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Hat unsere Generation Schuld am Holocaust?

269 Beiträge, Schlüsselwörter: Verantwortung, Holocaust, erbschuld

Hat unsere Generation Schuld am Holocaust?

14.02.2020 um 22:45
kleinundgrün schrieb:Machen wir ein Beispiel:
Mein Vater raubt von X eine Kiste Gold. Mein Vater baut mit dem Gold eine tolle Villa und kauft einen Ferrari. Mein Vater stirbt und ich bekommen das alles.
Schuld an dem Raub bin ich natürlich nicht. Die Frage kann aber sein, ob ich - da ich die Früchte dieser Tat nutze - moralisch eine Schuld oder Verantwortung trage.
Nun, wenn ich wüsste wie mein Vater an dieses Geld gekommen ist, dann würde ich persönlich alles dem ursprünglichen Besitzer zurückgeben und ja ich würde Schuld auf mich laden wenn ich es annehme, jedenfalls meiner Meinung.


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Hat unsere Generation Schuld am Holocaust?

15.02.2020 um 12:52
Wie so oft drehen sich viele Threads stets um die gleichen Themen herum.
Hier ist zwar offensichtlich die Verarbeitung des Nazi-deutschen Geschichtserbes das Thema, jedoch ficht man auch gerne mit Details der Einwanderungspolitik oder Stilblüten aus der Parteienlandschaft. Wie auch immer, so ist das halt.
Halt! Ohne das Desaster der Hitler-Deutschen schmälern zo wollen, kann doch nichts isoliert betrachtet werden, dass über den ersten Hauptsatz der Thermodynamik hinausreichten soll.
Daher stelle hier und mir die Frage, warum ist die Diskussion und Rückbetrachtung so kompliziert, und warum gerade in Deutschland besonders auf die Zeit zwischen 1910 und 1950 fokussiert?
Es scheint quasi keinerlei Alternative zu tiefen Grabenkämpfen und Schwarz-Weis Argumentationen möglich zu sein. Verurteilung und Ignoranz folgen.

Es gibt doch genug Fakten, um ein weitsichtigeres, globaleres Denken an den Tag zu legen.
Zur Inspiration verlinke ich hier ein Video, das sich selbst erklärt.
Ich hoffe den geltenden Forumsgesetzen genüge zu tun, wenn ich hier salopp schreibe, das Video zeigt Macht und EInflusspolitische Entwicjklungen in Europa in einem zeitgerafften Format ab 400 vor Christi Geburt bis ca. heute. Dauer etwa 20 Minuten. Also ca. 100 Jahre pro Minute.

Youtube: The Rulers of Europe: Every Year


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Hat unsere Generation Schuld am Holocaust?

15.02.2020 um 15:04
QUasseltov schrieb:Es gibt doch genug Fakten, um ein weitsichtigeres, globaleres Denken an den Tag zu legen.
Zur Inspiration verlinke ich hier ein Video, das sich selbst erklärt.
Na ja, vielleicht kannst du ja mal nachvollziehbar erklären was die wechselnden Machtverhältnisse in Europa mit der industriellen Vernichtung von Menschen im Holocaust zu tun hatten.
Im Moment weiss ich grad nicht ob das der Relativierung/Ablenkung vom Holocaust dienen soll, oder ob nur einfach das Thema völlig verfehlt wurde.


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Hat unsere Generation Schuld am Holocaust?

15.02.2020 um 15:16
@QUasseltov

Der holocaust hat erstmal nichts mit politischen machtspielchen zu tun.
Hitler ist nicht nur in den Osten eingefallen, um ihn zu erobern. So vonwegen 'da kämpfen zwei stehende Heere gegeneinander, einer gewinnt und der andere muss dann Tribut zahlen'.

Hitler hat nach dem Einfall dort Menschen massenhaft vernichten lassen (und natürlich auch in Deutschland). Das ist ein sehr großer Unterschied, der dir nicht klar zu sein scheint.

Die Römer, damit fängt dein Video ja an, die haben sowas nicht gemacht.


