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Der Fall Jens Söring

29.217 Beiträge ▪ Schlüsselwörter: Mord, Kino, Gefängnis ▪ Abonnieren: Feed E-Mail
Zu diesem Thema gibt es eine von Diskussionsteilnehmern erstellte Zusammenfassung im Themen-Wiki.
Themen-Wiki: Der Fall Jens Söring

Der Fall Jens Söring

26.05.2020 um 23:54
Zitat von boraboraborabora schrieb:Eine gute Partie wäre er bei seiner Hochintelligenz,
Hochintelligenz? Ist das Ironie? Der hat sich mindest 3 mal selbst in's Knie gefi*** und mehr oder weniger aktiv dran mitgewirkt für mehr als 30 Jahre in den Knast zu gehen. Das ist Hochintelligent?


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Der Fall Jens Söring

26.05.2020 um 23:54
@borabora
Komisch. Mir kam es vor, dass Scham ihm völlig fremd ist. Außerdem hat der auf mich als Kerl eine anstoßende Wirkung.
Ich Stelle mir vor, worüber der mit seinem Schmacht-und-Liebe-Fanclub im Kaffee so klönt. Über blutige Sockenabdrücke und versuchte Vergewaltigungen?

@orenoa es war Ironie. Er ist nicht hochintelligent. Wäre er es, hätte er nicht sein halbes Leben im Knast verbracht.


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27.05.2020 um 00:12
Zitat von orenoaorenoa schrieb:Dieses Sockenargument kann ich weder nachvollziehen noch mittlerweile mehr hören. Der Sockenabdruck war und ist überhaupt kein Beweis ob JS, EH oder jemand vollkommen anderes am Tatort waren.
Kann man ignorieren, muss man aber nicht.

20200526 235713
Zitat von orenoaorenoa schrieb:Mit blutverschmierten Fingerabdrücken hätte die ganze Sache natürlich anders ausgesehen.
Unsinn. Auch da hättet Ihr noch rumgequengelt und steif und fest behauptet, dass es nicht passt. Wie mit dem Fuss.
Zitat von orenoaorenoa schrieb:Die Blutgruppe ist doch ebenfalls weder für JS noch für EH ein Ausschlußkriterium.
Für EH schon, denn die hat nicht BG 0.
Zitat von orenoaorenoa schrieb:Nur deshalb kann doch nicht aufgrund von halbgaren Geständnissen und irgendwelcher Zaubertricks dann beide für immer wegbuchten.
Egal, ob Ihr es leugnerisch halbgar oder Zaubertricks nennt - du siehst doch, dass man es konnte.


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27.05.2020 um 00:29
Zitat von orenoaorenoa schrieb:Hochintelligenz? Ist das Ironie? Der hat sich mindest 3 mal selbst in's Knie gefi*** und mehr oder weniger aktiv dran mitgewirkt für mehr als 30 Jahre in den Knast zu gehen. Das ist Hochintelligent?
Hochintelligente Menschen müssen nicht immer vernünftig sein. Denn sie haben auch Emotionen. So wie Söring. Im Übrigen kann Hochintelligenz sogar wie eine Behinderung wirken, weil die Wahrnehmung eine andere ist, wie die der Umgebung. Psychische Probleme sind die Folge.

Und bestes Beispiel für einen hochintelligenten Dummkopf: Herrmann Göring hatte einen IQ von 130 (gemessen während der Nürnberger Prozesse).
Zitat von JackiJacki schrieb:Für EH schon, denn die hat nicht BG 0.
Wie oft denn noch (es ist einfach reine Logik)? Ein Mittäter am Tatort muss nicht zwingend Blut hinterlassen haben. Das Fehlen einer Spur lässt den Schluss auf die Abwesenheit einer Person nicht zu, außer diese Person hätte zwingend diese Spuren hinterlassen müssen.

