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Wie die Wilden

43 Beiträge ▪ Schlüsselwörter: Fernsehen ▪ Abonnieren: Feed E-Mail

Wie die Wilden

24.08.2006 um 15:11
Nun bei Erwachsenen kann ich mir vorstellen, dass diese sich auf dieses Abenteuerder
fremden Kultur, fernab ihrer gewohnten Zivilisation funktioniert. Anderst sehe iches bei
den Kindern, die an einen ganz anderen westlichen Lebensstandart gewohnt sindund sich
eventuell im pupertären Alter befinden. Wir haben vollkommen andereAlltagssituationen
und diese "Wilden" zu denen diese Familien gebracht werden habenvollkommen andere
gesellschaftliche und soziale Regeln die ihnen ihren Alltagbedingen.

Wie
gesagt, wenn jemand bewusst in solch eine Gemeinschaft geht,dann prima, er wird viel für
sich mitnehmen können, aber ob herranwachsende Kinder(nicht böse gemeint !) die
zivilisationsverwöhnt sind damit klarkommen ist fraglich,denke die haben im
schlimmstenfall nen wirklichen Kulturschock und später jede MengeKonflikte mit den
Eltern !


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Wie die Wilden

24.08.2006 um 15:36
Alleine aufgrund der Betitelung der Naturvölker mit "Wilden" werde ich mir diese Sendungnicht ansehen!


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Wie die Wilden

24.08.2006 um 15:40
Jajaja das sind die Wilden und wir die Zivilisierten schon klar, DrecksTv


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Wie die Wilden

24.08.2006 um 16:49
Was mich auch wundert, dass man die Zivilisierten diesen Naturvölkern vorsetzt und somitauch die Gesundheit der Naturvölker auf´s Spiel setzt...ist aber nur mal ne Überlegung.

Entschuldigt, dass ich den Begriff zivilisiert verwendet habe, aber wie sollteich sonst den kulturell, sozialen Unterschied dieser Welten formulieren ?


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Wie die Wilden

24.08.2006 um 16:55
Tut mir leid. DAS ist Rassismus pur und keiner von den Super-Linken hier sagt irgendwas,nicht mal Jafrael : (


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Wie die Wilden

24.08.2006 um 17:01
da diese sendung auf sat.1 läuft, kann man nich sehr viel davon halten. die baun solchesendungen so auf, dass es schon lächerlich ist. als ureinwohner würde ich mich verarschtvorkommen. andererseits würde ich da schon mitmachen, weil irgendwie würe es michankotzen, wenn ich den ganzen tag irgendwo in der pampa sitz und nichts anderes zutunhab, als meinen kühen, oder sonstigen nutztieren zuzuschaun. für die is das sowas wieeine abwechslung vom alltag glaub ich. fremde leute, kameras... einfach ein bisschen mehrkontakt zur morderneren auswenwelt haben.


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Wie die Wilden

24.08.2006 um 19:07
darkheaven...du glaubst doch nicht wirklich, dass die den ganzen tag in der pamas sitzenund nix zu tun haben....alles was hier von maschine und technik erledigt wird...musst dudort selber machen...von wäsche waschen, über wasserholen, essen jagen oder sammeln oderernten....schlachten..

ich hab mal einen bericht über die hima gesehn...das sindja kuhhirten und die verarbeiten die milch weiter zu sauermilch....der lagerung wegenhaben ja keine kühlschrank und so müssen sie die milch den ganzen tag schütteln..nat.auch per hand.....

und den frauen im regenwald gehts da nicht anders..die habenauch alle hand voll zu tun....

wer weiss , vielleicht wirkt der tripp auf diezwei verzogenen wohlstandsgören...sorry aber so kamen sie gestern rüber....wie einwunder^^


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Wie die Wilden

24.08.2006 um 19:17
jaja, das weiß ich ja, dass die alles selber machen müssen. trotzdem haben sie deswegenkeinen oder nur sehr wenig kontakt zur außenwelt. es muss ja irgendwie öd für die sein,tag ein, tag aus, immer das selbe zu machen. da freut man sich doch mal auf abwechslung:|


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Wie die Wilden

24.08.2006 um 19:20
na klar:) vor allen dingen gibts wieder viel stoff zum lachen ....weil das machen sieviel...und gerne über uns langnasen:))...


