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Anima und Animus

39 Beiträge, Schlüsselwörter: Gefühle, Logik, Gender, Geschlechtsidentität, Androgyn, Anima, Animus

Anima und Animus

07.07.2012 um 18:05
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Das das weibliche im Mann und das männliche in der Frau...

Mit dem Archetypus der Anima betreten wir das Reich der "Götter" beziehungsweise das Gebiet, welches sich die Metaphysik reserviert hat. Alles, was die Anima berührt, wird numinos, das heißt unbedingt, gefährlich, tabuiert, magisch. Sie ist die Schlange im Paradies des harmlosen Menschen voll guter Vorsätze und Absichten. Was uns fehlt, was wir suchen, was rätselhaft und dadurch faszinierend ist, das ist immer ein Anderer, eine Andere, ein zuerst Fremder, das Gegenstück oder die fehlende Ergänzung: mein Animus oder meine Anima. Manchmal erschreckend, weil er die tiefsten, oft genug verdrängten Bereiche unserer Seele anspricht - manchmal sehr hilfreich und zwingend nötig, weil er uns endlich Antwort auf offene Fragen geben kann.

So finden auch im Realen viiele Menschen ihre Dualseele, ihren Animus oder ihre Anima oft genug nicht unter 'Ihresgleichen', sondern entweder in einem weit entfernten Land, in einer anderen Gesellschaftsschicht oder unter verbotenen, gefährlichen Umständen. Das langwierige, hartnäckige Durchhalten gegen alle Unterschiede und Widerstände auf dem Weg zur Zweisamkeit ist dann aber meistens ein besserer Garant für eine dauerhafte Bindung als ein schnelles Feuer für jemand besonders gut Passenden.

anima and animus

Es ist das ewige Problem in Beziehungen, dass wir eigentlich uns selbst suchen und sehr schnell sehr einnehmend auf eine jeweils neue Liebe eingehen, weil der andere uns anscheinend so ähnlich ist, so eigenartig vertraut, so ganz und gar verstehend. Wir lassen uns faszinieren, wir identifizieren uns total - um dann nach einer gewissen Zeit zu merken: das ist ja ein Fremder, ein völlig von uns Verschiedener und überhaupt nicht passend. Denn - sucht man einen Menschen, mit dem man in jeder Hinsicht übereinstimmt, der alles versteht und in jeder Lebenslage immer zu einem selbst stehen kann - dann gibt es dafür nur eine oder einen: sich selbst. Einen anderen aber um seiner selbst willen zu lieben, das ist ein riesiger Unterschied. Sobald wir in der Lage sind, die Unterschiede zwischeneinander zu lieben, heben wir die Schatten auf und betreten ein neues Paradies.

Eine positive Anima, die nicht projiziert wird, lässt den Mann seine weibliche Seite entwickeln. Diese ist nach Jung zugleich eine Führerin nach innen. Denn sie bringt den Mann dazu, seine Gefühle, Phantasien, Empfindungen, seine Sehnsucht ernst zu nehmen, vielleicht ein Tagebuch zu führen und sich so auf dem Weg zum Selbst, zum Wachstum des inneren Menschen, zu helfen. In diesem Sinne sei auch das "ewig Weibliche" in Goethes Faust zu verstehen. Die "innere Frau" könne Botschaften des Selbst dem Ich übermitteln. So verstanden entspricht das Weibliche im Manne dem empfangenden Prinzip. Ein positiver Animus kann jedoch bei "der Frau zu Mut, Unternehmungsgeist, Wahrhaftigkeit ... führen". Dies allerdings nur, wenn die Frau bereit ist, ihre alten Überzeugungen infrage zu stellen.



Der Individuationsprozess, als ein auf das ganze Leben verteiltes Geschehen, ist im Grunde niemals vollendet. Der Zweck der Individuation ist es, das Selbst aus den falschen Hüllen der Persona einerseits und aus der Suggestivgewalt unbewusster Bilder andererseits zu befreien. Ein Neurotiker, aber oft auch der "ganz normale" Mensch, versucht immer das Leben mit allen seinen Einzelheiten zu denken und aus-zudenken, aber es nicht am eigenen Leib erfahren zu wollen. Er entzieht sich den Unberechenbarkeiten der Existenz, wo er nur kann, und sucht Sicherheit gegen Gefahren, wobei Überraschungen bereits als Gefahren empfunden werden, anstatt im Leben möglichst viel erfahren und erleben zu wollen, auch die eigenen Grenzen und auch das Böse in einem selbst. Oder, auch typisch: man wünscht sich das Leben einfach, sicher und glatt und darum sind Probleme tabu. Man will Sicherheiten und keine Zweifel, man will Resultate und keine Experimente, ohne dabei zu sehen, dass nur durch Zweifel Sicherheiten und nur durch Experimente Resultate entstehen können.

