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Der Fall Uwe Barschel

1.763 Beiträge ▪ Schlüsselwörter: Krawatte, Lösungsmittel Auf Dem Badevorleger, Abgerissener Hemdknopfes ▪ Abonnieren: Feed E-Mail

Der Fall Uwe Barschel

gestern um 20:01
Zitat von OriginesOrigines schrieb:So gefragt: Wir wissen es nicht positiv. Ich kenne nicht die Genfer Akten.

Aber die StA Lübeck müsste die Akten ja bekommen haben. Und wenn das für eine deutsche Kriminalkommissarin eine News war, dann hatten zumindest die Lübecker diese Info nicht.
Also eigentlich wissen wir gar nichts.

Vielleicht hat der Portier 1987 der Polizei vom 7-Uhr-Weckruf erzählt, vielleicht nicht (warum auch immer nicht, Menschen sind manchmal sonderbar).

Vielleicht fand der Sachverhalt in dem Durcheinander ganz einfach nur keinen Einzug in die polizeilichen Akten (Schlamperei, Überforderung).

Falls doch ist er vielleicht im Archiv verschollen.

Vielleicht ist er auch bis nach Norddeutschland gelangt, aber dort übersehen worden.

[Pause]

Ich finde diesen angeblichen Weckruf zwar sehr interessant und - auf den allerersten Blick! - geradezu spektakulär.

Aber im Endeffekt ist es nichts, weswegen man die Barschel-Geschichte neu schreiben müsste (vor allem wenn man nicht mal weiß wie).
Zitat von OriginesOrigines schrieb:Laut Ermittlungsvermerk der StA Lübeck habe die Austrittstemperatur am Wasserhahn 23 Grad betragen, nicht 27 Grad wie eingestellt.

Exkurs: Wenn die Genfer Polizei so pingelig war und das gemessen hat, macht es keinen Sinn, dass sie nicht die Wassertemperatur der Badewanne gemessen haben - wie Wille behauptet. Wie gesagt: Wir kennen nicht die Genfer Akten und wissen auch nicht, was in Lübeck davon angekommen ist - oder dort versaubeutelt und den Genfern in die Schuhe geschoben wurde...


23 Grad finde ich jetzt nicht gerade warm. Das ist subjektiv im Freibad kühl. Der Körper mit 37 Grad müsste da das Wasser theoretisch noch aufwärmen. Und die Temperatur des Wassers dürfte eigentlich nicht unter Zimmertemperatur gesunken sein. Da es in Bädern immer etwas wärmer ist: 23 Grad. Somit hätte sich zwischen Einlass und Auffinden die Temperatur nicht wesentlich verändert.

Ein hurtige Recherche erbringt: Wassertemperaturen von 22 Grad können zur Unterkühlung führen (v.a. bei Bewegungslosigkeit). Beginnende Lungenentzündung war wohl Folge davon. Aber halt auch nicht gleich zum Tod.

Brrrrr. Also ich würde mich nicht in eine Badewanne mit 23 Grad "warmen" Wasser legen. Auch nicht angezogen. Aber vielleicht war Barschel schon so weggetreten, dass er das nicht mehr gespürt hat (er hätte ja auch den Mischhebel auf 37 Grad stellen können).
Leute!!!! Mischhebel !!! :D

Habt Ihr schon mal gebadet? ;)

Wenn die Schlussposition bei effektiv 23 Grad war heißt das doch nicht, dass Barschel nicht vorübergehend heißeres Wasser hat einlaufen lassen. Meist fangt man doch heißer an und korrigiert dann nach.


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Der Fall Uwe Barschel

gestern um 20:05
Zitat von JLCPJLCP schrieb:Hätte die BAZ sich nicht dagegen gewehrt?
Vermutlich nicht. Aus Medien wird viel falsch oder entstellt zitiert, da hätte man viel zu tun, kontrollieren, abmahnen usw. Ansonsten zum Argument: Ja, kann auch stimmen, was die "Welt" aus der "Baseler Zeitung" zitiert.

