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Der Fall Jens Söring

11.567 Beiträge, Schlüsselwörter: Mord, Kino, Gefängnis, Messer, Karten, Sohn, Doppelmord, Unschuldig, Richter, Schuldig, Briefe + 24 weitere
Zu diesem Thema gibt es eine von Diskussionsteilnehmern erstellte Zusammenfassung im Themen-Wiki.
Themen-Wiki: Der Fall Jens Söring
minu16
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Der Fall Jens Söring

28.02.2014 um 18:32
Jens Söring wurde als Sohn eines deutschen Diplomaten in Thailand geboren. 1984 begann er, an der Universität von Virginia zu studieren und verliebte sich in die zwei Jahre ältere Studentin Elizabeth Haysom. Am 30. März 1985 wurden deren Eltern, Derek und Nancy Haysom, in ihrem Haus ermordet. Ein Nachbar fand die Eltern Haysom einige Tage später. Nancy Haysom lag in der Küche, ihr Mann Derek zwischen Ess- und Wohnzimmer. Beiden war beinahe der Kopf vom Rumpf getrennt worden. Sie hatten mit ihrem Mörder oder ihren Mördern zuvor offenbar gegessen und getrunken.[1]

Als die Polizei ihre Ermittlungen auf Söring ausdehnte, flüchtete er im Oktober mit Elizabeth aus den USA.[2] Am 30. April 1986 wurde das Paar in London wegen Scheckbetrugs und Ladendiebstahls verhaftet.[3] Zunächst behaupteten beide, des Mordes schuldig zu sein, später zogen sie ihre Geständnisse zurück.

Nach der Auslieferung an die USA beschuldigte Elizabeth Haysom in ihrem Prozess 1987 Jens des Mordes und bekannte sich selbst der Anstiftung zum Mord für schuldig; dafür wurde sie in Virginia zu 90 Jahren Haft verurteilt. Jens Söring, der seine Unschuld beteuerte, wurde 1990 nach einer Entscheidung[4] des Europäischen Gerichtshofes für Menschenrechte unter der Voraussetzung, nicht zum Tode verurteilt zu werden, von Großbritannien an die USA ausgeliefert und dort zu zweimal lebenslanger Haft verurteilt.

Vor Gericht sagte Jens Söring aus, er habe seine Freundin, die die Morde verübt habe, mit seinem Geständnis vor der Todesstrafe bewahren wollen, und er sei davon ausgegangen, dass er wie sein Vater diplomatische Immunität genieße und schlimmstenfalls nach einer Auslieferung in Deutschland nach dem Jugendstrafrecht verurteilt werden würde. Für die Staatsanwaltschaft kam nur Söring als Täter in Frage. Seine Freundin Elizabeth Haysom sei allenfalls Anstifterin. Mit dieser Version überzeugte die Staatsanwaltschaft am Ende eines emotional aufgeladenen und im Fernsehen übertragenen Prozesses die Jury.

Einige Kritiker bezeichnen die Indizienkette als zweifelhaft, nach öffentlicher Aussage eines Mitglieds der Jury einige Tage nach dem Urteil war das ausschlaggebende Indiz ein am Tatort gefundener Sockenabdruck, der den ermittelnden Beamten nach von Söring stammte. Vor der Präsentation dieses Indizes war laut seiner Aussage die Abstimmung 6 zu 6.

Der Richter im Prozess erklärte Söring bereits vor Prozessbeginn in einem Interview für schuldig[5] und war zudem mit der Familie der Opfer persönlich bekannt.[6]
Seit dem 30. April 1986 sitzt Jens Söring ununterbrochen in Haft. Er ist derzeit im „Buckingham Correctional Center“ in Dillwyn, Virginia inhaftiert. Im Jahr 2001 lehnte der Oberste Gerichtshof der Vereinigten Staaten seine Revision endgültig ab. Söring überwarf sich mit seinem Vater, der ihn bis dahin unterstützt hatte, und fand zeitweise zum katholischen Glauben.

Am 11. August 2010 lehnte die Gnadenkommission von Virginia zum sechsten Mal ein Gnadengesuch von Söring ab - wie zuvor auch diesmal wegen der Schwere des Verbrechens.

Am 24. Juli 2011 wurde sein Gnadengesuch zum siebten Mal abgelehnt, trotz einiger DNS-Tests und der Aussage eines neuen Zeugen, der ihn nach 26 Jahren entlastet.


