Menschen Wissenschaft Politik Mystery Kriminalfälle Spiritualität Verschwörungen Technologie Ufologie Natur Umfragen Unterhaltung
weitere Rubriken
PhilosophieTräumeOrteEsoterikLiteraturAstronomieHelpdeskGruppenSpieleGamingFilmeMusikClashVerbesserungenAllmysteryWillkommenEnglishGelöscht
Diskussions-Übersichten
BesuchtTeilgenommenAlleNeueGeschlossenLesenswertSchlüsselwörter
Schiebe oft benutzte Tabs in die Navigationsleiste (zurücksetzen).

Der Fall Jens Söring

17.724 Beiträge, Schlüsselwörter: Mord, Kino, Gefängnis, Messer, Karten, Sohn, Doppelmord, Unschuldig, Richter, Schuldig, Briefe + 24 weitere
Zu diesem Thema gibt es eine von Diskussionsteilnehmern erstellte Zusammenfassung im Themen-Wiki.
Themen-Wiki: Der Fall Jens Söring

Der Fall Jens Söring

17.02.2015 um 07:30
@muscaria
Dann habe ich dich zuerst wirklich falsch verstanden. Ja, Sörings Sicht zu diesem Punkt zeigt, dass er außer Nebelwerferei keine wirkliche Erklärung für dieses doch absolut entscheidende "Missverständnis" hat.

@Comtesse
Ein Schalter für die Außenbeleuchtung im Schlafzimmer ist an sich nicht so ungewöhnlich. Gerade in den USA nicht, schätze ich. Der Gedanke dahinter ist, dass man vom Bett aus die Außenbeleuchtung einschalten kann, wenn man nachts verdächtige Geräusche vor dem Haus hört.

Dass es aber nur einen Schlafzimmerschalter gibt, finde ich schon etwas seltsam.
menevado schrieb:J.S. weisst staendig darauf hin, dass er so schlampig nicht vorgegangen waere, haette er die Tat ausgefuehrt. Schliesslich ist er strukturiert und planvoll im Gegensatz zu E.H.
Ja, das sagt er gerne. Aber deckt sich das mit der Wirklichkeit?

Gehen wir mal davon aus, er hat den Mord nicht begangen und alles war so, wie er es geschildert hat. Dann kommt also der Diplomatensohn einfach aufs Blaue hinaus auf die Idee, er sei doch bestimmt vor Strafverfolgung geschützt, weil sein Vater Konsul sei, und will deshalb die Schuld auf sich nehmen. Dann wird die Mörderin, die er decken will, zu Tacho-Diskrepanzen befragt und muss einen Fußabdruck abgeben, aber das alarmiert ihn noch nicht zur gemeinsamen Flucht. Als er dann flieht (und nicht etwa sie zuerst), vergisst er in seiner Wohnung kompromittierendes Material, und bittet seine Gefährtin nicht es zu vernichten, sondern mitzunehmen. Die Idee ist dann, sich nach Thailand aufzumachen, weil dort ist er ja geboren, also wird er schon irgendwie Thailänder werden können. Dazu mietet man am besten ein Auto und macht sich auf quer durch Europa und Asien zu fahren, immer schön eine Spur mit den väterlichen Kreditkarten hinterlassend. Weil das dann alles nicht so kommt wie gedacht und auf dem Arbeitsmarkt auch keiner auf die beiden hauptberuflichen Söhne und Töchter gewartet hat, versucht man halt, solange ungedeckte Schecks auszustellen, bis einem alles um die Ohren fliegt. Dann in Haft, gesteht er den Mord ohne grosse Not und ohne bisher abgeklärt zu haben, ob das denn auch stimmt mit der Immunität.

Sehr planvoll und strukturiert finde ich das nicht. Der Mord fügt sich da eigentlich ziemlich gut ein.


melden
Anzeige

Der Fall Jens Söring

17.02.2015 um 07:40
J.S. weisst staendig darauf hin, dass er so schlampig nicht vorgegangen waere, haette er die Tat ausgefuehrt. Schliesslich ist er strukturiert und planvoll im Gegensatz zu E.H.