Anima (lat.: Seele) ist das kollektive Bild der Frau beim Mann. Sie ist das weibliche Element in seinem Unbewussten, seine "innere Frau". Diese erfährt beim Einzelnen persönliche Abwandlungen, die von den jeweiligen Lebenserfahrungen bedingt sind. Im menschlichen Wesen ist eine Dualität – im männlichen Wesen existiert eine weibliche und im weiblichen eine männliche Gestalt – der Animus (lat.: Geist). Niemand ist nur männlich oder nur weiblich. In jedem Menschen sind beide Elemente vorhanden und individuell kombiniert. Es kommt sehr auf die innere Harmonie an, wie ein Mann seine weibliche oder eine Frau ihre männliche Seite integrieren, erkennen und mit ihr im Einklang leben kann.

Im Allgemeinen wird die Anima als intuitiv, aufnehmend, einfühlsam, aber auch launisch aufgefasst.
Der Animus dagegen ist rational, bestimmend und beherrschend. Anima und Animus tauchen oft in den vordergründigen Charakterzügen der Persona (lat.: Maske) auf und haben kompensierende Funktion. Je mehr z.B. bei einem Mann die Persona durch eine männliche Fassade durchdrungen ist, desto eher ist es wahrscheinlich, dass in einem anderen Lebensbereich ein weiblich-sanftes Verhalten auftaucht.

Frauen und Männer: ein unerschöpfliches Thema!


Es ist wieder mal ein Thema welches sich mit einer Mischung aus Psychologie und Philosophie befasst, ich finde das ganze aus dem Grund interessant, weil wirklich jeder Mensch teilweise in der Lage dazu ist seine "Anima" oder seinen "Animus" zu finden, auszuleben oder mit anderen zu teilen. Habt ihr denn schon Bekanntschaft mit der jeweils anderen "Seite" in euch gemacht?

Ich selbst habe für mich eine gewisse Harmonie entdeckt, für mich gibt es in mir nichts typisch männliches oder weibliches mehr aber natürlich ist beides fragmentarisch vorhanden, manches mag ich, manches eher weniger ;)

Was denkt oder fühlt ihr, habt ihr eines von beidem in euch?


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Anima und Animus

07.07.2012 um 18:12
Hat nicht jeder Mensch eine weibliche und eine männliche Seite in sich darin?

Bei mir ist es so.


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Anima und Animus

07.07.2012 um 18:22
@Dr.AllmyLogo
Genau darum geht es, jeder hat ne Portion von der anderen Seite oder gar ein Gleichgewicht. Meine Frage ist wer diese kennt, spürt, auslebt und akzeptiert und darüber philosophiert was eigentlich die Eigenschaften eines Geschlechts ausmachen müssen, unabhängig von der Biologie, vom Verhalten und eben der Gefühlswelt.

Habe inzwischen festgestellt das viele Menschen unbewusst Eigenschaften zeigen die nicht "typisch" sind, habe auch Menschen kennen gelernt die diese Eigenschaften unterdrücken wollen und sich dieser schämen. Meiner Erfahrung nach leben die die diese Eigenschaften zulassen, entspannter, reicher an Lebenserfahrung und auch irgendwie mehr im Gleichgewicht mit ihrer Umwelt. Kommt natürlich auf die Eigenschaften an, gibt natürlich auch zickige Männer oder beherrschende Frauen.


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Anima und Animus

07.07.2012 um 18:30
Ist das Gleiche, wenn Männer in der Öffentlichkeit weinen.
Dann heisst es gleich, des ist eine Memme und kein Mann.
Er muss sich schämen, Männer weinen nicht, blablabla....
Dabei haben auch Männer Gefühle, würden sie mehr ihre Gefühle zeigen, wird auch das aggressive Potenzial weniger oder weniger heftiger.