Es ist ja von mehreren Kanälen die Rede. Prinzipiell dürfte die Zusammenarbeit mit dem Anrainerstaat Schweiz gut gewesen sein. V.a. auf Arbeitsebene, also außerhalb der Politik. Polizei mit Polizei, Justiz mit Justiz.

Ansonsten findet solcher Austausch immer auf gleicher Augenhöhe statt, also Minister mit Minister, Staatssekretär mit Staatssekretär, Behördenchef mit Behördenchef. Da geht es aber eigentlich nicht um Feinheiten, sondern um Fragen der Zusammenarbeit. Und eben politische Fragen.
Zitat von Cpt.GermanicaCpt.Germanica schrieb:Wenn die Schlussposition bei effektiv 23 Grad war heißt das doch nicht, dass Barschel nicht vorübergehend heißeres Wasser hat einlaufen lassen. Meist fangt man doch heißer an und korrigiert dann nach.
Also Du meinst, er hat zuerst z.B. 37 Grad gewählt, dann die Fingerprobe gemacht, es für zu heiß befunden - und dann auf nominal 27 Grad heruntergeregelt?

Bingo. Sauguter Gedanke. Wie lange das Wasser braucht, um runter zu kühlen? Kann mir einfach nicht vorstellen, dass sie nicht das Wannenwasser gemessen haben, wenn sie das beim Ausfluss taten. Egal. Wenn keine Lüftung an war, dann erklärt das auch den Dampf im Bad, den Knauer wahr genommen haben will.


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Der Fall Uwe Barschel

gestern um 20:45
Zitat von Cpt.GermanicaCpt.Germanica schrieb:Ich finde diesen angeblichen Weckruf zwar sehr interessant und - auf den allerersten Blick! - geradezu spektakulär.

Aber im Endeffekt ist es nichts, weswegen man die Barschel-Geschichte neu schreiben müsste (vor allem wenn man nicht mal weiß wie).
Ich wüsste sehr gern, wie in Hotels dieser Klasse die “Vorschiften” sind für den Fall, dass ein Weckruf “ins leere läuft”: Schickt man nach mehrmaligem Anruf jemanden auf das Zimmer, um nachzusehen, was los ist ? Der Weckruf könnte ja auch durch technischen Fehler nicht beim Gast ankommen, wenn der dann seinen Flieger verpasst, gibt das Ärger; oder Schlimmeres: der Gast ist schwer krank, liegt im Sterben, oder wie hier ist vielleicht schon tot).

Deshalb ist wichtig, ob ein Weckauftrag vorlag, ob diesem auch um 0700 nachgefolgt wurde, und was daraufhin weiter geschah.

Vielleicht war der Portier am Samstagabend, beim Einchecken von Herrn Barschel, nicht derselbe, der am Sonntagmorgen Dienst hatte. Die Polizei hat ihn dadurch vielleicht überhaupt nicht gesehen und gesprochen.


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Der Fall Uwe Barschel

gestern um 21:44
Zitat von BoobSinclarBoobSinclar schrieb:Der ganze Welt-Artikel ist eine einzige Räuberpistole, die in weiten Teilen längst widerlegt ist oder längst widerlegtes wiederholt.

Eiswasser. Rektale Zuführung. Schlauch in Magen. Brandenburger. Ostrowsky. Und auch das hier:
Die fünf Attentäter flüchteten nicht, bevor sie das Zimmer aufgeräumt und ihre Spuren verwischt hatten. Das versteht sich von selbst für Profis vom israelischen Geheimdienst Mossad.
Quelle: https://www.welt.de/politik/deutschland/article103834331/Spur-nach-Israel-Uwe-Barschel-der-Tote-in-Zimmer-317.html
Die WELT ist eines der konservativen Medien, die Barschel am liebsten rehabilitiert sähen. Das zieht sich beinahe wie ein roter Faden durch die Berichterstattungen und Jahre.