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Wie die Wilden

24.08.2006 um 19:28
ja ich kann mir schon richtig vorstellen, wie die in einer sprache, die nur sie verstehn,über uns dumme europäer ablästern. und weißt was? recht haben sie! :D


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Wie die Wilden

25.08.2006 um 15:51
ich finde die sendung interresant muss ich sagen und nächste woche wirds lustig wenn diedritte familie da einzieht da heult der junge doch bevor es überhaupt anfängt. wirdsicher lustig^^


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Wie die Wilden

10.09.2006 um 11:47
Die Sendung wie die Wilden ist Rassismus pur und hat nichts mit dem Leben in Afrika zutun. Kein Mensch in Afrika lebt so, es geht nur darum mal wieder die Herrenrasseherauszuhängen. Dass unsere Regierung diese Sendung noch nicht verboten hat, ist keinAushängeschild für Deutschland.
Über so etwas kann man doch höchstens noch alsNeonazi lachen.
Ihr unterstützt mit eurem Zuschauen die Nazi-Bewegung in Deutschland


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Wie die Wilden

10.09.2006 um 15:30
@chrissy: Das habe ich weiter oben bereits geschrieben

"Tut mir leid. DAS istRassismus pur und keiner von den Super-Linken hier sagt irgendwas, nicht mal Jafrael : ("


Aber es ist komisch, daß Du es gleich mit (deutschen) Nazis in Verbindungbringst weil die "Herrenrasse" in Afrika schlechthin waren ja die Engländer.


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Wie die Wilden

10.09.2006 um 15:44
Die armen Ureinwohner!


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Wie die Wilden

11.09.2006 um 12:35
Jau, de pösen Engläner, die haben viel mehr Kolonien gehab als wir. Unser Bismarckhateben keine Kolonialpolitik gemacht. Aber das is ja eine andere Geschichte,...

Ausserdem gibt es durchaus noch einige Naturvölker. Einige davon auch in Afrika aberich denke besonders inSüdamerika mit den Indios.

Andererseits ist es echt sodas Afrika hinkt weil es eben nicht so weitentwickelt ist wie wir. Ich hab mir erstletzte Nacht oder vorletzte einen Bericht in Geo durchgelesen in dem es um die Soziologiein SchwarzAfrika. Vorallem zwa Elfeneinküste, Kongo, Nigera und Südafrika aber das kannals Schwarzafrika bezeichnen. Wie hats da gehiesen Subsaharisch oder so. Jedenfalls sitdie Gesellschaffliche entwicklung da durch Aberglauben sehr gelähmt

"Weisstdu, warum es in Afrika keine Wolkenkratzer gibt?,"[...]"Bei euch entstanden dieWolkenkratzer, weil irgendwann irgendwann einmal irgendjemand ein zweistöckiges Hausbaute. Das weckte den Ehrgeiz des Nachbarn, der Ihn mit einem dreistöckigen Hausübertrumpfte und so weiter. Das nenne ich fruchtbaren Neid. Baut hingegen in einemafrikanischen Dorf jemand einen zweiten Stock, gibt es sicherlich einen der sagt,'Für wenhält der sich eigentlich?' und ihn verhext."

Also kann man zumindest sagendas es rückständig ist Afrika das sich aus Geldern des Westens und anderenNicht-Entwicklungs-Ländern finanziert und einfach immer soweitermacht ohne das es sichirgendwann ändert, weil es könnte ja jeman neidisch werden und ihn verhexen.

Sry, das ich ein bisschen abgeschweift bin.


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Wie die Wilden

21.09.2006 um 09:55
Ohje wie stellt ihr euch Afrika vor. Allein in Lagos Nigeria mit seinen 10 MillionenEinwohnern gibt es mehr Autos und Hochhäuser als in Berlin.
Es gibt auch noch vieleandere afrikanische Städte:
www.thetalkingdrum.com/cities hat Bilder der wichtigstenAfrikanischen Städte zusammengestellt. So am Rande: Togo und Namibia waren deutscheKolonien.
Der technische Rückstand von Afrika hat mit der Ausbeutung der Rohstoffedurch die Europäer zu tun. Nigeria ist einer der größten Öllieferanten der Welt.
DieRepublik Kongo besitzt als einzigstes Land der Welt Koltan - Ohne diesen Rohstoff ist dieElektronikindustrie nicht machbar, dieses ist auch einer der Gründe warum DeutscheSoldaten im Kongo sind. Die Desinformationspolitik der Deutschen Medien hat nun ihrenHöhepunkt erreicht, der heißt SAT1