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Anima und Animus

07.07.2012 um 18:36
@Dr.AllmyLogo
Genau so ist es, ich möchte aber gern hören/lesen wie Menschen damit für sich umgehen, besonders wenn Menschen dazu eine positive Einstellung und Offenheit haben. Denn ich glaube es ist mehr als nur ein Mischmasch aus Eigenschaften, es kann ein wahrer Erfahrungsschatz werden und könnte auch gesellschaftlich bestimmte Veränderungen bewirken wenn man dafür seinen Geist öffnet und erkennt das es nicht nur schwarz und weiß gibt sondern ein ganzes Spektrum aus Möglichkeiten und Eigenschaften. Mir geht es hier mehr oder weniger auch um Selbsterkenntnis und Selbsterforschung.


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Anima und Animus

25.07.2012 um 12:39
Gibts hier niemanden der ähnlich denkt, fühlt und empfindet? Oder sind hier alle der polarisierten Dualität der Geschlechter unterworfen ohne ein gewisses Mischverhältnis? ;)


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Anima und Animus

26.07.2012 um 00:11
Ich muss ganz ehrlich sagen, ich habe nie ernsthaft darüber nachgedacht. Ich bin wie ich bin wie ich bin. Es kommt letztlich nur darauf an, sich selbst zu aktzeptieren, was andere denken, ist zweitrangig.
Und ja, ich gehöre auch zu den Leuten, die sich, wenn sie einen Mann weinen sehen, sich denken "Krieg dich ein, Junge" und ja, auch "Bist du ein Mann oder eine Memme?". Wieso? Weil das für mich selbst in diesem speziellen Fall der "weibliche Anteil" deutlich dem männlichen unterliegt. So bin ich nunmal und bei anderen Dingen überwiegen bei mir bestimmt weibliche Eigenschaften. Und dementsprechend werde ich dann auch bzgl. dieser Dinge bei anderen (auch Männern) eher "weibliches" Verhalten statt "männlichem" bevorzugen.
Und ich glaube auch nicht wirklich, dass das bei anderen groß anders ist. Egal ob Mann oder Frau, wer selber in der Öffentlichkeit nie weinen würde, wird es auch bei anderen eher weniger gutheißen, bestenfalls vielleicht ignorieren.


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trance3008
ehemaliges Mitglied

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Anima und Animus

27.07.2012 um 13:37
Bestes Beispiel für das Thema:

Andrej Pejic

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Anima und Animus

27.07.2012 um 15:06
@trance3008

Ja er ist so ziemlich das beste Beispiel, da sind die "Grenzen" der Geschlechtsidentität eindeutig fließend. Das ist perfekte Androgynie :)

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Habe hier auch eine passende Sammlung: http://androfeminine.tumblr.com/ (einiges ist nsfw)


@tris
Es geht hier aber nicht nur ums "Weinen" und emotionale Ausbrüche :D
Denn das empfinde ich nicht als weibliche Emotion sondern als menschliche. Doch wie man seine Emotionen zeigt ist nicht vom Geschlecht abhängig, kenne einige Frauen die was das betrifft deutlich weiter vom Wasser weg gebaut sind als manch Mann. Mir geht es hier um das Verhalten allgemein, man sagt das Frauen empathischer sind als Männer, so findet sich bei einigen Männern aber ein ausgeprägteres Einfühlungsvermögen als bei den meisten Männern, so gilt das auch umgekehrt, einige Frauen besitzen kaum eins, sind dafür aber was rationales Denken betrifft sehr stark ausgeprägt. Mit anderen Worten "Anima und Animus" zerstreuen Geschlechterklischees ;)

Es geht auch darum das bei einigen Menschen die Grenzen zwischen dem Geschlecht so fließend sind das man wirklich fast 50/50 hat oder eben sogar schon überwiegende Merkmale vom anderen Geschlecht. Ich selbst habe ein 20/80 Mischverhältnis (20 sind weiblich und 80 sind männlich), bin selbst aber auch nicht nahe am Wasser gebaut bin aber durchaus in der Lage ganz offen meine Emotionen zu zeigen und diese nicht wie ein "starker" Mann weitestgehend zu unterdrücken.

Ich finde das Thema darum interessant weil ich die Geschlechtsidentität nicht mehr als schwarz/weiß Spektrum betrachte, sondern als einen bunten Fächer voller Abstufungen und Mischverhältnisse :)


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Malthael
ehemaliges Mitglied

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Anima und Animus

27.07.2012 um 15:47
220px-Der Daemon Baphomet.PNG
ist hier auch so :) baphomet der muttervater oder vatermutter, wie mans lieber hat.
mann frau, licht schatten, oben unten, innen aussen, gut böse trallalla
alles symbole der duallität.


