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Odem, Seele und das Individuum

64 Beiträge, Schlüsselwörter: Leben, Geist, Seele, Körper, Materie, Individuum, Odem
Keysibuna
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Odem, Seele und das Individuum

18.03.2013 um 19:07
Na ja das mit den
amts schrieb:persönliche Erfahrung
ist so ne Sache für sich.

Man muss immer versuchen dahinter zu kommen welche mentale Ungleichgewicht zu dieser Zeit punkt (bzw. davor) diese Art von "Erfahrung" begünstigte.

Es ist bekannt das die eigentlichen Gründe für solche mentale Ungleichgewicht sehr weit zurück liegen können mit denen man sich selbst nicht ernsthaft beschäftigt hat weil man sie eben als solche nicht erkannt hat oder eben keine Kenntnisse darüber hatte.


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Odem, Seele und das Individuum

18.03.2013 um 19:33
...und so ziemlich genau hier, kommt für mich die subjektive Wahrnehmung einer jeden einzelnen Person dann ins Spiel.

wenn ich nun diesen heiklen Zeitpunkt nur lange genug zurückdenke, über "jeden" Menschen zurück und über jede Beobachtung, Bemessung, Beurteilung zurückgehe, dann muss ich als Mensch mit klarem Verstand bei etwas herauskommen, was mir dann endgültig die Birne sprengt.
stichwort: Meer aller Möglichkeiten und vom ersten beobachten, bemessen, beurteilen, nur eine subbjektive Betrachtung, Beschreibung, Erklärung, sprich Suche des Menschen nach einer "Realität".

die nebenbei erwähnt oft genug über den Haufen geschmissen wurde.
kolumbus, galileo, kopernikus, einstein etc

also, was steckt wirklich dahinter, hinter unserer ganzen, großen Welt???

vielleicht nur ein einziger Traum, eines einzigen, ersten bewussten Gedanken???
...nicht, dass ich es so "glauben" würde, doch sollte jeder mit genug Hirnschmalz mal entspannt drüber nachdenken, oder??? natürlich nicht durchdrehen dabei, denn die Welt wird dadurch nur noch viel wertvoller und aufregender. Einfach viel größer und gar nicht so fern wie es sich zu Anfang vielleicht anhört, wenn man dann hinterfragt, wie man die Welt von Kind an entdeckt hat.

du merkst vielleicht schon, dass ich der ganzen sache bereits länger auf der Spur bin und ich möchte Menschen wie
@Dawnclaude
@libertarian
gerne etwas unter die Arme greifen, ohne sie gleich in einen kompletten Wahnsinn stürzen zu lassen.


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jacksback
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Odem, Seele und das Individuum

20.03.2013 um 02:20
libertarian schrieb:Haben wir nicht irgendwie alle ein Gefühl, dass wir etwas Einzigartiges wären? Fassen wir doch mal zusammen, von was die meisten Menschen nach ihrer Ankunft auf dieser Erde ausgehen. Sie gehen davon aus, dass sie so noch nie dagewesen waren, etwas Neues, Einzigartiges sind. Ein noch unbeschriebenes, aber individuelles Blatt waren, nach dem sie aus dem "Nichts" im "Alles" erschienen. Das heißt, nachdem ihre Sinne es vermochten, wahrzunehmen. Wir gehen weiter davon aus, dass, mögen wir auch beeinflusst werden, wir doch irgendwas haben, was wirklich nur uns auszeichnet, und keinen Anderen. Etwas Individuelles, das aber nicht greifbar ist, aber doch unsere Einzigartigkeit unterstreicht und uns abhebt und unterscheidet von den Anderen. Dies aber wird gerade nicht nur durch die unterschiedlichen Erfahrungen und Neigungen bestimmt, vielmehr durch etwas dahinter Liegendes, welches man, oder zumindest ich gerade, nur nicht so recht beschreiben zu vermag. Anschließend gehen wir davon aus, dass wir Lebend sind, und zwar, dass wir Geistwesen sind, oder beseelt sind, dass wir einen Odem haben. Wie man es auch ausdrücken mag. Ich denke nämlich, die meisten von uns kommen erst allmählich zu der materialistischen Vorstellung.
Einzigartig sind wir durch die ins Gehirn gelangten Informationen. Es gibt keine 2 gleichen Menschen, welche zu 100% die gleichen Erfahrungen haben, selbst wenn sie das ganze Leben zusammen leben. Man kann sich als individuelle Informationsspeichereinheit betrachten, deren Inhalt einzigartig ist. Es ist ein Teil der Welt/Realität – so wie sie einmal war - in jedem von uns gespeichert.

