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Ist unsere Solidarität bei Menschenrechten selektiv?

54 Beiträge ▪ Schlüsselwörter: Umfrage, Israel, Iran ▪ Abonnieren: Feed E-Mail

Ist unsere Solidarität bei Menschenrechten selektiv?

15.01.2026 um 13:31
Zitat von philaephilae schrieb:Wer einmal Solidarität zeigt, etwa durch Teilnahme an Demos, sollte eigentlich konsequent sein.
Es geht dabei nicht nur um Demonstrationen auf der Straße.
Auffällig war auch die massive Mobilisierung auf Instagram: unzählige Influencer haben Beiträge, Stories und Aufrufe geteilt, stark argumentiert und emotionalisiert… vor allem gegen Israel.

Wenn man sich jetzt die Situation im Iran anschaut, fällt auf, dass genau diese Form der Sichtbarkeit fast komplett fehlt. Kaum Reichweite, kaum Kampagnen, kaum prominente Stimmen.

Das meine ich mit selektiver Aufmerksamkeit… nicht bezogen auf eine einzelne Demo, sondern auf den gesamten öffentlichen Diskurs.


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Ist unsere Solidarität bei Menschenrechten selektiv?

15.01.2026 um 13:34
Zitat von GirlsBestPlayGirlsBestPlay schrieb:Das meine ich mit selektiver Aufmerksamkeit… nicht bezogen auf eine einzelne Demo, sondern auf den gesamten öffentlichen Diskurs.
Mir persönlich fällt die starke Einseitigkeit auch auf. Es bestätigt mich darin, dass ich richtig gelegen bin mit meiner Vermutung, dass es den propalästinensischen Demos weniger in allgemeiner Hinsicht um die Wahrung von Menschenrechten und Schutz angegriffener Bevölkerungen geht, und dass ich mich zurecht von diesen Demos ferngehalten habe.


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Ist unsere Solidarität bei Menschenrechten selektiv?

15.01.2026 um 13:51
@martenot
Ich habe gerade das folgende Video gesehen…

Das Video kritisiert das Schweigen westlicher Politik und Medien zur iranischen Freiheitsbewegung und spricht von selektiver Solidarität, ideologischen Narrativen und einem moralischen Versagen im Umgang mit Menschenrechten… Sehr interessant..
Helmut Schmidt - Sozi sagt: Stellen Sie sich Vor. Sie beobachten ein Haus, das lichterloh brennt. Die Bewohner schreien um Hilfe. Aber die Feuerwehr steht davor, verschränkt die Arme und diskutiert lieber darüber, ob das Wasser auch politisch korrekt beschafft wurde. Genau dieses irrationale Verhalten beobachten wir gerade geopolitisch. Während im Iran mutige Menschen gerade eine echte Revolution gegen eine mittelalterliche Theokratie anführen, herrscht in Berlin, Paris oder London eine dröhnende Stille.

Wer dieser Tage die selbsternannten Qualitätsmedien aufschlägt, zum Beispiel Spiegel, Zeit oder die Programme des öffentlich-rechtlichen Rundfunks durchforstet, muss lange suchen. Wo sind die Sondersendungen? Wo sind die Titelseiten, die die Helden von Teheran feiern? Wo ist der ARD-Brennpunkt, der uns die Verbrechen der Mullahs zur besten Sendezeit vor Augen führt? Die Antwort ist so einfach wie deprimierend.

Diese Revolution passt nicht ins Narrativ. Der Fisch stinkt bekanntlich vom Kopf. Das mediale Schweigen ist nur das Echo eines tieferliegenden politischen Versagens.
Quelle:

Youtube: Das Iran-Paradoxon: Wenn Moral unmoralisch wird
Das Iran-Paradoxon: Wenn Moral unmoralisch wird
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Ist unsere Solidarität bei Menschenrechten selektiv?

