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Der Fall Jens Söring

29.475 Beiträge ▪ Schlüsselwörter: Mord, Kino, Gefängnis ▪ Abonnieren: Feed E-Mail
Zu diesem Thema gibt es eine von Diskussionsteilnehmern erstellte Zusammenfassung im Themen-Wiki.
Themen-Wiki: Der Fall Jens Söring

Der Fall Jens Söring

28.01.2020 um 12:33
Zitat von synthiasynthia schrieb:Das bezog sich doch bestimmt auf die Widersprüche von Aussage und Tatort. Man wusste doch zu diesem Zeitpunkt noch gar nicht ob er auch von der Forensik her passt (Fingerabdrücke, Haare, Blutgruppe).
Die Ermittler wussten von der männlichen BG 0 die am Tatort gefunden worden ist. Er ist mit ihr geflohen. Natürlich wurde er verdächtigt.

Ihm war bewusst, dass Fingerabdrücke am Tatort gefunden worden sind. Er wusste auch, dass er welche auf dem Polizeirevier (Tasse) hinterlassen hatte. Somit hat er angenommen, man hätte die Abdrücke verglichen. Er konnte nicht wissen, dass keine Fingerabdrücke von ihm am Tatort gefunden worden sind. Er nahm es aber an. Ich denke das war der einzige Grund, weshalb er gestanden hat. Nicht aus einem Rettungsmotiv heraus.


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Der Fall Jens Söring

28.01.2020 um 12:46
Zitat von Venice2009Venice2009 schrieb:Er konnte nicht wissen, dass keine Fingerabdrücke von ihm am Tatort gefunden worden sind. Er nahm es aber an. Ich denke das war der einzige Grund, weshalb er gestanden hat
Zu einem wie auch immer gearteten IQ gepaart mit einer überirdischen Arroganz, passt "Annahme" aber nicht.
Da muss doch Überzeugung her. Warum sollte er von Yokels, die so schlecht arbeiten, dass sie bald ihren Job verlieren werden (Interview Gardner), annehmen bis überzeugt sein, dass sie ihn bereits überführen können, ohne ihn mit Beweisen konfrontiert zu haben.

Weder bei Englade, noch in den Briefwechsel noch bei Terry W., finde ich eine passende Antwort bzw. Beleg auf angeblichem Ermittlungsdruck, den Söring zu einem Geständnis ausweglos zwingen würde.

@Melusine: Hast Du mittlerweile "I killed two people and you know that" gedeutet?


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Der Fall Jens Söring

28.01.2020 um 12:49
Zitat von synthiasynthia schrieb:Zu einem wie auch immer gearteten IQ gepaart mit einer überirdischen Arroganz, passt "Annahme" aber nicht.
Da muss doch Überzeugung her. Warum sollte er von Yokels, die so schlecht arbeiten, dass sie bald ihren Job verlieren werden (Interview Gardner), annehmen bis überzeugt sein, dass sie ihn bereits überführen können, ohne ihn mit Beweisen konfrontiert zu haben.
weil er auch nur ein Mensch ist. Er befand sich sei einem Jahr auf der Flucht, er wurde eines Doppelmordes verdächtig. Er befand sich in einer Ausnahmesituation, die Nerven liegen wahrscheinlich blank. Das hat nicht immer etwas mit einem hohen IQ zu tun, wie überlegt man handelt. Denn auch mit einem hohen IQ kann man in Panik verfallen oder unangemessen reagieren. Das eine schließt das andere doch nicht aus.


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Der Fall Jens Söring

28.01.2020 um 12:54
Zitat von falstafffalstaff schrieb:Im weiteren Sinne ist er Opfer seiner Selbstüberschätzung. Ich bin zwar mittlerweile überzeugt davon dass er überdurchschnittlich intelligent ist. Allerdings übersteigt seine Arroganz offenbar noch seine Intelligenz, denn der schwerwiegende Fehler die Intelligenz anderer zu unterschätzen, ist anders nicht zu erklären.
Besonders intelligente Menschen sind nicht immer klug. Das sieht man schon daran, dass Herrmann Göring einen IQ von 130 gehabt haben soll (laut US-Psychologen, die ihn in Nürnberg ausführlich untersucht haben).

