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Der Fall Jens Söring

29.217 Beiträge ▪ Schlüsselwörter: Mord, Kino, Gefängnis ▪ Abonnieren: Feed E-Mail
Zu diesem Thema gibt es eine von Diskussionsteilnehmern erstellte Zusammenfassung im Themen-Wiki.
Themen-Wiki: Der Fall Jens Söring

Der Fall Jens Söring

14.04.2017 um 15:17
Zitat von Ashford1986Ashford1986 schrieb:Wir haben es hier nicht mit einer absolut naiven Persönlichkeit zu tun. Es klingt mir so ziemlich alles nach einer tollkühnen Berechnung (premeditated murder first degree). Eine Naivität würde ich JS niemals unterstellt haben wollen, sondern vielmehr eine absolut "entgrenzte Persönlichkeitsstruktur".
Das sehe ich genauso (wobei Du ja noch den persönlichen Eindruck benennen kannst),
Davon ab unterstelle ich JS, dass er mich seinen z.B. wechselnden religiösen Spleens klar versucht Unterstützer zu motivieren. Vermutlich ist ihm selbst klar, dass das die Gerichte bzw. Parol Boards wenig beeindrucken wird, aber der Rubel rollt ;-) ....

Der "gute" Mann weiß schon ganz genau was er tun muß um seinen "Status" irgendwie beizubehalten....


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Der Fall Jens Söring

14.04.2017 um 17:18
@alle

Menschen, die mit einem das Urteil bestätigenden Ansinnen der Diskussionsrunde hier folgen haben zu allererst den Vorteil, dass diese sich auf ein rechtskräftig und seit über 25 Jahre bestehndes rechtskräftig ergangenes Urteil stützen können. Diesen forensisch-öffentlichen Wahrheitsbonus hat niemand, der das ergangene Urteil nach derart viel Zeit noch anzuzweifeln versucht.

Die USA und auch deren Bundesstaat Virginia genießt den Status eines Rechtsstaates. Insofern dürfen wir schon getrost einem öffentlichen Glauben folgen. Wer des Staates Macht und Richtigkeit nicht in Frage stellt, der braucht sich auch nicht der Kritik zu stellen; denn für die gemeinten Rechthaber gibt es durch aus andere Anlaufstellen, um Argumente auszubreiten.

Jeder Zweifel, der gestreut wird, spült aber vermutlich Unterstützergeld in die Kassen eines JS, worin wohl der ursprüngliche Sinn liegen mag, um nicht auf rationale Argumente vernünftig einzugehen. Einen anderen Sinn kann ich mir bei bestem Wissen und schärfster Kritik nicht vorstellen. Faktisch unterstützen alle JS-Förderer einen bekennenenden internationalen Scheckbetrüger, der sich faktisch auch zu einem Doppelmord bekannt hat. Das Stipendiat an der University of Virginia ist eher vernachlässigend zu bewerten, da es von dem Begünstigtem weder geschätzte Nutznießung erfuhr, noch  dessen seriöse Lebensplanung darauf basierte.

Ein Betrügerdasein ist darauf ausgerichtet Tatsachen zu entstellen und hochmanipulativ zu agieren.

Wer hier noch anderer Meinung sein mag, der möge dies bitte plausibel begründen und stereotype Monologien von bereits vorhandener polarisierender Einseitigkeit vermeiden.


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Der Fall Jens Söring

15.04.2017 um 08:46
Zitat von Sue.KSue.K schrieb:Ashford1986 schrieb:
Es ist doch wohl eindeutig, dass jeder halbwegs vernünftige Mensch für eine Liebe nicht bereit sind einen Doppelmord auf sich zu nehmen.
JS hat sich aber oft "nicht eindeutig" verhalten. Lass uns für einen Moment mal advocatus diabolis spielen und davon ausgehen, dass er wirklich unschuldigt ist und wirklich nur gesicherte Vorgänge betrachten:

* Warum unterstützt er die Mordpläne (Briefe), die heute noch immer unter Verschluss sind? Handlungsalternative: Die beiden
   haben studiert, wären nach dem Abschluss in der Lage gewesen, überall auf der Welt Fuß zu fassen und sich damit räumlich
   von den ungeliebten Eltern zu distanzieren.

