Sherlock_H schrieb:Sahra Wagenknecht hat den Angriff Russlands auf die Ukraine als völkerrechtswidrig verurteilt und hat zugegeben, dass sie sich in dieser Frage geirrt hat.
Ach was, und das ist nun eine große Leistung und verdient Anerkennung? Hätte jeder bis auf Trump, da ist ihr nichts anderes übriggeblieben, nach dem sie die Klappe so weit aufgerissen hat.
Lesen wir noch mal ihre Aussagen von 2022:
... wir können heilfroh sein dass der Putin nicht so ist, wie er dargestellt wird. Nämlich einen durchgeknallter, russischer Nationalist, der sich daran berauscht, Grenzen zu verschieben. Und ich meine Russland, das ist ja relativ deutlich, haben faktisch kein Interesse daran, in die Ukraine einzumarschieren. Natürlich nicht ...
Quelle: Erstes Video hier:
Beitrag von nocheinPoet (Seite 172)Und ihre Aussagen von 2025:
Das merz'ische ABC der Außenpolitik geht in etwa so. Wenn Russland die Ukraine überfällt, um zu verhindern, dass westliches Militär und Raketen an seiner Grenze stationiert werden, weil es sich dadurch bedroht fühlt, dann ist das ein unmotivierter Angriffskrieg. Wenn Israel und die USA den Iran bombardieren, um zu verhindern, dass er irgendwann einmal die Fähigkeit erlangen könnte, eine Atombombe zu bauen, weil sich Israel dadurch bedroht fühlt, dann ist das Selbstverteidigung. Noch Fragen?
Quelle: Video aus dem Beitrag:
Beitrag von seli (Seite 172)Ich will das mal aufarbeiten um zu klären, ob es sich um Lüge, Unwissenheit oder Kalkül handelt:
- Der Fehlschluss von 2022 ("Putin ist nicht so dumm")
Auftritt bei Anne Will am 20. Februar 2022 an, sie bezeichnete die Warnungen der USA vor einem Einmarsch als herbeigeredete "Aggression" des Westens und schloss einen Angriff Russlands aus rationalen Gründen aus.
Bedeutung: Das zeigt, dass ihre Prämissen ("Russland handelt nur rational defensiv") schon damals falsch waren. Dass sie heute – nachdem Putin genau das getan hat, was sie für unmöglich hielt – immer noch versucht, sein Handeln als "rationalen Defensivschlag" zu erklären, ist der Kern der Kritik an ihrer Glaubwürdigkeit.
- Die Behauptung: Angriff wegen "westlicher Raketen an der Grenze"
Wagenknecht behauptet in der Rede: "...um zu verhindern, dass westliches Militär und Raketen an seiner Grenze stationiert werden." Hier muss man sehr genau zwischen Fakten und russischem Narrativ unterscheiden, die Faktenlage 2022, es gab zum Zeitpunkt des Überfalls keine westlichen Raketenbasen in der Ukraine.
Es gab keine Stationierungspläne der NATO für Atomwaffen oder offensive Langstreckenraketen in der Ukraine. Eine NATO-Mitgliedschaft der Ukraine stand faktisch nicht unmittelbar bevor (Scholz und Macron hatten Putin dies sogar signalisiert).
Wagenknecht stellt ein hypothetisches Szenario (was könnte irgendwann in der Zukunft passieren) als eine akute Bedrohung dar, die einen Angriffskrieg im Jetzt rechtfertigt.
Lügt sie oder ist sie unwissend?
Es ist schwer vorstellbar, dass eine relativ intelligente und angeblich gut informierte Politikerin wie Wagenknecht "unwissend" ist. Es ist wahrscheinlicher, dass es sich um gezieltes Framing (bewusste Irreführung) handelt. Täter-Opfer-Umkehr, indem sie sagt, Russland wollte Raketen verhindern, macht sie die bloße Existenz der NATO oder des Westens zur eigentlichen Ursache des Krieges, nicht den russischen Beschluss zum Angriff.
