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Der Fall Uwe Barschel

1.763 Beiträge ▪ Schlüsselwörter: Krawatte, Lösungsmittel Auf Dem Badevorleger, Abgerissener Hemdknopfes ▪ Abonnieren: Feed E-Mail

Der Fall Uwe Barschel

27.08.2025 um 19:18
Zitat von Cpt.GermanicaCpt.Germanica schrieb:Tatsächlich ist er erst in den Morgenstunden/am frühen Vormittag verstorben.
Ich bin weder Arzt noch Pharmazeut oder Toxikologe, deshalb habe ich ein paar Fragen:
1: Wie lange nach der Einnahme des nach dem Befund eingenommenen Cocktails dauert es, bis der Tod eintritt?
2: Warum diesen Cocktail und nicht eine Riesenportion eines einzelnen Medikaments?
3: Ist dieser Cocktail tatsächlich eine Empfehlung dieses besagten Sterbehilfe-Buchs?
4: Gehen wir von Suizid aus: Dann hätte Herr Barschel sich insgesamt etwa 14 bis 16 Packungen unterschiedlicher Medikamente besorgen müssen: Ist das nicht etwas viel, auch wenn laut Herrn Rex auf den Kanaren diese Mittel anscheinend ohne Rezept frei erhältlich waren? Zuhause hätte er sich diese wohl kaum ohne Rezept alle besorgen können (Andererseits weíß man nicht, welche “einschlägige” Kontakte er daheim hatte).


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Der Fall Uwe Barschel

27.08.2025 um 19:50
Zitat von JLCPJLCP schrieb:Ich bin weder Arzt noch Pharmazeut oder Toxikologe, deshalb habe ich ein paar Fragen:
Vielleicht solltest Du Dir erst mal diesen Podcast mit Prof. Püschel anhören, der Barschel 1987 obduziert hat. Da werden die Fragen größtenteils geklärt.

Youtube: Der Fall Uwe Barschel - Dem Tod auf der Spur
Der Fall Uwe Barschel - Dem Tod auf der Spur
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Der Fall Uwe Barschel

27.08.2025 um 20:56
Zitat von OriginesOrigines schrieb:Er soll ja noch auf Gran Canaria einem Apotheker ohne Rezept Lorazepam oder Diazepam aus den Rippen geleiert haben. So wurde ein Döschen mit Lorazepam in irgendeiner Kleidung gefunden.
Das sollte man nochmal allen Mord-VT'lern mitteilen.
Zitat von OriginesOrigines schrieb:Allerdings waren es zwei Obduktionen, eine in Genf und eine - auf Veranlassung der Familie - in Hamburg. Sie kamen im Wesentlichen zum selben Ergebnis. Ich denke, das Ergebnis ist sehr zuverlässig, zumal Prof. Janssen und Prof. Pöschel aus Hamburg vor einigen Jahren nochmals ausdrücklich erklärt haben, es sei Suizid gewesen
Aber das habe ich doch gar nicht bestritten, siehe:
Zitat von Cpt.GermanicaCpt.Germanica schrieb:Zudem mein Gedanke: Wie zuverlässig war die Obduktion überhaupt? (Auch wenn jetzt womöglich wieder einige VT'ler auf den Plan treten ...).

Ich meine nicht vom Ergebnis her
Das Ergebnis Suizid zweifle ich doch gar nicht an ...
Zitat von OriginesOrigines schrieb:Da Barschel nach der Einnahme noch relativ lange lebte und die Halbwertszeit einiger Medikamente kurz ist, konnten die Mengen nicht genau bestimmt werden
Zitat von OriginesOrigines schrieb:Von Lorazepam wurden z.B. nur noch Spuren gefunden, obwohl die mutmaßliche Tagesdosis Barschels schon 10 mg betrug (normal: 1 mg)
Zitat von OriginesOrigines schrieb:Auch ließ sich die Reihenfolge der Einnahme nicht bestimmen.
.... aber bei diesen von dir hier aufgezählten Unwägbarkeiten frage ich mich eben, ob man die Einnahme der Tabletten der aufgefundenen Verpackungen überhaupt (überwiegend) ausschließen kann:
Zitat von Cpt.GermanicaCpt.Germanica schrieb:sondern en détail, um genau zu sein bzgl. der Zuordnung der im Körper vorgefundenen Wirkstoffe zu den aufgetauchten Verpackungen - sowie umgekehrt. Vielleicht liegt da der Hund begraben.