Hier der Fimfall dazu:




Was meint ihr,ist er unschuldig?
Ich denke,das dieser Fall ähnlich ist wie Debra Milke


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minu16
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Der Fall Jens Söring

28.02.2014 um 18:42
Es gibt viel über Jens im Netz,hier nochmal ein Beitrag.



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Der Fall Jens Söring

28.02.2014 um 22:15
er heisst Söring...


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Der Fall Jens Söring

28.02.2014 um 22:16
ich denke , die Elisabeth war es.


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Der Fall Jens Söring

01.03.2014 um 01:18
@vegani
Hast Du dazu vielleicht ein paar Argumente?


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minu16
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Der Fall Jens Söring

01.03.2014 um 10:57
@vegani
Oh sorry,habe es der Verwaltung gemeldet.
Ich denke auch,er sagt die Wahrheit.Die Fußspuren ,die man am Tatort gefunden hat,hätten genau so gut zu der Freundin gepasst(laut Gutachten),denn auf Grund dessen wurde er verurteilt.
Ich kann mir seine Reaktion von damals gut vorstellen,ein etwas hochnäsiger Diplomatensohn,der dachte,ihm wird nicht so viel passieren,während die Freundin zum Tode verurteilt werden würde.
In seinem jugendlichem Leichtsinn hat er diese abscheuliche Tat auf sich genommen.
Ich kann nicht verstehen,warum er ,obwohl kein vernünftiges Motiv und dazu keine Spuren am Tatort,trotzdem verurteilt wurde.Obwohl in Deutschland manches Mal zu milde bestraft wird,finde ich das System sehr viel besser,denn hier wäre er zu einer Jugendstrafe verurteilt worden und hätte eine Zukunft.Dort nicht mehr.Heftig


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minu16
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Der Fall Jens Söring

01.03.2014 um 11:10
Das ist wohl der letze Artikel in den Medien vom 14.Juni 2013

Jens Söring hat schon oft gehofft, dass er aus dem Gefängnis kommt. Genauer gesagt: 27 Jahre lang. Er beteuert seine Unschuld, bestreitet, 1985 die Eltern seiner Freundin umgebracht zu haben. Nun setzt er auf die mächtigste Frau und den mächtigsten Mann der Welt. Er hofft, dass Bundeskanzlerin Angela Merkel bei ihrem Treffen mit US-Präsident Barack Obama in der nächsten Woche in Berlin seinen Fall zur Sprache bringen wird.

Auf seiner Homepage hat er im Mai einen Brief veröffentlicht. Darin schreibt der 46-Jährige: „Auch wende ich mich an Berlin und bitte, nein, flehe und schreie um Hilfe: Wenn US-Präsident Barack Obama im Juni nach Berlin kommt (...) Holen Sie mich bitte heim!“
Ein US-Anwalt hat an Obama geschrieben, Sörings Freundeskreis um den Publizisten Wolfgang Welsch eine Petition an Merkel verfasst.

Die Bundesregierung bemüht sich
Doch aus Sicht der Bundesregierung ist Obama hier machtlos. „Der amerikanische Präsident und die amerikanische Bundesregierung haben keinen Einfluss auf diesen Fall – weder politisch noch rechtlich. Insofern macht es wenig Sinn, es mit ihm direkt abzusprechen“, sagt der Menschenrechtsbeauftragte der Regierung, Markus Löning (FDP).

Die Bundesregierung bemühe sich aber seit langem bei den Behörden des US-Bundesstaates Virginia um Söring. Dort sitzt er seit 1990 in der Haftanstalt Buckingham Correctional Center von Dillwyn und verbüßt eine zweimal lebenslange Haftstrafe wegen Doppelmordes an den Eltern seiner damaligen Freundin Elizabeth Haysom im Jahr 1985.

Löning beschreibt die Haltung der Bundesregierung so: „Er sitzt jetzt seit 27 Jahren im Gefängnis. Nach deutschem Rechtsverständnis hat er damit seine Strafe verbüßt und wäre in Deutschland auf jeden Fall frei. (...) Insofern ist die Frage, ob er schuldig ist, für uns nicht relevant.“ Löning besuchte Söring 2011 in der Haft.

Stipendiat an der Universität in Virginia
Zum Zeitpunkt der brutalen Ermordung des Ehepaares Haysom war Jens Söring 19 Jahre alt und Stipendiat an der Universität in Virginia. Nach seiner Festnahme legte er zunächst ein Geständnis ab, widerrief dies aber und erklärte, seine psychisch kranke Freundin habe ihre Eltern getötet. Er habe sie mit seinem Geständnis vor der Todesstrafe bewahren wollen und sei davon ausgegangen, dass er als Sohn eines Diplomaten Immunität genieße.