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Wie die Wilden

21.09.2006 um 12:53
Was haltet ihr davon?
Sowas gehört nicht ins Fernsehn, aber ich hab mir dastrotzdem mal angeschaut. Aber... das sieht mir nicht nahc zufallsereignissen aus...zumindest nicht alles. Schön finde ich, das sich die Kulturen austauschen, kommtnatürlich auch auf die Familie speziell an oO... die die da sind werden noch viel lernendas ist auch positiv... allerdings ... das die Völker mit "Wilden" bezeichnet werdenzeigt schon eine riesige Introleranz, die weit in Europa verteilt ist ... alerdings...den "Wilden" scheint das zu gefallen, ham viel gelacht .... Ich sage scheint nichtumsonst, wer weiß welche Ausschnitte Sat1 sich raussucht und was sie stellen lässt....

Würdet ihr euch zutrauen auch bei so einer Sendung mitzuwirken?
Nurohne Kamara... oder hövhstens eine für mich, aber dann will ich schon richtig versuchendieses Leben zu leben und wenn ich nach nem Tag keinen Bock mehr hab...

Wasbedeutet wohl das ganze für die Ureinwohner?
Kann man nur mutmasen... Weil daswas man bei SAT1 sieht ist nicht alles und das die verraten wie die die Ureinwohner dazubekommen haben werden die wohl net sagen...

Allerdings sind die 3 Völker wohlsicher welche, die öfters mit unsere Kultur zu tun haben .... ansonsten wäre dasunverantwortbar.

Welchen Grund haben wohl die Ureinwohner bei sowasmitzumachen?
Ka... SAT1 wird wohl was gefunden ham.... wenn überhaupt... Aberzumindest ist es für sie mal Abechslung ...


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Wie die Wilden

25.09.2006 um 17:49
Das neueste aus der Namibischen Presse

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http://www.az.com.na

Die Idylle wackelt

Tourismus, äußereEinflüsse: Wie lange wird es noch traditionelle Himba geben?
von Hannah Suppa
DasTV-Format ,,Wie die Wilden" des deutschen Fernsehsenders SAT.1 hat die Himba wieder indas Licht der Öffentlichkeit gerückt. In Deutschland, aber auch hier in Namibia. DerTourismus ist längst im Kaokoland, der Heimat der Himba, angekommen. Vor rund zwei Wochenhat sich eine junge Himba Frau aus der Nähe von Opuwo erhängt - ein für ein ,,Naturvolk"ungewöhnlicher Fall. Wie lange können die Himba noch in ihrer Tradition leben?

Die Einkaufsliste ist lang. Jedes Mal wenn Dieter Risser von Ondjamba Safaris mitseinen Reisegruppen die Himba-Dörfer bei Opuwo im Kaokoland besucht, wird ihm genauaufgetragen, was er mitbringen soll. Dieses Mal ist es ein riesiger Karton vollerWeißbrote, Rasierklingen, Kaffee, Tee, Salz, Schnupftabak, Bonbons und 20kg Maismehl.

Diese ,,Gastgeschenke" sind die Eintrittskarte in das Dorf der Himba hier beiOpuwo. In der Nähe der Hauptstadt des Kaokolandes gibt es zahlreiche Himba-Dörfer. Rissernennt sie ,,Touristendörfer". Denn die hier lebenden Himba haben sich auf die Besucheraus dem Ausland eingestellt und finanzieren sich hauptsächlich über Gastgeschenke undVorführgelder.