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28.08.2025 um 00:06
Das Rätsel um die Medikamentenverpackungen könnte sich auch wie folgt erklären lassen:
UB hat sich die Medikamente irgendwann besorgt. Er packt die zum Suizid verwendeten Medikamente in harmlos erscheinende Verpackungen anderer Medikamente, nämlich die, die auch dann aufgefunden werden, so kann er sie mit sich führen, ohne dass jemand Verdacht schöpft, der diese Verpackungen sähe.


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28.08.2025 um 00:07
Die Tür von Zimmer 317 war definitiv geschlossen und nicht angelehnt. Der Schlüssel steckte von innen, die Tür war nicht verschlossen.
Dass das Schloss Aufbruchspuren aufgewiesen haben soll ist mir neu, ich kenne weder Fotos noch dazu dokumentierte Ermittlungsergebnisse.


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Der Fall Uwe Barschel

28.08.2025 um 00:14
Zitat von OriginesOrigines schrieb am 21.08.2025:Wenn jemand Medikamente in
Alkohol auflösen will, so müsste er eigentlich auch für den dazugehörigen Alko-
hol sorgen. Für diesen hatte Dr. Barschel – unvorhersehbar für einen Mörder –
aber selbst gesorgt!
Das ist übrigens brillant erklärt von Rex. Es macht also aus einer Mordthese gar keinen Sinn, die Flasche verschwinden zu lassen, denn der gedachte Mörder müsste ja eine eigene, bereits präparierte Flasche Alkohol mitbringen. Wieso also dann die Weinflasche, die UB bestellt hatte, als Mörder entsorgen?
Was übrigens bedenkenswert ist: UB hat laut Obduktionsbericht kein Alkohol im
Blut.


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Der Fall Uwe Barschel

28.08.2025 um 01:24
Zitat von EdgarHEdgarH schrieb:Das Rätsel um die Medikamentenverpackungen könnte sich auch wie folgt erklären lassen:
UB hat sich die Medikamente irgendwann besorgt. Er packt die zum Suizid verwendeten Medikamente in harmlos erscheinende Verpackungen anderer Medikamente, nämlich die, die auch dann aufgefunden werden, so kann er sie mit sich führen, ohne dass jemand Verdacht schöpft, der diese Verpackungen sähe.
Das ist ein hervorragender Gedanke!

Aber: Waren die gefundenen Verpackungen inhaltlich so harmlos?

Wo genau wurden sie eigentlich gefunden?
Zitat von EdgarHEdgarH schrieb:Die Tür von Zimmer 317 war definitiv geschlossen und nicht angelehnt. Der Schlüssel steckte von innen, die Tür war nicht verschlossen.
Sind wir wieder beim Stern.

Ich persönlich glaube ja, dass da am Türschild manipuliert wurde, um ganz in Ruhe fotografieren zu können.

Und ich glaube, dass die Dokumente – anders als behauptet — erst nach Auffinden des toten Barschel abgelichtet wurden. Erstens wäre die Gefahr vom lebenden Barschel erwischt zu werden zu groß. Und zweitens wären zu Lebzeiten eines Bsrschel die Aufnahmen niemals verwertbar gewesen.

Mein Fazit: Die Stern-Version der Hergänge am fraglichen Vormittag ist ... fragwürdig.
Zitat von EdgarHEdgarH schrieb:Was übrigens bedenkenswert ist: UB hat laut Obduktionsbericht kein Alkohol im
Blut.
Das ist wirklich erstaunlich. Gibt es hierzu medizinische Erklärungen?


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Der Fall Uwe Barschel

28.08.2025 um 08:41
Zitat von OriginesOrigines schrieb:Das Bad hatte kein Fenster. Das Licht war aus, die Lüftung dürfte also nicht gelaufen sein
Das bedeutet also, dass Herr Barschel, bevor er ins Bad stieg, die Tür zum Badezimmer geschlossen und das Licht ausgeschaltet hat.

