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Der Fall Jens Söring

17.720 Beiträge, Schlüsselwörter: Mord, Kino, Gefängnis, Messer, Karten, Sohn, Doppelmord, Unschuldig, Richter, Schuldig, Briefe + 24 weitere
Zu diesem Thema gibt es eine von Diskussionsteilnehmern erstellte Zusammenfassung im Themen-Wiki.
Themen-Wiki: Der Fall Jens Söring

Der Fall Jens Söring

15.02.2015 um 20:04
Während wir also gespannt auf eine weitere Stellungnahme vom amerikakritischen @Goldbärchen warten, habe ich noch ein ganz interessantes Interview mit JS auf seiner Seite gefunden. Er sieht bei sich also sehr wohl eine gewisse Schuld (sic!), vergleichbar von der Bedeutung wie "Falschparken". Der neue Film bringe auch neue Beweise, die zwar - so interpretiere ich die Aussage - nicht direkt seine Unschuld beweisen, aber Fragen offen lassen. Das macht neurgierig. @Goldbärchen könnte ggf. auch auf die erwähnte neue Faktenlage eingehen.


http://www.jenssoering.de/ich_wurde_es_noch_einmal_tun__ich_schicke_niemanden_zum_henker

Sie wirken in TV-Interviews immer sehr besonnen und gelassen, wie schaffen Sie es, angesichts Ihrer Situation die Nerven zu behalten?

Ich habe jahrzehntelang mit der ganzen Sache leben können, indem ich mir selber sagte, dass das alles meine Schuld sei. Und ich habe ja Schuld: ich habe eine Straftat verdunkelt, das ist in Virginia ein Vergehen, vergleichbar mit wiederholtem Falschparken. Ich habe ja die Polizei belogen, das hat mir geholfen, mein Schicksal zu ertragen, es ist leichter, wenn man die Schuld bei sich selber ortet. Allerdings gibt es Neuigkeiten: Anfang 2015 kommt in Deutschland eine Dokumentation über meinen Fall in die Kinos, „Das Versprechen“. Es ist unglaublich, aber im Zuge der Recherchen über diesen Film haben die Autoren neue Beweise gefunden. Zeugen sagen vor der Kamera, dass Dokumente unterschlagen wurden, die zumindest viele Fragen offen lassen. Es ist so, dass die Ermittler von vorneherein wussten, dass sie da möglicherweise einen unschuldigen Menschen wegstecken. Wenn sie ihren Job richtig gemacht hätten, dann hätten die mir nach meinem falschen Geständnis gesagt: so, mein lieber Junge, wir wissen dass das Quatsch ist, jetzt sag uns endlich die Wahrheit. Aber sie haben gesagt, ok, Junge, wenn Du so doof bist, dann nehmen wir Dich. Und das ist eine bodenlose Sauerei, die bei mir eine Kombination aus Wut und Hoffnungslosigkeit auslöst. Es ist nicht so gewesen, dass ich eine Chance hatte, es war von Anfang an abgemacht. Das ist sehr viel schwerer zu ertragen, als mir selber für alles die Schuld zu geben.


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Der Fall Jens Söring

15.02.2015 um 20:09
Tja allein der Text im Link dürfte falsch sein, von wegen er würde es noch einmal tun, er schickt niemanden zum Henker! Genau das hat er getan, als er sein Geständnis zurück gezogen hat und gleichzeitig EH als alleinige Täterin beschuldigte, denn sie hätte sehr wohl beim Henker landen können.


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Der Fall Jens Söring

15.02.2015 um 20:11
sicher sind die Ermittlungsbeamten Schuld. Wer auch sonst? Schließlich waren sie so dämlich und haben die 3 Geständnisse für Wahr erachtet.

Ganz zu schweigen von seinem übrigen Verhalten. Er hat sich nämlich sehr unauffällig, ja unschuldig verhalten. WEnn man von der Flucht absieht, von den Liebesbriefen, von seiner gefundenen Blutgruppe am Tatort, von seinem nicht vorhandenen Alibi. Da trifft die Polizei natürlich eine große Schuld....