* Warum deckt er angeblich seine Freundin nach dem Doppelmord, gibt ihr ein Alibi und macht ganz normal im Alltag weiter?
   Ganz viele Menschen würden an dieser Stelle bereits in einen großen moralischen Konflikt geraten

* Warum flieht er in dem Moment, als er die Proben abgeben muss (Elizabeth hatte ihre bereits abgegeben)?

* Warum verlässt er ein voll finanziertes Stipendium an einer guten Universität für eine unsichere Zukunft als Kleinkrimineller
   in Europa und beendet damit seine akademische Laufbahn?

* Warum gesteht er einen Mord, den er nicht begangen hat, mehrfach?

* Warum werden weitere Morde geplant (Gardner, seine eigene Großmutter?)


All das ist nicht logisch. Viel zeigt von einer irren Arroganz. Ich würde mal behaupten, dass nicht viele 19 Jährige so "abgebrüht" sind, das alles so durchzuziehen. Von daher kann man nicht ausgehen, dass er ein "vernünftiger" Mensch war. Irgendwas ist in seiner Sozialisation gehörig anders und schief gelaufen. Er reagiert nicht normal - wenn du ihn heute siehst, dann drängt sich auch für den Laien der Verdacht auf, dass er ein absoluter Narzist ist.



 


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Der Fall Jens Söring

15.04.2017 um 10:15
@MissMary

Ich kann dir da nur voll und ganz zustimmen. Und genau das sind alles Aspekte, die Sörings Unterstützer/innen immer wieder wohl vorsätzlich außer Acht lassen und es wird nur einseitig und populistisch argumentiert! Es nervt einfach nur noch, dass diese Leute wissentlich oder naiv ihre Sache mit Scheuklappen weiter verfolgen. Aber so ist das heutzutage: Man kann sich nicht immer auf die Medien etc. verlassen. Ich bin ja mal gespannt, wann der Gouverneur endlich seine Entscheidung bekannt gibt bezüglich Sörings Fall.


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Der Fall Jens Söring

15.04.2017 um 11:02
Zitat von Ashford1986Ashford1986 schrieb:Die USA und auch deren Bundesstaat Virginia genießt den Status eines Rechtsstaates. Insofern dürfen wir schon getrost einem öffentlichen Glauben folgen. Wer des Staates Macht und Richtigkeit nicht in Frage stellt, der braucht sich auch nicht der Kritik zu stellen; denn für die gemeinten Rechthaber gibt es durch aus andere Anlaufstellen, um Argumente auszubreiten.
Es geht mir nicht um JS , es geht mir um den Fall, wie ermittelt wurde. Alleine die Tatsache , wie die Geschworenen ausgewählt werden , läßt einen tief blicken .
Zitat von Ashford1986Ashford1986 schrieb:Jeder Zweifel, der gestreut wird, spült aber vermutlich Unterstützergeld in die Kassen eines JS, worin wohl der ursprüngliche Sinn liegen mag, um nicht auf rationale Argumente vernünftig einzugehen. Einen anderen Sinn kann ich mir bei bestem Wissen und schärfster Kritik nicht vorstellen. Faktisch unterstützen alle JS-Förderer einen bekennenenden internationalen Scheckbetrüger, der sich faktisch auch zu einem Doppelmord bekannt hat. Das Stipendiat an der University of Virginia ist eher vernachlässigend zu bewerten, da es von dem Begünstigtem weder geschätzte Nutznießung erfuhr, noch  dessen seriöse Lebensplanung darauf basierte.
Dann vergleicht mal , was Debbie Milkes Familie aufbringen musste ,um sie frei zu bekommen .......