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Anima und Animus

27.07.2012 um 15:59
@Malthael
Nur ist der/die gute Muttervater oder Vatermutter Baphomet wirklich ein reines Symbol, doch im Prinzip ist es wenn man so will nicht wirklich "okkult", eher das Pendant zu Yin und Yang ☯. Was möchtest du denn im Bezug auf dieses Thema hier mit diesem Symbol verbinden? Das hier zielt eher auf die Philosophie und menschliche Geschlechtsidentität, die eben auch Variationen besitzt und nicht nur "dual" ist, sondern bunt, mit Graustufen, Schattierungen und Mischfarben ;)

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Anima und Animus

27.07.2012 um 16:27
@cRAwler23

Also ich bin ein Junge und heule gerne. :D Auch vor anderen, der Grund dafür warum ich es so einfach ausleben kann ist wohl meine sexualität, oder so. whatever :D


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Anima und Animus

27.07.2012 um 16:43
@kekscore
Ist ja auch nix verwerfliches, es sei denn man is chronisch am heulen und geht sich und anderen auf den "Keks" ;)

Wie denkst du denn hat deine Sexualität Einfluss darauf das du Emotionen nicht verbirgst? Btw. gelten Menschen die ihre Emotionen zeigen (ohne Scham dabei zu empfinden) als recht ausgeglichene Menschen, man zeigt seine Freude, Trauer oder sein Unbehagen ganz frei und unverfälscht (manche heulen auch gern mal um ihren Willen durchzusetzen).

Doch wie ich schon schrieb, es soll hier nich nur ums "Heulen" gehen! *arks* :D
Sondern um die innere Gefühls und Gedankenwelt auch um die nach innen und außen gelebte Geschlechtsidentität.


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Anima und Animus

27.07.2012 um 17:06
@cRAwler23

Naja, die Leute meinen Memme wenn man heult und so das stimmt schon. Verliebtheit geht. Zumindest bei Heretos.

Wenn ein Heten Paar auf der Straße rumknutscht ist das voll in Ordnung, oder wenn sie sich so ihre Liebe gestehn xD

Aber bei Schwulen ist das halt nicht in Ordnung und "ekelig", obwohl es nur zwei Menschen sind die sich lieben.

Und bei Lesben weiß ich nicht wies ist ^^

Aufjedenfall muss man das alles nochmal mit der Sexualität überprüfen, also dein Anima und Animus... Denn es spielt eine Rolle welche Sexualität diese Person hat, und wer darüber bescheid weiß...


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Anima und Animus

27.07.2012 um 17:21
@kekscore
In dem Punkt ist es wichtig von welchem Menschen du umgeben bist, such dir einen weltoffenen Kreis von Menschen, in meinem wäre das absolut kein Problem, wenn sich frisch verliebte da küssen wird einfach mal kurz gepfiffen oder geklatscht, egal ob Männlein & Weiblein, Männlein & Männlein oder Weiblein & Weiblein, anschließend isses völlig egal, solange keiner inner Öffentlichkeit andere Schweinerein macht (es sei denn man is Exhibitionist da isses schwerer) :D

Nun Geschlechtsidentität hat erst mal nichts mit der Sexualität selbst zu tun. Sexuelle Orientierung ist in dem Fall ein Beiwerk, entscheidend ist was man wie fühlt, wie man in bestimmten Situationen reagiert und wie man die Welt als ganzes betrachtet. Ich kenne einige Menschen bei denen das schwarz/weiße, duale Geschlechtsbild kaum noch existiert, egal ob in der Beziehung oder eben wie sie sich geben und das Leben leben.

Bei homosexuellen Paaren sagt man ja immer das ein Part meist eine gewisse weibliche Seite und die andere eine männliche Seite verkörpert, oder man bietet sogar das Gegenstück und lebt mit der Geschlechtsidentität das anderen so wie sie ist und macht das völlig unabhängig vom biologischen Geschlecht, Stichwort Pansexualität:

Pansexualität oder Pansexualismus bezieht sich auf eine sexuelle Orientierung oder sexuelle Identität, die bei Wahl der Sexualpartner keinerlei Auswahl nach dem Geschlecht trifft. Pansexuelle Menschen praktizieren insofern in der eigenen Sexualität eine Überschreitung oder Überwindung der Geschlechterschranke.

