ggf. ein Problem mit der Anlage zur Befüllung der Flaschen gegeben hat.
Das halte ich auch möglich. Da die Kompressoren mit Dieselaggregaten angetrieben werden reicht es ja schon, wenn die Abgase angesaugt wurden.
Wenn man seine Luft nicht vorher an Land ohne Maske probiert und schmecken kann, hat man keine Chance, das unter Wasser rechtzeitig festzustellen.
Zitat von bettmanbettman schrieb:in einer Höhle getaucht und es hat einfach keinen Spaß gemacht bzw. hatte ich mehr mit mir und meinen Ängsten zu kämpfen als dass ich den Tauchgang genießen konnte.
Das kann ich absolut nachvollziehen. Ich habe zwar ein Höhlentauchbrevet, aber mich bekommen da keine zehn Pferde mehr rein.


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Tauchunfall auf den Malediven

18.05.2026 um 20:16
https://www.focus.de/panorama/5-menschen-tot-tauch-profi-entsetzt-ueber-fehler-bei-fataler-malediven-tour_bc1a9013-8389-4c0d-a885-5bc4edaf847b.html

Keine Genehmigung, nur Standardausrüstung, Wetterbericht nicht ausreichend studiert, Wetterwarnung ignoriert, zu tief - vermutlich am Druck gestorben.

Wie (vermutlich) kluge Menschen sich einer derartigen Gefahr so leichtsinnig ausliefern können bleibt mir unbekannt.
Aber ist dann vermutlich im Endeffekt doch das gleiche wie Motorradrennen oder, mir fällt gerade der Name gerade nicht ein, wo man sich in so einem "Körperfallschirm" eine Klippe runterstürzt.


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Tauchunfall auf den Malediven

18.05.2026 um 20:38
Zitat von MrOchmoneckMrOchmoneck schrieb:Keine Genehmigung, nur Standardausrüstung, Wetterbericht nicht ausreichend studiert, Wetterwarnung ignoriert, zu tief - vermutlich am Druck gestorben.
Ich bin, gelinde gesagt, schockiert.


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Tauchunfall auf den Malediven

19.05.2026 um 11:12
Zitat von vargasvargas schrieb:Ich kann aus eigener Erfahrung nur berichten, dass mir auf den Malediven mindestens einmal von der Tauchbasis ein Tauchgang angeboten wurde, der gegen diese Regelung verstoßen hätte. Sie hatten diesen Tauchspot sogar ganz regulär auf ihrer Website. Mein damaliger Tauchpartner und ich haben ihn abgelehnt, weil er uns, nicht nur wegen der Tiefe, zu riskant erschien. Das ist aber kein rein maledivisches Problem.
Ich kenne bis jetzt eigentlich nur einen Spot weltweit, bei dem stichprobenartig im Nachgang der Tauchcomputer kontrolliert wird und dieser Tauchspot liegt in Deutschland.
Ein großes Problem. Natürlich kann, gerade beim Höhlentauchen, immer mal etwas passieren, aber solange das so fahrlässig gehandhabt wird, sehe ich das als weitere, nicht zu unterschätzende, Gefahrenquelle.
Zitat von MrOchmoneckMrOchmoneck schrieb:Keine Genehmigung, nur Standardausrüstung, Wetterbericht nicht ausreichend studiert, Wetterwarnung ignoriert, zu tief - vermutlich am Druck gestorben.

Wie (vermutlich) kluge Menschen sich einer derartigen Gefahr so leichtsinnig ausliefern können bleibt mir unbekannt.
Ich kann es auch absolut nicht nachvollziehen, warum so gehandelt wurde. Zumal die Taucher nicht als unerfahren beschrieben wurden.

Ich hoffe, bei der (anscheinend) gefährlichen Bergung werden nicht noch weitere Opfer zu beklagen sein.


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Tauchunfall auf den Malediven

19.05.2026 um 18:48
Zitat von MrOchmoneckMrOchmoneck schrieb:Keine Genehmigung, nur Standardausrüstung, Wetterbericht nicht ausreichend studiert, Wetterwarnung ignoriert, zu tief - vermutlich am Druck gestorben.
Da ich kaum Ahnung vom Tauchen habe: Wie muss man sich die Zusammenhänge zwischen Wetter und Druck vorstellen? Bestimmte Wetterbedingungen bringen gewisse Strömungen mit sich und dann wird man im ungünstigsten Fall tiefer getrieben als man es vorhatte?
Zitat von Photographer73Photographer73 schrieb:Ich hoffe, bei der (anscheinend) gefährlichen Bergung werden nicht noch weitere Opfer zu beklagen sein.
Obwohl es natürlich nun mal der Job der Bergungskräfte ist und ich den Wunsch der Angehörigen und der Gesellschaft nach Klarheit bezüglich offener Fragen und nach einer Bestattung der Verstorbenen sehr gut verstehen kann, denke ich mir dann doch immer wieder, dass ich solche hochriskanten Bergungsaktionen fragwürdig finde.


