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Die Diktatur des Fleisches

91 Beiträge, Schlüsselwörter: Leben, Mensch, Seele, Ich, Person, Fleich

Die Diktatur des Fleisches

12.08.2014 um 01:44
@Peisithanatos
Peisithanatos schrieb: Statt Milliarden von ephemeren und getriebenen Wesen nur noch ein in sich selbst ruhendes, bedürfnisloses Wesen, welches sich selbst völlig genügen würde. 
Ja, dies wäre wohl ein vollkommenes, friedvoll lebendes Wesen.
Peisithanatos schrieb: Keine Ziele, keinen Antrieb... er wäre auch frei von allen Bedürfnissen, Zwängen, illusionären Hoffnungen, infantilen Wünschen - eine völlig in sich ruhende, abgeklärte Entität, wie ich sie oben beschrieben habe. 
Immerhin ist es auch uns, zumindest zu einem gewissen Grad, möglich einen solchen Geisteszustand mit Hilfe von Meditation zu erreichen.


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Die Diktatur des Fleisches

12.08.2014 um 10:01
@Obsidia
Obsidia schrieb:Immerhin ist es auch uns, zumindest zu einem gewissen Grad, möglich einen solchen Geisteszustand mit Hilfe von Meditation zu erreichen.
Gerade in solchen Zuständen, wenn man annähernd die Position eines neutralen Beobachters des eigenen "ICH" einnehmen kann, der die Bewusstseinsprozesse von einer gewissen Distanz aus verfolgen kann, taucht an die Oberfläche des Bewusstseins, wie wenig frei wir im Grunde genommen doch sind.
Wir suchen uns ja unsere Wünsche und Bedürfnisse nicht aus... genausowenig wie wir uns die Mechanismen in unserem Gehirn, die dahinterstehen ausgesucht haben, die das Resultat der DNA und evolutionärer Vorgänge sind. Das Lustige ist, dass es sogar eine potenzierte, doppelt und dreifache Unfreiheit ist, denn darüber hinaus, steht uns meist nicht einmal frei, wie und ob wir unsere Bedürfnisse überhaupt befriedigen können. Es scheint so als wären wir also nicht einmal nur einfache "Bedürfnisbefriedigungsautomaten".... Nein, wir sind sogar tragische "Bedürfnisbefriedigungs- automaten". :D


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RoseHunter
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Die Diktatur des Fleisches

12.08.2014 um 12:12
@Wandermönch
Wandermönch schrieb:man erkennt sich als das was man ist ... und handelt "menschengerecht"
Abseits aller Polemik: Für wen oder was hast du dich denn vorher gehalten?
Und warum macht dich gerade und ausgerechnet das automatenhafte Selbstbild menschlicher?


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Die Diktatur des Fleisches

12.08.2014 um 12:21
@Peisithanatos

lach da hast du recht

glücklich zu werden ist ein Glücksspiel geworden

aber man kann sich informieren , was unserem körper gut tut ... und versuchen danach zu leben

ich find zb dass zum meditieren auch sehr gut psychologische bücher geeignet sind ... da man viel pragmatischer seine Meditation aufbauen kann


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Die Diktatur des Fleisches

12.08.2014 um 14:12
Das fällt aber eher in die Regionen des Placeboeffektes.


