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Brauchen wir überhaupt noch Schulen?

1.279 Beiträge, Schlüsselwörter: Schule, Reform, Digitalisierung

Brauchen wir überhaupt noch Schulen?

26.05.2018 um 18:56
Shionoro schrieb:Ich bin kein lehrer.
Merkt man. Aber Allen erzählen wollen, wie man es besser macht, schon klar. Und Deine Schulzeit ist ja nicht das Maß aller Dinge uns ich behaupte mal ebenso willkürlich, aus der Luft gegriffen und unbelegt, dass die Meisten von der Schule profitieren und viel lernen.


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Brauchen wir überhaupt noch Schulen?

26.05.2018 um 18:57
Bauli schrieb:Sehr komisch, hier in Bayern ist für Selbstständige, die versteuern müssen 40,00 Euro/ Stunde (45 Min.) Gang und Gäbe.
Ich weiß das. Nur find ich das persönlich zu viel, das würde ich nicht über mich bringen.
Finde auch meine 25 schon zu viel, aber die brauch ich halt. ist natürlich auch ein vorteil billiger zu sein als die konnkurenz, aber wenigstens sind es hier in NRW nicht ganz so hohe preise wie in bayern.


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26.05.2018 um 18:57
@Mittelscheitel

Ich bin aber beim beibringen von mathe offenbar besser als di emeisten lehrer, sonst würde man mich nicht bezahlen. Mich können di eSchüler nämlich jederzeit loswerden.

Ich weiß aber eben auch über langjährige nachhilfe, wie sich lehrpläne ändern.


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26.05.2018 um 19:04
@Shionoro
In der Nachhilfe sitzen aber keine Schüler, die gut in Mathe sind und sich dafür interessieren. Hat da auch die Schule versgt? Und wenn Deine Schüler mies in Mathe sind und gt Englisch können, hat da die Schule auch versagt?


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26.05.2018 um 19:05
Shionoro schrieb:Ne, aber es gehörte zu einem allgemein gebildeten Menschen im Konsens der Bildungselite dazu. Darum war es vernünftig, das ganze zu lehren, denn man wollte, dass Leute sowas können. Warum auch immer.
Und heute möchte man lieber Fachidioten? Eigentlich nicht.
Shionoro schrieb:Wenn man sich wirklich für Literatur interessiert, dann lernt man sowas dadurch, dass man dinge liest und darüber nachdenkt. Dafür braucht man keinen lehrer, der Leute zwingt, Gedichte oder langweilige (für die Schüler) bücher zu lesen.
Wärst du ohne Lehrer auf jambische Parameter gekommen? Also ist nicht mein erster Gedanke, wenn ich Shakespeare lese. Mal abgesehen davon, dass nicht jeder vom Elternhaus aus zum lesen ermutigt wird. Schon als erster Berührungspunkt ist die Schule da durchaus richtig und wichtig.
Shionoro schrieb:Mathe wird für die, für die es wichtig wird, normalerweise erst wieder auf der uni wichtig, und da gibt es kaum probleme, sich das ganze anzueigenen, selbst wenn man in der schule nich zugehört hat. Ganz einfach, weil der Wille da ist.
Huch, nicht wissen was Funktionen sind und in Analysis 1 sitzen...
Ich habe bis jetzt noch nicht studiert, aber das Stelle ich mir schwer vor.
Shionoro schrieb:. Da lernt nunmal keiner was.
Doch. Das wir hier schreiben ist der lebende Beweis. :D
Shionoro schrieb:Und wenn er das ist, könnte man ihn genausogut ein buch geben und ne nachhilfe
Nachhilfe für jeden - finanziell unmöglich
Jedem einfach ein Buch in die Hand drücken - "Lesen lernen - jetzt mit extra großen Buchstaben."
Shionoro schrieb:und wir sagen ja auch nicht, dass schon in der grundschule autofahren angesprochen werden muss, und kinder da straßenschilder lernen müssen um sich jahrelang vorzubereiten.
Genau das passiert übrigens. War zumindest in meiner Grundschule so. Auch Verkehrserziehung im Kindergarten... :|