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Tauchunfall auf den Malediven

19.05.2026 um 23:48
Zitat von vargasvargas schrieb:Das ist aber kein rein maledivisches Problem.
Ich kenne bis jetzt eigentlich nur einen Spot weltweit, bei dem stichprobenartig im Nachgang der Tauchcomputer kontrolliert wird und dieser Tauchspot liegt in Deutschland.
Hatte ich als Tauchanfänger (war einer meiner ersten 10 Tauchgänge) auch mal in Portugal ( https://wahoo-diving.com/tauchrevier/ )
Da bin ich tiefer runter als für mich zulässig und es gab hinterher einen richtigen Satz heiße Ohren vom Betreiber der Tauchbasis.
Zitat von equinoxxequinoxx schrieb:Da ich kaum Ahnung vom Tauchen habe: Wie muss man sich die Zusammenhänge zwischen Wetter und Druck vorstellen? Bestimmte Wetterbedingungen bringen gewisse Strömungen mit sich und dann wird man im ungünstigsten Fall tiefer getrieben als man es vorhatte?
Zwischen Wetter und Druck gibt es beim Tauchen keinen direkten Zusammenhang.
Die größten Probleme von schlechtem Wetter sind:

Ungünstige Strömungen:
- man wird schneller abgetrieben (Strömungen unter Wasser können unheimlich schnell sein, da kann man auch nicht dagegen anschwimmen)
- an engen Stellen wird man ggf. schnell hin und her geschubst und prallt im worst case irgendwo dagegen

Hohe Wellen:
- erschweren das Abtauchen
- erschweren die Rückkehr ins Boot bzw. den Einstieg
- es besteht die Gefahr dass man beim auftauchen nicht gesehen wird bzw. auch das Boot nicht sieht
- aus dem Boot sieht man keine aufsteigenden Bläschen und weiß auch nicht wo die Tauchgruppe ist
- es wird es besonders kritisch wenn das Boot die Stellung nicht halten kann

Schlechte Sicht
- Aufwirblung von Sedimenten
- bei bewölktem Himmel bzw. Regen weniger Licht und damit unter Wasser eine stark verschlechterte Sicht

Das Druckproblem ist ein Tiefenrobem und unabhängig vom Wetter.
Aller 10 m steigt der Druck um 1 bar. Das bedeutet:
- an der Wasseroberfläche 1 bar Druck
- in 10 m Tiefe 2 bar Druck
- in 20 m Tiefe 3 bar Druck
- in 30 m Tiefe 4 bar Druck
- in 40 m Tiefe 5 bar Druck
- in 50 m Tiefe 6 bar

Ab einem Partialdruck von 1,4 bar beginnt Sauerstoff toxisch zu werden.
Normale Pressluft hat eine Sauerstoffkonzentration von 21 %
1,4 bar Partialdruck / 21 % = 6,6 bar
Das heißt bei ungefähr 56 m Tiefe wird bei normaler Pressluft die Atemluft toxisch und man geht mit einer Sauerstoffvergiftung ohne Vorwarnung aus.

Aber schon vor 56 m Tiefe setzt noch ein anderer Effekt ein.
Ab einem Partialdruck von 3 bar wird es mit Stickstoff unlustig. Dann beginnt man langsam berauscht zu werden (sogenannter Tiefenrausch)
Normale Pressluft hateine Stickstoffkonzentration von 78 %
3 bar Partialdruck / 78 % = 3,85 bar
Das heißt ab ungefähjr 28 m Tiefe setzt ein langsamer Rausch ein. Man kann den mit Alkohol vergleichen. Manche Personen vertragen mehr, manche weniger, aber das Verhalten von allen wird untrer anderem riskofreudiger und Reaktionen werden träger.
Deswegen dürfen Taucher*innen die mit einem Advanced Diver brevetiert sind auch nur 30 m tief tauchen. Und deswegen sind vermutlich auch auf den Malediven nur 30 m zulässig.
Ab 40 Meter Tiefe (5 bar) wird es dann bei Pressluft ein richtiger Rausch. Deswegen liegt dort auch die erlaubte Grenze beim Sporttauchen. Für Tauchtiefen bis 40 m benötigt man nochmal eine andere spezielle Brevetierung (Deep Diver).