http://www.focus.de/panorama/welt/tid-21129/deutscher-in-us-haft-der-irrtum-seines-lebens_aid_594017.html

Hier wird alles genau berichtet . 
Ein richtiger Mörder nimmt niemals die Schuld auf sich , wie es Jens getan hat ,sondern streitet von vorne herein ab und meist vom dem Moment des Kontaktes mit dem Anwalt, schweigen sie dann. 
Für EH war ernicht die große Liebe , dass sie ihm vorspielte , sondern sollte ihr "Versorger" sein , ihr leben lang. Wer sich mit "Überlebende" ob nun sexueller Ursache oder anderer, sie suchen sich solche dazu aus und Jens war für sie diese Figur , hatte die Kraft , sie mit zu ziehen , sonst hätte er schon lange aufgegeben.
   
Dann sein sonderbarer Anwalt .....da muss man sich fragen , weshalb dieser diesen Beruf ergriffen hat ....

Dann ist EH nicht wegen ihrer Drogen zurückgefahren , sondern sie hatte einen Auftrag von ihrem Dealer. Nun kommt die Frage , wer der beiden auf die Idee gekommen war mit dem WE-Tripp ,aber eigentlich egal wer, man konnte alles so hindrehen, dass es Jens gewesen sein soll.

Jedenfalls taucht für mich nun ein Dritter im Bunde auf, von dessen Existenz ich noch nicht wusste und es ergibt sich eine andere Konstellation. 

Für EH war das Alibi außerordentlich wichtig, weil sie gewusst haben muss , was passieren wird. Aber dass man dann zurückkommt und dies gleich Jens ggü gesteht , dazu noch gleich mit der anstehenden Strafe mit dem elektrischem  Stuhl um die Ecke kommt.....das hört sich seltsam an , so als wollte sie sagen : Jetzt musst du alles geben , was er auch getan hat....

Wie dem auch sein : Meine Ermittlungen würden so oder so dort anfangen , in EH Elternhaus, wo alles im Keim erstickt wurde , wenn schon die Freundin der Mutter dies und jenes aussagte . 
Es ist nicht immer der richtige Elternteil ,der nach einer Trennung die Kinder bekommt und das könnte auch hier vorgelegen haben, da beide zuvor geschieden waren .
 
Dazu durfte das Ansehen der Haysoms in dem Ort nicht beschädigt werden.   

Ich werde mich wieder zurückziehen .   


     


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Der Fall Jens Söring

15.04.2017 um 11:15
Bitte denkt daran: unsere Regeln erlauben keine Verdächtigungen, keine Unterstellungen usw. gegen Opfer oder unschuldige Zeugen. 


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Der Fall Jens Söring

15.04.2017 um 12:21
Dass ein Mörder nicht gesteht ist nun kompletter Unfug. Die meisten gestehen, die wenigsten behaupten Jahrelang sie seien unschuldig. Ausserdem wieso macht man sich Sorgen über hinterlassene Fingerabdrücke am Tatort wenn man unschuldig ist? So wie Gardner es darstellte ist js auf ihn zugekommen und wollte gestehen, nachdem er es zuerst verweigerte. Und wieso nahm er sein Geständnis nicht zurück als eh verurteilt war, sondern erst wesentlich später? Ihr drohte keine Todesstrafe mehr, warum also weiterhin behaupten, man sei der Mörder?


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Der Fall Jens Söring

15.04.2017 um 14:21
Für alle, die es gern übersichtlich haben wollen, anbei eine Zusammenstellung der Spurenträger, die 1985 auf Blut und 2009 auf DNA untersucht wurden. Ich habe die Spuren nach (vermuteten) Fundorten sortiert.

