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Der Fall Jens Söring

17.724 Beiträge, Schlüsselwörter: Mord, Kino, Gefängnis, Messer, Karten, Sohn, Doppelmord, Unschuldig, Richter, Schuldig, 1985 + 24 weitere
Zu diesem Thema gibt es eine von Diskussionsteilnehmern erstellte Zusammenfassung im Themen-Wiki.
Themen-Wiki: Der Fall Jens Söring

Der Fall Jens Söring

27.12.2015 um 20:12
@Paulsen

Du bist gut.....sich verstecken und dann soll dir geholfen werden, aber bitte sehr:

Probier es mal zu ergoogeln unter The Promise - First Teaser Trailer - Vimeo.......wurde mir zugespielt....


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Der Fall Jens Söring

27.12.2015 um 21:13
Aha, vimeo … danke, bellady, das war es … ;-)

(Ach ja, ich bin „versteckt“ – schließlich gibt es diese Versteckt-Funktion und die hat auch nichts damit zu tun, ob man mir helfen sollte oder nicht. Schließlich kann dieses Video auch für andere hier interessant sein.

Aber falls es besonders wichtig sein sollte: Ich bin hier Mitglied seit 2013 und habe zurzeit 70 Beiträge geschrieben.)


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Der Fall Jens Söring

28.12.2015 um 14:42
Auf jemanden, der sich mit dem Fall auseinandergesetzt hat, wirkt das alles befremdlich, was da so auf FB passiert, aber die Freunde von ihm denken glaube ich anders und sind mehr emotional unterwegs. Man lese doch die Kommentare, ist doch nie konkret auf Fragen/Themen zur Forensik oder ähnliches bezogen. Meist Mitleidsgeschichten. Daher ist seine Taktik gar nicht so schlecht, für den "gemeinen" Leser. Da haben seine Homies schön was zu tun, Texte und Newsletter lesen, sich aufregen, mitschwingen in diesem System etc. Er hat eine gute Dynamik auf der FB Seite, erst Verabschiedung, dann keinen newsletter, dann Überstellungsgesuch, dann Spendenbitte und wieder newsletter, so grob.
Und wegen Spenden, ja, es ist doch Ende des Monats und der Weihnachtsmann war da und hat bestimmt Geld bei uns unterm Tannenbaum hinterlassen, wovon wir etwas abtreten können. Und überhaupt, ist doch das Fest der Nähe und Liebe. Er hat genau den richtigen Zeitpunkt ausgesucht für ein Spendengesuch.
ist crazy, aber es funktioniert, eben bei Menschen die nicht hinterfragen und weniger kritisch sind.


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Der Fall Jens Söring

28.12.2015 um 18:44
Die Frage ist, was er erreichen will. Juristisch ist die Sache längst durch, eine Untersuchung durch einen Privatdedektiv gab's bereits.

Also was soll gefunden werden? DNA Spuren? Für einen Abgleich mit einem mutmaßlichen Täter, bräuchte das Ermittlerteam wohlen einen richterlichen Beschluss. Bekäme es den?

Und was soll das alles aussagen? Selbst wenn man eine Spur findet, könnte die verdächtige Person die Spur nicht 1- 2 Tage vor dem Mord hinterlassen haben? Beim Kaffeeklatsch oder so?

Ich glaube JS macht sich was vor. Er will nicht einsehen, dass nie wieder freikommt.


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Der Fall Jens Söring

28.12.2015 um 20:01
Eigentlich ist es ganz leicht was er damit verfolgt. Davis kam heraus, weil er unschuldig gesprochen wurde. Jetzt sieht JS seine einzige Möglichkeit darin freizukommen.
Beweise wird es kaum welche geben, aber wer weiß was ein gewiefter Anwalt so alles "findet" bzw. erreichen kann. Darauf spekuliert er.


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Der Fall Jens Söring

28.12.2015 um 20:25
Letztendlich will er erreichen irgendwie frei zu kommen, auf welchem Weg auch immer. Oder sich immer kleine Hoffnungen geben, um den Gefängnisalltag zu entfliehen. Wichtig sind seine Unterstützer, die muss er hier bei Laune halten. Ich könnte mir vorstellen er hat panische Angst vergessen zu werden und irgendeiner Verführung im Knast zu verfallen und dann endgültig abgeschrieben zu werden. 30 Jahre in US Haft ist schon einige Zeit. Ich denke seine Masche ist zum grossen Teil auch einfach Kompensation von Knastalltag und der Kampf gegen das sich selbst abschreiben und gehen lassen. Wenn eine Entlassung oder Überstellung als Resultat herauskommt ist nett, aber ich denke er weiss, dass seine Chancen sehr gering sind. Wenn man immer wieder kleine Hoffnungsachen hat (Überstellungsgesuch, Film, Artikel etc.) macht es das wahrscheinlich erträglicher.