Anderer Fall: Die NSU-Mörder Bönhardt und Mundlos hinterließen ebenfalls keine verwertbaren DNA- oder Blutspuren am Tatort. Trotzdem waren sie dort und töteten.

Gleiches ist mit den fehlenden DNA-Spuren Sörings am Tatort: Auch sie beweisen nicht, dass er nicht am Tatort gewesen sein kann. Sie können ggf. beweisen, dass das Blut der Blutgruppe 0, das ihm zugeschrieben wurde, nicht seine DNA enthielt und es deswegen unwahrscheinlich ist, dass diese Spuren (soweit DNA extrahiert werden konnte) seine Blutspuren sind.

Ansonsten lassen die Sockenfotos keine Schuhgröße erkennen. Sie sind allseits bekannt und ein deutsches Gericht wäre wohl zu dem Schluss gekommen, dass sich aus den Fußabdrücken keine gesicherten Erkenntnisse über die Identität des Täters ableiten lassen.


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Der Fall Jens Söring

27.05.2020 um 00:55
Zitat von orenoaorenoa schrieb:Hochintelligenz? Ist das Ironie? Der hat sich mindest 3 mal selbst in's Knie gefi*** und mehr oder weniger aktiv dran mitgewirkt für mehr als 30 Jahre in den Knast zu gehen. Das ist Hochintelligent?
Ja und nein.
Als Student auf einer Eliteuni hatte er schon was drauf.
Im wirklichen Leben nicht, da gebe ich Dir natürlich Recht.
Zitat von monstramonstra schrieb:ein deutsches Gericht wäre wohl zu dem Schluss gekommen, dass sich aus den Fußabdrücken keine gesicherten Erkenntnisse über die Identität des Täters ableiten lassen.
Sicher, jedoch diente das Zeigen des Abdruckes dafür im Gerichtssaal auch nicht. Eher als Zugabe.

Denn es waren ja genug Indizien gegen Söring vorhanden, die zur Verurteilung reichten.

Rein "zufällig" passte der gefundene Abdruck besser zum Fuss von Söring u. es war rein "zufällig" noch seine Blutgruppe am Tatort vorhanden.


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Der Fall Jens Söring

27.05.2020 um 00:57
Zitat von monstramonstra schrieb:Wie oft denn noch (es ist einfach reine Logik)? Ein Mittäter am Tatort muss nicht zwingend Blut hinterlassen haben. Das Fehlen einer Spur lässt den Schluss auf die Abwesenheit einer Person nicht zu, außer diese Person hätte zwingend diese Spuren hinterlassen müssen.
Das ist richtig, das muss MIR niemand vorbeten, schon gar nicht wiederholt. 🙄

Trotzdem kann EH nicht BG 0 am Tatort hinterlassen haben. BG 0 ist somit ein Ausschlusskriterium für sie.
Zitat von orenoaorenoa schrieb:Die Blutgruppe ist doch ebenfalls weder für JS noch für EH ein Ausschlußkriterium.



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Der Fall Jens Söring

27.05.2020 um 04:10
Zitat von RosenmontagRosenmontag schrieb:Ist aber nicht immer zuverlässig. Möglicherweise hat JS daher bisher keinen gemacht.
Zitat von boraboraborabora schrieb:Zudem, ein Lügendetektortest gilt als nicht zuverlässig u. ist deshalb, soweit ich weiß, längst nicht überall zugelassen.
Zitat von skullnerdskullnerd schrieb:Wäre möglich ,dass die Ermittler dem Test aufgrund der Tatsache, dass er bereits bei der Exverloben unterschiedliche Ergebnisse erbrachte, nicht mehr trauten und daher kein Interesse mehr an weiteren Tests hatten.
Richtig, diese "Tests" gelten als sehr unzuverlässig. Noch wichtiger ist aber, was hier anscheinend übersehen wird, dass in den USA niemand gezwungen werden kann, einen Polygraph-Test überhaupt zu absolvieren. Die Ermittler können nicht verlangen, dass man sich einem solchen Test unterzieht und, sollte es ein Ermittler entgegen besserem Wissen versuchen, darf man eine Weigerung nicht negativ bewerten.

