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Man sollte seine Wurzeln nicht vergessen - Pflicht?

Man sollte seine Wurzeln nicht vergessen - Pflicht?

12.10.2018 um 16:05
@Elektrofisch
Elektrofisch schrieb:Also ich persönlich beantworte die Frage meist mit "Zeven" ;-)
(Nicht böse gemeint aber...) Gesundheit ;)
Sorry. Aber was meinst du dann mit Zeven?


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Elektrofisch
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Man sollte seine Wurzeln nicht vergessen - Pflicht?

12.10.2018 um 16:07
@CICADA3301
Der Ort, wo ich geboren und aufgewachsen bin. Näheres siehe hier


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Man sollte seine Wurzeln nicht vergessen - Pflicht?

12.10.2018 um 16:14
Venom schrieb:Ach, dann ist es also dasselbe mit angeblichen deutschen Patrioten die immer wieder damit prahlen wollen mit der deutschen Flagge und deutscher Kultur und in Wahrheit Nationalismus predigen :D
Danke für die Aufklärung :D
Ja ist es. Macht das Andere aber auch nicht besser.
Weiß nicht was daran lustig ist.


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12.10.2018 um 16:16
4li3n schrieb:Ja ist es. Macht das Andere aber auch nicht besser.
Weiß nicht was daran lustig ist.
Warum muss man überhaupt mit sowas prahlen? Naja, die Idioten werden sich immer wieder um die Nationen streiten und wer der bessere Nationalist, Patriot und was auch immer ist. First world problems.


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12.10.2018 um 19:19
Elektrofisch schrieb:Im Ausland gibt es auch viele Kinder deutscher Elternteile oder deutscher Eltern. Aber ihnen ist offenbar ihre Herkunft nicht wirklich wichtig. Es gibt im Ausland ganze Landstriche, die deutsch geprägt sind, doch sie sprechen kein Deutsch und bezeichnen sich auch nicht als Deutsche.
Es gibt auch im Ausland Ortschaften, die von deutschen Auswanderern geprägt sind und wo die Einwohner noch sehr deutsch sind ...


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Man sollte seine Wurzeln nicht vergessen - Pflicht?

12.10.2018 um 21:00
Ich denke, die Leute die sich im Zweifelsfall dann doch lieber als Italiener/Spanier/etc bezeichnen haben vielleicht einfach keine Lust mehr auf Grundsatzdiskussionen, oder blöde Kommentare. Vielleicht haben manche auch diese deutsche Paranoia verinnerlicht eventuell als Nazi zu gelten und sind froh um die sichere Bank? 😳
Denke mal je nach Land ist es den Leuten auch einfach unangenehm sich als deutsch zu bezeichnen, weil es eben auch die Nation ist die maßgeblich an zwei von zwei goobalen Kriegen beteiligt war :333333 das werden die Leute halt nie ganz vergessen und deswegen wohl ihre Kommentare dazu absondern. Als einzelne Person ist das auf Dauer einfach nur schmerzhaft und das ist Deutschsein dann auch nicht wert.

Ich habe früher ja immer gesagt ich bin Deutscher, weil das a) die einzige Kultur ist die ich kenne, b) halt wo ich geboren bin und c) jetzt auch keinen sooooo großen Unterschied zu Amerika macht. Ich bin ja auch nur von meiner deutschen Mutter groß gezogen worden. Mittlerweile sage ich meistens Amerikaner, auch wenn ich das nicht fühle, weil ich die Kommentare auf das andere unerträglich finde. Es ist jetzt auch nicht so, dass sich meine Sympathie für einen Menschen verstärkt, wenn er oder sie zusammenhanglos nach sowas fragt, da sag ich ihnen dann einfach was sie hören wollen.
Selber frage ich fast nie, das ist mir auch zu heikel für Smalltalk: am Ende weiss ich nicht wo das Land liegt, oder soll mich gar noch groß mit dessen Geschichte, oder Politik auseinandersetzen omfg auf keinen Fall.


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12.10.2018 um 21:05
Meine Wurzeln liegen in Hessen, ich lebe in NRW und es zieht mich zur Rente hin in den Norden.