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Der Fall Jens Söring

28.12.2015 um 21:31
Mal eine andere Sichtweise , weil Josef Wilfinger in seinem Buch "Verderben" davon schreibt, dass der Täter gleich zwei
Familien mit in den Abgrund reißt, seine eigene und die des Opfers , doch wie war es hier ?

Für mich waren die Eltern von EH eine typisch zerrüttete Täterfamilie , die ihre Tochter missbraucht, misshandelt, öffentlich bloßgestellt haben, die man auf Grund ihres Ansehens auf einen Sockel stellte, hinter dem sie sich sehr gut als
"gute , besorgte Eltern " tarnen konnten, aber dennoch haben sie
a) EH das angetan bzw. geduldet,
b) haben ihr keine professionelle Hilfe zukommen lassen, (damit ihre Fassade erhalten blieb),
c) sie werden das ganze abgestritten haben, gegen deren Macht EH nicht ankam

Als erstes stellt sich da doch auch die Frage, weshalb hat sich EH nicht an ihre wesentlich ältere Stief/Halbgeschwister gewandt, von dort Hilfe eingefordert . Als sogenanntes "Nesthäkchen" in der Familie wird man doch eher von diesen verhätschelt als vernachlässigt....?

Für EH war es wichtig, nicht bei ihren Eltern leben zu müssen und nur mit JS's Hilfe konnte sie das durchhalten.... indem er materiell besser gestellt war ,ihr sicherlich auch im Studium hier und da helfen konnte ?

Sie hatte ihn für sich "reserviert" als ihre "Sicherheit" ,ihre Zukunft, bis sie bemerkte, dass ihr eigenes Alibi doch nicht
so hieb-und stichfest ist......erst danach hat sie Jens Stück für Stück in ihr "Alibi" mit einbezogen ,das zur 2. Falle für JS wurde...... und mit fehlenden oder nicht gesicherte Beweise lässt sich nun mal viel zusammenschustern.......

Natürlich kommt man da nicht an anderen Fällen vorbei, diese zu vergleichen, wenn man dann noch wie bei Debbie feststellen muss, wie die eigene Naivität festgenagelt wurde und zu diesen skandalösen Urteilen führen.....!


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Der Fall Jens Söring

29.12.2015 um 08:35
Wenn man sich mit dem Seelenleben von EH auseinandersetzt sollte man auch das Seelenleben von JS nicht außer Acht lassen.

Er war der Außenseiter-Typ, hatte also kaum bis keine Freunde. Seine Mutter war bemüht, dass er soziale Kontakte knüpfte, gab z. B. Parties für ihn. Dann lernte er ein Mädchen kennen was beliebt war. Er war über beide Ohren verliebt und wollte
nicht riskieren, dass etwas diese Beziehung zerstört. EH deutete an, dass ihre Eltern gegen die Beziehung seien, ich denke das wird ihm schon zugesetzt haben. Außerdem erzählte sie ihm z. B. von dem Mißbrauch der Mutter. Er liebte sie, das wird
ihn ganz sicher wütend gemacht haben.

Er kannte sie ganze 3 Monate und zerstörte für sie sein Leben. Denn als vorbestrafter Mörder hätte er sicherlich keine Karriere machen können, selbst wenn er, wie er es sich vorgestellt hatte, nach Deutschland überstellt und nach einigen Jahren freigelassen worden wäre. Das Leben seiner Familie war zerstört, seine Mutter kam damit nicht zurecht und begann zu trinken, was wohl letztendlich auch die Todesursache gewesen ist.

Ich finde es anmaßend, über die Familie von EH Dinge zu schreiben, die man nicht mehr nachhalten kann. Dann müsste die Frage aufkommen, warum ist aus den anderen Geschwistern etwas geworden und aus EH nicht? Vielleicht war es auch ein verwöhntes Nesthäckchen gewesen, was, wenn es nicht ihren Willen bekam zu extremen Ausbrüchen neigte?

Der Vergleich mit Milke ist einfach nur lächerlich weil, diese Frau nie gestanden hat. JS hat mehrfach und bei verschiedenen Personen gestanden. Sie ist immer eine Linie gefahren und zwar dass sie frei kommt weil sie unschuldig ist, genau das was sie auch war. Also ein komplett anderer Sachverhalt.


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Der Fall Jens Söring

29.12.2015 um 09:59
@bellady Wir kennen das heimische Familienleben von EH nicht so gut (bzw. nur aus Täterschilderungen), dass man es abschließend bewerten könnte.