Konsequenterweise wurde niemals verlangt, dass JS oder EH einen solchen Test absolvieren und daher kann man daraus auch kein "Versagen" der Ermittler konstruieren.

JS und EH hätten über ihre Verteidiger anbieten können, einen solchen zu absolvieren, und dieses Angebot hätte dann von den Ermittlern angenommen oder auch abgelehnt werden können. M.W. haben beide das jedoch nie angeboten.

Und damit erübrigt sich m.E. die ganze Diskussion darüber.


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27.05.2020 um 05:38
Zitat von orenoaorenoa schrieb:Die Blutgruppe ist doch ebenfalls weder für JS noch für EH ein Ausschlußkriterium.
Doch der Fund der BG 0 ist ein Ausschlußkriterium für EH. Zumindest als alleinige Täterin.

Wie wertest du denn ansonsten das Verhalten von JS? Kein Alibi, zeigte sich unkooperativ, offenbarte Täterwissen, hat eine Narbe an der Hand, ist geflohen als es für ihn brenzlig wurde, gestand, zog sein Geständnis erst kurz vorher zurück, als er in die USA ausgeliefert werden sollte. Hätte man das alles irgnorieren und nach weiteren Personen suchen sollen, weil man bei einem solchen Verhalten davon ausgehen kann, derjenige sei unschuldig?


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Der Fall Jens Söring

27.05.2020 um 10:47
Zitat von Venice2009Venice2009 schrieb:wertest du denn ansonsten das Verhalten von JS? Kein Alibi, zeigte sich unkooperativ, offenbarte Täterwissen, hat eine Narbe an der Hand, ist geflohen als es für ihn brenzlig wurde, gestand, zog sein Geständnis erst kurz vorher zurück, als er in die USA ausgeliefert werden sollte. Hätte man das alles irgnorieren und nach weiteren Personen suchen sollen, weil man bei einem solchen Verhalten davon ausgehen kann, derjenige sei unschuldig?
Wie Auftritt bei Lanz zeigte, stecken selbst nach Haftentlassung, Anwälte noch immer den Rahmen der Interviews im Vorfeld ab. Als Zuschauer erfuhr man davon nur, in einem hingehuschten Nebensatz von Lanz, leicht zu überhören.
Weiter fiel auf, dass sich außer einem Gesinnungsexperten keine weiteren Gäste im Studio befanden, die unerwartete Fragen hätten stellen können.
Ziemlich viel Kontrolle für jmd., der doch "Nicht schuldig" ist.


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27.05.2020 um 11:24
Natürlich werden für TV-Interviews die Inhalte vorher besprochen. Dazu zählen auch Punkte, über die der Interviewte nicht sprechen möchte oder darf. Der Interviewte darf auch nicht alles sagen. Man denke an Eva Herrmann, die auf Verlangen von Johannes B. Kerner zugestanden hatte, nicht über ihren Streit mit ihrem Sender zu sprechen. Als sie es doch tat, brach Kerner das Interview ab.

Hier war Lanz im Vorfeld bedeutet worden, dass Söring zur Frage nichts sagen dürfe, ob Elizabeth Haysom die Tat begangen hat. Das hat auch einen rechtlich nachvollziehbaren Hintergrund (etwaige rechtliche Schritte wegen Übler Nachrede), was Söring auch erläutert hat. Für Lanz (und sicher auch die Redaktion) war das nachvollziehbar und auch akzeptabel.