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17.02.2020 um 10:43
Ich habe jetzt lange überlegt und gezögert, auf @Zyklotrop
und @Shionoro
Posts zu antworten.
Ich kann es nicht, weil mir dann sicherlich jedes WOrt im Munde verdreht wird.
Jedoch kann ich Bezug nehmen auf die Posts von mir, die ja genau das beschreiben, was die beiden Posts ausmacht und auch verdeutlichen.
Wer die Geschichte in einem weiteren Rahmen betrachtet wird evtl. ein anderes Bild von der Auserordentlichkeit des Hollocausts bekommen, als es gemeinhin verteten wird.
Ich will nur sehr vorsichtig darauf hinweisen, dass die Bevölkerungszunahmen in Europa, die extrem dynamische technische Entwicklung zu dieser Zeit begann, und damit erst die Möglichkeit des Holocaust in dieser Form gegeben waren.
Und jeder kann sich informieren, dass Völkermord oder konsequente Ermordung von Ethnien oder angrenzbaren und auch quasi nicht abgrenzbaren Gruppen, weder vor noch nach dem Holocaust nicht existierten.
Zurückkommend auf die Frage, nach der Schuld am Holocaust, sehe ich vor allem interessant, wie in Deustchland damit umgegangen wird. Und das sollte m.M. nach das Thema in diesem Thread sein.
Nein. Ich Verharmlose nicht. Ich stehe dazu als Deutscher, was damals geschehen ist. Ich wünsche mir vor allem eins. Lernen aus der Geschichte.


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17.02.2020 um 10:50
@QUasseltov

Hast du denn ein Beispiel dafür, dass irgendein Volk vor dem Holocaust aktiv versucht hat, ein anderes Volk auszurotten und dafür sogar nachteile für sich selbst in kauf genommen hat (der holocaust war ja durchaus ein arbeitsaufwand, den man sich gerade im krieg auch hätte sparen können).

Ich wüsste da nichts. Sicherlich haben rigendwelche stämme irgendwann man andere stämme umgebracht in konflikten.

Selbst die Römer, die nun wirklich Kathargo nicht mochten (und die haben wenigstens vorher miteinander ziemlich lange krieg geführt und nicht einfach irgendein volk das in rom lebte umgebracht) haben zwar die stadt dem erdboden gleichgemacht, aber die überlebenden als Sklaven genommen.

Das ist hier durchaus wichtig: Wir reden nicht von Krieg von stämmen. Wir reden davon, dass in einer nation jahrhundertelang eine gut integrierte minderheit gelebt hat und eine nation sich KOLLEKTIV entscheidet, ihre nachbarn, freunde, arbeitskollegen zu vernichten, die keineswegs in irgendeiner form kriegerische absichten hatten und diese nation hat das sogar in anderen Ländern, die sie überfallen hat, so weiter durchgezogen. Um wirklich noch jeden letzten Juden in die Finger zu bekommen.

So ein Beispiel kenne ich aus der Geschichte schlichtweg nicht noch einmal. Hast du eines? Ich kenne keinen Stamm, der ohne not, ohne krieg sich dazu entscheidet, gemeinsam zivilisten systematisch zu vernichten, bis keiner mehr übrig ist.
Im Mittelalter gab es Pogrome gegen juden, aber soetwas gab es nicht.


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17.02.2020 um 12:38
@Shionoro
Völkermord ist Gang und Gäbe in der Geschichte der Menschheit.
Eine Liste findest u.a. In dem angehängten Wiki Artikel.
Umfang, Art und Ausmaß des Holocaust sind extrem. Da brauchen wir nicht diskutieren.
Aber Völkermord an sich, ob in die Wüste zum Verdursten getrieben, Dörfer abgefackelt und alle darin Lebenden umgebracht etc.
Das ist in der Geschichte der Menschheit nichts außergewöhnliches

https://de.m.wikipedia.org/wiki/Völkermord


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17.02.2020 um 13:25
Um es wieder auf eine vernünftige Ebene zu stellen.
Hat unsere Generation Schuld am Holocaust ?
Zwei mögliche Ansätze:

1. EInordnung des Holocausts in die Geschichte. Soll heissen, gab es Vorfälle, die ähnlich strukturiert waren und wenn ja, wie gehen die betroffenen Länder damit um. Mein Lieblingsbeispiel in diesem Zusammenhang ist und bleibt die katholische Kirche. Direkt gefolgt von den Gehabe der USA / UK (ich trenne die beiden so ungern) und natürlich der Ruanda-Zwischenfall, der sind bei Punkt 2. eher zu Hause fühlt.
2. Ich ignoriere jede Möglichkeit der Diskussion über das wie viel und warum und konzentriere mich auf die sinnvollen Schlussfolgerungen aus einem derart aus dem RUder gelaufenen Drama. HInsitlich WÄchterfunktion oder Mahner. Verhinderer und Verweigerer. (weil doch so oft von den Mitläufern in Nazideutcshland gesprochen wird)
Duldung von Kriegen und Unterdrückung. Lieferung von Rüstungsgütern oder Zulassen von Aufrüstung.