15.01.2026 um 13:57
Zitat von GirlsBestPlayGirlsBestPlay schrieb:Ich habe gerade das folgende Video gesehen…
Wobei ich ehrlich gesagt nicht nachvollziehen kann, wieso die Vorgänge im Iran nicht in eines der gegenwärtigen "Narrative" passen sollten. Generell verstehe ich häufig nicht, warum ähnliche Ereignisse oft im einen Fall eine enorme mediale und gesellschaftliche Wirkung entfachen, während im anderen (vergleichbaren) Fall fast gar nichts passiert und sich kaum ein stärkeres Interesse entzündet.


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Ist unsere Solidarität bei Menschenrechten selektiv?

15.01.2026 um 14:59
@martenot

Das kann ich gut nachvollziehen… Inhaltlich müssten die Ereignisse im Iran eigentlich genau in die gängigen Narrative passen: Unterdrückung, Frauenrechte, Freiheitskampf gegen ein autoritäres Regime.

Gerade deshalb irritiert mich das Schweigen so. Ich glaube, dass es weniger um die Werte an sich geht, sondern eher darum, wer als Täter und wer als Opfer eingeordnet wird. Wenn sich Unterdrückung nicht klar einem westlichen Akteur zuschreiben lässt, scheint sie deutlich weniger Mobilisierung auszulösen..



Helmut Schmidt-Sozi hat auf seinem YouTube-Kanal ein Zitat stehen: "Das Ziel des Lebens besteht nicht darin, auf der Seite der Mehrheit zu stehen, sondern zu vermeiden, in den Reihen der Geisteskranken zu landen."

Ps: Unabhängig davon, wie man es bewertet, regt es zumindest zum Nachdenken an 😉


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Ist unsere Solidarität bei Menschenrechten selektiv?

15.01.2026 um 15:18
Zitat von martenotmartenot schrieb:Wobei ich ehrlich gesagt nicht nachvollziehen kann, wieso die Vorgänge im Iran nicht in eines der gegenwärtigen "Narrative" passen sollten.
Is ganz einfach. Die mullahs hassen juden, "den westen" und sind islamisten. Alles was diejenigen feiern welche für die hamas auf die strasse gegangen sind.


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Ist unsere Solidarität bei Menschenrechten selektiv?

15.01.2026 um 15:20
Zitat von interrodingsinterrodings schrieb:Alles was diejenigen feiern welche für die hamas auf die strasse gegangen sind.
Es geht also nicht gegen Gewalt und Unterdrückung allgemein, sondern gegen "den Westen" und "die Juden" anscheinend. Ein Grund mehr, die Propalästinenserdemos mit Abstand zu betrachten.


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Ist unsere Solidarität bei Menschenrechten selektiv?

15.01.2026 um 19:24
@GirlsBestPlay

Einfache Antwort: ja.
Es braucht öffentlichen internationalen Druck: die Terrorlistung der Revolutionsgarde in der EU, gezielte Sanktionen und internationale Strafverfolgung gegen die Täter, das Ende von Abschiebungen und eine klare Forderung nach Wiederherstellung des Internetzugangs. ... Es besteht Hoffnung, dass das Regime eines Tages gestürzt wird. An diesem Tag wird man sich erinnern, wer geschwiegen und wer weggeschaut hat, während Menschen massakriert wurden." Daran möchte man auch die Hamburger erinnern, die am Samstag gegen den "Faschismus" in Deutschland protestiert haben, die iranischen Demonstranten auf ihrem Weg durch die Innenstadt jedoch völlig ignorierten.
Quelle: https://www.perlentaucher.de/9punkt/2026-01-12.html


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Ist unsere Solidarität bei Menschenrechten selektiv?

15.01.2026 um 20:32
@martenot
@interrodings
@all
Zitat von FellatixFellatix schrieb:Einfache Antwort: ja.
🙌

Für mich geht es dabei nicht nur um das, was im Iran selbst passiert.
Die Unterstützung bewaffneter Gruppen durch das Iran Regime sorgt in mehreren Ländern für mehr Gewalt und Instabilität… und das bleibt selten auf diese Länder begrenzt. Die Folgen zeigen sich auch darüber hinaus, etwa in regionalen Konflikten, Fluchtbewegungen und zunehmender Radikalisierung.

