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Der Fall Jens Söring

17.723 Beiträge, Schlüsselwörter: Mord, Kino, Gefängnis, Messer, Karten, Sohn, Doppelmord, Unschuldig, Richter, Schuldig, Briefe + 24 weitere
Zu diesem Thema gibt es eine von Diskussionsteilnehmern erstellte Zusammenfassung im Themen-Wiki.
Themen-Wiki: Der Fall Jens Söring
Jessica-
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Der Fall Jens Söring

16.01.2015 um 18:01
Hier noch eine kurze Szene mit dem Titel "Jens über Vater II"

Der Vater hat ja im Jahre 2001 den Kontakt mit Jens abgebrochen.

http://vimeo.com/88472455


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Der Fall Jens Söring

16.01.2015 um 19:20
Es gibt in den USA eine Juristengruppe, die sich um solche Fälle kümmert,
und die bereits mehrfach erfolgreich Leute mittels Wiederaufnahmeverfahren
aus dem Gefängnis geholt hat, nach dem in dem neuen Verfahren ihre
Unschuld festgestellt wurde. Sogar Leute, die zum Tode verurteilt wurden,
und auf die Vollstreckung gewartet haben, hat diese Gruppe schon frei bekommen.

Ist bekannt, ob er sich an diese Gruppe gewandt hat?


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Der Fall Jens Söring

16.01.2015 um 20:03
Hallo,

ehrlich gesagt glaube ich nicht an seine Unschuld. Ich glaube -so intelligent und rational er auch war- er war arrogant und das erste Mal verliebt.

Ich glaube Elizabeths Darstellung, dass es ein gemeinschaftlich verübter Mord war. Seltsam ist ja auch sein Verhalten nach der Tat ...

Er weiß, dass er nur Sympathien bekommt, wenn er seine Unschuld weiterhin beteuert. Er wird ja nur freikommen, wenn politischer Druck aus Deutschland kommt. Der kommt intensiver, wenn man ihn für unschuldig hält.

GLG
Miss Mary


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Jessica-
ehemaliges Mitglied

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Der Fall Jens Söring

16.01.2015 um 20:56
@inci2

Meinst du diese Innocence Projekte von Jurastudenten oder was meinst du genau mit dieser Juristengruppe, die sich für Wiederaufnahmeverfahren einsetzen ?

LG, Jessica


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Der Fall Jens Söring

16.01.2015 um 21:09
@Jessica-

Ja, genau diese Gruppe meinte ich, mir war nur der Name entfallen.


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Jessica-
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Der Fall Jens Söring

16.01.2015 um 21:13
@missmary

Jens kannte die Eltern von Elisabeth überhaupt nicht, da er ihnen nur einmal kurz bei einem Mittagessen auf dem Unigelände begegnet ist.

Und Elisabeth hat ja als Tatmotiv behauptet, daß ihre Eltern angeblich gegen ihre Beziehung zu Jens waren.

Tatsächlich war das Gegenteil der Fall, da er bei dem Mittagessen sich sehr gut mit den Eltern verstanden hat.

Elisabeths Eltern haben ihm während des Mittagessens auch noch Fragen gestellt, als könnten sie sich ihn als Schwiegersohn vorstellen, da er ja Hochbegabtenschüler war und Deutscher Diplomatensohn.

Somit fällt schon mal das von Elisabeth behauptete angebliche Motiv für eine gemeinschaftliche Tat in sich zusammen.

Wie ein Mitglied der Jury später aussagte, wurde Jens nur aufgrund eines Sockenabdrucks verurteilt, wo später erwiesen wurde, daß dieser Beweis falsch war, da es sich bei dem Sockenabdruck tatsächlich um den Abdruck von Elisabeth`s Socken gehandelt hat.

Also aufgrund eines nachweislich falschen Beweises wurde er verurteilt, da die Jury ihn ohne den Sockenabdruck nicht verurteilt hätte, wie ein Mitglied der Jury später aussagte.

Außerdem hatte Jens für die Tatzeit ein Alibi, er war in Washington und konnte dies anhand von abgerissenen Kinokarten auch beweisen.

Elisabeth hatte kein Alibi, da sie zur Tatzeit in Lynchburg war, also am Haus der Eltern, was auch der Tachostand ihres Mietwagens bewiesen hat.

Außerdem hatte sie ein Motiv, da sie von ihrer Mutter als Kind sexuell mißbraucht wurde und von ihren Eltern gegen ihren Willen ihr ganzes Leben in Internate abgeschoben wurde.

Also nur Elisabeth hatte sowohl Motiv als auch Gelegenheit.