Das was wir denken, basiert doch auf der Summe der Informationen die ins Gehirn gelangt sind – und dazu gehört auch die Sprache.

Wir brauchen diese Informationen um auf einem allgemeinverständlichen Level zu kommunizieren, - und wir brauchen andere Menschen, um gehobene Kommunikation zu lernen.

Für mich wirken Körper wie Antennen, und Gehirne wie hochentwickelte Empfänger – die, wenn sie online gehen, Input bekommen – und je nach dem was dieser Input in seiner Summe ist, - ist der Mensch.

Beeinflusst wird der Mensch in erster Linie durch seinen Körper, der ihn durch wohlfühlen und schlechtfühlen, dirigiert. Sind es doch oft körperliche Zwänge denen der Geist nachgibt, damit der Körper sich „angeblich“ (denn meistens folgt dem Wohlfühlen ein Kater, Affe, etc.) wohlfühlt.

Es dreht sich fast alles um dieses wohlfühlen, - was tun wir nicht dafür um diesen Zustand zu erreichen? Das fängt bei Verliebtheit an und hört bei Drogen auf.

Diese Gefühle, das Wohlfühlen und das Schlechtfühlen, - wird uns das vom Körper vermittelt?

Das ist eine der entscheidenden Fragen für mich, denn es erscheint mir so, als wenn der Körper das tut, denn Hummeln im Bauch, oder ein warmes beruhigendes Gefühl an der gleichen Stelle, machen meine Lebensqualität aus.

Jedenfalls verschaffen uns Drogen, Nikotin, Alkohol, Genüsse, - körperliche Abhängigkeiten.

Und ich bin mir relativ sicher, das alles andere auch zu körperlichen oder geistigen Abhängigkeiten führt, nur in einem kleinerem Umfang. Damit meine ich z.B. Unterhaltung, Spiele, Essen, Liebesgefühle, gesellschaftliche Systeme, Sport, Tanzen, Musik, Lernen, Sex, Geld, Macht, Ruhm, Meditation, religiöser Glaube, Fanatismus – je nachdem man sich da hinein steigert – und es braucht.

Und je nach dem die Symbiose zwischen erhaltenen Informationen und körperlichen Abhängigkeiten sich entwickelt, wird der eine mehr materialistisch und der andere mehr geistig eingestellt sein.

libertarian schrieb:Ich nun möchte hier mit euch diese Fragen erörtern. Wer oder was sind wir? Was ist das, was uns herauszuheben scheint von allen anderen? Dieses Gefühl, dass nie ein Duplikat von einem selbst gemacht werden könnte. Beschreiben wir diese Welt mit einem Erklärungsmodell, welches sich der Seelen bedient, dann mag dies funktionieren. Wir sagen sodann einfach, jede Seele sei einzigartig und es gibt wahrscheinlich unendlich davon. Oder aber wir betrachten diese Welt durch eine materialistische Brille und beschreiten eine materialistische Schneise. Hier ist dies nun nicht mehr der Fall. Wir können uns klonen. Und angenommen, zwei Personen würden materiell vollkommen identisch zusammengebaut sein, und auch das Umfeld, mit dem das jeweilige "Individuum" wechselwirkt wäre gleich, dann gäbe es keinen Unterschied zwischen Beiden. Die sogenannte "Einzigartigkeit", von der beide ausgehen mögen, wäre bloße Illusion.
Wie bereits oben beschrieben, bezieht sich die "Einzigartigkeit" auf die erhaltenen Informationen, man kann auch sagen die gemachten Erfahrungen, und deshalb wären auch Klone einzigartig, da sie unterschiedliche Informationen aufnehmen würden.