Haysom erklärte, sie habe Söring zu den Morden nur angestiftet. Sie bekam 90 Jahre Haft.

Achtmal hat Söring seit seiner Verurteilung als Haupttäter Entlassung auf Bewährung beantragt. Achtmal erfolglos. 2010 stoppte der republikanische Gouverneur von Virginia, Bob Mc-Donnell, die Genehmigung seines demokratischen Vorgängers Tim Kaine zur Haftüberstellung Sörings an Deutschland.

Söring schreibt in seinem Brief noch: „Letztlich bekam ich ,nur‘“ lebenslänglich.“ „Ich soll den Rest meines Lebens bis zum Tod hinter Gittern verbringen: eine Existenz ohne Sinn, ohne Freundschaft und Liebe, ohne Hoffnung. In den Vereinigten Staaten brüstet man sich mittlerweile damit, dass diese Strafe viel grausamer ist als die schnelle Giftspritze. Ist sie auch.“ (dpa)


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Der Fall Jens Söring

30.03.2014 um 17:40
Ich verstehe nicht warum er nach dem Mord mit seiner Freundin geflüchtet ist... Das wäre ein Hinweis, dass er Angst hatte festgenommen zu werden. Wenn er keinen Mord begangen hat, hätte er ruhig dort bleiben können wo er war. Der zweite Fehler war nach der Festnahme in London zu behaupten des Mordes der Eltern seiner Freundin schuldig zu sein.


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Der Fall Jens Söring

30.03.2014 um 17:49
Ok ich im Video wird gesagt warum er die Tat gestanden hat um die Freundin vor dem elektrischen Stuhl zu schützen....


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Der Fall Jens Söring

30.03.2014 um 20:52
Gibt es denn überhaupt ein Motiv für Söring? Ich kann mir nicht vorstellen, dass er es war. Das amerikanische Rechtssystem ist das Letzte, unmöglich.


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Der Fall Jens Söring

30.03.2014 um 23:19
Söring schilderte gegenüber der Polizei in seinem später widerrufenen Geständnis den Hergang so, dass er die Eltern Haysom aufsuchte, um eine Aussprache herbeizuführen; dabei sei es zu einem heftigen Streit gekommen, und letztlich zur (von Anfang an in Betracht gezogenen) Tötung der Haysoms. Elizabeths Vater habe an dem Abend von ihm verlangt, Elizabeth nicht mehr zu sehen; anderenfalls werde er dafür sorgen, dass er von der Uni fliegt.

Außerdem gab es einige Wochen vor der Tat einen Briefwechsel zwischen Elizabeth und Jens, in dem ihm von Elizabeth mehr oder weniger deutlich mitgeteilt wurde, dass sie sich sehnlichst ein Leben ohne die von ihr gehassten Eltern wünscht. Und JS antwortete ihr in seinen Briefen mehr oder weniger deutlich, dass es durchaus Mittel und Wege geben könnte, um das zu bewerkstelligen. Später behauptete er, das sei alles nur metaphorisch gemeint gewesen, bzw. er sei auf ihre Gedankenspiele nur vordergründig eingegangen, um ihr zu zeigen, dass er sie versteht und auf ihrer Seite ist.

Im Prozess wurde als Motiv angenommen, dass JS die Haysoms aus dem Weg räumen wollte, damit sie ihn und seine "große Liebe" Elizabeth nicht auseinanderbringen. Außerdem habe er aus einer Art Hörigkeit heraus auf Verlangen Elizabeths gehandelt (die ja - in sich durchaus stimmig - wegen Anstiftung verurteilt wurde). Wobei der Staatsanwalt mehrfach geäußert haben soll, das Motiv sei ihm im Grunde ein Rätsel.

Fakt war wohl, dass die Haysoms von JS als neuer Freund ihrer Tochter Elizabeth nicht sonderlich begeistert waren, und dass das Verhältnis zwischen Elizabeth und ihren Eltern ziemlich schlecht war.

Mir kommt das alles als Motiv für JS ziemlich dünn und konstruiert vor. Jens und Elizabeth waren im Zeitpunkt der Tat noch sehr jung und erst seit wenigen Monaten ein Paar. Reicht für einen 18-jährigen die Abneigung der neuen Freundin gegenüber ihren Eltern, in Verbindung mit eigenen Trennungsängsten, um die Eltern der Freundin aufs Brutalste zu ermorden?

