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Worte, Sprache, Verstehen...

32 Beiträge, Schlüsselwörter: Sprache, Verstehen

Worte, Sprache, Verstehen...

18.12.2007 um 15:01
Die Wörter, mit denen wir uns verständigen, sind sicherlich keine an sich bedeutungslosen Lautgebilde, sie sind nicht zufällig.
Wir können uns also, obwohl wir längst sprechen gelernt haben, bemühen, unsere Sprache mal richtig zu verstehen, einzelne Begriffe und Bedeutungen in Frage zu stellen.
Vielleicht wäre das nicht nötig, wenn wir in Piktogrammen anstatt Buchstaben schreiben würden...

Sinn
Wir bezeichnen unsere Wahrnehmungsarten oder -organe als Sinne, wie z.B. Tastsinn, Geruchssinn, Gesichtssinn.
Gleichzeitig fragen wir, wenn wir wissen wollen, warum wir leben, nach dem Sinn des Lebens.
Heißt "Sinn" nun also nichts anderes als "Wahrnehmung", und die Frage nach dem Sinn des Lebens ist die Frage danach, wie wir unser Leben wahrnehmen?

wahrnehmen
Man nimmt etwas, so daß es wahr wird - und wenn man es nicht nimmt? Dann ist es nicht wahr? Ganz genau...

Glauben
"Ich glaube an Dich" - das heißt, ich vermute, daß Du etwas schaffen wirst, daß Du für etwas stark genug bist o.ä.
"Ich glaube an Gott" dagegen heißt lediglich, daß ich vermute, es gibt ihn... Was ich von ihm halte, ist in dieser Aussage nicht enthalten.

entfernen
Lustiges Wort, denn es bedeutet das Gegenteil von dem, was es bedeuten müßte...
Ein Beispiel: "entfärben" würde heißen "Farbe wegmachen", so daß analog dazu "entfernen" heißen müßte, "Ferne wegzumachen", also Nähe zu erzeugen... Statt "entfernen" müßte man analog zu "nähern" einfach nur "fernen" sagen, oder befernen. :D

...und ist es Zufall, daß die englischen Worte "listen" (zuhören) und "silent" (schweigend)
aus denselben Buchstaben zusammengesetzt werden, ebenso wie im Deutschen
"Fehler" und "Helfer"?

Das englische Wort "aid" bedeutet Hilfe - wie makaber ist es da, eine tödliche Krankheit AIDS zu nennen? Andere Krankheiten werden ebenfalls nicht mit so einer Abkürzung benannt, man hätte AIDS nach seinem Entdecker Morbus wer-auch-immer nennen können.

Der Name Gottes laute "ICH BIN", was auf Französisch "Je suis" heißt - die Ähnlichkeit mit dem Namen "Jesus" liegt auf der Hand.

Wer "macht" (Macht?) so was?
Und was können wir lernen, wenn wir uns bemühen, unsere Sprache zu verstehen?


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Worte, Sprache, Verstehen...

18.12.2007 um 15:06
Glauben:

richtige Übersetzung von Glauben wie es aus dem Latainischen in die Bibel übersetzt wurde, bedeutet eigentlich Vertrauen :-) wurde mir einmal gesagt

Vasco


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Worte, Sprache, Verstehen...

18.12.2007 um 15:14
Hi lucia,
LuciaFackel schrieb:wie makaber ist es da, eine tödliche Krankheit AIDS zu nennen?
Schaue ich in andere Threads, dann gehe ich schon davon aus, dass AIDS jemandem
hilft und zwar, den 'Entwicklern'! ;)

Eines noch... AIDS ist ein Akronym und setzt sich aus folgenden Wörtern zusammen!

„Acquired Immune Deficienay Syndrome“


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18.12.2007 um 15:21
Noch ein nettes Beispiel:

"LAGetSi", das ist das Landesamt für Arbeitsschutz, Gesundheitsschutz und technische Sicherheit Berlin.
Rückwärts gelesen heißt LAGetSi - ist egal.


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meschugge
ehemaliges Mitglied

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Worte, Sprache, Verstehen...