Pansexualität ist abzugrenzen von der Bisexualität, bei der die sexuelle Orientierung spezifisch auf den Geschlechtsaspekt, nämlich auf beide Geschlechter, gerichtet ist. Diese Begrenzung erlebt der pansexuell orientierte Mensch, der eine sexuelle Anziehung zu dem Menschen an sich erlebt, nicht. Deshalb ist die pansexuelle Orientierung auch nicht auf die beiden klassischen Geschlechter Mann und Frau eingegrenzt, sondern bezieht ebenfalls Zwitter, auch Intersexuelle oder Hermaphroditen genannt, mit ein. Ebenfalls umfasst Pansexualität die mögliche Wahl von Transsexuellen, die auch als xx Männer oder Trans-Männer (genetisch Frauen, mit männlichem Phänotyp) und xy- Frauen oder Trans-Frauen (genetisch Männer mit weiblichem Phänotyp) bezeichnet werden.

Als Bewegung wendet sich der Pansexualismus gegen ein vereinfachtes binäres Geschlechter-Verständnis.

Der Pansexualismus betrachtet letztlich den Menschen in und für sich und eben nicht als Mann, Frau, Zwitter oder Transsexuellen als zu liebendes und auch sexuell zu begehrendes Wesen.


Diese Orientierung verkörpere ich, jedoch begehre ich alles eher im weiblichen Spektrum, also wenn's weiblich oder Androgyn ist, dann fühl ich mich angesprochen :)


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Anima und Animus

27.07.2012 um 17:27
@cRAwler23

Krasse Sache, ja du hast recht, in meinem Kreis ist es auch egal, wen, ich küsse ^^ ...

Aber ich hab oft genug gehört von Leuten die sich nicht so zeigen können wie sie sind, wegen ihrer Familien oder sonstiges... Die können das nicht ausleben ^^


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Anima und Animus

27.07.2012 um 19:03
Es gibt auch die Situation dass man weinen muss und es einem peinlich ist. Bei mir war es so in der Schule, da wurde ich gemobbt. Dabei ist es auch eine Schutzreaktion. Ich habe durchaus gewalttätiges Potential damals in mir gehabt, hätte ich mich nicht so zurückgezogen und geweint, hätte ich vermutlich einige schwer verletzt. Denn den Hass, der sich aus Demütigung entwickeln kann und dann zur Projektion wird, den sollte man nicht unterschätzen.


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Anima und Animus

28.07.2012 um 04:40
@mitras
Nein den sollte man nie unterschätzen, ich kenn das in ähnlicher Weise auch, es kann ein Ventil werden, gerade hier zeigt sich wie menschlich man tatsächlich ist, wenn man seinen Tränen freien lauf lässt kann es erleichtern, doch der Grund für diese Tränen ist eine Sache mit der sich jeder Mensch und Mitmensch beschäftigen sollte. Das Leben sollte angenehm sein und nie zur Hölle auf Erden werden. Doch einige Mitmenschen sorgen immer wieder dafür. Emotionen sollten nie unterdrückt werden, sie sind ein Teil der menschlichen Natur.

Doch auch hier will ich noch mal auf das eigentliche Thema aufmerksam machen, es geht hier um die Geschlechtsidentität, die Empfindungen, die Denkweisen und auch den Erkenntnishorizont den man gewonnen hat. Man wird früher oder später bewusst merken das diese Identität mehr ist als nur an einen biologischen Unterschied gekoppelt zu sein. Es ist wenn man so will die Essenz der eigenen Identität selbst. Es dauert seine Zeit bis man das erkennt, doch jeder der sich gedanklich und emotional nicht im Leben damit beschäftigt, so fürchte ich, hat mindestens die Hälfte in seinem Leben verpasst oder gar verwirkt.


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Anima und Animus

04.08.2013 um 04:45
Ich will das Thema mal wieder beleben und einen interessanten Aspekt anmerken:
"Das ideale Verhältnis der beiden Seiten eines Mannes ist dann vorhanden, wenn der männliche Teil dominiert und der weibliche Aspekt ihn unterstützt und mit ihm zusammenarbeitet. Bei einer Frau sollte der feminine Teil stärker sein, wobei der maskuline ihn im Hintergrund unterstützt."

