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Wölfe in Deutschland. Wie seht ihr es, Gefahr oder nicht?

1.105 Beiträge, Schlüsselwörter: Tiere, Gefahr, Wolf
Zu diesem Thema gibt es eine von Diskussionsteilnehmern erstellte Zusammenfassung im Themen-Wiki.
Themen-Wiki: Wölfe in Deutschland. Wie seht ihr es, Gefahr oder nicht?

Wölfe in Deutschland. Wie seht ihr es, Gefahr oder nicht?

07.03.2019 um 00:40
Bone02943 schrieb:Dazu gibt es keinen Link. Du hast eine Frage gestellt und ich habe geantwortet, was in so einem Fall passieren "sollte". Damit Landwirte wie er eben weiter machen können, wenn sie die Kosten für Wolfssichere Zäune selbst nicht aufbringen können.
Es ist ein Vorschlag meinerseits, mehr nicht.
Ja, da wird ja teilweise schon von bis zu 100% Übernahme der Zaunmateralien gesprochen und von Herdenschutzhunden (ab 100 Schafen) , bei Gatterwild ist es oft noch anders geregelt und das Ganze auch von Bundesland zu Bundesland unterschiedlich.

Das macht eben deutlich, dass Tierhalter nicht alles mal eben so "zack" wuppen können und oft auch daran verzweifeln. Ich wünsche mir da einfach mehr Verständnis für diese Leute.

Hier ist die Richtlinie über die Gewährung von Billigkeitsleistungen und Zuwendungen zur Minderung oder Vermeidung von durch den Wolf verursachten wirtschaftlichen Belastungen in Niedersachsen vom 6.2.19

Allein die Vorschriften, um überhaupt einen HsH per Förderung erlaubt zu bekommen sind umfangreich.


4.3.1 Die Antragstellerin oder der Antragsteller wird die Herdenschutzhunde zum Schutz einer Nutztierhaltung mit wolfsabweisender Einzäunung einsetzen. Ausnahmen können insbesondere dann zugelassen werden, wenn eine entsprechende Einzäunung aus rechtlichen Gründen nicht möglich ist und hierfür ersatzweise eine Aufsicht der Herdenschutzhunde für deren gesamte Einsatzzeit gewährleistet wird.


4.3.2 Die Antragstellerin oder der Antragsteller muss eine mindestens einjährige Erfahrung im Einsatz mit Herdenschutzhunden in einer eigenen oder ihr oder ihm zur Betreuung überlassenen Nutztierherde oder alternativ eine erfolgreich abgeschlossene Schulung zum Umgang mit Herdenschutzhunden nachweisen. Erfahrungen mit Hüte- oder anderen Diensthunden erfüllen die vorgenannten Voraussetzungen nicht. Für Anfängerinnen und Anfänger im Einsatz von Herdenschutzhunden wird eine fachliche Begleitung durch erfahrene Halterinnen oder Halter von Herdenschutzhunden empfohlen.
2.3.3
ausschließlich Hunde der Rassen „Pyrenäen-Berghund“ oder „Maremmano-Abruzzese“ oder Mischungen aus diesen Rassen. Die Hunde müssen aus bewährten Arbeitslinien (Gebrauchszucht für Zwecke des Herdenschutzes) stammen oder ihre individuelle Tauglichkeit als Herdenschutzhund muss durch ein Prüfungszeugnis nachgewiesen werden. Im Ausnahmefall können Hunde anderer Herdenschutzrassen gefördert werden, wenn die vorgenannten Voraussetzungen erfüllt sind und die Hunde nachweislich keine unerwünschte Aggressivität gegenüber Menschen zeigen.


Nicht förderfähig sind Folgekosten, insbesondere für Futter, Hundesteuer, Versicherung, Tierarztkosten sowie für die Ausbildung der Hunde und deren Halterinnen und Halter.




http://www.nds-voris.de/jportal/;jsessionid=9993E80ECE143628E2AC241029074B49.jp14?quelle=jlink&query=VVND-28100-MU-20170...


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07.03.2019 um 06:13
Dawn schrieb:Das macht eben deutlich, dass Tierhalter nicht alles mal eben so "zack" wuppen können und oft auch daran verzweifeln. Ich wünsche mir da einfach mehr Verständnis für diese Leute.
und das sieht jeder hier so. Wir alle finden, es müsste mehr Unterstützung geben, insbesondere finanzieller Natur, um die Tiere vor dem Wolf zu schützen. Das ist ja eben auch, was der Wildbauer sagt, denn er verteufelt den Wolf nicht, er will ihn auch nicht abschiessen oder zum Abschuss freigegeben sehen. Die derzeitigen Gesetze, wann ein Wolf erschossen werden darf reichen vollkommen aus.


