Funzl schrieb:Da ich als Kind schon mit Vater´Arbeitskollegen viel Kontakt hatte - die meisten davon eben nicht deutscher Nationalität, wurde mir schon von klein auf beigebracht den Menschen zu achten, unabhängig von Herkunft und Glaubens-Orientierung. Dies führte dazu das ich extrem etwas gegen Rassismus habe.
Finde ich sehr gut
:) Mir wurde da leider etwas anderes vermittelt (oft engstirnige, rassistische Aussagen und Überzeugungen); immerhin habe ich mich nicht daran gehalten.
Ein nur kleines, exemplarisches Beispiel: Eine Brieffreundschaft zu einem Kind mit "typisch deutschem" Namen wurde mir erlaubt, eine zu einem Kind mit einem Namen der auf einen Migrationshintergrund hindeutete nicht.
(Es ging um eine Brieffreundschaft im Kindes- bis frühen Teenageralter, wie damals üblich. Diejenigen befanden sich in Deutschland, somit auch kein hohes Briefporto nötig. Beide kannte ich von einem Krankenhausaufenthalt, man fand sich nett, hat halt mal Karten zusammen gespielt, rumgeblödelt und hatte Interesse daran, sich mal zum Geburtstag zu schreiben, Genesungswünsche etc.)
Eines von viel später: Habe ein wenig von der Arbeit erzählt und dabei auch (Vor-)Namen genannt z.B. den meines (kroatischen) Vorgesetzten. Es hieß sofort, vor diesem und jenem solle ich mich aber in Acht nehmen, auch meine Sachen besonders gut wegsperren wenn der da ist. (Es war eindeutig erkennbar: Es ging nicht um normale Vorsicht, sondern bezog sich auf bestimmte Personen.)
Spannend wurde es, als ein indischstämmiger Pfarrer der neue Dorfpfarrer wurde - dieser war dann auf einmal eine Ausnahme, schließlich sei er ja auch Pfarrer.
Selbst finde ich Rassismus sowas von verkehrt, und empfand das auch in den o.g. Situationen schon so.
Es kamen dann auch so Sprüche bzgl. Geschiedenen, Nichtchristen (inkl. Atheisten), und so weiter. (LGBTQ war in meiner Kindheit und Jugend noch kaum Thema.)
Arbeite selbst in einem sehr internationalen Umfeld, bin Atheistin
:D und halte es damit:
den Menschen zu achten, unabhängig von Herkunft und Glaubens-Orientierung
.
Ansonsten, wie erzogen: Eher streng, autoritär. Oft "aus Prinzip". Es wurde selten(st) für etwas eine Begründung genannt, auch nicht auf Nachfrage.
Bei manchem kommt man ja als Erwachsener darauf warum etwas nicht erlaubt wurde (und dann fällt es einem wie Schuppen von den Augen, warum irgendwelche Aktionen doch arg heikel gewesen wären) - das waren vielmehr Fälle bei denen ich auf nichts anderes komme als: um sich durchsetzen zu können. Allesamt Dinge die ich einem jungen Menschen problemlos erlauben würde.
Solche Sachen wie Schulnoten
RayWonders schrieb:bei mir war es laissez-fair. ich hab z.b. kaum Strenge gehabt mit der Schule und lernen. ich hab wirklich wenig zu Hause gelernt und mir hat es niemand befohlen, obwohl ich kein besonders guter Schüler war in manchen Fächern ( mehrere 3en )..
waren kein Thema (die waren gut und das war mir selbst wichtig, Schule fiel mir auch leicht),
pubertär typisches Verhalten wie laute Musik, Disco, Konzerte, "erste Liebe" im Teenageralter auch nicht (interessierte mich tatsächlich nicht), aber dafür wurde sich dann etwas anderes gesucht mit dem man Strenge demonstrieren konnte. Z.B. Kritik bis Streit bzgl. Partner und der Berufswahl, obwohl beide doch in die Richtung ausgefallen sind die eigentlich die meisten Eltern zusagen dürfte. Kritik am Partner? Er sei zu wenig streng!
Positiv immerhin: Der Wert von Zuverlässigkeit und Pünktlichkeit. Keine Konsumkredite, Konto nicht überziehen.
Die wenigen Dinge die ich direkt von meinen Eltern übernommen habe, weil ich sie auch sinnvoll finde.