Hat Herr Knauer dann das Licht wieder eingeschaltet?
Zitat von EdgarHEdgarH schrieb:Der Schlüssel steckte von innen, die Tür war nicht verschlossen
Bevor Herr Knauer zum ersten Mal das Zimmer betreten hat, soll zwischen 1130 Uhr und 1200 Uhr nochmals ein Zimmerkellner ins Zimmer gegangen sein. Wer hat denn den Schlüssel innen stecken lassen? Barschel, als er hineinkam, um sich das Leben zu nehmen? Der Zimmerkellner?
Wenn Barschel den Schlüssel hätte steckenlassen, würde das wohl bedeuten, dass er wahrscheinlich die Tür verschlossen hatte. Wie kam dann der Zimmerkellner um 1100 hinein? Meistens kann man bei solchen Schlössern nicht von beiden Seiten gleichzeitig den Schlüssel verwenden; oder war das dort wohl möglich? Hatte Barschel den Schlüssel eingesteckt, aber nicht verschlossen, dann konnte der Zimmerkellner ohne Probleme hineingehen, aber hat der sich dann nicht über den innen steckenden Schlüssel gewundert? Hätte er sich nicht noch mehr wundern müssen, dass er keinen Gast vorfand, und hätte er dann das Zimmer wieder verlassen, ohne zu schließen? In einem Stundenhotel könnte ich mir sowas alles vorstellen, allerdings nicht in „gehobenen Hotels“.


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Der Fall Uwe Barschel

28.08.2025 um 11:16
@JLCP

Da sind wir wieder bei den Überlieferungen vs. und den nicht gesicherten Fakten.

Ich glaube dem STERN jedenfalls weder Uhrzeiten, Betretungshäufigkeiten noch Fotografierreihenfolge.

Was ich aber ausschließe ist, dass ein von innen verschlossenes Zimmer sich nicht von außen durch das Hotelpersonal öffnen ließe.


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Der Fall Uwe Barschel

28.08.2025 um 11:48
Zitat von Cpt.GermanicaCpt.Germanica schrieb:Und ich glaube, dass die Dokumente – anders als behauptet — erst nach Auffinden des toten Barschel abgelichtet wurden. Erstens wäre die Gefahr vom lebenden Barschel erwischt zu werden zu groß. Und zweitens wären zu Lebzeiten eines Bsrschel die Aufnahmen niemals verwertbar gewesen.
Überzeugendes Argument.
Zitat von EdgarHEdgarH schrieb:Was übrigens bedenkenswert ist: UB hat laut Obduktionsbericht kein Alkohol im
Blut.
Zitat von Cpt.GermanicaCpt.Germanica schrieb:Das ist wirklich erstaunlich. Gibt es hierzu medizinische Erklärungen?
Hängt von Trinkmenge und Zeitpunkt Trinkende ab. Pro Stunde werden vom Körper 0,1 bis 0,2 Promille abgebaut. 1 Flasche Wein (0,7 Liter) bei 12% Alkohol dürften 30 Minuten nach Trinkende zu 0,8 Promille Blutalkohol geführt haben (entsprechen großzügig 2 Liter Bier mit 5% Alkohol). Geben wir das Whiskey-Fläschen hinzu sind wir bei großzügig gerechnet 1,0 Promille. Wenn die gegen Mitternacht erreicht waren und wir als Todeszeitpunkt 10 Uhr Vormittags annehmen, dann war der Blutalkohol auf höchstens 0,2 bis 0 Promille gesunken.

Es ist also medizinisch möglich, dass bei der Obduktion kein Blutalkohol mehr festgestellt werden konnte. Wenn das der Fall war, zeigt dies, dass Barschel relativ lange bewusstlos in der Wanne lag, bevor er starb. Dabei war Sinn der Wanne, dass er in der Bewusstlosigkeit in die Wanne gleitet und der Kopf unter Wasser kommt. Quasi doppelter Boden für den Suizid. Aber das passierte nicht.
Zitat von JLCPJLCP schrieb:Das bedeutet also, dass Herr Barschel, bevor er ins Bad stieg, die Tür zum Badezimmer geschlossen und das Licht ausgeschaltet hat.