In diesem Sinn betrifft das nicht nur die Menschen vor Ort, sondern letztlich auch unsere eigene Freiheit und Sicherheit. Denn solche Entwicklungen wirken sich langfristig auch auf andere Gesellschaften aus.

Glaubt ihr, dass Politiker wie Trump usw. diese internationalen Zusammenhänge im Blick haben… oder spielen eher andere Interessen eine Rolle?


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Ist unsere Solidarität bei Menschenrechten selektiv?

15.01.2026 um 20:39
@GirlsBestPlay
Hauptinterese wird die geopolitische schwächung chinas sein.


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Ist unsere Solidarität bei Menschenrechten selektiv?

16.01.2026 um 14:12
Zitat von GirlsBestPlayGirlsBestPlay schrieb:Es geht dabei nicht nur um Demonstrationen auf der Straße.
Auffällig war auch die massive Mobilisierung auf Instagram: unzählige Influencer haben Beiträge, Stories und Aufrufe geteilt, stark argumentiert und emotionalisiert… vor allem gegen Israel.
Da bin ich nicht aktiv bislang. Schätze, dabei geht es dann vor allem um Likes und Follower, um Aufmerksamkeit. Nicht so sehr um tatsächliches Engagement.


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Ist unsere Solidarität bei Menschenrechten selektiv?

16.01.2026 um 19:02
@interrodings
@GirlsBestPlay

Der Soziologe und Herausgeber des "Jahrbuchs für Extremismus- und Terrorismus-Forschung"
Über Doppelstandards von linken Protestbewegungen
"All Eyes on Iran" – "Free, free Iran" – Warum hört man das nicht?

Von:
Armin Pfahl-Traughber
Quelle: https://hpd.de/artikel/all-eyes-on-iran-free-free-iran-warum-hoert-man-nicht-23715

hat deine Frage aufgegriffen, daraus:
Doch wie reagieren linke Protestgruppen auf derartige Ereignisse, nicht nur in der Gegenwart, sondern schon seit Jahrzehnten? Man darf auch hier ein ohrenbetäubendes Schweigen konstatieren, was für ein erschreckendes moralisch-politisches Selbstverständnis steht. Besonders deutlich wird dessen Dimension in der Gesamtschau, wenn man damit die Einstellungen zu Israel vergleicht. Durchaus berechtigte Kritik an der Netanjahu-Regierung wurde mit schiefen Vergleichen und Zuordnungen vorgetragen. Demgegenüber nahm man die Bedrohung durch die iranische Diktatur jahrzehntelang nicht wahr, auch gegenwärtig ist nicht von "All Eyes on Iran" oder "Free, free Iran" die Rede (analog zu "All eyes on Gaza" und "Free, free Palestine"). Allenfalls sind Exiliraner auf den Straßen, nur wenige deutsche Linke zeigen Präsenz. Damit offenbaren sich erneut Doppelstandards im politischen Selbstverständnis, werden doch je nach gewählter Seite die diversen Unrechtspraktiken gar nicht oder unterschiedlich wahrgenommen.

Diese Aussage will umgekehrt die genannten Fälle nicht gleichsetzen, es geht primär um die verschiedenen Kommentierungen menschenrechtsfeindlicher Vorkommnisse. Diese Einsicht lässt auch grundsätzliche Fragen aufkommen, etwa die zu Bekenntnissen zugunsten universeller Grundsätze. Wenn die Einhaltung der Menschenrechte als Prinzip beschworen wird, warum schweigt man dann zur Diktatur im Iran und den jahrzehntelangen Repressionen? Dort werden bekanntlich Frauen diskriminiert und sexuelle Minderheiten verfolgt. Religionskritische und säkulare Positionen stehen unter Strafe. Oppositionelle Regungen lösen brutale Unterdrückung aus. Jeder Blick in den Jahresbericht einer Menschenrechtsorganisation macht deutlich, welche Dimensionen von Gewalt dem islamistischen Regime eigen sind.
Quelle: ebenda