Damit will ich nicht Söring mit Göring vergleichen (*g*), aber ein hoher IQ oder hervorragende schulische Ergebnisse bedingen noch keinen vernünftig handelnden und denkenden Menschen. Da gehören auch emotionale und moralische Fähigkeiten dazu. Da ich jemand mit Hochbegabung sehr gut kenne: Das ist manchmal auch eine Behinderung oder ein Gefängnis, weil die Reifung der Persönlichkeit auf der Strecke bleibt. Die Leute werden einerseits sehr früh erwachsen und sind andererseits oft emotional verkümmert oder zurückgeblieben.


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Der Fall Jens Söring

28.01.2020 um 13:44
Jens Söring als Einzeltäter und treibende Kraft
Zitat von boraboraborabora schrieb:So macht dieses Rettungsmotiv, wie so vieles, was Söring sagt, keinen Sinn.
Trimalchio schrieb:
Ich denke, das [edit: d.h. den Retter spielen] wollte er vielleicht wirklich. Aber nicht durch sein Geständnis, sondern durch die Tat.
borabora schrieb:
Das glaubst Du nicht wirklich?
Warum nicht? Die Frage lautet eher: Warum nun dieser Doppel-Mord? Ist denn die Motiv-Frage schon hinreichend beantwortet?

In meiner Analyse von Sörings Genealogie und Wappen hatte ich ja schon ausführlich auf das märchenhaft königliche Selbstbild unseres Schwanenritters verwiesen, das durch die Ralität nicht gestützt wird.

Da hat einer ein existenzielles Selbstwertproblem. Hast du mal mitgezählt, wie oft im Verlauf des "Weihnachtsbriefes" (btw ein gesalzener Euphemismus!) Söring sich selbst einen wertloses Haufen Scheisse nennt ("I'm just tossing shit", "after a while she'll realize the pile of fake shit I am" (S.4), this little shithole-German. Back by popular demand, drowning himself and anaesthetizing himself with ludicrous visions of unachievable grandeur..." (S.5) "repetition of the phrase I am a shithole..." (S.6)? Das darf man ihm wie wenig anderes getrost glauben. Das ist weit mehr als nur eine Metapher oder ein dunkles Passepartout, um EH umso heller erstrahlen zu lassen.

Und dieses Stück Dreck sieht nun die Chance seines Lebens. Elizabeth wird von ihm dafür als Werkzeug auserkoren und missbraucht. Eine kluge Wahl: Als mehrfaches  Missbrauchsopfer war sie das ideale Objekt für weitere Übergriffigkeiten.

Auf fast vierzig Seiten schreibt Jens Söring in narzistischer Selbstbespiegelung nur über sich selbst, über seine Herkunft, seine Leseerlebnisse, seine Gedanken. Und trotz der überall in Grossbuchstaben eingestreuten Beteuerung "I LOVE YOU", kommt Elizabeth darin praktisch nicht vor, allenfalls am Rande, als Empfängerin seiner Gedanken. Ein Dokument der Selbstsucht, Gefühlskälte und Leere. Eine Selbstrechtfertigung. Aber sicher kein Liebesbrief. Jede halbwegs gesunde Frau hätte gefragt: "Und was bitte, JS, hat das mit MIR zu tun???"

Nicht so Elizabeth.

EH erscheint mir, je länger ich mich damit befasse, als das eigentliche Opfer in dieser folie a deux. Ich sehe es so:

Sörings eigene Worte schildern die extreme Sinn-, Bedeutungs- und Wertlosigkeit seiner jämmerlichen Existenz.
Ohne seine extreme Notdurft, dieser Nichtigkeit eine über die Maßen heroische Tat abzutrotzen, wäre es wohl nie zu dieser Katastrophe gekommen. Die treibende Kraft war imho ganz klar Söring. EH war zu dieser Zeit pharmakologisch viel zu sediert für Taten jenseits der Drogenkonsumkriminalität. Und keiner in der Umgebung verstand, was der Schwan mit diesem hässlichen deutschen Entlein anzufangen wusste.