Hat Herr Knauer dann das Licht wieder eingeschaltet?
Vermutlich war im Zimmer Licht eingeschaltet. Vielleicht auch im Flur. Dann benötigt man kein Badlicht. Auch psychologisch betrachtet würde ich kein Badlicht, sondern Dämmerlicht vermuten. Die Türe zum Bad soll nicht geschlossen gewesen sein.

Fotos der Türen hatte ich weiter oben schon mal verlinkt.

Beitrag von Origines (Seite 86)

Die Türe hatte außen wie innen einen Handgriff. Der Schlüssel steckte innen. Für mich ist das kein Anhaltspunkt, dass er die Türe zugesperrt hat. Möglich wäre es, aber dann wäre niemand ins Zimmer gekommen, weder Personal, noch die "Stern"-Leute noch die Polizei.

Weitaus möglicher wäre es, wenn Knauer die geschlossene (aber nicht versperrte) Türe geöffnet hätte, anstatt wie angegeben eine angelehnte Türe. Ich glaube ihm auch nicht jedes Wort. Andererseits wäre m.E. die Hemmschwelle schon enorm gewesen, eine geschlossene Türe mit "Do not disturb"-Schild zu öffnen. Denn da konnte ein lebendiger Barschel noch im Bett liegen - und das hätte dann tierischen Ärger gegeben.

Ich glaube, die Türe war nur angelehnt, sonst hätten sie sich nicht getraut. Warum sie nur angelehnt war, wissen die Götter. Ich hatte gestern die Idee, Barschel habe Medikamentenbehältnisse auf dem Flur entsorgt. Und da er schon benommen war, hat er die Türe nicht geschlossen, ist über seine Schuhe gestolpert und hat sich in die bereits vorher gefüllte Badewanne gelegt.


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Der Fall Uwe Barschel

28.08.2025 um 16:33
Zitat von Cpt.GermanicaCpt.Germanica schrieb:Aber: Waren die gefundenen Verpackungen inhaltlich so harmlos?
Harmloser zumindest. Vielleicht muss man es auch weniger komplizier denken, als ich es dargestellt habe. Unterstellen wir, dass es nicht auf dem "klassischen" Wege war, auf dem UB die Präparate erhielt bzw. davon können wir zumindest bei dem tödlichen Cyclobarbital ausschließen, dass er dass für den Fall seiner Suizidplanung nicht in der Apotheke erhalten hat. Evtl. erhielt er die Medikamente in kleinen Tüten, die er zum bessern Transport in ihm zugängliche, vorliegende alte Medikamentenpackungen umportioniert hat.
Das würde zumindest erklären, weshalb es Verpackungsfunde am Tatort gab, die aber nicht mit den eingenommen Medikamenten übereinstimmten. Was könnte es sonst dafür für eine Erklärung geben? Vielleicht fällt ja jemand noch eine bessere Erklärung ein?


