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Was Europa groß machte

43 Beiträge, Schlüsselwörter: Europa, Frieden, Einheit, Zentralisierung Und Dezentralisierung
libertarian
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Was Europa groß machte

25.08.2012 um 23:48
Ihr, habt ihr euch schonmal die Frage gestellt, was Europa zu dem machte, was es heute ist? Warum wurde ausgerechnet ein so kleines Fleckchen Erde mit doch so relativ wenigen Menschen so bedeutend und prägte bald schon die gesamte Welt?
Ich will hier nun nicht darüber streiten, ob denn dieses Prägen gut oder schlecht, nützlich oder unnützlich sei; vielmehr geht es mir darum, hier darzustellen, warum ausgerechnet das, was man Westen nennt und von Europa ausging, dazu fähig wurde, der ganzen Erde seinen Stempel aufzudrücken und so fortschrittlich zu werden - und ich möchte darstellen, warum der Euro und die EU gerade dies gefährden und in Gegensatz zu dem Prinzip stehen, das Europa zu dem machte, was es heute ist.

Denn, was Europa groß machte, das ist Dezentralisierung und Zersplitterung.

Aber erst zur Geschichte und ihren Bedingungen: Sehen wir uns zunächst die geographischen Gegebenheiten Europas an, so erkennen wir, dass Europa neben hier und da mehr oder weniger fruchtbaren Böden viel Gebirge, Flüsse, Halbinseln und Inseln (Wie etwa Großbritannien) vorzuweisen hat. Solch eine Geographie ist der ideale Nährboden, um einmal vollständige Isolation und einmal vollständige Offenlegung jeweiliger Kulturen zu vermeiden. Wobei hier vollständige Isolation bedeutet, dass eine Kultur bzw. Bevölkerungsgruppe keinen Austausch mit einer anderen besitzt; und vollständige Offenlegung, dass es gar keinen Austausch mehr gibt, da alles in eines gelegt wurde und es gar keine Verschiedenheit mehr gibt.
Eines sollte man sich nämlich vergegenwärtigen, dass nämlich sowohl die vollkommene Isolation als auch die vollständige Offenlegung neuen Ideen und der Generierung von Wohlstand im Wege steht.

Das deswegen, da eine vollständige Isolation den Austausch mit anderen Kulturen unmöglich macht; und vollständige Offenlegung dazu führt, dass eine andere Kultur einfach geschluckt wird und eine Nivellierung stattfindet. Um aber Neues zu schaffen, muss ein Staat mit einem anderen in freiheitlichem Austausch stehen - es muss eine Mitte erzeugt werden, indem die Menschen zwar immer noch im Austausch mit anderen stehen, aber gleichzeitig auch ihr eigenes Ding durchziehen können, um ihr Eigenes zu schaffen, das sie dann mit dem anderen vergleichen. Das heißt, die Zauberformel ist nicht zuletzt auch Wettbewerb und die Betonung auf das Eigene.

Und wir sehen also, dass die Geographie Europas genau das förderte: Dezentralisierung und ein wenig Isolation, aber gleichzeitig immer noch genug Austausch und Offenlegung. Europa, der kleine Kontinent, der aber doch so groß wurde; Europa, der kleine Kontinent, der in noch kleinere Splitter zerfiel.

Denn die zuweilen unwegsamen Gegebenheiten Europas verhinderten, dass sich nur eine Vorstellung für einen riesigen Raum allzulange durchsetzen konnte; und die trotz alledem immer noch vorhandene Nähe zueinander verhinderte, dass es gar keine Berührungspunkte mehr gab.
Es wurde somit verhindert, dass sich nur eine politische oder eine kulturelle Vorstellung irgendeines imperialen Staates zu lange halten konnte, und somit jedem nur dieser Stempel aufgedrückt war, was Neuerung und das Eigene zerstörte.

Um das noch klarer zu machen, möchte ich diese meine Behauptung mit dem Sinnbild moderner im Westen vorherrschender Kultur zu beweisen versuchen, mit ihrem Ausgangspunkt; mit Griechenland. Demokratie, Humanismus, Philosophien, Politologien, Kunst, Dramen, Religionen - ach was könnte Griechenland nicht alles sein Eigen nennen.
Und wollt ihr nun etwas wissen? Dieses Griechenland, das gab es damals so noch gar nicht! Es waren viele kleine zersplittere Stadtstaaten. Und wollt ihr wissen, was verhinderte, das Griechenland nur von einem Stadtstaat gelenkt wurde und es ein Zentrum gab, das versuchte, zu nivellieren? Es war die Geographie! Griechenland ist ein stark, wirklich stark von Gebirgen, Flüssen, Halbinseln und Inseln durchzogenes Land!

