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Die wirklich freiwillige Sterbehilfe

23 Beiträge, Schlüsselwörter: Tod, Politik, Mensch, Gesellschaft, Suizid, Ende, Freitod, Sterbehilfe

Die wirklich freiwillige Sterbehilfe

08.09.2012 um 02:32
Hallo ihr Nachtschwärmer,

mir ist grad was anderes eingefallen, was ich gern von euch philosophisch betrachtet haben möchte ;)! Zunächst erst mal die Erläutererung des Begriffs "Sterbehilfe"auf den ich mich beziehen möchte:
Mit Sterbehilfe kann zum einen "Hilfe im Sterben", d.h. "Sterbebeistand" oder "Sterbebegleitung" gemeint sein. Sterbehilfe in diesem Sinne besteht in der Unterstützung Sterbender durch Pflege, schmerzlindernde Behandlung sowie menschliche Zuwendung und ist als dringendes Erfordernis im Umgang mit Sterbenden unumstritten. Zum anderen kann mit Sterbehilfe aber auch "Hilfe zum Sterben" gemeint sein. Sterbehilfe meint dann das Töten oder Sterbenlassen eines sterbenden, schwer kranken oder leidenden Menschen aufgrund seines eigenen, ausdrücklichen oder mutmaßlichen Verlangens oder Interesses.

Die Frage nach einer "Hilfe zum Sterben" wird mit Blick auf unterschiedliche Situationen diskutiert. In dieser Diskussion werden häufig vier Formen von Sterbehilfe im Sinne einer "Hilfe zum Sterben" unterschieden:

"Sterbenlassen" / "Passive Sterbehilfe": Verzicht auf lebensverlängernde Maßnahmen (unter Beibehaltung von "Grundpflege" und schmerzlindernder Behandlung),
"Indirekte Sterbehilfe" / "Indirekte aktive Sterbehilfe": Schmerzlindernde Behandlung unter Inkaufnahme eines (nicht intendierten) Lebensverkürzungsrisikos,
"Beihilfe zur Selbsttötung" / "Freitodbegleitung" / "Assistierter Suizid": Hilfeleistung zur Selbsttötung z.B. durch Beschaffung und Bereitstellung des tödlichen Medikaments,
"Aktive Sterbehilfe" / "Direkte aktive Sterbehilfe" / "Tötung auf Verlangen": Absichtliche und aktive Beschleunigung oder Herbeiführung des Todeseintritts: im Gegensatz zur indirekten Sterbehilfe ist der Tod nicht nur in Kauf genommen, sondern beabsichtigt, im Gegensatz zur Beihilfe zur Selbsttötung liegt die letztentscheidende Tatherrschaft nicht beim Betroffenen selbst, sondern bei einem Dritten.

Das Bedeutungsspektrum des Begriffs Sterbehilfe ist weit. Es umfasst Sterbende, schwer oder unheilbar (körperlich oder seelisch) Erkrankte, die unerträglich leiden oder die im Weiterleben keinen Sinn mehr sehen und die deshalb den dringenden Wunsch nach "Erlösung" durch Sterbehilfe äußern. Genau so schließt es dauerhaft bewusstlose oder bereits in der Endphase ihrer Erkrankung bewusstseinsgetrübte Patienten ein, die sich nicht mehr selbst zu einem "medizin-technisch" möglichen, aber therapeutisch fragwürdigen Einsatz lebensverlängernder Maßnahmen bzw. deren Abbruch äußern können. Es reicht bis hin zu noch nicht äußerungsfähigen, schwerst geschädigten Neugeborenen, deren Lebenserwartung sehr gering ist oder deren Leben mit großen Qualen verbunden sein wird.

Jedoch werden nicht alle Formen des "Sterbenlassens" unter den Stichworten "Sterbehilfe" oder "Euthanasie" zusammengefasst. Jeder therapeutische, palliative (d.h. schmerzlindernde) oder lebensverlängernde Eingriff bedarf der Zustimmung des Patienten. Will der Patient einen Eingriff nicht und führt die Unterlassung zu seinem frühzeitigen Tod, so muss nach weitverbreiteter Auffassung seinem "Recht auf einen natürlichen Tod" Rechnung getragen werden.