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Wölfe in Deutschland. Wie seht ihr es, Gefahr oder nicht?

07.03.2019 um 10:02
Tussinelda schrieb:Wir alle finden,
Bitte keine generalisierten Aussagen.Ich schon mal nicht- ich sprach von mehr Verständnis.

Und zwar von denen, die das alles so problemlos sehen.

Zäune können nicht immer höher gebaut werden und ein komplett eingezäuntes Deutschland ist völlig utopisch.
Denn Wölfe überwinden auch sehr hohe Zäune- sehr oft lässt sich das Gelände nicht sichern, wegen Bachläufen, Hanglagen, felsigem Untergrund- diese "Unterstützung" ist keine und kostet ein irres Geld.

Finanzieller Ausgleich bei Rissen- wer will denn gezwungen werden, dass der Wolf überall Tiere wildert und die eigenen Tiere zum Wolfsfutter degradiert werden? Niemand- denn man will lebende Tiere auf der Weide und auf Grundstücken und keine blutigen Orgien. Was ist das überhaupt für ein Gedanke, fremden Besitz in ein völlig naives Wolfsprojekt im wahrsten Sinne des Wortes einzuverleiben?
(ich nehm jetzt deinen Hund mit, den kann ich gebrauchen, ich fahr jetzt dein Auto platt und du bekommst den Schrottpreis- ich zerstör dein Haus und du bekommst Materialkosten, ich nutze deinen Garten für mich und zahl dir irgendeine Miete- auch, wenn du nicht willst)

Nein, dieser Beitrag zeigt die Ohnmacht des Wildbauers sich effektiv gegen Wolfsangriffe schützen zu können- stellvertretend für unzählige Tierhalter, die alle mit dieser verrückten Situation kämpfen, die die Theoretiker vom Bund und Nabu zu verantworten haben.
Tussinelda schrieb:Das ist ja eben auch, was der Wildbauer sagt, denn er verteufelt den Wolf nicht, er will ihn auch nicht abschiessen oder zum Abschuss freigegeben sehen.
Das ist eine völlig falsche Aussage ? - im Gegenteil will er ihn abgeschossen sehen (min.4:44). Und wenn man bedenkt, dass die Herde schon zweimal angegriffen wurde und auch seine Handaufzucht gerissen wurde, kann man ihn verstehen.


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Wölfe in Deutschland. Wie seht ihr es, Gefahr oder nicht?

07.03.2019 um 11:27
@Dawn
er redet von den Wölfen, die man tagsüber sieht, also die, die keine Scheu haben. Und die dürfen ja abgeschossen werden.
Und in dem Artikel sagt er:
„Ich habe nichts gegen den Wolf“, sagt Pötzsch. „Wirklich nicht. Solange sich der Räuber vom Wildgatter fernhält.“
aber seine grundsätzliche Aussage ist, dass er Geld braucht, um seine Tiere zu schützen und da hat sich hier (im Forum) jeder für ausgesprochen, dass die Tierhalter diese Zäune bezahlt bekommen müssen. Genauso, wie es einen adäquaten finanziellen Ausgleich für die Risse geben muss.


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08.03.2019 um 08:03
Tussinelda schrieb:aber seine grundsätzliche Aussage ist, dass er Geld braucht, um seine Tiere zu schützen und da hat sich hier (im Forum) jeder für ausgesprochen, dass die Tierhalter diese Zäune bezahlt bekommen müssen. Genauso, wie es einen adäquaten finanziellen Ausgleich für die Risse geben muss.
Er hat es gerade noch auf Sat 1 bestätigt, dass er Angst um seine Tiere hat und für den Abschuss ist.

Und noch einmal: ein aufgezwungener finanzieller Ausgleich ist keine Lösung. Die Leute wollen einfach keine gerissenen Tiere.


schaut euch das mal an! Sehenswertes Video über die Zucht von Wolfshunden und den daraus resultierenden Problemen. Gezeigt wird eine Auffangstation für abgegebene Wolfshunde. Im Kern wird die Hybridisierung von Wölfen thematisiert, aber auch Einblicke in die lukrative Zucht von Wolfshunden, die oft illegal gezüchtet und verkauft werden (pro Welpe mehrere tausend Euro).