So lange er in den USA um seine Freilassung kämpfte war es Söring "in Wahrnehmung berechtigter Interessen" (so die deutsche Formulierung) erlaubt, die Schuld von sich zu schieben, indem er Elizabeth belastete und über ihr (angebliches) Geständnis in Washington detailliert berichtete. Nun, da er in Deutschland in Freiheit ist, könnte es sein, dass dieses Privileg entfällt. Und er von Haysoms Anwälten Post bekommt, die er vermeiden sollte. Gerade wegen der Haftentlassung ist also eine neue rechtliche Situation entstanden, auf die man bei einem Interview reagieren muss.

Ansonsten ging es in dem Interview vorrangig um die Haft und die Folgen. Wie ich schon ausgeführt habe, ist das journalistisch Interessante an Söring ja nicht nur seine Unschuldsbeteuerung. Sondern die Persönlichkeit, die sich extrem von den meisten nach langer Haft Entlassenen unterscheidet. Stichwort Wortgewandtheit, Intelligenz, Reflektion. Der Professor, der schon viele Haftentlassene kennen gelernt hat, der sprach (sinngemäß) von einem "absoluten Einzelfall". Da war es von vorneherein nicht gewollt (und angesichts der oben genannten rechtlichen Situation auch nicht ratsam), hier auf die Tat und die Schulfrage einzugehen. Söring sagte "Ich bin unschuldig" und Lanz ließ das unwidersprochen so stehen, ohne eine Konfrontation zu suchen. Der Kriminalfall war nicht sein Thema.

Das kann man nun bedauern oder gar beschreien, für halbwegs seriöse "People-Interviews" sind Vorgespräche und Vorfestlegungen notwendig. Hier sitzt nicht ein medienerfahrener Politiker, der sich erklärt, oder ein Schauspieler, der Werbung für den neuen Film macht. Sondern eine Person mit einer gewissen Bekanntheit, die trotzdem Privatperson ist und bleibt. Da hat ein Interviewer auch eine Fürsorgepflicht, diesen davor zu bewahren, sich um Kopf und Kragen zu reden. Und der Interviewte soll sich nicht ausliefern müssen. Es geht ja nicht darum, eine Krawallveranstaltung hochzuziehen, sondern gepflegte Abendunterhaltung zu machen. Natürlich überlegt man in der Redaktion auch, ob es vertretbar ist, hier einem verurteilten Verbrecher eine Bühne zu geben. Aber weil dem Söring so alles Böse fehlt und man ihm seine Beteuerungen auch gerne glauben möchte, er auch so furchtbar deutsch ist und in den USA (in den Augen vieler Zuschauer mit einem archaischen und zweifelhaften Rechtssystem) verurteilt wurde und bis zum Schluss wie ein wildes Tier in Ketten gehalten wurde, da haben wir eben einen Sonderfall.


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Der Fall Jens Söring

27.05.2020 um 11:43
Zitat von Rick_BlaineRick_Blaine schrieb:JS und EH hätten über ihre Verteidiger anbieten können, einen solchen zu absolvieren, und dieses Angebot hätte dann von den Ermittlern angenommen oder auch abgelehnt werden können. M.W. haben beide das jedoch nie angeboten.

Und damit erübrigt sich m.E. die ganze Diskussion darüber.
So eine Darstellung ist mit gänzlich unbekannt und entspricht wohl eher einer theoretischen Denke. Die Praxis zeigt doch einfach, dass die Ermittler bei einem TV mit ausreichendem Anfangsverdacht auch reichlich Druck aufbauen. Dazu gehört in den USA eben dieser Lügendetektortest. Man kann sich auf youtube die bilderbuchhafte Darstellung einer direkten Überführung inkl. Geständnis am Fall Charles Watts ansehen.
Die Ermittler "überrumpeln". Und einmal angeschlossen und durchgefallen hinterlässt es eine deutlich hohe psychologische Wirkung. Wenige Minuten später gesteht CW.
Zitat von Rick_BlaineRick_Blaine schrieb:gelten als sehr unzuverlässig.
Das hört sich miserabel an, damit du allerdings nicht beim Leser ein falsches Bild erzeugst, solltest du das mit genauen Durchfallraten belegen. Dann solltest du erklären warum der Test immer noch von der US-Polizei praktiziert wird. Bzw. wann und wann nicht.