Andererseits sind schon viele Morde aus scheinbar idiotischen Motiven begangen worden. Wenn es doch so gewesen sein sollte: der Elternmord von Eislingen geht in eine ähnliche Richtung.


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Der Fall Jens Söring

31.03.2014 um 00:02
Hmm im Video gesagt wurde, dass der Punkt im Moment nicht ist ob er sie umgebracht hat oder nicht, sondern versuchen ihn nach Deutschland auszuliefern.
Obwohl er deutscher ist, sieht es schwer, dass es doch passiert, denn er "beging Mord" dort und nicht hier.. Und selbst wenn er hier in Deutschland wäre, was dann?
Ich bin aber der Meinung, dass er unschuldig ist.


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Der Fall Jens Söring

31.03.2014 um 14:24
@minu16
Mich würde mal der genaue Wortlaut in den Briefen interessieren. Im Prinzip kann man ja schon daran erkennen, wie genau jemand sowas meint.


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Der Fall Jens Söring

01.04.2014 um 22:35
Mir ist keine Internetquelle und auch kein Buch bekannt, wo der Briefwechsel komplett oder zumindest hinsichtlich aller relevanter Stellen im Wortlaut wiedergegeben wäre. JS schreibt in den Anmerkungen zu seinem Buch "Nicht schuldig", die Briefe seien Teil der öffentlich zugänglichen Prozessakten des Bedford County Courthouse. Also falls jemand mal nach Virginia kommt ...

Jedenfalls spielten die Briefe bei den Ermittlungen und in den Prozessen gegen Elizabeth Haysom und Jens Söring eine ziemlich große Rolle. Elizabeth und Jens wurden ja auf ihrer Flucht, die sie ab Oktober 1985 buchstäblich um den halben Erdball führte, letztlich Ende April 1986 in London wegen Scheckbetrug festgenommen. Die beiden hatten die ganze Zeit über die Briefe mitgeschleppt, die dann bei der Durchsuchung der angemieteten Londoner Ferienwohnung von der Polizei sichergestellt wurden. Immerhin durch die Lektüre der Briefe kam die Londoner Polizei auf den Verdacht, dass den beiden mehr als nur Scheckbetrug zur Last liegen könnte. Im Juni 1986 wurde dann gegen sie in London das Verfahren nicht nur wegen Scheckbetrugs, sondern auch wegen der Morde eröffnet. EH und JS waren mit falschen Namen und mit gefälschten Papieren unterwegs gewesen. Wenn die Briefe nicht gewesen wären, hätte es vielleicht mit oberflächlichen Ermittlungen und mit einer Verurteilung wegen Scheckbetrug sein Bewenden gehabt.

Es gibt ein Buch über den Haysom-Mordfall von Ken Englade, deutscher Titel ist "Wo alles Mitleid endet" (vergriffen, aber für wenig Geld antiquarisch zu haben). Im 16. Kapitel (S. 138 ff) beschäftigt er sich auch mit den Briefen, aber leider ohne den genauen Wortlaut zu zitieren. Seinen Ausführungen lässt sich aber einigermaßen eindeutig entnehmen, dass die Briefe wohl keine ausdrücklichen Mordabsprachen oder -aufforderungen enthielten, sondern eher allgemeine Aussagen des sinngemäßen Inhalts "Ich hasse sie und ich wollte sie wären tot".

JS zitiert in seinem Buch "Nicht schuldig", das eine ziemlich ausführliche Beschreibung der Geschehnisse enthält, einige der von den Ermittlungsbehörden als "belastend" herangezogene Briefpassagen. Zum Beispiel habe Elizabeth geschrieben "Ob es wohl möglich wäre, meine Eltern zu hypnotisieren, Voodoo an ihnen auszuüben, damit sie sterben?". Er gibt an, als er den Brief bekommen habe, habe er das für einen makaberen, verzweifelten Scherz gehalten. Er habe darauf geschrieben "'Voodoo' etc. ist möglich" und damit zum Ausdruck bringen wollen, dass er zwar kein "echtes" Voodoo, wohl aber Autosuggestion für möglich hält ...