Was verwunderlich ist, dass die Eltern EH im Alter von sieben oder acht nach England auf ein Internat schickten, während sie selbst in Südafrika blieben. Somit kann angenommen werden, dass schon in dem Alter der Kontakt ziemlich eingeschränkt war - die Besuchswochenenden werden sie nicht wahrgenommen haben. Elisabeths "Flucht" aus dem Internet könnte auch ein Aufbegehren gegen die dort geltenden strengen Regeln gewesen sein.

Vermutlich war das Verhältnis eher "aufgeweicht". Für eine schreckliche Kindheit blieb vermutlich gar nicht so viel Zeit, da EH Kontakt zu den Eltern vermutlich auf Weihnachten und die Sommerferien beschränkt war. Ihre emotionale Beziehung zu den Eltern war vermutlich nicht so eng. Sie hätte sich auch einer Person im Internat etc. anvertrauen können.

DH Kinder wuchsen bei seiner ersten Frau auf, die sind außen vor, aber Nancy Haysoms Kinder wuchsen in einer Patchworkkonstellation in Südafrika auf - sie wurden alle beruflich erfolgreiche Menschen. Daher kann man den Haysoms nicht per se unterstellen, "schlechte Eltern" gewesen zu sein.

Das Verhalten der Haysoms (abgesehen von EHs frühem Besuch des Internats) ist für Mitglieder der englischen Upperclass nicht unüblich, in deren Tradition sie ja standen - wenn du sogar als Vergleich mal ins englische Königshaus schaust - Prince Harry und William kamen im Alter von 10 nach Eton (Vollzeitjungeninternat) und durchliefen dort ihre schulische Laufbahn. Prinzessin Diana hatte ihre Kinder vier Wochen nicht gesehen, als sie starb. An dem Tag, an dem sie starb, sollte sie die Kinder für einen Ferienaufenthalt bekommen (war Teil des Scheidungsarrangements) und trotzdem war sie nachts noch spät in Paris unterwegs. Klar hätte sie es "rechtzeitig" geschafft, aber es zeigt doch, dass sie von den Kindern emotional losgelöster war als "Otto Durchschnittsbürger".


Zum Thema psychische Auffälligkeiten: Vergiss nicht, dass es eine andere Zeit war und die Aufklärung erst viel, viel späer einsetzte. Auch das Vertuschen psychischer Auffälligkeiten war für die Zeit "normal". Zumal man ja nicht weiß, wie sehr EH von der Norm abwich.

JS stellt sie gerne als "Schmuddelkind" dar, mit dem er ausversehen gespielt hat und sich mit "Schlechtigkeit infiziert" hat. Wäre EH in dem Grad, wie er es darstellt, Drogenabhängig gewesen, hätte sie z.B. ihr Studium und zuvor ihre Schulzeit nicht mit derartigen Erfolgen gemeistert. Selbst der intelligenteste Mensch hat in der Schule Fächer, für die er gut lernen muss. Auch auf der Flucht ... er schlachtet alles aus, aber von einem Drogenentzug ist nicht die Rede.
Er nutzt die Drogen viel eher um zu "verdeutlichen", dass er durch sie Einzug in Kreise erhielt, die ihm sonst "erspart geblieben wären".

Zudem muss man sagen, dass JS Familie selbst einige Abnormalitäten aufweist: Seine Mutter hatte selbst mit Suchtproblemen zu kämpfen (schreibt er selbst). Seine Familie war sehr den Kindern zugewandt, man schaute z.B., dass sie, trotz Beruf des Vaters an einem Ort die Schule durchlaufen konnten. Sein Familienleben schildert er aber nicht als glücklich (es gibt irgendwo ein Buch von ihm online, wo er eine Szene am Strand beschreibt, die dies sehr eindrucksvoll unterstreicht .... wenn es stimmt). JS sagte ja auch, dass seine Großmutter gesagt habe, er sei besser tot (nach der Tat) und nun erfährt man, dass sie den Enkel nicht etwa enterbt hat, nein, er hat richtig abgesahnt (mit Haus, etc).


