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"Menschliche Freiheit" ist eine dreiste Lüge!

532 Beiträge, Schlüsselwörter: Willensfreiheit

"Menschliche Freiheit" ist eine dreiste Lüge!

21.02.2016 um 10:05
@Schrotty
Schrotty schrieb: Klar sind wir gesellschaftlichen Zwängen unterworfen, aber ich denke, was persönliche Freiheit angeht, sind dir, ausser Gesetzlichen Grenzen, eigentlich keine Grenzen gesetzt...
Die "Freiheit" aus einem System von Zwängen und Regulierungen auszubrechen, steht nur den Menschen zur Verfügung, die ein grundlegendes Verständnis des Kontexts, in welchem sie eingebettet sind, mitbringen und die mentale Stärke besitzen, nach diesen Erkenntnissen konsequent zu handeln.
Ob Menschen diese Fähigkeiten besitzen, hängt von ihrer Prägung und Konditionierung ab. Da aber niemand die Grundvoraussetzung für solche Befreiungsschläge selber wählen kann, also die Art und Weise der "Programmierung", welche in erst dazu befähigt, ist auch die von dir beschriebene "Freiheit" keine wirkliche. Diese ist an Bedingungen geknüpft, die niemanden frei zur Verfügung stehen.

@tic
tic schrieb:also zum zitierten Satz von dir, das trifft meiner Meinung nach nur auf Menschliche/Staatliche Regeln zu, an sonsten würd ja keiner Behaupten man sei Frei.. wenns keiner behauptet ist es auch keine Lüge ^^ ohne Staat/Menschliche Regelgeber gäbs diese Behauptung nicht
Wir sollten unterscheiden zwischen Willensfreiheit und Handlungsfreiheit. Es gibt m.E. keine Willensfreiheit, wir handeln nach unserer "Programmierung" - Handlungsfreiheit mag gegeben sein, diese ist aber stark limitiert, der biologische und soziale Kontext ist uns bereits vorgegeben und nur innerhalb dieses Rahmens können wir uns bewegen.

Warum der Freiheitsbegriff "benutzt" wird, um gesellschaftliche Missstände zu legitimieren, habe ich oben schon beschrieben:
Peisithanatos schrieb:Indem man den sozial Schwachen und Benachteiligten in der Gesellschaft unterstellt, sie hätten ihre Bedingungen selbst gewählt, ausgehend von einem Freien Willen, verhindert man einen gesellschaftlichen und geistigen Wandel.
Das Konstrukt eines Freien Willens ("Jeder ist seines Glückes Schmied") wird also instrumentalisiert, um soziale Missstände zu rechtfertigen.
@eDiEnRe77
eDiEnRe77 schrieb:Die Seele ausgenommen, denn um die Freiheit der Seele weiß ich. Frei bin ich nur, wenn ich tief und fest schlafe.;-) Gute Nacht.
Freiheit gibt es nie... viell. gibt es Graduierungen von Freiheit und das Streben danach, aber wir müssen uns wohl damit abfinden, dass wir Hampelmänner des Schicksals sind. Wir können die Ketten lockern, aber nicht abschütteln.


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"Menschliche Freiheit" ist eine dreiste Lüge!

21.02.2016 um 10:12
@Peisithanatos
Peisithanatos schrieb:Indem man den sozial Schwachen und Benachteiligten in der Gesellschaft unterstellt, sie hätten ihre Bedingungen selbst gewählt, ausgehend von einem Freien Willen, verhindert man einen gesellschaftlichen und geistigen Wandel.
Das Konstrukt eines Freien Willens ("Jeder ist seines Glückes Schmied") wird also instrumentalisiert, um soziale Missstände zu rechtfertigen.
Das an sich klingt schon logisch.
Kannst du mir ein Beispiel aus der Praxis nennen? Denn wenn jemand sagt, "Die Armen haben es sich doch selbst ausgesucht arm zu sein", wird der doch von den Medien zerfetzt. Vielleicht bin ich auch nur naiv.


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"Menschliche Freiheit" ist eine dreiste Lüge!

