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Der Fall Jens Söring

17.724 Beiträge, Schlüsselwörter: Mord, Kino, Gefängnis, Messer, Karten, Sohn, Doppelmord, Unschuldig, Richter, Schuldig, Briefe + 24 weitere
Zu diesem Thema gibt es eine von Diskussionsteilnehmern erstellte Zusammenfassung im Themen-Wiki.
Themen-Wiki: Der Fall Jens Söring

Der Fall Jens Söring

13.03.2015 um 21:30
menevado schrieb:Soweit ich mich erinnere, erfuhren die Soering-Eltern erst aus der Zeitung, dass ihr Sohn im Gefaengnis ist. Angeblich hatte J.S. einen Anwalt, der musste aber "draussen" warten und durfte nicht zu seinem Mandanten. So habe ich es auf J.Ss. Page gelesen.
Dann müsste aber das Geständnis "nichtig" sein. War es aber nicht. Er muss ja Zeit gehabt haben, seinen Anwalt zu konsultieren. Dann hätte er aber auch gleich fragen können, wie es denn mit seiner Immunität aussieht. Wobei der Anwalt sofort gesagt hätte "sagen sie kein Wort". Er wird an der Stelle nicht gesagt haben "sie sind sicher von der Immunität geschützt. Gestehen sie mal zwei Stunden lang". V.a. hätte Söring ja dann gegen den Anwalt vorgehen können. Das hat er nicht gemacht.

Die Story stinkt auch an der Stelle.


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Der Fall Jens Söring

13.03.2015 um 21:36
Venice2009 schrieb:Die Intensität der Einstichverletzungen koennte man bei dh damit erklaeren, dass, wie hier schon erwaehnt wurde, die Gegenwehr wesentlich staerker gewesen ist.
Was vermutlich auch noch eine Rolle spielt, ist der exzessive Alkoholkonsum. DH scheint seine 2,2 Promille ziemlich gut weggesteckt haben und konnte sich gut wehren.
Ob das bei NH auch so war? Man kann hier nur spekulieren, wie viele Ausfallerscheinungen sie mit 2,2 Promille hatte. Man weiß eben nicht, wie viel "Vorprägung" sie hatte. Sonst könnte es gut sein, dass sie in ihrer Handlungsfähigkeit durch den Alkohol schon ziemlich eingeschränkt war.


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Der Fall Jens Söring

13.03.2015 um 21:42
@menevado
Das mit dem Anwalt hatte ich auch gelesen. Anscheinend ist js nur auf inkompetente Anwaelte getroffen... welcher Anwalt würde tatsaechlich draussen warten, wenn sein Mandant drinnen verhört wird. Genauso, wie die Stelle, die @Jessica- heute zitiert hatte, in der der Anwalt von js sowie er selber hofften, dass die staatsanwaltschaft einen gewissen Gutachter laedt um js zu entlasten. Da sie es aber nicht taten, wurde es von der Verteidigung eben so hin -genommen. Aehm ja, was auch sonst...


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menevado
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13.03.2015 um 21:57
@Venice2009
ja es wimmelt nur so vor lauter NICHTSKOENNERN in J.Ss. Universum.


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13.03.2015 um 22:04
Roidecologne schrieb:Ich bin der Meinung, dass JS ab dem Widerruf seiner Geständnisse einen Gedankenpfurtz nach dem anderen loslässt, die mehr und mehr anfangen zu stinken...
Besser hätte ich es nicht formulieren können!


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13.03.2015 um 22:11
@Misuteri
Misuteri schrieb: wo er dazu befragt wird. Die Stelle (ab ca. Minute 22:05) finde ich interessant. Wie soll man die Reaktion auf die Frage deuten?
Das ist die gleiche Taktik, die er auch auf die Frage anwendet, ob sich niemand an ihn erinnern kann. Er schweift von der ursprünglichen Frage ab und wirft mit Namen um sich. Es ist mir absolut nicht ersichtlich, warum man bei dem Sockenabdruck (der ja nicht verwischt ist), nicht Schuhgröße 39 von 42 unterscheiden kann. Das sind 2cm Größenunterschied. Da müsste meiner Meinung nach ein Lineal reichen. Da braucht es keine Experten.