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Der Fall Jens Söring

29.12.2015 um 10:31
Es gibt viele Ideen, wie es familiär bei den Haysoms ablief. Es ist möglich, dass sexueller Missbrauch stattfand oder auch nicht. JS schildert das weniger platt. Hätte er einen starken sexuellen Missbrauch in seiner Indizienkette haben wollen, dann hätte er das vielleicht härter machen können, nicht "nur" auf Nacktfotos hinweisen und irgendwie sexueller Missbrauch. Und dass er die Mutter genommen hat. Wirkt ausgeklügelter oder gerade deswegen ist es wahr. Vielleicht spricht das für sexuellen Missbrauch in der Form. Das kann man alles weitverzweigt vertiefen, und da könnte man Millionen Thesen aufstellen. Das irgendwas nicht rund lief, ist schon wahrscheinlich. Zu viel kümmern kann genauso schädlich wirken wie zu wenig. Und wenn ein Kind nicht aufs Internat möchte, ist das auch schädlich. Bindungsunterbrechung. Selbst wenn es ein Gutes ist. Und mit einem komplexen, individuellen und vielleicht genialen Charakter umgehen zu können, ist herausfordernd. Um dermassen Wut auf die Eltern zu bekommen muss schon irgendwas passiert sein, aber auch bestimmt gekoppelt mit einer entsprechenden psychischen Veranlagung. Da die Eltern nicht mehr leben stelle ich daher eine moderate These auf. Ich könnte mir vorstellen, dass es bei den Haysoms in der Erziehung Fehler bzw. pädagogische Defizite gab. Die erzieherischen Ressourcen reichten nicht um ein komplexes Wesen wie EH adäquat heranwachsen zu lassen. Ich denke die Eltern waren bemüht, aber unvermögend (pädagogisch) und nicht zeitgemäss unterwegs. EH war ein Hippie auch irgendwo und stellte sich nicht den Standardweg vor. Ihnen wäre daher nichts anzulasten, das spricht EH nicht frei.
Das Andichten der Heroinsucht von JS dient der Pathologisierung von EH und für die Dealergeschichten etc. im Rahmen der Indizienschiene, die sich JS konstruiert hat. Völlig unlogisch alles. JS weiss nicht, was Heroin ist. Der hätte Koks nehmen sollen, das macht wach, aktiv, überzogen selbstbewusst, paranoid und aggressiv, das hätte im Zusammenhang mit der Tat "besser gepasst".


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Der Fall Jens Söring

29.12.2015 um 18:55
clone_clown schrieb:Das Andichten der Heroinsucht von JS dient der Pathologisierung von EH und für die Dealergeschichten etc. im Rahmen der Indizienschiene, die sich JS konstruiert hat. Völlig unlogisch alles. JS weiss nicht, was Heroin ist. Der hätte Koks nehmen sollen, das macht wach, aktiv, überzogen selbstbewusst, paranoid und aggressiv, das hätte im Zusammenhang mit der Tat "besser gepasst".
Vom vielen Kopfschütteln bekomme ich langsam ein Schleudertrauma.

1. Die Heroinsucht bezieht sich auf die Zeit bevor EH Söring kennenlernte, als EH mit ihrer Freundin in Europa war. Das ist KEINE "Andichtung" Sörings. Von der Heroinsucht wusste nicht nur ihre Familie, sondern auch alle in der Uni, weil EH nämlich selbst mit dieser Europa-Geschichte hausieren ging. Es ist also absurd, zu behaupten, Söring hätte ihr die Heroinsucht angedichtet. Söring hat es doch - wie auch die anderen Kommilitonen - erst von EH selbst erfahren, zu einer Zeit als er noch gar nicht mit EH zusammen war. Ihr Glück im Unglück war, dass sie in Berlin im Drogenrausch einen Unfall hatte und daraufhin ins Krankenhaus eingeliefert wurde, sonst wäre sie wohl im Drogensumpf versunken.

2. Dass sie 1985 wieder anfing, Drogen zu nehmen, hat EH selbst beim Prozess 1987 ausgesagt. Es ist also keineswegs ein erfundener Baustein der Söring-Geschichte. Sie sagte sogar, dass sie am Tatwochenende Drogen nahm. Des weiteren musste sie beim Prozess zugeben, dass sie eine Woche vor der Tat ihrer Mutter Schmuck gestohlen hat.

Übrigens: Wer schon mal auf Heroin war, hat bestimmt auch keine Hemmungen, andere Drogen auszuprobieren. Sie könnte sich an diesem Wochenende also alles mögliche eingeworfen haben. Wenn Söring wirklich in Washington war, kann er doch gar nicht wissen, was sie für Drogen genommen hat.
Abhängig war sie wohl zu der Zeit auch nicht. Dass jemand mit einer Heroinsüchtigen zusammen ist und es nicht merkt, ist doch eher unwahrscheinlich. Also entweder hat sie nur gelegentlich gedrückt oder sie hat weniger harte Drogen konsumiert. Jedenfalls wäre es nicht ungewöhnlich, dass sie ein halbes Jahr später auf der Flucht keine Drogen mehr benötigt.

