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Das Asperger-Syndrom

269 Beiträge, Schlüsselwörter: Asperger-syndrom

Das Asperger-Syndrom

26.11.2016 um 23:44
CountDracula
schrieb:
Wieso sollte man sozial inkompetent sein, wenn man lieber alleine ist?
Ich kann mit Menschen nicht gut umgehen.
Ich will aber nicht (mehr) alleine sein. Zum Partygänger werde ich vielleicht nie aber eine Partnerin und ein, zwei gute Freunde wären schön.
CountDracula
schrieb:
"Sozial inkompetent" bedeutet doch, dass man mit anderen Menschen nicht gut umgehen kann...
Wie gesagt, in diesem Sinne trifft "Sozial inkompetent" auf mich zu.


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Das Asperger-Syndrom

26.11.2016 um 23:52
@Negev
Verstehe. Was das Partygängersein betrifft, geht es mir zumindestens ähnlich...


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Das Asperger-Syndrom

27.11.2016 um 00:25
@CountDracula
Ist es ein Merkmal von Asperger/Autismus, das diese keine Freundschaften/Partnerschaften brauchen/wollen?


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27.11.2016 um 00:28
@Negev
Das weiß ich nicht genau :/ ich weiß nur, dass viele Schwierigkeiten damit haben, solche Beziehungen einzugehen...


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27.11.2016 um 00:30
@Negev nicht unbedingt, das ist ziemlich komplex und je nach Mensch ganz verschieden, das festzulegen ist denke ich nicht möglich. Ausserdem kommt es auch auf NTs halt an, wie gut sie sich verhalten können. So kann ein Sozialkontakt auch durchaus positiv und nicht verwirrend für ASSler sein.


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27.11.2016 um 00:33
@CountDracula
Hab grad nen Blog eines Autisten gelesen. Freunde brauche er nicht, nach einer Partnerin sehnt er sich aber schon bzw. er ist verheiratet.

http://riddler-gedankenwelt.blogspot.de/2013/01/asperger-und-keine-freunde.html


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Das Asperger-Syndrom

27.11.2016 um 02:22
@Negev

Ich kenne ein paar Menschen mit Asperger und auch mein Freund ist selbst einer. Ich habe das Bedürfnis nach Freundschaften ganz unterschiedlich wahrgenommen bzw. wurde mir darüber berichtet. Von denen, die kein wirkliches Bedürfnis an tiefer gehender Freundschaft oder gar Beziehung hatten und denen die so etwas gerne erfahren hätten, es aber nicht auf die Reihe kriegen bis hin zu Leuten, die sich zwar manchmal etwas kompliziert anstellen, aber durchaus über Freunde etc. verfügen.

Mein Freund hat mir z.B. mal erzählt, dass er sich als Kind gar nicht richtig für andere Kinder interessiert hat. Das Bedürfnis nach Freundschaft und später auch einer Beziehung kam erst in der Pubertät auf. Da er Asperger-bedingt sowieso Schwierigkeiten in manchen Belangen hat und klassisches "Anfreunden" in früheren Jahren auch nicht geübt hatte, hatte er damit lange Zeit Schwierigkeiten. Mir als Partnerin fällt allerdings auch auf, das es ihm zwar mittlerweile leichter fällt, oberflächlichen Kontakt aufzubauen, alles weitergehende aber noch ausbaufähig ist. Aber naja, er hat seine Diagnose auch erst seit zwei Jahren und wird auch erst seitdem durch eine Ergotherapeutin gefördert.