Dann ist es vermutlich schon so ... wenn du 100 Abdrücke Größe 42 hast, sehen sich da sicher viele ähnlich, es sei denn, man hat eine Fehlstellung des Fußes. Aber die Größe. Das ist ja kein geringfügiger Unterschied. Auf dem von @Tiptap geposteten Link sieht man ja mit bloßem Auge den Größenunterschied ... und das, obwohl das Bild klein ist. Ansonsten gebe ich zu - kann ich wenig Ähnlichkeiten/ Unähnlichkeiten erkennen. Aber 2cm?

Die Stelle verwirrt mich etwas. Wobei ich glaube, dass das genau JS Taktik ist ... Leute hier zu verwirren. Da dies ja doch ein gravierender Beweis ist ... den er dadurch versucht zu entkräftigen. Wenn es wirklich berechtigte Zweifel gibt, ist EH Schuhgröße falsch angegeben.


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13.03.2015 um 22:26
Ein anderer Punkt den ich nicht ganz verstehe ist, wieso JS sagt, EH und er hätten nie über die Tatdetails gesprochen. (Zumindest bei Kerner, oder habe ich das falsch in Erinnerung?) Oder sie hätte ihn nur erzählen lassen und dann
korrigiert. Jedenfalls kann ich mir da keinen Reim drauf machen. Denn egal ob er die Tat begangen hat oder nicht, so könnte er doch Täterwissen damit erklären, dass er es von EH weiss (unabhängig davon ob das nun so war oder nicht).


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13.03.2015 um 22:36
@Lesende - das verstehe ich auch nicht. Wenn ich für jemand überzeugend den Kopf hinhalten möchte, dann muss ich doch wissen, was ich sagen soll.

Ich persönlich glaube, dass die von völlig falschen Tatsachen ausgingen. Die gingen vermutlich von viel mehr eindeutigen Tatortspuren aus, dass sie dann sofort verschwunden sind. Die müssen sich ja beide täglich in den Hintern beißen, dass sie die Sache hätten aussitzen können - wenn sie ihre eigenen Spuren (Tagebücher) etc vernichtet hätten.

Und ich glaube, sie fühlten sich bei der Flucht zu selbstsicher. Es hätte sicher auch Länder gegeben, die sie nciht ausgeliefert hätten (man denke hierbei an den englischen Postraub). Oder auch Länder, wo sie gar nicht so leicht entdeckt worden wären. Oder auch: Wären sie einer geregelten Arbeit nachgegangen, wer weiß, ob sie in GB je aufgeflogen wären? Gerade im anonymen London? Niemand kannte sie. Niemand kannte ihre Geschichte.

Ich könnte mir vorstellen, dass sie ab dem Moment der Flucht das Bonnie und Clyde Element genossen haben und gar nicht mehr viel über "Geständnisse" etc. geredet haben. Vielleicht hat JS aber auch gar nicht gestanden, um sie zu retten. Vielleicht hat ihn die Verhaftung auch einfach "geerdet" und aus dem ersten Schock, als er mit der Realität, die ja völlig abhanden gekommen war, wieder konfrontiert war, hat er gesprochen. Das muss er ja heute irgendwie erklären, und zwar so, dass er auch noch Sympathien weckt. Was wäre besser, als zu sagen "Ich wollte der Ritter auf dem weißen Ross sein...". Damit steht EH dann noch als die böse da.


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menevado
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13.03.2015 um 22:38
@Lesende
Darueber haben sich hier schon sehr viele Leute gewundert. Ich halte das nicht fuer glaubwuerdig, bei so einem einschneidenen Erlebnis, besteht eine menge Gespraechsbedarf.