Ja, wer oder was sind wir (?) - beantwortet sich damit fast von selbst: Wir sind die Summe der Informationen die in unseren Empfänger gelangt sind + die Summe unserer Abhängigkeiten + das was wir entscheiden.

Damit sind wir auch ein Teil der Außenwelt (falsches Wort, aber es passt hier zur Beschreibung) der ins Innere (unser Gehirn) gelangt ist.

Es gehört aus meiner Sicht aber noch etwas anderes dazu, und zwar das, was sich für die Symbiose zwischen erhaltener Information (alles was jemals in den Empfänger gelangt ist) und Körper (Antenne) hält, und das ist dieses sich ständig, mit jeder zusätzlichen Information, verändernde Ich (das Ich ist nur ein Wort das man gelernt hat, es steht für separierte Information)– welches für mich letztendlich auch nur diese Symbiose ist.

Man kann es auch Betriebssystem Geist nennen. Aber dieses Betriebssystem muss erlernt werden. Ein 1 jähriges Kind wird ggf. nicht einmal Fragen verstehen. Ein 2 jähriges Kind versteht vielleicht die Worte, aber nicht immer den Sinn. Fragt man ein 3 – 6 jähriges Kind wieviel 3 x 7 ist, ist es ggf. überfordert, kann die Frage aber mit 8 beantworten, usw.


Für jeden der denkt, ist das Ich allgegenwärtig, hält er sich doch für Körper + seine Informationen / Erfahrungen / Lebensgeschichte.

Womit wir bei der Frage wären, ob es etwas Übergeordnetes gibt, bzw. warum es das ggf. geben muss, oder auch bei der Frage was diesen Körper antreibt, wenn sich das Ich noch nicht gebildet hat.

Was verleitet ein Baby sich zu bewegen, die Augen zu öffnen, zu schreien, Hunger zu haben, später zu Krabbeln und danach zu laufen, sowie das übliche Instinktverhalten an den Tag zu legen, wenn das Gehirn noch leer ist, das Betriebssystem Geist noch nicht geladen wurde, kein Ich vorhanden ist, und es auch ansonsten gar nichts über diese Welt weiß?

Spätestens mit dem Greifen nach etwas und dem Beginn des Krabbelns, ist bereits eine Ziel in Richtung Kontrolle zu erkennen – und zwar ohne ein Ich und ohne das Betriebssystem Geist, denn dazu fehlt die Sprache.

Wer bereits über ein Ich verfügt ist der Meinung, das er es ist, der den Befehl gibt den Arm zu bewegen, und z.B. nach etwas zu greifen.

Und doch tut ein Baby das Gleiche, ohne ein Ich zu besitzen.

Was ist das, was uns herauszuheben scheint von allen anderen?

Ich glaube, dass das die Sprache ist, welche die Grundlage allen Wissens ist welches wir uns aneignen.

Ohne das böse zu meinen: Was unterscheidet ein menschliches Baby von einem Tier? Ich glaube dass das Baby dem Tier gar nichts voraus hat – ja es eher noch unterlegen ist, da zu 100% auf fremde Hilfe angewiesen.

Und doch entstehen im Nachhinein aus dieser Ich-losen Hülle wunderbare, oder auch gefährlich bösartige Wesen, deren Wirken die Wirklichkeit manchmal entscheidend verändert.

Auch hier bin ich der Meinung das nur der Inhalt des jeweiligen Gehirns, - gepaart mit den Abhängigkeiten des Körpers, und dem je nach Input besserem oder schlechteren Betriebssystem Geist, - das betreffende Ich gestaltet.