Ja, das sagt er gerne. Aber deckt sich das mit der Wirklichkeit?
Dass er darauf immer rumreitet zeigt für mich eher, dass er sich im Nachhinein schwarzärgert, in der damaligen Zeit NICHT so strukturiert und planvoll gehandelt zu haben, wie es sonst so typisch ist für ihn. EH hat ihn schlicht und ergreifend damals um den Verstand gebracht, und er ist erst in Haft wieder "zu sich gekommen", im wahrsten Sinne des Wortes, mit Betonung auf SICH. Als Einzelgänger ist das Leben nun mal weitaus besser planbar als wenn man sich sozial und auch emotional von anderen Menschen abhängig macht. Und dass er von ihr damals abhängig war, daran dürfte wohl kein Zweifel bestehen. Für diese Frau hätte er ALLES getan, zur Not auch à la Bonnie & Clyde das eigene Leben geopfert. Heute will er davon nichts mehr wissen und bereut, damals so dumm gewesen zu sein. Gleichzeitig bin ich ziemlich sicher, schwelgt er bis heute in der Erinnerung an diese Zeit, denn es war die einzig glückliche in seinem Leben.


melden

Der Fall Jens Söring

17.02.2015 um 10:35
Es ist eben ein großer Unterschied, ob man theoretisch und mit klarem Kopf über so eine Tat nachdenkt oder ein Handeln während so einer Tat. Gerade ihm müsste der Unterschied bewusst sein, ich denke auch, dass er sich eher darüber ärgert, dass ihm Fehler unterlaufen sind und deshalb so lauthals rumbrüllt, ihm wären die Fehler nicht unterlaufen.


melden

Der Fall Jens Söring

17.02.2015 um 10:47
@obskur
Richtig, das sehe ich auch so. Er scheint die Tat ja auch gar nicht zu bereuen oder zu bedauern. Für mich spricht vieles dafür, dass er nur eins ändern würde, wenn er das Rad der Zeit zurückdrehen könnte: Er würde sich nicht erwischen lassen! Im Grund glaube ich, dass sein Traum genau DAS gewesen wäre - mit dieser Tat durchzukommen und und danach weiterhin die Zeit mit EH genießen. Bin wie gesagt sehr davon überzeugt, dass es die beste Zeit seines Lebens war, und daher bedauert er nur eins: Dass diese Zeit so schnell endete!


melden

Der Fall Jens Söring

17.02.2015 um 12:35
Warum wurden hier heute Morgen eigentlich nächtliche Beiträge gelöscht? Beiträge, die sich damit befassten, dass auf der JS-Facebook-Präsenz Kommentare mit kritischen und unbequemen Inhalten barsch beantwortet oder gänzlich getilgt wurden …


melden

Der Fall Jens Söring

17.02.2015 um 12:38
@Paulsen
Die Beiträge habe ich nicht gelesen, aber den Löschgrund kannst du hier nachschauen:
https://www.allmystery.de/fcgi/?am=thread_overview&thread=109429

(2x Off-Topic, 2x Antwort auf gelöschten Beitrag).


melden

Der Fall Jens Söring

17.02.2015 um 12:39
Ah ja, Off-Topic also … ;-)


melden

Der Fall Jens Söring

17.02.2015 um 12:43
@Paulsen
Hier geht es ja auch nicht um FB und dort gelöschte Beiträge. Beiträge die um das Thema Jens Söring und den damit verbundenen Doppelmord, werden hier nicht gelöscht egal ob pro oder contra.


melden

Der Fall Jens Söring

17.02.2015 um 18:17
Hier noch ein ganz interessantes "Fundstück". Eine eidesstattliche Versicherungen inclusive Originalgutachten des Experten Russell W. Johnson, das von JS 1998 zur Beurteilung der Fußabdrücke erstellt bzw. dem Revisionsgericht vorgelegt wurde:

http://j.b5z.net/i/u/2108258/f/SockenSchuhabdruck/IV_C_4_Affidavit_by_New_Jersey_State_Polic_impressions.pdf


Seite 9, Punkt 6:
It is also my opinion that a certain degreee of the similarity that appears when the overlays are placed on top of the smeared prints comes from the fact that the two prints are not of contrasting color and therefore the shape below ´blends´ through the transparant overly and gives an appearance of matching that in fact, upon closer examination of the two prints separately simply isn´t there.