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Der Fall Jens Söring

15.02.2015 um 20:14
@obskur
JS würde dem wohl entgegenhalten, dass er erst - auf Anraten seiner Anwälte - seine Aussage nach der Auslieferung nach Amerika geändert habe und vorher bei seinem Geständnis geblieben sei. Da war EH schon verurteilt, das Strafmaß festgesetzt. Und nach amerikanischem Recht darf wegen derselben Sache keinem ein erneuter Prozess gemacht werden. Also nach der ursprünglichen Rettungsversion von JS hat er damit wohl alles richtig gemacht, so könnte er das wohl sagen.


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Der Fall Jens Söring

15.02.2015 um 20:23
zu der Frage warum die Eltern ihn nicht mochten, hatte ihr Halbbruder sich in einem Zeitungsinterview geäußert, dass sie ihn für arrogant und zynisch hielten. Es gibt Menschen, die sich auf Anhieb unsympatisch sind. Kann sein, dass die Haysoms so empfunden haben.


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Der Fall Jens Söring

15.02.2015 um 20:30
@obskur
Jetzt hier noch meine persönliche Einschätzung, wieso er das Geständnis erst in Amerika widerrufen hat. Er spekulierte ja bis zum Schluss mit der Auslieferung nach Deutschland (mit nur ein paar Jährchen Haft, so ca. 5, nach Jugendstrafrecht), ein Haftbehl bzw. Auslieferungsersuchen lag ja aus D in GB vor.

Hätte er das Geständnis schon in GB widerrufen, hätte D einen dringenden Tatverdacht ggf. nicht mehr annehmen können/dürfen und das Auslieferungsersuchen bzw. den Haftbefehl u.U. canceln müssen, so dass die Amerikaner auf jeden Fall zum Zug gekommen wären. Im Urteil des Europ. Gerichtshof für Menschrechte steht, dass z.B. ja GB aus Gründen der Nichtzuständigkeit JS keinen Prozess in GB hätte machen können (z.B. Taten hinsichtlich Kindesmissbrauch z.B. in Thailand dürfen auch erst seit ein paar Jahren aufgrund einer Gesetzesänderung auch in D verfolgt/angeklagt werden).

Die Amerikaner hatten aber ja die Aussage von EH im Prozess, dass er ihr den Mord an ihren Eltern gestanden hätte, so dass sie das Auslieferungsersuchen niemals zurückgezogen hätten. Seine einzige Chance bis dahin war also, nach D überstellt zu werden. Nach der Auslieferung war seine einzige Chance, die Unschuld vom Lande zu spielen.


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15.02.2015 um 20:54
@Ernello
Das hatte ich jetzt nicht auf dem Schirm, dass ihr Verfahren da bereits abgeschlossen war. Somit würde der Punkt wohl oder übel an ihn gehen ;-)


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Der Fall Jens Söring

15.02.2015 um 21:14
Nochmals zur Frage, warum JS den Eltern unsympathisch war. Ich weiß inzwischen (aus JS Buch) etwas mehr über die Halbgeschwister von EH.

Derek Haysoms Kinder:
Varyan Haysom (Rechtsanwalt)
Julian Haysom (Ingenieur)
Fiona Haysom (Tierärztin)

Nancy Haysoms Kinder:
Howard Haysom (weiß nicht, warum er Haysom heißt, ich ging immer davon aus, dass er DHs leibliches Kind ist) (Arzt)
Richard Haysom (Architekt)

Wenn man das mal so betrachtet, sind das alles Akademiker. Vermutlich wuchsen sie (trotz Scheidungen und Patchworkkonstellationen) und einiges problemloser auf als Elizabeth.
Ich denke, dass die Haysoms mit der Entwicklung einfach überfordert waren. Ich denke, dass sie die Erziehung einfach "outsourcten" und ihre Tochter auf exklusive Internate schickten. Nancy Haysom hatte zusätzlich eine große Affinität für Großbritannien. Sie selbst war das Patenkind von Lady Astor.
Derek Haysom hatte zusätzlich im Zweiten Weltkrieg gedient (gegen Rommel).