Außerdem war sie auch noch drogensüchtig und stand zur Tatzeit unter Drogen, was auch die Brutalität der Morde zeigt, also eine brutale Tat im Drogenrausch.

Jens war nicht drogensüchtig.

LG, Jessica


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Der Fall Jens Söring

17.01.2015 um 16:11
@Jessica-

Wenn er so unschuldig war ...

- warum lässt er seine Freundin alleine losfahren, ihre Eltern umzubringen? Er hat sie ja geliebt,
konnte klar denken und die Ratio 2:1 bei einer Verbrechensausübung ist ja eine deutlich
ungünstige Ausgangslage

- warum flüchtet er mit ihr?

- warum gesteht er zunächst?

- Elizabeth Haysom ist ja voll geständig und voller Reue. Wenn er wirklich unschuldig wäre,
könnte sie ihm ja auch helfen, wieder aus dem Gefängnis entlassen zu werden. Sie hat doch mal
gesagt, dass es ihr total Leid tut und dass sie ihm gerne helfen würde, aber dass er dabei war.


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Jessica-
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Der Fall Jens Söring

17.01.2015 um 16:33
@missmary

Elisabeth wird einen Teufel tun und ihm helfen, da sie damit ihre eigene Entlassung gefährden würde, da sie ja in 15 Jahren regulär aus der Haft entlassen wird.

Außerdem hat Jens Söring sie nicht, Zitat: " alleine losfahren lassen, um ihre Eltern umzubringen", da er garnicht wußte, daß sie überhaupt vorhatte ihre Eltern umzubringen.

Elisabeth hat ihm bei ihrem Wochenendtrip in Washington gesagt, daß sie gleich nochmal auf die schnelle wegmüsse, um ihrem Drogendealer Jeff Ranchero einen Gefallen zu tun, da sie bei ihm noch Drogenschulden habe und falls sie ihm den Gefallen nicht tun würde, würde er sie bei ihren Eltern verpetzen.

Also fuhr Elisabeth mit dem Mietwagen von Washington los und ließ Jens in dem Glauben, daß sie einen Trip für ihren Drogendealer unternehme, dem sie angeblich noch Geld schulde.

Daß Elisabeth jedoch ihre Eltern an dem gleichen Tag umgebracht hat, erfuhr Jens erst durch ihr eigenes Geständnis als sie mitten in der Nacht zu ihm nach Washington nach ihrem trip zurück ins Hotelzimmer kam.

Da in Virginia für zweifachen Mord auf jeden Fall die Todesstrafe gedroht hätte, bat Elisabeth ihn dies zu verhindern, was ihn als lebensunerfahrenen 18jährigen auf die fatale Idee mit dem falschen Geständnis gebracht hat, da er dachte, daß er als deutscher Diplomatensohn teilweise diplomatische Immunität genießen würde und nach Deutschland abgeschoben werde, wo er einige Jahre Jungedstrafe absitzen hätte müssen.

Damit wollte er sie vor der Todesstrafe bewahren, als seine Anwälte ihm jedoch später mitteilten, daß er garkeine diplomatische Immunität genießen würde, hat er sein falschen Geständnis wieder zurückgenommen.

Wie ich in meiner letzten mail bereits schrieb, er hatte für die Tatzeit ein Alibi, er hatte keinerlei Motiv ihre Eltern umzubringen, er wurde von der Jury lediglich aufgrund eines falschen Sockenabdruckbeweises verurteilt und er war nicht drogensüchtig.

Während Elisabeth drogensüchtig war und sowohl ein Motiv als auch die Gelegenheit hatte, da sie kein Alibi für den Tatzeitpunkt hatte und da sie lt. Tachostand ihres Mietwagens von Washington aus nach Lynchburg gefahren war, dort ihre Eltern umgebracht hatte und danach wieder zu Jens nach Washington zurück gefahren war.


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Jessica-
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Der Fall Jens Söring

17.01.2015 um 18:31
@inci2
@missmary
@xyfan72


In Virginia gibt es bezüglich der Wiederaufnahme von Verfahren eine 21 Tage Regel, also alles was 21 Tage nach dem Prozeß an Beweismaterial eingereicht wird, wird nur dann für eine Wiederaufnahme des Verfahrens zugelassen, wenn damit die Unschuld einer Person zweifelsfrei bewiesen werden kann.

Jens Söring hat mal gesagt, daß es in keinem anderen US- Bundesstaat diese Regel gibt.

Deshalb bringt auch das von dir @inci2 angesprochene innocence Project nichts, da Jens ja beweisen konnte, daß der Sockenabdruckbeweis, aufgrund dessen ihn die Jury damals verurteilt hatte, falsch war, aber all dies scheitert an dieser 21 Tage Regel.