18.12.2007 um 15:24
woher weißt du das alles, lucia bzw. wie kommt man da drauf? (-:


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meschugge
ehemaliges Mitglied

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Worte, Sprache, Verstehen...

18.12.2007 um 15:24
+ is jedenfalls alles sehr interessant - der ganze thread


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18.12.2007 um 15:26
meschugge
Ich weiß nicht, was Du mit der Frage "Woher weißt Du das?" meinst - ich weiß doch gar nichts. Ich hör mir nur zu...


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Worte, Sprache, Verstehen...

18.12.2007 um 15:31
Lagerregal und Rentner sind auch von vorne oder hinten gelesen gleich... und? -.-


Macht doch keinen Unterschied. Gibt kaum Menschen, die sich solche Gedanken machen wie du LuciaFackel ;)

Ist alles Zufall oder eben im Laufe der Zeit so entstanden, da ist kein höherer Sinn hinter oder eine welterklärende Bedeutung.


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meschugge
ehemaliges Mitglied

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Worte, Sprache, Verstehen...

18.12.2007 um 15:34
ich fand's nur interessant ein auge dafür offen zu haben, auf diese kleinen details..

dieser absatz hier gefällt mir persönlich am besten:

"Heißt "Sinn" nun also nichts anderes als "Wahrnehmung", und die Frage nach dem Sinn des Lebens ist die Frage danach, wie wir unser Leben wahrnehmen?"

auf jeden fall. früher fand ich keinen sinn im leben bis ich anfang, bestimmte dinge wahrzunehmen. dinge, die ich früher nicht erkannt habe. jetzt sehe ich als sinn des lebens einfach, aus dingen zu lernen, sich als menschen sozusagen zurecht zu biegen und "sündenfrei" zu sein


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Worte, Sprache, Verstehen...

18.12.2007 um 15:56
Nach dem zweiten Weltkrieg wurden viele Care-Pakete, die von den USA nach Oesterreich geschickt worden waren, ungeoeffnet weggeworfen.
Der Grund?
Auf den Paketen stand: GIFT FOR AUSTRIA
Das englische Wort GIFT ist zu uebersetzen mit GESCHENK, doch wusste das wohl kaum jemand.


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Worte, Sprache, Verstehen...

18.12.2007 um 16:12
interessant auch:

engl. - deutsch
star - Stern
stern - starr

Inwiefern ist ein Stern starr?
Sind alle Sterne fix und haben eine feste Postition innerhalb ihrer Galaxie?


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Worte, Sprache, Verstehen...

18.12.2007 um 16:21
Auch ein Komma kann entscheidend sein!

So gab einst eine Koenigin eine Anweisung an einen Diener, dem Henker eine Nachricht zukommen zu lassen, betreffend eines Gefangenen.

Der Text lautete:

"Haengt ihn nicht laufen lassen!"

Der Diener vergass allerdings das Komma zu setzen.

So ergaben sich zwei Moeglichkeiten:

1. "Haengt ihn, nicht laufen lassen!"

und

2. "Haengt ihn nicht, laufen lassen!"

Wofuer sich der Henker schlussendlich entschied, weiss ich nicht mehr ...


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18.12.2007 um 16:43
worte könne sehr verletzend sein ,schlimmer noch als schläge
da gibt es die verbalen wutausbrüche die direkt gerade aus sind
und dann die schlau-schlauen die versuchen dürch ihre wortakrobatik den gegenüber komplett zu verunsichern
manchmal würde ich mir wünschen das die menschen einen augenblick länger schweigen würden bevor sie sich auf wortgefechte einlassen, die man später vielleicht bereuen würde


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Satanael
ehemaliges Mitglied

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18.12.2007 um 17:43
zeit: auch ein wort mit verschiedenen bedeutungen.

"natur" und "unrat" werden auch mit den selben buchstaben geschrieben.

"der jäger erschoss den löwen in der hütte"
1. ist der jäger vor der hütte und erschiesst den löwen in der hütte?
2. ist der jäger in der hütte und schiesst nach draussen auf den löwen?
3. sind beide in der hütte und der jäger ersiesst den löwen?