Ich selbst habe das Asperger-Syndrom zwar nicht (zumindest nehme ich das an), habe aber an mir selbst durchaus wahrgenommen, dass ich mittlerweile durchaus auch zufrieden bin, wenn ich nicht ständig Freunde um mich herum habe. Auch den momentanen Zustand "Fernbeziehung" sehe ich nicht all zu tragisch, auch wenn es sicherlich Lösungen gibt, sollte sich daran in Zukunft etwas ändern. "Party" finde ich eh schon immer eher lahm und treffe mich mit Freunden eher mal, um Eis zu essen, gemeinsam zu kochen, einen Filmabend zu machen oder sowas. Ich muss jemanden aber auch nicht ständig in real um mich haben. Es stresst mich sogar meist eher. Mir ist allerdings aufgefallen, dass andere Menschen eine Freundschaft schnell in Frage stellen, wenn man sich nicht alle paar Wochen mal gegenseitig besucht oder wenigstens miteinander telefoniert. Da ich das allerdings wirklich nicht in böser Absicht mache, achte ich mittlerweile eher mal darauf, mich mit Freunden zu gemeinsamen Aktivitäten zu verabreden, um gar nicht irgendwelche Zweifel aufkommen zu lassen.


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Das Asperger-Syndrom

27.11.2016 um 08:20
@Sterntänzerin
@CountDracula
Es ist so, das mich andere Menschen kaum interessieren. Bislang dachte ich, ich wäre einfach noch auf keinen Menschen getroffen, der mich interessiert hätte. Freunde haben ist normal und wichtig? Zugegeben ich schrieb das obige nur, weil es "normal" ist, Freunde zu haben und ich schämte mich etwas, nicht das gleiche zu empfinden.

Freunde, es wäre schön sich mit jemanden auszutauschen aber ehrlich gesagt hatte ich nie so richtige Freunde bzw. ich weiß nicht, was Freundschaft ist. Ehrlich gesagt hab ich an Freundschaften maximal ein untergeordnetes Interesse.

Naja, wahrscheinlich fehlt mir nur die Übung, mit anderen Menschen umzugehen...
Aber wie soll ich Übung erhalten, wenn ich den Mund nicht aufkriege bzw. wenn ich anfange zu reden - keine vollständigen und nur halb sinnvolle Sätze herauskommen?


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Das Asperger-Syndrom

27.11.2016 um 10:03
Ich habe mir das ganze nochmal durchgenommen, und schmunzel über mich selbst.

Las vor kurzum ein bericht von eine mama mit ein Sohn der seine wutanfälle immer so richtig rauslies.

Dank 'arme Junge* syndrom würde es 'toleriert' ??

Sie sagte ich muss ihm ja so lieb haben, weil er ist krank.

So ärgerte er ungestört dauerend seine schwester, desen leben vielleicht so kranker verlaufen ist. Hätte er mal zwischendurch ein vernünftige klare ansage bekommen, wäre alle leben entspannter gelaufen?

Auf diese art würde es 'toleriert'

So sind wir beim Thema, und die frage, ist er zu verwöhnt?

Es gibt immer gründe die uns veranlassen, mal nachzudenken. entschuldigen zu finden, kenne ich ja auch.

Nur es wäre ein versuch wert gewesen, auf grund seine Schwester, einfach mal zu versuchen, nicht zuviel durchgehen zu lassen.

Schwieriges thema!


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Das Asperger-Syndrom

27.11.2016 um 10:07
@waterfalletje3
aha und was hat das jetzt mit dem Thema zu tun?


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Das Asperger-Syndrom

27.11.2016 um 10:08
@Tussinelda


Habe meine beiträge gelesen, wo ich hier mit eine mama geschrieben habe. Sie sprach wutanfälle an. Zwischendurch sind sie bestimmt mal gesund, nur was ist wenn es den überhand nimmt? Dann sollte man versuchen andere wege zu gehen, statt es ausschließend auf ein syndrom zu schließen?