Aus medizinethischer Sicht gibt es zwar eine grundsätzliche Verpflichtung des Arztes Leben zu erhalten, aber nicht unter allen Umständen; darüber hinaus können lebensverlängernde Maßnahmen dann nicht verpflichtend sein, wenn sie ineffektiv sind, wenn ihre Wirksamkeit zweifelhaft ist oder wenn sie für den Betroffenen ein unverhältnismäßig großes Leiden verursachen. Hier wird sowohl aus medizinischer als auch aus moralischer Sicht die Unterscheidung zwischen der Verwendung von gewöhnlichen und außergewöhnlichen Behandlungsmitteln diskutiert.
Ich möchte mich hier gerne konkret auf die Sterbehilfe bei Depression und/oder zum Selbstmord beziehen und zwar konkret auf jegliche Stärke und Ausprägungsform.

Beispielsweise:

Jemandes Vater ist unheilbar an Krebs erkrankt. Der Sohn/die Tochter meint, ohne ihn nicht mehr klar zu kommen und begeht einen begleiteten Freitod

Der Freund/die Freundin von jemand hat Schluss gemacht. Ohne ihn/sie möchte sie/er nicht mehr leben und stirbt schliesslich durch assistierten suizid.

In beiden Fällen wurde völlig legal Hilfe geleistet. Das Alter ist egal.


Was meint ihr? Wie würde sich eine solche Regelung auswirken? Was bedeutet sie für die Gesellschaft und das Individuum?


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08.09.2012 um 02:33
@aseria23

Bringt die Tochter ihren Vater oder sich selbst um?


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08.09.2012 um 02:33
@outandabout_
sich selbst


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08.09.2012 um 02:47
@aseria23

eine solche Regelung würde ganz schreckliche Folgen haben.

Man schmälert den wert eines menschlichen lebens und lässt es nur mode werden, wenn sich leute aufgrund kleinster einschnitte im leben (freund verlassen) umbringen.


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Die wirklich freiwillige Sterbehilfe

08.09.2012 um 02:51
@shionoro

Kleinster Einschnitte ist gut, wenn die wirklich so klein wären, hätte wohl niemand Selbstmordgedanken.


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08.09.2012 um 02:54
@outandabout_

Oh doch.
Gerade wenn als teeny deine Hormone verrückt spielen und du die welt noch gar nicht kennst, oder auch als erwachsener in Notlagen oder in Zeiten psychischer labilität oder krankheit.

Da können kleinste lappalien zu selbstmordgedanken führen


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08.09.2012 um 02:56
@aseria23

Ne, da muss man vorher schon für anfällig sein, "einfach so", bringt sich niemand, weil er verlassen wird oder was auch immer. Das Verlassenwerden ist dann quasi nur der Auslöser der Gedanken, aber glaub mal nicht, dass da vorher nichts war.


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08.09.2012 um 02:56
@shionoro @outandabout_

Das stimmt. Gerade als teenie kann beispielsweise übergewicht schon zu selbstmordgedanken führen.


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schluessel1
ehemaliges Mitglied

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08.09.2012 um 03:35
Ich finde ein Suizid sollte generell legal sein. Ansonsten ist deren Leben lebensunwert.


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08.09.2012 um 06:12
aseria23 schrieb:Jemandes Vater ist unheilbar an Krebs erkrankt. Der Sohn/die Tochter meint, ohne ihn nicht mehr klar zu kommen und begeht einen begleiteten Freitod
als aus meiner familie eine geliebte person verstarb wollte ich auch sterben. ich war damals 24 jahre alt und hatte mit den tod der person all meinen lebensmut verloren weil es der einzige verwandte war dem ich etwas bedeutet habe. für mich ist eine welt zusammengebrochen immer wieder schrieh ich das ich ebenfalls sterben möchte und man musste mich zurückhalten nicht aus den fenster zu springen ....

wäre man damals auf meinen wunsch eingegangen, hätte man mich nicht zurückgehalten dann wäre ich heute nicht mehr am leben nur weil ich aus einem verübergehenden emotionalen zusammenbruch der übrigens ein paar monate anhielt suezid begehen wollte.

wenn es nach dem ginge was du schreibst dann wäre ich heute nicht mehr am leben .... trauer ist ein verarbeitungsprozess der zeit braucht , bei dem einen kürzer bei anderen länger.
viele solcher personen die einen tiefen schmerz zu verarbeiten haben brauchen unterstüzung, aufklärung, zuwendung aber keine selbstaufgabe ....... suezid kann / DARF niemals eine lösung sein !!!!