Der Experte äußert aus meiner Ansicht nach, dass der Sockenabdruck nichts beweist. Was ja auch Gardner gesagt hat. Wenn das Geständnis von JS nicht gewesen wäre...


melden

Der Fall Jens Söring

17.02.2015 um 18:31
Und hier noch eine Kompilation eines Briefes des US Justizministeriums, dem u.g. Beschluss des Kongresses von Virginia und einer Pressemitteilung von Senator Newman (Virginia).

Sen. Newman teilt mit (letzte Seite, letzter Absatz), dass am 09.03.2010 sowohl "senat and house" von Virginia einstimmig sich gegen die Abschiebung von Söring nach Deutschland entschieden hätten.


Joint Senate Resolution Nr. 149 (Seite 2):
"...it is in the interests of justice and in fairness to Derek and Nancy Haysom that Jens Soering serve out his punishment in the Commonwealth..."


http://ftpcontent.worldnow.com/wdbj/news/soeringletter.pdf


melden

Der Fall Jens Söring

17.02.2015 um 18:33
Dieser Sockenabdruck hat bei mir auch immer zu einer hochgezogenen Augenbraue geführt. Ich frage mich, ob es irgendwo Literatur zur grundsätzlichen Aussagekraft solcher Sockenabdrücke gibt, unabhängig vom Fall Söring.


melden

Der Fall Jens Söring

17.02.2015 um 18:44
@Waldeck
Waldeck schrieb:Gehen wir mal davon aus, er hat den Mord nicht begangen und alles war so, wie er es geschildert hat. Dann kommt also der Diplomatensohn einfach aufs Blaue hinaus auf die Idee, er sei doch bestimmt vor Strafverfolgung geschützt, weil sein Vater Konsul sei, und will deshalb die Schuld auf sich nehmen. Dann wird die Mörderin, die er decken will, zu Tacho-Diskrepanzen befragt und muss einen Fußabdruck abgeben, aber das alarmiert ihn noch nicht zur gemeinsamen Flucht. Als er dann flieht (und nicht etwa sie zuerst), vergisst er in seiner Wohnung kompromittierendes Material, und bittet seine Gefährtin nicht es zu vernichten, sondern mitzunehmen. Die Idee ist dann, sich nach Thailand aufzumachen, weil dort ist er ja geboren, also wird er schon irgendwie Thailänder werden können. Dazu mietet man am besten ein Auto und macht sich auf quer durch Europa und Asien zu fahren, immer schön eine Spur mit den väterlichen Kreditkarten hinterlassend. Weil das dann alles nicht so kommt wie gedacht und auf dem Arbeitsmarkt auch keiner auf die beiden hauptberuflichen Söhne und Töchter gewartet hat, versucht man halt, solange ungedeckte Schecks auszustellen, bis einem alles um die Ohren fliegt. Dann in Haft, gesteht er den Mord ohne grosse Not und ohne bisher abgeklärt zu haben, ob das denn auch stimmt mit der Immunität.
Ich stimme dir da voll zu - das geht noch davor los. Du lernst jemanden kennen und planst über Weihnachten mal schriftlich einen Mord und Voodo ... so zum Spaß. Ich war schon oft verliebt, Mordphantasien sind nie aufgekommen. Und ich denke, ich bin eine ziemlich durchschnittliche Bürgerin.
Das schreckt ihn nicht mal ab.

