Ist unsere Solidarität bei Menschenrechten selektiv?
um 02:09@GirlsBestPlay
Das hast du gut ausgedrückt. Dem kann ich nur zustimmen.
Hier habe ich heute etwas mehr über die Geschichte (dieses Themas) gelernt:
Was du da über den "antikolonialen Widerstand" gesagt hattest ...
Und das, das war mir so auch nicht bekannt.
Puh, ziemlich viel. Ideengeschichte und so.
Ist aber auch mehr ein Exkurs, den ich kurz teilen wollte. Vielleicht interessiert es dich ja.
Also wenn du noch mehr drüber lernen wolltest, das wäre ein Ansatzpunkt.
Das hast du gut ausgedrückt. Dem kann ich nur zustimmen.
Hier habe ich heute etwas mehr über die Geschichte (dieses Themas) gelernt:
Benennen und sprengenQuelle: https://perlentaucher.de/intervention/der-anteil-der-westlichen-oeffentlichkeit-an-der-iranischen-tragoedie.html
Von Thierry Chervel
21.01.2026. Gern wird beim Thema "Linke und Iran" auf Michel Foucaults begeisterte Äußerungen zur iranischen Revolution hingewiesen. Gut so, aber die deutsche Geschichte beginnt früher und war eher noch fataler. Und der Schulterschluss der Linken mit den iranischen Mullahs setzt sich auch lange nach der Revolution noch fort.
Es ist Zeit, dass sich die westliche Linke ihrer Mitverantwortung für die iranische Tragödie bewusst wird. Und das gilt ganz besonders für die deutsche Linke. Gern wird beim Thema "Linke und Iran" auf Michel Foucaults begeisterte Äußerungen zur iranischen Revolution hingewiesen. Gut so, aber die deutsche Geschichte beginnt früher und war eher noch fataler. Und der Schulterschluss der Linken mit den iranischen Mullahs setzt sich auch lange nach der Revolution noch fort.
Was du da über den "antikolonialen Widerstand" gesagt hattest ...
Sie widerspricht dem romantisierten Bild vom ‚antikolonialen Widerstand‘. Deshalb wird sie ignoriert.“**... ein Ursprung scheint hier zu liegen:
Der 2. Juni ist ein Schlüsseldatum für die Geschichte der deutschen Linken und er lieferte die Begründungen für die spätere Radikalisierung einiger ihrer Protagonisten im Terrorismus. Auslöser der Proteste war der Staatsbesuch des Schahs in Berlin. Bahman Nirumand hatte mit seinem Bestseller "Persien, Modell eines Entwicklungslandes oder Die Diktatur der freien Welt" die Munition für die Proteste geliefert. Er war einige Monate vor den Protesten bei Rowohlt erschienen und auch durch die Protektion Hans Magnus Enzensbergers zu einem Riesenerfolg geworden.Quelle: https://perlentaucher.de/intervention/der-anteil-der-westlichen-oeffentlichkeit-an-der-iranischen-tragoedie.html
Und das, das war mir so auch nicht bekannt.
Der Iran lieferte der westlichen Linken weitere Inspirationen. Foucaults Intervention zugunsten der iranischen Revolution wirkt heute seltsam traumverloren. Sie liest sich, als hätte die Revolution einen ästhetischen Reiz für ihn, er pries vor allem ihre spirituelle Dimension. Simone de Beauvoir gehörte wie hierzulande Alice Schwarzer und in den USA Kate Millett zu den wenigen prominenten Linksintellektuellen, die den antifeministischen Charakter dieser Revolution anprangerten. Foucault hatte sich für diesen Aspekt nicht die Bohne interessiert.Quelle: https://perlentaucher.de/intervention/der-anteil-der-westlichen-oeffentlichkeit-an-der-iranischen-tragoedie.html
Die westliche Linke mag sich nach der Revolution von einer direkten Begeisterung für Khomeinis Regime abgewandt haben - zu fremd und irritierend war dessen Gehabe. Aber ein gewisses indirektes Bündnis blieb bestehen - und wurde vor allem durch Khomeinis "Fatwa" gegen die "Satanischen Verse" erneuert.
Viele stellten sich nach der Fatwa gegen Rushdie, auch Konservative wie John Le Carré, mehr noch aber linke, bis heute verehrte Ikonen wie etwa John Berger. Es war ein Bündnis des romantischen Orientalismus und des entstehenden Multikulti-Denkens in der Linken. Man erinnere sich an die Annemarie-Schimmel-Debatte in Deutschland. Kenan Malik hat zu dieser kulturalistischen Wende das beste Buch geschrieben: Für ihn markiert die Fatwa jenen Moment, als sich die Linke aus Diskursen über soziale Ungleichheit löste und sich identitätspolitischen Themen und dem Antirassismus zuwandte.
Puh, ziemlich viel. Ideengeschichte und so.
Ist aber auch mehr ein Exkurs, den ich kurz teilen wollte. Vielleicht interessiert es dich ja.
Also wenn du noch mehr drüber lernen wolltest, das wäre ein Ansatzpunkt.


