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Die Funktion des Traums

8 Beiträge, Schlüsselwörter: Traum, Träume, Traumdeutung, Traumfunktion
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Die Funktion des Traums

04.08.2020 um 18:02
Hallo zusammen,

ich möchte mit euch über eine oder mehrere mögliche Funktion/en von Träumen debattiert.

Hier ein Auflistung aktueller Theorien:

- Überbleibsel aus der Evolution, also keine Funktion

- Gehirnreifung durch den REM-Schlaf (als Beleg dient der erhöhte REM-Anteil beim Neugeborenen)

- Programmierung mit immer gleichen Mustern, um Individualität aufrechtzuerhalten

- Psychische Funktion: Für Sigmund Freud ist jeder Traum Wunscherfüllung und Hüter des Schlafs, um Es-Impulse zu kontrollieren

- Kompensation von Einseitigkeiten, um Ganzwerdung zu erreichen (C. G. Jung), Vorkommen von Archetypen

- Träumen, um zu vergessen (Bereinigungsfunktion)

- Verarbeitung und Lösen von Problemen aus dem Wachleben

- Emotionale Erlebnisse verarbeiten und Stimmungen glätten

- Entspannungszustand zur Verarbeitung von angstbesetzten Inhalten

- Träumen ist vergleichbar mit der Trainingsphase eines neuralen Netzes


Ich selbst tendiere momentan am ehesten dazu, Träumen gar keine Funktion zuzuschreiben, sondern sie als Überbleibsel der Evolution zu verstehen.

Was denkt ihr?



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Die Funktion des Traums

04.08.2020 um 20:02
Ich tendiere dazu, das einige der aufgeführten Punkte stimmen, andere sind Unsinn.
Hinzu fügen würde ich noch: Bewußt werden (ins Bewußtsein übertragen) von im Wachzustand unbewußten körperlich-gesundheitlichen Vorgängen/Krankheiten



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Die Funktion des Traums

22.08.2020 um 12:44
Zitat von Nachthauch
Nachthauch
schrieb am 04.08.2020:
Überbleibsel aus der Evolution, also keine Funktion
Wie lautet denn die Theorie ausführlich?

Ich würde schon behaupten das Täume eine Funktion haben, daher tendiere ich eher zu C.G jung‘s Aussagen denn deine Ausführungen sind für mich schlüssig und deckt sich auch mit dem, was ich erfahren habe über Träume.

Jedoch lasse ich die Option offen dass man die Dinge fehlinterpretiert, daher wäre die Überbleibsel Theorie sehr interessant



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Die Funktion des Traums

22.08.2020 um 12:48
Zitat von baackpapier
baackpapier
schrieb:
Wie lautet denn die Theorie ausführlich?
Google mal nach Antti Revonsuo. Da wirst du fündig.

Ich kann mir nicht vorstellen, dass ein Traum dazu dient, am Tag erlebtes zu verarbeiten. Denn welchen Sinn sollte es haben, das, teils BEWUSST, zu erleben?



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Die Funktion des Traums

22.08.2020 um 13:25
@Nachthauch

Also die Theorie von Revonsuo, wäre nichtmal zum Widerspruch von C.G.Jungs Interpretationen, weil er das Zentrum seiner Aufmerksamkeit auf das unbewusste legt und dazu gehören auch Instinkte.
Zitat von Nachthauch
Nachthauch
schrieb:
Ich kann mir nicht vorstellen, dass ein Traum dazu dient, am Tag erlebtes zu verarbeiten. Denn welchen Sinn sollte es haben, das, teils BEWUSST, zu erleben?
Es geht dabei eher darum dass du am Tage erlebtes in dein Unterbewusstsein drückst, da ist es und wird niemals vergessen.

Sowas kommt dann im Traum wieder hoch, ähnlich wie man bei einer Hypnose Dinge aus dem Unterbewusstsein locken kann. Trauma von besonders schlimmen Erlebnissen können zu einer Spaltung deiner Persönlichkeit führen, ein Erlebnis so heftig für die Psyche, dass sie sich quasi teilen muss.

Revonsuo hat denke ich eine Wahrheit der Träume entdeckt und sie falsch interpretiert, denn Träume sind nicht nur für die physische Gefahr eine Warnung, sondern auch für die psychische.

Also Dinge die dir im Leben Kummer bereiten und Probleme im Alltag, all das wirst du mit Sicherheit in deinen Träumen finden und dort herrscht eine andere Sprache als das Wort, nach Jungs aussagen ist die Traumsprache eine symbolische.

Falls also jemand träumt er wird verfolgt, ist es nicht die Angst vor dem verfolgt werden, sondern möglicherweise bedeutet es was anderes? Zeitdruck im Job oder wer weiß was.
Auf Grund dieser Traumdeutung ist es jung wohl gelungen, einige seiner Patienten in der Psychotherapie zu helfen.