Übrigens wurde Söring ohne Test der einfache Ausschluss aus einem Verdächtigenkreis angeboten, mittels Abgabe seiner Erkennungsmerkmale. Auch das war doch freiwillig. Eine persönliche oder durch einen Anwalt ausgesprochene Ablehnung, fällt sofort unter einen 100% Tatverdacht durch inkooperatives Verhalten. Da nützt es einem doch weniger was vor einer Jury im Prozess nicht mehr berücksichtigt werden darf.
Zitat von Mr.StielzMr.Stielz schrieb am 27.12.2019:Nach Mary Jane Burtons Tod hat man 2005 in Virginia beschlossen, ihre privat archivierten Blut- und Spermaspuren nachzuanalysieren. IIRC war Material zu 35xx Fällen vorhanden, das bis 1977 zurückreichte. Dabei saßen noch 18xx Verurteilte in Haft. Angesichts der zu erwartenden langen Zeitdauer und hoher Kosten hat man zunächst $200.000 für 40 Fälle bereitgestellt und allen noch Inhaftierten die Möglichkeit gegeben, einen Antrag auf Vorzugsbehandlung zu stellen, wenn sie sich für unschuldig hielten. Von den 18xx Häftlingen haben gerade einmal 18 (1 Prozent!) einen Antrag gestellt. Von diesen wurden 12 rehabilitiert, 11 "Vergewaltiger", die alle durch Zeugen identifiziert worden waren, und ein "Mörder". Diese Vorzugsbehandlung war IIRC 2006 abgeschlossen. Danach kamen die restlichen Gefangenen an die Reihe, Söring IIRC im Frühjahr 2009. Im Herbst hatte man auch diesen Teil der Untersuchung abgeschlossen, so dass man sich den bereits Entlassenen zuwenden konnte. Bei diesen konnte in der Hälfte der Fälle der Aufenthaltsort nicht mehr ermittelt werden, die anderen hatten überwiegend wenig Interesse an der nachträglichen Aufklärung der absoluten Wahrheit,
Da warte ich noch auf eine Quelle.


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Der Fall Jens Söring

27.05.2020 um 11:50
Zitat von durant12durant12 schrieb:Das hört sich miserabel an, damit du allerdings nicht beim Leser ein falsches Bild erzeugst, solltest du das mit genauen Durchfallraten belegen. Dann solltest du erklären warum der Test immer noch von der US-Polizei praktiziert wird.
Es werden lediglich die Emotionen gemessen, die jemand bei (bestimmten) Fragen zeigt. Das würde dann, je nachdem, auf eine Lüge hinweisen, was nicht bedeutet, das es tatsächlich eine Lüge ist, ist nach meinem laienhaften Verständnis lediglich eine Interpretationssache.

Zudem kann die Person kann auch Angst haben u. aufgeregt sein.


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Der Fall Jens Söring

27.05.2020 um 11:57
Zitat von boraboraborabora schrieb:Es werden lediglich die Emotionen gemessen
Bei einem solchen Test werden Körperfunktionen wie Blutdruck, Puls und Atmung gemessen. Nach Kontrollfragen kommen dann die interessanten.
CW wirkte relativ entspannt. Die gesamte Fragetechnik wird sich bestimmt auch verbessert haben.
Lügen stehen für Stress (abgeleitet aus den Körperfunktionen) und Nervosität (auch sichtbar).

Mir wäre neu, wenn Emotionen damit messbar wären. Das wäre toll. Endlich ein "Liebesbarometer" 😉


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Der Fall Jens Söring

27.05.2020 um 12:12
Zitat von durant12durant12 schrieb:Mir wäre neu, wenn Emotionen damit messbar wären
Du hat es besser erklärt, so habe ich es gemeint.