Aber ich pfeife auf Wurzeln. Für mich ist mein direktes Umfeld wichtig, mein Lebensraum. Wo ich herkomme ist doch piepegal.


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12.10.2018 um 21:11
Gwyddion schrieb:Aber ich pfeife auf Wurzeln. Für mich ist mein direktes Umfeld wichtig, mein Lebensraum. Wo ich herkomme ist doch piepegal.
Sehe ich wie du, mit einer klitzekleinen Abweichung:
Hätte ich Wurzeln, wäre ich eine Pflanze.


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12.10.2018 um 21:13
tudirnix schrieb:Hätte ich Wurzeln, wäre ich eine Pflanze.
...oder ein Zahn


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12.10.2018 um 21:16
Gwyddion schrieb:...oder ein Zahn
oder so...
Eine Quadratwurzel wäre auch noch möglich. :D


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Elektrofisch
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12.10.2018 um 21:18
Auf der Fußballplattform "Transfermarkt.de" schrieb der User "P1ll3P4ll3" folgendes:

"ich glaube das kommt von der kindheit/jugend. urlaub wird immer in italien verbracht, also mag man das land automatisch mehr weil man es unbewusst mit urlaub in verbindung bringt. deutschland dagegen bedeutet schule, etc.. da ist urlaub halt klar schöner, wenn man ihn dann noch meist bei der verwandschaft verbringt, das essen besser schmeckt und das wetter besser ist, ist es doch klar das sich ein "hier gehöre ich hin" gefühl entwickelt. blöde sprüche von altersgenossen ("spaghettifresser" und so) tun dann ihr übriges. ich identifiziere mich aber auch mit deutschland, schließlich bin ich hier aufgewachsen."

Ich weiß nicht, warum ich mich als Deutscher sehe und fühle, finde es aber toll, dass ich mich mit dem Land identifizieren kann.


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12.10.2018 um 21:25
@Elektrofisch

Du fühlst Dich hier in D wohl? Bist hier geboren? Magst den Livestyle?
Dann ist doch alles in Ordnung. Deine "Wurzeln" liegen in D, die Deiner Eltern in Sri Lanka.
Wenn Du zudem die Kultur Deiner Eltern magst und auch vlt. das Heimatland, dann ist dies legitim.
Wenn Du Italien magst, auch.
Ein Kumpel von mir kommt aus Indien. Seine Herkunft und Kultur sind ihm auch hier wichtig, allerdings liebt er D dennoch.
Seine beiden Jungs sind hier geboren, können ihre Abstammung nicht verleugnen, aber fühlen sich wohl.

Die Welt ist globalisiert und damit für uns alle Wurzel und Heimat zu gleich.


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12.10.2018 um 21:39
@Gwyddion
Ich bin in Deutschland geboren und aufgewachsen. Meine Eltern (bzw. meine Mutter) hätte damit kein Problem, wenn ich als deutscher Fußball-Nationalspieler vor dem Anpfiff die deutsche Nationalhymne trällern würde :D Ich singe morgen vor dem Fernseher wirklich die Nationalhymne. Ich liebe Italien nicht wirklich, eher Dänemark sowie die Niederlande.

PS: Der oben zitierte Beitrag ist von 2011.


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13.10.2018 um 06:46
KFB schrieb:Mich hat ja nur deine Interpretation interessiert ;)


Wenn Wurzel für einen ausschließlich Abstammung bedeutet, ist es (in meinen Augen) eine unnütze Pflicht daran krampfhaft festzuhalten.
Das erzeugt doch höchstens einen künstlichen Keil.
Natürlich spricht nichts dagegen sich darüber zu unterhalten wenn es mal zur Sprache kommt.


Wenn der Begriff Wurzel weiter gefasst wird, gibt es sicher einiges an Diskussionspotential.
Meiner Meinung nach liegt es gemssen an der Deutungshoheit und dessen wie sehr Gegenwart und Rahmenbedingungen zum Vorteil der Allgemeinheit gereichen.

Ich finde Wurzeln zur gesellschaftlichen Anpassung und Rollenverteilung insoweit wichtig, insoweit sie der nationalen Allgemeinheit dienen und sich bewährt haben.