Im Dorf angekommen wird dem Touristen einiges geboten. Es istkein künstliches Show-Dorf, die Himba leben hier ganz nach ihrer Tradition - doch diestellen sie für die Besucher zur Schau. Nach einer freundlichen Begrüßung wird dieReisegruppe in eine Hütte des Dorfes geführt, wo eine junge Himba zeigt, wie dieOcker-Farbe hergestellt wird. Die fettige Farbe, mit der sich die Himba-Frauen und Kindereinreiben, um die Haut vor der sengenden Sonne des Kaokolandes zu schützen. Die jungeHimba-Frau bröselt den Rotstein klein, verreibt das entstandene Pulver mit Butterfett undschmiert die rote Farbe den weiblichen Reisegästen auf den Arm. Sie zeigt dastraditionelle Rauchbad, zieht für Fotos die Hochzeitskappe auf und zeigt außerhalb derHütte die mühsame Produktion des Maismehls. Für weitere 60 N$ in bar führen alle Frauendes Dorfes ihre traditionellen Tänze auf. Gleich nachdem der Landrover von OndjambaSafaris vor dem Tor zum Dorf gehalten hat, strömen die Himba von allen Seiten heran undbauen in der Mitte des Dorfes einen Marktplatz auf. Armreifen, Ketten, Puppen, Ohrringe -alles handgemacht für die Touristen. An manchen Tagen ein gutes Geschäft.

,,Ovahimba" heißt übersetzt ,,Die, die für Essen und Trinken betteln". Betteln tundie Himba längst nicht mehr. Einige Dörfer versuchen eben nur das Beste für sich aus demTourismus herauszuholen. Die Rinderzucht alleine, die den Himba eher als Prestige dennals Geldeinnahmeobjekt dient, reicht nicht mehr aus. Das ,,Naturvolk", wie es auchbezeichnet wird, hat die Annehmlichkeiten der Welt außerhalb des Dorfes kennen- undschätzen gelernt. ,,Die Himba sind da sehr strikt. Man darf nicht einfach ein Fotomachen, man muss um Erlaubnis fragen oder eine Gegenleistung erbringen. Das ist zumBeispiel im Owamboland anders - da wird man eingeladen zu fotografieren", erzählt EmilyAsino von der Namibian Academy for Tourism and Hospitality (NATH). Doch ist der Tourismusim Kaokoland wohl auch größer als in der Region der Owambo.

Da kommt der Gedankeauf, wie lange die Himba noch in ihrer Tradition weiterleben können und wollen angesichtsdes immer stärker werdenden Einflusses von außen. Lange Zeit war das Kaokoland nahezuunberührt, doch nun wird der Nordwesten Namibias seit Jahren immer mehr zur beliebtenTouristenattraktion.

Zwar noch nicht so überlaufen wie Etosha oder Sossusvlei,aber die Anzahl der Safari-Unternehmen, Lodges und Selbstfahrer hat in diesem TeilNamibias doch stark zugenommen. ,,Gerade die Himba-Touren sind beliebter geworden",bestätigt Emily Asino. Noch leben schätzungsweise rund 7.000 Himba im Kaokoland.

,,Ich befürchte es ist eine Frage der Zeit bis die Himba ihre Tradition aufgeben.Vielleicht ist das hier die letzte Generation, die noch lebt wie ihre Vorfahren", sagtDieter Risser, der als Reiseführer schon seit Jahren viele Himba kennt und regelmäßigbesucht.

Schon jetzt findet man selten Himba-Männer, die noch traditionellgekleidet sind. Meist tragen sie Shorts, T-Shirts und eben Dinge, die vorbeifahrendeTouristen mit gutem Willen dort gelassen haben. Und auch der Alkohol hat die Himba schonlängst erreicht. In Opuwo oder Etanga stapeln sich die leeren Bierflaschen amStraßenrand, einige Himba-Männer torkeln betrunken durch die Straßen. Ein Anblick, derDieter Risser traurig macht: ,,Ich fahre inzwischen nicht mehr gern in die zwei Orte -ich kann das Elend nicht mit ansehen".

Neben den Touristen haben auchFilm-Teams das Kaokoland und die Himba für sich entdeckt. Ondjamba Safaris fährt häufigFilm-Teams und Fotografen durchs Kaokoland - sie wollen bei einer Himba-Hochzeit dabeisein oder die Wüstenelefanten beobachten. Jüngst war Risser für eine Produktion derdeutschen öffentlich rechtlichen Sender unterwegs, die eine Dokumentation über ,,dieletzten Paradiese" machen wollten. Eins der letzten Paradiese liegt nach Meinung derFilmemacher im Kaokoland. Doch wie lange kann dieses urige Paradies mit seinenTraditionen noch erhalten werden? Nach Angaben der Namibian Film Commission werdenjährlich rund 50 Filme und Dokumentation im Kaokoland gedreht. Eine beachtliche Zahl.Dabei versucht die Film Commission aber zu kontrollieren, dass die Interessen der Himbagewahrt werden. ,,Die Himba sind verletzlich", sagt Edwin Kanguatjivi, Leiter der FilmCommission. Aus diesem Grund wurde ein ,,Himba Trust" in Namibia eingerichtet - dieFilm-Teams, die bei den Himba drehen, zahlen in diesen Trust ein. Das Geld kommt demHirtenvolk zugute. Die Idee ist gut - ob es wirklich so funktioniert, bleibt abzuwarten.