Anima: Sie steht für die Gefühle, das Zarte, für eine liebevolle Beziehung zu den Mitmenschen. Für Intuition, Kreativität, künstlerischer Ausdruck. Auch Launenhaftigkeit und Gereiztheit drückt sich durch die Anima aus.

Erscheint einem Mann im Traum eine Frau, ist es sein weiblicher Anteil. Wie verhält sie sich und wie gehen wir mit dieser Person um? Beachten wir sie? Behandeln wir sie liebevoll oder eher grob? Die weiblichen Personen im Traum zeigen uns, wie wir als Mann zum Einen mit unserer weiblichen Seite umgehen und zum Anderen mit dem weiblichen Geschlecht insgesamt.

Animus: Der männliche Anteil der Frau stellt sich im Traum in einer männlichen Person dar. Er steht für das Rationale, Logische, für Aktivität, Entschlussfreudigkeit, Ehrgeiz, Machtstreben usw. Der Traum zeigt uns, wie stark oder schwach unser gegengeschlechtlicher Anteil ausgeprägt ist.

Träumt eine Frau von einem Mann, möchte der Traum uns entweder auffordern, etwas aktiver ans Leben, an eine bestimmte Situation heranzugehen. Vielleicht sind wir zu zaghaft, zu vorsichtig, zu ängstlich und der Traum möchte uns ermutigen, etwas forscher aufzutreten. Oder er möchte uns auf unsere Gefühle hinweisen, die wir unterdrücken und verleugnen, weil wir die männliche Seite zu stark leben. Vielleicht sind wir so in unserer Karriere oder einer Beschäftigung gefangen, das wir das Schöne, das Sanfte in uns, im Leben verdrängt haben.

Unser Umgang mit den Personen im Traum gibt uns Hinweise, wie wir mit unserer weiblichen und männlichen Seite im Leben umgehen. Auch gleichgeschlechtliche Personen können uns, wie im nächsten Beispiel, auf unsere Anima bzw. unseren Animus hinweisen.
http://www.traumentschluesselung.de/glossar-traumsymbole/anima-und-animus

Ich selbst glaube nicht das es ein "ideales" Verhältnis gibt, meiner Meinung nach muss keine der beiden Seiten in einem überwiegen, es sollte sich einfach möglichst angenehm anfühlen, keine der Seiten sollte unterdrückt sein oder ein Schattendasein fristen. Das kann beim Menschen sehr variabel verteilt sein, bei den einen stärker bei den anderen schwächer, die einen spüren es sehr intensiv vielleicht sogar so intensiv das sie vielleicht gänzlich im physisch "falschen" Geschlecht geboren wurden, die anderen merken es kaum und bedienen die typisch geschlechtlichen Klischees. Bei mir tritt die weibliche Seite durchaus ab und zu auch äußerlich in Erscheinung und es fühlt sich einfach angenehm an. Wie denkt ihr über dieses innere Verhältnis zwischen Anima und Animus? Hab ihr auch Träume in denen scheinbar Teile eurer Persönlichkeit als jeweils männlich oder weiblich in Erscheinung treten?


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Anima und Animus

04.08.2013 um 14:51
Hallo @cRAwler23

Ich bin auch der Meinung, aufgrund eigener Erfahrung, dass es keine 'Gender- Identitätsoptimierung' (ich nenne das einfach mal so ;) ) geben kann.
Als ich damals in die Pubertät kam war ich in allen möglichen 'Identitäten' zugange ; am allermeisten aber gruftich und Punk. Das war als Mädel schon recht ungewöhnlich, weil es auch bedeutete rein kleidungsmässig so gar nicht schicklich zu sein und auch nicht in eine Disco mit dresscode reinzukommen. Heutzutage und generell ist es ja sowieso so, dass viele Frauen in normalen Jeanshosen zu sehen sind..da erkenne ich keinen Unterschied zu Männern, was allerdings auch recht langweilig auf mich wirkt. Seit geraumer Zeit habe ich Röcke und Kleider für mich wiederentdeckt, das passt auch besser zu einer weiblichen Figur.
Grundsätzlich habe ich mich selbst noch nie als überwiegend weiblich angesehen oder definiert, das waren dann eher die anderen, die ein Bild auf mich übertragen haben. Deswegen setze ich mich jetzt immer breitbeinig irgendwohin..erstaunlich, wie viele darauf negativ reagieren nämlich meistens mit Kopfschütteln oder eindeutigen Stirnrunzeln. Ich hab nun mal kein Bock auf Krampf und auch nicht auf Krampfadern :D.