Elizabeth schien ja erst mal nach dem Wiederholen der Klasse (mit geisteswissenschaftlichen Fächern) die Kurve bekommen zu haben - erzielte hervorragende Noten und bekam ein Stipendium für Cambridge - das sie wieder entzogen bekam, da sie mit ihrer Freundin Miranda flüchtete und durch Europa tingelte.

Ich denke, dass der Schritt, Elizabeth nach Virginia zu holen und sozusagen im nahen Charlottesville "unter Kontrolle" studieren zu lassen, ein verzweifelter Versuch der Eltern war, die Lage erneut zu stabilisieren.

Mir persönlich wäre es in dem Fall einfach lieber gewesen, wenn sich mein Kind auf ein Studium anstatt auf einen Freund konzentriert. JS schreibt in seinem Buch http://lucy.ukc.ac.uk/Soering/chapter03.html dass sie sein Stipendantengeld oft dazu nutzten, zwei Tage vom Campus zu verschwinden - angeblich haben sie sich auf die Art und Weise zweimal auch im Haus von EH Eltern vergnügt, als diese nicht da waren. [dazu später noch etwas]

(1) EH verbrachte also viel mehr Zeit mit JS als mit ihren Studien ... etwas, was den Eltern sicher ein Dorn im Auge war.
(2) Die Tatsache, das JS Deutscher war, hat bei den britisch-affinen Eltern sicher nicht geholfen.
(3) JS schreibt auch selbst, dass die Eltern keine Ahnung hatten, dass die beiden in Washington waren - eine derart schnelle und sexuelle Beziehung hätten die Eltern mit Sicherheit nicht gutgeheißen.
(4) JS sieht auf den Videos aus wie ein besserwisserischer Freak (und hat sich im Prozess ja auch so verhalten) - kein Sympathieträger.

- - - - - - - - - - - - - -

Mir ist nochwas aufgefallen - JS schreibt, dass sie sich zweimal im Haus der Haysoms vergnügt hätten (für jeweils zwei Tage) - ich weiß nicht, ob das eine Schutzbehauptung ist, für den Fall, dass doch noch eine Spur bzw. ein Fingerabdruck irgendwo auftaucht.

Dies bedeutet, dass EH einen Hausschlüssel hat, was ja für die Mordnacht erneut eine neue Perspektive bildet - man ging bisher immer davon aus, die Eltern ließen sie herein. Was aber, wenn der Mörder einfach mit dem Schlüssel ins Haus ging und den Überraschungsmoment bei den deutlich angetrunkenen Opfern nutzte, um sie niederzumetzeln? So ähnlich wie im Schemmerfall - bis einer richtig realisiert, was passiert, ist der andere schon tot.

Nur so eine Spinnerei ... was denkt ihr ....?


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Der Fall Jens Söring

15.02.2015 um 21:26
@missmary
missmary schrieb:Mir ist nochwas aufgefallen - JS schreibt, dass sie sich zweimal im Haus der Haysoms vergnügt hätten (für jeweils zwei Tage) - ich weiß nicht, ob das eine Schutzbehauptung ist, für den Fall, dass doch noch eine Spur bzw. ein Fingerabdruck irgendwo auftaucht.
Das ist interessant. Ich wusste nicht, dass er überhaupt schon mal in dem Haus war, also auch ortskundig gewesen wäre.. Und DNA-Spuren hätte er bestimmt damit erklärt, da hast Du recht.
missmary schrieb: JS sieht auf den Videos aus wie ein besserwisserischer Freak (und hat sich im Prozess ja auch so verhalten) - kein Sympathieträger.
Damit tue ich mich etwas schwer.. es gibt soweit ich weiss kein Video aus der Zeit vor dem Verbrechen. Zum Zeitpunkt der Videos hatte er immerhin die Zeit vor der Auslieferung hinter sich, in der unsicher war, ob ihm die Todesstrafe droht - denke, das macht schon etwas mit einem. Ebenso sehe ich es bei aktuelleren Videos.. Unabhängig davon ob schuldig oder nicht wird man nach fast 30 Jahren in Gesellschaft von Mördern und Schwerverbrechern wohl kaum "normal" bleiben.