Ganz links sind alle 1985 untersuchten Spurenträger, dann weiter rechts die, bei denen menschliches Blut gefunden wurde. Ganz rechts alle Spuren, die 2009 erneut untersucht wurden.

Wenn das gefundene Blut eindeutig einer Person zugeordnet werden konnte, habe ich den Namen hinter die Blutgruppe geschrieben. Wenn es nicht ganz eindeutig ist steht der Name in Klammern.

Bei der DNA wirkt es so, dass es sich um DNA von zwei Personen handelt, einer männlichen, und einer weiblichen. Ich habe deshalb die gefundene DNA entweder der einen oder anderen zugeordnet. Auch hier habe ich die Ergebnisse, die nicht eindeutig waren, in Klammern gesetzt.

Leider wurden die Blut- und Haarproben und Abstriche der Ermordeten 2009 nicht auf DNA getestet (siehe CME 3-8). Ebenfalls fehlen die Vergleichsproben von Julian Haysom und einer Mary F. Harris (siehe item 53 und 49). Insofern wissen wir nicht, ob die gefundene DNA den Ermordeten gehört oder anderen Personen, die sich regelmäßig im Haus aufhielten.

Ich habe ganz unten die gefundene DNA völlig unwissenschaftlich zu zwei "Profilen" verdichtet. Dabei ist mir aufgefallen, dass es zwischen beiden "Profilen" 6 Übereinstimmungen gibt. Keine Ahnung, ob das von Bedeutung ist.

Quellen:
1985_Aug_12_Certificate_Burton
2009_Sep_24_Certificate_of_Analysis

Hoffe, ich hab nicht all zu viele Fehler gemacht. Alle Angaben sind natürlich ohne Gewähr.

soering evidence compare 650Original anzeigen (0,2 MB)


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Der Fall Jens Söring

15.04.2017 um 21:02
@yasumi

Mit der DNA kommt man in diesem Fall nicht weiter. Letztlich entlasten die Funde weder EH noch JS.

Für mich ist schon lange klar, das JS nur freikommt, wenn er den "wahren" Täter präsentieren kann.


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Der Fall Jens Söring

15.04.2017 um 22:11
laut js ist das elisabeth. oder meint j mittlerweile e hätte ihn angelogen dass sie es war??


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Der Fall Jens Söring

15.04.2017 um 22:23
@alle

im vorliegenden Fall wird immer nur noch über Kleinigkeiten hin- und herdiskutiert, während das Urteil juristisch felsenfest steht. Interessant macht die Sache, dass es doch Menschen wie JS gelingt zu polarisieren, daher eiserne Verfechter im FReundeskreis von JS, aber eben auch hellwache menschliche Geister, die in der Diskussion und im Sendungsbewußtsein der Aufklärung hier eine klare intellektuelle Herausforderung erkennen. Es ist als Lernbeispiel in vielerlei Hinsicht gut geeignet.

Das JS jemals noch lebend entlassen wird, das halte ich für ausgeschlossen. Seine Chancen waren vor circa 10 Jahren nicht schlecht. Ich schrieb JS einen Brief, in dem ich 2005 ihm empfahl sich mit der Tat zu identifizieren; denn darin läge die Chance einer Begnadigung. 2006 wies ich ihn auf die Möglichkeit der Überstellung hin. Unmittelbar daraufhin verfolgte JS dieses Ziel. Ich schrieb JS 2006, ich sei nicht persönlich gegen ihn eingestellt, sondern gegen seine - von mir empfundene -  Lügerei.

So vermag ich auch zu erinnern, das JS, als ich ihn im Jugendgefängnis in Ashford (Middlesex/UK) kennen lernte, meine bundesdeutsche Jugendknasterfahrung nicht hat teilen können. Ich wußte, das Jugendstrafe in der BRD maximal bis zu zehn Jahren ging. Ich hatte bis 1986 vier Monate Jugendgefängnisuntrersuchungshaft an Erfahrung beim praktischen Erfahrungsaustausch mitgebracht.