In beiden Fällen stelle ich eine mich langsam wahnsinnig machende Doppelmoral fest, die auch sogar der eine oder andere offen kundtut, ohne dass ihm "klar übers Maul"gefahren wird.

Mir scheint, da ist tatsächlich etwas nicht verstanden worden.


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17.02.2020 um 13:51
QUasseltov schrieb:Wer die Geschichte in einem weiteren Rahmen betrachtet wird evtl. ein anderes Bild von der Auserordentlichkeit des Hollocausts bekommen, als es gemeinhin verteten wird.
Was genau meinst Du damit? Etwa, daß mit einer "geschichtlichen Betrachtung im weiteren Rahmen" die Singularität des nationalsozialistischen Völkermordes verschwindet?


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17.02.2020 um 13:59
@QUasseltov

So ganz teile ich Deine 'vernünftige Ebene' nun nicht.

Sicher hätten 500 Jahre früher auch technisch noch nicht die gleichen Möglichkeiten bestanden, in wenigen Jahren so viele Menschen zu ermorden.

Aus meiner Sicht ist der Holocaust aus mehreren anderen Gründen singulär:

Die Mehrzahl der Morde wurden nicht zwischen 1933 und 1945 begangen, sondern die allermeisten in den letzten 3 Kriegsjahren. Ein derartiger Massenmord hat im schlimmsten Sinne ein Alleinstellungsmerkmal.

Weiterhin hatte er dadurch einen ganz anderen Charakter, dass er von einem Staat begangen wurde, der zwischenzeitlich fast ganz Europa mehr oder weniger beherrschte, was ein Weglaufen kaum mehr möglich erscheinen ließ.

Ganz besonders möchte ich darauf hinweisen, dass dieser Massenmord nach der Zeit der Aufklärung begangen wurde, zu einer Zeit in der Menschenrechte eigentlich schon selbstverständlich waren, was für die zeit der Ermordung der amerikanischen Ureinwohner (auf Betreiben der Kirche) nicht ganz so galt.

Für uns als Deutsche ist er deshalb auch so singulär, weil er in unserem Land stattfand und die meisten Erwachsenen heutzutage wenigstens noch Menschen kannten oder kennen, die damals schon gelebt haben.

Dann fand er statt, durch ein Land, das gleichzeitig nach der Weltherrschaft strebte. Dass die Geschichte anders ausging, wissen wir, das war 1941 aber noch gar nicht so absehbar. Das gilt für Ruanda oder Ex Jugoslawien nun auch nicht gerade.

Vielleicht hat 'unsere Heilige Mutter Kirche' auch mehr Menschen auf dem Gewissen als die Nazis. Man kann ihr jedoch zugute halten, dass sie dafür viel länger gebraucht hat.

Daher schließe ich für mich persönlich aus dem Holocaust: Niemals die Erinnerung daran aufgeben, niemals die Erinnerung daran aufgeben, dass aus einem Rechtsstaat (Weimarer Republik) in kurzer Zeit eine Barbarei werden kann. Eine Brabrei inmitten von anderen Barbareien in der Tradition von Barbareien (Dschingis Khan, Kreuzzüge, Kolonisation) ist damit nicht vergleichbar.


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17.02.2020 um 14:03
@sacredheart
Singulär auch noch durch die systematische, industrielle Vernichtung von Menschenleben, die in den Augen der damaligen Verbrecher "lebensunwert" waren.
Jeglicher Vergleich mit der kK oder anderen Völkermorden kommt da in meinen Augen einer versuchten Relativierung gleich.


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17.02.2020 um 14:23
QUasseltov schrieb:Soll heissen, gab es Vorfälle, die ähnlich strukturiert waren
Da kommt es halt darauf an, was Du als "ähnlich" bezeichnest.
Ja, es gab sehr viele Vorfälle, in denen jeweils viele Menschen ermordet wurden. Insofern ist der Holocaust dazu "ähnlich".