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26.05.2018 um 19:13
Shionoro schrieb:Finde auch meine 25 schon zu viel, aber die brauch ich halt. ist natürlich auch ein vorteil billiger zu sein als die konnkurenz, aber wenigstens sind es hier in NRW nicht ganz so hohe preise wie in bayern.
Deine Konkurrenz hebt sich aber wahrscheinlich von Dir ab, weil es Studienräte sind, oder was auch immer in dieser Klasse. Ich finde das schon ziemlich arrogant sich mit denen auf eine Stufe zu stellen. Zum weiteren Verständnis bedarf es auch Struktur und das Einschätzen eines Nachhilfeschülers/in in seiner Charaktereigenschaft, um ihm die Schritte beizubringen und Motivation. Das finde ich 40,00 Euro/Std. auf privater Basis nicht wirklich viel, zumal beispielsweise die allgemeine Schülernachhilfe günstiger kommt, als 25,00 Euro/Std., durchgeführt von angehenden Lehrern ihres Faches.


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26.05.2018 um 19:13
Ich habe in der Grundschule auch Verkehrsregeln und -zeichen gelernt.


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26.05.2018 um 19:21
Shionoro schrieb:Ich bin ganz grundsätzlich der Meinung, dass man, unabhängig davon, ob man gute oder schlechte Lehrer hat, in der Schule Kinder in ihrer Entwicklung eher ein Stück weit behindert als fördert.
Schulen sind eine Beschäftigungstherapie. Die schlauen Kinder beschäftigt man mit einigermaßen wissenswerten Inhalten, die schwierigen Kinder verwahrt man und sorgt, wenn es gut läuft, dafür, dass sie nicht komplett abdriften.

Das Konzept Schule, so wie es derzeit existiert, hat durchaus in den vergangenen Jahrzehnten Sinn gemacht.
Wir hatten eine klare Aufteilung zwischen Haupt und realschule und dem Gymnasium, wir hatten klar definierte Anforderungen von Universitäten und Betrieben und es gab ein grundsätzliches Verständnis davon, was zur Allgemeinbildung dazugehört.
Eigene Erfahrung: Ich habe vier ältere Geschwister, die in den 1970er Jahren die Volks- bzw. Hauptschule in Bayern verlassen haben.
Die waren alle NIE arbeitslos, haben alle eine Ausbildung gemacht und später einen anderen Beruf ergriffen. Einer hat sich erfolgreich als Händler selbstständig gemacht. Eine leitet heute ein Hotel.

Die können alle hervorragend schreiben, lesen auch Privat sehr viel, in Mathematik haben sie auch alles nötige damals mitbekommen,
Sozialkompetenz ist ebenfalls vorhanden. Denn alle Berufe von denen haben mit Menschen zu tun.

Wenn heutige Hauptschulabsolventen solche Probleme haben, liegt das sicher nicht daran, dass Schule sinnlos ist, sondern dass Schule ANDERS ist.

Das dreigliedrige Schulsystem wurde aufgeweicht oder sogar abgeschafft.
Man muss sich nicht wundern, dass das (negative) Konsequenzen hat!

Wenn z.B. heute an Hauptschulen nicht mehr das Ziel erreicht wird, die jungen Menschen auf eine Ausbildung vorzubereiten, dann ist das schlichtes Versagen.
Weil in 9 oder 10 Jahren Schule ist das fertigzubringen!
Aber ohne vernünftige Grundlagen kannst du auch heute keine Ausbildung erfolgreich beenden.
Gerade die Handwerks- und technischen Berufe haben sich weiterentwickelt, während sich
die H-Schulen ganz offensichtlich ZURÜCKentwickelt haben.