Ich hätte Angst, das mir der Angstschweiß ausbricht, das mein Körper falsch reagiert, aber es bleibt dabei, ich finde, das diese Tests nicht zuverlässig sind.

Sicher gibt es auch Menschen, die sich unter Kontrolle haben, eiskalt sind, keinerlei Gefühle zeigen.
Das würde den Test eh hinfällig machen.


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27.05.2020 um 12:13
Natürlich kann man Sörings Interview bei Lanz verschiedenen auslegen. Aber in Erinnerung kommt auch N. Hellers Artikel im New Yorker, mit dem oft zitierten Satz" Sörings approved library of information" und die damit verknüpfte Kritik.


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Der Fall Jens Söring

27.05.2020 um 12:32
Zitat von monstramonstra schrieb:Hochintelligente Menschen müssen nicht immer vernünftig sein. Denn sie haben auch Emotionen. So wie Söring.
Wenn man mit Vorlaufzeit einen Doppelmord plant und ausgeliefert werden möchte ist es intelligent vorher jemand aus dem Jurakurs zu fragen, in eine Leihbücherei zu gehen oder am besten einen Rechtsanwalt zu kontaktieren um zu erfahren wie die Konsequenzen sind. Überhaupt nicht intelligent ist es seine Planung
auf eine Krimiserie mit Telly Savalas zu stützen. Das hat für mich nichts mit Emotionen zu tun.

Stellenweise ist das alles so grotesk das ich vermute Netflix produziert keine Doku sondern eine Sitcom.
Zitat von boraboraborabora schrieb:Als Student auf einer Eliteuni hatte er schon was drauf.
Naja die Zwischenprüfung hat er allerdings nicht mehr geschafft. ;)
Zitat von JackiJacki schrieb:Trotzdem kann EH nicht BG 0 am Tatort hinterlassen haben. BG 0 ist somit ein Ausschlusskriterium für sie.
Zitat von Venice2009Venice2009 schrieb:Doch der Fund der BG 0 ist ein Ausschlußkriterium für EH. Zumindest als alleinige Täterin.
Nur haben eben 45% der Menschheit BG0 und bestimmt findet man auch ca. Millionen "ähnlicher" Fussabdrücke. Wenn sie den dort war hat sie sich vielleicht nicht verletzte, nicht geblutet oder man hat schlicht Spuren übersehen. Da bin ich mir ziemlich sicher wenn es Söring Anwälte nicht verpennt hätten wäre es an der Stelle mit dem Sockenabdruck spätestens gescheitert.
Zitat von Venice2009Venice2009 schrieb:Wie wertest du denn ansonsten das Verhalten von JS? Kein Alibi, zeigte sich unkooperativ, offenbarte Täterwissen, hat eine Narbe an der Hand, ist geflohen als es für ihn brenzlig wurde, gestand, zog sein Geständnis erst kurz vorher zurück, als er in die USA ausgeliefert werden sollte.
Ein Alibi gab's doch nur konnte man nie zweifelsfrei verifizieren wer nun wirklich keins hatte. Für mich nachvollziehbar...weder in .de noch in einen Land was im Ranking der Todesstrafe ganz weit oben steht würde ich prinzipiell keiner Vorladung als Zeuge folgen. Eine Vorladung ist ja schließlich keine bindende Einladung...zumindest nicht hierzulande. Ebefalls würde ich auch erstmal für Distanz zwischen mir und den Ermittlern sorgen...für mich nicht unkooperativ. Das mit dem Geständnis ist wieder eine andere Geschichte, weil durch das erste Geständnis hatte er sich ja schon selbst ins Abseits gestellt und der Kojak Trick hat nicht funktioniert. Es blieb in den Moment nichts anders als zurück zu ziehen.
Zitat von Venice2009Venice2009 schrieb:Hätte man das alles irgnorieren und nach weiteren Personen suchen sollen, weil man bei einem solchen Verhalten davon ausgehen kann, derjenige sei unschuldig?
Die Spuren am Tatort lassen nun mal den Schluss zu das mindestens zwei Personen dort waren. Zumindest als Einnzeltäter für JS noch für EH nicht oder nur ganz schwer machbar. Was hätte Umkehrschluss dagegen gesprochen sich auf Mittäter oder Mitwisser zu konzentrieren? Diese gab oder gibt es mit vermutlich ziemlich hoher Wahrscheinlichkeit.