Außerdem wurde die Tat von 2 Personen begangen, da die Wunden der Opfer von zwei verschiedenen Messern verursacht wurden.

Das 2. Tatmesser wurde jedoch nie gefunden.

Der Autowerktstattbesitzer Tony Buchanan hat zugunsten von Jens ausgesagt, daß Elizabeth kurze Zeit nach der Tat mit einem jungen Mann, der eindeutig NICHT Jens war zu ihm in die Werkstatt kam mit einem PKW, der innen mit Blut verschmiert war und in dem ein blutiges Messer lag.

Offensichtlich war dieser, von dem Zeugen Tony Buchanan beschriebene junge Mann, der Komplize von Elizabeth und das in dem Auto von Tony Buchanan bei der Wagenreparatur vorgefundene blutige Messer, das 2. Tatmesser, daß ja damals von der Polizei nicht gefunden wurde.


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Der Fall Jens Söring

17.01.2015 um 18:38
@Jessica-

Ich kenne mich in den juristischen Regeln in den USA absolut nicht aus, könnte
mir aber vorstellen, daß diese 21-Tage-Regel möglicherweise vom höchsten
Bundesgericht aufgehoben werden könnte, da es Angeklagte in Virginia
wesentlich schlechter stellt, als in allen anderen Teilen der USA.

Vermutlich müsste man, will man da weiter zu kommen, erst einmal ein paar
juristische Schachzüge durch die Hintertür veranstalten.


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Der Fall Jens Söring

17.01.2015 um 19:23
Hallo,

ich kann mich an die Details dieses Falles nicht mehr erinnern, aber so toll kann das Alibi nicht gewesen sein.

Wenn du das bei Google Maps eingibst, dann rechnen die von Washington DC bis Bedford Country mit einer Fahrzeit von 3:40 Stunden (heute Abend sogar 4 Stunden). Macht hin- und zurück 8 Stunden. Dazu noch tanken. Morden muss man auch noch, Klamotten entsorgen, etc. etc. Sind wahrscheinlich in der Praxis 10 Stunden.

Und er hat eine Kinokarte, aber niemanden, der sich an ihn im Kino erinnern kann, richtig? Und er lebte nicht mal in Washington?

Er fährt also mit ihr nach Washington, lässt sich die Drogenstory auftischen, fährt nicht mit (war er denn nicht um die Frau, für die er einen Doppelmord gesteht, besorgt?), bleibt 10 Stunden ohne Sichtung ... Sorry, es klingt für mich echt nicht glaubwürdig. Wirklich nicht.

Vor allem auch sein Verhalten hinterher nicht. Die wurden ja nicht gleich verdächtigt, sondern die Polizei in London kam drauf, nachdem sie die Briefe gelesen hat.

Ich glaube, er hat sich einfach so lange eingeredet, dass er unschuldig ist, dass er es heute selbst glaubt. An der Geschichte sind viel zu viele Haken.


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Jessica-
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Der Fall Jens Söring

17.01.2015 um 21:28
@missmary

...die gesamten Fakten, die du oben aufgelistet hast, wurden von den Geschworenen bereits im Prozeß eingehend geprüft und haben dazu geführt, daß die Geschworenen ihn für unschuldig hielten und ohne den Sockenabdruck wäre er von der Jury nicht verurteilt worden.

Auch der von dir erwähnte Kinokartenbeweis wurde von der damaligen Jury geprüft und die Jury hat dabei festgestellt, daß seine Aussagen bezüglich seiner diversen Kinobesuche an dem Tag richtig waren.

Jens Söring war an dem Tag in insgesamt drei Kinovorstellungen, da er ja die Zeit totschlagen mußte, bis Elizabeth wieder bei ihm eintraf und er konnte für alle drei von ihm besuchten Kinovorstellungen Kartenabrisse als Beweis vorlegen.

Also die Jury hat ihn ausschließlich aufgrund des Sockenabdrucks verurteilt, der nachweislich falsch war.

Der am Tatort festgestellte Sockenabdruck war Größe 5, also die Größe von Elizabeth, während Jens Schuhgröße 8 hat, was die Jury aber damals nicht wußte, so daß sie ihn aufgrund dieses falschen Sockenabdruckes verurteilt haben.

Wenn Jens damals einen richtigen Anwalt gehabt hätte, wäre er nicht verurteilt worden.

Sein Anwalt hätte aufgrund dieser 21 Tage Regel, die nur im US-Bundesstaat Virginia gilt, schon damals den Sockenabdruckbeweis entkräften müssen.