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Der Fall Jens Söring

15.02.2015 um 21:29
@Goldbärchen

Es ist sehr schön, dass sich hier jemand der "Pro Gruppe" zu Wort meldet. Du schreibst einige interessante Punkte:

(a) Du selbst gehst davon aus, dass die Tat von "jemand anders" begangen wurde, der/ die mittlerweile verstorben ist. Darf ich fragen, wie du zu dem Schluss kommst? Selbst EH und JS streiten nicht ab, dass einer von ihnen am Tatort war. Sie sind sich nur nicht einig, wer :D.


(b) Das Problem ist ja nicht nur das Geständnis von JS, sondern auch noch die folgenden Punkte:
(1) das fehlende bzw. unglaubwürdige Alibi
(2) das Mietauto, das für die angegebene Strecke viel zu viele Kilometer aufweist
(3) die Flucht von JS, als er Hand- und Fußabdrücke abgeben soll
(4) das detaillierte, mehrfache Geständnis (die Fehler können einfach auch Kalkül gewesen sein)
auch gegenüber Psychatern
(5) der psychatrische Befund von JS, der ihm eine Hörigkeit gegenüber EH diagnostiziert
(6) die Briefe/ Tagebucheinträge, in denen die Tat im Voraus detailliert geplant wird
(7) Funde der Blutgruppe 0 im Haus (JS Blutgruppe)
(8) der Overkill mit einem Messer (Opfer fast enthauptet), der auf eine emotionale Beziehung des Täters zu den Opfern schließen lässt.


(c) Die 12 Juroren in dem System, das du als "Arrogant und Selbstherrlich" bezeichnest mussten JS für einstimmig schuldig befinden - und haben es getan. Es ging also nicht darum, was ein Richter denkt, sondern 12 Menschen waren am Ende des Prozesses sicher, den Mörder vor sich zu haben. Zudem dauerte die Schulfindungsphase mit vier Stunden sehr kurz (sie müssen ja alle Beweise nochmals durchgehen), was darauf schließen lässt, dass sie sich sehr schnell einig waren. Im OJ Simpson Prozess hat man gesehen, dass die Jury durchaus auch für den Angeklagten entscheiden kann.


Das System der USA ist ein anderes, die Strafen sind härter und es gibt die Todesstrafe. Allerdings würdest du in Deutschland nach einem derartigen Doppelmord mit Sicherheit auch "besondere schwere der Schuld" attestiert bekommen und vermutlich anschließend in einer Sicherheitsverwahrung landen (nehme ich mal an, lasse mich gerne eines Besseren belehren).

Ein ganzes Volk als "Trottel" zu degradieren finde ich persönlich unangebracht und indifferent.

Ich möchte dich mit den Fragen nicht provozieren, ich wäre wirklich an Antworten interessiert, die uns (wir sind auf viel Sekundärliteratur angewiesen) eventuell auch eine neue Perspektive geben könnte.


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Der Fall Jens Söring

15.02.2015 um 21:35
missmary schrieb:ies bedeutet, dass EH einen Hausschlüssel hat, was ja für die Mordnacht erneut eine neue Perspektive bildet - man ging bisher immer davon aus, die Eltern ließen sie herein. Was aber, wenn der Mörder einfach mit dem Schlüssel ins Haus ging und den Überraschungsmoment bei den deutlich angetrunkenen Opfern nutzte, um sie niederzumetzeln? So ähnlich wie im Schemmerfall - bis einer richtig realisiert, was passiert, ist der andere schon tot.
dagegen spricht, mMn der gedeckte Tisch für 3 Personen.