Es gibt da also:

- Eine zu erfahrende Realität (Sender 1) die von einem Gehirn wahrgenommen werden kann

- Einen Körper (Antenne) der die gesendeten Signale an das Gehirn leitet

- Ein Gehirn (Empfänger)

- Ein Grundprogramm für den Baby-Körper, der mit einer Minimalkommunikationsfähigkeit ausgestattet ist, die den Eltern Zufriedenheit oder Unzufriedenheit vermitteln kann.

- Ständigen Input (alle Signale die jemals über den Körper (die Antenne) ins Gehirn gelangen).

- Ein Betriebssystem Geist / Ich (welches durch die erlernte Sprache entsteht, die uns u.a. das Wissen der Menschheit vermittelt, und uns eine gehobene Kommunikation ermöglicht)

- Unzählige andere Sender / Lebewesen, die durch ihr Sein und Tun Einfluss auf die Realität nehmen.


Das Einzige was wir in dieser Liste den Tieren voraus haben, ist die Sprache, welche wie bereits gesagt die Grundlage unseres Wissens ist.

Wohlmöglich dass das Gehirn von Tieren für Sprache und damit gehobene Kommunikation nicht ausgelegt ist (oder es empfängt auf einer anderen Frequenz), aber das heißt auch, das Leben in einer riesengroßen Mehrheit ohne Ich auskommt.

Die Frage die ich mir stelle ist, warum es überhaupt Leben gibt. Ist es nur durch Zufall entstanden, oder steckt ein Sinn dahinter?

Und die Antwort die ich mir darauf selber gebe ist, dass es Leben gibt weil es möglich war. Und weil es möglich war, muss es schon immer möglich gewesen sein, also entweder unendlich lange, seit Anbeginn der Zeit , oder auch schon davor, im Nichts, - oder im wasauchimmer.

Da Leben für mich vor allem Erfahrung bedeutet – mich über den Sinn und Zweck dieser Erfahrungen nachdenken, und Entscheidungen treffen lässt, - ist Leben etwas in dem ich mich weiter entwickeln kann – und auch das Leben ist etwas das sich entwickelt, von niedrigerem Leben zu höherem.


Die Frage ob sich Materie soweit organisiert hat dass sie denkt, oder ob Leben mehr als organisierte Materie ist, habe ich mir bereits damit beantwortet, dass intelligentes Leben ohne die Signale/ Informationen die von ausserhalb ins Gehirn gelangen, nicht möglich ist – und somit ist Leben für mich eine Symbiose von Körper, Gehirn und Umwelt – und eigentlich ist das, was von außen in unser Gehirn gelangt, das was uns am meisten ausmacht, da wir auf diesen Erfahrungen unsere Entscheidungen treffen.

Ich bin mir da nicht sicher, aber ich glaube, dass wenn man die Zuleitung zum Gehirn trennen würde, - es also kein Input in das Gehirn gäbe, der Mensch bewusstlos wäre, - d.h. das der Mensch ohne Input / online sein, sich seiner selbst nicht bewusst wäre.

Das würde im Umkehrschluß bedeuten, dass der Mensch nur Mensch ist, wenn er auf Empfang ist.

libertarian schrieb:Weiterhin sagen wir, jemand wäre belebt oder unbelebt. Der Materialist sagt, das, was wir Leben nennen, sei nur eine materielle Funktion, es existiere nicht eigentlich und aus sich heraus. Der Idealist, der an Seelen, Geister, an Odem Glaubende aber sagt, Leben sei mehr als Materie. Das Leben binde sich nur an Materie, es belebe diese. Den Körpern, die wir belebt nennen, sei der Odem, der Lebensatem eingehaucht. Was ist also dieses Leben? Nur Körperfunktion, oder mehr?

Wie bereits oben gesagt, glaube ich, dass das Leben eine Symbiose - zwischen Gehirn und allem was von ausserhalb (Energie) ins Gehirn gelangt - ist.


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oneisenough
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Odem, Seele und das Individuum

21.03.2013 um 15:44
@jacksback
jacksback schrieb:Wie bereits oben gesagt, glaube ich, dass das Leben eine Symbiose - zwischen Gehirn und allem was von ausserhalb (Energie) ins Gehirn gelangt - ist.
Außerhalb?