Dann kommt deine Angebetene (nachdem du ihr wegen eines angeblichen Drogendeals ein sehr fragwürdiges Alibi besorgt hast) blutverschmiert ins Hotel und gesteht dir, dass sie gerade ein Massaker angerichtet hat. Der normale Mensch würde doch dann 9-1-1 wählen.

Wenn er nicht da war ... in dem Fall würde ich schauen, dass ich schnell aus der Nummer draußen bin, also voll kooperieren, mit Blutproben, Hand-, Finger- und Fußabdrücken. Warum auch nicht. Ich weiß ja, dass ich nicht dort war.

Ab dann gilt deine Darstellung.


melden

Der Fall Jens Söring

17.02.2015 um 18:56
Zu dem Geständnis noch - da hat @Ernello ja total Recht. Die USA hat ja vor Beginn des Prozesses schon garantiert, dass er nicht hingerichtet wird. Er wäre auch ohne diese Garantie nicht ausgeliefert worden.

Ich finde, dass diese Außenbeleuchtung eine wichtige Rolle spielt. Vermutlich hat man sich als 18 Jähriger nie damit beschäftigt. Selbst wenn er davor schon im Haus war - die werden die Beleuchtung nicht angemacht haben und er hat sich damit auch nicht beschäftigt. Dass er dann aber beim Geständnis so dezidiert darauf eingeht ... Für mich persönlich wäre es auch viel logischer, zwei Schalter zu installieren - einen in der Nähe der Tür, den anderen im Schlafzimmer. Vermutlich hat ihn dieses "Versagen" geärgert und er hat es thematisiert.

Ich denke, dass er nach dem Mord in eine Art Panik geraten war/ ist. Da bist du auf einmal alleine mit zwei Leichen. Und es war vermutlich noch nicht mal so spät am Abend. Das Buch geht von 20 Uhr aus. Mich wundert ehrlich sowieso, dass die Haysoms da zu Hause sind (ist es nicht der beliebteste Abend bei rüstigen Rentner, um wegzugehen?). Wie auch immer ... Was hätte er denn gemacht, wenn sie nicht da gewesen wären?

Was ich ihm glaube ist, dass er sie nicht sofort umbringen wollte. Sonst wäre es logischer gewesen (wie im Schemmer Mord) erst nachts aufzuschlagen und sie im Schlaf zu meucheln. Dann hätte er das Gefrette mit dem Alibi auch nicht gehabt.

Bis zum Mord ging alles nach Plan. Dann war der Mord nicht so einfach und sauber wie gedacht - es gab einen Kampf mit DH und vermutlich hat der Todeskampf der beiden ihm emotional schon zugesetzt. Er säubert sich. Dann setzt er sich also ins Auto und flieht erst mal und entsorgt die Tatwaffen irgendwo ... Dann kommt ihm die Idee mit den Spuren ... und er kehrt ins Haus zurück. Er verwischt die Spuren so gut er kann. Da kommt sein Perfektionismus wieder - die Spuren waren gut verwischt. Er hat ja kaum welche hinterlassen.

Dann fährt er zurück nach Washington. Ich glaube ihm nicht, dass er viel getrunken hat (wie im Link mit dem Geständnis behauptet). Vielleicht hoffte er auf "mildnernde Umstände". Keine Ahnung. Auf eine rationale Erklärung seiner irrationalen Tat.


melden

Der Fall Jens Söring

17.02.2015 um 19:07
Da nimmt man nur mal die Fehler, die er nachher gemacht hat, mit klarem Kopf, mit Zeit zur Planung, wie Briefe und Tagebuch nicht zu vernichten, Scheckbetrug zu begehen und sich dabei erwischen zu lassen, abhauen anstatt Blutproben und Abdrücke erstmal in Ruhe abzugeben... Und er will uns tatsächlich weiß machen, dass er bei der Tat nicht diverse Fehler gemacht hätte? Er versucht sich als jemanden darzustellen, der er einfach nicht ist bzw. damals eben noch nicht war.