21.02.2016 um 12:18
Peisithanatos schrieb:Was du schreibst, stimmt schon bis zu einem bestimmten Grad, aber mir erschließt sich nicht ganz, wie du aus Individualität bzw. Einzigartigkeit Freiheit/Freien Willen ableiten willst.
Naja, ich denke schon das jeder einen freien Willen hat. Ich könnte jetzt sofort aufstehen und in die Welt hinausziehen. Warum tue ich es nicht? Weil ich sehr viel Sicherheit hinter mir lassen müsste. Ich denke der Mensch ist ein Gewohnheitstier. Deshalb entscheidet er sich am ehesten für den Weg mit den geringsten Hindernissen.


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Mahatma_Pech
ehemaliges Mitglied

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"Menschliche Freiheit" ist eine dreiste Lüge!

21.02.2016 um 12:58
@Izaya
Aber die wird auch nur subjektiv sein können.
Izaya schrieb:Beim EP habe ich das Gefühl, es geht dem TE eher um den freien Willen. Da wird es mit der Definition etwas komplizierter. Finde jedenfalls ich.
So hab ich das auch verstanden.

Mein Favorit:

Die Freiheit des Menschen liegt nicht darin, daß er tun kann, was er will, sondern das er nicht tun muß, was er nicht will.

(Rousseau)


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"Menschliche Freiheit" ist eine dreiste Lüge!

21.02.2016 um 13:09
@Mahatma_Pech
Mahatma_Pech schrieb:Aber die wird auch nur subjektiv sein können.
Etwas anderes zu verlangen wäre lächerlich. Habe dich ja auch nach deiner Meinung gefragt.
Mahatma_Pech schrieb:Die Freiheit des Menschen liegt nicht darin, daß er tun kann, was er will, sondern das er nicht tun muß, was er nicht will.
Klingt gut. Also ist die Freiheit, die Abwesenheit von Zwang. Schöne Definition.


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eDiEnRe77
ehemaliges Mitglied

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"Menschliche Freiheit" ist eine dreiste Lüge!

21.02.2016 um 13:25
Niemand ist hoffnungsloser versklavt als der, der fälschlicher Weise glaubt frei zu sein.

Johann Wolfgang van Goethe ;-)

Menschliche Freiheit, scheint nicht wirklich wichtig zu sein. Deshalb trifft es gut wie @Mahatma_Pech es ausdrückt, mit
Mahatma_Pech schrieb:Die Freiheit des Menschen liegt nicht darin, daß er tun kann, was er will, sondern das er nicht tun muß, was er nicht will.


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"Menschliche Freiheit" ist eine dreiste Lüge!

21.02.2016 um 19:00
@Izaya
Izaya schrieb:Kannst du mir ein Beispiel aus der Praxis nennen? Denn wenn jemand sagt, "Die Armen haben es sich doch selbst ausgesucht arm zu sein", wird der doch von den Medien zerfetzt. Vielleicht bin ich auch nur naiv.
Der Irrtum ist ist doch common sense, so dass es nicht mal mehr explizit erwähnt werden muss. Wenn man nur WILL, geht nämlich alles.^^

@McMurdo
McMurdo schrieb:Naja, ich denke schon das jeder einen freien Willen hat.
Es gibt keinen Grund unser Gehirn von den Naturgesetzen auszunehmen, so sind alle Handlungen und Gedanken das notwendige Resultat elektrochemischer Gehirnprozesse. Tut mir leid, aber da ist bedauerlicherweise nicht mehr viel Platz für Freiheit.

@Mahatma_Pech
Mahatma_Pech schrieb:Die Freiheit des Menschen liegt nicht darin, daß er tun kann, was er will, sondern das er nicht tun muß, was er nicht will.
Dann muss er einfach nur das wollen, was getan werden muss - Problem gelöst. :)


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"Menschliche Freiheit" ist eine dreiste Lüge!

21.02.2016 um 19:09
Peisithanatos schrieb:Es gibt keinen Grund unser Gehirn von den Naturgesetzen auszunehmen, so sind alle Handlungen und Gedanken das notwendige Resultat elektrochemischer Gehirnprozesse. Tut mir leid, aber da ist bedauerlicherweise nicht mehr viel Platz für Freiheit.
Darauf könnte ich jetzt einiges schreiben aber ich entscheide mich bewusst dagegen. :D


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"Menschliche Freiheit" ist eine dreiste Lüge!