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Der Fall Jens Söring

13.03.2015 um 22:39
Ich weiß doch gar nicht was JS hat? Er hat doch EH erfolgreich vor dem elektrischen Stuhl gerettet und na gut etwas mehr als die erhofften 10 Jahre bekommen. Damit ist doch der Plan aufgegangen. Aber alles andere, damit hätte er ja sowieso rechnen müssen, trotz diplomatischer Immunität: Das Ende seiner hoffnungsvollen akademischen Karriere. Die Karriere des Vaters auch im Arsch. Alle Freunde halten ihn für einen Mörder. Lebenslange Vorstrafe. Achja, 10 Jahre Seife aufheben und Aids (Davor hat er ja tierische Angst gehabt vor seiner Auslieferung) Wahrscheinlich dachte er, dass es in deutschen Gefängnissen keine Seife gibt oder so? Und Und und.


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13.03.2015 um 22:39
missmary schrieb:Das ist die gleiche Taktik, die er auch auf die Frage anwendet, ob sich niemand an ihn erinnern kann. Er schweift von der ursprünglichen Frage ab und wirft mit Namen um sich
An dieser Stelle im Interview, bei der Frage nach der Kenntnis von den Sockenabdrücken, habe beim Ansehen zum ersten Mal leichte Zweifel an der Darstellung von JS bekommen, weil er im restlichen Interview sonst ganz souverän die Fragen beantwortet. Vielleicht interpretiere ich die Reaktion auch falsch, aber mir kommt es so vor, als ob hier einer kritischen Frage ausgewichen wird.


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Der Fall Jens Söring

13.03.2015 um 22:41
missmary schrieb:Ich könnte mir vorstellen, dass sie ab dem Moment der Flucht das Bonnie und Clyde Element genossen haben und gar nicht mehr viel über "Geständnisse" etc. geredet haben. Vielleicht hat JS aber auch gar nicht gestanden, um sie zu retten. Vielleicht hat ihn die Verhaftung auch einfach "geerdet" und aus dem ersten Schock, als er mit der Realität, die ja völlig abhanden gekommen war, wieder konfrontiert war, hat er gesprochen. Das muss er ja heute irgendwie erklären, und zwar so, dass er auch noch Sympathien weckt. Was wäre besser, als zu sagen "Ich wollte der Ritter auf dem weißen Ross sein...". Damit steht EH dann noch als die böse da.
Vielleicht hat er auch einfach getanden, weil hier Profis am Werk waren, die dafür ausgebildet sind jemanden die Wahrheit zu entlocken...


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Der Fall Jens Söring

13.03.2015 um 22:46
@Roidecologne Das kann gut sein ... ich kann mir auch vorstellen, dass daher sein Hass auf Gardner kommt. Er beisst sich heute sonstwo hin, dass es Gardner gelang, ihn zum Gestehen zu bewegen.

@Misuteri In dem Interview gibt es ein paar ganz komische Stellen. Als er z.B. befragt wird, ob sich niemand an ihn erinnern kann. Da tut er ja so, als ob es jemanden gäbe. Und dann schweift er ab und redet über die 21 Tage Regel und wie gut er sich beim Kino auskannte und EH nicht .... diese gesamte Kinogeschichte macht ja keinen Sinn ... ich wünschte mir, jemand würde ihn mal fragen, warum er angeblich um Mitternacht in eine Vorstellung geht, die fast zwei Stunden dauert, wenn er seine Freundin schon zurückerwartet. Und warum der Schwerpunkt seines Alibis auf 22 Uhr und 24 Uhr liegt ...

Was ich auch nicht überzeugend finde ist, wie er sagt, er habe so geweint, als er die Tatortfotos sah. Er habe das nicht gewusst. Die Presse war voll davon. Er war auf der Beerdigung von NH und DK. Da wird das auch zur Sprache gekommen sein ... Das ist auch so ein Punkt, wo ich seine Version nicht glaubwürdig finde. Der Partner kommt, gesteht den Mord und ohne zu zögern beschließt er, ihr zu helfen.


