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Philosophie - Sich seiner Triebe entledigen | Literatur-Gesuche

31 Beiträge, Schlüsselwörter: Gedanken, Philosophie, Literatur, Triebe
Dr.Precht
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Philosophie - Sich seiner Triebe entledigen | Literatur-Gesuche

13.09.2011 um 14:44
Schönen Guten Tag,

ich stelle mir häufig die Frage, inwiefern es dem Menschen möglich ist, sich seiner Triebe und Bedürfnisse zumindest insoweit zu entledigen, als dass der Verzicht und Nichterhalt der Befriedigung in dieser, sich nicht negativ auf das generelle Wohlempfinden auswirkt.

Ich stelle an mir häufig feste, dass fehlender Sex, dass generelle körperliche Nähe zu einem Mensch fehlt und ein bedrückendes, negatives Gefühl verschafft - um ein Beispiel zu nennen.

Ist euch ein Sachbuch bekannt, dass sich mit dieser Frage unter anderem auseinandersetzt und gar als Ratgeber fungieren kann, wie man sich unabhängig von bestimmten Bedürfnissen machen kann?

Dass Essen und Trinken beispielsweise, eine schier unanbdingbare Kombination von Bedürfnissen darstellt, die befriedigt werden müssen, ist mir bewusst.

Doch wie verhält es sich mit Bedürfnissen, die nicht unmittelbar für die Sicherung unserer Existenz, sondern für die Sicherung unseres Leben, also unserer Freude und unserem Wohlempfinden wichtig sind?

Und wie kann ich bei der Partnerwahl, oberflächliche Kriterien verbannen, die keinerlei Aufschluss darüber geben, inwiefern eine Partnerschaft mit einem Menschen funktionieren würde? Dass man gerne, mit als äußerlich attraktiv empfundenen Menschen schläft, ist nachvollziehbar und evolutionsbiologisch erklärbar. Aber wie kann ich meinem Empfinden und meiner Wahrnehmung begreiflich machen, dass Äußerlichkeit für eine Partnerschaft unwichtig ist. Nicht zuletzt deshalb, weil Sex und Partnerschaft trennbar "sind", gleichwohl nicht getrennt werden müssen - um hier möglichen Aufschreihen vorzubeugen.

Möchte hier keine Diskussion lostreten, sondern lediglich Literatur-Empfehlungen erhalten.

Grüße


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13.09.2011 um 14:47
@Dr.Precht

Hast du dich diesbezüglich schon mal mit Maslow beschäftigt?
http://arbeitsblaetter.stangl-taller.at/MOTIVATION/Beduerfnisse.shtml


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13.09.2011 um 14:50
Wir Menschen bestehen regelrecht aus Bedürfnissen.
Dr.Precht schrieb:Doch wie verhält es sich mit Bedürfnissen, die nicht unmittelbar für die Sicherung unserer Existenz, sondern für die Sicherung unseres Leben, also unserer Freude und unserem Wohlempfinden wichtig sind?
Das sind auch Bedürfnisse, die für uns überlebenswichtig sind. Es scheint zwar so, als wären wir alle so frei, aber im Grunde genommen tun wir alle Dinge, die uns glücklich machen, damit wir glücklich leben und damit wir überhaupt leben können. Wenn ein Mensch seine Bedürfnisse nicht mehr erfüllen kann, dass wird er sich irgendwann sein Leben nehmen. Das ist wie eine Art Gesetz.


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13.09.2011 um 15:00
@Dr.Precht
@Yoshi

Sehe ich nicht ganz so - man kann sich auch seiner Wünsche/Bedürfnisse entledigen, wenn man nachdenkt und erkennt, dass vieles davon nur sinnfreie Erfüllung ist.

Der beste Weg dahin ist, dass man sich so viel wie möglich Bedürfnisse aufbaut und dann einfach das Streichen beginnt.

Zuerst das, was zu viel Geld kostet, dann was zu viel Mühe macht, dann, was bald langweilig wird usw usf - zurück bleiben dann die Bedürfnisse, die wirklich welche sind.

Liebe Grüße


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13.09.2011 um 15:04
@WangZeDong
Da stimme ich dir zu. Aber wir alle haben ein Grundbedürfnis, nämlich die Glückseligkeit. Wir alle befriedigen ständig unsere Bedürfnisse. Klar, man könnte auch auf viele Dinge verzichten, und würde es trotzdem überleben, aber dennoch befriedigt jeder seine individuellen Bedürfnisse.


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13.09.2011 um 15:11
@Yoshi

Ja, da stimme ich wiederum zu ;)

Ich sehe nur sehr viele - gerade junge Menschen - die ihre Glückseeligkeit vom neuen Handy, von nem neuen Kleid oder was auch immer abhängig machen, das halte ich für falsch.