21.02.2016 um 21:42
@Peisithanatos
Peisithanatos schrieb:Wenn man nur WILL, geht nämlich alles.^^
Ist doch ein schöner Spruch. Und was man will sowie wie sehr man sich anstrengt sind Kriterien. Wenn man etwas wirklich will und auch alles dafür gibt, ist es wahrscheinlicher das es passiert (Was nicht mit wahrscheinlich gleichzusetzen ist, jedenfalls nicht immer).


Die Sache ist die, du siehst die "Lüge der menschlichen Freiheit" als Herrschaftsinstrument. Die Lüge wird benutzt um sozial schwächere selbst für ihre Situation verantwortlich zu machen.
soweit richtig verstanden?
Nun ist es so, dass man entweder ohne eine Idee der menschlichen Freiheit dagegen Argumentieren kann (Aufzeigen, dass es keine Möglichkeit gibt sich aus dieser Lage zu befreien) oder, falls es für die Person möglich wäre ihre Lebenslage zu verbessern und sie es trotzdem nicht macht. Dann ist sie aus meiner Sicht auch Schuld.
Das die Schuldfrage durch fehlenden freien Willen nicht wegfällt, habe ich doch bereits gesagt, oder?
Bin mir gerade nicht sicher :D

Also bin ich mir nicht sicher, inwiefern die menschliche Freiheit an sich eine rolle spielt.
Vielleicht wenn man es nur sehr sehr Oberflächlich behandelt und sich mit Fehlinformationen berieseln lässt.


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"Menschliche Freiheit" ist eine dreiste Lüge!

22.02.2016 um 06:08
@Peisithanatos
Peisithanatos schrieb:Menschliche Freiheit ist eine dreiste Lüge und darüber hinaus ein Herrschaftsinstrument zur Unterdrückung
Wenn man Loch im Ganzen sucht ist man nie Frei, klingt logisch, ist logisch.


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5okrates
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"Menschliche Freiheit" ist eine dreiste Lüge!

22.02.2016 um 11:05
@Peisithanatos

Durchaus pessimistische Sichtweise ... aber versuch es doch mal hiermit ...
Ich denke du nimmst Bezug auf Sartres Existentialismus ...
Dieser greift womöglich ins ideale und zu weit, scheint aber doch dem Optimismus Platz einzuräumen ..

Deine Position ist die des ewig Unterdrückten ... des passiven der sein Schicksal erleidet ...
Warum wählst du nicht die des Kämpfers ?

Dass wir frei sind ergibt sich schon aus der Tatsache das wir mit Absicht und zweckgerichtet handeln können,
was keine Natur vermag ...

Handeln wir nur durch die Natur, so unterstellst du der Natur eine Zweckkausalität ...
Mithin handeln wir durch ein denkendes, Zwecke setzendes Wesen der Natur ...

Warum nicht einfach behaupten eben dieses Wesen wäre der Mensch selbst und nicht Gott ?

Der Mensch ist frei, er setzt sich selbst Zwecke die er erreichen kann ...

Er handelt aus einer Absicht heraus ...

Er erschafft künstliche Produkte, die sich durch ihre offensichtliche Zweckstruktur,
von allen Produkten der leblosen Natur unterscheiden ...

Dem Willen des Menschen entspringt eine Zweckkausalität,
welche sich in der Natur nicht einsehen lässt ...


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Mahatma_Pech
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"Menschliche Freiheit" ist eine dreiste Lüge!

22.02.2016 um 12:37
@Peisithanatos
Peisithanatos schrieb:Wenn man nur WILL, geht nämlich alles.
Ich WILL fliegen können. Ich selbst ohne Flugzeug. Das geht nicht weil mir gewissse Voraussetzungen fehlen.
Deine Aussage ist so überholt bzw. wiederlegt die bringt selbst die FDP nicht mehr.


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"Menschliche Freiheit" ist eine dreiste Lüge!

22.02.2016 um 17:58
Ich glaube, dass das System auf der Staatenwelt uns dies injiziert. Und wir damit leben "müssen", natürlich kann sich jeder Mensch freier machen, wie selbstversorgung etc...

Aus diesem System ist kein körperliches Entkommen. Nur mit den Gedanken kannst du die Ketten sprengen. Deswegen glaube ich biblisch, die Welt liegt in den Händes des bösen. und freier friedlicher Wille/Gedanke ist böse.

Ich erinnere mich an einen Artikel (aber aus der Bild) mit der Überschrift: Ureinwohner entdeckt- oder so ähnlich.