Für Namibia jedenfalls sind die Himba, die noch traditionell in ,,ihremKaokoland" leben, ein Pluspunkt auf dem Tourismus-Markt. Eine Seltenheit in der Welt.,,Der Tourismus im Kaokoland ist nicht nur negativ zu sehen, schließlich bringt er Umsatzin die Dörfer und die ganze Region", sagt Emily Asino.

Doch obwohl es imKaokoland noch zahlreiche traditionelle Dörfer und einige Nomadenhimba gibt, beginneneinige Unternehmen und Lodges künstliche Himba-Dörfer einzurichten, die in Reichweite derZimmer der Gäste liegen. Die Himba werden angeblich mit Geld und Naturalien überredetihre Heimatdörfer zu verlassen. ,,Mir sind mehrere solcher Fälle bekannt, ich finde dassehr schade", nimmt Risser dazu Stellung. Namen möchte er nicht nennen. ,,Ja, es gibtsolche organisierten Dörfer für Touristen. Die Himba machen das sicherlich nicht nur ausVergnügen, sondern da spielen ökonomische Aspekte eine Rolle", fügt Emily Asino hinzu.

Nun hat sich vor zwei Wochen Katiti, eine junge Himba aus dem ,,Touristendorf"aus der Nähe von Opuwo, erhängt. ,,Der erste mir bekannte Fall von Selbstmord bei denHimba", so Risser. Katiti hatte ihr Heimatdorf verlassen, um bei Kamanjab zu leben - dorthat sie an Vorführungen für Touristen teilgenommen. Mutmaßungen über das Motiv desSelbstmordes gibt es mehrere: So soll sie sich in ihrem ,,neuen Dorf" nicht wohl gefühlthaben und auch Gerüchte um Liebeskummer werden verbreitet. Genau wird man es nicht mehrnachvollziehen können. Doch eins zeigt der Fall von Katiti: Die Welt ist im Wandel undmacht auch vor dem idyllischen Kaokoland und seinen Himba keinen Halt. Dass die Himbanoch Jahrzehnte traditionell im Kaokoland leben, ist für uns eine schöne, beruhigendeVorstellung. Doch vielleicht auch etwas vermessen. Man kann die Himba ja nicht vorFortschritt wegsperren - und vielleicht wollen sie das auch gar nicht.


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Wie die Wilden

25.09.2006 um 17:50
und noch ein Artikel der Namibischen Allgemeinen Zeitung

,,Wie die Wilden":Alles halb so wild

Doku-Soap von Sat.1 sorgt weiterhin für Kontroverse - Aberist die Sendung wirklich so schlimm?
von Irmgard Schreiber

,,Diese neue Showübertrifft alles an Geschmacklosigkeit"; ,,Sat.1 könnte nicht tiefer sinken"; ,,DieDoku-Serie verstößt gegen die Menschenwürde" - Sat.1 wird für seine neueReality-TV-Sendung ,,Wie die Wilden - Deutsche im Busch" mit Protest-Mails überhäuft.Sind die Vorwürfe des Rassismus und Neokolonialismus berechtigt? WAZon hat sich dasFormat erneut angeschaut und einige der Kommentare unter die Lupe genommen.

Familie Düvel vom Niederrhein, in der TV-Sendung ,,Wie die Wilden" bei den Himba imNordwesten Namibias zu Besuch, hat kürzlich Geschichte geschrieben. Denn laut Sat.1 istin der Folge vom vergangenen Mittwoch ,,durch deutsch-namibische Zusammenarbeit die ersteSchaukel Afrikas" entstanden! Die Gabi und der Heinz Düvel haben das angeregt, dieLehrerin und der Oberstudienrat vom Niederrhein, die seit vier TV-Folgen mit ihren dreiKindern im Kraale der Himba leben. Den ,,Männern Afrikas" hat ,,so ein Blödsinn geradenoch gefehlt", kommentiert der TV-Moderator die Belustigung der Himba angesichts desneuen ,,Spielplatzes". Und während die Himbafrauen es unschicklich finden, dass die weißeFrau so ausgiebig schaukelt, ist ,,Gabi das egal - Hauptsache sie hat ihren Spaß!"