Selbsterfüllende Prophezeiung, erst durch den russischen Angriff hat der Westen begonnen, schwere Waffen und Artillerie (wie HIMARS, später ATACMS) zu liefern. Wagenknecht nimmt die Folge des Krieges (westliche Waffen in der Ukraine zur Verteidigung) und verkauft sie rückwirkend als die Ursache.
- Was ist mit "westlichem Militär" gemeint?
Vor 2022 gab es Ausbildungsmissionen (Training) durch westliche Partner, aber keine Kampftruppen. Heute (Stand der Rede/2025/2026), auch in der aktuellen Situation gibt es keine offiziellen NATO-Kampftruppen, die an der Front gegen Russland kämpfen. Es gibt Waffenlieferungen und Geheimdienstinformationen.
Die Behauptung, wie Wagenknecht suggeriert, Russland habe angreifen müssen, weil die Ukraine kurz davor stand, ein voll aufgerüsteter NATO-Raketenstützpunkt zu werden, ist das faktisch falsch. Es ist die Übernahme der Propaganda aus dem Kreml, der behauptete, die Ukraine sei eine "Anti-Russland"-Basis.
Wenn Wagenknecht behauptet, Russland habe einen Krieg begonnen, um Raketen an der Grenze zu verhindern, ignoriert sie:
- Dass keine Raketen da waren.
- Dass Russland selbst Garantien hätte verhandeln können (was der Westen anbot), statt zu bombardieren.
Sie verkauft Putins Paranoia als objektiven Fakt und das ist in der Tat gefährlich, weil es den Bruch des Völkerrechts normalisiert. Wer sich "bedroht fühlt" (auch ohne Beweise), darf laut dieser Logik angreifen. Das widerspricht übrigens genau dem Völkerrecht, das sie im Fall Israel/USA so vehement einfordert. Das ist der klassische "Doppelstandard", den sie anderen vorwirft, aber selbst praktiziert.
Sherlock_H schrieb:Mit einigen von euch hätte ich gerne weiterdiskutiert, aber wenn so Beleidigungen wie:
Fedaykin schrieb:... Faschistenfreund Sahra ...
hier geschrieben werden, dann mache ich da nicht mit. Eine sachliche Diskussion ist nicht möglich mit jemand, der nur seine Beschimpfungen loswerden will.
Ach was, nun spiele hier nicht das Schneeflöckchen.
In der Wochenshow von Sahra, ich habe oben daraus zitiert, betreibt sie Framing und bringt Kampfbegriffe wie:
- "Kriegskanzler": Eine drastische Diffamierung von Friedrich Merz, die ihn als Treiber von Krieg darstellt.
- "Unterwürfige Schleimspur": Beleidigende Metapher für NATO-Generalsekretär Rutte.
- "Rüstungsrausch", "Wahnsinn": Pathologisierung politischer Entscheidungen.
Warum regst Du Dich nicht darüber auf?
Sahra Wagenknechts Rhetorik ist hochgradig polemisch, emotionalisierend und populistisch. Sie nutzt gezielt sprachliche Mittel, um Wut und Angst zu schüren. Sie betreibt gezielt Angstmache (Fearmongering), sie zeichnet das Szenario eines unvermeidlichen "großen Krieges" und "nuklearer Verseuchung".
Das Ziel ist, den Hörer in einen Zustand der Alarmbereitschaft und Angst um die eigene Existenz und den Wohlstand ("6400 Euro weg") zu versetzen.
Und auch Whataboutism und Täter-Opfer-Umkehr findet sich bei Wagenknecht, sie relativiert den russischen Angriffskrieg, indem sie ihn mit westlichen Militäraktionen gleichsetzt ("Das merärzische ABC...").
Sie rationalisiert russische Aggression als Reaktion auf Bedrohung ("weil es sich dadurch bedroht fühlt"), gesteht dem Westen/Israel aber keine Sicherheitsinteressen zu, sondern unterstellt reine Machtgier ("Regime Change").
Und fehlen darf auch nicht das, was immer gut ankommt, "wir-gegen-die-Da-Oben", sie inszeniert sich als Stimme der Vernunft und des Volkes ("Wochenschau", "ganz normale Familien") gegen eine abgehobene, kriegslüsterne Elite.