Doch heute, da versucht man, in Europa einen Zentralismus zu installieren, der nivelliert. Und die aberwitzige Behauptung ist, Europa könne vor der Welt nicht mehr bestehen, wenn es sich nicht einigte. Ich sage, dies ist falsch; Europas Größe besteht in seiner Kleinheit!
Europas Einheit sollte in seiner Uneinigkeit bestehen. Wobei es durchaus soetwas wie eine europäische Leitkultur geben darf, wie es auch im antiken Griechenland bei aller Differenz doch etwas Gemeinsames und Verbindendes gab. Ich bin also nicht dafür, die EU abzuschaffen, sondern sie zu reformieren. Ich bin nicht dafür, Krieg in Europa zu sähen, sondern Frieden. Denn dieses von derzeitigen EU- und Euro-Ideologen bemühte Stichwort um sich gegen Kritik zu immunisieren, ist fehl am Platze in Hinblick der Moderne und etwas doch immer noch Verbindendem, das es auch anzustreben gilt. Und doch gerade ist es auch die EU, die doch gerade wieder wirkliche Verständigung verhindert und Groll sät.


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Was Europa groß machte

25.08.2012 um 23:55
Vor allem durch Napoleon und die Heilige Allianz, welche durch den Krimkrieg zersplitterte, machten Europa u.a. groß

Im Grunde ist Europa auch nur eine Halbinsel von Asien. Europa ist eben eine geschichtliche und keine geographische Einheit.

Vor allem auch der Start der Industrialisierung und die Lage von England, waren ein Sprungbrett für die Wirtschaft. Oder auch das Ruhrgebiet, welches große Vorkommen an Stahl und eben Kohle hatte. Der Vorläufer der EU war ja eine Organisation für Kohle und Stahl.

Mich würde interessieren, wann dieses Konstrukt Europa auseinanderfällt. Staaten gehen Pleite und ein Verein namens "Europäische Union" und eine einzelne Währung zerstören das, wofür viele gekämpft.

_

Das Streben zu einer Einheit war eben im 19. Jahrhundert ja groß, siehe eben Deutschland oder auch z.B. Italien.


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Was Europa groß machte

25.08.2012 um 23:57
libertarian schrieb:Denn, was Europa groß machte, das ist Dezentralisierung und Zersplitterung.
Was Europa groß machte war die Entfernung zur Mongolei und der Tod Ögedei Khans.


Also Glück.


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Was Europa groß machte

26.08.2012 um 00:08
Hmmm das ist ne interessante Frage, die ich mir auch oft gestellt habe.

Ich denke auch, dass es viel mit der Geographie Europas zu tun hat.

Es gibt ziemlich kompakt verschiedenste klimatische Lebensbedingungen noch dazu alles von Meeren umschlossen.
Ich denke das sorgt einfach für viel geistige Stimulation. Einerseits weil man erfinderisch sein musste, um zum Beispiel harte Winter zu überstehen andererseits liegt eine andere Art zu Leben direkt nebenan quasi.

Und ich denke aber auch das vor allem diese ewigen Kriege viel zu dem schnellen Fortschritt in Europa beigetragen hat. Man wollte dem Gegner umbedingt einen Schritt voraus sein und hat deswegen mehr Resourcen usw in die Forschung investiert.

Und Rom denke ich sollte man irgendwie auch erwähnen^^


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Was Europa groß machte

26.08.2012 um 00:27
Es sind viele verschiedene Dinge, die Europa voran gebracht haben. Das nur an eine oder zwei Sachen fest zu machen ist quatsch.


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Was Europa groß machte

26.08.2012 um 00:43
die eisenbahn, was sonst.


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Was Europa groß machte

26.08.2012 um 00:53
neonnhn schrieb:Und Rom denke ich sollte man irgendwie auch erwähnen^^
Auf jeden Fall..und auch Griechenland...