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Der Fall Uwe Barschel

28.08.2025 um 16:42
Zitat von Cpt.GermanicaCpt.Germanica schrieb:Ich persönlich glaube ja, dass da am Türschild manipuliert wurde, um ganz in Ruhe fotografieren zu können.
Das wäre zumindest eine sehr nachvollziehbare Erklärung. Es ist ja nahezu auszuschließen, dass das Hotelpersonal die Türschilder absichtlich vertauscht. Das kann nur versehentlich passieren, in einem Haus wie dem Beau Rivage ist das vermutlich aber unwahrscheinlicher, das Personal ist hier bestens geschult und wird auf die gewünschte Diskretion achten.
Man darf davon ausgehen, dass - wir unterstellen das Suizidszenario- UB ein rotes Türschild hingehangen hat. Er hat den Zimmerkellner, die die berühmte Weinflasche geliefert hat, nach dessen Aussage ja sogar gefragt, was man tun müsse, um ungestört zu sein. Das war am 10.10. um18.30. Als der Kellner sagte, man müsse das "Bitte nicht stören" Schild aufhängen und ob er das besorgen solle, soll UB sinngemäß gesagt haben, dass sei nicht nötig, das werde er selbst machen. Es ist also davon auszugehen, dass UB initial das "Nicht stören" Schild aufgehangen hat. Das das Schild so hing bestätigen die Stern Journalisten, die gegen 23.00 Uhr in dieser Nacht nach ihrer Ankunft im Hotel an Zimmer 317 vorbei gingen. Sie bestätigen dies auch für den frühen Morgen, als sie zw. 6-7 Uhr erneut am Zimmer vorbei gingen. Weshalb dann irgendwann das Schild so hing, dass der Etagenkellner reinging, der die Minibar prüfte und auffüllte ist das eine dieser ominösen Dinge. Zum ungestörten Fotografieren macht ein "bitte nicht stören" ´Schild Sinn, aber weshalb war es dann schon vor den Fotos mal grün? Es ist dazu viel spekuliert worden, u.a. wäre denkbar, dass die Journalisten schon früher im Zimmer waren und den toten UB fanden, das "grüne" Schild könnte dann Absicht gewesen sein, um eine Auffindung des Toten durch das Hotelpersonal zu provozieren. Dies passt aber nicht dazu, dass das Schild später wieder "rot" gewesen sein soll.


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Der Fall Uwe Barschel

28.08.2025 um 17:44
Zitat von EdgarHEdgarH schrieb:Harmloser zumindest.
Nun ja, harmlos ist relativ. Die hätten auch einen ernsthaften Suizidversuch erlaubt.

Überdosen des Opioids Tramadol können zusammen mit Überdosen der Benzodiazepine Lorazepam und Diazepam zu einer Atemdepression bis hin zum Atemstillstand führen. Ist ein Klassiker.
Zitat von EdgarHEdgarH schrieb:Weshalb dann irgendwann das Schild so hing, dass der Etagenkellner reinging, der die Minibar prüfte und auffüllte ist das eine dieser ominösen Dinge. Zum ungestörten Fotografieren macht ein "bitte nicht stören" ´Schild Sinn, aber weshalb war es dann schon vor den Fotos mal grün?
Zur hier mehrmals erwähnten Unterscheidung "rot" und "grün" finde ich nichts. Im Ermittlungsvermerk der StA Lübeck (OStA Wille) heißt es nur (S. 14):
Bei Eintreffen des Zeugen Knauer war die Tür geschlossen, aber nicht abgeschlossen.
An der Außenseite befand sich ein Schild "ne pas déranger".
Die Tür wies keinerlei Spuren von Gewaltanwendung auf, das Schloß war
funktionsfähig.
Also "Bitte nicht stören." Rot. Warum der Kellner trotzdem die Minibar dann aufgefüllt (und evtl. die leere Weinflasche mitgenommen) hat, bleibt offen.
Zitat von OriginesOrigines schrieb:Weitaus möglicher wäre es, wenn Knauer die geschlossene (aber nicht versperrte) Türe geöffnet hätte, anstatt wie angegeben eine angelehnte Türe. Ich glaube ihm auch nicht jedes Wort. Andererseits wäre m.E. die Hemmschwelle schon enorm gewesen, eine geschlossene Türe mit "Do not disturb"-Schild zu öffnen. Denn da konnte ein lebendiger Barschel noch im Bett liegen - und das hätte dann tierischen Ärger gegeben.

Ich glaube, die Türe war nur angelehnt, sonst hätten sie sich nicht getraut. Warum sie nur angelehnt war, wissen die Götter. Ich hatte gestern die Idee, Barschel habe Medikamentenbehältnisse auf dem Flur entsorgt. Und da er schon benommen war, hat er die Türe nicht geschlossen, ist über seine Schuhe gestolpert und hat sich in die bereits vorher gefüllte Badewanne gelegt.
Dazu muss ich mich korrigieren: Knauer hat lt. o.g. Ermittlungsvermerk angegeben, die Türe sei geschlossen gewesen. Nicht angelehnt, wie ich es im Kopf hatte.