Die Fülle an Jungs Werken und die Genauigkeit seiner Untersuchungen haben mich eigentlich sehr überzeugt, alles klingt schlüssig. Allerdings kenne ich auch keine Gegendarstellung.



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Die Funktion des Traums

24.08.2020 um 01:30
Hallo,

Du schreibst:
Zitat von Nachthauch
Nachthauch
schrieb am 04.08.2020:
Ich selbst tendiere momentan am ehesten dazu, Träumen gar keine Funktion zuzuschreiben, sondern sie als Überbleibsel der Evolution zu verstehen.
Somit ist die Menschheit, Deiner Meinung nach, am Ende der Evolution und entwickelt sich nicht mehr weiter?;-) Da denke ich etwas anders, und hoffe auch, dass der Mensch noch was lernt. Meiner Meinung nach ist hier noch eine sehr grosse Menge zu lernen für die Spezies Mensch. Wir fangen gerade erst mal an. Im so genannten Wassermannzeitalter
Zitat von Nachthauch
Nachthauch
schrieb:
Antti Revonsuo
gibt an, dass der Mensch im Traum sich übt in Gefahrensituationen. Das klingt etwas dramatisch. Generell ist es so, dass wir durchaus im Traum uns damit beschäftigen was uns im "Leben" beschäftigt. Ob das Gefahren, Wünsche, Hoffnungen, oder Ängste ist - ist ganz egal. Aber in erster Linie machen wir das sicherlich im Traum.

Darüber hinaus gibt es aber noch das Kollektive Unbewusste. Wir sind als Mensch nicht alleine auf der Welt und auch kein Individuum und auch nicht fähig alleine zu bestehen. Der Mensch ist ein Teil eines Systems. Wie wir inzwischen wissen, erzeugen Gedanken Energie. Und je mehr Menschen an etwas denken - oder darüber reden - umso mehr Energie wird dort hineingelegt. So sind z.B. die Archetypen entstanden. Man (der Mensch an sich) hat ein Bild - Vorstellung von etwas - das Bild wird von vielen genutzt, somit wächst es mit Energie.

Doch das schweift etwas zu sehr ab. Wollte es nur kurz anreissen, da es erwähnt wurde.

So muss man im Traum immer sehen, was ist für mich wichtig und was kann ein Bild sein, was allgemein gültig ist. Wenn es etwas archetypisches ist, dann ist es ein Traum der Bedeutung über einen selbst hinaus haben könnte. Generell sollte aber jeder Traum individuell - und nicht mit einem "Handbuch für Symbole" - betrachtet werden.

Denn für jeden Menschen sind Bilder, Erfahrungen und Symbole verschieden.

Ach ja, und wir Menschen sind sehr abhängig und werden auch geleitet von Bildern. Wir sind nicht so "über den Dingen stehend" wie wir meinen;-))

Beste Grüsse - Chu Ann



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Die Funktion des Traums

24.08.2020 um 02:15
Zitat von ChuAnn
ChuAnn
schrieb:
Somit ist die Menschheit, Deiner Meinung nach, am Ende der Evolution und entwickelt sich nicht mehr weiter?;-) Da denke ich etwas anders, und hoffe auch, dass der Mensch noch was lernt. Meiner Meinung nach ist hier noch eine sehr grosse Menge zu lernen für die Spezies Mensch. Wir fangen gerade erst mal an. Im so genannten Wassermannzeitalter
Selbstverständlich nicht. Die Evolution sehe ich als immer währenden, progressiven Prozess. Nur weil etwas evolutionsbedingt nicht mehr von Nöten ist, bedeutet das nicht, dass die Evolution abgeschlossen ist. Diese Implikation deinerseits ist falsch. Ich denke sehr wohl, dass sich der Mensch weiterentwickelt, jedoch denke ich, dass Träume keine Funktion (mehr) haben.

Was ist das Wassermannzeitalter?

Sehr spannend finde ich im Übrigen das luzide Träumen. Warum hat die Natur so etwas "eingerichtet" und was sagt das generell über das Träumen und das Bewusstsein aus?



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Die Funktion des Traums

11.09.2020 um 16:19
Zitat von Nachthauch
Nachthauch
schrieb am 24.08.2020:
Sehr spannend finde ich im Übrigen das luzide Träumen. Warum hat die Natur so etwas "eingerichtet" und was sagt das generell über das Träumen und das Bewusstsein aus?
Träumen ist etwas unbewusstes, der Moment in dem man bewusst merkt das man träumt nennt man luzides Träumen. Ich glaube das hat nichts mit einer weiteren Funktion zutun, sondern die Aufmerksamkeit des Bewusstseins verschiebt sich und übernimmt die Traumphase.

Eher ein Beweis dafür wie sehr gespalten das Bewusstsein und das Unterbewusstsein ist. Getrennt von einander. Eigenständig sind beide, denn in dem Moment wo man luzide träumt zerbricht oft der Traum oder er hört auf das darzustellen was das Unterbewusstsein ausdrücken wollte??

Jedenfalls hast du recht und es ist sehr spannend



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