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08.09.2012 um 07:11
Naja Verlust ist schlimm, aber dennoch wäre es eine katastrophe einem völlig gesunden Menschen Sterbehilfe zu leisten.
Diese Regelung würde dazu führen, dass sich viele Töten lassen würden ohne zu kämpfen und nicht mehr versuchen würden ihr leben in den Griff zu Kriegen


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Keysibuna
ehemaliges Mitglied

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09.09.2012 um 09:22
aseria23 schrieb:Jemandes Vater ist unheilbar an Krebs erkrankt. Der Sohn/die Tochter meint, ohne ihn nicht mehr klar zu kommen und begeht einen begleiteten Freitod
Wenn man in Momenten in denen man mental stark belastet ist kann man leider keine rationale Entscheidungen treffen, deshalb sollte so ein "Meinung" als Grund nicht gelten.

Nur weil jemand die Trauer Zeit fürchtet, reicht für mich als Grund nicht aus.

Es gibt viele Möglichkeiten sich Hilfe zu holen und diese Verlust verarbeiten zu können, deshalb ist so ein vorschnelle endgültige Entscheidung zu übertrieben.
aseria23 schrieb:Der Freund/die Freundin von jemand hat Schluss gemacht. Ohne ihn/sie möchte sie/er nicht mehr leben und stirbt schliesslich durch assistierten suizid.
Ist das nicht ein Grund für heranwachsende Personen?

Auch in dieser Situation kann man sich Hilfe holen, der wenigstens erklärt das solche Trennungen zum Leben gehört und sehr lehrreich sein können.

Aber wie in so vielen Dingen, gilt auch hier dass man darüber REDEN muss und nicht schweigend zu Grunde gehen sollte.

Wer redet und Fragt kann Antworten und Hilfe bekommen!

Und natürlich wir als Außenstehender müssen auf solche "Signale" achten und sie richtig deuten und uns die Zeit nehmen um diese Menschen zu erreichen.

Auch wenn es eine menge Arbeit und Zeit das ganze kostet, sollte man sich die Mühe machen und sich um solche Menschen annehmen und versuchen ein Zugang zu ihnen zu bekommen.

Man sollte nicht über eine Sterbehilfe nachdenken sondern über Lebenshilfe!


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Tirzah
ehemaliges Mitglied

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Die wirklich freiwillige Sterbehilfe

09.09.2012 um 11:08
Der letzte Satz ist wirklich treffend!

Wer den Freitod wählt, hat vielleicht sich von seinem scheinbaren Übel befreit, aber was er anderen (Familie/ Freunden etc) damit antut, bedenkt er leider nicht.


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Die wirklich freiwillige Sterbehilfe

13.09.2012 um 21:22
Konstruierte Beispiele zu diskutieren macht wenig Sinn. Ich kann mir z.B. niemanden vorstellen, der in deinen Beipielen tatsächlich zu einem assistierten Suizid verhilft. Auf der anderen Seite haben wir natürlich weltweit versuchte und vollendete Freitode (ebenfalls 'legal'), die ohne Assistenz durchgeführt werden - oft mit schlimmen Folgen.

Mir ist nicht klar, worauf du mit deiner Frage überhaupt hinauswillst. Oder möchtest du 'nur so' schwadronieren. Wie gesagt, das macht keinen Sinn! Und den Begriff 'philosophisch' kannst du hier gleich vergessen. Ich spüre ihn weder in der Frage, noch in irgendeiner Antwort.

Wenn es dir um Konkretes geht, dann schau einmal hier:

www.sterbenduerfen.de


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15.09.2012 um 22:51
@sterbehilfeneu
Lustig finde ich, dass du mit deiner Homepage gar nicht so weit weg bist von meinem Gedanken, aber trotzdem das Bedürfnis hast, mich nieder zu machen :D!


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Ashert001
ehemaliges Mitglied

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Die wirklich freiwillige Sterbehilfe

17.09.2012 um 15:43
Für die wirklich freiwillige Sterbehilfe, sollte man mindestens 3 Auflagen stellen:

1. Es gibt keine Erben, die wie auch immer, einen Cent von dem durch Sterbehilfe Sterbenden bekommen könnten bzw. die müssen also selbst darauf verzichten.