Und auch die fehlgeleitete Faszination am Wolf, die sich immer öfter zeigt und dazu führt, dass die Wildnis fürs Wohnzimmer nach gewisser Zeit einfach mal in die Natur in Deutschland ausgesetzt wird, wird besprochen. Denn Wolfsmischlinge werden nicht von Tierheimen aufgenommen und werden in der Regel getötet- also lassen einige sie frei. Zu guter Letzt kommen auch das zertifizierte Genlabor ForGen (sollte immer die 1. Wahl bei Wolfsrissen sein!) und das unzertifizierte Labor mit Monopol, Senckenberg, zu Wort.Dessen Leiter ist auch Nabu Mitglied.



https://www.arte.tv/de/videos/084750-003-A/re-wolfshunde/?fbclid=IwAR284TWSyL7VqixIe6paRM1qAurrDMXdUhnRcIDrL_XRfL6K5Wu8o...


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08.03.2019 um 08:44
Dawn schrieb:Nein, dieser Beitrag zeigt die Ohnmacht des Wildbauers sich effektiv gegen Wolfsangriffe schützen zu können- stellvertretend für unzählige Tierhalter, die alle mit dieser verrückten Situation kämpfen, die die Theoretiker vom Bund und Nabu zu verantworten haben.
Wie man es machen kann zeigt mein verlinktes YT Video.


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08.03.2019 um 08:54
3.14 schrieb:Wie man es machen kann zeigt mein verlinktes YT Video.
Und was alles dagegen spricht, zeigen die Richtlinien der Länder.
  • Davon abgesehen, müssen HSH als Welpen (1-2 Jahre Ausbildungszeit) mit den Tieren aufwachsen und sind auch nicht problemlos mit jeder Tierrasse kombinierbar(z. B. Pferden)
    So ein Video ist ja nett, aber zeigt eben nicht die Probleme
    Vielleicht hilft es, sich mal aktiv die realistische Vorgehensweise vorzustellen und Punkt für Punkt durchzugehen :
    Weidenlage,
    Spaziergänger
    Fahrradfahrer
    Hundebesitzer
    Familien mit Kindern
    Nachbarn
    Bellen der Hunde
    Niedertrampeln der Zäune durch flüchtende Tiere und damit frei laufender Herdenschutzhunde, die nicht freundlich sind
    Förderung erst ab 100 Schafen aufwärts
    - und zu guter Letzt- wer will Hundekämpfe und die Tiere opfern?
Dawn schrieb:Allein die Vorschriften, um überhaupt einen HsH per Förderung erlaubt zu bekommen sind umfangreich.


4.3.1 Die Antragstellerin oder der Antragsteller wird die Herdenschutzhunde zum Schutz einer Nutztierhaltung mit wolfsabweisender Einzäunung einsetzen. Ausnahmen können insbesondere dann zugelassen werden, wenn eine entsprechende Einzäunung aus rechtlichen Gründen nicht möglich ist und hierfür ersatzweise eine Aufsicht der Herdenschutzhunde für deren gesamte Einsatzzeit gewährleistet wird.


4.3.2 Die Antragstellerin oder der Antragsteller muss eine mindestens einjährige Erfahrung im Einsatz mit Herdenschutzhunden in einer eigenen oder ihr oder ihm zur Betreuung überlassenen Nutztierherde oder alternativ eine erfolgreich abgeschlossene Schulung zum Umgang mit Herdenschutzhunden nachweisen. Erfahrungen mit Hüte- oder anderen Diensthunden erfüllen die vorgenannten Voraussetzungen nicht. Für Anfängerinnen und Anfänger im Einsatz von Herdenschutzhunden wird eine fachliche Begleitung durch erfahrene Halterinnen oder Halter von Herdenschutzhunden empfohlen.
2.3.3
ausschließlich Hunde der Rassen „Pyrenäen-Berghund“ oder „Maremmano-Abruzzese“ oder Mischungen aus diesen Rassen. Die Hunde müssen aus bewährten Arbeitslinien (Gebrauchszucht für Zwecke des Herdenschutzes) stammen oder ihre individuelle Tauglichkeit als Herdenschutzhund muss durch ein Prüfungszeugnis nachgewiesen werden. Im Ausnahmefall können Hunde anderer Herdenschutzrassen gefördert werden, wenn die vorgenannten Voraussetzungen erfüllt sind und die Hunde nachweislich keine unerwünschte Aggressivität gegenüber Menschen zeigen.


Nicht förderfähig sind Folgekosten, insbesondere für Futter, Hundesteuer, Versicherung, Tierarztkosten sowie für die Ausbildung der Hunde und deren Halterinnen und Halter.