Warum sie das sich – und vor allem ihren Lesern – antut sei mal dahin gestellt, aber vielleicht ist es nur eine lapidare Mischung aus redaktionellem bzw. politischem Wunschdenken und kaufmännischer Kundenorientierung: Man schreibt was das Klientel lesen mag!

Jedenfalls war sie sich in einem Artikel im Jahre 2012 nicht mal zu schade sinngemäß zu behaupten, Engholms Meineid (Stichwort Schubladenaffäre) würde belegen, dass Barschel nicht die Unwahrheit gesagt hat, als er sein großes Ehrenwort gab. Eine stringente, stichhaltige Begründung blieb sie freilich schuldig.

Das ganze gipfelte dann in der heischerischen Mutmaßung, dass Pfeiffer womöglich im Auftrag der SPD gehandelt hat und Barschel damit das eigentliche Opfer war. Schöne konservative Welt!

Den Spieß umdrehen nennt man das wohl. Wer sich's antun mag:

https://www.welt.de/incoming/article106142941/Diese-Luege-ist-glatt-gelogen.html

Und bevor jetzt wieder einige ins Grübeln kommen - niemals die von Günther Potschien, CDU (!!!), für 1977 belegten Barscheleien vergessen:

https://www.spiegel.de/geschichte/cdu-politiker-uwe-barschel-schmutzige-tricks-schon-in-den-70ern-a-1221846.html
https://www.spiegel.de/fotostrecke/eid-ehrenwort-tod-eines-politikers-tricky-barschel-fotostrecke-162881.html

Und dann wäre da noch die Sache mit den Doktorarbeiten des Dr. Dr. Barschel:
Wie später herauskam, hatte Dr. Dr. Uwe Barschel sogar seine beiden Doktorarbeiten von ergebenen Hilfskräften aus der CDU schreiben lassen.
Quelle: https://www.sueddeutsche.de/medien/der-fall-barschel-im-ersten-wer-toetete-uwe-barschel-1.2850762

Ganz ehrlich liebe WELT, bei solchen Leuten stehe ich auf und gehe, noch bevor sie das Wort "Ehrenwort" zu Ende gesprochen haben ...


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Der Fall Uwe Barschel

um 00:37
Zitat von Cpt.GermanicaCpt.Germanica schrieb:Wenn die Schlussposition bei effektiv 23 Grad war
Brillant!

@Origines
Ich hatte 27 Grad im Kopf- aber offensichtlich mit dann falsch gemerkt.
Zitat von JLCPJLCP schrieb:Ich wüsste sehr gern, wie in Hotels dieser Klasse die “Vorschiften” sind für den Fall, dass ein Weckruf “ins leere läuft”: Schickt man nach mehrmaligem Anruf jemanden auf das Zimmer, um nachzusehen, was los ist ? Der Weckruf könnte ja auch durch technischen Fehler nicht beim Gast ankommen, wenn der dann seinen Flieger verpasst, gibt das Ärger; oder Schlimmeres: der Gast ist schwer krank, liegt im Sterben, oder wie hier ist vielleicht schon tot).
Absolut richtige Frage!
Die Frage ist was wiegt für ein absolutes Tophotel mehr: dass der Gast zur gewünschten Zeit geweckt wird, oder dass man - nach mehreren erfolglosen Anrufen- akzeptiert dass niemand ran ging?
Schwer zu beurteilen- denke eher erstes. Gab es damals schon Anrufcomputer? Denke eher nein, da hat noch ein Rezeptionist selbst angerufen… Ich würde behaupten, wenn man dreimal anruft, schickt man jemand hoch und lässt klopfen? Ist nicht passiert- zumindest gibt es dazu keine Info. Könnte ein Indiz sein, dass es den Weckruf im Weckbuch nie gab.