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Der Fall Jens Söring

14.03.2015 um 01:02
109429,1426291352,Jens Ronald 24Jul10Hallo Leute,
ich habe von Jens Söring das erste Mal im April 2008 in einem seiner Artikel in einer Fachzeitschrift für Strafjustiz gelesen und dachte zunächst, er sei ein professioneller Seelsorger, bis ich am Schluß las, daß er selber Gefangener sei. Das fand ich so spannend, daß ich ihm einen Brief schrieb und seitdem sind wir in Kontakt. Ich habe auch den ganzen Fall eingehend studiert, alle seine Bücher, sowie ein dickes Buch von einem Journalisten (wo er als schuldig dargestellt wurde) durchgelesen und ihn im Juli 2010 auch einen ganzen Tag lang in seinem gegenwärtigen Knast in Buckingham VA. besucht. Es waren sehr intensive Gespräche. Jens war damals "noch“ Christ, ich bin es nach wie vor, aufgrund meiner eigenen Erfahrungen.
Kurz meiner Person, ich habe 1985 in Südamerika (Peru) eine Gefangenenhilfe für Ausländer mitbegründet, nachdem ich selber dort Gefangener war wegen einem Drogenfall. Seitdem engagiere ich mich für Gefangene in aller Welt aus christlicher Motivation.
Also um meine Meinung zu seinem Fall auf den Punkt zu bringen:
1. Ich glaube nicht, daß er schuldig ist. Ich war zwar nicht dabei und man kann sich immer täuschen, aber wenn er doch schuldig wäre, würde ich echt sehr verblüfft sein!
Begründungen:
2. Er hatte wirklich überhaupt kein Motiv.
Die Beziehung mit Elizabeth Haysom begann erst im Herbst 1984 und wirklich zusammen waren sie erst seit Dezember 1984. Dann fuhr Elizabeth mit ihren Eltern zum Skiurlaub nach Europa über Weihnachten und Neujahr und kam erst Mitte Januar 1985 zurück. Die Haysoms wurden am 30. März 1985 ermordet.
Jens hat die Eltern wohl nur 1 x in seinem Leben gesehen, bei einem Kennenlernen in einem Restaurant Anfang 1985. Da er und Elizabeth in einem Studentenwohnheim an der Uni und die Eltern mehr als 1 Std. Fahrt entfernt wohnten, ist es sehr unwahrscheinlich, daß er größeren Kontakt mit ihnen hätte gehabt haben können. Damals gab es auch noch keine Handys oder Internet. Also von Januar bis März kann man gar nicht solch einen Beziehungshaß aufbauen, der ausreichend gewesen wäre, durchzudrehen und die Eltern zu ermorden!
Noch dazu war Elizabeth seine erste Freundin und da tut man als Junge alles, um den Eltern zu gefallen. Selbst wenn man ein arroganter „Nerd“ gewesen wäre. Obendrein war sie eine drogensüchtige Chaotin und hatte vor Jens nur Junkies und Drogendealer als 'Boyfriends'; die Eltern dürften also mehr als begeistert gewesen sein, endlich einen Musterknaben wie Jens als Freund ihrer Tochter zu haben!
Und noch ein entscheidendes Detail: Der Vater war Südafrikaner und eingebürgerter Kanadier, also auch ein „Kosmopolitan“. Er dürfte sich mit Jens blendend verstanden haben! Die Mutter war eine Nachfahrin der prominenten Astor-Familie in Virginia. Johann Jacob Astor, der Stammvater und einstmals reichster Mann Amerikas, kam aus Deutschland! Wer Amerikaner kennt, weiß, daß ihnen die Abstammung unerhört wichtig ist, also auch die Mutter dürfte Jens nur geliebt haben, und auch umgekehrt. Die Geschichte mit der angeblichen Opposition zur Beziehung als Tatmotiv ist daher mit Sicherheit total erfunden und erlogen.
3. Jens hat nicht die Persönlichkeit eines Mörders. Ich habe viele Mörder kennen gelernt und auch betreut, es waren in der Regel Affekttäter, die tatsächlich aufgrund von unerträglichen Situationen einmal durchgedreht sind, einige wenige waren Psychopathen und Auftragsmörder, aber allen gleich ist, daß es eine bestimmte Art von Persönlichkeit erfordert, um einen anderen Menschen überhaupt umbringen zu können. Das ist eine Grenze, die nur sehr wenige überschreiten können (ich könnte es z.B. nicht, obwohl ich seinerzeit auch mit bitterbösen Drogendealern in den USA zu tun hatte und obendrein Waffen besaß und benutzen konnte). Ich bin kein Wissenschaftler, aber nach mehr als 30 Jahren merkt man das, ob einer ein Killer ist oder nicht. Fast alle Psychopathen sind unerhört freundlich und erklären auch ihre Taten (fast) plausibel, aber wenn man genau hin schaut, sieht man irgendwann den „Haifischblick“ in ihren Augen. Sie haben einem anderen Menschen das Leben genommen, das kann man nie ablegen. Anders kann ich es nicht erklären,. Jens hat das aber nicht, im Gegenteil. Er ist auch kein Psychopath, denn wenn er es wäre, und das müßt Ihr mir glauben, in fast 30 Jahren Knast hätte er das niemals verbergen können! Mitgefangene und Wärter zugleich haben unglaubliche Fähigkeiten, solche Eigenschaften bzw. Schwächen zu orten und dann gezielt zu provozieren. Jens wäre also mit Sicherheit mehrmals im Knast ausgerastet und es wäre registriert worden. Tatsächlich aber ist sein „prison record“ 100% unauffällig. Es ist schlichtweg unmöglich, irgendwelche persönliche Störungen in einer Gefängnissituation auf Dauer und schon gar nicht über Jahrzehnte verbergen zu können.