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Die Diktatur des Fleisches

12.08.2014 um 19:15
@Peisithanatos
Peisithanatos schrieb:Gerade in solchen Zuständen, wenn man annähernd die Position eines neutralen Beobachters des eigenen "ICH" einnehmen kann, der die Bewusstseinsprozesse von einer gewissen Distanz aus verfolgen kann, taucht an die Oberfläche des Bewusstseins, wie wenig frei wir im Grunde genommen doch sind.
Ja, richtet man seine Aufmerksamkeit gezielt auf die inneren Vorgänge im Unterbewusstsein bzw.
die zu ersichtlichen Auswirkungen, die sich im eigenen Handeln, im Denken usw. wiederspiegeln, so wird man sich dieser Tatsache zweifelsfrei bewusst.
Doch auch jener Zustand frei von allen Bedürfnissen, Zwängen, illusionären Hoffnungen, infantilen Wünschen, im Zuge der Loslösung, kann sich im Moment der völligen Ruhe und eines klaren Geistes, durch Meditation einstellen.
Peisithanatos schrieb:Wir suchen uns ja unsere Wünsche und Bedürfnisse nicht aus... genausowenig wie wir uns die Mechanismen in unserem Gehirn, die dahinterstehen ausgesucht haben, die das Resultat der DNA und evolutionärer Vorgänge sind. Das Lustige ist, dass es sogar eine potenzierte, doppelt und dreifache Unfreiheit ist, denn darüber hinaus, steht uns meist nicht einmal frei, wie und ob wir unsere Bedürfnisse überhaupt befriedigen können. Es scheint so als wären wir also nicht einmal nur einfache "Bedürfnisbefriedigungsautomaten".... Nein, wir sind sogar tragische "Bedürfnisbefriedigungs- automaten".
Das ist die unumstößliche Wahrheit unserer Identität. Präziser ließe es sich nicht ausdrücken. :)
Wir sind die Marionetten unseres Fleisches, so sehr dies Wissen das menschliche Ego auch kränken mag.


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Die Diktatur des Fleisches

12.08.2014 um 21:45
Blöde Postmoderne Körperfeindlichkeit.


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ozeanzod
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Die Diktatur des Fleisches

12.08.2014 um 22:42
Und woran erkennt man es wenn jemand dieser ,,Diktatur" unterworfen ist?


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Die Diktatur des Fleisches

12.08.2014 um 23:09
@Obsidia
Doch auch jener Zustand frei von allen Bedürfnissen, Zwängen, illusionären Hoffnungen, infantilen Wünschen, im Zuge der Loslösung, kann sich im Moment der völligen Ruhe und eines klaren Geistes, durch Meditation einstellen.
Leider sind aber jene Momente nicht von Dauer, aber was innerhalb dieser Existenz ist das schon? Alles vergeht, das Bedürfnis und auch der, der Bedürfnisse hat, früher oder später.
Obsidia schrieb:Wir sind die Marionetten unseres Fleisches, so sehr dies Wissen das menschliche Ego auch kränken mag.
Ja, die Liste der narzisstischen Kränkungen ist lang... Korpernikus, Darwin, Freud, etc... wir sind ein paar Trockennasenaffen auf einem winzigen Staubkorn am Rande einer unbedeutenden Galaxie, in einem gottverlassenen, kalten, indifferenten Universum. Ist das nicht ein Grund auf die Straße zu gehen und gegen solche Missstände zu demonstrieren? Die Leute regen sich auf, weil die Frisur nicht richtig sitzt und das Wetter heute so "schlecht" ist, nicht weil sie ein existentielles Unbehagen empfinden, in so eine Welt geworfen worden zu sein - ist das nicht ein schlechter Witz?^^


@Wandermönch
Wandermönch schrieb:aber man kann sich informieren , was unserem körper gut tut ... und versuchen danach zu leben
Aber am Ende werden wir wieder frei von uns sein:

https://www.youtube.com/watch?v=MIupzG8rbI4


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Die Diktatur des Fleisches

12.08.2014 um 23:37
hier mal ein programm von dieter nuhr, in dem er sehr viel zum Thema sagt

damit das hier nicht ganz so ernst ist :)

https://www.youtube.com/watch?v=ONgV6LheTlw


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Warhead
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Die Diktatur des Fleisches

13.08.2014 um 06:16
Wandermönch schrieb am 09.08.2014:ich rauch gerade eine zigarette ... und im grunde geb ich damit mein sein im Aschenbecher ab ...
Ob du dein Sein im Aschenbecher ausdrückst,in nen Cognacschwenker kippst oder dir der Colesterinspiegel durchgeht weil du fette Buttercemetorten liebst,ich sag dir was...Lebend kommt hier keiner raus


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Die Diktatur des Fleisches

13.08.2014 um 10:37
@Wandermönch

Da hat der Nuhr wahrscheinlich gar nicht so Unrecht und Glück scheint in der Evolution des Menschen einen eher unbedeutenden Platz einzunehmen. Man würde sich einfach zu sehr gehen lassen und die Spezies, die aus der Tretmühle und dem "Getriebensein" aussteigen will, würde wohl ihren Selektionsvorteil verlieren, würde gar langsam degenerieren.^^
Ein Dilemma, all diese seltsamen Bewusstseinsformen auf diesem Planeten, dieses Kuriosenkabinett an paradoxen Wesen, nichts weiter als eine tragikkomische Anhäufung von Energie.