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Der Fall Uwe Barschel

um 00:45
Zum Thema Weckruf habe ich ein bisschen recherchiert:
Was passiert, wenn der Gast den Weckruf nicht annimmt?
Ergebnis:
In sehr guten Hotels ist es Standard, die Sicherheit des Gastes ernst zu nehmen. Wenn der Gast nach mehreren Versuchen nicht reagiert, informiert die Rezeption meist den Concierge oder den Guest Service.

Bestätigt also meine initiale Vermutung: evtl. Gab es den Eintrag im Weckbuch dann gar nicht?


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Der Fall Uwe Barschel

um 02:27
Zitat von EdgarHEdgarH schrieb:Bestätigt also meine initiale Vermutung: evtl. Gab es den Eintrag im Weckbuch dann gar nicht?
Oder wurde entgegen dem "Protokoll" niemand zum Nachschauen geschickt? (Versehen, Schlamperei, ...)

Oder wurde der Weckruf doch gar nicht beantragt? (Warum auch immer der Portier sich dann anders erinnert hat.)


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Der Fall Uwe Barschel

um 04:06
Hat das Buch von Victor Ostrovsky den Tod von Uwe Barschel nicht hinreichend erklärt?

Ostrovsky mag umstritten sein, aber Ärzte sagen, toxikologisch könne es so gewesen sein (mit mehreren verabreichten Medikamenten).


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Der Fall Uwe Barschel

um 05:35
Zitat von MomjulMomjul schrieb:Hat das Buch von Victor Ostrovsky den Tod von Uwe Barschel nicht hinreichend erklärt?

Ostrovsky mag umstritten sein, aber Ärzte sagen, toxikologisch könne es so gewesen sein (mit mehreren verabreichten Medikamenten).
@Momjul:

Ostrovsky war hier erst im Januar Thema: Beitrag von geeky (Seite 80)

Der folgende Satz fasst wohl am besten zusammen, was von Ostrovsky angeblicher Mossad-Quelle zu halten ist:
Zitat von geekygeeky schrieb am 07.01.2025:Ostrovsky brachte sein Buch im Herbst 1994 heraus und verkaufte darin Brandenbergers Spekulationen vom Frühjahr zum Tathergang nahezu wortgleich als "Informationen eines Mossad-Kollegen".
Also entweder war Brandenberger Mossad-Kollege Ostrovskys, oder letzterer wollte einfach Kasse machen! :D


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Der Fall Uwe Barschel

um 06:01
Zitat von MomjulMomjul schrieb:Ostrovsky mag umstritten sein, aber Ärzte sagen, toxikologisch könne es so gewesen sein
@Cpt.Germanica

Es geht noch kürzer: Brandenburger fabuliert Thesen, Ostrovsky nimmt das begeistert in sein fabuliertes Buch auf und Brandenburger nimmt das dann als Bestätigung seiner fabulierten Thesen.

Ostrovsky war 14 Monate als Offizier im unteren Rang beim Mossad und wurde gefeuert. Zur Zeit von Barschels Tod war er lange nicht mehr beim Mossad. Er war nicht dabei, er hat keine Ahnung. Brandenburger hat Dinge theoretisiert, die von den Obduktionsberichten gar nicht gedeckt sind. Er war nicht dabei, er hat keine Ahnung. Und die beiden bestätigen sich gegenseitig.


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Der Fall Uwe Barschel

um 06:45
Zitat von BoobSinclarBoobSinclar schrieb:Brandenburger hat Dinge theoretisiert, die von den Obduktionsberichten gar nicht gedeckt sind. Er war nicht dabei, er hat keine Ahnung.
@BoobSinclar:

Vielleicht sollte man der Vollständigkeit halber bzw. der Erhellung wegen noch erwähnen, dass Brandenberger im Auftrag der Fam. Barschel agierte:
Im Auftrag der Hinterbliebenen Uwe Barschels verfasste er mehrere forensisch-toxikologische Gutachten und Stellungnahmen.
Quelle: Wikipedia: Hans Brandenberger (Toxikologe)


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