Auch (!) ich litt in meiner Kindheit unter sexuellem Mißbrauch, allerdings nicht begangen durch Verwandte. Entscheidend für den geistigen Reifezustand war durchaus unsere soziale Herkunft. Ich bin allerdings nicht am Borderline-Syndrom erkrankt. Ich möchte eine geistige Erkrankung des JS auch nicht vermuten. Es ist möglicherweise genetisch, oder durch individuelle Sozialisationsfaktoren bestimmt, wie extrem entgleist ein Mensch im Leben werden kann. Mir selbst kam ca. 7 Jahre nach Ashford psychotherapeutische Hilfe zugute. Ich hatte eine Frau geheiratet, die ich nicht liebte. Psychologisch gesehen wurde es gedeutet, dass ich damit versuchte einen bürgerlichen Normalzusatnd vorzuspiegeln, selbst zu diesem Preis. Die Ehe hielt drei Jahre.

Mich motiviert zur Forumsteilnahme nicht allein meine persönliche Erinnerung, sondern ivielmehr der Umgang eines JS mit seiner Ex-Freundin EH. EH zeichnet aus, dass sie sich nicht derart ausbreitet mit ihrer Stimmungsmache gegen JS. Jeden Menschen zeichnet auch ein Nachtatverhalten aus. Einen Menschen, den ich wirklich herzhaft geliebt habe, würde ich niemals im Nachhinein über Jahrzehnte schlechtmachen. Vielmehr würde ich zu meiner Lebensentscheidung stehen können. 


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Der Fall Jens Söring

15.04.2017 um 22:30
@bee67

Sehr gute und absolut scharfsinnig bedachte und durchdachte Kritik!


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Der Fall Jens Söring

16.04.2017 um 08:16
Zitat von Ashford1986Ashford1986 schrieb:Einen Menschen, den ich wirklich herzhaft geliebt habe, würde ich niemals im Nachhinein über Jahrzehnte schlechtmachen. Vielmehr würde ich zu meiner Lebensentscheidung stehen können.
Genau so ist es. Auch ein Punkt, warum mir JS dermassen unsympathisch ist.


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Der Fall Jens Söring

16.04.2017 um 10:30
Zitat von Rick_BlaineRick_Blaine schrieb:Genau so ist es. Auch ein Punkt, warum mir JS dermassen unsympathisch ist.
Das sehe ich aber genau umgekehrt: EH hat erreicht, was sie wollte, deshalb diese "Stille" , durch diese Genugtuung um sie herum.





 










 
Zitat von Ashford1986Ashford1986 schrieb:Auch (!) ich litt in meiner Kindheit unter sexuellem Mißbrauch, allerdings nicht begangen durch Verwandte. Entscheidend für den geistigen Reifezustand war durchaus unsere soziale Herkunft. Ich bin allerdings nicht am Borderline-Syndrom erkrankt. Ich möchte eine geistige Erkrankung des JS auch nicht vermuten. Es ist möglicherweise genetisch, oder durch individuelle Sozialisationsfaktoren bestimmt, wie extrem entgleist ein Mensch im Leben werden kann. Mir selbst kam ca. 7 Jahre nach Ashford psychotherapeutische Hilfe zugute. Ich hatte eine Frau geheiratet, die ich nicht liebte. Psychologisch gesehen wurde es gedeutet, dass ich damit versuchte einen bürgerlichen Normalzusatnd vorzuspiegeln, selbst zu diesem Preis. Die Ehe hielt drei Jahre.