Dort wurde ein bis dahin unentdecktes Volk im Wald Brasiliens in der Nähe von Rio de (Janeiro?) gefunden.

Ausgenommen sie würden nicht entdeckt. Waren Sie doch bis dahin "frei"?

Leider weiß ich auch nicht, ob man Sie verscheucht oder untersucht hat...

Jedenfalls wusste das Volk angeblich nichts von moderner Zivilisation und deshalb haben Sie vermutlich auch den Helikopter beworfen mit Speeren und/oder Bogenpfeilen.


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"Menschliche Freiheit" ist eine dreiste Lüge!

22.02.2016 um 18:47
@5okrates
5okrates schrieb:Ich denke du nimmst Bezug auf Sartres Existentialismus ...
Dieser greift womöglich ins ideale und zu weit, scheint aber doch dem Optimismus Platz einzuräumen .
Sarte sagt ja wir seien zur Freiheit verurteilt. Er meint damit, dass der Mensch auf sich selbst zurückgeworfen ist, sich selbst entwerfen muss, weil es keine höhere Instanz, keinen Gott gibt, der uns irgendwelche Vorgaben macht. Er räumt der Freiheit sehr viel Raum ein - einer Freiheit, die es so nicht gibt, denn wir sind ja keine reinen Geistwesen, sondern von unserer Biologie und Sozialisierung abhängig.
5okrates schrieb:Deine Position ist die des ewig Unterdrückten ... des passiven der sein Schicksal erleidet ...
Warum wählst du nicht die des Kämpfers ?
Nein, man kann fatalistisch denken und trotzdem aktiv handeln. Einsicht die in die Bedingtheit aller Dinge, das Verstehen von Kausalitäten lässt den Menschen doch erst rational handeln. Nur der wenig reflektierte Mensch wird aus der Einsicht, dass jede Freiheit nur illusorisch ist, in Resignation und Passivität verfallen.
5okrates schrieb:Handeln wir nur durch die Natur, so unterstellst du der Natur eine Zweckkausalität ...
Mithin handeln wir durch ein denkendes, Zwecke setzendes Wesen der Natur ...
Der Mensch ist Natur...die Dichotomie Mensch Natur erscheint mir wenig plausibel und was Teleologie anbelangt, so möchte es mich Nietzsche sagen:
“Wir haben den Begriff "Zweck" erfunden: in der Realität fehlt der Zweck... Man ist nothwendig, man ist ein Stück Verhängniss, man gehört zum Ganzen, man ist im Ganzen, - es giebt Nichts, was unser Sein richten, messen, vergleichen, verurtheilen könnte, denn das hiesse das Ganze richten, messen, vergleichen, verurtheilen... Aber es giebt Nichts ausser dem Ganzen!”

@Mahatma_Pech
Mahatma_Pech schrieb:Ich WILL fliegen können. Ich selbst ohne Flugzeug. Das geht nicht weil mir gewissse Voraussetzungen fehlen.
Deine Aussage ist so überholt bzw. wiederlegt die bringt selbst die FDP nicht mehr.
Du hast wohl die Ironie hinter meiner Aussage nicht bemerkt.^^


@Izaya
Izaya schrieb:Das die Schuldfrage durch fehlenden freien Willen nicht wegfällt, habe ich doch bereits gesagt, oder?
Bin mir gerade nicht sicher :D
Ein Mensch trägt an einer Sache soviel Schuld, wie ein geplatzter Reifen für einen Autounfall.

