GirlsBestPlay schrieb:Danke für die links
Aber gerne doch
:)
GirlsBestPlay schrieb:Und was ist mit deutschen Politikern? Sind Sie sich dessen bewusst?
Das tut mir leid, dass du keine Antworten bekamst auf deine klugen Fragen.
Na, das Meiste hier ist eh nur noch, oh guck mal, wie blöd der und wie schlimm die oder der.
Ich antworte mal nur darauf. Über Umweg.
Also von Deutschland würde ich da nicht viel erwarten.
Und antworte mit Artur Weigandt. Das ist ein Intellektueller mit osteuropäischer Herkunft. Den ich schätze.
Vordergründig gehts da um das, was der Kanzler sagte zu möglichen Garantien und Einsatztruppen. Für die Ukraine.
Frankreich und Großbritannien bereiten sich auf die Entsendung von Soldaten in die Ukraine vor, um einen Waffenstillstand abzusichern. Und Deutschland? Will Führungsmacht sein, druckst aber herum, wenn es gefährlich wird. Die deutsche Feigheit aber droht ganz Europa auf die Füße zu fallen.
Quelle:
https://www.n-tv.de/politik/Deutschlands-halbe-Solidaritaet-ist-Verrat-id30221185.htmlMan kann das so sehen, dass Merz - anders als Starmer in UK oder Macron in F - die Zustimmung des Bundestags braucht und deshalb so Wischiwaschi formulieren muss(te).
Man kann es aber auch als Symptom sehen, Von etwas Größerem. So wie es Weigandt tut:
Und jetzt, wo es nicht mehr um Material, sondern um Glaubwürdigkeit geht, wieder dasselbe Spiel: Alibibeiträge statt Führungsverantwortung. Der reichste Staat Europas delegiert die gefährliche Arbeit an andere. Wieder einmal.
Was ist das für eine Solidarität, bei der der stärkste Partner systematisch versucht, die Risiken auszulagern? Innenpolitisch mag das opportun erscheinen. Deutschland ist ein Land historischer Traumata, moralischer Selbstüberhöhung und gleichzeitiger Feigheit. Eine Bevölkerung, die "kriegsmüde" ist, obwohl sie selbst keinen Krieg erlebt hat. Eine politische Klasse, die Eskalation als etwas betrachtet, das vor allem kommunikativ gemanagt werden muss. Als sei Abschreckung eine Frage der richtigen Wortwahl - nicht der Bereitschaft, im Ernstfall einzustehen.
Das historische Versagen soll das neue rechtfertigen
Besonders perfide wird diese Haltung, wenn man Stimmen wie die des ehemaligen SPD-Abgeordneten Axel Schäfer hört: "Deutsche Truppen in der Ukraine, wo die Nazis furchtbare Gräuel angerichtet haben, wären fast so schlimm wie deutsche Truppen in Israel", sagte er der taz. Hier wird das historische Trauma nicht als Ansporn für besondere Verantwortung genutzt, sondern als ewige Ausrede für Untätigkeit. Die Ukraine war eines der Hauptverbrechenfelder der Wehrmacht und SS - Babyn Jar, Massaker, Vernichtungspolitik. Nach dieser Logik wäre jede deutsche Präsenz dort tabu.
Quelle: ebenda
Und ja, ich denke, er hat Recht. Besonders mit der moralischen Selbstüberhöung und gleichzeitiger Feigheit.
Dazu nehmen würde ich noch Ignoranz und Arroganz. Nicht nur gegenüber Osteuropa.
Das ist dann aber auch nicht nur oder weniger ein Politiker-Problem.
Wobei, da hoffe ich zumindest, dass das Forum hier nicht repräsentativ ist :-)