Wirkliche Bedürfnisse sollte man sich natürlich erfüllen, nur erst nachdenken, was "wirkliche" sind ;)

Liebe Grüße


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13.09.2011 um 15:14
@WangZeDong
WangZeDong schrieb:Ich sehe nur sehr viele - gerade junge Menschen - die ihre Glückseeligkeit vom neuen Handy, von nem neuen Kleid oder was auch immer abhängig machen, das halte ich für falsch.
Ja, das ist denen ihre Art, wie sie ihre Berüfnisse erfüllen :D

Ich hab's ohnehin nicht so mit materillen Dingen wie Handys und Autos... ich hab ein Handy und ein Auto und bin froh, dass beide funktionieren, aber weiter interessiert mich der Kram auch nicht wirklich ^^


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13.09.2011 um 15:16
@Yoshi

Das ist es, was ich meine. Wenn man Dinge braucht, weil man darauf angewiesen ist, dann ist das ja völlig ok, das mache ich auch nicht anders.

Aber wenn junge Leute todtraurig sind, weil das Handy schon ein Jahr alt ist, oder weil auf der Jeans nicht XXXX drauf steht, finde ich das beängstigend.

Aber wir sind total OT, der TE wollte Literatur haben nicht unsere Meinung - sorry TE!

Liebe Grüße


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13.09.2011 um 15:43
Dr.Precht schrieb:Ich stelle an mir häufig feste, dass fehlender Sex, dass generelle körperliche Nähe zu einem Mensch fehlt und ein bedrückendes, negatives Gefühl verschafft - um ein Beispiel zu nennen.
Wonach du suchst, das nennt sich (sexuelle) Sublimation. So ganz vereinfacht formuliert bedeutet das, dass die körperlichen Triebe umgewandelt werden und die (nicht verpulverte) Energie für anderes verwendet wird. Viele Künstler haben angeblich so ihre grössten Werke geschaffen.

Aber auch bei den Mönchen geht man wohl von einer asexuellen Lebensweise aus, bei der sexuelle Triebe sublimiert werden.

Aber keine Ahnung, ob man in der westlichen Literatur irgendwelche "Gebrauchsanweisungen" dazu findet. Im asiatischen Raum ist diese Lebensweise aber teilweise erstrebenswert und vermutlich gibt es dort auch Literatur dazu.

Emodul


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13.09.2011 um 16:03
Ist ja nicht so, dass bei jedem Menschen die Triebe gleich sind. Es gibt sogar welche, die richtig sexophob sind! :D


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Dr.Precht
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13.09.2011 um 16:06
@emodul

In erster Linie möchte ich mich selbst verstehen, in der Annahme, dass Verständnis Möglichkeiten schafft, das verstehende zu verändern bzw. zu kontrollieren.

Dass eine gänzliche Unabhängigkeit von Trieben und Bedürfnissen, nicht sinnvoll realisierbar wäre, ist mir bewusst. Doch wünsche ich mir, jenen Bedürfnissen an Bedeutung zu nehmen, die ich nicht vermag zu befriedigen respektive andere nicht vermögen, mir zu befriedigen.

Der Sexualtrieb war, wie gesagt, nur ein Beispiel.

@WangZeDong

Eine Art Liste zu schaffen, in der man seine Triebe nach Sinnhaftigkeit sortiert bzw. anhand dieser aussortiert, ist eine schöne Idee und schafft in einem gewissen Maße Verständniss seiner Triebe, doch stellt sich schnell die Frage, wie ich mich redundanten und möglicherweise gar schädlichen Trieben, dann letztlich entledige. Insofern nur bedingt nützlich, wovon du sprachst.


Danke für alle bisherigen Reaktionen.


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Dr.Precht
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13.09.2011 um 16:15
@Mindslaver

Ein gewisses Grundrepertoir an menschlichen Tireben, wird jeder Mensch haben. Wohl nur unterschiedlich ausgeprägt, teilweise derart extrem, dass man manch Trieb nicht wahrnimmt, an sich selbst oder am Anderen. Ich denke schon, dass um glücklich zu sein, nicht jeder vorhandene Trieb ausgelebt werden muss, sondern zumindest bestimmte sehr ekzessiv.

Ich bin ein sehr unglücklicher Mensch. Ich möchte nun versuchen rational zu verstehen und mir selbst zu erklären, weshalb. Da es wohl an jenen Dingen mangelt, die mein Hirn mit gewissen, positiven Stoffen versorgen bzw. dieses positive Stoffe ausschütten lässt, komme ich auf die Triebe, die ja recht aufschlussreich sind, wenn man nach den Dingen fragt, die einem letztlich positive Empfindungen verschaffen. Wenn ich jetzt eben das konkrete Beispiel des Sexualtriebes heranziehe, wird mir klar, dass dieser Trieb nicht ausgelebt wird, weil die Möglichkeit zur Auslebung nicht besteht. Um mich nun nicht in negativen Gedanken zu verfangen, dass ich beispielsweise, den äußerlichen Kriterien der meisten Frauen nicht gerecht werde, möchte ich meine Möglichkeiten ausloten, diesen Sexualtrieb insoweit zu regulieren, dass es mich unberührt lässt, wessen Kriterien ich erfülle und wessen nicht.