Was man heute bei Jugendlichen erlebt, ist eine gewisse Ratlosigkeit und Intransparenz, was den
Arbeitsmarkt, die Volkswirtschaft und die Zukunft der Arbeitswelt angeht.
Die Medien vermitteln sogar aktuell ein Zerrbild vom angeblichen Aussterben der Arbeit durch Industrie 4.0.

Das zeigt sich daran, dass dann die Schule einfach nicht mehr verlassen wird.
Dass Realschüler noch weiterführende Schulen besuchen, ohne dass das eigentlich nötig wäre.
Ich war mal bei einer Info-Veranstaltung der Daimler AG. Dort haben sie verraten, dass
sie Realschüler für Ausbildungsberufe bevorzugen. Dadurch dass aber so wenige auf den Markt sind, werden (schlechte) Abiturienten und Studienabbrecher rekrutiert.

Hier in Baden-W. werden immer mehr Abiturienten produziert. Aber warum, weiß niemand.
Am Ende gibt es kaum mehr erfolgreiche Hochschulabsolventen.
Natürlich ziehen die, die eigentlich nicht dorthin gehören, dann an den Schulen auch die anderen runter. Von den Integrations- und Inklusionsaufgaben möchte ich gar nicht anfangen.


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26.05.2018 um 19:27
Mittelscheitel schrieb:In der Nachhilfe sitzen aber keine Schüler, die gut in Mathe sind und sich dafür interessieren. Hat da auch die Schule versgt? Und wenn Deine Schüler mies in Mathe sind und gt Englisch können, hat da die Schule auch versagt?
Doch. Entgegen landläufigem denken sitzen da meisten schüler mit guten noten, die von der 2 oder 3 auf die 1 oder 2 wollen, bzw. deren eltern das wollen.
Ja, die Schule hat versagt, wenn sie Kindern bis zu der klassenstufe, wo ich sie übernehme, 2en und 3en gibt und ich dann merke, dass diese kinder nichtmal das kleine einmaleins können und nicht wissen, was das wurzelzeichen bedeuten und auch nicht wissen, was diese formeln (die sie in den taschenrechner eintippen und somit auf richtige ergebnisse kommen) bedeuten, die in ihrer formelsammlung stehen.

Ich habe schon zu viele Kinder gesehen, die KEINERLEI kenntnisse hatten, wirklich NICHTS und trotzdem annehmbare noten.


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26.05.2018 um 19:35
@Shionoro

Lieber shionoro,
ich habe Abitur gemacht und studiert.

Meine Eltern hatten fünf Kinder.
Wo und bei wem bitte hätte ich das alles lernen sollen, was ich benötigt habe?
Aus dem öffentlich-rechtlichen Rundfunk? 😢

Ich für meinen Teil habe mich auch auf die Ferien und die Freizeit gefreut.
Aber ich habe auch Vieles aufgesaugt und mitgenommen wie ein Schwamm.
Manchmal habe ich die Schulbücher, die wir fürs nächste Schuljahr bekommen hatten, schon in den Ferien gelesen.


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26.05.2018 um 19:39
@Cass

Na was hast du denn außer lesen, schreiben (inklusive englisch) und den grundrechenarten so alles benötigt?


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26.05.2018 um 19:44
In NRW bekommt man ohne kleines Einmaleins ne Zwei?
Alles klar!


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26.05.2018 um 19:48
Shionoro schrieb:Na was hast du denn außer lesen, schreiben (inklusive englisch) und den grundrechenarten so alles benötigt?
Die Frage ist gar nicht so schlecht.

Ich könnte jetzt sagen:

* Texte verstehen
* Sozialleben
* Sich mit Aufgaben auseinandersetzen, also Problemlösungsverhalten
* Dass die Gesellschaft und die Umwelt vielfältig sind (Musik, Geschichte, Erdkunde, Geographie,
Wirtschaftslehre, Politik,Biologie, Chemie...)