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11.03.2019 um 04:54
Ein Hund reißt zehn Schafe:
Jedes neue gerissene Schaf feuert die Diskussion um den Wolf im Land weiter an. Was kaum zur Sprache kommt ist, dass viel mehr Schafe von Hunden gerissen werden als von Wölfen. In einem Fall bei Mössingen (Kreis Tübingen) hat ein Hund oder haben mehrere Hunde an zwei Tagen neun Schafe gerissen,
Geschäftsführerin des Landesschafzuchtverbands:
... gibt es keinerlei Zahlen dazu, wie viele Schafe im Land von Hunden gerissen werden und welchen Schaden wildernde Hunde pro Jahr anrichten.
https://www.tagblatt.de/Nachrichten/Hund-reisst-zehn-Schafe-407127.html


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11.03.2019 um 15:39
@Kybela
Ohne Frage dürfen Hunde keine Tiere reissen, das muss verhindert werden, steht unter Strafe.
Lustigerweise wird in dem Artikel darum gebeten, doch wolfsabweisende Zäune zu bauen, um Hunde abzuhalten. Da die Rechtslage hier eindeutig ist, muss ja wohl eher der Hundehalter seinen Hund anleinen bzw nicht ausbüchsen lassen, bevor Schäfer den Hunden mehr hübsche Freizeitaktivitäten verschaffen müssten. Das Gleiche gilt für den Wolf- der Bund möchte ihn- der Bund kann dann auch dafür sorgen, dass andere nicht unter der Wildernessromantik leiden müssen.

Dieser Artikel ist aber eher auf eine Region bezogen und bezieht sich auf ein subjektives Gefühl ohne Nachweise:

Wir haben keine Zahlen, aber den Eindruck, dass es immer wieder Übergriffe von Hunden auf Schafe und andere Tiere gibt.



Diese Zahlen dagegen sind die aktuellsten, zwar nur aus dem Jahr 2017 (weil es bei den Behörden so lang dauert)

Aber sie weisen per DNA eindeutig den Wolf als Verursacher nach.Hätten wir also tatsächlich sogar mehr Hundeangriffe als Wolfsangriffe, wie in deinem Link propagiert, wäre uns das schon irgendwie einmal aufgefallen ;)

„Neue Osnabrücker Zeitung“ mit Verweis auf die Schadensbilanz für das Jahr 2017 der zuständigen Dokumentationsstelle des Bundes (DBBW). Demnach stieg die Zahl der Risse gegenüber dem Vorjahr um knapp 66 Prozent auf 472 dokumentierte Fälle.

Die Zahl der getöteten, verletzten oder vermissten Tiere – meist Schafe – beziffert die Dokumentationsstelle auf 1667 – fast 55 Prozent mehr als noch 2016.


https://www.welt.de/vermischtes/article188905773/Bundesweite-Bilanz-Zahl-der-Wolfsangriffe-auf-Nutztiere-stark-gestiegen...


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Wölfe in Deutschland. Wie seht ihr es, Gefahr oder nicht?

11.03.2019 um 15:59
Dawn schrieb:Dieser Artikel ist aber eher auf eine Region bezogen und bezieht sich auf ein subjektives Gefühl ohne Nachweise:
das war Baden-Württemberg.

Hier Schleswig-Holstein 2017:
Wildernde Hunde sind gefährlicher als Wölfe
...
Die Behörde hat im vergangenen Jahr 47 Vorfälle untersucht, bei denen 64 Nutztiere starben. 21 davon wurden zweifelsfrei von Hunden getötet, nur vier von Wölfen.
https://www.shz.de/regionales/schleswig-holstein/panorama/wildernde-hunde-sind-gefaehrlicher-als-woelfe-id15960831.html

Brandenburg 2014:
Die Schäfer gehen sogar davon aus, dass mehr ihrer Tiere von Hunden als von Wölfen gerissen werden.
... „Hunde sind bei weitem nicht so scheu wie Wölfe“, sagt Kucznik. „Das macht sie so gefährlich für Schafherden.“
http://www.maz-online.de/Brandenburg/Jaeger-warnen-vor-wildernden-Hunden


USA 2018:
Hunde töten mehr Kälber als Wölfe
https://www.wir-sind-tierarzt.de/2018/01/usa-hunde-toeten-mehr-kaelber-als-woelfe/


Hunde sind gefährlich. Offizielle Statistiken gibt es nicht: Gibt es eine Lobby, die das verhindern möchte? Hundeumarmer, die das wilde Tier nicht sehen?