Izaya schrieb:falls es für die Person möglich wäre ihre Lebenslage zu verbessern und sie es trotzdem nicht macht. Dann ist sie aus meiner Sicht auch Schuld.
Nein, verantwortlich für die Misere wären die Faktoren, welche die Person unfähig dazu gemacht haben, sich aus dieser Lage zu befreien, sei es weil ihr der Wille dazu, oder die Einsicht fehlt.
Das muss nicht heißen, dass in unserer Gesellschaft Sanktionen oder Anreize nicht gerechtfertig wären, im Gegenteil, aber sie mit Schuld zu beladen ist kontraproduktiv und verdoppelt die Last.
Peisithanatos schrieb:Das auf der Annahme des freien Willens aufbauende Wettbewerbsprinzip führt, fällt mein Vergleich zu den Anderen für mich negativ aus, bei mir zu Minderwertigkeits-, Scham-, Schuld- und Peinlichkeitsgefühlen. Sieht meine Bilanz hingegen positiv aus, so bin ich erfüllt mit Stolz und mustere die Anderen arrogant und überheblich, denn schließlich hätten sie es ja auch zu mehr bringen können, wenn sie nur gewollt hätten.
Sowohl die hier angedeutete negative (schuldbeladene) als auch die positive (stolzgeschwängerte) Bilanzierung eigener Leistungen hemmt die anzustrebende Veränderung des Individuums hin zu größerer Humanität, denn das Individuum bleibt Ichfixiert, gefangen in selbstwertdienlichen Wahrnehmungsverzerrungen in Bezug auf die Umwelt und die eigene Person.
Quelle: http://www.schmidt-salomon.de/willensfreiheit.pdf


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"Menschliche Freiheit" ist eine dreiste Lüge!

22.02.2016 um 21:06
@Peisithanatos
Peisithanatos schrieb:Nein, verantwortlich für die Misere wären die Faktoren, welche die Person unfähig dazu gemacht haben, sich aus dieser Lage zu befreien, sei es weil ihr der Wille dazu, oder die Einsicht fehlt.
Anders gesagt, er ist Schuld.
Erinnern wir uns an meine Meinung zur Schuld:
Izaya schrieb:Nur weil man nicht frei ist, ist ja noch lange nicht kein Individuum, dem man Schuld zuweisen kann. Die Person hat an etwas Schuld. Das setzt, wenn man die negative Bewertung mal beiseite lässt, nur voraus, das die Person es verursacht. Verstehe nicht wo hier freier Wille vorausgesetzt wird.
Das Virus ist ja auch Schuld daran, dass du Krank bist. Der Virus ist Schuld, dass dein Computer nicht mehr funktioniert. Weder das biologische Virus noch der Computervirus haben einen freien Willen.
Oder siehst du das anders?
Du gibst auch nicht dem Urknall die Schuld daran, das es Kriege gibt. Ohne den Urknall würde es aber bestimmt keine Kriege geben. Man geht direkt von der Quelle aus. Man schaut nicht was an der Spitze der Reaktionskette steht. Sonst ist der Beginn von allem, Schuld an allem. Stimmt so auch, diese Art zu denken bringt uns aber nicht weiter.
Peisithanatos schrieb:Das muss nicht heißen, dass in unserer Gesellschaft Sanktionen oder Anreize nicht gerechtfertig wären, im Gegenteil, aber sie mit Schuld zu beladen ist kontraproduktiv und verdoppelt die Last.
Also sollen wir Sanktionen verteilen ohne die Schuldfrage zu klären?
Peisithanatos schrieb:Das auf der Annahme des freien Willens aufbauende Wettbewerbsprinzip führt, fällt mein Vergleich zu den Anderen für mich negativ aus, bei mir zu Minderwertigkeits-, Scham-, Schuld- und Peinlichkeitsgefühlen. Sieht meine Bilanz hingegen positiv aus, so bin ich erfüllt mit Stolz und mustere die Anderen arrogant und überheblich, denn schließlich hätten sie es ja auch zu mehr bringen können, wenn sie nur gewollt hätten.
Sowohl die hier angedeutete negative (schuldbeladene) als auch die positive (stolzgeschwängerte) Bilanzierung eigener Leistungen hemmt die anzustrebende Veränderung des Individuums hin zu größerer Humanität, denn das Individuum bleibt Ichfixiert, gefangen in selbstwertdienlichen Wahrnehmungsverzerrungen in Bezug auf die Umwelt und die eigene Person.
Schön, dass du den Text wieder postest, aber was hat der hier zu sagen?
Der Streitpunkt zwischen uns beiden ist ja, ob es die eigene Schuld ist, wenn man seine Lebenslage nicht verbessert auch wenn man es kann.
Hier hätten sie wirklich mehr machen können, in dem sie nur gewollt hätten und da sie die Möglichkeit haben wird sie der Vergleich nicht besonders negativ stimmen, sonst würden sie einfach etwas daran ändern und sich Verbessern. Machen sie aber nicht.
War der Text überhaupt für mich gedacht? :D


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"Menschliche Freiheit" ist eine dreiste Lüge!