OK, es gibt noch mehr Gründe, aber dieser Beitrag wird schon zu lang. Soviel jedenfalls von meiner Seite.


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Der Fall Jens Söring

14.03.2015 um 03:52
Das ist eine interessante Biographie, die sicherlich viel Einblick in solche Dinge gibt. Auch ich habe schon seit Jahrzehnten mit Mördern und anderen Verbrechern zu tun und sehr viel Zeit verbracht, beruflich, so dass ich mir einen Kommentar erlaube. Die Versuchung ist hier gross, doch wieder Verallgemeinerungen zu erliegen. Nur weil der Vater von EH Südafrika, Canada und die USA sein Zuhause nannte, muss er noch lange nicht Sympathien für den arroganten Schnösel gehegt haben, den EH plötzlich anschleppte. Und nur weil sie von den Astors abstammte muss die Mutter noch lange nicht germanophil eingestellt gewesen sein. Hier würde ich nicht wagen, solche Schlüsse ohne handfeste Beweise zu ziehen.

Das andere aber wiegt schwerer: Du hast JS kennengelernt, nachdem er bereits 20 Jahre oder mehr im Gefängnis war. Eine extrem lange Zeit, in der sich die Psyche auch dramatisch verändert. Eine Zeit in welcher es durchaus möglich ist, inzwischen an seine eigene Legende zu glauben und sein Verhalten dementsprechend zu adaptieren. Es wurde ja nie behauptet, JS sein der "geborene Mörder per se." Im Gegenteil, er ist sicherlich weder Triebtäter noch hat er aus einem gewissen Zerstörungsdrang heraus gemordet. So wie sich der Fall darstellt, hat er sehr kühl und überlegt gehandelt, narzisstisch bis zum geht nicht mehr einfach auf den Vorteil des Augenblicks bedacht. Ganz der Situation angepasst. Er sah einen Vorteil darin, also hat er die Tat ausgeführt.

Wenige Jahre später ändert sich die Situation extrem, nun hängt sein ganzes Leben davon ab, glaubhaft das Unschuldslamm zu geben. Auch diese Rolle spielt er hervorragend, meisterhaft, wie man es bei seiner Intelligenz und seinem Narzissmus erwarten kann. So hervorragend, dass er Menschen, die ihn erst in dieser Rolle kennenlernen, die er bereits seit Jahrzehnten eingeübt hat, leicht täuschen kann.