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11.03.2019 um 16:48
Kybela schrieb:Hunde sind gefährlich. Offizielle Statistiken gibt es nicht: Gibt es eine Lobby, die das verhindern möchte? Hundeumarmer, die das wilde Tier nicht sehen?
Kann ich mir nicht vorstellen, da hier in DE zumeist entlaufende Angsthunde aus dem Ausland, allerdings darunter auch Podencos, Greys und andere Sichtjäger entlaufen, oft schon bei Übergabe an die neuen Besitzer. Ein richtig etablierter Jäger, der quasi auf eigene Rechnung dauerhaft im Gelände unterwegs ist, wird ja auch gesehen und gemeldet und es wird mit hohem Aufwand versucht ihn einzufangen, bevor das der Jäger erledigt. Und erst recht gilt das für entlaufene Familienhunde Wir haben nicht rudelweise streundende Hunde in DE.

Ich bin für eine Datenbank über Hunderisse, aber den Aufwand betreibt eben niemand, nur beim Wolf wird nicht aufs Geld geschaut. Da wird bei jedem gefundenem Tier inklusive MRT forensische Höchstleistung gestartet, wenn es darum geht, woran der Wolf gestorben ist und woher er stammt.

Anders bei den DNA Proben- leider ist nur ein Labor zugelassen und da ein Monopol immer und garantiert schlecht ist, warte ich darauf, dass endlich die vergangenen Untersuchungsergebnisse im Detail offen gelegt werden und natürlich in weiteres, jetzt bitte auch zertifiziertes Genlabor (Forensik ForGen) als Standard zugelassen wird. Damit wäre das Monopol aufgebrochen und die Ergebnisse würden eine größere Vielfalt liefern und bessere Akzeptanz erwirken.


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Wölfe in Deutschland. Wie seht ihr es, Gefahr oder nicht?

11.03.2019 um 17:03
Hier der betriebene Aufwand- da könnt ihr mal hochrechnen, was euch euer TA dafür abnehmen würde ;)

Ist das nicht unglaublich? ach, und einen speziellen Wolfs-Kankenwagen gibt es auch.

Alle Wolfskadaver durchlaufen dort ein an der Humanrechtsmedizin orientiertes Untersuchungsschema, welches die Computertomographie, die Sektion, sowie Histologie, Parasitologie, Virologie und Bakteriologie beinhaltet. So können etwaige Erkrankungen oder der Kontakt mit Krankheitserregern abgeklärt werden. Routinemäßig werden alle toten Wölfe auf Parvovirose, Staupe, Tollwut, Aujeszkysche Krankheit, Infektiöse Leberentzündung der Hunde (Hepatitis contagiosa canis, HCC) und Trichinellose untersucht. Die Untersuchungen auf Tollwut, Aujeszkysche Krankheit, HCC und Trichinellose werden von Kooperationspartnern des Leibniz-IZW, wie dem Friedrich-Löffler-Institut (FLI), dem Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) und dem Landeslabor Berlin-Brandenburg durchgeführt. Im Zuge der Gesundheitsforschung am Wolf werden darüber hinaus alle Tierkörper auf die Infektion mit Leptospiren, Franzisellen und Coronaviren (Leibniz-IZW), resistenten Escherichia coli und Brucellen (BfR), Polyomaviren und Herpesviren (Robert Koch-Institut, RKI), Hepatitis-E-Virus (FLI) und Dirofilarien (Bernhard-Nocht-Institut für Tropenmedizin, BNITM) untersucht."


https://www.dbb-wolf.de/Wolfsmanagement/monitoring/totfunduntersuchungen


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Wölfe in Deutschland. Wie seht ihr es, Gefahr oder nicht?

11.03.2019 um 18:58
@Dawn
Dawn schrieb:Kann ich mir nicht vorstellen, da hier in DE zumeist entlaufende Angsthunde aus dem Ausland, allerdings darunter auch Podencos, Greys und andere Sichtjäger entlaufen, oft schon bei Übergabe an die neuen Besitzer. Ein richtig etablierter Jäger, der quasi auf eigene Rechnung dauerhaft im Gelände unterwegs ist, wird ja auch gesehen und gemeldet und es wird mit hohem Aufwand versucht ihn einzufangen, bevor das der Jäger erledigt. Und erst recht gilt das für entlaufene Familienhunde Wir haben nicht rudelweise streundende Hunde in DE.
Tja, mal die lokalen Landwirte und Jadgausübungsberechtigenten fragen, hier in SH, Kreise Plön und OH... da hat man mit wildernden Haushunden deutlichst mehr Probleme, als mit Wölfen. Und zwar sind etliche Hunderassen vertreten, nicht nur die "bösen Windhundrassen", sondern gerade auch die 08/15 Mischlinge, deren Halter meinen, die Leinenpflicht in Stadt, Wald und Flur gelte nicht für den eigenen Hund.