Halten wir also fest: Söring hat EH keine Heroinsucht "angedichtet" (die Heroinsucht hat sie selbst ausposaunt) und EH selbst hat zugegeben, dass sie zur Tatzeit wieder anfing, Drogen zu nehmen. Die Aussage EHs vor Gericht deckt sich also mit dem, was Söring behauptet ("Am Tatwochenende beichtete sie mir, dass sie wieder Drogen nehmen würde ...")


Ich gebe es auf, euch zu animieren, bei den Fakten zu bleiben. Das ist ein Kampf gegen Windmühlen - aussichtslos. Auffallend ist auch, dass ausgerechnet diejenigen, die Söring für den Täter halten, am wenigsten über den Fall wissen und immer wieder durch Unkenntnis und ausgedachte Geschichten auffallen.


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Der Fall Jens Söring

29.12.2015 um 19:32
@Gristar
Es stimmt, dass ich Vermutungen aufstelle, was soll man sonst tun, wenn kaum Unterlagen oder nur subjektive Atteste (von JS wie von EH) vorliegen. Also Söring oder seine Vertreter reden immer von Heroin und ganz allgemein zeitlich konsumiert, nicht zeitlich eingegrenzt (vor der Tat etc.).
Leider haben wir ja keine Quellen, wo hast Du das her hast, dass sie das selbst sagte. Im Engladebuch soll auch was anderes stehen, als Du sagst. Ich lasse mich da gerne verbessern. Drogen ja, aber belegbar Heroin? Habe kein Problem damit Wahrheiten anzunehmen.

Und "gelegentlich Drücken", wie Du schreibst, ist eher unwahrscheinlich. Dass man vom Heroin auf andere Drogen wechselt, kann natürlich sein.

Vielleicht stimmt ja Deine Fassung auch, aber warum sind die Personen hier, die an JS Unschuld glauben häufig so latent aggressiv und verbissen. Das ist schon auffällig und da macht man sich auch ein Bild. Wenn Du überzeugt bist und sicher, dass Du richtig liegst, kannst Du doch cooler reagieren.


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Der Fall Jens Söring

29.12.2015 um 19:43
noch einmal auf die familiäre Situation zurückzukommen, DH war über 50 Jahre alt als EH geboren wurde. In dieser Generation wurden die meisten in dem Alter Großeltern und nicht mehr selber Eltern.

Ich könnte mir vorstellen, dass sie teilweise überfordert waren und Elizabeth aus dem Grunde ins Internat abgaben.

Die Kinder früher, gerade aus der besseren Gesellschaft, mussten funktionieren. Das war damals so, daher kann man es ihnen nicht einmal zum Vorwurf machen, denn sie wussten es nicht besser. Elizabeth stammt aus einer Generation die mehr selbstbestimmend aufgewachsen ist und ich könnte mir vorstellen, dass es häufiger zu Generationskonflikten in der Familie kam.

Jede Familie hat sein Päckchen zu tragen, ich denke, es gibt wesentlich Schlimmeres was Eltern ihren Kindern antun können, als zu bestimmen was es studiert und es ins Internat zu geben. Dann kann man in jeder Erziehung irgend eine Sache finden, die einem Kind geschadet haben könnte, weswegen es daraufhin irgendwelche falschen Dinge tat. Im Grunde ganz leicht.... man schiebt die Verantwortung immer auf andere und kann sich mit einer schlechten Kindheit herausreden.
Man sollte auch nicht vergessen, dass EH 20 Jahre alt gewesen war. Also auch noch in der Selbstfindungsphase, da tut manch einer verrückte Dinge und ist expermentierfreudiger. Heute bekommt man dafür sicherlich eine Diagnose verpasst....

@Gristar
du hast dein Wissen doch von JS Homepage ansonsten würde ich um Quellenangabe bitten.


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Der Fall Jens Söring

29.12.2015 um 19:56
@Gristar - eine Quellenangabe wäre interessant. Heroin ist keine Droge, die man mal nimmt und mal nicht, weil sich sehr schnell eine körperliche und seelische Abhängigkeit einstellt. Um beides in den Griff zu bekommen, ist eine monatelange Reha von Nöten - die fand nicht statt, zumindest ist darüber nichts bekannt. Da JS alles ausschlachtet, was EH in ein schlechtes Licht rückt, wäre es ungewöhnlich, wenn sie stattgefunden hätte, aber unbekannt ist. Hieraus kann man finde ich durchaus den Rückschluss ziehen, dass es sich hier nicht um einen habituellen, regelmäßigen Drogenkonsum handelt, auch wenn JS dies behauptet. Die konstant guten schulischen und universitären Leistungen von EH würden auch nicht in das Bild passen (da der Drogenkonsum ja auch finanziert werden muss, Stichworte: Beschaffungskriminalität) und sie als Abhängige sicher nicht in der Lage gewesen wäre, wesentlich besser als der Durchschnitt der Studenten zu funktionieren.