Ähnlich Mariam Claren im Interview
Nicht die Mullahs allein, sondern auch die schwer bewaffnete islamische Revolutionsgarde hat die Macht im Iran, erklärt die Iran-Aktivistin Mariam Claren im Interview mit der FAZ. Und darum wird das iranische System auch nicht so schnell zusammenbrechen: "Unbewaffnete Menschen können dieses System nicht allein stürzen. Ohne Rückendeckung von außen wird ein Wandel nicht möglich sein." Besonders unverständlich ist Claren die Haltung vieler Linker in Deutschland, die den Protesten gleichgültig oder sogar feindselig gegenüber stehen: "Ich bin politisch links, das ist kein Geheimnis. Es macht mich sprachlos zu sehen, dass sich Teile der Linken nicht solidarisieren. Umso schwerer wiegt es, wenn nun infrage gestellt wird, ob es diese Proteste in Iran überhaupt gibt. Oder wenn gesagt wird: 'Mit Menschen, die Moscheen verbrennen, können wir uns nicht solidarisieren.' Aber hat sich jemand gefragt, warum diese Menschen so handeln?"
Quelle: https://www.perlentaucher.de/9punkt/2026-01-16.html

Der Schrifsteller Navid Kermani sieht den Westen in der Pflicht.
Der Iran droht in einem Bürgerkrieg zu versinken. Das befürchtet der Publizist Navid Kermani nach der blutigen Niederschlagung der Proteste. Der Westen lasse demokratische Kräfte im Stich und habe zu lange auf Stabilität durch das Regime gesetzt.
Heckmann, Dirk-Oliver | 16. Januar 2026, 07:18 Uhr
Quelle: https://www.deutschlandfunk.de/krise-im-iran-interview-mit-schriftsteller-navid-kermani-100.html


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Ist unsere Solidarität bei Menschenrechten selektiv?

16.01.2026 um 19:24
Stellen Sie sich Vor. Sie beobachten ein Haus, das lichterloh brennt. Die Bewohner schreien um Hilfe. Aber die Feuerwehr steht davor, verschränkt die Arme und diskutiert lieber darüber, ob das Wasser auch politisch korrekt beschafft wurde. Genau dieses irrationale Verhalten beobachten wir gerade geopolitisch. Während im Iran mutige Menschen gerade eine echte Revolution gegen eine mittelalterliche Theokratie anführen, herrscht in Berlin, Paris oder London eine dröhnende Stille.
Nun ja, wenigstens ist hier eine Feuerwehr vor Ort, die sich vielleicht doch mal bequemt, zu löschen. Brennen andere Häuser, die weiter weg sind, wird das höchstens mal erwähnt, wenn die Nachrichten noch irgendeine Meldung brauchen, um die Zeit zu füllen. Ja, das Interesse der Welt an Menschenrechten bzw. die Empörung über deren Verletzung ist extrem selektiv.
Zitat von GirlsBestPlayGirlsBestPlay schrieb:Ich glaube, dass es weniger um die Werte an sich geht, sondern eher darum, wer als Täter und wer als Opfer eingeordnet wird.
So ist es.


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Ist unsere Solidarität bei Menschenrechten selektiv?

17.01.2026 um 06:10
Zitat von AlteTanteAlteTante schrieb:So ist es.
🫶 Ja.. als würden nicht die Werte entscheiden, sondern ob ein Thema in vertraute Feindbilder passt...

@Fellatix
Danke für die links und das zitieren wichtiger Stellen 🫶
Nicht die Mullahs allein, sondern auch die schwer bewaffnete islamische Revolutionsgarde hat die Macht im Iran, erklärt die Iran-Aktivistin Mariam Claren im Interview mit der FAZ. Und darum wird das iranische System auch nicht so schnell zusammenbrechen: "Unbewaffnete Menschen können dieses System nicht allein stürzen. Ohne Rückendeckung von außen wird ein Wandel nicht möglich sein.
Auf jeden Fall brauchen Sie Hilfe von außen 😔
Der Iran droht in einem Bürgerkrieg zu versinken. Das befürchtet der Publizist Navid Kermani nach der blutigen Niederschlagung der Proteste. Der Westen lasse demokratische Kräfte im Stich und habe zu lange auf Stabilität durch das Regime gesetzt.
Heckmann, Dirk-Oliver | 16. Januar 2026, 07:18 Uhr
Ich hoffe nicht 😔