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Der Fall Jens Söring

27.05.2020 um 12:39
Zitat von orenoaorenoa schrieb:Nur haben eben 45% der Menschheit BG0 und bestimmt findet man auch ca. Millionen "ähnlicher" Fussabdrücke.
Und wieviele von den 45% mit ähnlichen Fußabdrücken u. gleicher Blutgruppe stehen mit Elizabeth in Verbindung, haben falsche Geständnisse abgelegt, eine Vielzahl von Indizien, die gegen sie sprechen..

Wer hält es für möglich, das es einer von ihnen war u. Söring unschuldig ist.
Zitat von orenoaorenoa schrieb:Die Spuren am Tatort lassen nun mal den Schluss zu das mindestens zwei Personen dort waren.
Welche Spuren lassen darauf schließen?
Ich denke, es war "nur" eine Person dort.. Söring.


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27.05.2020 um 12:53
Zitat von SilentobserverSilentobserver schrieb:Natürlich kann man Sörings Interview bei Lanz verschiedenen auslegen. Aber in Erinnerung kommt auch N. Hellers Artikel im New Yorker, mit dem oft zitierten Satz" Sörings approved library of information" und die damit verknüpfte Kritik.
Es wäre dumm, naiv und unkritisch, Söring jedes Wort zu glauben. Es ist "seine" Geschichte. Es ist nicht "die" Geschichte. Denn dazu gehören genauso die Geschichte Elizabeths Haysoms und die Ermittlungsergebnisse.

Elizabeth fährt ja auch keine schlechte Strategie, sie geht noch viel konsequenter jedem Widerspruch aus dem Weg. Es gibt nur die punktuellen Äußerungen, 1987, 1990 oder (indirekt) 2016. Ich halte sie in Sachen Manipulation und Selbstdarstellung noch für viel effizienter. Sie lässt keine Schwachstellen zu.

Es wäre auch dumm, naiv und unkritisch, den gerichtlichen Entscheidungen "die" Geschichte zu überantworten. "Historische Wahrheit ungleich forensische Wahrheit". Was für eine Verurteilung reicht, muss nicht den Tatsachen entsprechen. Für Juristen ist das übrigens ein ganz normaler Zustand, denn sie wissen um die Begrenztheit der menschlichen Erkenntnisfähigkeit.

Aus Sicht des US-Rechts war es deshalb durchaus logisch, Beide zu verurteilen, da beide in die Tat involviert waren und die Tat ohne das Zusammenwirken Beider nicht vorstellbar war. Weil Sörings Geständnis und ein paar wenig belastbare aber existente Spuren am Tatort vorhanden waren, rechnete man ihm die unmittelbare Tatausführung zu, während Elizabeth als treibende Kraft betrachtet wurde. Nachdem Elizabeth bereits verurteilt worden war, hatte Söring einfach schlechte Karten, von vorneherein. Sein Versuch, Elizabeth zur Alleintäterin zu machen und sich zu exkulpieren, der war unter den gegebenen Rahmenbedingungen (Jury) zum Scheitern verurteilt. Weil man hat die Beiden schon "irgendwie" verurteilt, ohne ein wirklich klares Bild zu haben, wer welchen Tatbeitrag beigesteuert hat.
Zitat von orenoaorenoa schrieb:Das hat für mich nichts mit Emotionen zu tun.
Du hast ein falsches Bild von Intelligenz. Insbesondere von Hochintelligenz. Es ist ein Irrtum, solche Menschen würden besonders berechnend, rational, kühl agieren. Sie können vielleicht leichter Sprachen lernen oder Mathe begreifen, können mehr "Multitasking" oder Texte rezitieren. Aber sie haben eben auch Emotionen. Die werden durch Intelligenz nicht abgeschaltet oder leichter verarbeitet. Im Gegenteil. Bedürfnisse, Impulse, Triebe, Emotionen bestimmen unser Handeln immer noch viel intensiver als reichliche Überlegung. Der Mensch handelt eben nur begrenzt rational. Und der Intelligente tut das in der Summe nicht mehr als der weniger Intelligente.