Meine Enkelin hat Reitunterricht auf einem renomierten Gestüt hier im Ort. Dort holt man schon von je her die Perde zur Nacht von den Koppeln in die Ställe, schon lange, bevor hier Wölfe ein Thema waren... weil denen nächtens Schlimmens widerfahren könnte, auf den Koppeln. Aber man hat weniger Angst vor den bösen Wölfen, als vor bekloppten menschlichen Artgenossen, sprich Pferderipper.

Auch ganz nett, vor 2 Jahren hat der Nachbarshund meiner Schwägerin die im Freigehege laufenden Meerschweinchen meiner Nichte gemetzelt. Obwohl wir hier absolut ländlich und direkt am Waldrand wohnen, müssen und haben wir eher Angst vor unbeaufsichtigten Hunden, als vor Wölfen.


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11.03.2019 um 20:09
ShauntheCreep schrieb:Tja, mal die lokalen Landwirte und Jadgausübungsberechtigenten fragen, hier in SH, Kreise Plön und OH... da hat man mit wildernden Haushunden deutlichst mehr Probleme, als mit Wölfen. Und zwar sind etliche Hunderassen vertreten, nicht nur die "bösen Windhundrassen", sondern gerade auch die 08/15 Mischlinge, deren Halter meinen, die Leinenpflicht in Stadt, Wald und Flur gelte nicht für den eigenen Hund.
Ich habe selber Windhunde, die sind nicht böse ;) Aber Podencos und Galgos werden eben oft zur Jagd genutzt, bevor sie in den Tierschutz kommen und dann kann es durchaus passieren, dass sie ein Reh reissen, wie andere Hunderassen auch. Wie auch immer, wildern ist schlecht und Hundehalter sind da absolut gefordert und verantwortlich.

Regional ist es auch unterschiedlich, Plön ist noch nicht so arg von Wolfsrissen betroffen. Hier mal eine Karte von Wolfsrissen und Sichtungen aus Schleswig Holstein.


https://www.google.com/maps/d/u/0/viewer?mid=1rHovbNeTEjnzIMcm5gAh3pDsKTQmINTw&ll=54.158943324945675%2C10.32156150605726...


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11.03.2019 um 23:26
Kybela schrieb:Hundeumarmer, die das wilde Tier nicht sehen?
Jz bist du ja auch schon so schön provokativ. Ist aber vlt sogar was dran...
Kybela schrieb:Hunde sind gefährlich. Offizielle Statistiken gibt es nicht: Gibt es eine Lobby, die das verhindern möchte?
...mit Sicherheit. Ist ja auch eine richtig, große Wählergruppe. Die gleiche gilt übrigens auch für freilaufende Katzen.

https://www.zeit.de/2013/12/Stimmts-Katzen-Voegel?wt_zmc=sm.ext.zonaudev.twitter.ref.zeitde.share.link.x

Interessiert aber so gut wie keinen, ist wohl zu unspektakulär.

Dazu kommt noch die immer stärker wachsende Gruppe von Neozoen und Neophyten...inwieweit die ganze Ökosysteme verändern können, ist noch nicht mal ansatzweise erforscht.
Dawn schrieb:Ich habe selber Windhunde, die sind nicht böse ;) Aber Podencos und Galgos werden eben oft zur Jagd genutzt, bevor sie in den Tierschutz kommen und dann kann es durchaus passieren, dass sie ein Reh reissen, wie andere Hunderassen auch.
Ich kenne mich mit Windhunden überhaupt nicht aus, aber jagen die nicht auch auf Sicht? Viel öfter werden Wildtiere übrigens zu Tode gehetzt und nicht gerissen, nur darüber gibt es überhaupt keine Statistiken.

Und da liegt glaube ich auch das Hauptproblem. Die Menschen schaffen sich Hunde an, von denen sie überhaupt keine Ahnung haben.

Aufgewachsen bin ich mit 2 Iren, wunderschöne Hunde und gleichzeitig unglaublich schwer zu erziehen. Solche Hunde - genau wie Pointer, Weimeraner usw. (und auch bestimmte Kampfhunderassen) - gehören in Profihände. Darüber sollte sich der Gesetzgeber mal Gedanken machen und nicht den Wolf ständig dämonisieren.

Ich habe mir übrigens selbst einen Anfängerhund mit viel "will to please" geholt...das reicht schon. 😁


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12.03.2019 um 00:07
Jody80 schrieb:Ich kenne mich mit Windhunden überhaupt nicht aus, aber jagen die nicht auch auf Sicht? Viel öfter werden Wildtiere übrigens zu Tode gehetzt und nicht gerissen, nur darüber gibt es überhaupt keine Statistiken.