melden
menevado
ehemaliges Mitglied

Lesezeichen setzen

Der Fall Jens Söring

17.02.2015 um 20:05
Hat jemand eine Ahnung, warum sein Vater 2x mit ihm gebrochen hat?
So wie er schreibt, 2001 und dann 2008 wieder. Sein Vater hat sich geweigert einen Dreizeiler fuer seine Haftueberstellung zu schreiben, sein Onkel ist dann wohl eingesprungen. Das war wohl 2010.


melden

Der Fall Jens Söring

17.02.2015 um 20:09
@missmary
Du bringst mich noch mit Deiner Ausführungen zum möglichen Tatablauf noch auf eine Idee. Söring schilderte den Tatablauf ja auch nicht identisch, er selbst meint, er hätte 3-4 Sachen unbewusst falsch geschildert, weil er ja in Washington gewesen wäre und den Tatablauf nur nach Angaben von EH wiedergäbe. Wenn man seine Aussage gegenüber Gardner aus GB so liest denkt man fast, Söring habe fast in Notwehr gehandelt.
@Tiptap hatte ja den Link von gestern gepostet. Es handelt sich dabei wohl um Exzerpte aus einem Söring-Buch, die aber wohl auf Originalquellen beruhen.
Der folgende Text ist die Aussage, die er gegenüber Gardner in GB gemacht habe. Mr. Haysom hätte ihn unvermittelt angegriffen, Ms. Haysom (die ihn mit einem Messer bedrohte) habe er als Verteidigungsschild gegenüber ihrem Mann genutzt.
Wenn man das so liest, denkt man fast, er musst sich ja wehren. Nur, dass die fast 40 Stiche auf Mr. Haysom bzw. 8 auf Ms. Haysom nicht mehr ganz den Notwehrgedanken plausibel machen, vielmehr an ein Gemetzel erinnern. Vielleicht hat er auch das nicht bedacht bzw. es ist ein fast schon üblicher Söring-Gedankengangfehler.
Vielleicht war diese Notwehroption ja auch ein ursprünglicher Verteidigungsgedanke von ihm?



http://j.b5z.net/i/u/2108258/f/Trial/Excerpt_book_manuscript_Jens_Soering.pdf

"The transcripts of Jens Soering's 1986 police interrogations are available in the public records at
Bedford County Courthouse."


Haysom wearing jeans...Big argument between Elizabeth's parents about
painting... They invited Jens to have something to eat...Led to dining room
table...Sat with back to window looking over the hill through back dining room
window...Mr. Haysom was to Jens' left side...Haysoms arguing very
loud...They started yelling and arguing with me about Elizabeth...Said they
could have me kicked out of U.Va....Said they did not want Elizabeth to see
me any more...Argument got more violent...Head was ringing...
Tried to leave...Got up from my chair and tried to walk behind Mr.
Haysom...He pushed me back and I was slammed against dining room
wall...Hit my head against the wall...Do not remember how many drinks I had
before I tried to leave...I did not drink much...Did not hold my liquor well...After hitting wall, I pulled out my knife and cut Mr. Haysom across his throat...Across
his jugular vein...He grabbed his throat and yelled, 'God, you must be crazy,
man!' Blood rushed out of his throat...I froze.
Just wanted to get out of there...Heard Mrs. Haysom screaming...She was
coming at me with a knife...Waving it at me...Got knife away from
her...Grabbed her and held her as a shield...Mr. Haysom got up from his chair
and came at me...Used Mrs. Haysom as a shield...My glasses were knocked
off in this fight...Slashed Mrs. Haysom across throat...She went towards
kitchen...Mr. Haysom hit me in the head...Don't remember any more..


melden

Der Fall Jens Söring

17.02.2015 um 20:52
Ich habe nochmals eine Auflistung der Punkte vorgenommen, die für eine Täterschaft von JS sprechen.