Aber er unterscheidet sich - z.B. von dem schrecklichen Vorgehen gegen Indianer, Inder, Afrikaner etc. nicht (nur), weil so viele Menschen ermordet wurden, sondern vor allem, auf welche weise und mit welcher abgrundtief menschenverachtenden Gesinnung.
Schon Begriffe wie "lebensunwert" u.ä. läuft jedem Rest von Einordnung in "menschliches Handeln" zuwider. Der Holocaust ist eine extreme und bis dahin nicht da gewesenen Perversion menschlichen Handelns gegen andere Menschen.

Das ist dann auch keine Doppelmoral, das zu differenzieren. Und es soll auch nicht andere Gräueltaten von deren Schrecken befreien. Aber es als Singularität in der Geschichte zu benennen und an dem Beispiel sich immer wieder vor Augen zu führen, wozu Menschen fähig sind, wenn genügend begünstigende Faktoren zusammen kommen.

Und der Punkt, warum hier viele so sensibel darauf reagieren, ist eben der immerwährende Versuch, stark nationalistisch geprägter Menschen, den Holocaust zu leugnen oder zu verharmlosen. Da ist die Grenze sehr eng.


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17.02.2020 um 14:43
@Zyklotrop

Da gebe ich Dir Recht. Auf rein technischer Ebene ist natürlich auch richtig, dass eine industrielle Vernichtung von Menschen in vorindustrieller Zeit natürlich auch noch gar nicht möglich war.

Aber selbst bei den widerwärtigsten anderen Völkermorden auch in industrieller Zeit gab es keine andere industrielle Tötung von Menschen. Das trifft in dieser Form auch für die Millionen Toten der kommunistischen Diktaturen zu, das waren zwar auch schwerste Verbrechen gegen die Menschlichkeit, aber keine vergleichbare industrielle Tötung von Menschen.

Und da die technischen Voraussetzungen natürlich weiterhin gegeben wären, ist es umso wichtiger, die Erinnerung daran wach zu halten. Und als Deutscher sollte man da ruhig ein besonderes Augenmerk drauf richten.

Ich habe zwar genau so viel persönliche Schuld am Holocaust wie ein Aborigine, habe aber dennoch durch meine Herkunft eine höhere Verantwortung dafür, die Erinnerung daran wachzuhalten und eine Wiederholung nicht zuzulassen. Ich weiss auch nicht, was es da zu diskutieren gäbe. Die Verantwortung trage ich freiwillig und in dem Sinne gerne, dass es auch meiner Überzeugung entspricht.

Persönlich am Meisten hat mich eine Reise nach Israel mit Besuch bei Freunden bewegt. Als ich dort einen Schulhof sah und Kinder zur Pause herausströmen, die sich halt wie Kinder verhielten, überfiel mich: Was wäre mit Euch in meinem Heimatland vor 80 Jahren passiert? Das kann doch niemandem gleichgültig sein und da kann man nicht sagen: Das geht mich nichts an.


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17.02.2020 um 16:19
kleinundgrün schrieb:Aber er unterscheidet sich - z.B. von dem schrecklichen Vorgehen gegen Indianer, Inder, Afrikaner etc. nicht (nur), weil so viele Menschen ermordet wurden, sondern vor allem, auf welche weise und mit welcher abgrundtief menschenverachtenden Gesinnung.
Schon Begriffe wie "lebensunwert" u.ä. läuft jedem Rest von Einordnung in "menschliches Handeln" zuwider. Der Holocaust ist eine extreme und bis dahin nicht da gewesenen Perversion menschlichen Handelns gegen andere Menschen.
Das ist natürlich sehr richtig, die Vorwürfe sind vielfältig und gewaltig.

Was hier meiner Ansicht nach noch erschwerend hinzu kommt, ist die Tatsache, dass man unter anderem auch Leute aus dem eigenen Kulturkreis, die eigenen Staatsbürger systematisch der Vernichtung preis gab.
Es wurden also nicht nur irgendwelche abstrakte vermeintlich feindliche (aufgrund von Religion oder Kultur) Leute umgebracht, die ein Gros der eigenen Bevölkerung nie zu Gesicht bekam.
Im dritten Reich waren es völlig integrierte, dem eigenen Land oder der eigenen Kultur in keinster Weise feindlich gesonnene Zeitgenossen, wie konvertierte, nicht praktizierende, selbstverständlich voll aufgeklärte Juden, oder solche Christen, die ihnen helfen wollten.