Dem Anwalt wurde später die Zulassung als Rechtsanwalt entzogen aufgrund der Fehler, die er in seinem Fall gemacht hat.

Schon aufgrund des Zeugen Tony Buchanan und der DNA beweise wäre Jens Söring in jedem anderen US-Bundesstaat wegen reasonable doubt schon längt wieder auf freiem Fuß und der einzige Grund, aus dem er überhaupt noch im Gefängnis sitzt ist die 21 Tage Regel, die im US-bundesstaat Virginia keine Beweise zuläßt, die später als 21 Tage nach Ende des erstinstanzlichen Prozesses eingereicht werden.

Es war also ein Gerichtsverfahren, daß nur aus einer einzigen !!!! Instanz bestand mit einem noch dazu völlig unfähigen Rechtsanwalt.

Wenn du die Einzelheiten des Falles kennen würdest, wüßtest du auch, daß Jens es anfangs nicht zulassen wollte, daß Elizabeth damals alleine diesen trip für ihren Drogendealer gemacht hat, aber Elizabeth hat ihn solange beredet, bis er schließlich zugestimmt hat, sie allein fahren zu lassen.

Aber wie schon gesagt, da müßtest du alle Einzelheiten des Falles kennen, um dir da eine richtige Meinung bilden zu können.


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Der Fall Jens Söring

17.01.2015 um 21:37
Die Amis haben einen Sockenschuss !!!

@Jessica- Sollte ich mal unschuldig angeklagt werden wünsch ich dich als meine Verteidigung. Du kämpfst ja wie ne Löwin um ihre Kleinen. :)


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Jessica-
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Der Fall Jens Söring

17.01.2015 um 21:38
@missmary

Nachtrag :

..auch die von dir erwähnten Briefe, die die Polizei in London gefunden hatte, wurden von der Jury geprüft und die Jury hat daraufhin befunden, daß diese Briefe Jens NICHT belasten, also daß sie keine Aussagen enthalten, die ihn belasten.

Also die Jury hatte nur den oben von mir erwähnten (falschen) Sockenabdrucksbeweis, aufgrund dessen sie ihn verurteilt haben, was ein Mitglied dieser Jury später in einer eidesstattlichen Versicherung ausgesagt hat.


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Jessica-
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Der Fall Jens Söring

18.01.2015 um 05:47
@missmary

nochmal kurz zu der von dir oben erwähnten Zeitdauer von ca. 10 Stunden, also die Fahrtzeit von Washington DC nach Bedford County - hin und zurück, Begehung der Taten etc...

Elizabeth ist von Washington DC um ca. 16.30 Uhr losgefahren und kam bei Jens Söring im Hotelzimmer zwischen 2.00 bis 3.00 Uhr an nächsten Morgen wieder an.

Damit kommen wir auf die oben von dir erwähnten ca. 10 Stunden.

Auch der Tachostand ihres Mietwagens hat dies damals bestätigt, daß diese Entfernungen mit dem Mietwagen zurückgelegt wurden, also alles sehr stimmig.


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Der Fall Jens Söring

18.01.2015 um 08:25
@Jessica-

Es ist ja unbestritten, dass Elizabeth da war.

Jens Sörings Verhalten gibt mir aber große Rätsel auf - er lässt seine Freundin in eine potentielle gefähliche Situation fahren (alleine).

Im Kino kann sich niemand an ihn erinnern, obwohl er drei Vorstellungen gesehen hat und dort ewig herumhing. Es gibt ja meines Wissens nur die Kinokarten, keine direkte Zeugen (sonst wäre er ja aus dem Schneider).

Elizabeth kommt wieder und gesteht ihm die Tat. Er ist davon so unberührt, dass er ihr Spiel mitspielt.
Die beiden flüchten nach London und werden dort für Scheckbetrug verhaftet. Er (unschuldig) hält immer noch zu ihr.

Er gesteht sogar den Doppelmord und ist bereit, die Haftstrafe auf sich zu nehmen.

Der Typ war doch intelligent. Sorry, aber so dumm kann einfach niemand sein. Sein Vater war Diplomat, also auch nicht ganz doof.

Er wird ja nicht wegen "eines falschen Sockenabdrucks" verurteilt, wenn ich das richtig sehe, sondern wegen extrem auffälligen Verhaltens (keine Gewissensbisse, die ganze Flucht über - da wurden zwei Menschen brutal abgeschlachtet). Und wegen seines falschen Geständnisses. Dass sind eben drei Indizien, von denen eine falsch sein kann. Bleiben aber noch zwei.