"das ist die hölle!"
es beschreibt entweder den spirituellen "abgrund" der endlosen schmerzen,
oder eine scheinbar ausweglose situation, mit der man überfordert ist...

"jaguar"
der wagen?
die raubkatze?

bmw:
Beyrische MotorenWerke?
bald mein wagen?

kampf:
konfrontation mit einem raubtier oder einem menschen.
die auseinandersetzung mit einer bestimmten situation oder problematik.

fühlen:
"ich fühle die tasten meines klaviers."
"ich fühle die leere in meinem herzen"

existenz:
einmal gäbe es die "soziale existenz", die beschreibt das jemand geld verdient, ein haus hat usw... (ich selber finde diese wortwahl wirklich schlecht, da ein mensch noch immer existiert, auch wenn er weger geld noch obdach hat... ich finde diese beschreibung mehr, als nur oberflächlich...)
und dann gäge es DIE existenz, die alles beschreibt, was eben "existiert"^^

es stimmt schon, das worte oftmals eher schlecht als recht beschreiben, was gemeint ist. jedoch hägnt die beschreibung auch immer von dem satzbau ab.


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Worte, Sprache, Verstehen...

19.12.2007 um 18:11
Ich kenn ein Wort, das vorwärts genauso geschrieben und gesprochen wird, wie rückwärts.
Und das ist Lagerregal

:D :D :D :D


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Worte, Sprache, Verstehen...

19.12.2007 um 21:00
Sehr interessanter Gedankenansatz im Topic.
Ich dachte mir einmal: Der Zufall, der fällt einem zu. Von wo? Durch wen oder was wurde dieser "Fall" ausgelöst? Das Zufall ein nicht kausal erklärbares Ereignis ist bedeutet nicht, dass er keine Kausalität besitzt.
Wenn jemand begabt ist sagt man, es fällt ihm zu und meint dabei meist so etwas wie eine Gabe....
LG lfv


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20.12.2007 um 06:46
Gibt es eigentlich ein anderes Wort fuer "Synonym"?


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Pyrat
ehemaliges Mitglied

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20.12.2007 um 08:29
the quick brown fox jumps over the lazy dog - soweit ich weiß, wird in diesem satz jeder Buchstabe aus dem Alphabet EINMAL verwendet.... ^_^

Oder hier:

Ein Neger(sorry, aber der Satz lautet so xD ) mit Gazelle zagt im Regen nie.

Lest den Satz mal rückwärts :)

Was sagt uns das? Die Sprache(egal welche) ist komisch xD


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Worte, Sprache, Verstehen...

20.12.2007 um 08:42
@cat
Cathryn schrieb:Gibt es eigentlich ein anderes Wort fuer "Synonym"?
es gibt ein sehr ähnliches cat und zwar synonymie, daß im grunde die gleiche bedeutung hat, also sowas wie gleichheit, ähnlichkeit u.s.w.


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Worte, Sprache, Verstehen...

09.03.2009 um 14:43
Sprache ist schon wirklich sehr interessant. Synonym würde ich auch als gleichbedeutend mit gleichbedeutend setzen *gg*

Wenn man bedenkt, daß alles was wir denken und sagen, innerhalb der Sprache geschieht, dann ist das schon faszinierend. Vor allem dann, wenn man sich vor Augen führt, daß jedes einzelne Wort erst im zusammenhang mit anderen einen Sinn bekommt.

Und der Sinn kann völlig anders geartet sein, je nach dem Bezug zu anderen Wörtern oder der Situation. Gibt ja schöne Beispiele hier ;)

Es gibt da auch eine Frage mit der ich mich beschäftige. Die Frage lautet in etwa: Kein Wort, kein Ding?

Wenn man eine Vorstellung von etwas hat, dann bedingt das gleichzeitig, daß man einen Begriff dafür hat. Wenn ein solcher nicht vorhanden ist, wird er eben erschaffen, meistens wohl aus alten Wörtern die zu einem neuen führen. Andersrum kann es kein Begriff oder Wort geben, zu dem es nicht eine Vorstellung gibt.

