Der Fall Uwe Barschel
26.08.2025 um 09:44war die Tür nicht verschlossen oder angelehnt? hatte noch nie ein Hotelzimmer dessen Tür nicht von alleine Schloss...JLCP schrieb:Um etwa 1200 Uhr : Knauer geht ins Zimmer, (Tür war nicht verschlossen).
war die Tür nicht verschlossen oder angelehnt? hatte noch nie ein Hotelzimmer dessen Tür nicht von alleine Schloss...JLCP schrieb:Um etwa 1200 Uhr : Knauer geht ins Zimmer, (Tür war nicht verschlossen).
Dann bleiben vielleicht 50 oder 60 Zimmer, das ist auch noch genug.JLCP schrieb:Es gab Etagen-Kellner und wohl auch Etagen-Zimmermädchen, somit weit weniger als 300 Zimmer;
Die Türe war laut Stern-Reporter nicht verschlossen, sondern angelehnt. Wenn man sich die altehrwürdigen Türen des Hotels ansieht, dann waren es offenbar noch keine selbstschließenden.Student1980 schrieb:war die Tür nicht verschlossen oder angelehnt? hatte noch nie ein Hotelzimmer dessen Tür nicht von alleine Schloss...
Netter Gedanke. Mir ist nicht bekannt, dass die Medikamentenschachteln der toxikologischen Untersuchung widersprochen hätten. Sie waren auch im Zimmer vorhanden, weil die Schweizer Polizei ermittelt hat, wo die Medikamente hergestellt bzw. vertrieben wurden. So kamen Präparate aus dem Ostblock ("Faustan", frei verkäuflich in der DDR, bei uns als "Valium").Student1980 schrieb:es ist doch denkbar, daß die Medikamente ausgetauscht worden sind, so daß ein ahnungsloser UB sich ohne es zu wissen selbst vergiftet
Bei diesen Medikamenten handelt es sich aber nicht um die Medikamente, die im Körper von Uwe Barschel aufgefunden wurden, sondern wiederum um andere Medikamente, auch nicht die, die Dr. Barschel regelmäßig einzunehmen pflegte.Die LIdte der Packungen stimmte nicht mit dem toxikologischen Befund überein. Von etwaigen Packungen, die wohl zu diesem Befund gepasst hätten, ist keine Spur gefunden.
Vielen Dank für die Fundstelle, ich hatte den Bericht nicht mehr parat.JLCP schrieb:Herr Generalstaatsanwalt Rex schreibt in seinem Bericht auf S. 39 :
Barschel wird die Medikamentenschachteln gar nicht ins Hotel mitgebracht haben sondern nur deren Inhalt, also die Pillen.Origines schrieb:Stattdessen mutmaßt er, Barschel habe die Schachteln der suizidalen Dosis die Toilette hinunter gespült.
Hm. Wir haben da ein Problem, weil es zwar keine Schachteln des tödlichen Cocktails im Zimmer gegeben hat. Aber unzweifelhaft gab es Medikamentenschachteln mit weiteren Tabletten.Cpt.Germanica schrieb:Ist es nicht logisch, dass Barschel nicht mit den Schachteln umher gereist ist?
Ausweislich des Berichtes der Genfer Kriminalpolizei befand sich in einerQuelle: s.o. Ermittlungsvermerk OStA Wille, S. 19.
Tasche der Hose eine Schachtel Wyeth Tavor. (...[30 bis 35 Stück]). Ferner läßt sich einem Fernschreiben von
Interpol Schweiz vom 12.10.1987 entnehmen, daß auch die Medikamente Tramal,
Demetrin, Syntex und "Fiorinac" im Zimmer 317 aufgefunden worden sein dürften.
(Bei Tranal handelt es sich un ein stark wirksames Schnerzmittel, bei Demetrin
um ein Beruhigungsmittel und bei Syntex um Sexualhormone; ein Medikament mit
der Bezeichnung "Fiorinac" konnte in der einschlägigen Literatur nicht identi-
fiziert werden, wobei nicht ausgeschlossen werden kann, daß in diesem Punkte
ein Übertragungsfehler vorliegt). Auch der etwaige Verbleib dieser Präparate
ist ungeklärt. Nach den jetzigen Erkenntnissen enthält jedoch keines der
Medikamente unmittelbar in vorliegenden Fall zum Tode führende Wirkstoffe,
während zu dem in dem Fernschreiben mit "Fiorinac" bezeichneten Medikament
nicht keine Aussage gemacht werden kann.