Man kann alte und kränkliche Menschen nämlich subtil "Durch die Blume" schon leicht zum sterben überredet haben, also auch ganz ohne Worte um dadurch vorzeitig das Erbe zu kassieren. So was kann man ja leider von außen absolut nicht überprüfen.

2. Der Patient ist nach dem Stand der Medizin (nicht nur des Krankenhauses und nach Kassenlage) absolut unheilbar leidend krank oder geschädigt. Nur Depressionen zählen also nicht.

3. Der Tod muss sofort und schmerzfrei eintreten, also durch ein Bolzenschussgerät, Guillotine oder wahrscheinlich noch besser einfach nur eine einschläfernde Narkose. Eine Rechnung dafür darf auch nicht gestellt werden, die muss das Krankenhaus selber bezahlen.

Das heutige Maschine abschalten, die nur zum wochenlangen grausamen verhungern und verdursten führt, kann ja niemand wirklich freiwillig wollen!


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Die wirklich freiwillige Sterbehilfe

17.09.2012 um 16:04
Jemandes Vater ist unheilbar an Krebs erkrankt. Der Sohn/die Tochter meint, ohne ihn nicht mehr klar zu kommen und begeht einen begleiteten Freitod

Der Freund/die Freundin von jemand hat Schluss gemacht. Ohne ihn/sie möchte sie/er nicht mehr leben und stirbt schliesslich durch assistierten suizid.

In beiden Fällen wurde völlig legal Hilfe geleistet. Das Alter ist egal.


Was meint ihr? Wie würde sich eine solche Regelung auswirken? Was bedeutet sie für die Gesellschaft und das Individuum?
Finde ich alles okay. Jeder subjektive Grund für Suizid ist legitim, niemand muss sich vor irgendjemanden rechtfertigen warum er sterben möchte.
Hat sich eine Person, aus welchem Grund auch immer, für Suizid entschieden und bittet eine andere Person darum ihr dabei zu assistieren, auf welche Weise auch immer, so handelt auch diese Person legitim


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Die wirklich freiwillige Sterbehilfe

17.09.2012 um 16:07
Hat sich eine Person sich aus welchem Grund auch immer für Suizid entschieden und bittet eine andere Person darum ihn dabei zu assistieren, auf welche Weise auch immer, so handelt auch diese Person legitim
Und wie schließe ich aus, dass die Person, welche einen suizidalen Wunsch hat, nicht von der Begleitperson beeinflusst wurde/wird? Und weche Qualifikation soll die Begleitperson haben?


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Die wirklich freiwillige Sterbehilfe

17.09.2012 um 16:18
Lilie schrieb:Und wie schließe ich aus, dass die Person, welche einen suizidalen Wunsch hat, nicht von der Begleitperson beeinflusst wurde/wird?
Es muss natürlich sichergestellt werden, dass eine Person nicht unter Zwang einen angeblichen suizidalen Wunsch erklärt, den sie eigentlich gar nicht hat. z.B. könnte man den Wunsch bei einen oder besser mehreren unabhängigen Notaren erklären.
Dass man nicht einer subtilen Beeinflussung erliegt, liegt allerdings in der Selbstverantwortung des Individuums.


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17.09.2012 um 16:30
RaChXa schrieb:Dass man nicht einer subtilen Beeinflussung erliegt, liegt allerdings in der Selbstverantwortung des Individuums.
In bestimmten Lebensmomenten,-ereignissen sind Menschen leichter zu beeinflussen. Oder haben suizidale Gedanken, die sie ausführen wollen, doch wenn der Moment vorüber ist, sieht die Welt für viele anders aus.

Wie ich schon einmal schrieb, kann eine ordentliche Sterbebegleitung, die hilft, den sterbenden Menschen in seiner Zeit (Monate/ Wochen) durch die Phasen des Sterbens begleitet um friedlich zu gehen. Und auch eine Begleitung für Familienangehörige/Hinterbliebene, sollte ein wichtiger Baustein sein. Jeder kann für sich eine Patientenverfügung ablegen (die man natürlich regelmässig aktualisiert) und seine Beerdigung planen.

Macht denn hier jemand Sterbebegleitung und Angehörigen-/Hinterbliebenenbetreuung?


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