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Anima und Animus

04.08.2013 um 15:34
@locagrandezza
Das ist sehr interessant, in deinem Fall scheinst du einen gesunden Animus zu haben der aber weibliches zulässt, eben nichts verkrampft wird. Wobei ich finde das Punk und Gothic auch sehr feminine Aspekte haben können, nur eben stark emanzipierte ;)
locagrandezza schrieb:Heutzutage und generell ist es ja sowieso so, dass viele Frauen in normalen Jeanshosen zu sehen sind..da erkenne ich keinen Unterschied zu Männern, was allerdings auch recht langweilig auf mich wirkt.
Auf mich auch, jedoch im Alltag ist es einfach praktischer. Aber zum Glück lebt man nicht nur alltäglich und kann sich auch mal in Schale werfen ;)
locagrandezza schrieb:Seit geraumer Zeit habe ich Röcke und Kleider für mich wiederentdeckt, das passt auch besser zu einer weiblichen Figur.
Ich finde gerade feminine Kleidung verschafft eine weit höhere Bandbreite an Individualität, ist verspielter, kreativer und auch sinnlicher. Ich bin zwar biologisch männlich finde aber feminines generell ansprechender (also ich habe eine ausgeprägte, gesunde Anima :) ). Der männliche Einheitsbrei langweilt mich.
locagrandezza schrieb:Grundsätzlich habe ich mich selbst noch nie als überwiegend weiblich angesehen oder definiert, das waren dann eher die anderen, die ein Bild auf mich übertragen haben.
Und eben das ist das Problem in der Gesellschaft, das klassische Rollendenken kommt meist von außen und wird "übergestülpt" mittels entsprechender Erziehung oder durch das Verhalten anderer. Bei mir ist es so das ich mich nie überwiegend als männlich betrachtet habe, kann zwar auch Kerl sein, doch ich lasse meine feminine Seite leben und ab und zu auch ausleben, ich glaube sogar das Menschen die ihre Anima oder ihren Animus zulassen und einen gesunden Aspekt ausleben (also nichts zu stark und extrem überzeichnen wie ne Dragqueen oder nen Dragking) das es auch meist Menschen sind die ausgeglichener und entspannter leben, meist auch weit weltoffener sind und sich mehr in das andere Geschlecht hineinfühlen können, also auch über mehr Empathie verfügen.
locagrandezza schrieb:Deswegen setze ich mich jetzt immer breitbeinig irgendwohin..erstaunlich, wie viele darauf negativ reagieren nämlich meistens mit Kopfschütteln oder eindeutigen Stirnrunzeln.
Hehe ich denke mal diese Menschen sind in dem Fall furchtbar unausgeglichen und die haben ein Problem oder innere Verunsicherung, diese Reaktion gab es schon immer besonders Frauen gegenüber, früher war es die Einführung der Bademode, heute sind es Frauen die auch ihren Animus ausleben wollen. Oder wenn Jungs etwas feminines ausleben, auch da kommt bei vielen dieses Strinrunzeln. Ich find da dieses Video sehr passend im Bezug auf die LGBT Community:

Equality is equality, I don't think that "straight acting" queers are doing our community a disservice by any means. I do, however, have a problem with a political movement that treats one expression of sexuality as superior to another by no logical means other than how society receives it.
In dem Video geht es darum das selbst unter homosexuellen geschlechtliche "Überschneidungen" einen schweren Stand haben und auch dort noch nicht richtig akzeptiert werden. (so komisch wie das auch klingen mag). Es ist eine Frage von innerer Ausgeglichenheit und Toleranz. Ich bin mir sicher jeder Mensch hat eine Anima oder einen Animus, man erkennt die Menschen die diese unterdrücken meist an starker Verunischerung, aus Angst es könnte einen gefallen und man würde in der Gesellschaft anecken.
locagrandezza schrieb:Ich hab nun mal kein Bock auf Krampf und auch nicht auf Krampfadern :D
Dito! Auch wenn ich gern die Beine überschlage aber nich immer und manchmal sollte man auch einfach entspannt fletzen können :D