Wenn jemand einer Adelsabstammung entspringt wird man vielleicht verlacht, sofern es sich um jemanden handelt, der etwas ändern will, was sich nicht bewährt hat.

Haben andere Adelige plötzlich Nachteile, möchte man diesen Titel dann doch nicht mehr. Je nachdem, wo immer der Schwerpunkt im Leben war. Vielleicht ist man dann glücklich, irgendwann Boden unter die Füße zu bekommen. Vielleicht lernt man so das Miteinander schätzen, seine Beobachtungsgabe zu schärfen und wenn es nur bei dieser Einsicht bleibt und viele Chancen dazu wahrnimmt.


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18.10.2018 um 13:51
Staatsangehörigkeiten und Herkünfte erschienen mir schon immer als reine "Papiersache". Meine Heimat ist da, wo ich meinen Lebensmittelpunkt habe.

Bemerkenswert in diesem Zusammenhang erscheint mir ein Radiobeitrag, der im Rahmen der Feierlichkeiten um "50 Jahre Deutsch-Französische Freundschaft" über den Schüleraustausch berichtete.

Französische Schüler, die im Rahmen des Austausches nach Deutschland kommen, sind ungeachtet ihres "Migrationshintergrundes", der sie in Frankreich als Algerier, Marokkaner, Elfenbeinküstler (wie nennt man die eigentlich korrekt?) erscheinen lässt, in Deutschland Franzosen.

Die umgekehrte Erfahrung sammeln Jugendliche aus Deutschland mit türkischem, polnischen, russischen, afghanischen, ghanaischem Hintergrund in Frankreich. Da sind sie Deutsche.

In beiden Ländern werden sie mit den immer noch vorhandenen Klischees über das jeweils andere Land konfrontiert. So müssen sich afghanischstämmige Deutsche zum Thema Weltkriege/Shoah rechtfertigen, algerischstämmige Franzosen finden sich plötzlich als Kolonialverbrecher verantwortlich gemacht.

Interessante Erfahrungen für junge Menschen.


Ich habe mir das Land, in das ich hinein geboren wurde, nicht aussuchen können.
Jemand von Euch etwa?

Also, warum sollte ich irgend eine wie auch immer geartete Beziehung zu einem Land haben? Ich empfinde weder Liebe noch Hass für so ein anonymes, amorphes Konstrukt wie Land/Staat. Gefühle, grosse zumal, hebe ich mir für Individuen auf, nicht für juristische Personen.

Ich lebe hier am Rand der BRD, wohne und arbeite da recht gern, weil das Land platt ist, die Leute schweigsam sind und das Wetter depressiv macht.

Ich zahle Steuern, und zwar bislang als "Besserverdienender" nicht mal wenig, und erwarte als Gegenleistung eine funktionierende Infrastruktur, eine ausreichende Gesundheitsversorgung sowie Bildung für meine Kinder nebst Rechtssicherheit für mich und meinen Besitz. Mehr nicht.

Mein Verhältnis zum Staat ist also in etwa das des sizilianischen Ladenbesitzers zur Mafia. Ich zahle Schutzgeld - und sie lassen mich in Frieden.

Warum ich deshalb Stolz auf die Mafia entwickeln sollte oder mir deren Vereinswimpel ans Auto bummeln sollte, wüsste ich nicht.

Die relative Freiheit im Vergleich zu anderen Ländern schätze ich durchaus. Ich kann mich auf den Marktplatz stellen und sagen: "Angela Merkel ist 'ne dumme Schnepfe!", ohne dass mich ein Geheimdienst verschwinden lässt. Ich kann demonstrieren, ohne dass mich Scharfschützen umlegen. So gesehen geht's mir noch so gut, dass mir niemand einfiele, mit dem ich spontan tauschen möchte.