Soll heißen, dass die ganze Gesellschaft von Grund auf so durchseucht von dieser Ideologie gewesen ist, dass selbst Nachbarn, Familienmitglieder und Freunde auf einmal auf zwei unterschiedlichen Seiten standen, und Feinde sein mussten, ohne es zu wollen.
Das gab es wirklich nur selten in der Geschichte. Eigentlich nur in faschistischen oder semifaschistischen Gesellschaften, wozu man auch durchaus einpaar sog. sozialistische Diktaturen zählen könnte, denke ich. Wobei dort trotzdem noch die industrielle Vernichtung gefehlt hatte, was den Holocaust tatsächlich einzigartig macht.


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17.02.2020 um 16:49
Libertin schrieb:Was genau meinst Du damit? Etwa, daß mit einer "geschichtlichen Betrachtung im weiteren Rahmen" die Singularität des nationalsozialistischen Völkermordes verschwindet?
Das ist nicht mal witzig. Diese scheinbare Frage entzieht sich meiner Beantwortbarkeit.
sacredheart schrieb:Die Mehrzahl der Morde wurden nicht zwischen 1933 und 1945 begangen, sondern die allermeisten in den letzten 3 Kriegsjahren. Ein derartiger Massenmord hat im schlimmsten Sinne ein Alleinstellungsmerkmal.
Der Krieg und das Morden waren 1945 beendet. Also die Morde fanden deiner Meinung nach nicht zwischen 1933 (Machtergreifung) und 1942 statt, sondern zwischen 1942 - 1945? Eine gewisse Vorbereitung und Aufschaukelung ist doch immer notwendig. Also ich sehe bei diesem Argument eher die Farge auftauchen, warum die Allierten nicht schon früh eingegriffen haben. In wie weit Unterstützt wurde oder zumindest Stillschweigen vereinbart war. Ich weis es nicht. Sicher ist aber, dass die Diplomaten des Vatikans bis zuletzt relativ große Beweglichkeit hatten. Vor einem angeblichen, keiner wusste von was kann ich nicht ausgehen. UNd ja. Der Massenmord in Deutschland zu dieser Zeit ist bisher einmalig. Habe ich auch nicht bestritten.
sacredheart schrieb:Weiterhin hatte er dadurch einen ganz anderen Charakter, dass er von einem Staat begangen wurde, der zwischenzeitlich fast ganz Europa mehr oder weniger beherrschte, was ein Weglaufen kaum mehr möglich erscheinen ließ.
Der Antisemitismus war zu keiner Zeit an den Grenzen Deutschlands zu Ende. Es war niemals ein exklusiv deutsches Phänomen bzw. eine Erfundung der Deutschen. Darüber herrscht in allen Geschcihtsbüchern Einigkeit.
sacredheart schrieb:Ganz besonders möchte ich darauf hinweisen, dass dieser Massenmord nach der Zeit der Aufklärung begangen wurde, zu einer Zeit in der Menschenrechte eigentlich schon selbstverständlich waren, was für die zeit der Ermordung der amerikanischen Ureinwohner (auf Betreiben der Kirche) nicht ganz so galt.
Entschuldige bitte! Nach der Aufklärung ist ja auch heute, oder? Ist sie schon beendet oder sind wir mittendrin? Das ist für mich reiner Sarkasmus. Die Kirche ist seit 1500 Jahren unterwegs. Das Ureinwohnerbeispiel ist unglücklich gewählt.
sacredheart schrieb:Vielleicht hat 'unsere Heilige Mutter Kirche' auch mehr Menschen auf dem Gewissen als die Nazis. Man kann ihr jedoch zugute halten, dass sie dafür viel länger gebraucht hat.
Ich finde das geschmacklos.
Zyklotrop schrieb:Singulär auch noch durch die systematische, industrielle Vernichtung von Menschenleben, die in den Augen der damaligen Verbrecher "lebensunwert" waren.
Jeglicher Vergleich mit der kK oder anderen Völkermorden kommt da in meinen Augen einer versuchten Relativierung gleich.
Ein erneuter Versuch den gleichen Bezug aufzubauen. Nichts dazu zu sagen.
kleinundgrün schrieb:Und der Punkt, warum hier viele so sensibel darauf reagieren, ist eben der immerwährende Versuch, stark nationalistisch geprägter Menschen, den Holocaust zu leugnen oder zu verharmlosen. Da ist die Grenze sehr eng.
Another one.