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Anima und Animus

04.08.2013 um 16:04
cRAwler23 schrieb:...das es auch meist Menschen sind die ausgeglichener und entspannter leben, meist auch weit weltoffener sind und sich mehr in das andere Geschlecht hineinfühlen können, also auch über mehr Empathie verfügen.
Das ist durchaus möglich; es ist schon eine ziemliche Gratwanderung zwischen dem verkorksten Rollenklischee und einem inneren Bedürfnis hin und her zu switchen, und sich dabei nicht zu verlieren. Dazu kommen die Strapazen einer ständigen Dekonditionierung..das alles macht dich sensibel und sehr transparent für deine Umwelt, die leider oft viel zu stumpf ist, um sich überhaupt eine Vorstellung zu machen, wie facettenreich ein buntes Leben sein kann..tja, Pech gehabt kann man da nur sagen. :D

Ich finde es stark von dir und von vielen anderen, dieses Thema auf einer anderen, sehr symphatischen Ebene rüberzubringen. :lv:


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Anima und Animus

05.08.2013 um 21:04
locagrandezza schrieb:Das ist durchaus möglich; es ist schon eine ziemliche Gratwanderung zwischen dem verkorksten Rollenklischee und einem inneren Bedürfnis hin und her zu switchen, und sich dabei nicht zu verlieren.
Im Gegenteil man könnte sich selbst finden :)
Manche sind natürlich recht unsicher und wissen nicht genau was nun innerlich überwiegt, manche gehen dann schon unter den Transgender Umbrella, ich selbst bin teilweise "Transgender" mit einem androgynen Touch aber dennoch bin ich ein Kerl, nur eben einer der feminines mag, da switche ich nicht mehr ich tu das wonach mir ist und was mit dem inneren Wesen harmoniert.
locagrandezza schrieb:Dazu kommen die Strapazen einer ständigen Dekonditionierung..das alles macht dich sensibel und sehr transparent für deine Umwelt, die leider oft viel zu stumpf ist, um sich überhaupt eine Vorstellung zu machen, wie facettenreich ein buntes Leben sein kann..tja, Pech gehabt kann man da nur sagen. :D
Das stimmt allerdings ;)
Aber man gewöhnt sich an alles. In mancher Hinsicht können auch Menschen im Bezug darauf ihre Einstellung ändern, wenn man ihnen bewusst macht warum man so lebt wie man lebt. Natürlich kann man das nicht jedem erklären (manche sind da einfach stur) und das wäre auch zu zeitaufwändig.

Man muss einfach eine innere Balance aus beiden Aspekten gewinnen und dann wird man automatisch harmonischer und fühlt sich auch gleich wohler in seiner Haut.

Btw. auch eine sehr interessante Persönlichkeit, sie selbst lebt eindeutig im weiblichen Spektrum also mehr in der "Anima" und ist Transgender, jedoch hat sie sich gewisse männliche Aspekte beibehalten (also auch neben dem einen physischen "Detail") bei ihr denke ich durchaus das sie eigentlich eine völlig weibliche Person ist aber gleichzeitig auch wieder einen Animus hat den sie nicht unterdrückt. Nebenbei ist sie nun ja auch eine sehr pornöse Persönlichkeit (aber trifft voll meinen Geschmack):

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Sehr interessante Persönlichkeit und sprengt die Geschlechtergrenzen gänzlich auch wenn sie deutlich weiblich und feminin ist, kann sie auch ihren Animus zeigen und das ist sehr selten bei Menschen. Btw. ich liebe das 21. Jahrhundert! Fuck Gender Roles! :D


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Anima und Animus

05.08.2013 um 21:10
Ja doch, my dear :)



Ich lebe das total..und es tut oft weh und in dieser verkackten Kleinstadt erstickt jeder Keim. *kotz*


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Anima und Animus

13.08.2013 um 14:27
locagrandezza schrieb:Ich lebe das total..und es tut oft weh und in dieser verkackten Kleinstadt erstickt jeder Keim. *kotz*
Ja das kenn auch ich aber ich versuche das einfach "abprallen" zu lassen, just be yourself. Übrigens hier noch zwei sehr interessante Videos mit interessanten Lebensgeschichten in der Frage Geschlechtsidentität, was natürlich schon weit über Anima und Animus hinausgeht:

Valentijn De Hingh - Why Did I Choose? at TED




You Can Be Anything You Want To Be: Allyson Robinson at TED



Sehr empfehlenswert zu sehen.


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