Darüber hinaus wurden - gesichert - folgende Medikamente aufgefunden: Eine
Schachtel Diazepam - Ratiopharm mit 10 Tabletten, zwei Kapseln Grippostad und
drei Tabeletten Doregrippin.
Aber ein Mörder, der eine völlig unübersichtliche Lage zurücklassen möchte, würde vielleicht so etwas absichtlich zustandebringen. Das gleiche gilt übrigens für einen Suizid, wenn auch ich mir kaum vorstellen kann, dass der sich in seinen letzten Stunden mit so etwas befasst. Gibt es Beispiele, in denen ein Suizid so dargestellt wurde, als sei es ein Mord (und dann auch noch so uneindeutig wie in diesem Fall)?Cpt.Germanica schrieb:Ein Mörder, der einen Suizid vortäuschen möchte, würde wohl kaum falsche Packungen zurück lassen (nur bevor die Diskussion wieder los geht).
der ganze Fall ist so verworren, daß ich immer mehr mir vorstellen kann, daß es ein Zeichen sein soll auf den Urheber der Tat. Und das dieses Zeichen sehr wohl verstanden sein soll und eventuell auch wird von denen, die gemeint waren. sehr banal: einm wenig wie Zorro, der mit seinem Degen ein Z in die Oberbekleidung sticht.JLCP schrieb:Aber ein Mörder, der eine völlig unübersichtliche Lage zurücklassen möchte, würde vielleicht so etwas absichtlich zustandebringen. Das gleiche gilt übrigens für einen Suizid, wenn auch ich mir kaum vorstellen kann, dass der sich in seinen letzten Stunden mit so etwas befasst. Gibt es Beispiele, in denen ein Suizid so dargestellt wurde, als sei es ein Mord (und dann auch noch so uneindeutig wie in diesem Fall)?
ich habe echt die Übersicht verloren, wie bitte war die Lage? Es gab Verpackungen, die sind aber von der Polizei entsorgt worden? Oder / und diese passten nicht zu den Medikamenten?Origines schrieb:Die Herkunft der tödlichen Medikamente und der Verbleib von Behältnissen/Schachteln ist also ungeklärt.
tja, könnte schon sein, aber ich habe immer mehr die wage Ahnung, das von Seiten der Auffindenden etwas anders dargestellt sein könnte.JLCP schrieb:Knauer berichtet, dass im Badezimmer ein warmes, feuchtes Klima herrschte (https://www.spiegel.de/politik/der-tote-von-zimmer-317-a-40212bd8-0002-0001-0000-000053203432).
Rex (https://doczz.net/doc/5775570/beitrag-von-generalstaatsanwalt-erhard-rex---schleswig) vermerkt, dass die Temperatur des Wassermischers auf 27 Grad eingestellt war, also ziemlich kühl. Dies stimme zu Empfehlungen aus dem „Suizid-Handbuch“.
Ein Bad mit dieser Wassertemperatur wirkt m.E. kaum „warm und feucht“. oder irre ich mich da?
Ja. Ich hatte auf eine Liste aus den Ermittlungsakten der StA Lübeck verwiesen. Die letzte Spalte ist die Zahl der mutmaßlich eingenommenen Tabletten (in Abhängigkeit von der Stärke des Präparats). Bei Tavor konnten nur Spuren festgestellt werden.JLCP schrieb:Gibt es eigentlich Berechnungen, aus denen hervorgeht, wieviel jeweilige Tabletten/Kapseln Barschel hätte nehmen müssen, um die im toxikologischen Befund ermittelten Werte zu erreichen?
Nun ja, das sind solche Details, dass die Zeugen einfach unzuverlässig sind. Zum Zeitpunkt ihrer Wahrnehmung und auch bei den Ermittlungen vor Ort hat niemand geahnt, dass Mordtheorien auftauchen. Das gesamte äußere Geschehen enthielt keine Hinweise auf Fremdeinwirkung oder Gewalt. Dementsprechend wurde ermittelt, wie das bei Suizid der Fall ist. Und ich bin mir sicher, das war nicht der erste Fall mit Tabletten und Badewanne.JLCP schrieb:Sowohl die Zimmertür als auch die Medikamenten(packungen) sind ein Gewirr. Das hätte sich kein Krimi-Autor einfallen lassen.
Das Bad hatte kein Fenster. Das Licht war aus, die Lüftung dürfte also nicht gelaufen sein. Bei 27 Grad "dampft" es nicht, aber natürlich verdunstet Wasser. Auch über Barschels Kleidung und den Körper (siehe die nassen Haare) verdunstete Wasser. Ansonsten müssen wir diesen Eindruck des Zeugen so nehmen, wie er ist. Unglaubhaft ist das nicht.JLCP schrieb:Ein Bad mit dieser Wassertemperatur wirkt m.E. kaum „warm und feucht“. oder irre ich mich da?