Es ist auch wirklich schwer zu verstehen. Sein penetrantes Bookdropping, das bedeutungsschwangere "Nur Andeuten", noch in diesem Aufstapeln von Lesebrocken wirkt Söring wie ein fleissiges Apportierhündchen, das nicht aus der Spätpubertät erwacht ist.
Nichts daran ist wirklich cool oder genial oder ein neuer Wurf oder hat eigene literarische Qualität. Kein Shakespeare hat auf ihn abgefärbt, kein Camus.
Das Standfoto des Firmaments als Spaghetti mit Fleischbällchen.
 So als müsse er die auf zahlreichen Seiten des später so genannten Weihnachtsbriefes wortreich geschilderte eigene Wertlosigkeit durch eine besonders wertlose Metapher bebildern. (typischer Fall von Hybris. Dieser Ubootmörder fand sein stumpfes helldunkel-Geschreibsel ja auch grossartig und umso brillanter, je langatmiger.)

EH muss Drogen genommen haben, um das nicht zu merken oder um darauf abzufahren.

Er aber drängte sich der schönen Alkoholikertochter mit der Stupsnase und dem unzufriedenen mürrischen Blick gezielt auf. Sie hatte wohl, wie alle Alkoholikerkinder, ein Problem damit,
sich selbst zu reflektieren. Nimmt dankbar Sörings narzistischen Überschwang entgegen und verwechselt ihn nur zu gern mit Liebe. Voller Wohlwollen sieht sie sein Schriftstellerisches "Potential", und mit
Ihrer Prinzessinenrolle beflügelte sie seine Hoffnung den Retter spielen zu können.

JS wollte offenbar um jeden Preis aus der Bedeutungslosigkeit seines graue Maus Daseins heraustreten.

Das ist ihm gelungen. Bis heute halten viele den selbstverliebten Langweiler für etwas Besonderes.

Dafür bestärkte er gezielt ihre Leidensgeschichte und überhöhte sie zum Opfermythos. Er weckte ihre dunklen Seiten und goss Öl ins Feuer. Von nun an schrieb Söring die Dramaturgie und EH fühlte sich wichtig genommen, verwechselte - wieder einmal - Mißbrauch mit Liebe und willigte gern ein. Sie besorgte ihm nach bestem Können die Alibis, hielt auch nach den Morden zu ihm, bis sie die Bilder ihrer niedergemetzelten Eltern zu Gesicht bekam.

Der Preis dafür war aber extrem hoch. Und den bezahlten nicht nur ihre Eltern, deren Angehörige und Freunde, sondern auch EH selbst. Sie war für JS das geeignete Werkzeug, aus der Mittelmäßigkeit herauszutreten. Sein Doppelmord ist so gesehen ein Mord aus Langeweile. Aus der Unfähigkeit, Bedeutung zu empfinden. Ein Beispiel für die Banalität des Bösen.

Mit guten Freunden an der Seite wäre EH rechtzeitig in Entzug und Therapie gegangen und hätte ihre Kindheitstraumata vll. soweit verarbeiten können, dass sie mit dem verbleibenden Rest hätte leben können. Aber indem sie sich auf die Manipulationen durch JS einließ, wurde sie ein weiteres Mal (nach Mutter und Schweiz und Drogen) für fremde Interessen missbraucht.

Anders als der JS-Fanclub, der bis heute die Hauptschuld bei EH verortet, verliert sie kein Wort über den Zerstörer ihres Lebens und konzentriert sich auf ihren eigenen Anteil der Schuld. Das scheint ein Anzeichen grosser Reife zu sein.

Söring hingegen schreckt nichteinmal davor zurück, sich Schulkindern gegenüber als Justizirrtum auszugeben.

JS ist kein Opfer. Weder das Opfer der verführenden Schlange, noch das Opfer einer hinterhältig unfairen Justiz. Allenfalls ist er das Opfer der eigenen Mythen und Lügen, die nun weitererzählt werden müssen.

Und so steht sie da diese traurige Gestalt in der Echokammer, in der als Dauerschleife von falschem Geständnis, unfairem Prozess, fiesem Sockenabdruck, zwei fremden DNA-Männern und einem voreingenommenen Richter gelogen wird, bis seine Groupies und der Sheriff vor Verzückung in Ekstase geraten, weil man ja zu den Guten gehört, wenn man einen erfundenen Justizskandal hyped.

Zusammenfassung dieser Sicht:
Söring war bei den Morden die treibende Kraft und der Hauptausführende.
Nicht erst durch das Geständnis, schon durch die Tat selbst wähnte und inszenierte sich JS dabei als der beschützende Held.