Wer von Douglas Adams, John Lloyd und Sven Böttcher das Buch "Der tiefere Sinn des Labenz" kennt, weiß sicher, daß es eine ganze menge Vorstellungen und Begebenheiten gibt, die eines eigenen Wortes würdig wären. (oder zumindest sehr lustig sind ;) )

Bei diesem Buch hat man die Namen von Orten mit Vorstellungen verbunden. Da Ortsnamen oft einen ganz eigenen Wortcharme beherbergen fällt es oftmals leicht, diese Verbindungen herzustellen. Ein paar Beispiele:

Biebern (V.)
Mühsam beherrscht an der Unterlippe nagen, während man jemanden
beobachtet, der sich mit einer Aufgabe abquält, die man selbst
innerhalb von Sekunden gelöst hätte. Man beginnt in der Regel zu
biebern, weil man a.) besonders höflich ist oder b.) ohnehin nichts
unternehmen kann, da sich der Scheiternde in einem Fernsehstudio
befindet und man selbst zu Hause auf dem Sofa sitzt.

Andernach, das
Ein Gegenstand, der sinnvoller zu einem anderen Zweck als zu seinem
eigentlich vorgesehenen eingesetzt wird. Ein Fischmesser, mit
dem man eine hartnäckige Lackdose aufhebelt, ist ein ziemlich gutes
Beispiel für einen Andernach.

Für manche Dinge die uns allen eigentlich geläufig sind, gibt es kein bestimmtes Wort und muss erst mit vielen Dieser, beschrieben werden. So war es wohl auch mal mit den Farben, jeder nahm sie wahr aber die Worte dafür sind glaube ich keine 3000 Jahre alt. Dumm nur, daß man jetzt nicht genau weiß, konnte man da die Farben erst unterscheiden oder wurden sie erst zu der Zeit sprachlich integriert.

Sokrates beschrieb sie dann irgendwann mal als die Zwischenstufen von Schwarz und Weiß, je besser eine Vorstellung, desto eindeutiger wurden Begriffe daraus, in allen Sprachen.

Bedenkt man jetzt, daß wir vieleicht 10% unserer Wahrnehmung beschreiben können (in Sprache und Gedanken) dann können wir uns glaube ich, noch auf eine ganze Menge Wörter und Vorstellungen freuen, die wir noch zu entdecken haben :)


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Worte, Sprache, Verstehen...

11.06.2009 um 22:39
Was mir heute in einem anderen Kontext auffiel, ist, dass es eigentlich kaum mehr wirklich neue Wortbestandteile gibt. Wörter bestehen ja grob gesagt aus Lexemen und Grammemen, also kleinen Einheiten, die den Inhalt bzw. die Grammatik tragen. Aber selbst heute trotz technologischer Explosion werden eigentlich in den indogermanischen Sprachen vor allem die alten Lexeme der Griechen, Römer und Germanen neu kombiniert, mit den Standardgrammemen der jeweiligen Sprache versehen und fertig. Sicher, sie haben sich im Laufe der Jahrhunderte und -tausende ein wenig verändert (vermutlich auch unter dem Einfluss der Schrift), aber es scheint fast so, als würden wir keine neuen Lexeme mehr erfinden, als wäre sozusagen alles für den Menschen Vorstellbare im Grunde schon von Anfang an in den alten Sprachen vorhanden gewesen. Jetzt kombinieren wir lediglich einzelne solche Aspekte zu etwas Neuem. Das Ergebnis sind Komposita wie Computertomographie, die sich in ihre einzelnen, uralten Bestandteile zerlegen lassen.
Aber woher kamen die Originallexeme? Wer hat sie erfunden sozusagen und warum erfinden wir heute kaum mehr welche? Vermutlich kann man bis zu den einzelnen Protosprachen zurückgehen, aber weiter wohl nicht, denn dann findet man keine Übereinstimmung mehr.

Was ich mich auch gefragt habe, ist, ob es sich auf das Denken auswirkt, wenn man eine Sprache spricht, deren Schrift auf Symbolen (Wortschrift) oder auf Buchstaben (Buchstabenschrift) basiert. Denkt ein Chinese anders als ein Deutscher, allein schon wegen der Schrift, mit der er groß wird und die ja ganz anders funktioniert?


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