Es sind Szenen wie diese, die besonders uns Namibiern Spaß machen. Juchhu, endlichhat Afrika eine Schaukel! Wir müssen von Windhoek aus nicht mal 500 Kilometer weitfahren, um auch mal schaukeln zu dürfen, nur die armen hungernden Kinder aus Äthiopienhaben es etwas weiter.

In dieser Hinsicht hat die Sat.1-Forumsteilnehmerin,,Affia" wohl recht: ,,Dem gemeinen Stammtischbruder und anderen eher schlichten Leutenbietet man (Sat.1) zum Thema Afrika genau das, was eh schon in den Köpfen war." Ja, wasist denn das, was eh schon in den Köpfen ist? Das ,,Vorurteil, dass `die´ gerade erst ausdem Busch gekrochen sind", wie die deutsche Frau eines Ghanaers in einem Protestbrief anSat.1 schreibt? Es klingt unwahrscheinlich, aber es ist leider wahr. Das können alleNamibier bestätigen, die bei Aufenthalten in Deutschland schon mal gefragt wurden, wiedas denn sein kann: dass man aus Afrika kommt, aber so weiß ist und so gut Deutschspricht.

Aber, Affia, da der gemeine Stammtischbruder sich gemeinhin keineseriösen Dokumentationen über Afrika anschaut, kann Sat.1 nicht per se für die Ignoranzder deutschen Nation verantwortlich gemacht werden.

Nehmen wir mal ,,Gerhpopp"als Beispiel und seinen Kommentar zur Sendung ,,Wie die Wilden": ,,Hallo, es sollen sichdoch alle immer hier anpassen. Diese Familien wollen doch dort mitmachen, also sollen Sievon Ihrem Luxus mal Abstand gewinnen und die Kinder die Fernseh und Gameboymentalitätablegen. So ist dort das Leben und nicht (wie) im Hilton. Ich finde diese Sendung Superdenn dort spielt das tatsächliche Leben."

,,Gerhpopp" gehört offensichtlich zuridealen Zielgruppe von ,,Wie die Wilden". Deshalb wollen wir es ,,Sunrise12" überlassen,auf diesen Kommentar zu antworten: ,,Hallo Gerhpopp, denkst Du wirklich das Du in dieserSendung das ,,wirkliche" Leben der Himba oder Mentawai gezeigt bekommst? Die Familienwollen dort mitmachen? Das hört sich ja an als würden die Himba ein Spiel spielen, beidem die Käsebrote mitspielen wollen. Abgesehen davon, warum wollen denn die Käsebrote mitden Mentawai und Himba spielen? Um ins Fernsehen zu kommen, um etwas Aufmerksamkeit zubekommen."

Da haben wir es. Die ,,Käsebrote" wollen nicht immer nur vor derGlotze sitzen, sondern auch mal selbst drin sein. Doch damit nicht genug: ,,Die Sendungbefriedigt das voyeuristische Interesse scheinbar zivilisierterer Deutscher wie zu Zeitender Völkerschauen", findet Dr. Katja Böhler aus Berlin, die außerdem der Ansicht ist,dass die Doku-Serie gegen die Menschenwürde, Art. 1 des Grundgesetzbuches verstößt. IhrerMeinung schließen sich namhafte Leute an, etwa der Präsident der Gesellschaft fürAfrikanische Philosophie in Berlin, Roger Künkel (AZ-Leserbrief). ,,Ich weiß nicht, ob esden Machern von Sat.1 klar ist, dass sie eine billige und höchst beschämende Form vonNeokolonialismus produzieren. Ähnlich wie die Exotenschauen in Zirkusmanegen des 19. und20. Jahrhunderts, werden andere Kulturen als wild und primitiv dargestellt", beschwertsich ein weiterer Zuschauer im Sat.1-Forum.