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Der Fall Uwe Barschel

28.08.2025 um 19:19
Der Spiegel hat das mit dem Türschild zu ordnen versucht )Siehe weiter oben: Der Fall Uwe Barschel (Seite 85)
»Dreh doch einfach das Türschild um. Dann geht das Personal rein, und wir wissen, ob er überhaupt noch da ist«, habe er zu Knauer gesagt, so erinnert sich heute der Fotograf Anders.
Quelle: https://www.spiegel.de/politik/der-tote-von-zimmer-317-a-40212bd8-0002-0001-0000-000053203432
Zitat von OriginesOrigines schrieb:Zur hier mehrmals erwähnten Unterscheidung "rot" und "grün" finde ich nichts
Wolfram Baentsch vermerkt in seinem Buch (2006) auf S. 181 : “Als der für Frühstücksbestellungen zuständige Kellner morgens um sechs seine Runde machte, hing am Türgriff von Zimmer 317 keine Bestellung. Und auch das Schild fehlte, mit dem die Gäste - rote Seite nach vorn - anzeigen können, daß <sic!> sie nicht gestört werden wollen, oder per Grün, daß <sic!> man das Zimmer aufräumen möge.”

Vielleicht verhielt es sich so, dass sowohl eine Signalfarbe als auch eine Beschriftung verwendet wurde.

Baentsch meldet übrigens auch (ebda S. 178 ff), dass Herr Barschel am Vorabend den Portier gebeten hat, ihn um 0700 wecken zu lasssen. Ein Umstand, der erst 1994 zutage trat, als die Hauptkommissarin Pohl-Winterberg den Portier eingehend befragte. Der Weckauftrag wurde in einem Weckbuch vermerkt, dass allerdings “aus unerklärlichen Gründen auf Nimmerwiedersehen verschwunden” war. Was natürlich auch bedeutet, dass kein Mensch nachprüfen kann, was aus dem Weckauftrag geworden ist: Hat man um 0700 Uhr angerufen? Wurde der Weckruf angenommen? Ging keiner an das Telephon? Was hat (hätte) man in letzterem Fall getan?


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Der Fall Uwe Barschel

28.08.2025 um 20:09
Zitat von JLCPJLCP schrieb am 25.08.2025:Leider hat die Polizei sich anscheinend die Beschädigungen nicht weiter angesehrn: alte oder frische Beschädigungen? Sind es Allerweltsbeschädigungen oder deuten sie auf den Versuch die Tür von innen ohne Schlüssel zu öffnen?.
Hierzu habe ich noch im Schweizerischen Zeitungsarchiv nachgeforscht. Die Polizei hat sich die Beschädigungen angesehen und festgestellt, dass diese an den anderen Türen des Hotels ebenfalls yu erkennen sind. Es sind Gebrauchsspuren durch die Benutzung der Schlüssel: Somit für den Fall Barschel unerheblich.
Quelle: https://www.e-newspaperarchives.ch/?a=d&d=JDJ19900228-01.2.25.4&srpos=2&e=------199-en-20--1--img-txIN-Barschel+AND+Porte-------0-----


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28.08.2025 um 20:55
Ich zweifle:
Zitat von JLCPJLCP schrieb:Wolfram Baentsch vermerkt in seinem Buch (2006) auf S. 181 : “Als der für Frühstücksbestellungen zuständige Kellner morgens um sechs seine Runde machte, hing am Türgriff von Zimmer 317 keine Bestellung. Und auch das Schild fehlte, mit dem die Gäste - rote Seite nach vorn - anzeigen können, daß <sic!> sie nicht gestört werden wollen, oder per Grün, daß <sic!> man das Zimmer aufräumen möge.”
Diese Aussage, wenn sie denn stimmt, bezieht sich doch auf die Frühstücksbestellungen. Nicht auf "Bitte nicht stören". Die Aufmerksamkeit des Frühstückkellners dürfte doch genau und allein auf Bestellaufträge an der Türe gerichtet gewesen sein. Warum sollte er sich daran erinnern, dass dort gar nichts hing? Ne, das macht keinen Sinn.
Zitat von JLCPJLCP schrieb:Baentsch meldet übrigens auch (ebda S. 178 ff), dass Herr Barschel am Vorabend den Portier gebeten hat, ihn um 0700 wecken zu lasssen. Ein Umstand, der erst 1994 zutage trat, als die Hauptkommissarin Pohl-Winterberg den Portier eingehend befragte. Der Weckauftrag wurde in einem Weckbuch vermerkt, dass allerdings “aus unerklärlichen Gründen auf Nimmerwiedersehen verschwunden” war.
Was für ein Portier mit Elefantengedächtnis. Sechs Jahre später kann er sich noch daran erinnern, dass ein Gast einen Weckauftrag erteilt hat. Und sogar noch die Uhrzeit! Und das ohne Gedächtnisstütze (Weckbuch)! Eigentlich müsste er doch im Zuge der Ermittlungen der Schweizer Polizei befragt worden sein. Oder hätte Bescheid gegeben. Denn der Tote in Zimmer 317 machte ja schnell die Runde beim Personal.