Wenn du deinen Blick auf einen Stern am Himmel oder auf einen Baum wirfst, ist das was du siehst, nicht der Stern oder der Baum selbst. Du siehst etwas, das hauptsächlich mit Hilfe deiner Sinnesorgane und deines Gehirns erzeugt wird und im Bewusstsein überhaupt erst erschaffen wird. Das ist das einzige Original was du hast und was es jemals für dich geben wird.

Wenn du dich mit einem deiner Freunde unterhälst, dann siehst du die Erscheinung deines Freundes nicht außerhalb von dir, sondern du siehst deinen Freund in deinem Gehirn, als einen Bewusstseinsinhalt, den du dir mit Hilfe deiner Sinnesorgane und des Gehirns erst erschaffen hast.

Und auch die Stimme deines Freundes befindet sich nicht außerhalb, sondern sie befindet sich ebenfalls in deinem Gehirn und mit diesem Hilfsmittel in deinem Bewusstsein. Seine Stimme wird auf dieselbe Weise erst in deinem Bewusstsein erschaffen, damit du etwas hast, was du als die Stimme deines Freundes bezeichnen kannst. Das sind die einzigen Originale, die du hast und die es jemals für dich geben wird.

Ob dein Freund weit von dir entfernt steht, oder ob er direkt hinter dir steht, du glaubst, dass du seine Stimme entsprechend seinem Standort aus der Ferne oder aus der Nähe hörst. Tatsächlich jedoch ist die Stimme deines Freundes weder direkt hinter dir, noch weit entfernt. Die Stimme deines Freundes entsteht mit Hilfe deines Gehirns im Bewusstsein, denn nur dort kannst du sie bemerken.

Viele Menschen können nicht begreifen, dass alles, was sie sehen, tatsächlich selbst erschaffen ist.


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Kayla
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Odem, Seele und das Individuum

21.03.2013 um 19:44
@oneisenough
oneisenough schrieb:Viele Menschen können nicht begreifen, dass alles, was sie sehen, tatsächlich selbst erschaffen ist.
Dazu stehen aber zur Wirklichkeit von Natur und Elementen im krassen Gegensatz.

1. Die Natur ist nicht speziell für den Menschen gemacht, also kann er alle Vorgänge in der Natur nur auf sich bezogen interpretieren, erschafft sie aber deswegen nicht, nur seine eigene Sichtweise darauf.

Es gibt in der Natur und aus der Natur heraus keinen einzigen Sinn, der speziell auf den Menschen hin angelegt ist. Die Natur hat kein exklusiv menschliches Ziel, kein humanes Telos. Ganz im Gegenteil. Die Natur erscheint in ihren Abläufen sogar absolut menschenfeindlich. Immer wieder erweisen sich die Naturgewalten als grausam gerade auch den Menschen und ihren Aktivitäten gegenüber. Natur ist erbarmungslos, nimmt keinerlei Rücksicht, weder auf die Masse Mensch, noch auf das Individuum Mensch. Durch die Epochen der Menschheitsgeschichte hindurch sind so immer wieder durch Naturveränderungen oder Naturkatastrophen Kulturen vernichtet worden, weite Landstriche sinnlos verödet, ganze Kontinente untergegangen. Das Werden der Natur beinhaltet zwar die Entstehung und das Leben des Menschen als Naturprinzip, hat den Menschen aber nicht zu einem bevorzugten, gar exklusiv gesetzten Ziel des Seins.

Der Mensch hat das also nicht erschaffen, interpretiert es aber nach seiner Wahrnehmung und nach seinem Empfinden.

Was den Menschen antreibt immer neue Interpretationen für sein Weltbild zu erfinden sind seiner Urangst vor der Vergänglichkeit zuzuschreiben. Deshalb erfand er sich eine jenseitige Welt, einen Himmel wo er sich hin retten kann. Aber im Käfig dieser Urangst befinden sich auch alle seine Eigenschöpfungen, welche ihn von der brutalen Wahrheit fernhalten sollen. Z.B. Religion .