Zu 1. Kommt darauf an. Was ein böser Geheimdienst aber sicher gemacht hätte: Den bewusstlosen Barschel in der Wanne an den Füßen ziehen, damit sein Kopf unter die Wasserlinie kommt. Nur dann wäre der Tod 100%ig sicher gewesen. Man hätte ihn nicht noch stundenlang bewusstlos in der Wanne liegen lassen - mit der Gefahr der Entdeckung und Rettung.Student1980 schrieb:1. Wenn UB ermordet worden wäre, weshalb ist die Tötung so ostentativ zur Schau gestellt worden, und nicht eine eher diskretere Möglichkeit gewählt worden? Wollte man sehen lassen, wer es war, so ähnlich wie bei Novichok?
2. kann man ausschließen , daß die Journalisten mehr in der Tatraum eingegriffen haben, als man denkt?
Es geht das Gerücht um, dass Wille sich das aus den Lübecker Asservaten bedient haben soll. Vielleicht stammt die Info sogar von ihm selbst.Student1980 schrieb:Von Jean-Paul Sartre "Das Ekel".
PS: Zu 2.Student1980 schrieb:2. kann man ausschließen , daß die Journalisten mehr in der Tatraum eingegriffen haben, als man denkt?
Danke, ist mir bekannt.Origines schrieb:Wir haben da ein Problem, weil es zwar keine Schachteln des tödlichen Cocktails im Zimmer gegeben hat. Aber unzweifelhaft gab es Medikamentenschachteln mit weiteren Tabletten.
Oder in einer Pausenbrottüte, aus Papier oder aus Kunststoff.Origines schrieb:Dass Barschel seinen Cocktail in eigenen Döschen oder Blistern mitgebracht hat, ist gut denkbar
Kann Barschel entsorgt haben, eine zerkleinerte, von Hand in kleine Fetzen zerrissene Pausenbrottüte aus Papier sogar in der Toilette seines Zimmers.Origines schrieb:aber es wurden wohl keine leeren Transportbehältnisse aufgefunden.
Die Herkunft ist wohl das kleinere Problem, für den Verbleib der Schachtel habe ich oben eine Hypothese aufgestellt - er hatte sie womöglich gar nicht mitgebracht:Origines schrieb:Die Herkunft der tödlichen Medikamente und der Verbleib von Behältnissen/Schachteln ist also ungeklärt.
27 Grad in einem kleinen Badezimmer vielleicht schon; fraglich ist aber, ob man von der Wassertemperatur auf die Lufttemperatur und damit -feuchte schließen kann. Dazu kennen wir Knauers individuelles Empfinden nicht.JLCP schrieb:Knauer berichtet, dass im Badezimmer ein warmes, feuchtes Klima herrschte (https://www.spiegel.de/politik/der-tote-von-zimmer-317-a-40212bd8-0002-0001-0000-000053203432).
Rex (https://doczz.net/doc/5775570/beitrag-von-generalstaatsanwalt-erhard-rex---schleswig) vermerkt, dass die Temperatur des Wassermischers auf 27 Grad eingestellt war, also ziemlich kühl. Dies stimme zu Empfehlungen aus dem „Suizid-Handbuch“.
Ein Bad mit dieser Wassertemperatur wirkt m.E. kaum „warm und feucht“. oder irre ich mich da?
Weiter:Origines schrieb:Das Bad hatte kein Fenster. Das Licht war aus, die Lüftung dürfte also nicht gelaufen sein. Bei 27 Grad "dampft" es nicht, aber natürlich verdunstet Wasser. Auch über Barschels Kleidung und den Körper (siehe die nassen Haare) verdunstete Wasser. Ansonsten müssen wir diesen Eindruck des Zeugen so nehmen, wie er ist. Unglaubhaft ist das nicht.
Was ist an einem Suizid ostentativ? Wenn man nicht so verschwindet, dass man nicht gefunden wird, also spurlos, ist die Auffindesituation immer ostentativ, egal ob Badewanne, Kopfschuss, Strick, Zug, Balkonsprung, ...Student1980 schrieb:1. Wenn UB ermordet worden wäre, weshalb ist die Tötung so ostentativ zur Schau gestellt worden, und nicht eine eher diskretere Möglichkeit gewählt worden? Wollte man sehen lassen, wer es war, so ähnlich wie bei Novichok?