Also: Die Meldungen von Baentsch sind nicht konsistent.


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28.08.2025 um 21:59
Zitat von EdgarHEdgarH schrieb:Evtl. erhielt er die Medikamente in kleinen Tüten, die er zum bessern Transport in ihm zugängliche, vorliegende alte Medikamentenpackungen umportioniert hat.
Das würde zumindest erklären, weshalb es Verpackungsfunde am Tatort gab, die aber nicht mit den eingenommen Medikamenten übereinstimmten.
Also eine Art "Etikettenschwindel" aus rein pragmatischen, praktischen Gründen.
Zitat von EdgarHEdgarH schrieb:Es ist also davon auszugehen, dass UB initial das "Nicht stören" Schild aufgehangen hat. Das das Schild so hing bestätigen die Stern Journalisten, die gegen 23.00 Uhr in dieser Nacht nach ihrer Ankunft im Hotel an Zimmer 317 vorbei gingen. Sie bestätigen dies auch für den frühen Morgen, als sie zw. 6-7 Uhr erneut am Zimmer vorbei gingen. Weshalb dann irgendwann das Schild so hing, dass der Etagenkellner reinging, der die Minibar prüfte und auffüllte ist das eine dieser ominösen Dinge. Zum ungestörten Fotografieren macht ein "bitte nicht stören" ´Schild Sinn, aber weshalb war es dann schon vor den Fotos mal grün? Es ist dazu viel spekuliert worden, u.a. wäre denkbar, dass die Journalisten schon früher im Zimmer waren und den toten UB fanden, das "grüne" Schild könnte dann Absicht gewesen sein, um eine Auffindung des Toten durch das Hotelpersonal zu provozieren. Dies passt aber nicht dazu, dass das Schild später wieder "rot" gewesen sein soll.
Ich denke die beiden Sternchen sind öfter in das Zimmer rein und raus als sie ursprünglich vor hatten. Dann wurde zwischendurch "gegrünt" und als sie wider Erwarten nochmal fotografierten sollten/wollten wurde doch nochmal "gerötet". Ich bin überzeugt das Durcheinander ist den beiden zu verdanken und sonst niemandem, kein Barschel, kein Personal, niemand sonst hat daran herum gefingert.

Das ist der kleine, unbekannte Skandal im Barschel-Suizid-Skandal, welcher wiederum der finale Teil des großen Skandals der Barscheleien 1987 ist (die Schubladenaffäre dann als Spin-Off-Skandal).
Zitat von JLCPJLCP schrieb:Baentsch meldet übrigens auch (ebda S. 178 ff), dass Herr Barschel am Vorabend den Portier gebeten hat, ihn um 0700 wecken zu lasssen. Ein Umstand, der erst 1994 zutage trat, als die Hauptkommissarin Pohl-Winterberg den Portier eingehend befragte. Der Weckauftrag wurde in einem Weckbuch vermerkt, dass allerdings “aus unerklärlichen Gründen auf Nimmerwiedersehen verschwunden” war. Was natürlich auch bedeutet, dass kein Mensch nachprüfen kann, was aus dem Weckauftrag geworden ist: Hat man um 0700 Uhr angerufen? Wurde der Weckruf angenommen? Ging keiner an das Telephon? Was hat (hätte) man in letzterem Fall getan?
Ich zweifle - so wie @Origines - ebenfalls an, dass der Portier nach sieben Jahren hierzu noch glaubhaft auskunftsfähig war.

