So, mal eins nach dem anderen aufdröseln...
Groucho schrieb:
PNSHR schrieb am 26.10.2026:Pizzaofen
Um den beneide ich dich ein wenig.
Das hast du wahrscheinlich falsch aufgefasst.
Ich habe eingangs sämtliche (oder alle die mir einfielen) auf dem Markt erhältliche Grillarten aufgezählt und nur vor denen die ich auch besitze, ein Kreuz gesetzt.
Einen reinen Pizza-Ofen habe ich nicht!
Ich habe lediglich einen runden Pizzastein, den ich auf Kugelgrill, Kamado und Gasgrill einsetzen kann.
Wobei der Kamado bei Pizza die besten Ergebnisse liefert und schon fast an einen echten holzbefeuerten Pizzaofen herankommt.
RayWonders schrieb:naja stimmt schon ist nicht das gleiche, aber etwas extra Geschmack hat es dem Fleisch drangebracht wenn man das machte, also ähnlich einer Marinade..
Ist komplett was anderes!
Unterschied in einem Satz:
Das eine dauert 2 Sekunden, das andere (im Idealfall) 12 - 48h
Marinieren macht man klassisch abgedeckt im Kühlschrank über einige Stunden.
Mindestens 4-6h am besten aber über eine Nacht.
Es gibt Tricks und Mittel, den Mariniervorgang zu beschleunigen, ist aber je nach Grillgut und seiner Beschaffenheit und Dicke eher schwer.
1. Von Hand durchmischen und einmassieren.
Ist halt nur empfehlenswert, wenn bei der Vorplanung was schief gegangen ist und man (warum auch immer), einfach keine Zeit hat und das Grillgut unbedingt schnell mariniert bekommen will und man(n) nicht die technische Ausstattung für Trick Nr. 2 hat:
2. Grillgut und Marinade zusammen vakuumieren.
Das beschleunigt den Vorgang um, geschätzt Faktor 10, erfordert aber ein ordentliches Vakuumiergerät.
Und hier mal diese (urdeutsche) Unart, Bier (während des Grillvorgangs) über sein Grill schütten / spritzen ("Ablöschen“ mit der Bierflasche) kurz erklärt:
Der Inbegriff deutscher Grillfolklore – und grilltechnisch so ziemlich das Kontraproduktivste, was man Glut und Fleisch antun kann.
Unter Leuten, die sich auch nur ansatzweise mit Hitzezonen, Garzeiten und Krustenbildung beschäftigen, sorgt dieser Daumen auf dem Flaschenhals verlässlich für kollektives Augenbrauenzucken und spontane Lachflashs.
Physikalisch und kulinarisch passiert beim Bier-Spritzen nämlich genau das Gegenteil von dem, was man(n) beim Grillen beabsichtigt.
Beim Grillen auf Holz und Kohle passieren unter anderem folgendes:
Aschepanade statt Kruste! Sobald der kalte Strahl auf die glühenden Kohlen trifft, verdampft die Flüssigkeit explosionsartig. Der Dampfstoß wirbelt feine Flugasche auf, die postwendend an der nassen Oberfläche des Fleisches kleben bleibt. Das Ergebnis knirscht im Mund und schmeckt bitter.
Auf allen Grillarten gemeinsam passiert das:
Abwürgen der Maillard-Reaktion: Eine ordentliche Kruste entsteht durch trockene, hohe Hitze.
Das kalte Bier kühlt die Fleischoberfläche und die Glut schlagartig herunter. Statt scharfem Rösten, erzeugt man Feuchtigkeit und wechselt von Grillen zu Dämpfen oder Schmoren.
...und:
Trifft das Bier (genau wie jede andere Flüssigkeit) auf brennendes Fett oder heiße Asche, steigen Rußpartikel und polyzyklische aromatische Kohlenwasserstoffe (PAK) mit dem Dampf nach oben und schlagen sich direkt auf dem Grillgut nieder.
Ekelhaft und giftig!
Zudem ist und bleibt es ein Mythos:
Das Argument, das Fleisch nehme dadurch "feines Bieraroma“ an, hält keiner Überprüfung stand. Wasser und Alkohol verdampfen in Sekundenschnelle; was bleibt, sind allenfalls verbrannte Bitterstoffe aus Malz und Hopfen auf einer rußigen Oberfläche.
Übrigens NUR EINER dieser Mythen, die scheinbar nicht aussterben und nur von denen erkannt werden, die das ganze wissenschaftlich betrachten und dementsprechend überprüfen.
Anderer Mythos, aber ganz ähnlich in vielen Köpfen verankert:
Was meint ihr, wie viele Menschen z.B. von einer bestimmten Energiezufuhr beim Grillen in direktem Zusammenhang mit Geschmack sehen?
Am absolut häufigsten immer wieder zu hören und zu lesen:
"Das "Grillgut XY" schmeckt besser vom Holzkohlegrill, als vom Gasgrill."
Das ist aber schlicht F A L S C H !
Ich selbst habe schon mehrfach solche "Holzkohle-Jünger" eines Besseren belehrt und überführt.
Auch habe ich schon selbst 2x an einem echten Blindtest teilgenommen (obwohl ich schon vorher überzeugt war, dass man(n) eben NICHT wiederholbar und wissenschaftlich evidenzbasiert herausschmecken oder anderweitig sensorisch feststellen kann, denn es ist eben nur ein Mythos.
Wie ihr oben sehen könnt, besitze ich ja selbst mehrere (5) holzkohlebefeuerte Grills, neben einem Gasgrill. Allerdings habe ich die angeschafft und verwende sie unter Berücksichtigung von Kosten-Nutzen-Faktoren und der Art, WIE und WAS ich zubereite. - Aber nicht des besseren Geschmacks wegen, sondern weil jede Grillart hat ihre Vor- und Nachteile in Sachen Zeit, Kosten von Brennstoffen und der Zubereitungsart hat.
Aber das Endergebnis und der reine Geschmack, der ist nicht unterschiedlich von der Art des Brennstoffes!
Also lass es einfach, Bier auf solche Art beim Grillen zu verschwenden, sondern trink es lieber gut gekühlt zu etwas leckerem Gegrilltem!