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Der Fall Jens Söring

04.05.2014 um 16:35
Ich gebe Dir Recht. Auch meines Wissens ist der Briefwechsel nicht offen gelegt worden. Soweit ich mich erinnere hat Ken Englade geschrieben, dass die Briefe öffentlich nicht zugänglich sind und das das Hauptproblem sei. Er hat die Auffassung vertreten, dass die Briefe sehr viel eindeutiger seien als alles andere Beweismaterial und da praktisch die ganze Verabredung und Planung der Morde daraus hervorgehe. Nur behaupten kann man viel, wenn man das Ganze nicht öffentlich nachvollziehen kann... Ich meine diese Ausführungen waren in einem Nachwort des Buches zu lesen.

Was ich bei der ganzen Sache auch interessant finde ist, dass selbst Geschwister von Elizabeth oder Freunde der Eltern bis zuletzt geglaubt haben, dass Elizabeth (auch?) selbst am Tatort war. Es hieß zwar seitens der Anklage, man habe dafür keinen Beweis gefunden, aber ich denke das lässt sich schwierig feststellen. Sie war ja am Wochenende vorher erst zu Besuch bei ihren Eltern und natürlich sind auch Spuren von ihr im Haus. Ich weiß nicht, ob man da so sicher sagen kann, dass die keinesfalls vom Tagtat stammen können... Es gab ja auch die Behauptung, dass ihre Eltern Jens abgelehnt und alleine nie ins Haus gelassen hätten. Keine Ahnung.

Ich finde es nur irgendwie merkwürdig. Elizabeth stand ziemlich schnell im Fokus als Tatverdächtige und Jens hat man zunächst gar nicht so wahrgenommen.

Außerdem ist der Fall im weiteren Verlauf einfach spektakulär. Wenn die beiden nicht geflüchtet und in England aufgegriffen worden wären, wo Jens dann im Abschiebungsverfahren die EU-Kommission für Menschenrechte eingeschaltet hätte, hätte er mit Sicherheit die Todesstrafe erhalten und wäre nach all der Zeit wohl schon hingerichtet worden...

Aber meine größte Frage von allen: Warum hat er diese Briefe aufbewahrt und auf der Flucht mitgenommen? Die Polizei in England hätte doch nie was von einem Mord in Virginia erfahren und die in Virginia hätten nicht genug Beweismaterial gehabt, um ein Auslieferungsverfahren in Gang zu setzen! Und er und Elizabeth waren ja hochintelligent und quasi geistige Überflieger. Wie passt das ins Bild? Egal ob schuldig oder nicht, ich finde es absolut tragisch, dass zwei Jugendliche, die soviel Intelligenz und Talent haben und so privilegiert aufgewachsen sind und denen praktisch die ganze Welt offen stand so geendet sind. Welche Verschwendung von Möglichkeiten.


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Der Fall Jens Söring

07.05.2014 um 23:02
@Kirsche71
Die Briefe waren für JS anscheinend schlicht deshalb äußerst wichtig, weil es die Liebesbriefe seiner ersten großen Liebe Elizabeth waren. Deshalb nahm er sie mit auf die Flucht, und hatte sie in der Londoner Wohnung liegen, als er und Elizabeth in London wegen Scheckbetrug geschnappt wurden.

Ironischerweise hatte er die Briefe bei seiner etwas überstürzten Flucht aus den USA am 12.10.1985 zunächst in seiner dortigen Wohnung vergessen; er rief dann aber bei der ihm nachfolgenden Elizabeth vom Flughafen aus an und bat sie, die Briefe aus seiner Wohnung zu holen und mitzunehmen. So schildert er es in seinem Buch "Nicht schuldig", Seite 106.


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Der Fall Jens Söring

08.05.2014 um 15:56
klar er schreibt die briefe und hat dann nichts mit der sache zu tun
gleichzeitig spekuliert der jens aber dann bewusst auf die deutsche kuscheljustiz

schon witzig:)


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Der Fall Jens Söring

27.05.2014 um 22:16
Hier ein relativ neuer Artikel, Schwäbisches Tagblatt vom 14.04.2004

http://www.tagblatt.de/Home/nachrichten/ueberregional/blick-in-die-welt_artikel,-Jens-Soering-sitzt-seit-28-Jahren-wegen...

Warten ohne Hoffnung - Ein Besuch im Gefängnis

Jens Söring sitzt seit 28 Jahren wegen eines Mordfalls in US-Haft

Ist der Deutsche Jens Söring ein blutrünstiger Mörder oder Opfer eines Justizirrtums? Seit 28 Jahren sitzt er in den USA hinter Gittern, bis heute beteuert er seine Unschuld. Unser USA-Korrespondent hat ihn besucht.