Diese religiöse Argumentation hatte und hat ein ganz simples Motiv: Schon mit seinem frühsten religiösem Bewusstsein sucht der Mensch für sich einen Ausweg aus der Natur, um ihr letztlich entkommen zu können. Denn die Natur bedeutet für ihn nicht nur ständige Bedrohung im täglichen Überlebenskampf. Natur bedeutet letztlich den endgültigen Tod. Die Natur kennt in ihrem System kein Überleben, keine ewige Zukunft über den Tod hinaus. Vielmehr haftet der Natur ein endgültiger Tod an, ein Ende des Seins für immer. Wäre der Mensch der Natur völlig gleich, dann müsste auch er sterben und für immer vergehen.

Deshalb hat sich der Mensch schon früh mit seinen religiösen Phantasien von der Natur abgewendet und sich eine Ersatzwelt geschaffen, den Himmel.


http://www.atheodoc.com/buch-1/diskurs-1/#

Und nur in dieser Ersatzwelt ist er der alleinige Schöpfer, der erschafft. Odem und Seele sind so auch ein Teil dieser, seiner Schöpfung.


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libertarian
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Odem, Seele und das Individuum

21.03.2013 um 22:11
@oneisenough
Wir reden oft von einer Suche nach dem Selbst. Die Antwort ist, dass es den Suchenden bereits gibt. Aber kennst du denn nicht die Suche nach einer ganz speziellen Qualität an Aufmerksamkeit, von der man lediglich eine Ahnung hat, aber zu der man noch nicht durchdrungen ist. Wie wenn ein Schatzsucher sich anhand einer Karte und Indizien der Landschaft auf die Suche nach einem Schatz voller Juwelen begibt. Nicht die Suche nach dem Suchenden; die Suche nach etwas Gesuchtem. Die Suche, deren Fund den Suchenden zu dem macht, was er wahrhaft sein möchte.


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oneisenough
ehemaliges Mitglied

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Odem, Seele und das Individuum

21.03.2013 um 22:23
@libertarian

Doch, diese Suche kenne ich auch. Und der Weg ist anstrengend, er ist geprägt von Blut, Schweiß und Tränen.


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libertarian
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Odem, Seele und das Individuum

21.03.2013 um 22:53
@oneisenough
Bist du ihn gegangen und hast gefunden?


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Conqueror
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Odem, Seele und das Individuum

21.03.2013 um 22:57
Ich bin so anders, warum kann keiner das gute in mir sehen?

Warum bin ich immer der böse ?


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oneisenough
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Odem, Seele und das Individuum

22.03.2013 um 13:13
@Kayla
Kayla schrieb:Es gibt in der Natur und aus der Natur heraus keinen einzigen Sinn, der speziell auf den Menschen hin angelegt ist. Die Natur hat kein exklusiv menschliches Ziel, kein humanes Telos. Ganz im Gegenteil. Die Natur erscheint in ihren Abläufen sogar absolut menschenfeindlich. Immer wieder erweisen sich die Naturgewalten als grausam gerade auch den Menschen und ihren Aktivitäten gegenüber. Natur ist erbarmungslos, nimmt keinerlei Rücksicht, weder auf die Masse Mensch, noch auf das Individuum Mensch. Durch die Epochen der Menschheitsgeschichte hindurch sind so immer wieder durch Naturveränderungen oder Naturkatastrophen Kulturen vernichtet worden, weite Landstriche sinnlos verödet, ganze Kontinente untergegangen. Das Werden der Natur beinhaltet zwar die Entstehung und das Leben des Menschen als Naturprinzip, hat den Menschen aber nicht zu einem bevorzugten, gar exklusiv gesetzten Ziel des Seins.
Bei diesen Ausführungen kann man beobachten, dass du ständig die Betrachtungsstandpunkte wechselst. Wenn du denn den Betrachtungsstandpunkt "Mensch" einnimmst, erkärst du die Natur als erbarmungslos. Nimmst du jedoch den Betrachtungsstandpunkt "Natur" ein, verschwindet plötzlich jegliche Erbarmungslosigkeit, als hätte es sie nie gegeben, und wird ersetzt durch einen ständig und kontinuierlich ablaufenden Prozess der Umwandlung, während dem bestimmte Erscheinungen wie Menschen auftauchen und wieder verschwinden.