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Der Fall Jens Söring

15.02.2015 um 21:40
@Lesende

Aufenthalt im Haus

Es gab ja damals noch keine DNA Spuren, als Söring das schrieb. Es gibt aber wohl in den Tagebüchern/ Briefe eine Stelle, wo darauf eingegangen wird, dass JS alle Fingerabdrücke beseitigt. Und EH macht sich später Sorgen, dass die Fingerabdrücke, die JS auf einer Kaffeetasse während eines Verhörs hinterlassen hat, ihn überführt hätten.

Ich glaube eher, dass es eine Schutzbehauptung ist "wir waren heimlich da"- für den Fall, dass doch noch irgendwo im Haus Fingerabdrücke von JS gefunden wurden, da er ja aussagte, dass er die Eltern nur einmal auf dem Campus getroffen habe.


Sympathieträger

JS neigt sehr deutlich zum Narzismus. Du hast mit deinem Einwand natürlich völlig Recht, dass wir ihn nur in Prozessaufnahmen kennen. Ein Psychiater diagnostizierte bei JS nach der Festnahme in London ein Syndrom, dass er praktisch ein Co-bipolarer wurde und die Gedankengänge von EH übernahm. Ich finde leider den Link nicht.

Deutlich wird das auch in JSs Berichten (z.B. wie er Karen Wong degradiert). Du hast mit deinem Einwand natürlich Recht, das all dies erst später aufgetreten sein könnte, ich denke aber, zumindest die Disposition war deutlich vorhanden. Er wäre ja sonst nicht in die Lage gekommen.

Der "normale" Bürger - egal wie verliebt, hätte einfach zum Telefonhörer gegriffen, wenn sich die
Situtation so dargestellt hätte, und hätte die 999 gewählt.


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15.02.2015 um 21:41
@Venice2009 - damit hast du natürlich Recht. Der gedeckte Tisch passt nicht. Es gibt dennoch die
Möglichkeit, das einer draußen wartete, während der andere drinnen dann den "Startschuss" gab und dann als Überraschungsmoment dazu kam.


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Der Fall Jens Söring

15.02.2015 um 21:43
@missmary

Das ist ein sehr systematische Recherche von Dir und fügt sich in das bisher von mir vermutete Bild vom familiären Umfeld der Haysoms. Ich finde es nur schwer vorstellbar, dass bei 5 so außerordentlich wohlgeratenen Kindern die Schuld für das offensichtlich irrlichternde 6. nur bei den Eltern zu finden sei.

Ich habe Deinen Satz zum Tatszenario noch ein wenig ergänzt:

Dies bedeutet sehr sicher, dass EH einen Hausschlüssel hatte bzw. zur Tatzeit noch besessen hatte (wenn sie 2 mal dort war, warum sollte sie ihn innerhalb der 3monatigen Affäre mit JS plötzlich wieder abgeben müssen bzw. wann hätte das sein sollen), was ja für die Mordnacht eine neue Perspektive eröffnet. Man ging bisher immer davon aus, dass die Eltern die Mörder selbst ins Haus ließen, da keine Einbruchspuren feststellbar waren. Daher müssten sie den Haysoms bekannt gewesen sein.

JS bzw. EH hätten danach verschiedene Möglichkeiten gehabt: Anklopfen oder sich selbst mit dem Schlüssel Zutritt verschaffen. Wenn der unerwartetet Gast plötzlich im Wohnzimmer steht, ist man mehr oder weniger überrumpelt. Wie sich der Abend dann abgespielt hat ... das Ergebnis ist jedenfalls bekannt.

Die These, dass er/sie damit ohne Anklopfen in das Haus kommen konnte, ist umso wichtiger, als JS ja auch in seiner möglichen Tatdarstellung schreibt, selbst der Halbruder Howard Haysom hätte ja ausgesagt, dass die Hyasom-Eltern ihn alleine um diese Uhrzeit niemals ins Haus gelassen hätten. Er scheide daher aus dem Kreis der Verdächtigen aus, es käme nur EH in Frage. Vermutlich sind die damaligen Ermittler selbst noch auf diesen Gedanken gekommen - er ist in diesem Zusammenhang so außerordentlich wichtig, dass er das vermeintliche Alibi bzw. die Argumentation von JS noch weiter zerbröseln lässt.