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Das Asperger-Syndrom

30.11.2016 um 16:42
Wirklich 100% mit klarkommen tut man nie, weil man sich nicht 100% verstellen kann. Spätestens in Gemeinschaften verbreitet dann irgendwann mal einer Gerüchte dass man empathielos oder faul dumm oder evil wirke bzw sei, weil man halt ab und zu Leute die 3m weiter stehen nicht grüßt, einfach weil man sie aufgrund des Wahrnehmungsproblems nicht bemerkt. Das war bei meinem letzten Job der Fall - die Person hatte mich auch nicht gegrüßt, sonst hätte ich es akustisch bemerkt. Aber weil ich das Ganze oft genug erlebt habe kündigte ich bevor es wieder ausartet, weil ich nie Lust auf Drama und Argumentieren habe, jedenfalls nicht bei sowas.
Das große Problem ist dass die meisten keine Ahnung von Autismus haben. Und selbst wenn die ein Mal im Jahr eine Petition für Autisten unterschreiben um sich besser zu fühlen, erkennen die typisch autistische Symptome nicht. Und wenn die dann mal mit einem Autisten konfrontiert werden sehen die den nur als dumm oder provozierend an. Meine Klassenlehrerin aus der Grundschule war auch der Grund dass ich zum ersten Mal (im Schulleben jedenfalls) mit Mobbing in Berührung kam, weil ich die auch nicht gegrüßt hatte. Damals verstand ich das Prinzip dahinter gar nicht und als ich es verstand wusste ich nicht wie es funktioniert (klingt etwas blöd, aber so war es damals) oder ich hatte Angst. Kenne generell kaum Pädagogen die sowas erkennen aber vielleicht ist das heute etwas besser. Mit weiblichen Lehrern habe ich -bis auf zwei Fälle- nur negative Erfahrungen gemacht, bis zum Ende des Gymnasiums.

Das Problem ist dass sich viele Leute durch falsch oder seltsam ausgeübte Umgangsformen angegriffen fühlen und deswegen Erklärungen nicht akzeptieren, weil die das als Ausrede ansehen. Also man will dann halt den Hass gegen eine Person auslassen oder irgendwie sowas und nicht zugeben dass man selbst zu krass reagierte und die Person einfach neurologisch anders tickt und daher einfach etwas nicht verstand oder falsch machte. Zumal viele erwarten dass man Gedanken liest. Die sagen dann Dinge nicht direkt, erwarten diese aber direkt. Sowas "sehe" ich dann einfach nicht, kenne selbst nicht-autistische Personen, die nicht gut darin sind sowas zu sehen, da sind dann oft die Leute schuld die sich nicht klar und logisch ausdrücken können.

Ich war als ich klein war auch bei einem Haufen von Psychologen. Und alle gaben mich auf und sagten dass sie sowas noch nie erlebt hatten. Keiner kam je auf die Idee dass es Autismus ist. Der eine warf mich aus seinem Raum. Generell hat das alles ein schlechtes Licht auf Psychologen geworfen. Ich weiß dass es gute Beispiele gibt, aber insgesamt kann ich Psychologen nicht leiden und die Leute die ich kannte machten alle einen grauenhaften Job. Die hatten auch alle typische hobbypsychologisches Schubladendenken das ich von einer Hausfrau, aber nicht von einem Akademiker erwarte und ich merkte das schon damals, weswegen ich die teilweise absichtlich an der Nase herumführte oder auf ihre Denkfehler aufmerksam machte. Zb alles was eine Person für Probleme hat auf Konflikte mit den Eltern zurückzuführen und diese Schulmädchen Logik dass alle normalen Leute Sehnsucht nach Sex und Liebesbeziehungen haben weils Rosamunde Pilcher so sagt. Wenn man also sowas nicht hat (ich bin aromantisch und asexuell) dann wird einem Lüge vorgeworfen oder gesagt man sei irre. Das kann ein Psychologe eigentlich nicht machen - zumal inkompetent ist, die müssten das wissen.
Ich hoffe sowas ist heutzutage besser. Die Autismusspezialisten bei denen ich später war (wurde relativ spät entdeckt, davor galt ich immer nur als verrückt) waren viel besser. Da wussten dann auch viele Dinge nicht die ich erwartet hätte, aber wenigstens waren die für alles offen und hatten generell Ahnung und auch Hilfsprogramme und sowas.