Es gibt jedoch noch einen dritten Betrachtungsstandpunkt, wenn man sie denn zählen möchte, und zwar den, von dem aus man beides beobachten kann. Das ist der Punkt, an dem dir weder das Menschsein noch die Natur irgendetwas anhaben könnte. Sobald du dich als einer der beiden anderen Standpunkte empfindest, wirst du alles damit Verbundene genauso erleben.

@libertarian
libertarian schrieb:Bist du ihn gegangen und hast gefunden?
Ja, doch es zu erklären ist nicht einfach. Eine Welt gibt es für mich nur dann, wenn es mich gibt. Ich kann mich deswegen nicht finden, weil es mich als Suchenden bereits gibt. Alles, was ich finden werde, ist Beiwerk, etwas Zusätzliches, dessen Vorhandensein in seiner ureigensten Notwendigkeit als Umsetzung eines fundamental zugrunde liegenden Kommunikationsverlangens verstanden werden kann. Als auch ich das verstand, habe ich die Suche ersetzt mit der Freude über das Vorhandensein eines jeglichen Etwas als Ausdruck von "ich liebe es, zu sein".

Das klingt nach Friede-Freude-Eierkuchen-Sichtweise, ist es aber keinesfalls. Ich habe genauso viel Freude daran, mich über etwas zu ärgern, wie mich über etwas zu freuen. Die Intensität ist für beide jeweils dieselbe, nur die Qualität ist unterschiedlich. :)


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Kayla
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Odem, Seele und das Individuum

22.03.2013 um 13:18
@oneisenough
oneisenough schrieb:Bei diesen Ausführungen kann man beobachten, dass du ständig die Betrachtungsstandpunkte wechselst.
Das stimmt und war Absicht, denn objektiv ist bei diesen Naturvorgängen keine Vorrangstellung was den Sinn angeht beim Menschen festzustellen.
oneisenough schrieb:, und zwar den, von dem aus man beides beobachten kann.
Du kannst natürlich beide Standpunkte einnehmen, doch welchen nimmst du denn ein, wenn du von einem davon direkt betroffen bist ? Und genau darum geht es. Es gibt immer beide Seiten, aber betroffen ist man meistens nur von einer. Das wollte ich mit meinem Post darstellen.


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oneisenough
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Odem, Seele und das Individuum

22.03.2013 um 13:19
@Kayla

Wenn du bemerkst, dass du beide Standpunkte einnehmen kannst, dann bedeutet das, dass du keiner von beiden bist.


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Kayla
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Odem, Seele und das Individuum

22.03.2013 um 13:23
@oneisenough
Wenn du beide Standpunkte einnehmen kannst, dann bedeutet das, dass du keiner von beiden bist.
Darum geht es nicht, sondern darum, das kein denkendes Wesen jemals alle Standpunkte einnehmen kann, sondern immer nur den, von welchem es selbst betroffen ist. Alles Andere ist Philosophie und geistige Akrobatik, aber nicht die Wirklichkeit von individuellen Standpunkten.


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oneisenough
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Odem, Seele und das Individuum

22.03.2013 um 13:25
@Kayla

Aber du wirst mir doch zustimmen, dass die Möglichkeit, unterschiedliche Standpunkte einnehmen zu können, eines "neutralen Punktes" bedarf, von dem aus diese Wechsel stattfinden können, oder etwa nicht?


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Kayla
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Odem, Seele und das Individuum

22.03.2013 um 13:27
@oneisenough
oneisenough schrieb:Aber du wirst mir doch zustimmen, dass die Möglichkeit, unterschiedliche Standpunkte einnehmen zu können, eines neutralen "Punktes" bedarf, von dem aus diese Wechsel stattfinden können, oder etwa nicht?
Ja, selbstverständlich ist das so.:)


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oneisenough
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Odem, Seele und das Individuum

22.03.2013 um 13:29
@Kayla

Du schreibst: "das kein denkendes Wesen jemals alle Standpunkte einnehmen kann". Du meinst hiermit sicherlich nicht "alle Standpunkte gleichzeitig", sondern immer nur einen jeweils bestimmten Standpunkt.