Das soll alles schlecht sein?

Ich hatte mal eine Lebenspartnerin, die eine wirkliche Streberin war. Die war wie ein Lexikon.
Die konnte Latein, Fremdsprachen, hatte überall ein beachtliches Grundwissen, das sie durch
eigene Lektüre noch erweitert hat.
Die war auf einem humanistischen Gymnasium in Baden-W.

Als Kinder haben wir in einer Kleinstadt die örtlichen Betriebe besucht: Einmal Bäcker, einmal Metzger, Bauernhof, Schreiner usw.
Es gab Schüler-Austausch mit Frankreich, da haben sich viele Freundschaften erhalten.
Wir haben Fotografieren gelernt.
Ein paar Jahre war auch der Sportunterricht super, da hatten wir einen Lehrer, der uns die richtigen Regeln beigebracht hat von Basketball, Hockey, Tischtennis usw.
Ich kann heute noch einem Laien erklären, was im Basketball ein Schrittfehler ist.

Ich bin auch der Meinung, dass an den Schulen viel schief gelaufen ist.
Die Reformen und das Experimentieren der Vergangenheit und Gegenwart haben Spuren hinterlassen.


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26.05.2018 um 19:48
Izaya schrieb:Und heute möchte man lieber Fachidioten? Eigentlich nicht.
Ne, heute möchte man adaptive Menschen die sich in alles einarbeiten können. Dem läuft das System scuhle aber zuwider. Da haben wir rigide lehrpläne, bei denen man sich selbst nicht verwirklichen kann, sondern sinnlose leistungen liefern muss, die niemanden etwas nutzen.
Izaya schrieb:Wärst du ohne Lehrer auf jambische Parameter gekommen? Also ist nicht mein erster Gedanke, wenn ich Shakespeare lese. Mal abgesehen davon, dass nicht jeder vom Elternhaus aus zum lesen ermutigt wird. Schon als erster Berührungspunkt ist die Schule da durchaus richtig und wichtig.
Ne, hab ich aber auch niemals gebraucht. Und wenn doch, hätte ich mir den wikipedia artikel durchgelesen. Ich erinnere mich beim besten willen nicht mehr darna, wie er funktioniert hat, im übrigen. Obwohl ich gute Deutsch noten hatte.
Bräuchte ich ihn jetzt, müsste ich ohnehin googeln.

Ich habe doch bereits gesagt, dass lesen gelernt werden muss und auch schreiben und grundkenntnisse in englisch.
Wenn wir den ganzen anderen unsinn wegstreichen, dann dauert das aber nicht sonderlich lange.
Izaya schrieb:Doch. Das wir hier schreiben ist der lebende Beweis.
Nur braucht man für das Schreiben lernen sicherlich nicht das Konzept schule.
Die Fahrschule (wurde hier als beispiel gebracht) lagern wir doch auch aus, und brauchen es nicht, sie in das system schule zu integrieren.
Izaya schrieb:Huch, nicht wissen was Funktionen sind und in Analysis 1 sitzen...
Ich habe bis jetzt noch nicht studiert, aber das Stelle ich mir schwer vor.
Ist es auch, aber auch in der oberstufe in mathe wisssen die meisten nicht so recht, was ne funktion so genau ist. Darum lernst du es im mathestudium auch nochmal ganz neu. Da gibt es ein modul 'mathemathische grundlagen' wo man alles nochmal sehr genau definiert, und nicht so salopp wie in der schule.
Izaya schrieb:Nachhilfe für jeden - finanziell unmöglich
Jedem einfach ein Buch in die Hand drücken - "Lesen lernen - jetzt mit extra großen Buchstaben."
Was aber möglich wäre wäre eine allgemein verpflichtende Schreibschule für deutsch und englisch unabhängig von der schule. Selbiges auch nochmal mit mathe, meinetwegen integriert in eine art kindergarten oder art von grundschule, in der außer diesen essenziellen dingen nur optionale angebote bestehen die eher auf persönlichkeitsentwicklung zielen.
Geisterfrei schrieb:In NRW bekommt man ohne kleines Einmaleins ne Zwei?
Alles klar!
Hast ja nen taschenrechner, ist also für deine Note irrelevant.
Izaya schrieb:Genau das passiert übrigens. War zumindest in meiner Grundschule so. Auch Verkehrserziehung im Kindergarten...
Ok, meinetwegen, aber es ist kein inhalt, der dauernd wiederholt wird weil man sagt, man müsse unbedingt die kinder auf die fahrschule vorbereiten.
Da sagen wir 'ok, der will autofahren lernen, wir bringen es ihm innerhalb weniger monate bei und dann hat es sich'.
So könnte man mit schulinhalten auch verfahren. einer, den es interessiert und der mäßig intelligent ist kann den schulstoff mehrere jahre in kurzer zeit durcharbeiten. Hab ich selbst oft genug mit nachhilfekinder machen müssen.