Mich motiviert zur Forumsteilnahme nicht allein meine persönliche Erinnerung, sondern ivielmehr der Umgang eines JS mit seiner Ex-Freundin EH. EH zeichnet aus, dass sie sich nicht derart ausbreitet mit ihrer Stimmungsmache gegen JS. Jeden Menschen zeichnet auch ein Nachtatverhalten aus. Einen Menschen, den ich wirklich herzhaft geliebt habe, würde ich niemals im Nachhinein über Jahrzehnte schlechtmachen. Vielmehr würde ich zu meiner Lebensentscheidung stehen können. 
Dann hast du ja "massig" an Erfahrung diesbezüglich, hast dies angewandt , von was ich geschrieben hatte , das Überlebensprinzip um jeden Preis , eine Normalität herzustellen  , was aber die wenigsten Partner aushalten , damit überfordert sind, erst recht , wenn sie nicht in Kenntnis gesetzt werden . 

Wäre dir deine therapeutischen Hilfe noch vor deiner Ehe zugute gekommen, so hätte sie eine gute Chance gehabt, gehe ich mal davon aus ...    

Aber wie und nach was sich "individuelle Sozialisierungsfaktoren entwickeln , das kann man noch an Hand von älteren Beziehungsdramen sehen, weshalb jemand  bei jemandem bleibt und Dinge tut, zu gutmütig oder zu nachsichtig war, aber in Freiheit und bitter drauf bezahlt , sind meistens irgendwelch geartete Ängste aus der Kindheit und bei den Tätern ist es nicht anders .

Hier ein Beispiel :http://www.n-tv.de/panorama/Jetzt-spricht-die-Frau-des-Parkplatzmoerders-article15677906.ht

Das hatte ich ja angedeutet, dass JS sehr wahrscheinlich mütterlicherseits geprägt war, auch dass man Frauen prinzipiell beisteht , hatte keine Ahnung von der Tragweite seiner Hilfe ggü EH. 

Sie ist gleich Opfer von 2 solchen Partnern, der erste hat ihr die Kinder genommen, der 2,. das Vermögen .   

Entscheidend ist , wie diese Dramen enden , ob der Geschädigte "wieder aufstehen kann", was JS zuspät erkannt hat und das man ihm genommen hat.

Wäre er in Freiheit geblieben , hätte er auch eine anderes Urteil über EH, für die er sogar aus Liebe 10 Jahre in den Knast gegangen wäre , deshalb gelogen hatte. 

Bei jedem anderen Angeklagten sagt man er darf lügen , nur hier wurde jede Lüge auf die Goldwaage gelegt ...    




    


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Der Fall Jens Söring

16.04.2017 um 12:25
Wenn man ihm glauben schenkt. Ich glaube dass er das alles erfunden hat um seine Haut zu retten. 


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Der Fall Jens Söring

16.04.2017 um 13:40
Ich denke auch, das Elisabeth Haysoms Version deutlich plausibler vom Tathergang ist, als Sörings. Er hat in der Vergangenheit einfach zu oft seinen Standpunkt geändert. Vor ein paar Monaten kam ja sowas wie: EH war es mit nun zwei (!) unbekannten männlichen Tätern! Er wird so für mich zumindest halt immer unglaubwürdiger und er rutscht immer noch tiefer was das Misstrauen betrifft seitens der Behörden Virginias, da er eben nicht seine Schuld eingesteht wie die meisten in Virginias Gefängnissen und sein Lügenkonstrukt immer wieder abändert.

Und solange er das (seine Schuld eingestehen) nicht tut, kann er wie bereits von mir erwähnt auch keine Therapie anfangen, da das sonst als Schuldeingeständnis gewertet werden würde. Ohne seine Geständnisse, die sehr verdächtigen Briefe und die Flucht mit Scheckbetrug weltweit etc. hätte ich ihn (wenn ich Juror damals gewesen wäre in seinem Prozess) wohl für nicht schuldig gestimmt, aber die Fakten sehen nun mal ganz anders aus!


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Der Fall Jens Söring

16.04.2017 um 13:53
@bellady

Überlege doch einmal, warum JS soviele Nebelkerzen gezündet hat. Warum hat er so wirre Geschichten über den Tathergangerzählt erzählt? Warum beschimpft er EH auf das übelste, warum konnte man ihm hier bei allmy, wo unsere Mittel ja begrenzt sind, mehrere Lügen nachweisen?