Zur familiären Situation: Anders als @Venice2009 glaube ich nicht, dass Elizabeth wegen Überforderung in ein englischen Internat "entsorgt" wurde. Mit ziemlicher Sicherheit spielte das Alter von DH eine Rolle, ich denke aber, dass es eine Zusammensetzung mehrere Faktoren war:

(1) Alter der Eltern (wobei man sagen muss, dass sie die Elternrolle nicht unvorbereitet traf, sie hatten ja beide schon Kinder)

(2) Soziale Schicht (Nancy fühlte sich der britischen Upper Class verbunden (dies zeigt sich ja schon durch die Namenswahl "Elizabeth") und so lebte man das, was die britische Upper Class zu der Zeit tat - Kinder im Internat erziehen lassen (denke mal an "die fünf Freunde" - die wurden sogar in den Ferien zu Tante Fanny und Onkel Quentin abgeschoben, ohne dass es jemand komisch fand - und was machen die Eltern von Georgina, als sie zu Geld kommen? - sie schicken das Kind ins Internat, weil sie es sich nun leisten können!).

(3) Vision - DH und NH war vermutlich klar, dass sie irgendwann ihre Wurzeln im politisch nicht ganz stabilen Südafrika abbrechen und wollten sich vermutlich auch Freiräume schaffen, dass dies ohne Rücksicht auf EH passierte. Da NH und DH sehr britisch waren (siehe Vornamen der Kinder) kam die Option "England" vermutlich gerade recht.

(4) Zukunft - Sie haben für EH ja nicht irgendein Internat gewählt, sondern eines der führenden in Großbritannien (und dementsprechend Geld investiert, während sie ja noch viele weitere finanzielle Verpflichtungen hatten = Unterhalt an DH erste Frau und diverse Kinder)). Wäre EH nicht durch Europa gereist, hätte sie ja einen Studienplatz in Oxford (glaube ich mich zu erinnern) inklusive Stipendium gehabt.


Wir haben hier einfach zu wenig Informationen, wie es EH im Internat ging. Tatsache (belegbar) ist, dass sie bis auf das Jahr, als ihre Fächer geändert wurden, sie schulische Höchstleistungen brachte, die ihr auch den Einstieg in eine Topuniversität ermöglicht hätte. Vielleicht dachte man auch einfach "gut, Schule macht für das ganze Geld, was sie bekommt, einen guten Job, wir brauchen uns nicht weiter kümmern") und schätzte die Lage falsch ein. DHs Kinder entwickelten sich im fernen Kanada ja auch prima, ohne dass er viel dazu tun musste. Vielleicht ging man daher davon aus, dass alles gut war.


Und ja, das stimme ich @Venice2009 absolut zu, die latente Aggression gegen Poster, die anderer Meinung sind ist sehr offensichtlich.


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Der Fall Jens Söring

29.12.2015 um 20:10
Ich glaube schon an die Hippie-theorie, dass die Eltern womöglich eine andere (konservative) Vorstellung von EH´s Lebensentwicklung hatten und insgesamt sie nicht verstanden, mit Ihren individuellen, modernen Bedürfnissen.
Kann schon sein, dass die Eltern den Wandel nicht bemerkten oder bemerken wollten.

Internat kann schon übel und konsequenzbehaftet sein, auch wenn es ein Gutes ist. Das kann schon erhebliche Auswirkungen haben. Aber rechtfertigen tut dies alles die Beihilfe zum Mord nicht.

Auch schliesse ich den sexuellen Missbrauch nicht aus, bzw. ich stelle mir die Frage, wo dieses Handeln von EH herkommt. Um so massiv zu reagieren, also JS beizuhelfen, dass muss eigentlich eine Ursache haben. Man wird ja nicht so geboren. kann aber auch aus der Zeit aus Ihrer eigenen Tournee in EU resultieren in Verbund mit Drogen (aber kein Heroin ;-) ). Oder ganz andere Erlebnisse, die wir uns nicht vorstellen können. Vielleicht wurde sie sehr verwöhnt, es gibt Kinder die das verübeln, zu wenige Grenzen gesetzt bekommen zu haben und es entsteht ein Respektverlust, der in solche Taten münden kann.


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Der Fall Jens Söring

29.12.2015 um 20:37
@clone_clown Ich glaube (und das ist die einzige Einschätzung, die ich JS glaube ;-)), dass es eine Verkettung war, die nur statt fand, weil sich EH und JS über den Weg liefen. Da haben - und - ein + ergeben oder so.