Nein. Genau das ist seit Längerem mein Ansatzpunkt. Und nicht nur meiner:Student1980 schrieb:2. kann man ausschließen , daß die Journalisten mehr in der Tatraum eingegriffen haben, als man denkt?
Das Buch hatten wir weiter oben schon mal.Student1980 schrieb:auf dem Bett wurde ein Buch gefunden.
Es war (vorübergehend) in seinem Besitz:Student1980 schrieb:3. Stimmt es, daß das Buch heute im Besitz von Herrn Wille ist?
Das Justizministerium überprüfte den Vorgang und entdeckte eine weitere Lücke: „Gesammelte Werke“ von Jean Paul Sartre, die Barschel mit im Hotel hatte. „Es konnte festgestellt werden, dass dieses Buch sich im privaten Besitz des leitenden Oberstaatsanwaltes a.D. befindet“, sagte Schmalfuß fast genau 24 Jahre nach dem Tod Barschels. Ob ein Disziplinarverfahren gegen Wille eingeleitet wird, prüft die Generalstaatsanwaltschaft.Quelle: https://www.morgenpost.de/politik/article105306725/Chefermittler-nimmt-Barschel-Buch-mit-nach-Hause.html
Es war das Buch „Gesammelte Werke“ (s. o.).Student1980 schrieb:4. War es das Buch "Der Ekel"?
Wozu? Er kann ja nicht mal damit rechnen, dass so sauber obduziert werden wird, dass die "medikamentösen Unstimmigkeiten", also die Widersprüchliche zwischen Obduktionsbericht und aufgefunden Medikamentenschachteln, aufgedeckt werden.JLCP schrieb:Aber ein Mörder, der eine völlig unübersichtliche Lage zurücklassen möchte, würde vielleicht so etwas absichtlich zustandebringen.
Und wie wurde das "Z" gestochen?Student1980 schrieb:der ganze Fall ist so verworren, daß ich immer mehr mir vorstellen kann, daß es ein Zeichen sein soll auf den Urheber der Tat. Und das dieses Zeichen sehr wohl verstanden sein soll und eventuell auch wird von denen, die gemeint waren. sehr banal: einm wenig wie Zorro, der mit seinem Degen ein Z in die Oberbekleidung sticht.
Tatsächlich ist er erst in den Morgenstunden/am frühen Vormittag verstorben.Origines schrieb:Was ein böser Geheimdienst aber sicher gemacht hätte: Den bewusstlosen Barschel in der Wanne an den Füßen ziehen, damit sein Kopf unter die Wasserlinie kommt. Nur dann wäre der Tod 100%ig sicher gewesen. Man hätte ihn nicht noch stundenlang bewusstlos in der Wanne liegen lassen - mit der Gefahr der Entdeckung und Rettung.
Wieso? Nicht mal vor Gericht wird jedem Zeugen vorbehaltlos geglaubt.Origines schrieb:Kriminalistisch ist es einfach: Da es keine konkreten oder generellen Anhaltspunkte gibt, die den Aussagen entgegen stehen, muss man sie als zutreffend betrachten.
Sebastian Knauer: Ich wusste einfach nicht, was ich von dem gruseligen Szenario halten sollte. War es überhaupt Barschel, der da in der Wanne lag? Schlief er oder war er alkoholisiert? Ich spürte nur: Hier war etwas Grauenhaftes passiert. Dann wollte ich mich absichern, weil ich befürchtete, in dieser halblegalen Situation – ich hatte ja ein unverschlossenes Zimmer betreten – in einen undurchsichtigen Kriminalfall verwickelt zu werden. Vorher hatte ich schon von meinem außerhalb des Zimmers wartenden Kollegen Hanns-Jörg Anders, STERN-Fotograf, die Notizen auf dem Nachttisch des leeren Schlafzimmers ablichten lassen, jetzt machte ich noch Aufnahmen vom Mann in der Badewanne.Quelle: https://culturmag.de/rubriken/buecher/peter-munder-befragt-sebastian-knauer-zu-uwe-barschel/34882
Das Fazit, das Erhard Eppler in seinem Vorwort zu meinem Band „Barschel-Die Akte“ zieht, ist jedenfalls nachvollziehbar und für mich überzeugend: Er schreibt da: „Ich habe nie daran gezweifelt, dass Barschel sich selbst umgebracht hat. Die Akten, aber auch die Logik dieses Doppellebens sprechen dafür. Wenn bekannt wurde, was nie hätte bekannt werden sollen, war der Absturz zu tief. Wie soll, wer so von Macht und Geltung lebt, als Verfemter weiterleben?“Quelle: https://culturmag.de/rubriken/buecher/peter-munder-befragt-sebastian-knauer-zu-uwe-barschel/34882
Noch eine These, Behördenschlamperei:Origines schrieb:Wir haben da ein Problem, weil es zwar keine Schachteln des tödlichen Cocktails im Zimmer gegeben hat. Aber unzweifelhaft gab es Medikamentenschachteln mit weiteren Tabletten.