Und da liegt glaube ich auch das Hauptproblem. Die Menschen schaffen sich Hunde an, von denen sie überhaupt keine Ahnung haben.

Aufgewachsen bin ich mit 2 Iren, wunderschöne Hunde und gleichzeitig unglaublich schwer zu erziehen. Solche Hunde - genau wie Pointer, Weimeraner usw. (und auch bestimmte Kampfhunderassen) - gehören in Profihände. Darüber sollte sich der Gesetzgeber mal Gedanken machen und nicht den Wolf ständig dämonisieren.

Ich habe mir übrigens selbst einen Anfängerhund mit viel "will to please" geholt...das reicht schon.
Irische Wolfshunde sind absolut toll, ich hab sie als selbstständig und etwas distanziert in Erinnerung, kenne sie aber nicht wirklich gut.

Ja, sie jagen auf Sicht, sie sehen jede Bewegung in der Ferne und das mit dem Hetzen ist typisch. Ich habe zwei Whippet/Greyhound , aber sie hören gut. Im Freilauf rasen sie im Wahnsinnstempo hintereinander her, das brauchen sie. Aber die beiden jagen nicht, ich achte allerdings darauf, dass sie nichtmal eine Maus zu fassen kriegen und mitten im Wald sind sie an der Schlepp. Bevor ich sie rennen lasse, schau ich, ob Wild in der Nähe ist.

Trotzdem gibt es Unterschiede zwischen beiden, eine ist ein absolut explosives und temperamentvolles Powerpaket (Lebensfreude) und würde auch vor lauter Spaß am liebsten auf jeden fremden Hund zurasen und den quasi totspielen. ;)

Und der andere hat eine angeborene Leinenführigkeit ( ich bräuchte keine bei ihm) und will to please ohne Ende.

Gemeinsam haben sie die Geschwindigkeit, die ausgeprägte Abneigung gegen Regen und Kälte und endloses schlafen auf dem Rücken mit allen Pfoten nach oben - sind im Haus eher wie Katzen.


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12.03.2019 um 00:27
Was Neues zum "Aktionsplan Wolf" in Bayern:
https://www.br.de/nachrichten/bayern/aktionsplan-wolf,RKO4RSa
Seit heute früh steht er online – auf der Seite des Bayerischen Landesamtes für Umwelt – der lang erwartete und schon vor Erscheinen so kontrovers diskutierte neue "Aktionsplan Wolf". Doch viel Neues findet sich darin nicht. Viel ist von vorbeugenden Maßnahmen die Rede, um Weidetiere vor dem Wolf zu schützen. Etwa mit Hilfe von speziellen Zäunen, Nachtpferchung oder Behirtung durch Mensch und Hund. Das sei zumutbar. Mit Ausnahmen. Denn der weiterentwickelte Aktionsplan geht in diesem Punkt auch noch einmal explizit auf die Kritik von Almbauern ein.
Währenddessen fordern die Almbauern da drüben "wolfsfreie Zonen" was natürlich auf Kritik gestoßen ist.


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12.03.2019 um 22:30
Dawn schrieb:Irische Wolfshunde sind absolut toll, ich hab sie als selbstständig und etwas distanziert in Erinnerung, kenne sie aber nicht wirklich gut.
Oh, das war ein Missverständnis. Meine Eltern hatten Irische Setter (sry, das meinte ich mit Iren).

Spoilerb7fea4f7db8e2c59 005.

Habe leider nur noch Fotos, da beide ja schon lange tot sind. Links Ira (Hündin), rechts Ashley der Rüde.


Und die sie haben sich eigentlich nur für eins interessiert und das war jagen. Es war echt faszinierend, die beiden bei ihrer Arbeit, besonders beim Vorstehen zu erleben. Aber die Erziehung ist mehr als tricky...viel zu schwierig für mich.
Dawn schrieb:Ja, sie jagen auf Sicht, sie sehen jede Bewegung in der Ferne und das mit dem Hetzen ist typisch. Ich habe zwei Whippet/Greyhound , aber sie hören gut. Im Freilauf rasen sie im Wahnsinnstempo hintereinander her, das brauchen sie. Aber die beiden jagen nicht, ich achte allerdings darauf, dass sie nichtmal eine Maus zu fassen kriegen und mitten im Wald sind sie an der Schlepp.
Du kannst mit deinen Hunden umgehen, aber viele Hundebesitzer wären mit solchen Hunden gnadenlos überfordert. Und dann gibt es ein Riesenproblem, vollkommen unkontrolliertes jagen. Aber darüber gibt es leider so gut wie keine Statistiken.