Und du wirst mir doch auch zustimmen, dass dieser "neutrale Auswahlpunkt" nicht dasselbe ist, wie "alle Standpunkte gleichzeitig", oder etwa nicht?


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Kayla
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Odem, Seele und das Individuum

22.03.2013 um 13:39
@oneisenough
oneisenough schrieb: Du meinst hiermit sicherlich nicht "alle Standpunkte gleichzeitig",
Ja genau.
oneisenough schrieb:
Und du wirst mir doch auch zustimmen, dass dieser "neutrale Auswahlpunkt" nicht dasselbe ist, wie "alle Standpunkte gleichzeitig"
Ja sicher.:)

Kann man aber einen neutralen Auswahlpunkt einnehmen, wenn man sowohl phsyisch, als auch psychologisch und emotional von einem bestimmten Standpunkt direkt betroffen ist ? Möglich wäre das wahrscheinlich, aber ganz sicher nicht von Allen und Allem.


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oneisenough
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Odem, Seele und das Individuum

22.03.2013 um 13:46
@Kayla
Kayla schrieb:Kann man aber einen neutralen Auswahlpunkt einnehmen, wenn man sowohl phsyisch, als auch psychologisch und emotional von einem bestimmten Standpunkt direkt betroffen ist ?
Ja, jederzeit, weil du keiner der ausgewählten Betrachtungspunkte sein kannst.

Das Beispiel am "Sehen" macht es deutlich. Du kannst jederzeit auswählen, welchen Betrachtungsstandpunkt du auswählen möchtest, um etwas zu sehen. Du kannst jederzeit nach oben schauen, oder nach unten, oder nach vorne oder dich umdrehen und nach hinten schauen. Das bedeutet, dass du Derjenige bist, der einen "neutralen Auswahlpunkt" benutzt, von dem aus du deinen jeweiligen Betrachtungsstandpunkt jederzeit auswählen kannst, um die damit verbundene Sichtweise erleben zu können. Tatsächlich aber bist du prinzipiell immer dieser "neutralen Auswahlpunkt". Denn wärst du einer der ausgewählten Betrachtungsstandpunkte, könntest du keine Auswahl vornehmen.


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Kayla
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Odem, Seele und das Individuum

22.03.2013 um 18:11
@oneisenough
oneisenough schrieb:Tatsächlich aber bist du prinzipiell immer dieser "neutralen Auswahlpunkt"
So gesehen hast du natürlich recht.:)


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22.03.2013 um 20:33
@libertarian
libertarian schrieb:Oder aber wir betrachten diese Welt durch eine materialistische Brille und beschreiten eine materialistische Schneise. Hier ist dies nun nicht mehr der Fall. Wir können uns klonen. Und angenommen, zwei Personen würden materiell vollkommen identisch zusammengebaut sein, und auch das Umfeld, mit dem das jeweilige "Individuum" wechselwirkt wäre gleich, dann gäbe es keinen Unterschied zwischen Beiden. Die sogenannte "Einzigartigkeit", von der beide ausgehen mögen, wäre bloße Illusion.
Ich kann mir nicht vorstellen (das heisst natürlich nicht, dass es nicht doch so sein könnte), dass in zwei Körpern (auch wenn diese 100% identisch wären) zweimal das gleiche Bewusstsein stecken könnte. Denn wenn es sich bei beiden Bewusstsein und die gleichen handeln würde, dann wäre das schlussendlich ja doch nur ein Bewusstsein. Also das wäre dann im Prinzip so, also würde ein Subjekt die Welt durch zwei Körper erfahren. Diese Vorstellung führt mich ins Paradoxe. Komme nicht mehr draus.^^


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