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Die Diktatur des Fleisches

13.08.2014 um 11:12
Der Thread ist ja mal super Geistreich :D Gefällt mir :)

Errinnert mich etwas an Inception.


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RoseHunter
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Die Diktatur des Fleisches

13.08.2014 um 11:13
@Peisithanatos

Warum sollte uns die Sicht der Evolution auch nur im geringsten jucken?


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Die Diktatur des Fleisches

13.08.2014 um 11:28
@RoseHunter
RoseHunter schrieb:Warum sollte uns die Sicht der Evolution auch nur im geringsten jucken?
Ist ja dein Bier, wenn dich die Sicht der Evolution aus religiösen oder sonstigen Gründen nicht im geringsten juckt - für mich ist sie ein wichtiges Puzzleteil in Bezug auf das menschliche Selbstverständnis.


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RoseHunter
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Die Diktatur des Fleisches

13.08.2014 um 11:39
@Peisithanatos

Aber du erkennst, dass es eine Perspektive unter vielen ist?
Eine Brille, durch die man die Welt betrachten kann, aber nicht muss.
Wenn wir der Evolution nichts bedeuten... warum soll sie uns was bedeuten?
Wenn sie zufällig und ungerichtet ist, warum sollten... ja, wie könnten wir uns, an ihr orientieren?


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Die Diktatur des Fleisches

13.08.2014 um 11:50
@RoseHunter
RoseHunter schrieb:Wenn wir der Evolution nichts bedeuten... warum soll sie uns was bedeuten?
Ich verstehe nicht, worauf diese Fragestellung abzielen soll - die Antwort darauf habe ich dir doch schon weiter oben gegeben:
Peisithanatos schrieb:für mich ist sie ein wichtiges Puzzleteil in Bezug auf das menschliche Selbstverständnis .
RoseHunter schrieb:Wenn sie zufällig und ungerichtet ist, warum sollten... ja, wie könnten wir uns, an ihr orientieren?
Wer fordert denn, dass wir uns an der Natur oder Evolution orientieren sollten? Das ist doch Unsinn - ich richte mein Leben auch nicht nach der Astrophysik aus und doch liefert sie bestimmte Erkenntisse, die uns verstehen helfen, welchen Platz wir im Kosmos einnehmen.

Dazu übrigens auch Nietzsche, dessen Meinung ich teile:
Oh ihr edlen Stoiker, welche Betrügerei der Worte!Denkt euch ein Wesen, wie es die Natur ist, verschwenderisch ohne Maß, gleichgültig ohne Maß, ohne Absichten und Rücksichten, ohne Erbarmen und Gerechtigkeit, fruchtbar und öde und ungewiss zugleich,

denkt euch die Indifferenz als Macht – wie könntet ihr gemäß dieser Indifferenz leben?

Und gesetzt, euer Imperativ “gemäß der Natur leben” bedeute im Grundsatz soviel als “gemäß dem Leben leben” – wie könntet ihr’s denn nicht


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RoseHunter
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Die Diktatur des Fleisches

13.08.2014 um 12:13
@Peisithanatos

Bin einverstanden.


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Die Diktatur des Fleisches

14.08.2014 um 10:37
@Peisithanatos
Peisithanatos schrieb: Ist das nicht ein Grund auf die Straße zu gehen und gegen solche Missstände zu demonstrieren? Die Leute regen sich auf, weil die Frisur nicht richtig sitzt und das Wetter heute so "schlecht" ist, nicht weil sie ein existentielles Unbehagen empfinden, in so eine Welt geworfen worden zu sein - ist das nicht ein schlechter Witz?^^
Ein Großteil der Menschen ist sich der Funktionsweise des Gehirns, der eigenen Sterblichkeit und Unbedeutsamkeit der eigenen Existenz, in kosmischen Maßstäben, nicht bewusst. Gewiss dämmert es hin oder wieder, vor allem in Extremsituationen, wie dem Tod einer nahestehenden Person. Doch entwickelt das Unterbewusstsein zumeist erfolgreich Verdrängungsmechanismen.
Das Streben nach Reichtum, Erfolg und Prestige können ein Ausdruck des Fliehens, vor der Konfrontation mit dem unabwendbarem Ende und des eigenen Unvermögens sein.
Andere entwickeln zwanghafte Schutzrituale, projizieren sich durch die eigenen Kinder in die Zukunft oder sehen sich im Glauben an eine unsterbliche Seele gerettet.
Peisithanatos schrieb:Die Leute regen sich auf, weil die Frisur nicht richtig sitzt und das Wetter heute so "schlecht" ist
Erst wenn ein Weckruf erfolgt verlieren solche Nichtigkeiten an Bedeutung.