In Europa gab es ja auch schon Abwassersysteme und Fußbodenheizungen. Und es war bzw. ist, wie man so schön sagt, voll von Dichtern und Denkern in diesen Hochkulturen bzw. auch in einem nicht so weit zurück liegendem Zeitraum.


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Was Europa groß machte

26.08.2012 um 00:59
@libertarian
In Geschichte net aufgepasst?^^


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Was Europa groß machte

26.08.2012 um 01:00
Achso: und man sollte sich bei den Arabern bedanken.


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Sanguinius
ehemaliges Mitglied

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Was Europa groß machte

26.08.2012 um 04:09
@steve555
Wofür?


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Warhead
Mitglied ausgeschlossen
-> Begründung

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Was Europa groß machte

26.08.2012 um 06:55
@steve555
Für die Literatur...die Literatur der Antike wurde vom Vatikan verbannt und verbrannt,was der Vatikan nicht wusste,die Werke wurden auch ins Aramäische und Arabische übersetzt und später rückübersetzt.
Für Fortschritte in der Medizin,der Optik,der Architektur,für Naturwissenschaften


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Was Europa groß machte

26.08.2012 um 09:25
@Warhead
Ganz genau.


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Was Europa groß machte

26.08.2012 um 09:26
libertarian schrieb:Ihr, habt ihr euch schonmal die Frage gestellt, was Europa zu dem machte, was es heute ist? Warum wurde ausgerechnet ein so kleines Fleckchen Erde mit doch so relativ wenigen Menschen so bedeutend und prägte bald schon die gesamte Welt?
Nein das frage ich mich nicht, denn ich weiß schon längst was Europa groß gemacht hat und im Grunde weiß dass hier auch jeder. Was Europa groß gemacht hat sind erst mal vorweg keine idealistischen Werte und Philosophie, die kamen erst nach dem zweiten Weltkrieg wo die Waffen so ausgereift sind das weitere Kriege die totale Vernichtung bedeuten.
Was Europa tatsächlich groß gemacht hat sind Kolonialisierung, Sklaverei, Sklavenhandel, Ausbeutung der Weltweiten Rohstoffe, die Landenteignung amerikanischer und afrikanischer Ureinwohner.


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Luminarah
ehemaliges Mitglied

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Was Europa groß machte

26.08.2012 um 10:15
individualist schrieb:Was Europa tatsächlich groß gemacht hat sind Kolonialisierung, Sklaverei, Sklavenhandel, Ausbeutung der Weltweiten Rohstoffe, die Landenteignung amerikanischer und afrikanischer Ureinwohner.
Ich glaube nicht ,dass man mit so einfachen,deutlich ideologisch eingefärbten Antworten der Fragestellung gerecht werden kann. Das würde allenfalls für einige Länder in Europa gelten und auch nur für einen gewissen Zeitraum.

Was Europa gross gemacht hat ,das war die gesamte historische Entwicklung seit dem sechsten Jahrhundert nach Christus . Das hätte vielfach auch anders laufen können. Beispielsweise die Blockade am Goldenen Horn durch das byzantinische Reich,die verhinderte ,dass sich die Araber bis nach Italien und weiter ausbreiteten und den Umweg über Spanien nehmen mussten. Vielfach hätten Dinge anders laufen können. Bis in die Neuzeit ,wo Hitler gestoppt werden konnte.
Es gibt somit viele Faktoren,die Eiropa groß machten. Unter anderen auch die Philosophie und Gedanken der Aufklärung, die auch in die Französische Revolution einflossen.


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Was Europa groß machte

26.08.2012 um 10:26
@Luminarah
Die Verteidigung gegen andere Mächte hat Europa nicht groß gemacht, es hat nur die Machtübernahme von außen verhindert. Europa hätte ebenfalls dritte Welt enden können wenn sie nicht expandiert hätten. Dann hätten andere Kollektive oder Großreiche ihren Platz an der Weltspitze einnehmen können, z.B. China, Indien, Indonesien oder das Osmanische Reich. Früher war das mongolische Reich Weltmacht, deren Einfluss Bereich ging China bis nach Osteuropa, es war ein glück für die Europäer dass die Goldene Horde kein Interesse hatte weiter in den Westen vorzudringen.