22.02.2016 um 23:45
Wieder mal ein unausgearbeiteter, in sich widersprüchlicher Text ohne Argumente von einem wütenden Möchtegernphilosophen... mehr hab ich dazu nicht zu sagen.


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"Menschliche Freiheit" ist eine dreiste Lüge!

23.02.2016 um 06:41
@Izaya
Izaya schrieb:Du gibst auch nicht dem Urknall die Schuld daran, das es Kriege gibt. Ohne den Urknall würde es aber bestimmt keine Kriege geben. Man geht direkt von der Quelle aus. Man schaut nicht was an der Spitze der Reaktionskette steht. Sonst ist der Beginn von allem, Schuld an allem. Stimmt so auch, diese Art zu denken bringt uns aber nicht weiter.
Ich kann die unmittelbare Ursache verorten und reagieren, ohne moralische Schuldzuweisung.
Der Begriff der Schuld bringt uns nicht weiter - diesen Begriff gibt es nur im Paket mit dem "Freien Willen" und der ist Fiktion.
Izaya schrieb:Also sollen wir Sanktionen verteilen ohne die Schuldfrage zu klären?
Natürlich muss der Verursacher für Normabweichungen identifiziert werden und dann muss sinnvoll interveniert werden, aber dazu muss ich diesem doch keine moralische Schuld zuweisen. Normabweichendes Verhalten ist demnach wie eine Krankheit zu behandeln und kann durch erzieherische Maßnahmen, dort wo es sinnvoll erscheint, eingedämmt werden.
Der Streitpunkt zwischen uns beiden ist ja, ob es die eigene Schuld ist, wenn man seine Lebenslage nicht verbessert auch wenn man es kann.
Hier hätten sie wirklich mehr machen können, in dem sie nur gewollt hätten und da sie die Möglichkeit haben wird sie der Vergleich nicht besonders negativ stimmen, sonst würden sie einfach etwas daran ändern und sich Verbessern. Machen sie aber nicht.
siehe oben - es bedarf keiner moralischen Schuldzuweisungen für "Belohnung" und/oder "Strafe".



@Gibson
Wieder mal so ein überflüssiger, wenig reflektierter Einzeiler ohne Argrumente und ohne Sinn und Verstand.


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"Menschliche Freiheit" ist eine dreiste Lüge!

23.02.2016 um 15:46
@Peisithanatos
Peisithanatos schrieb:Ich kann die unmittelbare Ursache verorten und reagieren, ohne moralische Schuldzuweisung.
Also, schauen wir uns nochmal an, was ich gesagt habe:
Izaya schrieb am 20.02.2016:Nur weil man nicht frei ist, ist ja noch lange nicht kein Individuum, dem man Schuld zuweisen kann. Die Person hat an etwas Schuld. Das setzt, wenn man die negative Bewertung mal beiseite lässt, nur voraus, das die Person es verursacht. Verstehe nicht wo hier freier Wille vorausgesetzt wird.
Das Virus ist ja auch Schuld daran, dass du Krank bist. Der Virus ist Schuld, dass dein Computer nicht mehr funktioniert. Weder das biologische Virus noch der Computervirus haben einen freien Willen.
Oder siehst du das anders?
Peisithanatos schrieb:Der Begriff der Schuld bringt uns nicht weiter - diesen Begriff gibt es nur im Paket mit dem "Freien Willen" und der ist Fiktion.
Was hat der freier Wille mit Schuld zu tuen? Du bist Schuld an einem Mord, wenn du ihn begangen hast. Punkt.

Was gibt es daran zu rütteln? Klar ist dieser Mord ein Produkt aller Einflüsse auf den Täter sowie seiner DNS.
Das ändert aber nichts daran, dass du den Mord begangen hast. Du trägst die Schuld.
Du bist die Ursache dafür und es ist eine tat die in der Gesellschaft nicht toleriert wird. Hier kannst du auch die Wertung nehmen. Ein freier Wille spielt hier keine Rolle.

Du willst bei dieser Diskussion eher klarstellen, dass moralische Schuldzuweisungen nichts bringen. (Mein Gefühl)
Das ist aber nicht das Thema. Egal ob sie helfen oder nicht, man kann die Schuldzuweisungen verteilen. Egal ob es einen freien Willen gibt oder nicht.