Die Mutter meiner ältesten Tochter Leila war Palästinenserin aus dem Libanon - und damit formaljuristisch staatenlos. Durch die Eheschliessung mit mir wurde sie Deutsche. Sie wurde getötet, als unser Kind vier war. Nach ihrem Medizinstudium ist Leila für ein Jahr in eine Klinik in Gaza-Stadt gegangen, gerade als dort der Bürgerkrieg zwischen Hamas und PLO tobte. Sie wollte, nach eigener Aussage, "mal gucken, wie die da unten so ticken, ob die wirklich so bekloppt sind". Sie wurde nicht enttäuscht. Heute ist sie Dänin und mit einer Dänin verheiratet. Auf die Idee, irgendein "Nationalbewusstsein" zu entwickeln (Palästina? Libanon? BRD? Dänemark?) käme sie vermutlich eben so wenig wie ihr Vater oder ihre Geschwister. Wenn denen jemand sagt, sie wären Halbiren, käme vermutlich nur die Standardantwort: "Besser als ganz irre!" Lediglich meine jetzige Ehefrau konserviert ihre irischen Wurzeln - meist in Alkohol und am 17. März (Lá Fhéile Pádraig) - ist aber Deutsche.

Kann man Migrationshintergründe nicht prima in Aufreiss-Sprüche einbinden? "Hey Baby, soll ich Dir mal meine türkische Wurzel zeigen?"

Sonst finde ich diese ganze Migrationshintergründigkeit und Wurzellehre ohnehin vollkommen blödsinnig. Soll ich jetzt sagen: Hey, ich bin Nordfriese mit Migrationshintergrund und Hamburger Wurzeln?


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20.10.2018 um 12:03
Hallo,
Ich bin geboren in der Ukraine. Meine Mutter ist ukrainisch. Mein Vater armenischer. Ich bin aber durch Adoption (ich war 1 J. Und 3 M. Alt) nach Deutschland gekommen. Ich fühle mich wie eine Deutsche, auch wenn mich interessiert wie oder was Armenien/Ukraine ist. Wenn mich jemand fragt wo ich herkomme sage ich immer die Stadt aus Nordrhein-Westfalen in der ich seit Adoption bis zur Umzug nach Bayern gelebt habe. Auch wenn ich aber in einer andere Stadt geboren bin. Ich bin oder besser gesagt ich fühle mich Deutsch.


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21.10.2018 um 18:30
@Doors

Alles schön und gut, die Ausführungen.
Aber du kannst doch nicht leugnen, dass du eine Vergangenheit und Hintergründe hast. Die Vergangenheit, gerade die Zeit von Kinderheit und Jugend, bildet das ,,wo man herkommt". Ohne jede Wertung, ganz objektiv, das, was war. Also sprich: deine Wurzeln.

Wo man herkommt und wie man aufgewachsen ist, das prägt einen mit. Sofern man nicht einen Baseball an den Kopf kriegt, daraufhin eine Amnesie und dann ohne Erinnerungen an die Vergangenheit aufwacht.

Man sollte sich schon erinnern, wo man herkommt, um seine Gegenwart reflektieren zu können. Die Gegenwart schätzt man ein auch anhand der Vergangenheit.


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21.10.2018 um 18:39
Elektrofisch schrieb am 12.10.2018:Warum sind im Ausland aufgewachsenen Kindern, bei dem mindestens ein Eltenteil deutsch ist, ihre Herkunft nicht wichtig?
Schon mal mit Amerikanern geredet?

Die sind nach 10 Generationen noch stolz auf ihre europäschen Vorfahren, und viele drüben bezeichnen sich auch als Deutsche oder Österreicher etc :D

Ich frag mich eh wo diese "gefühlte" Wahrnehmung herkommt. Ich kenn so den ein oder anderen Auswanderer mit Kindern bzw. leute deren Eltern ausgewandert sind.

Die haben durchaus Interesse an der deutschen Kultur und daran, sich davon im Ausland etwas zu erhalten. Wenns die Eltern nicht getan haben sind die Kinder trotzdem oft neugierig und lesen sich ein...

Man ist doch auch gern was besonderes ;)

PS: ich bin Exil-Ösi :D


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23.10.2018 um 10:12
@Kc

Ich mache meine Wurzeln eher an "Klasse" als an "Rasse" fest.


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beautiful-jo
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23.10.2018 um 10:20
Doors schrieb:Ich mache meine Wurzeln eher an "Klasse" als an "Rasse" fest.
Wie machst du die 'Klasse' den fest? Ist es dein Verdienst einer bestimmten Klasse anzugehören?


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