Doppelmoral. Ein sehr einfahcer Begriff. Beispiel. Ich bin gegen die Todesstrafe und lebe in einem Land in dem die Todestrafe abgeschafft und verurteilt wird. Trotzdem werden Hilfsmittel aus diesem Land exportiert. Das ist für mich Doppelmoral.
sacredheart schrieb:Auf rein technischer Ebene ist natürlich auch richtig, dass eine industrielle Vernichtung von Menschen in vorindustrieller Zeit natürlich auch noch gar nicht möglich war.
Ich finde das so übel, dass ich schon fast emotional werde. Ich kann so eine Art zu denken nicht nachvollziehen und halte sie für nichtmenschlichen Ursprungs.
sacredheart schrieb:Ich habe zwar genau so viel persönliche Schuld am Holocaust wie ein Aborigine, habe aber dennoch durch meine Herkunft eine höhere Verantwortung dafür, die Erinnerung daran wachzuhalten und eine Wiederholung nicht zuzulassen.
WOW. Jetzt wird es ja richtig komisch. Das ist ja schon fast auf dem Nieveau von Jan Bimmelbahn. Ich weis was du damit sagen willst und das ist ja auch richtig. Das habe ich ja auch schon gesagt und einige vor und nach mir. Jedoch was um Gottes Willen haben nun die ABorigines, als wohl eines der friedlichsten Völker in diesem Zusammenhang mit einem ENkel der Nazizeit zu tun. Das ist genau die Art zu Denken, die ich so schlimm finde. Aber wir kommen dem Thema näher.
weißichnixvon schrieb:Soll heißen, dass die ganze Gesellschaft von Grund auf so durchseucht von dieser Ideologie gewesen ist, dass selbst Nachbarn, Familienmitglieder und Freunde auf einmal auf zwei unterschiedlichen Seiten standen, und Feinde sein mussten, ohne es zu wollen.
Das gab es wirklich nur selten in der Geschichte. Eigentlich nur in faschistischen oder semifaschistischen Gesellschaften, wozu man auch durchaus einpaar sog. sozialistische Diktaturen zählen könnte, denke ich.
Und jetzt wird es noch besser. Durchseucht.
EIn WOrt, ein Bild.
Auf dem Balkan gab das wohl, und es raucht mir der Kopf bei soviel verdrehtem Denken.

Also meine Frage.

Es gibt einen besonders guten Anlass für uns Deutsche Verantowrtung zu übernehmen.
(das ist auch sarkastisch)
Darüber sind sich alle hier einig.

Wie also diese Trennung und Ausgrenzung vermeiden?
Wie vermeiden wir, dass unsere Politik, unser Staat wieder in so etwas reingerät?

Warum wurde Deustcvhalnd nach dem Krieg nicht neutral.
Oder zur Wiedervereinigung?

OK. Neutralität ist auch nur so ein Begriff. Siehe Schweiz / Crypto / BND / CIA.

Ich würde den Deustchen aber eher Aufrichtigkeit und Gründlichkeit zutrauen, als cih es den Schweizern zutrauen könnte.

WIr wollen weiter, im SInne der Aufklärung, oder im Sinne der kK, die ja bekanntermaßen den Beginn der Aufklärung bis zum heutigen Tag erfolgreich ignorieren kann.


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17.02.2020 um 17:02
QUasseltov schrieb:Another one.

Doppelmoral. Ein sehr einfahcer Begriff. Beispiel. Ich bin gegen die Todesstrafe und lebe in einem Land in dem die Todestrafe abgeschafft und verurteilt wird. Trotzdem werden Hilfsmittel aus diesem Land exportiert. Das ist für mich Doppelmoral.
Inwiefern passt diese Beispiel zu dem was ich schrieb? Das beschreibt doch einen völlig anderen Sachverhalt und auch übertragen passt es nicht.
QUasseltov schrieb:Warum wurde Deustcvhalnd nach dem Krieg nicht neutral.
Inwiefern "neutral"? Welches Land kann in einer vernetzten Welt "neutral" sein? Nicht mal Nordkorea ist völlig neutral. Und die Schweiz realistisch schon lange nicht.


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17.02.2020 um 17:17
QUasseltov schrieb:Ein erneuter Versuch den gleichen Bezug aufzubauen. Nichts dazu zu sagen.
Welchen Bezug?
Versuche es doch bitte mal in vollständigen und verständlichen Sätzen.
Ich schrieb das an @sacredheart und weiss nun gar nicht welchen Bezug du meinst.