PETER DE THIER
Auf den ersten Blick könnte man glauben, er sei ein gebrochener Mann. Jens Söring wirkt müde, geschafft. Seine Augen, verborgen hinter einer Hornrandbrille, liegen tief in ihren Höhlen. Das freundliche und etwas verlegene Lächeln zur Begrüßung verrät zugleich die Verzweiflung eines noch relativ jungen Menschen, der weiß, dass er die Justizvollzugsanstalt in diesem entlegenen und heruntergekommen Dorf im ländlichen Virginia wohl niemals verlassen wird.

Artikelbild: Jens Söring sitzt seit 28 Jahren wegen eines Mordfalls in US-Haft
Ein Bild aus dem Jahr 2011 zeigt Jens Söring während eines Interviews im Gefängnis. Seit vielen Jahren kämpft er für seine Überstellung nach Deutschland. Foto: dpa
In Wirklichkeit ist Jens Söring, 47, aber alles andere als fertig mit seinem Leben. Wird er auf den 30. März 1985 angesprochen, jenem schicksalsträchtigen Tag, der seine Zukunft besiegelte, dann blüht er auf. Sörings Augen leuchten. Er redet ohne Punkt und Komma und wiederholt, was er seit fast drei Jahrzehnten beteuert: "Ich war es nicht. Ich bin unschuldig, und ich habe keine Wahl, als für meine Freiheit weiterzukämpfen."

Was genau an jenem Frühjahrsabend vor 29 Jahren geschah, darüber streiten heute noch Strafverteidiger, Staatsanwälte, Angehörige der Opfer und selbst Politiker, die den Deutschen hin- und herschieben wie eine Schachfigur. Sicher ist nur, dass an diesem Tag zwei Menschen brutal umgebracht, geradezu hingerichtet wurden. Der damals 72-jährige Derek Haysom und seine 19 Jahre jüngere Frau Nancy wurden in ihrem Haus in Charlottesville, Virginia, mit insgesamt 31 Messerstichen getötet. Beiden Opfern hatte der Mörder die Kehle so weit aufgeschnitten, dass sie fast enthauptet wurden.

Zwei Tage später wurden die Leichen gefunden, doch erst ein halbes Jahr danach fiel der Verdacht auf Elizabeth Haysom, die 20-jährige Tochter des Ehepaares, und deren deutschen Freund Jens Söring, damals 19. Die beiden Stipendiaten hatten sich an der renommierten Universität von Virginia kennengelernt und ineinander verliebt. Unbekannt war Söring damals aber die schwere Drogensucht seiner Freundin und das tief gestörte Verhältnis zu den Eltern. Deren Mutter soll sie als Mädchen sexuell belästigt und der Vater sich geweigert haben, zum Schutz seiner Tochter einzugreifen. Aus blindem Hass auf die Eltern soll Elizabeth den Doppelmord vorbereitet und einen Komplizen gesucht haben.

Die Tochter wurde nach ihrer Flucht ins europäische Ausland, Festnahme und Überstellung in die USA wegen Beihilfe zum Mord verurteilt und soll bis 2032 im Gefängnis sitzen. Sie behauptet bis heute, der eigentliche Killer sei Jens Söring gewesen. Er war 1986 gemeinsam mit ihr in London wegen Scheckbetrugs verhaftet worden. Söring kämpfte mehrere Jahre gegen seine Auslieferung in die USA und wurde vier Jahre später als seine Freundin den Justizbehörden in Virginia überstellt. In einem reinen Indizienprozess verurteilte ihn ein Geschworenengericht am 20. Juni 1990 zu zweimal lebenslänglich.

"Wenn Jens unschuldig wäre, dann würde ich auf das Haus klettern und das wie ein Spatz von den Dächern pfeifen", sagt Elizabeth auch heute. Sie bestreitet, Grund zum Lügen zu haben, verschweigt dabei aber, dass ihre Chance, vor 2032 auf Bewährung freigelassen zu werden, gleich null ist, würde sie ihre Darstellung jetzt ändern.

Der Verurteilte will sich haargenau an jede Einzelheit jenes verhängnisvollen Tages erinnern können. Seine Version: Er habe in einem Hotelzimmer in Washington gesessen, während Elizabeth nach Charlottesville fuhr, um ihrem Dealer Drogen zu liefern. "Erst als sie nachts ins Hotelzimmer zurückkam, erfuhr ich, dass sie ihre Eltern ermordet hatte." Dann der - so Sörings Darstellung - fatale Fehler: In der irrtümlichen Annahme, als Sohn eines Vizekonsuls diplomatische Immunität zu genießen, hab er - damals Hals über Kopf verliebt - seiner zwei Jahre älteren Freundin ein Alibi angeboten. Er wollte die Tat auf seine Kappe nehmen, um Elizabeth vor dem elektrischen Stuhl zu bewahren.