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26.05.2018 um 19:54
@Cass

Jein .Früher waren anforderungen anders.
Schule damals hat sich (wenigstens die volksschule) auf ganz grundsätzliche fähigkeiten konzentriert, die man reinhämmern konnte, und das hat für die aller meisten berufe gereicht (tut es zum teil auch heute noch).

Heute wollen wir aber leute, die programmieren können, systeme verstehen und sich sich generell leicht in dinge einarbeiten können (also von der richtung her). Da reichen die grundkenntnisse gar nicht aus.
Aber eben leider auch nicht das, was wir den kindern auf nem gymnasium beibringen, weil da so viel unsinn dabei ist.

Schüler sind auch andere als damals.
Wir haben keine authoritätsperson lehrer mehr, wir haben eine vogelscheuche, die sich vorne hinstellt, und an die man erwartungen stellt, wie an einen roboter.
Das ist so, weil wir in einer zeit leben, in der man daran gewöhn tist, dass leistungen klar definiert sind und man selbst nichts dafür tun muss, eben wie in einem videospiel durch knopfdruck auf a (oder meinetwegen zahlung von x) auch etwas klares zurückbekommt.

Schlichtweg: Der schulunterricht von damals (der ein '*one size fits all' konzept war) ist heute nicht mehr wirklich anwendbar.

In manchen sozial schwachen schulen brauchst du keinen unterricht, da brauchen ein guter teil der schüler ne verhaltenstherapie, liebe, zuwendung, aufmerksamkeit, meinetwegen disziplin usw.
Kriegen sie in der schule aber nicht, wie soll ein lehrer das denn bitte auch leisten wenn er unterricht machen soll?
Da hast du ne horde Jugendliche mit riesigen problemen und pubertät, denen bringst du nix bei. Und wenn, dann bringt ihnen das nicht schrecklich viel.


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26.05.2018 um 19:56
Cass schrieb:* Texte verstehen
* Sozialleben
* Sich mit Aufgaben auseinandersetzen, also Problemlösungsverhalten
* Dass die Gesellschaft und die Umwelt vielfältig sind (Musik, Geschichte, Erdkunde, Geographie,
Wirtschaftslehre, Politik,Biologie, Chemie...)

Das soll alles schlecht sein?
Ne, aber das ist für 13 Jahre (oder meinetwegen 10, ka wie lange du auf der schule warst) zu wenig.
Denn diese dinge, wenn das wirklich das wichtige ist, kannst du wesentlich effektiver lernen und brauchst dafür keinen schulunterricht. Der lenkt davon eher ab.

Hättest du diese dinge denn nicht gelernt, wenn du AG's gehabt hättest die optional ist, in nen sportverein gewesen wärst (oder meinetwegen einer einrichtung, die grundsätzlich eher gemeinsame freizeitgestaltung als unterricht beeinhaltet) und an einem lesezirkel teilgenommen hättest?