Ich habe hinter Gittern eine Handvoll wirklich Unschuldiger kennengelernt: Menschen, die mich von ihrer Unschuld überzeugten und in den meisten Fällen auch irgendwann ein Gericht. Aber ich habe auch einige kennengelernt, deren Leben jetzt daraus bestand, die Rolle eines Unschuldigen zu spielen. Manchmal durchaus erfolgreich, meistens aber nicht.

Da ich JS nicht persönlich kenne, will ich nicht abschliessend urteilen. Aber was ich bisher gesehen und gelesen habe, weist mich in letztere Richtung.


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Jessica-
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Der Fall Jens Söring

14.03.2015 um 06:05
@FPF

Also daß er kein Motiv hatte und daß das Motiv von der Staatsanwaltschaft erstunken und erlogen war, sehe ich auch so wie du und habe es auch wiederholt hier geschrieben.

Auch von seiner Persönlichkeit her war er garnicht zu einer solchen Tat fähig, da stimme ich auch mit dir überein - die Tat trägt eindeutig "die Handschrift" von Elizabeth.

Ich sehe es auch so wie du, daß er sich mit den Eltern gut verstanden hat, da wie du schon schreibst, Elizabeth sonst nur Beziehungen zu Drogenjunkies und anderen T"ypen" hätte, da müssen die Eltern froh gewesen sein über ihren neuen Boyfriend, der sich auch bei dem Mittagessen, der einzigen Gelegenheit, wo er mit den Eltern von Elizabeth überhaupt zusammentraf vorbildlich verhalten hat und sich mit Nancy Haysoms über ihr Hobby, das Fotografieren unterhalten hat.

Also das Tatmotiv wurde eindeutig konstruiert, denn ohne Motiv hätte die Staatsanwaltschaft keinen "Fall" gegen Jens gehahbt, also mußte die Staatsanwaltschat ein "an den Haaren herbeigezogenes" Motiv zurechtkonstruieren.


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Jessica-
ehemaliges Mitglied

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Der Fall Jens Söring

14.03.2015 um 06:12
@FPF

Nachtrag:

...Jens wurde ja auch primär nur wegen des berühmten "blutigen Sockenabdrucks" und aufgrund der Fehler seines 1. Anwalts verurteilt, aber wenn du den Fall kennst, weißt du ja über die Details Bescheid und mußt nicht "wild" spekulieren, wie die meisten user hier :-) :-)

Und aufgrund dieser berühmten 21 Tage Regel, die nur in Virginia gilt, hatte er ja perse keine Chance mehr und hat auch nie ein Wiederaufnahemverfahren bekommen, wo die Beweislage neu geprüft wurde, aber all dies wirst du ja bereits wissen.


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Der Fall Jens Söring

14.03.2015 um 06:54
@FPF

Ich wünsche mir auch irgendwo, dass ich falsch liege und die ganze Welt ungerecht zu Jens war und er einen riesen Fehler gemacht hat mit 18.
Aber es tut mir leid. Jedes mal wenn ich mir die ganze Geschichte vor Augen führe gibt es einfach zu viele Dinge die im Argen liegen. Wenn ich unschuldig bin und absolut nichts zu verbergen habe, dann finde ich eine Millionen Argumente, die mich entlasten. Dann bin ich total sorglos! Dann kann ich der Polizei glaubhaft beweisen, dass ich am besagten Abend nicht da war, weil ich eine Millionen Details nennen kann die meine durchgeknallte Freundin nicht wissen kann. Weil ich einfach woanders war und nicht gerade jemand ermordet habe. Weil ich total unschuldig bin!!! Und spätestens nach 6 Monaten, wenn mich die Polizei in London mit der Aussicht auf die Todesstrafe mit diesen Tatsachen konfrontiert, Immunität hin oder her, dann fliegt die ganze Scheiße auf. Dann erzähl ich alles genau so wie es war, weil ich 18 bin und mir der Arsch auf Grundeis geht.