In Wirklichkeit missbrauchte er aber EH als Vorwand für die Überwindung seiner existentiellen Wertlosigkeit, brachte ihre Eltern um und zerstörte ihr Leben.

Seine Verurteilung als Doppelmörder erfolgte zu Recht. Ihre Strafe erscheint im Vergleich dazu unangemessen hoch.


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Der Fall Jens Söring

28.01.2020 um 14:01
Zitat von synthiasynthia schrieb:Zu dem zerrissenen Zettel vom 05.06.1986:
Das ist ein bisschen komplex , ich gehe es nochmal durch, weil ich mich bisher mit diesem Zettel kaum befassst hatte und mir nicht klar ist, ob ich das nicht missverstehe.
Also, war/ist es so zu verstehen ?:
Söring und Haysom werden am 30.4.1986 verhaftet und Söring kommt ins Gefängnis in Ashford. Dort lernt er an seinem ersten Tag M. Schr. kennen.
Am 5.6. finden die Ermittler in Soerings Tasche einen Brief/Kassiber an Elizabeth, die in einem anderen Gefängnis ist, der ist zerrissen, aber die Ermittler kleben ihn wieder zusammen. In dem schreibt Söring, dass
1)... er sicher nach Deutschland und nicht USA ausgeliefert würde, weil das rechtlich unmöglich sei
2)... wenn er nach Deutschland ausgeliefert würde, ihm nicht allzu viel passieren könnte
3)... das wisse er von einem sehr nützlichen Freund, den er später, in Verhören über den Kassiber mit J M. Schr. benennt.
Nun hat sich dieser M.Schr. in diesem Strang mehrmals eindeutig als @ashford1966 zu erkennen gegeben und mitgeschrieben.
Er sagt aber hier in diesem Strang, dass er (M.Schr.) Söring mit Sicherheit erst nach seinem Geständnis über die deutsche Rechtslage und das Jugenstrafrecht in D. informiert hätte.

Also kann es ja nicht stimmen, dass Söring erst von M.Schr. etwas über die deutschen Rechtsbedingungen und das Jugendstrafrecht erfahren hat. Denn er selbst schreibt ja das Gegenteil!
Der W. -Report sagt aber deutlich, das sei so gewesen.
Habe ich das so rchtig wiedergegeben?
Ich habe noch dies in einem Beitrag von Ashford gefunden:
Zitat von Ashford1986Ashford1986 schrieb am 08.03.2016:Der Fall Jens Söring
08.03.2016 um 16:46
Als JS dann zurück war und ich bereits aus den Zeitungen über die Mordvorwürfe informiert war, waren wir immer noch die einzigen Deutschen in unserem Flügel. Ich war wegen meiner Betrugstouren schon mal zweimal zwei Monate in einem deutschen Jugendgefängnis zuvor in U-Haft gewesen. Ich konnte JS daher etwas über deutsche Jugendhaft und Jugendstrafgesetze berichten. Auch die Tatsache zwischen dem Unterschied eines Heranwachsenden und eines Jugendlichen vor dem Gesetz. Auch Heranwachsende werden in aller Regel nach dem Jugendstrafrecht verurteilt. Und die maximale Jugendstrafe entsprach seinerzeit wie auch noch heute 10 Jahre. Eine Sicherungsverwahrung gab es seinerzeit für Jugendliche in der BRD noch nicht. JS hatte zu diesem Zeitpunkt bereits sein Geständnis gegenüber der Polizei schon abgelegt. Noch Fragen?



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Der Fall Jens Söring

28.01.2020 um 14:13
Zitat von TrimalchioTrimalchio schrieb:Und dieses Stück Dreck sieht nun die Chance seines Lebens.
Ist es nicht ganz und gar wunderbar, sich über einen anderen Menschen vollkommen anonym erheben zu dürfen, ohne dabei befürchten zu müssen für den eigenen geistigen Durchfall wie auch immer belangt werden zu können?

Du schreibst hier über einen Menschen, der zu der Zeit, in der Du über ihn urteilst und verunglimpfst 18 Jahre alt war.

Die Hölle, das sind immer die anderen ...