Wenn man für einen Moment all die Indizien beiseite schiebt, die ihn so schwer belasten, machen ihn die oben aufgezeigten Verhaltensweisen nicht glaubhafter. Daher verstehe ich auch seine Hardcore Anhänger nicht...


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Der Fall Jens Söring

16.04.2017 um 15:10
Zitat von ElvisPElvisP schrieb:Mit der DNA kommt man in diesem Fall nicht weiter. Letztlich entlasten die Funde weder EH noch JS.
DNA-Untersuchungen ohne Vergleichsproben, ohne Kontext, sind denk ich mal eh wenig aussagekräftig. Vielleicht wurde die Untersuchung nur gemacht, um ein zusätzliches Indiz für Jens Sörings Schuld zu bekommen.

Von den "Blutgruppe 0"-Spuren bin ich etwas enttäuscht. Wenn ich die Untersuchungsergebnisse richtig deute, dann gab es diese Spuren im Eingangsbereich und im Bad. Das klingt erstmal so, als ob jemand mit Blut an der Hand ins Haus ging, um sich dann im Bad zu säubern.  Weiß auch nicht was es bedeutet, dass dieses Blut nicht näher typisiert werden konnte (nur der ABO-Type, aber nicht die 9 anderen). Lag das an der geringen Menge? War es verunreinigt?

Die männliche DNA wäre da schon interessanter - wenn man Derek Haysom ausschließen könnte. Denn sie wurde auch dort gefunden, wo Derek und Nancy Haysom ermordet wurden.
Zitat von Ashford1986Ashford1986 schrieb:Einen Menschen, den ich wirklich herzhaft geliebt habe, würde ich niemals im Nachhinein über Jahrzehnte schlechtmachen. Vielmehr würde ich zu meiner Lebensentscheidung stehen können.
Naja, so ungewöhnlich ist es ja nicht, wenn aus Liebe Hass wird. Der harte Ton hier in diesem Thread ist ja auch teilweise geprägt von einer Enttäuschung, einem Gefühl, von Jens Söring getäuscht worden zu sein. ;-)


Dass Elizabeth Haysom sich gerne als Femme fatale sah, die Männer um den Finger wickeln kann, und Jens Söring sich liebestoll gab, wie von Sinnen, bereit alles für seine große Liebe zu tun, das kann ich mir schon vorstellen. Das ist ihre Story.

Aber vielleicht ist das schon die erste Lüge.

Die auch die Anklage geglaubt hat. Weswegen das ihm unterstellte Mordmotiv, Hass auf ihre Eltern, auf mich so schwach wirkt. Denn Elizabeth Haysoms Hass auf ihre Eltern hat die beiden auch zusammengeschweißt. Er konnte sie darin bestärken, was sie wiederum in seine Arme trieb. Mit den beiden haben sich schon zwei gefunden. Manipuliert und benutzt haben sie sich meines Erachtens gegenseitig.

Ich denke, die Eltern von Elizabeth Haysom waren Jens Söring egal. Wenn er sie umgebracht hat, dann eher deswegen, weil sie ihm nichts bedeuteten. (Auch die Vorstellung, dass ein erfahrener Geschäftsmann wie Derek Haysom sich von einem 18-Jährigen provozieren ließ, finde ich merkwürdig.)