Interessant auch die Feststellung, das ist mir in diesem Zusammenhang mit einem möglichen Alibi für vermeintlich noch gefundene Spuren am Tatort durchgegangen (Miss Mary, Du bist einfach eine Spitzenermittlerin!!!), dass er mit EH schon zweimal bei den Haysoms im Hause war. Wie sind die dort von der Uni hingekommen (wenn es denn tatsächlich stimmt, dass sie beide zusammen schon dort waren), etwa mit seinem Wagen? Wenn es ein Mietwagen gewesen wäre, hätte JS das bestimmt schon breitgetreten, dass eine solche Anmietung bei ihnen Usus gewesen wäre, da sie sonst kein Auto zur Verfügung gehabt hätten.


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15.02.2015 um 21:44
@missmary
missmary schrieb:Es gibt dennoch die
Möglichkeit, das einer draußen wartete, während der andere drinnen dann den "Startschuss" gab und dann als Überraschungsmoment dazu kam.
Das wäre ein denkbares Szenario.


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15.02.2015 um 21:45
@Venice2009
Venice2009 schrieb:dagegen spricht, mMn der gedeckte Tisch für 3 Personen.
Die beiden haben den Tatort komplett gesäubert, da sollen sie also gerade die Teller mit möglichen Fingerabdrücken übersehen haben. NEVER! Das war geplant, wieso gerade die Anzahl von Tellern stand. Den Grund dafür können nur EH + JS nennen.


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Der Fall Jens Söring

15.02.2015 um 21:47
@Ernello Er beschreibt das selbst, dass es ein Mietwagen war. Er selbst schreibt, dass die Beziehung sexuell sehr geprägt war. Die lebten auf dem Campus in Doppelzimmern und mussten immer die Zimmernachbarn rauswerfen. JS sagt, sie hätten den Spitznamen "Rabbits" gehabt.

Er schreibt auch, dass er von dem Jefferson Stipendium viel Geld hatte, da seine Eltern seine Materialien etc. finanzierten und er sich dann ab und an einen Mietwagen nahm, um irgendwo mit Elizabeth das Wochenende zu verbringen.

Allerdings belastet er sich hiermit wieder selbst - wir sind ja in der Zeit vor der Erfindung des Navi- somit war es auch kein Problem, direkt zu den Haysoms zu fahren (deren Anwesen wohl abgelegen liegt), ohne sich versehentlich zu verfahren. Er fand also den Weg zu den Haysoms prima.


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Der Fall Jens Söring

15.02.2015 um 21:53
@missmary
Danke für Deine Aufklärung. Damit ist jetzt auch wohl klar, dass JS keinen eigenen Wagen zu der Zeit hatte. Bei seiner Flucht hat er ja in Newark wohl "seinen" Wagen am Flughafen stehen lassen.


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15.02.2015 um 21:55
@missmary
missmary schrieb:Ich glaube eher, dass es eine Schutzbehauptung ist "wir waren heimlich da"- für den Fall, dass doch noch irgendwo im Haus Fingerabdrücke von JS gefunden wurden, da er ja aussagte, dass er die Eltern nur einmal auf dem Campus getroffen habe.
Genau, ich meine gelesen zu haben kurz auf dem Campus und ein kurzes Mittagessen.. müsste die Quelle aber suchen.. umso interessanter, dass Du das mit den angeblichen heimlichen Aufenthalten im Haus gelesen hast.


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Der Fall Jens Söring

15.02.2015 um 21:55
@Ernello
Den Tisch für 3 zu decken macht mMn wenig Sinn. Das lässt darauf schließen, dass die Haysoms ihren Täter näher kannten und somit hätte sich der Täterkreis stark verringert. Es wäre sinniger gewesen, es z. B. wie einen Raubüberfall aussehen zu lassen, wäre die Tat tatsächlich vorher präzise geplant gewesen.


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