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Der Fall Jens Söring

28.01.2020 um 14:19
Zitat von RinTinRinTin schrieb:Trimalchio schrieb:
Und dieses Stück Dreck sieht nun die Chance seines Lebens.
Ist es nicht ganz und gar wunderbar, sich über einen anderen Menschen vollkommen anonym erheben zu dürfen, ohne dabei befürchten zu müssen für den eigenen geistigen Durchfall wie auch immer belangt werden zu können?

Du schreibst hier über einen Menschen, der zu der Zeit, in der Du über ihn urteilst und verunglimpfst 18 Jahre alt war.
Und du interpretierst da etwas rein, das du hinein interpretieren willst.

Was ist so schwer daran, diesen Satz so zu verstehen, wie er gemeint sein wird? Nämlich als Zusammenfassung von Sörings Selbsteinschätzung.


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Der Fall Jens Söring

28.01.2020 um 14:22
Zitat von TrimalchioTrimalchio schrieb:Söring war bei den Morden die treibende Kraft und der Hauptausführende. Nicht erst durch das Geständnis, schon durch die Tat selbst wähnte und inszenierte sich JS dabei als der beschützende Held.
Sieht man von der fürchterlich verächtlich machenden Polemik mal ab - ja, so kann es gewesen sein. Aber nichts davon ist ein Argument, dass es so gewesen sein muss. Diesen Anspruch erhebst Du aber. Wortgewaltig zwar, aber ohne jede Mäßigung. Auf Grundlage eines "Briefes" eine 18jährigen, der niemals abgeschickt worden ist und niemals hätte veröffentlicht werden sollen.

Zum Glück arbeiten Gerichte so nicht bei ihrer Strafzumessung. Und beide wurden gleichzeitig frei gelassen, was die weitaus abgewogenere Beurteilung der zuständigen Institutionen Virginias zeigt. Und @Melusine s filigrane Arbeit hart am Text und behutsamen Schlüssen mag zwar auch nur Spekulation sein - aber eine, die fair bleibt.


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Der Fall Jens Söring

28.01.2020 um 14:23
Zitat von RinTinRinTin schrieb:Ist es nicht ganz und gar wunderbar, sich über einen anderen Menschen vollkommen anonym erheben zu dürfen, ohne dabei befürchten zu müssen für den eigenen geistigen Durchfall wie auch immer belangt werden zu können?
Wer lesen kann ist doch ganz klar im Vorteil. Ich referiere hier die im "Weihnachtsbrief" niedergelegte Selbstsicht des Jens Söring.


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Der Fall Jens Söring

28.01.2020 um 14:24
Zitat von TrimalchioTrimalchio schrieb:Da hat einer ein existenzielles Selbstwertproblem
Ich frage mich ganz ernsthaft wie Du Dich im Alter von 18 Jahren empfunden hast.

Da hat man genau diese Selbstwertprobleme und vieles mehr.

Vor allem als junger Mann der das erste Mal so richtig verliebt ist.

Ich fasse es nicht wie sich jemand so dermaßen bösartig auslassen kann über ein Menschen, den er NULL kennt und von damals kannte.
Vielleicht hörst Du doch mal in diverse Podcasts hinein oder liest mal etwas was Leute . z. b. eine Dozentin von ihm über ihn gesagt hat.


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Der Fall Jens Söring

28.01.2020 um 14:24
Zitat von ligalaligala schrieb:lso kann es ja nicht stimmen, dass Söring erst von M.Schr. etwas über die deutschen Rechtsbedingungen und das Jugendstrafrecht erfahren hat. Denn er selbst schreibt ja das Gegenteil!
Der W. -Report sagt aber deutlich, das sei so gewesen.
Habe ich das so rchtig wiedergegeben?
Ich habe noch dies in einem Beitrag von Ashford gefunden:
Ja genau, das ist der Sachverhalt. Da in dem Terry W. Bericht (Sekundärquelle) folglich eine widersprüchliche Angabe zu Schröders (Primärquelle) hier gemachten Angaben auftaucht, bieten sich gleich mehrere Schlußfolgerungen
an. Ich tendiere dazu Englade den Inhaltsbeschreibung "Beweisvernichtung" eher abzukaufen, als die Angabe in dem Bericht, die angeblich von demjenigen stammen soll, der den Brief mühevoll zusammengeklebt hat.