Insgesamt muss ich sagen dass mir Anime und Cartoons am besten geholfen waren die menschliche "Sprache" bzw. das Denken und Erkennen von Mimiken zu erlernen. Klingt vielleicht komisch, aber gezeichnete Figuren sind immer simplifiziert, daher sind Mimik und Gesichter generell viel einfacher zu erkennen. Dazu kommt, dass bei Anime Gedanken und Probleme meist überbetont werden. Wenn in einem Live Action eine emotionale Situation passiert, dann wird meist nichts erklärt und Personen reagieren einfach. Weil man davon ausgeht dass der Zuschauer kapiert, wieso die handelte Person jetzt z.B. eingeschnappt ist oder Ähnliches. In einem Anime würde man die Gedanken der Person hören und es so direkt mitbekommen. Dazu kommt dass die Probleme meist weniger "menschlich" sind als bei Realfilmen und Plots sind oft irrer, sodass existenzielle Fragen öfter angesprochen werden, jedenfalls kommt es mir so vor.

@kitthey
kitthey
schrieb am 15.06.2016:
Das Leben als Autist ist ein Leben auf der Suche nach Antworten.
Da kann ich auch nur 100% zustimmen. Und das ist auch einer der Gründe wieso ich dennoch froh bin so zu sein, bei vielen "normalen" Leuten stellen sich diese Fragen nie so extrem und spielen nach der Pubertät oft keine Rolle mehr, bei Autisten ist es glaube ich oft das ganze Streben oder zumindest ein Großteil davon. Man wird quasi als etwas das wie ein Nicht-Mensch wirkt geboren, also stellt man sich schon im frühen Kindesalter existenzielle Fragen, weil man von Anfang an stärker als andere mit der Individualität konfrontiert wird.


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Das Asperger-Syndrom

30.11.2016 um 17:40
@Sixtus66


Früher hies es einfach... er ist Wortkrag' oder verschlossene Typ, oder verlegen, oder auch bockig, oder bequem. Es gab damals auch Wörter, oder er/sie ist sehr aufgeweckt (meist sehr aktive kinder)

Schwarze schaf in der familie, brauchte mehr strenge hand.


Vielleicht war es einfacher damals. Man axeptierte die Person meist vielleicht einfacher. Stellte es fest und gut war.

Menschen brauchten weniger medis. Klar können massive Störungen auftreten die eine Behandlung brauchen.

Nur warum früher bedeutend weniger? Liegt es an Werbung? Wo Mamas schwer erkältet mit fieber fröhlich auf den Spielplatz gehen und die perfekte aktive Mama abgeben?

Oder liegt es daran das alle mehr an einen strang gezogen haben früher, und zuhause mehr klaren regeln gab.
Sodass trotzdem es einfach mehr festen bestand hatte, und man einfach lernte, das es so am besten funktioniert.

Kann mir jemand dies beantworten, oder auch das man mehr drauf ausruht, weil es jetzt andere Diagnose gibt? Bisschen mehr 'schrecklicher' und fühlt es sich dann auch schwerer an?


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Das Asperger-Syndrom

30.11.2016 um 17:44
@waterfalletje3

Versteh ich das richtig, dass du hier gerade der Annahme bist, dass Diagnosen wie Autismus oder Ähnliches eigentlich überflüssig sind und dass es ausreichen würde, wenn Eltern mehr Strege an den Tag legen (Strenge inwiefern? Was verstehst du darunter?)?


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Das Asperger-Syndrom

30.11.2016 um 17:55
@AthleticBilbao


Oh was ist das schwierig zu schreiben. jedesmal denke ich, ich schreibe nicht mehr, ich meine dies ernst ohne irgendwelche böse hintergedanken.

Es gab einfach klare richtlinien. Weniger ablenkung, sondern vielleicht auch auf grund desen ein mehr miteinander auskommen.

Es ist eine ernsthafte frage.

Ich frage warum es so häufig geworden ist, oder gab es dies immer schon? Und auch in der zahl.


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Das Asperger-Syndrom

30.11.2016 um 18:17
@waterfalletje3
Stell Dir mal vor, Du hättest gerade den Gewürzschrank erfunden.

Am Anfang hast Du zwei Schubladen: Eine für "süß" und eine für "nicht süß".

Im Laufe der Zeit merkst Du aber, dass es viel mehr als nur zwei Gechmacksrichtungen und Abstufungen von Gechmacksrichtungen gibt. Also unterteilst Du Deinen Schrank weiter.