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17.02.2020 um 17:43
QUasseltov schrieb:Libertin schrieb:
Was genau meinst Du damit? Etwa, daß mit einer "geschichtlichen Betrachtung im weiteren Rahmen" die Singularität des nationalsozialistischen Völkermordes verschwindet?

Das ist nicht mal witzig. Diese scheinbare Frage entzieht sich meiner Beantwortbarkeit.
Wieso "scheinbare" Frage? Es ist doch ersichtlich, daß diese gar nicht rhetorischer Art war. Und wieso kannst Du keine konkrete Antwort auf Deine vorherige Aussage geben?

Nochmal:
QUasseltov schrieb:Wer die Geschichte in einem weiteren Rahmen betrachtet wird evtl. ein anderes Bild von der Auserordentlichkeit des Hollocausts bekommen, als es gemeinhin verteten wird.
Mich deucht doch eher, daß Du darauf gar keine Antwort geben willst.


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17.02.2020 um 17:47
QUasseltov schrieb:Und jetzt wird es noch besser. Durchseucht.
EIn WOrt, ein Bild.
Auf dem Balkan gab das wohl, und es raucht mir der Kopf bei soviel verdrehtem Denken.
Tatsächlich? Wenn ich sage, dass der Faschismus eine Seuche ist, dann findest du das bildlich verdreht, weil .. Balkan? Hm, beachtlicher Gedankensprung. Und kaum überraschend etwas zu kurz gesprungen.
Der Balkan wurde auch von Faschisten zerlegt.


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17.02.2020 um 20:04
kleinundgrün schrieb:Inwiefern passt diese Beispiel zu dem was ich schrieb? Das beschreibt doch einen völlig anderen Sachverhalt und auch übertragen passt es nicht.
Doppelmoral: Du hast geschrieben, es wäre doch legitim, wenn der Holocaust qualitativ eingeordnet wird. So habe ich das verstanden. Das ist auch m.M. nach natürlich OK. Auch wenn wir uns über die konkrete Stufe der Ausuferung des über das menschliche hinaus gehende sprechen, sind wir einer Meinung.

Doppelmoral in meinem KOntext entsteht an einer anderen Stelle. Gerne versuche ich es noch einmal zu erklären, wie ich es persönlich wahrnehme.

Der Holocaust ist quasi ein eigenständiger Begriff geworden.
Wenn man ihn Klassifiziert, wird man schon in ein unruhiges Fahrwasser kommen.
Millionenfaches Ermorden von Zivilisten im Rahmen eines Krieges.
Hochorganisiertes Vorgehen, Entwicklung und EInsatz entsprechender Methoden und Techniken.
Opfer waren großteils einer Ethie oder MInderheiten
Berufung auf eine Reinigung der Welt, Mitgetragen von einem großteil der Bevölkerung

Und wenn ich das so lese, ich sehe da keinen großen relativierenden Fehler oder Leugnungsversuch, dann kann ich in der Geschcihte einige ähnlich gelagerte Fälle finden.
Jedochj sind sie ncith mit dem Holocaust verglachbar. UNd sie sind auch nciht der Holocaust.

Doppelmoral, ist für mich, wenn mit zweierlei Maß gemessen wird. SImple.
DU hast ja selbst geschrieben.
kleinundgrün schrieb:Und der Punkt, warum hier viele so sensibel darauf reagieren, ist eben der immerwährende Versuch, stark nationalistisch geprägter Menschen, den Holocaust zu leugnen oder zu verharmlosen. Da ist die Grenze sehr eng.
Wenn ich gar nicht leugne, sondern sage, Hallo: Das wahr ohne Zweifel der Größte oder einer der Größten Kapitalen Fehler von Organosierten Menschen, dann werden Leute aufspringen und sagen, Spinnst DU ? Willst du hier etwas verharmlosen.

Die selben Leute sagen vielleicht auch, wenn wir die Waffen nicht liefern, liefert sie halt ein anderer. SO wissen wir wenigsten wieviel derjenige hat. Hehe. Und unserem Land schaden tuts ja auch nciht.

Die Neutralität eines Landes ist bereits definiert und noch nie wirklich vollzogen worden. Warum ist das so. Dahin will ich, dass ihr hinschaut.


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