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Der Fall Jens Söring

28.01.2020 um 14:26
Zitat von BluelleBluelle schrieb:Ich fasse es nicht wie sich jemand so dermaßen bösartig auslassen kann über ein Menschen, den er NULL kennt.
Vielleicht solltest du dir lieber mal Gedanken darüber machen, woher die Bösartigkeit kommt, die Eltern der eigenen Freundin hinzumetzeln?


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Der Fall Jens Söring

28.01.2020 um 14:28
Zitat von TrimalchioTrimalchio schrieb:die Eltern der eigenen Freundin hinzumetzeln?
Ja es werden ganz viele Menschen täglich umgebracht, Kinder sterben in Afrika, Syrien, Eltern verlieren ihre Kinder, eine ganze Familie wird ermordet.
Alles tragisch und mir tun diese Menschen leid, genauso wie die Haysoms, für eine Minute manchmal länger, dann gehe ich ein Stück weiter - weil ich sie nicht kenne und keine Verbundenheit habe.
Das überlasse ich den Menschen, denen Trauerarbeit zusteht.


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Der Fall Jens Söring

28.01.2020 um 14:29
Zitat von monstramonstra schrieb:Aber nichts davon ist ein Argument, dass es so gewesen sein muss. Diesen Anspruch erhebst Du aber.
Auch dir sei das Lesen empfohlen:
Zitat von TrimalchioTrimalchio schrieb:Jens Söring als Einzeltäter und treibende Kraft
Verstehst du, was das "als" in der Überschrift impliziert? Ja genau. Hier wird eine SICHT vertreten.

Explizit nochmal ganz am Schluss.
Zitat von TrimalchioTrimalchio schrieb:Zusammenfassung dieser Sicht:



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28.01.2020 um 14:38
Zitat von TrimalchioTrimalchio schrieb:Und so steht sie da diese traurige Gestalt in der Echokammer, in der als Dauerschleife von falschem Geständnis, unfairem Prozess, fiesem Sockenabdruck, zwei fremden DNA-Männern und einem voreingenommenen Richter gelogen wird, bis seine Groupies und der Sheriff vor Verzückung in Ekstase geraten, weil man ja zu den Guten gehört, wenn man einen erfundenen Justizskandal hyped.
Trieft das nicht etwas arg vor Polemik. Es gilt sachlich und neutral die Fakten zu analysieren. Ich könnte ja genauso umgekehrt die "Verschwörungstheorie" aufstellen, dass sich Gruppierungen hier auf Allmy einen Spass daraus machen, Diskutanten (identifiziert als Pro-Verurteilten) in den Fällen mit Gegendarstellungen systematisch und in Überzahl aufs Korn zu nehmen.

Worum geht es hier? Um Deutungshoheit. Was ist der Input? Quellen. Da gab es Dokus, das Versprechen, die Söringseite, Bücher, Interviews, Dokumente, Blogs und jetzt der Terry W.-Bericht.

Und nicht zu vergessen die Gerichtsbeschlüsse. In Summe eine Vielzahl von interpretationslastigen Darstellungen
und Argumentationen in einem sehr komplexen Fall.

Manchmal gibt es nur eine Wahrheit, manchmal liegt sie in der Mitte und oft kennt man diese gar nicht.

Die Murmeltiergeschichte um den anwaltlichen Beistand ist doch ein passendes Beispiel genauso wie der Fussabdruck. Zu beiden gibt es einen Gerichtsbeschluss.
Zur Anwaltsverweigerung wird Söring das "I wish to speak" mit unterzeichnetem Anwaltsverzicht vorgehalten. Da spielt es also keine Rolle mehr wie oft Söring nach einem Anwalt gefragt hätte, oder ob ihm einer angeboten wurde, von dem wir nicht wissen, was daraus wurde. Es spielt auch keine Rolle das Gardner aussagt, JS hätte nur halblaut nach einem Anwalt gefragt. Die Verteidigung wollte unter allen Umständen versuchen, das
Geständnis in London nicht als Beweismittel zuzulassen. Das wurde wie allen bekannt abgelehnt.

Zum Sockenabdruck kommt heraus, dass der Abdruck genauso gut zu Haysom passen könnte. Also ein Unentschieden für Beweislast. Allerdings hatte Neaton versäumt den Fussabdruck einem Dritten zuzuschreiben, was von seinem Vorwurf vor der Jury "Haysom with an accomplice" viel besser gepasst hätte, als ihr blos die Entscheidung zwischen Söring und Haysom zu überlassen.