Das hört sich wirklich schlimm anund deshalb muss man auf alle Fälle dagegen sein. Grundsätzlich sind wir Namibier sowiesodagegen, dass mit den Himba oder den Buschleuten Doku-Soaps gemacht werden. Zwar ist dasschon zig Mal passiert, aber die Sendungen haben wir ja alle nicht gesehen, weil sie inDänemark, den USA oder in anderen Ländern liefen, zu deren Fernsehen wir keinen Zuganghaben. Über ,,Wie die Wilden" können wir uns jetzt endlich aufregen.

Wir ärgernuns ja sowieso schon darüber, dass immer mehr Touristen ins Kaokoveld kommen um die Himbazu sehen - vor zehn Jahren konnten wir noch da hin fahren, ohne einem einzigen anderenAuto zu begegnen. Und jetzt all die Fernsehteams! Die Freundin von dem Ghanaer (s.o.)sagte es ja schon: ,,Die Himba werden bei vermehrtem Tourismus zur exotischenTouristenattraktion verkommen". Soooo schade. Wir hätten ja so gerne, dass bei den Himbadie Zeit stehen bleibt, schon vor zehn Jahren stehen geblieben wäre. Weil dann könntenwir immer noch einmal im Jahr hinfahren, ohne anderen Leuten zu begegnen und wir hättenunsere ganz exklusive Völkerschau im Busch. Oder?

Vielleicht sollte uns aber malklar werden, dass bei den Himba oder anderen Naturvölkern die Zeit nur scheinbar stehengeblieben ist. Entgegen geläufiger Meinung sind diese ,,Naturvölker" wahrscheinlich garnicht so ,,wild" darauf, ihre traditionelle Lebensweise von vor 100 Jahren weiterzuführen- auch sie hätten vielleicht gerne Kühlschrank, Bett und Fernseher und würden sich gernenen schönen Abend mit der Sat.1-Sendung ,,Wie die Wilden" machen.

Davonauszugehen also, dass die Himba, Mentawai oder Tamberma so gar keine Ahnung hatten,worauf sie sich einließen, als das Fernsehteam von Sat.1 mit den deutschen Familien imDorf auftauchte, zeugt vielleicht von eigentlichem Neokolonialismus und von westlicherÜberheblichkeit. Das ist zumindest ,,Affia" nicht entgangen, die im Sat.1-Forum schreibt:,,Witzig fand ich, dass im Film (,,Wie die Wilden") ein Mann der Himbas die Familiebegrüßte, den ich 3 Stunden vorher auf ARTE gesehen habe, wie er im Parlament im Namender Stämme gegen den Staudammbau gesprochen und dort seine Argumente vorgetragen hat."

Würden die Himba sich durch die Sendung ,,Wie die Wilden" erniedrigt oder ,,inihrer menschlichen Würde verletzt" fühlen, wie etwa David Amutenya, Erster Sekretär derBotschaft Namibias in Berlin, behauptet? Das fällt schwer zu glauben, wenn man die oftbelustigten Gesichter der Himba oder Tamberma betrachtet. Sie scheinen diejenigen zusein, die beim Drehen von ,,Wie die Wilden" den größten Spaß hatten. Sie sindSchauspieler, nebenberuflich. Und wenn sie für die Kamera ihre vermeintlichen Ritualezelebrieren, dann ist das nichts anderes als eine gut inszenierte Theatershow. Die hatman jahrelang geprobt für andere Kunden: die Touristen. Forumsteilnehmer,,Unheilpraktiker" sieht das so: ,,Da die Deutschen an Stammesriten nur Biersaufen,Fußballschauen und Lärm kennen, werden zumindest die Wilden Unterhaltung gebotenbekommen."

Wem das nicht passt, der sollte dem Aufruf besorgter Afrikafreundefolgen und sich den Protestmails an Sat.1 anschließen. Die Antwort wird wahrscheinlichwie folgt lauten: ,,Gerne haben wir Ihre Meinung und die damit verbundene Kritikhinsichtlich des Titels der Sendung ,,Wie die Wilden" entsprechend weitergeleitet.Weiterhin gute Unterhaltung mit unserem Programm wünscht Ihnen Ihre Sat.1Zuschauerredaktion


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Wie die Wilden

13.08.2017 um 16:47
Den Schwachsinn habe ich mir noch nicht angesehen und werde ich mir auch nicht ansehen. Fernsehen für Depperte. Schade um den Strom.


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