Hättest du ganz sicher. Nur eben ohne den Zwang und ohne die rigide struktur. Die hält viele schüler nämlich von den dingen, die du wichtig findest, ab.


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Brauchen wir überhaupt noch Schulen?

26.05.2018 um 20:00
Shionoro schrieb:Ne, heute möchte man adaptive Menschen die sich in alles einarbeiten können. Dem läuft das System scuhle aber zuwider. Da haben wir rigide lehrpläne, bei denen man sich selbst nicht verwirklichen kann, sondern sinnlose leistungen liefern muss, die niemanden etwas nutzen.
Ich habe da einen anderen Blick drauf weil ich auch Grund- , Hauptschul- und Realschullehrer
kenne. Auch Lehrer an beruflichen Schulen.
Und von meinen Kindern.


Was meine Kritik ist:

Wir brauchen ganz genau MEHR Fachlehrer an den Schulen. Und zwar überall.
Gerade auch unterhalb der Gymnasien bzw. der Oberstufe.

Die Lehrer an Grund- , Haupt- und Realschulen verfügen über kein wirkliches Fachwissen.
Die besuchen Pädagogische Hochschulen und dort mehr oder weniger Kurse.
Dann unterrichten sie alles mögliche, aber auf besserem Laienniveau.
Dass da oft wenig hängen bleibt, ist klar.
Dazu kommt die allgemeine Überforderung durch gesellschaftliche/familiäre Probleme, Integrationsaufgaben, Digitalisierung und Inklusion.

Beispiele:
"Kunstlehrer" und "Musiklehrer" : Es ist himmelschreiend, was die an den Schulen abliefern.
Da lernen die Kinder an den Grundschulen ausmalen und einfache Dinge basteln.
Das ist wirklich Beschäftigungstherapie.
Fächer wie Chemie, Biologie, Physik, Wirtschaft werden sehr oft laienhaft, fachfremd oder gar nicht mehr unterrichtet.

Mein Lösungsansatz wäre:
Massiv Fachleute an Grund- , Haupt- und Realschulen einsetzen.
Handwerker, Muttersprachler, echte Musiker, Künstler usw.
Von letzteren gibt es ja sehr viele arbeitslose und arme.

Dann müssten m.m.n. ALLE Grund- , Hauptschul- und Realschullehrer richtige Studiengänge absolvieren, dass sie vom Fach kommen.
Wenn ich eine Tischlerlehre mache, möchte ich auch nicht von einem Bastler unterrichtet werden.
Wenn ich eine Mechatroniker -Lehre mache , möchte ich auch nicht von einem Hobbyschrauber unterrichtet werden usw.

Gerade bei Sport oder auch Ernährung gehört der Unterricht in die Hände von PROFIS.
Da könnte man riesige Potentiale wecken und fördern!


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26.05.2018 um 20:05
Ergänzung:


Was absolut abgeschafft gehört, ist das alte Stundenplankonzept.

Die Inhalte gehören in der Art von "Seminaren" konzentriert vermittelt. Das macht viel mehr Sinn.

Zum Beispiel ein Seminar mit echten Informatiker über 4 Wochen.
Das ist viel effizienter als einzelne Stunden zwischendrin.

Ein Restaurant/Koch könnte ein Seminar zum Thema anbieten über 6 Wochen.
Das wären dann echte Praktikas.

Musik, Sprachen, Sport muss natürlich regelmäßig unterrichtet werden.
Deutsch bestünde hauptsächlich aus Lesen und selbst schreiben und die Ergebnisse sammeln und diskutieren.

Solche Belohnungssysteme, bei denen Schüler zu jedem gelesene Buch einen Test machen und dann eine Belohnung erhalten, wäre sinnvoll und kommt gut an.