Stattdessen kann er sich und seine Fähigkeiten grob über- oder unterschätzen, seiner Hybris oder seinen Minderwertigkeitsgefühlen auf dem Leim gehen und die eigenen Fähigkeiten völlig falsch einschätzen. Vor selektiver Wahrnehmung ist er nicht gefeit. Komplexe soziale oder emotionale Situationen nur eindimensional verarbeiten wie jeder andere auch. Auch die Leistung muss nicht immer außergewöhnlich sein, z.B. wenn der Antrieb fehlt. Wenn man dann noch bedenkt, in welcher Nähe Hochbegabungen zur Hypersensitivität und Formen des Autismus haben, dann wird klar, hier wird eben nicht immer rational gehandelt.


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27.05.2020 um 13:07
Zitat von orenoaorenoa schrieb:Nur haben eben 45% der Menschheit BG0 und bestimmt findet man auch ca. Millionen "ähnlicher" Fussabdrücke.
wieviele mit der passenden BG und dem augenscheinlich passenden Sockenabdruck, sind geflohen haben gestanden, Briefe geschrieben usw. usf.?
Zitat von orenoaorenoa schrieb:Die Spuren am Tatort lassen nun mal den Schluss zu das mindestens zwei Personen dort waren.
ich sehe das nicht so, dass mindestens 2 Personen dort waren. Woran machst du das denn fest?
Zitat von orenoaorenoa schrieb:umindest als Einnzeltäter für JS noch für EH nicht oder nur ganz schwer machbar
es gibt Personen die alleine mit einem Messer mehrere Menschen töten können, und ein 18 jähriger soll 2 ältere Personen die stark alkoholisiert sind, auf diese Art und Weise nicht töten können?
Zitat von orenoaorenoa schrieb:Was hätte Umkehrschluss dagegen gesprochen sich auf Mittäter oder Mitwisser zu konzentrieren? Diese gab oder gibt es mit vermutlich ziemlich hoher Wahrscheinlichkeit.
das hat man doch getan. Alle Hinweise verliefen im Sande. ERst als JS ins Visier geriet, kam Bewegung in den Fall.


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Der Fall Jens Söring

27.05.2020 um 13:54
Zitat von monstramonstra schrieb:Natürlich werden für TV-Interviews die Inhalte vorher besprochen. Dazu zählen auch Punkte, über die der Interviewte nicht sprechen möchte oder darf. Der Interviewte darf auch nicht alles sagen. Man denke an Eva Herrmann, die auf Verlangen von Johannes B. Kerner zugestanden hatte, nicht über ihren Streit mit ihrem Sender zu sprechen. Als sie es doch tat, brach Kerner das Interview ab.
Das Interview wurde nicht deswegen abgebrochen, weil sie über Ihren Sender reden wollte, es wurde abgebrochen weil Herr Kerner mit samt seinen weiteren Gutmenschgästen, und seit diesem Moment hat er Sich für mich als seröser Journalist endgültig disqualifiziert, Ihre Formulierung als nicht gesellschaftlich akzeptabel und politisch unkorrekt fand.


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