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Tauchunfall auf den Malediven

19.05.2026 um 23:57
Zitat von equinoxxequinoxx schrieb:Obwohl es natürlich nun mal der Job der Bergungskräfte ist und ich den Wunsch der Angehörigen und der Gesellschaft nach Klarheit bezüglich offener Fragen und nach einer Bestattung der Verstorbenen sehr gut verstehen kann, denke ich mir dann doch immer wieder, dass ich solche hochriskanten Bergungsaktionen fragwürdig finde.
Das geht mir ebenso, nicht nur im hier besprochenen Fall, sondern generell, besonders auch im Hinblick auf Bergung im Gebirge, wie zB bei Laura Dahlmeier etc.


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Tauchunfall auf den Malediven

20.05.2026 um 00:27
Zitat von Photographer73Photographer73 schrieb:Das geht mir ebenso, nicht nur im hier besprochenen Fall, sondern generell, besonders auch im Hinblick auf Bergung im Gebirge, wie zB bei Laura Dahlmeier etc.
Ja. Ich fand es gut, dass Laura Dahlmeier sich vorher Gedanken gemacht und niedergeschrieben hat, dass niemand für ihre Bergung sein Leben riskieren soll.


@bettman Danke für die Erläuterungen -- sie machen mir deutlich, für mich wäre Höhlentauchen nichts. Viel zu riskant. Aber ich muss zugeben, dass diese Höhlenlandschaft, in die die Tauchergruppe sich begeben hat, sehr reizvoll aussieht.
Sie wurden in Chamber 3 gefunden übrigens.

Siehe Bild:
IMG 4615


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Tauchunfall auf den Malediven

20.05.2026 um 00:55
Ich habe gerade gelesen, dass die Gruppe sich zwar eine Genehmigung geholt hat für Tauchen unter 30 m, aber dass sie wohl verschwiegen haben, dass es sich speziell um Höhlentauchen handele.
Eigentlich liegt die gesetzliche Maximaltiefe für Sporttaucher bei 30 Metern. Forschende können allerdings beantragen, tiefer tauchen zu dürfen. Entgegen der Annahme in vielen Medienberichten tat die italienische Gruppe das auch - und erhielt die erforderliche Genehmigung, wie der Sprecher des maledivischen Präsidenten, Mohamed Hussain Shareef, nun mitteilte. Dem Departement für Meeresforschung sei ein Antrag für die Erkundung von Weichkorallen und eine Untersuchung der Zusammensetzung der Riffsysteme vorgelegt worden. "Sie haben grünes Licht erhalten. Sie verfügten über die nötigen Bewilligungen."

Einen Haken in der Zusammenarbeit mit den Behörden gab es dennoch: "Was wir nicht wussten, war, dass es sich um Höhlentauchen handelte", sagte Shareef. Die Gruppe habe nur die Atolle genannt, nicht aber die konkreten Tauchplätze. Das Detail sei essentiell, da es sich "um eine ganz andere Disziplin mit ganz eigenen Herausforderungen und Risiken" handle.
Und Chamber 3 muss ja laut Grafik sogar in mehr als 80 m Tiefe liegen, also weit unter der Grenze, unter der normaler Sauerstoff toxisch wird. Vielleicht war ihnen nicht bewusst, wie tief die Höhle verläuft? Das ist zwar seltsam für das Verhalten von Forschern, aber möglicherweise war das Ganze eine eher spontane Aktion im Tiefenrausch?

Das Unternehmen, dass sie zur Tauchstelle gefahren hat sagt jedenfalls laut Quelle, sie wären nicht darüber informiert gewesen, dass die Gruppe tiefer als 30 m tauchen will.
Man habe sehr wohl eine Genehmigung für Sporttauchen bis zu einer Tiefe von 30 Metern gehabt, entgegnete das Unternehmen laut der italienischen Zeitung "Corriere della Sera". Von den Plänen der Gruppe, tiefer zu tauchen, habe man nichts gewusst. Zumal der Tauchgang weit über das hinausging, was für eine wissenschaftliche Expedition zur Entnahme von Korallenproben in üblichen Tiefen vorgehen war, sagte Orietta Stella, Anwältin von "Albatros Top Boat".
Quelle: https://www.n-tv.de/panorama/Wie-konnte-der-Malediven-Tauchgang-so-schiefgehen-id30837172.html


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