Und das Weckbuch? Hat es der Mossad, hat es der Wille? Wer hat es sonst? Ich denke der Papierkorb hatte es, nach all den Jahren war es längst entsorgt.

Das etwaige Argument, dass ein so vornehmes Haus Weckbücher nicht weg gibt sondern aufbewahrt, überzeugt mich nicht. Gerade ein auf Diskretion bedachtes Hotel wird diese Bücher nicht ewig aufbewahren. Und wahrscheinlich wurde es so gut vernichtet, der Mossad hätte es nicht besser machen können! :D


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Der Fall Uwe Barschel

28.08.2025 um 23:28
Zitat von Cpt.GermanicaCpt.Germanica schrieb:Und das Weckbuch? Hat es der Mossad, hat es der Wille? Wer hat es sonst? Ich denke der Papierkorb hatte es, nach all den Jahren war es längst entsorgt.
Nein, der BND ;-)
Sehe es genauso. 1.) ist die Eintragung in ein Weckbuch kein Beweis dafür, dass man auch geweckt werden will, wenn man sich eigentlich töten möchte. Wenn wir das Szenario unterstellen, man will sich selbst töten, es aber wie einen Mord aussehen lassen, ist es ja sogar konsequent den Weckruf zu bestellen. Man hat auch dem eigenen Bruder sein Kommen für 09:00 am Folgetag zum Frühstück in Yens versprochen. Wie passt das eigentlich mit einem Frühstück im Beau Rivage zusammen???
2.) gibt es keinen Beweis, dass der Eintrag gemacht wurde, nur eine Aussage, 7 Jahre danach, das ist nichts mehr wert.


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Der Fall Uwe Barschel

gestern um 00:33
Zitat von EdgarHEdgarH schrieb:Sehe es genauso. 1.) ist die Eintragung in ein Weckbuch kein Beweis dafür, dass man auch geweckt werden will, wenn man sich eigentlich töten möchte. Wenn wir das Szenario unterstellen, man will sich selbst töten, es aber wie einen Mord aussehen lassen, ist es ja sogar konsequent den Weckruf zu bestellen.
Ja, Vertuschung der Suizidabsicht.

Oder ein Suizident zögert bis zuletzt, ist hin und her gerissen. Dann wird eben der Weckruf bestellt, falls man es in der Nacht doch nicht fertig bringt ... sicher ist sicher!
Zitat von EdgarHEdgarH schrieb:Man hat auch dem eigenen Bruder sein Kommen für 09:00 am Folgetag zum Frühstück in Yens versprochen. Wie passt das eigentlich mit einem Frühstück im Beau Rivage zusammen???
Den Bruder hat er ja sogar das falsche Hotel gesagt, womöglich um nicht von diesem aus der Badewanne gerettet zu werden.
Zitat von EdgarHEdgarH schrieb:2.) gibt es keinen Beweis, dass der Eintrag gemacht wurde, nur eine Aussage, 7 Jahre danach, das ist nichts mehr wert.
Es ist maximal ein "könnte sein".


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Der Fall Uwe Barschel

gestern um 01:13
Zitat von Cpt.GermanicaCpt.Germanica schrieb:Oder ein Suizident zögert bis zuletzt, ist hin und her gerissen. Dann wird eben der Weckruf bestellt, falls man es in der Nacht doch nicht fertig bringt ... sicher ist sicher!
Das klingt für mich auch einleuchtend. Wobei ich das "Elephantengedächtnis" des Portiers nicht dermaßen erstaunlich finde. Immerhin wird er ja auch von dem Fall erfahren und sich dabei an den Auftrag erinnert haben, eben weil da eine aufsehenerregende Geschichte damit verbunden war. An andere Aufträge wird er sich natürlich nicht erinnert haben. Da man es nicht beweisen kann (nein, ich glaube auch nicht, dass Hotels ihre Weckbücher jahrelang aufheben), ist die Sache aber eh nicht weiter wichtig.


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