Beim iranischen Regime scheinen klare Aussagen und echte Konsequenzen mehr zu bewirken als Appelle oder gute Worte. Dialog und moralische Ermahnungen haben in den letzten Jahren wenig verändert… Die Meinungen über Trump können sicherlich stark variieren. er konnte aber nicht einfach ignoriert werden weil dem Regime klar war dass es Konsequenzen hat zum Beispiel mit dem aufhören protestierende hinzurichten denn sonst wäre die USA bereit einzugreifen.
Ich hoffe nicht dass es zu einem Bürgerkrieg kommt. Das würde in erster Linie die Menschen betreffen, die ohnehin schon genug leiden. Umso wichtiger finde ich es, zu fragen, ob es internationale Akteure gibt, die konsequent handeln, anstatt sich auf Symbolpolitik zu beschränken…
Zitat von interrodingsinterrodings schrieb:Hauptinterese wird die geopolitische schwächung chinas sein.
Und was ist mit deutschen Politikern? Sind Sie sich dessen bewusst?
Zitat von GirlsBestPlayGirlsBestPlay schrieb:Glaubt ihr, dass Politiker wie Trump usw. diese internationalen Zusammenhänge im Blick haben… oder spielen eher andere Interessen eine Rolle?



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Ist unsere Solidarität bei Menschenrechten selektiv?

17.01.2026 um 06:32
Zitat von GirlsBestPlayGirlsBestPlay schrieb:Zitat aus dem Instagram-Account „Irandiskurs“:

—> Die Menschen im Iran kämpfen heute gegen eine totalitäre, allumfassende und unterdrückerische Regierung. Die Frage lautet: Wo sind jene pro-palästinensischen Aktivisten und Aktivistinnen, die in Deutschland im Zusammenhang mit Gaza beinahe die Straßen in Brand gesetzt haben? Beruht ihre Unterstützung für die Palästinenser tatsächlich auf ethischen Prinzipien und dem Streben nach Gerechtigkeit? Oder ist sie primär Ausdruck von Hass auf Israel?

Tatsächlich gilt ein Großteil der pro-palästinensischen Aktivistinnen, die in Medien oder im öffentlichen Raum präsent sind, weder den Menschen in Palästina noch deren Gerechtigkeit verpflichtet und oft nicht einmal den Menschen im Iran. Ihr zentrales Problem ist der Hass auf einen Staat namens Israel. Aus diesem Hass verschließen sie die Augen vor dem Leid im Iran und akzeptieren stillschweigend, dass die Islamische Republik, eine Regierung, die die Zerstörung Israels anstrebt, weiterhin existiert.

Zugleich, da Israel seine entschlossene Unterstützung für das iranische Volk erklärt hat, bevorzugen diese Aktivistinnen paradoxerweise die Seite der Regierung statt die der Bevölkerung Irans. Diese Haltung offenbart eine selektive Solidarität, in der ideologischer Hass universelle Prinzipien der Gerechtigkeit ersetzt. Wer sich auf ethische Grundsätze beruft, muss diese konsequent anwenden und darf die Opfer im Iran nicht ausblenden. <—

Mich interessiert eure Einschätzung zu dieser Position.
Wie bewertet ihr diese Analyse von selektiver Solidarität?

Geht sie eurer Meinung nach zu weit… oder benennt sie ein reales Problem im aktuellen Aktivismus?
Wo seht ihr berechtigte Kritik, und wo mögliche Pauschalisierungen?
Was meint ihr dazu?


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Ist unsere Solidarität bei Menschenrechten selektiv?