Meine persönliche Theorie: Ich denke, die beiden liefen beide psychisch nicht in der Spur ... EH hatte die Vorlage mit ihren Phantasien geliefert. Für die konnte sie mitunter nichts, weil sie ja eine Borderlinerin war. Zudem kamen dann vermutlich die ganzen negativen Gefühle, die sie im Internat hatte (Heimweh, Verlassensein, Leistungsdruck, ...). Zudem denke ich, wenn du mit 7 dein Elternhaus nur noch besuchsweise hast (das war ja da der Fall) muss sich irgendwann die emotionale Bindung an die Eltern lösen, denn sonst wärst du ja 10 Monate im Jahr von Heimweh zerfressen. Ich habe einen Sohn in dem Alter, der bekommt nach einer Übernachtung bei der Oma Heimweh ... er würde es nie aushalten, uns erst an Ostern wieder zu sehen. Aus ihrer Geschichte resultierte also Hass und wenig emotionale Verbundenheit. Ein typisches Familienalltagleben kennt sie nicht. Das war das Problem auf ihrer Seite.

Dann kam Söring, der "Nerd", der "Außenseiter", der plötzlich dadurch aufgewertet wurde, dass sich dieses coole, ältere Mädchen für ihn interessiert und sie ein Paar werden. Wir kennen das ja alle - die waren ja in einer Altersgruppe, wo die Peergroup eine riesige Rolle spielt ... nicht so wie als Erwachsener, wo die Reflektionsfähigkeit des eigenen Handelns mehr gegeben ist. EH ist praktisch das Eingangstor zu einer Peergroup und zu Gleichaltrigen, die er davor nie hatte (siehe auch JS Aufzeichnungen dazu). Dazu noch eine gewisse sexuelle Abhängigkeit. JS hat in vielen Jahren davor schmerzlich erfahren, wie es ist, trotz aller Anstrengungen außen vor zu sein. Daher ist EH nun der Schlüssel für ihn in eine Welt, die er nicht mehr verlieren will.

Dazu kommen noch die Gemeinsamkeiten: Beide sozusagen mit Akzent in einem fremden Land (JS spricht ja nach all den Jahren immer noch mit deutschem Akzent, EH wohl mit Britischem). Irgendwie entwurzelt und sobald sie den Mund aufmachen "anders" - das können sie nicht verstecken. Beide wurden von den Eltern an diese Uni gesteckt (Söring sagt ja, er wollte nach Deutschland, dann kam das Stipendium, EH wurde von den Eltern dort hingesteckt, damit sie nach der Europaflucht eine bessere Kontrolle haben). Beide aus der oberen Mittelschicht, finanziell abgesichert. Beides bildungsnahe Elternhäuser. Beide sehr intelligent (siehe Stipendien). Beide zumindest mit einem Elternteil mit Suchtproblematik. Beide haben dominante Väter mit klaren Vorstellungen - all diese Gemeinsamkeiten sind wie eine Klammer, die sie zusammenhält.

Ich glaube all das führte dazu, dass sie ein gewisses Überlegenheitsgefühl hatten und auslebten. Sie waren im Studium besser als die meisten Kommilitonen. Ihr Leben war gesichert. Sie mussten sich um alltägliche Dinge nicht sorgen (das Studium war finanziert, die Karrierebahn vorgegeben).

Dann war es (denke ich persönlich) so ein Kaskadensystem: EH steigert sich in den Hass hinein und es gelingt ihr, JS mit hineinzuziehen - die Haysoms werden eine Bedrohung für ihn, weil sie drohen, EH "wegzunehmen" - und damit würde er nicht nur eine Freundin/ Sexualpartnerin/ Seelenverwandte verlieren, sondern auch ein nerdy nobody auf dem Campus sein - das Gefühl kennt er aus der Highschool und da will er nicht nochmal hin. Er glaubt sich -fälschlicherweise- durch den priviligierten Status des Vaters abgesichert und denkt, das Maxium sind zehn Jahre, die er bekommen kann, mit guter Führung vielleicht fünf oder sieben - im Gefängnis in Deutschland kann er studieren und als Absolvent entlassen werden und mit EH ein sorgenfreies Leben führen. Falsche Risikoeinschätzung seinerseits.

Beide hoffen vermutlich durch den Mord ein Geheimnis zu schaffen, das sie beide ein Leben lang bewaren müssen und das sie für immer zusammenschweißt und beiden Halt gibt. Zudem ist es ein bisschen ein Spiel mit dem Feuer ... kann man den perfekten Mord begehen? Ist man klüger als die Polizei? Wie gesagt, man hält das Risiko ja für kalkulierbar.