Was ist schuld? Die Werbung? Die Gesellschaft? Hast Du neue Gechmacksrichtungen erfunden? Oder liegt es einfach daran, dass es von vornherein mehr als zwei Geschmacksrichtungen und Abstufungen gab, für die es nur noch keine Begriffe gab?


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Das Asperger-Syndrom

30.11.2016 um 18:20
@CountDracula

Danke vor deine antwort!


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Das Asperger-Syndrom

30.11.2016 um 18:36
@waterfalletje3
Gerne :)


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Das Asperger-Syndrom

30.11.2016 um 18:52
@waterfalletje3
Gabs immer schon, nur landete man früher entweder in der Klappse oder war der Ausgestoßene. Manche konnten sich vielleicht irgendwie integrieren, andere verschwanden etc. Es gibt ja heutzutage (also in den letzten Jahrzehnten) sogar Fälle wo Exorzismen an Autisten durchgeführt werden, weil man sie für besessen hielt. Man wusste es nicht besser und gleichzeitig hatten Leute früher mehr Kinder, so dass das einzelne Kind nicht so wichtig war. War eines sehr problematisch dann kams ins Kloster (unter Heiligen oder Gebildeten gibt es viele die so extentrisch sind, dass sie autistisch wirken) oder es war halt der verrückte Bruder den dann das halbe Dorf kennt. So einen komischen Dorfkauz oder Irren hatte früher ja jede Siedlung, oft sogar mehrere, wobei es nicht immer Autisten waren, aber da waren garantiert immer mal welche dabei.
Autismus ist auch nicht etwas das man nur so von sich behaupten kann wenn es nicht der Fall ist. Das kann man nachweisen, z.B. auch durch Kernspin oder Ähnlichem. Ich glaube es gibt selbst Genanomalien die relativ häufig (aber soweit ich weiß nicht immer) bei Autisten auftauchen. Medikamente dagegen gibt es auch nicht. Man kann höchstens Teile des Syndroms lindern, z.B. wenn einer seine Panikattacken nicht überwinden kann.


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Das Asperger-Syndrom

01.12.2016 um 00:13
@waterfalletje3
Heute bekommen Autisten oder Menschen mit anderen Handicaps viel mehr Hilfe und Förderung. Früher liefen sie einfach mit. Auf der einen Seite gut, es wurde kein großes Tamtam drum gemacht, aber andererseits hatte das auch viele Nachteile. Sie hatten keinerlei Chance sich weiter zu entwickeln. Früher hätte kaum ein Autist einen Job in der freien Wirtschaft bekommen. Auch hat früher keiner einem Autist versucht zu erklären wie Normalos die Welt sehen und heute zeigt man ihnen, welches Verhalten ihnen bei sozialer Interaktion hilfreich sein kann.

Auch gibt es im goßen Spektrum des Autismus sehr viele Abstufungen. Ich habe durch ein Praktikum in einer Schule der Lebenshilfe mehrere Autisten erlebt. Einige von ihnen sind so sehr in ihrer Welt, dass gar kein oder nur ein sehr eingeschränkter soziales Austauschen möglich war. Sie haben schlicht auf fast nichts reagiert und das nicht aus Trotz, sondern sie könnten es nicht.

Natürlich ist nicht jeder Wutanfall im Supermarkt durch ein autistisches Kind verursacht, aber wenn so ein Kind einen Wutanfall hat, gibt es kaum Mittel es zu beruhigen.

Auch haben Autisten keine Wutanfälle, weil sie trotzig sind oder ihren Willen nicht kriegen, nein sie sind mit unserer Welt einfach überfordert.
Stell dir mal vor, dein Gehirn kann keine der ankommenden Informationen, die auf dich einströmen, filtern. Du nimmst jede Wahrnehmung als gleich wichtig auf. Alles was wir automatisch filtern, gar nicht mehr wahrnehmen, passiert bei Autisten nicht.
Du kannst nicht einfach sagen, dass eine strengere Erziehung bei Autisten hilft. Ihnen hilft nur Struktur und Beständigkeit.

Wenn es um ein nichtautistisches Kind geht, gebe ich dir recht. Viele Wutanfälle im Supermarkt wären vermeidbar.


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