Ich hoffe soweit kann man mir folgen.


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Alpha-Asi
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13.09.2011 um 16:27
Sehr interessant, würd mich jetzt aber auch mal interessieren, ob es da gute Literatur gibt.
Kann aber leider nix beitragen.

Aber der Gedankengang ist einleuchtend.


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13.09.2011 um 16:29
Dr.Precht schrieb:Um mich nun nicht in negativen Gedanken zu verfangen, dass ich beispielsweise, den äußerlichen Kriterien der meisten Frauen nicht gerecht werde, möchte ich meine Möglichkeiten ausloten, diesen Sexualtrieb insoweit zu regulieren, dass es mich unberührt lässt, wessen Kriterien ich erfülle und wessen nicht.
Ich glaube ein viel einfacherer Weg wäre es an deinem Selbstwertgefühl zu schrauben. Das dürfte auch andere Probleme lösen. Ansonsten viel Erfolg beim Triebe "abstumpfen". Das hat was von "Flucht", ist dir klar oder?


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Alpha-Asi
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13.09.2011 um 16:34
Wieso denn Flucht?
Manche Leute, einschließlich auch mir, geb ich zu, denken doch z.B. ohne Freundin geht nix. Mei hab ich mich die Tage fertig gemacht, Selbstvorwürfe und so.


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13.09.2011 um 16:39
anavirn schrieb:Ich glaube ein viel einfacherer Weg wäre es an deinem Selbstwertgefühl zu schrauben. Das dürfte auch andere Probleme lösen. Ansonsten viel Erfolg beim Triebe "abstumpfen". Das hat was von "Flucht", ist dir klar oder?
Es geht dabei (also bei der Sublimation) nicht darum, den Trieb abzustumpfen, sondern so intensiv einer anderen Beschäftigung nachzugehen, dass der Trieb nicht mehr als notwendiges Übel wahrgenommen wird.

Emodul


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13.09.2011 um 16:44
@Alpha-Asi
Weil man sich nicht einem Problem stellt, (in diesem Fall fehlendes Selbstwertgefühl) sondern davor flüchtet in dem die Konsequenz aus dem Problem (i. d. Fall ich kann meinen sexuellen Trieb nicht ausleben) versucht wird anderweitig (i. d. Fall unsinnig und pseudophilosophisch) zu lösen.

Aber da solche Art Ratschläge eher nicht Akzeptanz finden:
Gehe zu einem Arzt deines Vertrauens uns lass dir Serotonin-Aufnahmehemmer verschreiben, das sollte das Problem biochemisch lösen. Philosophieren kannst du trotzdem noch.
emodul schrieb:Es geht dabei (also bei der Sublimation) nicht darum, den Trieb abzustumpfen, sondern so intensiv einer anderen Beschäftigung nachzugehen, dass der Trieb nicht mehr als notwendiges Übel wahrgenommen wird.
Dann kann er auch jeden Tag 12 Stunden Holz hacken. Damit werden auch eine Großzahl der Triebe unterdrückt -_-


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Alpha-Asi
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13.09.2011 um 16:46
@anavirm
Hab ich hinter mir, ich löse es zurzeit mit Sport weil mir Pillen auf die Nerven gehen...


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13.09.2011 um 16:46
@anavirn

Ich erkenne in dem Gedanken keine Elemente der Flucht.
Ich möchte die Wichtigkeit einer Sache regulieren, die mir zu schaden scheint, weil ich ihr nicht gerecht werden kann.
Soll ich an Stelle der von dir als Flucht bezeichnete Herangehensweise, mich an der Tatsache aufreiben, dass ich gewisse Dinge nicht erhalten kann, weil es mir an obligatorischen Möglichkeiten zum Erhalt dieser mangelt? Frag mich, welches Interesse dahinter steckt, dies zu empfehlen. In meinem Interesse ist es gewiss nicht.

Flüchtet ein Mann vor seinem Wunsch Astronaut zu werden, wenn er akzeptiert dass er dafür nicht einmal den obligatorischen Gesundheitscheck überstanden hat?

In der Annahme dass die Realisierung von Träumen und Wünschen, auch eine Art des Triebes ist. Trieb entstammt meines Erachtens immer noch dem Wort "Antrieb".


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13.09.2011 um 16:48
@Alpha-Asi
Hört sich gut an!


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