Jens Söring legte ein Geständnis ab, nahm dieses aber später wieder zurück. Heute sitzt der Deutsche in einer Doppelzelle in Dillwyn, sein Zellengenosse ist ein Kinderschänder, der schon 20 Jahre länger hinter Gittern sitzt als er. Mehr als zwei Stunden lang berichtet Söring detailliert von der Mordnacht, der späteren Flucht ins Ausland und seinen unermüdlichen Kampf für eine Überstellung nach Deutschland. Die Erzählung ist so präzise, dass man fast schon staunt, wie sich ein Mensch an so viele Einzelheiten erinnern kann, die fast drei Jahrzehnte zurückliegen.

Auf jede Frage kommt eine Antwort wie aus der Pistole geschossen. So überzeugt von seiner Darstellung wirkt Söring, dass ihm scheinbare Ungereimtheiten gar nicht auffallen. Etwa, wie es kaum glaubhaft erscheint, dass ein Mensch, selbst wenn er verliebt ist, einen Doppelmord gesteht, wenn er ihn nicht begangen hat. Oder, dass er mal sagt, nach der Tatnacht hätten er und Elizabeth nie wieder über das Alibi gesprochen, dann aber, dass sie monatelang "geübt" hätten, damit im Falle einer Vernehmung ihre Angaben exakt übereinstimmen.

Zwar betont Chefermittler Ricky Gardner, dem Sörings Anwälte vorwerfen, entlastendes Beweismaterial verschwiegen zu haben, dass "wir niemals ein Kopfgeld auf Elizabeth Haysom oder Jens Söring gesetzt hatten. Es führten halt alle Indizien immer wieder zu den beiden Verurteilten". DNA Befunde oder andere forensische Beweise gab es aber nie, im Gegenteil. Blutspuren vom Tatort, die erst vor wenigen Jahren mit der neuesten Technologie untersucht werden konnten, stammen definitiv nicht von Jens Söring.

Dennoch glaubt Söring nicht, dass jener Sonderausschuss, der ein Mal im Jahr seinen Antrag auf Bewährung und Überstellung nach Deutschland prüft, jemals nachgeben wird. Er setzt vielmehr auf die Politik. "Außenminister Westerwelle hat absolut nichts für mich getan, das könnte unter seinem Nachfolger Steinmeier anders werden", gibt sich der Häftling zweckoptimistisch. Seine Wunschvorstellung: Dass Kanzlerin Angela Merkel und US-Präsident Barack Obama ein "Tauschgeschäft" vereinbaren, bei dem die USA als Gegenleistung für Sörings Überstellung nach Deutschland "irgendeine politische Konzession aus Berlin erhalten".

Ein illusorischer Deal, der nach Angaben aus Regierungskreisen schon deswegen nie zustande kommen wird, weil die Entscheidung nicht beim Weißen Haus, sondern dem Bundesstaat Virginia liegt. Für Jens Söring aber ist es ein Hoffnungsschimmer - alles, worauf er noch setzen kann.

14.04.2014 - 08:30 Uhr


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Der Fall Jens Söring

27.05.2014 um 22:20
Und ein Artikel vom 13.01.2014 aus evangelisch.de, der sich vor allem mit den aktuellen Chancen Sörings für eine Überstellung nach Deutschland befasst:

http://aktuell.evangelisch.de/artikel/91454/hoffnungsschimmer-fuer-deutschen-us-haeftling-jens-soering


Hoffnungsschimmer für deutschen US-Häftling Jens Söring

Der nach einem umstrittenen Urteil seit mehr als 20 Jahren wegen Doppelmordes in den USA einsitzende Jens Söring hat Grund zur Hoffnung: Mit dem neuen Gouverneur von Virginia steigen wohl seine Chancen für eine Überstellung nach Deutschland.
13.01.2014 | VON KONRAD EGE | EPD

Seit dem Wochenende ist der Demokrat Terry McAuliffe neuer Gouverneur in Virginia. Er löste den Republikaner Robert McDonnell ab. Dieser Wechsel ist für Jens Söring ein gutes Zeichen: Der 47-jährige deutsche Staatsbürger sitzt seit 1986 in dem US-Bundesstaat im Gefängnis.