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Was Europa groß machte

26.08.2012 um 10:42
Wir sind halt geil! was soll man dazu noch sagen - siegertypen halt! ;)
neonnhn schrieb:Und Rom denke ich sollte man irgendwie auch erwähnen^^
:)


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Was Europa groß machte

26.08.2012 um 11:01
@libertarian

Sorry, deine Argumentation ist durchzogen von ausgesuchten Beispielen bei gleichzeitiger Ausblendung der gegenteiligen Fälle. Du erwähnst beispielsweise Griechenland, nicht aber das römische Reich. Dann blendest du völlig den anderen, großen, erfolgreichen Kulturraum namens China aus. Dann stellt sich die Frage, wie denn das alte Ägypten so erfolgreich sein konnte, das Nildelta war ja wohl kaum ein geografisch zersplittertes Gebiet. Das beste Gegenbeispiel für deine Theorie dürfte aber dieser werfen-wir-einfach-alle-Kulturen-in-einen-Topf-und-rühren-kräftig-um-Kulturraum namens USA sein.

Sorry, es mag zwar sein, dass Europa eine Soderstellung im Bezug auf das geographische getrennt-aber-doch-verbunden sein mag, aber daraus den Grund für seine Größe abzuleiten ist imho sehr weit hergeholt.


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Sanguinius
ehemaliges Mitglied

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Was Europa groß machte

26.08.2012 um 16:08
Warhead schrieb:Für Fortschritte in der Medizin,der Optik,der Architektur,für Naturwissenschaften
Wieviel davon stammt denn überhaupt tatsächlich von den Arabern und wurde nicht nur von den unterworfenen Völkern übernommen?
Und was das Bücherverbrennen betrifft hat der Legende nach auch der Kalif Umar ibn al-Chattab bei der Eroberung Alexandrias die Werke aus der Bibliothek von Alexandria zum beheizen der Bäder verwendet, weil diese entweder dem Koran wiedersprachen oder es nicht machten und somit "überflüssig" waren.
individualist schrieb:Europa hätte ebenfalls dritte Welt enden können wenn sie nicht expandiert hätten.
Viele Länder allein in Europa haben kaum oder gar nicht expandiert und sind heute trotzdem keine Dritte Welt. Von der Schweiz, Polen, Finnland, Irland, Island sind mir keine Kolonien bekannt, genauso hatte viele andere Länder nur bedingt oder kurzzeitig Kolonien. Bei den von dir aufgezählten Kolektiven sind zumindest 2 von 4 ebenfalls Kolonialmächte, was sie auch nicht besser macht.
An sich spielten Kolonien in diesem Sinne auch keine derart tragenden Rolle, Europa hätte auch ohne sie nie als dritte Welt geendet. Den Unterschied macht vielmehr der wissenschaftliche und technologische Fortschritt, die Leistungsbereitschaft der Bevölkerung Wohlstand zu erarbeiten und erwirtschaften. Ohne das hast du weder Schiffe, noch Waffen, noch genug Truppen, noch Siedler die sich um die Verwaltung der Kolonien kümmern ganz zu schweigen von den finanziellen Mittel für derartiges, die den Gewinn den ein Staat aus seinen Kolonien zog übersteigen konnten.
Was Europa groß machte war vielmehr ein starkes Bürgertum, die Leistungsbereitschaft der Bevölkerung, Aufklärung und Entmachtung der Religion, Hinwendung zur Wissenschaft und das damit verbundene Einsetzen der Industrialisierung.


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Was Europa groß machte

26.08.2012 um 16:19
Im Ursprung:

-Gute klimatische Bedingungen für Ackerbau
-Die weltweit größte Anzahl an zu domestizierenden Tieren auf einem Haufen
-relativ geringe Anzahl an Naturkatastrophen


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Was Europa groß machte

26.08.2012 um 16:54
@Sanguinius
Der technische Fortschritt kam in Europa relativ spät, vor dem 18. Jahrhundert war der Kontinent unbedeutend. Es ist so wie ich gesagt habe dass Enteignung, Kolonialisierung und Sklaverei den Kontinent vorangetrieben hatte, besonders was die Eroberung und den Untergang der Aztheken betrifft, die Eroberung Indiens kam nach zahlreichen Fehlversuchen später. Auch vor Anfang und Ende des 2. Weltkrieg gab es in Europa ständig Krieg eine schöne Zeit hatten sie nicht, so dass sehr viele Bürge in die Neue Welt flohen, die meisten waren Deutsche und Iren.


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