Ach Leute ihr wisst doch wie sowas abläuft. Nach 6 Tagen verhör durch die Polizei/Eltern/Freunde hat man sich in den eigenen Lügen so verheddert, dass man einfach resigniert und die Wahrheit erzählt, damit endlich Ruhe im Karton ist.

Möglicherweise hat er einfach Schmiere für seine Freundin gestanden, vielleicht hat er sogar selber die Eltern umgebracht,- das lässt sich einfach nicht mehr nachvollziehen. So oder so, er hat sich da total von seiner ersten Liebe manipulieren lassen und jetzt hat er genug dafür abgesessen und sollte endlich mal wieder ein saftiges Steak Essen dürfen und eine zweite Chance bekommen ;-) Ich wünsche es ihm.


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14.03.2015 um 06:59
Rick_Blaine schrieb:Das andere aber wiegt schwerer: Du hast JS kennengelernt, nachdem er bereits 20 Jahre oder mehr im Gefängnis war. Eine extrem lange Zeit, in der sich die Psyche auch dramatisch verändert. Eine Zeit in welcher es durchaus möglich ist, inzwischen an seine eigene Legende zu glauben und sein Verhalten dementsprechend zu adaptieren. Es wurde ja nie behauptet, JS sein der "geborene Mörder per se." Im Gegenteil, er ist sicherlich weder Triebtäter noch hat er aus einem gewissen Zerstörungsdrang heraus gemordet. So wie sich der Fall darstellt, hat er sehr kühl und überlegt gehandelt, narzisstisch bis zum geht nicht mehr einfach auf den Vorteil des Augenblicks bedacht. Ganz der Situation angepasst. Er sah einen Vorteil darin, also hat er die Tat ausgeführt.

Wenige Jahre später ändert sich die Situation extrem, nun hängt sein ganzes Leben davon ab, glaubhaft das Unschuldslamm zu geben. Auch diese Rolle spielt er hervorragend, meisterhaft, wie man es bei seiner Intelligenz und seinem Narzissmus erwarten kann. So hervorragend, dass er Menschen, die ihn erst in dieser Rolle kennenlernen, die er bereits seit Jahrzehnten eingeübt hat, leicht täuschen kann.

Ich habe hinter Gittern eine Handvoll wirklich Unschuldiger kennengelernt: Menschen, die mich von ihrer Unschuld überzeugten und in den meisten Fällen auch irgendwann ein Gericht. Aber ich habe auch einige kennengelernt, deren Leben jetzt daraus bestand, die Rolle eines Unschuldigen zu spielen. Manchmal durchaus erfolgreich, meistens aber nicht.

Da ich JS nicht persönlich kenne, will ich nicht abschliessend urteilen. Aber was ich bisher gesehen und gelesen habe, weist mich in letztere Richtung.
Hatte ich gar nicht zuende gelesen, aber im Prinzip das meinte ich auch nur anders formuliert ;-)


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14.03.2015 um 07:09
@FPF
Der halbbruder von eh wurde zu dem verhaeltnis der eltern gegenueber js befragt. Und dieser aeusserte sich dahingehend so, dass die eltern, insbesondere, dh ihn nicht leiden konnte. Ich glaube er betitelte ihn als arrogant und zynisch.

Zu dem motiv, auch wenn man es nicht nachvollziehen kann, heisst es nicht , dass jemand in so kurzer zeit keine wut und abneigung gegen andere aufbauen kann. Immerhin war er sofort bereit gewesen, die tat auf sich zu nehmen. Das empfindest du als logisch, obwohl er eh ja auch erst so kurz kannte.

Zu der drogensucht von eh gibt es keine eindeutigen quellen, ausser die aussagen von js.er stellt sie im nachhinein wie den letzten Junkie dar, ich erachte es nicht als glaubwuerdig. Sie ging einem geregelten leben nach , sie studierte und js fiel zu anfang auch nicht auf, dass sie Drogen nahm. Also konnte sie nicht so kaputt gewesen sein, wie er es jetzt darstellt.


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