Terry McAuliffe könnte das tun, was Söring schon seit Jahren verlangt, und was der scheidende Gouverneur verhindert hat: Den wegen Doppelmordes zu lebenslanger Haft verurteilten Söring zum Verbüßen seiner Reststrafe nach Deutschland zu überstellen. Sörings Freundeskreis in Deutschland "verbindet mit dem Amtsantritt des neuen Gouverneurs die Hoffnung auf eine Wende", erklärte Bernadette Faber vom Unterstützerverband.

Sörings Anwalt Steven Rosenfeld sprach gegenüber dem epd ebenfalls von der Hoffnung, McAuliffe werde, genauso wie der letzte demokratische Gouverneur vor McDonnell im Jahr 2010, der "Rückführung von Jens Söring in seine Heimat zustimmen".

Die Geschichte ist komplex. Einem Abkommen der USA mit Deutschland zufolge können in den USA verurteilte Deutsche zum Verbüßen ihrer Strafe nach Deutschland überstellt werden. Das US-Justizministerium muss zustimmen, ebenso die Regierung des jeweiligen Bundesstaates, in dem der Häftling sein Verbrechen begangen hat und einsitzt.

Geständnis, um seine Freundin zu schützen
An einem seiner letzten Amtstage im Januar 2010 hatte der demokratische Gouverneur Tim Kaine US-Justizminister Eric Holder ersucht, Sörings Überstellung in die Wege zu leiten. Sörings Freude währte nicht lange: Kaines Nachfolger, der Republikaner McDonnell, zog das Gesuch unmittelbar nach Amtsantritt zurück. Das Vorhaben platzte.

Der Diplomatensohn Söring soll 1985 in Virginia zusammen mit seiner Freundin Elizabeth deren Eltern Derek and Nancy Haysom mit zahlreichen Messerstichen ermordet haben. Die Polizei sprach von einem Blutbad. Söring war zur Tatzeit 18 Jahre alt.

1986 wurde er festgenommen und 1990 schuldig gesprochen. Beim Verhör hatte er die Tat gestanden, offenbar in der Falschannahme, er könne seine US-amerikanische Freundin vor der Todesstrafe schützen, und er selbst werde wegen diplomatischer Immunität nach Deutschland ausgeliefert. Elizabeth bekam 90 Jahre Haft. Söring freilich genoss keine Immunität.

Ein Zeuge entlastet Söring
Bei Juristen ist Sörings Verurteilung heute umstritten. Viele Beweismittel vom Prozess wurden bereits entkräftet. In seinem angeblichen Fluchtauto wurden keine Blutspuren gefunden, und 2011 meldete sich ein neuer Zeuge, ein Mechaniker, der kurz nach dem Mord ein innen blutverschmiertes Auto repariert haben will. Die Rechnung sei von einer Frau bezahlt worden. Auf Fotos erkenne er Elizabeth Haysom als die Kundin.

Der Mann in ihrer Begleitung sei nicht Söring gewesen. Er habe vermutet, das Blut käme von einem illegal geschossenen Reh, sagte der Mechaniker. Medienberichten zufolge haben mehrere Ermittler Zweifel an der Aussage.

Jens Söring hat sein Geständnis längst zurückgezogen. Er sei unschuldig, beteuert er heute. In einem kürzlichen Rundfunkinterview bedauerte er, nicht sofort "die Wahrheit gesagt zu haben" und sich selber beschuldigt zu haben. Er sei sehr jung und ein "Idiot" gewesen.

Weihnachtskarten aus dem Gefängnis
Ein neues Verfahren dürfte Söring freilich nicht mehr bekommen. Im allgemeinen müssen in Virginia neue entlastende Beweismittel innerhalb von drei Wochen nach dem Urteil vorgelegt werden. Sörings Anträge an Virginias Gnadenausschuss, auf Bewährung frei gelassen zu werden, sind gescheitert - neun Mal schon, letztmals im Oktober 2013.

Der Fall ist in Virginia zum Politikum geworden. Das Parlament von Virginia hat vor mehreren Jahren eine Resolution verabschiedet, dass Söring nie frei kommen sollte. Der neue Gouverneur McAuliffe könnte jedoch die konservativ geprägte Gnadenkommission umbesetzen. Noch hat McAuliffe in der Öffentlichkeit nichts gesagt zu Söring und der Überstellung. Jens Söring hat an Weihnachten Karten verschickt mit dem Aufdruck "Hope", Hoffnung.


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28.05.2014 um 10:33
Tja was soll man sagen... Selber schuld.


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