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Der Fall Jens Söring

29.12.2015 um 21:04
@Gristar
Wenn wir davon ausgehen, dass Söring oder EH oder beide zusammen die Tat begangen haben, fällt der Sonntagabend weg. Der Mörder muss aus Washington gekommen und wieder dorthin zurück gefahren sein. Wenn sie die Tat erst nach dem Washingtonaufenthalt begangen hätten, hätte der Wagen deutlich weniger Kilometer drauf gehabt.
Somit kommt der Freitagabend auch nicht in Frage, weil sie ja erst am Freitagnachmittag den Wagen mieteten. Bleibt also nur der Samstag als Tattag.
@Gristar
Ich hoffe ich verstärke nicht das Schleudertrauma :), aber theoretisch wäre doch auch der Freitag Abend möglich gewesen für eine Fahrt nach Bedford.
Unabhängig davon, hatte der Autor vom New Yorker neue Infos, die ihn am Tatzeitpunkt haben zweifeln lassen, weisst du da was?
Und weisst du, was Updike gegen EH in der Hand hatte, um mit ihr den Deal zu machen? Denn eigentlich wäre sie ja nach JS Geständnis relativ fein aus der Sache rausgewesen ("accesory after the fact" wäre ja dann ihr Gesetzesverstoss gewesen)

Weil hier auch EH gerade thematisiert wird:
Phantasie und Wahrheit konnte Sie auch nicht immer trennen. Und genauso wie JS hat EH auch immer nur dass erzählt, was ihr in der jeweiligen Situation genutzt hat. Und beraten wurden beide von vielen Anwälten. Also man muss mit den Aussagen von beiden sehr vorsichtig sein.

Mit den Drogen gab es zumindest auf der Flucht wohl keine Probleme (=wurde nichts erwähnt)


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Der Fall Jens Söring

29.12.2015 um 21:09
Bei der Haftüberstellung frage ich mich aber, warum man einen grossen Artikel im New Yorker anstrebt und gleichzeitig um die Haftüberstellung bittet. Es müsste doch eigentlich allen klar sein, dass je mehr Publicity der Fall bekommt, desto mehr Überstellungsgegner sich laut zu Wort melden und diese zu verhindern versuchen. Ob das taktisch so klug war, weiss ich nicht.


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Der Fall Jens Söring

29.12.2015 um 21:41
missmary schrieb:Dazu kommen noch die Gemeinsamkeiten:
Das sind interessante Überlegungen, beide hatten wirklich ähnliche Eltern.


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Der Fall Jens Söring

29.12.2015 um 21:49
Der Grund, wieso EH auf ein Internat geschickt wurde, wird in Ken Englades Buch beschrieben. Der Vater war ja einflussreicher Stahlmanager in Nova Scottia in Kanada.

"An Ende wurde der Druck der Öffentlichkeit so groß, dass Derek bei MAGI kündigte. In nur wenigen Jahren hatte er so zwei Spitzenobs auf Grund politischer Verwicklungen und Differenzen mit einflussreichen Leuten aufgegeben. Und er hatte jemanden derart in Rage gebracht, daß seine Tochter schrecklich verprügelt worden war. ... Sobald ihre Eltern sich der Ernsthaftigkeit der Drohungen gegen die Familie nach dem Vorfall in der Schule in Nova Scottia bewusst wurden, beschlossen sei, sie für ihre weitere Schulausbildung nach Übersee zu schicken. Zuerst ging sie auf eine Schule in der Schweiz, die den Namen Sankt Georg trug. Dann folgte eine exklusive Schule in Riddlesworth, England, die gleiche Schule, die auch Prinzessin Di besucht hatte. Danach wechselte sie auf einer der angesehensten MÄdchenschule in Grobtbritannien, Wycombe Abbey."

Ich denke, die Haysom-Eltern waren tolle Leute, die nur das besste für ihre Tochter wollten und alles für ihre Tochter gegeben hätten. So haben sie auch einen Privatdetektiv beauftragt, sie in Europa ausfindig zu machen. Und haben ihr diese Eskapade vergeben und sie in ihrer Ausbildung weiter unterstützt. Aus ihnen eine "Täterfamilie" machen zu wollen, ist unterste Schublade - und ein Grund, dass die Lage von Jens Söring so ist wie sie ist und sich niemals für ihn ändern wird, auch wenn seine Fans das verdrehen möchten. EH hat ja einen Blog im Gefängnis - und nach 30 Jahren scheint sie aus meiner Sicht zu erkennen, welch schlimmen, unverzeihbaren Fehler sie begangen hat. Diese Einsicht wird JS wohl nie haben.


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