17.01.2026 um 21:48
Zitat von GirlsBestPlayGirlsBestPlay schrieb:Danke für die links
Aber gerne doch :)
Zitat von GirlsBestPlayGirlsBestPlay schrieb:Und was ist mit deutschen Politikern? Sind Sie sich dessen bewusst?
Das tut mir leid, dass du keine Antworten bekamst auf deine klugen Fragen.
Na, das Meiste hier ist eh nur noch, oh guck mal, wie blöd der und wie schlimm die oder der.
Ich antworte mal nur darauf. Über Umweg.

Also von Deutschland würde ich da nicht viel erwarten.

Und antworte mit Artur Weigandt. Das ist ein Intellektueller mit osteuropäischer Herkunft. Den ich schätze.

Vordergründig gehts da um das, was der Kanzler sagte zu möglichen Garantien und Einsatztruppen. Für die Ukraine.
Frankreich und Großbritannien bereiten sich auf die Entsendung von Soldaten in die Ukraine vor, um einen Waffenstillstand abzusichern. Und Deutschland? Will Führungsmacht sein, druckst aber herum, wenn es gefährlich wird. Die deutsche Feigheit aber droht ganz Europa auf die Füße zu fallen.
Quelle: https://www.n-tv.de/politik/Deutschlands-halbe-Solidaritaet-ist-Verrat-id30221185.html

Man kann das so sehen, dass Merz - anders als Starmer in UK oder Macron in F - die Zustimmung des Bundestags braucht und deshalb so Wischiwaschi formulieren muss(te).

Man kann es aber auch als Symptom sehen, Von etwas Größerem. So wie es Weigandt tut:
Und jetzt, wo es nicht mehr um Material, sondern um Glaubwürdigkeit geht, wieder dasselbe Spiel: Alibibeiträge statt Führungsverantwortung. Der reichste Staat Europas delegiert die gefährliche Arbeit an andere. Wieder einmal.

Was ist das für eine Solidarität, bei der der stärkste Partner systematisch versucht, die Risiken auszulagern? Innenpolitisch mag das opportun erscheinen. Deutschland ist ein Land historischer Traumata, moralischer Selbstüberhöhung und gleichzeitiger Feigheit. Eine Bevölkerung, die "kriegsmüde" ist, obwohl sie selbst keinen Krieg erlebt hat. Eine politische Klasse, die Eskalation als etwas betrachtet, das vor allem kommunikativ gemanagt werden muss. Als sei Abschreckung eine Frage der richtigen Wortwahl - nicht der Bereitschaft, im Ernstfall einzustehen.

Das historische Versagen soll das neue rechtfertigen

Besonders perfide wird diese Haltung, wenn man Stimmen wie die des ehemaligen SPD-Abgeordneten Axel Schäfer hört: "Deutsche Truppen in der Ukraine, wo die Nazis furchtbare Gräuel angerichtet haben, wären fast so schlimm wie deutsche Truppen in Israel", sagte er der taz. Hier wird das historische Trauma nicht als Ansporn für besondere Verantwortung genutzt, sondern als ewige Ausrede für Untätigkeit. Die Ukraine war eines der Hauptverbrechenfelder der Wehrmacht und SS - Babyn Jar, Massaker, Vernichtungspolitik. Nach dieser Logik wäre jede deutsche Präsenz dort tabu.
Quelle: ebenda

Und ja, ich denke, er hat Recht. Besonders mit der moralischen Selbstüberhöung und gleichzeitiger Feigheit.

Dazu nehmen würde ich noch Ignoranz und Arroganz. Nicht nur gegenüber Osteuropa.

Das ist dann aber auch nicht nur oder weniger ein Politiker-Problem.

Wobei, da hoffe ich zumindest, dass das Forum hier nicht repräsentativ ist :-)


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Ist unsere Solidarität bei Menschenrechten selektiv?