Sicher gab es eine Art Liebes-Beziehung zwischen Elizabeth Haysom und Jens Söring. Aber mir scheint die Lust, außerhalb von "Konventionen" zu leben, "gesetzlos" sein zu wollen, die größere Gemeinsamkeit zu sein:

Als sie die USA verließen, inszenierten sie eine Flucht, quer durch die Welt, mit gefälschten Identitäten, so als ob die Strafverfolgungsbehörden aller Länder hinter ihnen her gewesen wären. Dabei wurden sie gar nicht gesucht. Es gab weder einen Haftbefehl, noch wurde nach ihnen gefahndet.* Hätten sie normal weitergelebt, (in Europa) eine bürgerliche Existenz aufgebaut - die Wahrscheinlich, dass sie heute in Freiheit lebten, wäre groß. Aber die Lust, das Leben von "Ausgestoßenen" zu führen, mit den Scheckbetrügereien etwas Verbotenes zu tun, war wohl größer.

Und als sie dann erwischt wurden, haben sie das gemacht, was alle machen, die gemeinsam in etwas verwickelt sind, und denen man auf die Schliche gekommen ist: sie schoben die Schuld auf den jeweils anderen.

Insofern finde ich die Geschichte der "leidenschaftlichen Liebe" nicht ganz so überzeugend.


Ich sehe ein durchgängiges Element im Verhalten von Jens Söring: das kalkulierte Spiel mit dem Feuer, mit einer Schein-Gefährlichkeit. Um dann damit angeben zu können.

Er wirkt auf mich wie jemand, der prahlt, mit einem Stock einen Bären bis zur Weißglut geärgert zu haben. Aber dabei zu erzählen vergisst, dass das Ganze in einem Zoo stattfand, mit Gitterstäben zwischen Bär und ihm.

Kalkulierte "Schein-Gefahren": Anstelle selber ein wildes Leben zu führen, ist er mit einer Person zusammen, die ein wildes Leben führt(e). Er triezte die Ermittler mit einem höhnischen Brief - dabei drohte ihm zu diesem Zeitpunkt gar keine Gefahr. Er gestand in England - aber erst nach Rücksprache mit der deutschen Botschaft und dann wollte er nicht, dass seine Aussage aufgezeichnet wird. Bei den Vernehmungen, die aufgenommen wurden, sagte er nicht, dass er auch zustach.**

Er hat sich als Doppelmörder selbst ins Spiel gebracht. Die Frage die ich mir stelle ist: Hat er sich ins Spiel gebracht, weil er es gerne gewesen wäre, oder weil er es tatsächlich war?

Dieses "Tun als ob" etwas weitergedacht: ich würde auch nicht ausschließen, dass er - nach der ganzen Planung und dem Rumfantasieren - im letzten Moment "gekniffen" hat, im Auto wartete ("jemand muss doch aufpassen, dass niemand kommt"), und erst dann, als alles vorbei war, ins Haus ging (in Socken, um die teuren Schuhe nicht zu ruinieren), um auch mitreden zu können. Um dennoch den Eindruck erwecken zu können, er wäre dabeigewesen, der Gefährliche, Gesetzlose. Um so tun zu können, als ob.

Und am Ende hat er sich womöglich mit seinem kalkulierten, prahlerischem Geständnis verkalkuliert.

So seh ich das momentan.


* Doku Lovers Leap - Crime Stories 00:14:14
Fourteen months after the murders of Derek and Nancy Haysom Ricky Gardner was the lone investigator on an investigation going nowhere. His prime suspects were out of the country and on the run. Lacking physical evidence he couldn't even get a warrant for their arrest.
** Doku Lovers Leap - Crime Stories  00:24:35 
Just as Ricky Gardner, Ken Beaver and Terry W. were running out of time Soering decided to first consult with the German embassy and then asked to speak to the investigators.
GARDNER: "He had obviously decided in his own mind that he was going to come forward and tell the truth finally. Once we got into the interview room he made it very clear that he did not want to record the conversation [...]"
The Free Lance-Star 7. Juni 1990
In the second two hours [of Jens Soering's taped interrogations] which jurors were to hear today, Soering said Derek and Nancy Haysom were dead when he left.
But Soering, questioned by investigators in a British prison, refused repeatedly to admit that he fatally stabbed the Bedford County couple.



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