Das Gefühl der Erkenntnis, in dieses Sein hineingeworfen zu sein und nichts weiter als Bedürfnisbefriedigungsautomaten zu sein, kann einen unsagbar großen Schmerz hervorrufen.
Doch was würde ein Demonstrieren gegen jene unabwendbaren, unveränderbaren Tatsachen bringen?

Ich denke eine gewisse Gelassenheit und Akzeptanz gegenüber den Dingen, auf die wir keinerlei Einfluss haben, (den Körper in den wir geboren werden, den negativen Charakterzügen etc…) könnte ein möglicher Weg sein, um mit jenen Tatsachen umzugehen. Und somit zu einer Art inneren Ruhe zugelangen.
Wäre diese Einsicht nicht auch der Schüssel zu einer toleranteren, umsichtigen, weniger nach Expansion strebendenden Gesellschaft?
Womöglich ist dies aber auch nur ein Wunschdenken...


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Die Diktatur des Fleisches

14.08.2014 um 22:19
@Obsidia
Obsidia schrieb:Doch was würde ein Demonstrieren gegen jene unabwendbaren, unveränderbaren Tatsachen bringen?
Mir ging es darum Banalitäten und Substantielles zu kontrastieren - es geht nicht darum gegen das existentielle Unbehagen, dass man das ist, was man ist zu demonstrieren, sondern das Bewusstsein für die eigene existentielle Situation zu schärfen, aus der alltäglichen "Denkroutine" auszubrechen. Eine Rebellion gegen das Selbsverständliche, die Monotonie, die Mediokrität des Alltags und eingefahrene Denkmuster.
Obsidia schrieb:Wäre diese Einsicht nicht auch der Schüssel zu einer toleranteren, umsichtigen, weniger nach Expansion strebendenden Gesellschaft?
Mag sein, aber so funktioniert der Mensch nunmal nicht und alle Utopien gründen auf die Vorstellung wie der Mensch sein sollte, aber nicht darauf wie er ist.
Betrachtet man das große, ganze Bild, dann sind die menschliche Natur, seine Psyche und die daraus folgenden Handlungen das Resultat blinder Prozesse der Evolution und Natur. Es steckt kein höheres Prinzip dahinter, das dafür Sorge trägt, dass eine größtmögliche Zahl von Individuen in einem möglichst glücklichen Zustand, möglichst lange in Harmonie koexistieren kann.
Allem Leben wohnt der Drang zur ungehemmten Expansion inne. Alle Organismen sind so programmiert, dass sie sich bei passenden Rahmenbedingungen und wenn keine äusseren regulierenden Faktoren (Fressfeinde etc..) vorhanden sind, ungehemmt vermehren, bis sie ihre eigene Lebensgrundlage vernichtet haben.
Dieses Prinzip gilt auch bei Menschen und deren Systemen und Gesellschaften, als Blaupause für das Paradigma vom grenzenlosen Wachstum und Profitgier.
Wir haben ein superexponentielles Bevölkerungswachstum auf der einen Seite und überfischte Meere, globalen Raubbau und Ressourcenplünderung auf der anderen Seite und das bei begrenzten Ressourcen.
Es ist keine Zeit mehr die Massen zu reformieren und den Einzelnen zu sensiblisieren - die globalen Prozesse, welche die Lebensgrundlage der Menschheit unterminieren haben eine Eigendynamik entwickelt und sind irreversibel.
Es spricht nichts dagegen die "Verluste" gering zu halten und das Beste aus der Lage zu machen und selbst positiven Einfluss auf das System und den eigenen Lebenswandel zu nehmen.
Darüber hinaus denke ich da aber eher sehr nüchtern und fatalistisch.


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