OT: Wenn Trump zwischen Anklage- und Verteidungscase nicht impeached wird, und alle bis zuletzt der Verteidigungsstrategie nachgehen - solange abstreiten, bis der Gegenbeweis in der Sackgasse endet -
was ändert das an Deiner Sichtweise über das US Rechtssystem? Nichts.
Genauso ist das mit dem Fall Söring.


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Der Fall Jens Söring

28.01.2020 um 14:39
Zitat von Ashford1986Ashford1986 schrieb am 08.03.2016:Ich konnte JS daher etwas über deutsche Jugendhaft und Jugendstrafgesetze berichten. Auch die Tatsache zwischen dem Unterschied eines Heranwachsenden und eines Jugendlichen vor dem Gesetz. Auch Heranwachsende werden in aller Regel nach dem Jugendstrafrecht verurteilt. Und die maximale Jugendstrafe entsprach seinerzeit wie auch noch heute 10 Jahre. Eine Sicherungsverwahrung gab es seinerzeit für Jugendliche in der BRD noch nicht. JS hatte zu diesem Zeitpunkt bereits sein Geständnis gegenüber der Polizei schon abgelegt. Noch Fragen?
Aber das stellt ja alles in ein ganz anderes Licht.
Dann hatte JS Sch. wohl vertraut wie das obere klingt und wenn er da das Geständnis noch nicht abgegeben hatte, wieso schreibt
Ash. dann das es so war.
Ist dann W.s Bericht falsch oder hat Sch. (Ashford) uns einen Bären aufgebunden?

Vor allem müsste das EH ja dann auch wissen. Stand ja auf dem Zettel.


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Der Fall Jens Söring

28.01.2020 um 14:45
Zitat von RinTinRinTin schrieb:Ist es nicht ganz und gar wunderbar, sich über einen anderen Menschen vollkommen anonym erheben zu dürfen, ohne dabei befürchten zu müssen für den eigenen geistigen Durchfall wie auch immer belangt werden zu können?
Du schreibst hier über einen Menschen, der zu der Zeit, in der Du über ihn urteilst und verunglimpfst 18 Jahre alt war.
Die Hölle, das sind immer die anderen ...
Zitat von monstramonstra schrieb:Zum Glück arbeiten Gerichte so nicht bei ihrer Strafzumessung. Und beide wurden gleichzeitig frei gelassen, was die weitaus abgewogenere Beurteilung der zuständigen Institutionen Virginias zeigt. Und @Melusine s filigrane Arbeit hart am Text und behutsamen Schlüssen mag zwar auch nur Spekulation sein - aber eine, die fair bleibt.
Das sehe ich ganz genau so!
Zumal sich Soering und Haysom damals wahrscheinlich an einer Methode versuchten, die sich "automatisches Schreiben" nannte/nennt. Das kann man an den Briefen auch Frau Haysoms,(die ja auch recht ...mhm, nennen wir's hermetisch" sind) aber auch aus diesem Text erkennen, finde ich.
@Melusine, hast du die Briefe mal dahingehend gelesen? Fände ich mal interessant, nur als Anregung.
Zur Erklärung:

Wikipedia: Écriture automatique
Die erwähnten Texte waren in den 70er/80er Jahren noch relativ en Vogue.
Die Methode findet auch im Magischen Realismus und der Neuen Sachlichkeit Anwendung.
Jack Kerouac, Mitbegründer der amerikanischen Subkultur der Beat-Poesie, baute das automatische Schreiben der Surrealisten aus und schuf so seine Romane Unterwegs (1957) und Gammler, Zen und hohe Berge (1958). Er beschrieb das Schreiben als Zustand spontaner Wahrnehmungskonzentration, den er mithilfe der Zen-Meditation förderte. In der amerikanischen Schreibbewegung nimmt das Freewriting immer noch einen wichtigen Platz ein.
Übrigens habe ich gerade in einem alten Beitrag von Ashford1986 dass Söring wohl 1986 Buddhist war. Passt also zu der Methode.


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28.01.2020 um 14:51
Zitat von BluelleBluelle schrieb:Vor allem müsste das EH ja dann auch wissen. Stand ja auf dem Zettel.
Auf dem zerrissenen Zettel, den sie nie bekommen hat?


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