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Jessica-
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Der Fall Jens Söring

18.01.2015 um 08:30
@missmary

...woher weißt du, daß sich im Kino keiner an ihn erinnern konnte ?

Und wie soll es in einem Washingtoner Kino Zeugen geben, die Söring, der in Virginia gelebt hat, kannten und ihn hätten wiedererkennen können ?

Er hatte die Kinokartenabrisse mit Datum, die als Beweis im Prozeß auch zugelassen wurden.

Und ein Mitglied der Jury hat später unter Eid ausgesagt, daß es nichts gab, daß gegen ihn sprach und daß er nur aufgrund des Sockenabdrucks verurteilt wurde.

Aber du solltest dich zunächst mal in die Einzelheiten des Falles einarbeiten, um dir überhaupt eine Meinung bilden zu können.

Es gibt keinen Beweis und auch kein einziges Indiz gegen ihn, im Gegenteil alles entlastet ihn, auch der Zeuge Buchanan etc...alles ist jedoch an dieser 21 Tage Regel in Virginia gescheitert.

In jedem anderen US-Bundesstaat wäre er schon längst wieder frei.


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Jessica-
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Der Fall Jens Söring

18.01.2015 um 08:36
@missmary

Nachtrag:

...und zum Thema Intelligenz, er war halt lebensunerfahren und hat sich mit seinem falschen Geständnis nicht richtig verhalten, da er sie vor der Todesstrafe bewahren wollte und deshalb selber gestanden hat, in der irrigen Annahme, daß ihn der Diplomatenstatus schützen würde.

Als 18 jähriger unreifer Mensch verhält man sich halt nicht so wie ein Erwachsener mit Lebenserfahrung - Intelligenz hin oder her.

Nicht ohne Grund gibt es in Deutschland das Jugendstrafgesetz.


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Der Fall Jens Söring

18.01.2015 um 08:38
Ich habe ja früher schon mal geschrieben, dass ich Jens Söring für unschuldig halte. Ob ihm der Film zur Freiheit verhilft, bezweifle ich. Er wird ja anscheinend in Deutsch gedreht, müsste also für die Amerikaner synchronisiert werden. Der Kinofilm wird in Deutschland ein paar Tausend Zuschauer haben. Kommt er in Virginia überhaupt in die Kinos?

Der Fall Jens Söring ist mittlerweile weniger ein Kriminalfall, sondern ein "Politikfall". Eine Wiederaufnahme und eine Neubehandlung durch die Justiz ist unwahrscheinlich. Jeder Politiker aus Virginia, der sich für Jens Söring einsetzt, wird Stimmenverluste erleiden.

Ich schaue viele Dokus an, die Morde in Amerika behandeln. Da äußern sich die Befragten sehr oft a la "Leben für Leben".

Ich habe auch ein von Söring geschriebenes Buch gelesen. Bei der Haftanstaltenverwaltung handelt es sich um einen richtigen Industriezweig, der privatisiert ist und riesige Gewinne abwirft. Lobbygruppen bearbeiten daher die Politik, dass die Gefängnisse schön voll bleiben. Dies tun sie auch. Im Verhältnis zur Gesamtbevölkerung hat die USA sehr hohe Gefangenenzahlen.


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Jessica-
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Der Fall Jens Söring

18.01.2015 um 08:47
@Analyst

...ja die Amis haben halt diese alttestamentarische Rechtsauffassung "Auge um Auge....".

Hauptsache "irgendjemand" büßt für eine Tat, egal ob er es nun wirklich war oder nicht, nur damit das alttestamentarische Rachebedürfnis befriedigt wird, das hat mit unserem Verständnis von Rechtsstaatlichkeit wenig zu tun.

Es ist so, wie du schreibst, der Fall wird in Virginia von den dortigen Politikern "politisiert" und könnte nur noch durch eine mutige Intervention der deutschen Bundesregierung gelöst werden, juristisch ist da nichts mehr zu machen.

Aber in seinem letzten Newsletter schreibt Jens, daß die Bundesregierung ihm bereits durch den Menschenrechtsbeauftragten zu verstehen gegeben hat, daß sie nichts für ihn tun können, da sie keinen Präzendenzfall schaffen wollen, wenn sie ihn durch einen möglichen Gefangenendeal aus den USA herausholen.

Der neue Dokufilm "das Versprechen", der ja im Spätherbst in die deutschen Kinos kommen soll, ist wohl zweisprachig, also deutsch mit englischen Untertiteln.

Aber Jens schreibt in seinem letzten Newsletter selber, daß er sich davon nicht die Freiheit verspricht.

Er will durch diesen Film nur versuchen, auch die Menschen in Virginia für diese Thematik zu sensibilisieren.


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