Auch ich glaube Knauer nicht jedes Wort. So könnte er über die Schuhe gestolpert sein, Notizen so hingelegt haben, dass man sie gut fotografieren kann, in Schubladen geschaut oder Barschels Reisegepäck geflöht haben. Das halte ich persönlich sogar für wahrscheinlich. Reporter-Handwerk. Nur gibt es eben kein Indiz, dass dem so war - außer die recht allgemeine Annahme, Reporter sagen nie die ganze Wahrheit und wühlen immer gerne in fremden Sachen.Cpt.Germanica schrieb:Wieso? Nicht mal vor Gericht wird jedem Zeugen vorbehaltlos geglaubt.
Ich persönlich halte Knauer für hinterfragungswürdig. Hier z. B. dürfte er "flunkern":
Hm. Ist denkbar. Es handelte sich jedoch um 9 verschiedene Präparate mit mindestens 30 (eher 50 oder mehr) bis zu 120 (oder mehr) Tabletten, je nach Stärke des Präparats. Gehen wir einfach mal von 80 Tabletten aus. Die werden nicht lose in einer Papiertüte rumgeflogen sein. Er hätte auch nicht gewusst, welches Präparat er zu sich nimmt, hätte eine Handvoll nach der anderen schlucken müssen.Cpt.Germanica schrieb:Oder in einer Pausenbrottüte, aus Papier oder aus Kunststoff.
Bin ich immer ein großer Fan von. Klar, ist denkbar. Wir haben nur nichts in der Hand.Cpt.Germanica schrieb:Noch eine These, Behördenschlamperei:
Nun wir haben aber den Vorteil nicht vor Gericht zu sein und spekulieren zu dürfen. Und ich halte viele der Spekulationen hier im Thread für diskutabel (VTs ausgenommen).Origines schrieb:Ein Gericht hätte aber mit so einer allgemeinen Begründung Probleme. Der Richter müsste sagen: "Ich glaube Ihnen nicht, Herr Knauer, aber ich kann Ihnen das Gegenteil nicht beweisen."
Ich halte es eben für sehr wahrscheinlich, dass er alles, was sich beseitigen lies, auch beseitigt hat, aus nichts weniger als Scham.Origines schrieb:Macht 9 Tütchen, das wieder in einer Plastik- oder Papiertüte. Wenn man dergleichen nicht gefunden hat, bleibt also die Frage, woher die Medikamente kamen und was mit ihrer Verpackung geschah.
Was ich allerdings grundsätzlich überhaupt nicht ausschließen würde.Origines schrieb:hätte eine Handvoll nach der anderen schlucken müssen.
Oder aus anderen Gründen. Da nie aufgeklärt werden konnte, woher er die Medikamente hatte, v.a. das mit Sicherheit tödliche Barbiturat, kann es gut sein, dass er die eingenommenen Dosen aus trüben Quellen hatte. Stichwort Sterbehelfer oder so etwas. Und da hatte er vielleicht auch Interesse, diese Quelle zu schützen. Keinen Anhaltspunkt zu hinterlassen, wer ihm geholfen hat.Cpt.Germanica schrieb:Ich halte es eben für sehr wahrscheinlich, dass er alles, was sich beseitigen lies, auch beseitigt hat, aus nichts weniger als Scham.
Yep.BoobSinclar schrieb:Was ich allerdings grundsätzlich überhaupt nicht ausschließen würde.
Ach, das kann man immer fragen, zumal Ermittlungsfehler der Polizei ja nicht bestritten werden können. Allerdings waren es zwei Obduktionen, eine in Genf und eine - auf Veranlassung der Familie - in Hamburg. Sie kamen im Wesentlichen zum selben Ergebnis. Ich denke, das Ergebnis ist sehr zuverlässig, zumal Prof. Janssen und Prof. Pöschel aus Hamburg vor einigen Jahren nochmals ausdrücklich erklärt haben, es sei Suizid gewesen und man solle Herrn Barschel endlich mal ruhen lassen.Cpt.Germanica schrieb:Zudem mein Gedanke: Wie zuverlässig war die Obduktion überhaupt? (Auch wenn jetzt womöglich wieder einige VT'ler auf den Plan treten ...).