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"Menschliche Freiheit" ist eine dreiste Lüge!

23.02.2016 um 17:19
@Izaya
Du verwechselst die Begriffe "Kausalität" und "Schuld".
Izaya schrieb:Was hat der freier Wille mit Schuld zu tuen? Du bist Schuld an einem Mord, wenn du ihn begangen hast. Punkt.
Man kann einen Mord begehen, ohne schuld daran zu sein.
Beispiel: Ein Kind zündet eine Bombe, es sterben Menschen. Ein Mord liegt vor (Mordmerkmal: gemeingefährliches Mittel"), ein Kind ist aber schuldunfähig.
Izaya schrieb:Was gibt es daran zu rütteln? Klar ist dieser Mord ein Produkt aller Einflüsse auf den Täter sowie seiner DNS.
Das ändert aber nichts daran, dass du den Mord begangen hast.
Das ist aber eine Frage von Ursache und Wirkung (Kausalität) und hat nichts mit "Schuld" zu tun.

Diese beiden Dinge musst Du differenzieren.
Ich haue Dir auf den Finger -> ich bin der Grund für Deine Schmerzen. Aber wenn es z.B. versehentlich geschah oder es nicht vermeidbar war, bin ich nicht schuld.
Peisithanatos schrieb:Ich kann die unmittelbare Ursache verorten und reagieren, ohne moralische Schuldzuweisung.
Der Begriff der Schuld bringt uns nicht weiter - diesen Begriff gibt es nur im Paket mit dem "Freien Willen" und der ist Fiktion.
In gewisser Weise ist es eine Fiktion. Aber eine, die man unterstellen muss, wenn eine Gesellschaft eigenverantwortlicher Beteiligter funktionieren soll.
Zudem ist es eben "nur in gewisser Weise" eine Fiktion. Zu einem recht deutlichen und auch abgrenzbaren Teil können wir Entscheidungen zurechenbar treffen.


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5okrates
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"Menschliche Freiheit" ist eine dreiste Lüge!

23.02.2016 um 17:33
@Peisithanatos

"Sarte sagt ja wir seien zur Freiheit verurteilt. Er meint damit, dass der Mensch auf sich selbst zurückgeworfen ist, sich selbst entwerfen muss, weil es keine höhere Instanz, keinen Gott gibt, der uns irgendwelche Vorgaben macht. Er räumt der Freiheit sehr viel Raum ein - einer Freiheit, die es so nicht gibt, denn wir sind ja keine reinen Geistwesen, sondern von unserer Biologie und Sozialisierung abhängig."

Gut wiederholt was ich anders ausgedrückt, ebenfalls sagte ...

"Nein, man kann fatalistisch denken und trotzdem aktiv handeln. Einsicht die in die Bedingtheit aller Dinge, das Verstehen von Kausalitäten lässt den Menschen doch erst rational handeln. Nur der wenig reflektierte Mensch wird aus der Einsicht, dass jede Freiheit nur illusorisch ist, in Resignation und Passivität verfallen."

Das sehe vollkommen anders ... an ein Schicksal glauben und trotzdem sein Schicksal selbst entwerfen und gestalten ?
Dies scheint sich mir zu widersprechen ... deine Sichtweise ist die desjenigen der sich zurück lehnt und sich seinem
Schicksal hingibt ... willst du eine andere vertreten, dann steht dein Denken im Widerspruch zu deiner Einstellung ...

"Der Mensch ist Natur...die Dichotomie Mensch Natur erscheint mir wenig plausibel und was Teleologie anbelangt, so möchte es mich Nietzsche sagen:
“Wir haben den Begriff "Zweck" erfunden: in der Realität fehlt der Zweck... Man ist nothwendig, man ist ein Stück Verhängniss, man gehört zum Ganzen, man ist im Ganzen, - es giebt Nichts, was unser Sein richten, messen, vergleichen, verurtheilen könnte, denn das hiesse das Ganze richten, messen, vergleichen, verurtheilen... Aber es giebt Nichts ausser dem Ganzen!”

Ich denke du hast nicht verstanden worum es mir ging ... mir ging es um die Erschaffung künstlicher Produkte durch
intelligente Lebewesen die durch einen Willen, nach einer Absicht, auf Zwecke gerichtet handeln können,
mithin freier sind als jeder Naturdeterminismus der leblosen Natur ...


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