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Wölfe in Deutschland. Wie seht ihr es, Gefahr oder nicht?

12.03.2019 um 22:59
@Jody80
ach, die irischen Setter, die finde ich auch toll- wunderschöne Tiere.Ich würde mir auch nicht einen totalen Jagdhund zulegen, wäre mir zuviel -ich kann ihm die Arbeit ja auch nicht bieten, für die er gezüchtet wurde.


Ja, meine Hündin kann eigentlich nur ich händeln, meine erwachsenen Kinder winken lieber ab. Und tatsächlich kann man niemals die Hand ins Feuer legen, wenn es um aufspringende, flüchtende Wildtiere geht, auch bei meinen nicht. Sie sind zwar mit Weichzeichner gezüchtet, also weit weg von Arbeitsrassen, aber sie sind Hunde. Auch, wenn sie mir noch nie entlaufen sind, tragen beide einen Tracker, so könnte ich sie schnell finden.



Wölfin siedelt sich mit drei Welpen auf dem Tip-Gewerbepark Cottbus an. Markant ist die Nähe zur Stadt.

Derzeit in Planung befindliche Gewerbeansiedlungen auf dem TIP-Gelände sind durch die Wolfssichtung laut Stadtverwaltung Cottbus nicht gefährdet. Auch für Neuansiedlungen stehen weiterhin Flächen zur Verfügung. Durch den Beobachtungszeitraum bis zum 01.09.2020 verzögert sich jedoch das angestrebte B-Planverfahren für das Gelände. Laut Thomas Bergner, Sicherheitsdezernent der Stadt, müssen Rückzugsräume beachtet werden, Bürger brauchen sich aber keine Sorgen machen. Die Wolfsfamilie hat sich in einem Waldstück auf dem Gelände angesiedelt.

https://www.niederlausitz-aktuell.de/cottbus/76484/woelfe-siedeln-auf-dem-cottbuser-tip-gelaende.html?fbclid=IwAR1RKzcKg...

cd3721558e327217 tip.

https://www.google.com/maps/place/03046+Str%C3%B6bitz/@51.7761931,14.293316,2256m/data=!3m1!1e3!4m5!3m4!1s0x4708748b2a07...


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14.03.2019 um 23:21
Dawn schrieb am 07.03.2019:Das macht eben deutlich, dass Tierhalter nicht alles mal eben so "zack" wuppen können und oft auch daran verzweifeln. Ich wünsche mir da einfach mehr Verständnis für diese Leute.
Ich habe den Eindruck, die wenigsten wissen was so ein Schäfer mit Schafzucht verdient. Machen wir doch einfach mal eine Deckungsbeitragsrechnung, wie in der 11. Klasse Wirtschaftsgymnasium.

Hier das Beispiel aus der NDR Dokumentation.

800 Mutterschafe x 50,--DB = 40.000,-€ Gesamtdeckungsbeitrag,
abzüglich Festkosten von 20.000,--€ ergibt einen kalkulatorischen Gewinn von 20.000,--€, durch 2 Arbeitskräfte (Ehemann und Ehefrau) ergibt jetzt schon ein Einkommen in Höhe des Hartz 4 Satzes, dafür aber mit 365 Tagen Arbeit.

Er spricht davon für seine 6 Herden 12 Kangals anzuschaffen, niedrig geschätzte Kosten pro Hund und Jahr von 800,--€ ergeben 10.000,--€ höhere Aufwendungen für die zusätzliche Hundehaltung, dabei unberücksichtigt bleiben die höheren Aufwendungenfür Zaunbau usw.
Bleiben 10.000,--€ für 2 Leute und 365 Tage Arbeit.

Was ist die Schlussfolgerung aus so einer Rechnung? Es gibt nur eine, und zwar, dass sich die (Wander)Schafhaltung aus Deutschland verarbschiedet. Und damit auch ökologisch wertvolle Lebensräume.

Eine persönliche Anmerkung noch zum Schluß. Ich habe diese Woche einen Wanderschäfer gesprochen, der dieses Frühjahr einen Wolfsangriff auf seine Herde hatte. Die 4 gerissenen Schafe wurden finanziell entschädigt, die 70 Schafe bei einer 400 Herde, die in Folge der Panik verlammt haben, wurden nicht entschädigt, weil es ja auch andere Gründe geben könnte, wieso sie verlammt haben. Das ist die aktuelle Praxis der finanziellen Entschädigung.


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