19.01.2026 um 03:48
Zitat von FellatixFellatix schrieb:Aber gerne doch :)
🫶🙂💌
Zitat von FellatixFellatix schrieb:Das tut mir leid, dass du keine Antworten bekamst auf deine klugen Fragen.
Na, das Meiste hier ist eh nur noch, oh guck mal, wie blöd der und wie schlimm die oder der.
Ich antworte mal nur darauf. Über Umweg.
Danke dir ☺️ Danke wieder für Stellen die du zitiert hast 🙌🫶

Ich habe noch einen interessanten Kommentar gelesen.. Ist das berechtigte Kritik oder pauschale Darstellung linker Positionen?
**„Warum schweigt die Welt – und warum schweigt vor allem die politische Linke – wenn es um den Iran geht?
Dieselben Stimmen, die für Venezuela auf die Straße gehen, die Israel mit Boykotten überziehen und sich lautstark als Verteidiger Palästinas inszenieren, sind auffällig still, wenn im Iran Menschen für Freiheit, Würde und Leben ihr Blut lassen.
Dieses Schweigen ist kein Zufall. Es ist ideologisch.

Der Iran passt nicht in das vereinfachte Weltbild vieler linker Milieus. Dort gibt es keine koloniale Erzählung, die man bequem bedienen kann. Keine westliche Schuld, die man ritualisiert abarbeiten könnte. Stattdessen gibt es ein Volk, das sich gegen eine islamistische Diktatur erhebt – gegen ein Regime, das Frauen unterdrückt, Minderheiten verfolgt, Juden hasst und Oppositionelle foltert.

Und genau das ist das Problem: Wer jahrelang politischen Islam relativiert, wer Hamas verharmlost und Terror ideologisch entschuldigt, kann nicht glaubwürdig Solidarität mit den Menschen im Iran zeigen. Denn der iranische Freiheitskampf entlarvt diese Doppelmoral.

Die iranische Gesellschaft ist mehrheitlich säkular, lebensnah, westlich orientiert. Sie widerspricht dem romantisierten Bild vom ‚antikolonialen Widerstand‘. Deshalb wird sie ignoriert.“**
Quelle: Kommentar unter einem Beitrag von irandiskurs auf Instagram
Zitat von FellatixFellatix schrieb:Und ja, ich denke, er hat Recht. Besonders mit der moralischen Selbstüberhöung und gleichzeitiger Feigheit.
😥
Zitat von FellatixFellatix schrieb:Wobei, da hoffe ich zumindest, dass das Forum hier nicht repräsentativ ist :-)
Ich hoffe es auch 😊


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Ist unsere Solidarität bei Menschenrechten selektiv?

20.01.2026 um 06:31
@GirlsBestPlay

Ich bin kein Experte für Iran und/oder den Irandiskurs, aber da wird schon was dran sein.

Ich verfolge da intensiver die Verschiebungen in der Welt(un)ordnung (oder was Herfried Münkler als Übergangsphase analysierte, vor Tagen) und da einige wenige Historiker und Geoökonomen, deren Expertise ich vertraue. Hier im Forum kaum noch was.

Eine Bilanz über die Tage des Schreckens im Iran, die ich las, sagte, die Zahl von 3 oder 4tsd Toten erscheine längst nicht mehr plausibel; es werden wohl über 10 000 Tote gewesen sein.

Aber auch bei den Golden Globes, Worte zum Nahost Konflikt, Palästina, aber Iran? Nichts, kein einziges Wort.

Madonna ist eine Ausnahme.
Madonna gehört zu den wenigen Stars de Kulturindustrie, die ihre Solidarität mit den Iranern erklären. Auf Twitter schreibt sie: "Wir halten so vieles für selbstverständlich, ich selbst eingeschlossen. Die Freiheit, die Welt zu bereisen. Zu tragen, was ich tragen möchte. Auf einem Pferd durch die Wüste zu reiten. Frei zu sprechen und nicht durch Bestrafung, Folter und möglicherweise den Tod zum Schweigen gebracht zu werden. Zu singen. Zu tanzen. Meinen eigenen spirituellen Weg zu wählen, nicht den eines anderen. Die Frauen im Iran haben diese Freiheit nicht. Ich stehe ihnen zur Seite."
Quelle: https://perlentaucher.de/9punkt/2026-01-19.html


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Ist unsere Solidarität bei Menschenrechten selektiv?