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26.05.2018 um 20:05
Cass schrieb:Ich habe da einen anderen Blick drauf weil ich auch Grund- , Hauptschul- und Realschullehrer
kenne. Auch Lehrer an beruflichen Schulen.
Und von meinen Kindern.
Kenn ich auch (durch das mathestudium). Alles tolle leute und die meisten von ihnen sicherlich gute lehrer. Das hier soll sich NICHT gegen lehrer richten. Im gegenteil, ich finde, dass lehrer verheizt werden.
Cass schrieb:Wir brauchen ganz genau MEHR Fachlehrer an den Schulen. Und zwar überall.
Gerade auch unterhalb der Gymnasien bzw. der Oberstufe.

Die Lehrer an Grund- , Haupt- und Realschulen verfügen über kein wirkliches Fachwissen.
Die besuchen Pädagogische Hochschulen und dort mehr oder weniger Kurse.
Dann unterrichten sie alles mögliche, aber auf besserem Laienniveau.
Dass da oft wenig hängen bleibt, ist klar.
Dazu kommt die allgemeine Überforderung durch gesellschaftliche/familiäre Probleme, Integrationsaufgaben, Digitalisierung und Inklusion.
Dem würde ich widersprechen. Ich glaube nicht, dass mehr oder weniger hängen bleibt nur weil der lehrer keine fachkraft ist.
Im gegenteil habe ich das gefühl, dass die lehrer, die fachlich sehr gut sind oft schlechtere lehrer sind, weil sie frustriert sind, wenn schüler wenig interesse aufbringen.
Die langzeitstudenten die schon auf der uni keinen bock hatten kommen mit den schülern oft besser klar.
Dem letzten satz stimme ich aber zu.
Cass schrieb:"Kunstlehrer" und "Musiklehrer" : Es ist himmelschreiend, was die an den Schulen abliefern.
Da lernen die Kinder an den Grundschulen ausmalen und einfache Dinge basteln.
Das ist wirklich Beschäftigungstherapie.
Fächer wie Chemie, Biologie, Physik, Wirtschaft werden sehr oft laienhaft, fachfremd oder gar nicht mehr unterrichtet.
Ich behaupte: Auch auf gymnasien kommt in diesen Fächern (außerhalb vllt von LK's) nichts rum in den allermeisten fällen. Da steht man sich mit Ausmalen fast schon besser.
Cass schrieb:Dann müssten m.m.n. ALLE Grund- , Hauptschul- und Realschullehrer richtige Studiengänge absolvieren, dass sie vom Fach kommen.
Wenn ich eine Tischlerlehre mache, möchte ich auch nicht von einem Bastler unterrichtet werden.
Wenn ich eine Mechatroniker -Lehre mache , möchte ich auch nicht von einem Hobbyschrauber unterrichtet werden usw.

Gerade bei Sport oder auch Ernährung gehört der Unterricht in die Hände von PROFIS.
Da könnte man riesige Potentiale wecken und fördern!
Ich wäre absolut für verpflichtende kurse für jedermann was ernährung betrifft oder verpflichtende sportertüchtigung in kindergärten und Schulen die über den sportunterricht hinausgeht.

Ich glaube aber, dass der unterricht nicht viel besser wird, nur weil man lehrer hat, die fachlich mehr ahnung haben.
Das traurige ist doch, dass du für real und hauptschulunterricht gar keinen fachlehrer brauchst, weil das niveau so niedrig ist.


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26.05.2018 um 20:06
Cass schrieb:
Was absolut abgeschafft gehört, ist das alte Stundenplankonzept.

Die Inhalte gehören in der Art von "Seminaren" konzentriert vermittelt. Das macht viel mehr Sinn.

Zum Beispiel ein Seminar mit echten Informatiker über 4 Wochen.
Das ist viel effizienter als einzelne Stunden zwischendrin.
Da sind wir uns einig. Ich bin allerdings der Meinung, dass man das meiste von diesen Dingen optional gestalten muss.


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