20.01.2026 um 19:30
@GirlsBestPlay

Daniela Sepehri hat gestern über die Zahlenfrage geschrieben und, wie ich denke, ganz klug.
Aus Iran selbst erreichen uns nur Bruchstücke. Ein Mann aus Karaj, der für wenige Minuten telefonieren konnte, sagte: „Diese Zahlen, die ihr da hört – 10.000, 12.000 – das ist ein Witz. Das ist nichts im Vergleich zu dem, was hier passiert.“

Solche Stimmen werden hier oft als subjektiv, emotional und nicht belastbar abgetan. Dabei sind sie das Einzige, was wir haben, wenn ein Staat systematisch jede Form von Dokumentation zerstört. Und: Die Menschen in Iran bestätigen alle unabhängig voneinander das gleiche, nämlich dass wir außerhalb Irans nur Bruchstücke dessen sehen, was im Land tatsächlich los ist. Dass die Gewalt noch viel höher ist, als wir uns auch nur vorstellen können.
Was ist der Grund für die Zahlenskepsis, fragt sie.
Aber vielleicht gibt es noch einen anderen, unbequemen Grund für unsere Skepsis. Vierstellige Todeszahlen in wenigen Tagen sind schon kaum zu ertragen; fünfstellige Zahlen sprengen das Vorstellbare. Sie zwingen uns, das Wort Massenmord ernst zu nehmen.

Uns einzugestehen, dass im Jahr 2026 so viele Menschen getötet werden konnten, während die Welt zugeschaut, gezögert und relativiert hat. Vielleicht werden die Zahlen deshalb infrage gestellt. Aus Abwehr, aus Scham. Weil es leichter ist, an einer Zahl zu zweifeln als an der eigenen Untätigkeit.

Diese automatische Skepsis gegenüber den Betroffenen verschiebt den Maßstab des Glaubwürdigen weg von ihnen und hin zu westlichen Bestätigungsinstanzen – und sie spielt dem Regime in Iran in die Hände, das genau darauf setzt: auf Zweifel und das ewige „Wir wissen es noch nicht genau“.
Quelle: https://taz.de/Massenmord-in-Iran/!6146663/

Jede Relativierung ist auch ein Mitgehen, meint sie.

Hier im Forum gehts aber fast nur um einen Mann.

Oder die genauen Aussagen eines Influencers, das elektrisiert die Leute.

Iran? Interessiert kein Schwein.

Oder China? Wie es den Iran und Russland unterstützt? Interessiert auch kein Schwein.


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Ist unsere Solidarität bei Menschenrechten selektiv?

21.01.2026 um 23:51
Zitat von FellatixFellatix schrieb:Daniela Sepehri hat gestern über die Zahlenfrage geschrieben und, wie ich denke, ganz klug.
💯
Zitat von FellatixFellatix schrieb:Aber auch bei den Golden Globes, Worte zum Nahost Konflikt, Palästina, aber Iran? Nichts, kein einziges Wort.

Madonna ist eine Ausnahme.
♥️

@Fellatix
danke für die klaren Worte und die Quellen. Ich finde den Punkt von Daniela Sepehri extrem wichtig: Dass diese ständige „Zahlenskepsis“ eigentlich nur ein Weg ist, um wegzuschauen… Es ist eben viel bequemer, über Statistiken zu streiten, als sich einzugestehen, dass da gerade ein Massenmord vor unseren Augen passiert. Jede Relativierung ist am Ende tatsächlich ein Mitgehen, weil sie das eigentliche Leid unsichtbar macht.

Was du zu den Golden Globes und Madonna schreibst, unterstreicht das nur. Es ist traurig, dass man heute schon dankbar sein muss, wenn überhaupt mal jemand das Wort „Iran“ in den Mund nimmt. Während sich alle an Influencern oder Einzelpersonen abarbeiten, wird das Schicksal eines ganzen Volkes und die Rolle von den Ländern wie China und Russland völlig ignoriert.

Für mich ist heute jeder ein Held, der beim Thema Iran nicht wegschaut, sondern die Stimme erhebt… 🫶


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