Würde um Ergänzungen bzw. Diskussion bitten, so dass wir die Liste ggf. erweitern können.

Was belastet JS:

1. Briefwechsel EH mit JS mit mehr oder weniger konkreten Äußerungen, dass die Eltern aus dem Leben von EH verschwinden sollten. Söring schrieb sogar, dass es in der Gegend der Eltern von EH ja in letzter Zeit mehrfach Überfälle gegeben hätte, dieses Mal könnte es ja auch die Hausherren selbst treffen.

2. Flucht aus den USA, als er Finger- und Fußabdrücke geben soll. Abbruch des Studium, Verzicht auf Stipendiatsgelder.

3. Kriminelle Karriere in Asien und Europa mit Pass- und Scheckfälschungen, dabei sogar verkleidet/mit falschem Bart

4. Kleinbetrügereien (z.B. Unfall mit Mietwagen)

5. Rechtfertigung der Tat von EH immer mit ihrer Lügenkarriere/Borderliner. Seine einschlägigen psychiatrischen Diagnosen aus GB erwähnt er selten bzw. nicht (z.B. psychische Abhängigkeit von EH, Psychose, ...).

6. Mehrfache Geständnisse in GB gegenüber GB-Polizisten und auch gegenüber Gardner/Updike aus den USA, Geständnisse auch gegenüber den Psychiatern, die ihn ärztlich untersuchten und entsprechende Diagnosen stellten

7. Wird als Täter der Tötungen in den Urteilen des Europ. Gerichtshof für Menschenrechte in 1989 genannt, obwohl EH schon 1987 verurteilt wurde, daher sein ominiöse Versprechen, sie vor dem elektr. Stuhl zu bewahren, erfüllt war. Spätestens nach ihrem Urteil hätte er widerrufen müssen, um glaubhaft zu bleiben.

8. EH hat ihn als Täter in ihrem Prozess und später auch in seinem Prozess belastet, sie hat sich nicht gegen die Auslieferung gewehrt und im Verfahren von vornherein für schuldig bekannt. "First come - first choice", damit ist sie objektiv glaubhafter. EH sitzt auch immer noch im Gefängnis, hat daher für die Aussage gegen ihn in seinem Prozess kein Agreement mit der Staatsanwaltschaft getroffen, die ihr eine frühere Entlassung ermöglichten.

9. Tatort war quasi perfekt sauber gemacht, obwohl die Polizei mit allen Möglichkeiten und sogar technischen Innovationen gearbeitet hat. In dem geführten Indizienprozess war das allerdings für ihn nicht von Vorteil, da durch sein Geständnis alles gegen ihn sprach, aber keine Indizien für seine Abwesenheit unmittelbar dafür sprachen, dass er nicht am Tatort war. Der gefundene Fingerabdruck von EH auf der Wodkaflasche kann alt sein, die Eltern tranken Gin und Scotch. Ein Fingeradruck auf dem Glas von DH kann daher kommen, dass das Glas nicht ordentlich gespült war, das Haar im Waschbecken kann von sonst wem stammen, danach waren auch etliche Leute am Tatort (Vermutung von Englade, dass Geld gestohlen wurde, bevor die Polizei verständigt wurde).

10. Präsentation des Sockenabdrucks: Soweit dieser Beweis überraschend vorgelegt wurde, geht der Punkt an die Staatsanwaltschaft durch den Überrumpelungsmoment. Jedoch ist auch im Gutachten, das JS für seine Revision anfertigen ließ, nicht von Manipulation der Folien die rede. Vielmehr erweckt es den ersten Eindruck, dass das gut passen könnte. Wenn seine Anwälte von dem Beweismittel schon früher wussten, ist auch ihm die schlechte Verhandlungsführung der Anwälte zuzurechnen - da hätte er darauf bestehen können/müssen. Sein Anwalt Neaton hat die Bedeutung des Sockenabdrucks in seinen Ausführungen nach der Sockenabdruckpräsentation und in seinem Schlussplädoyer allerdings gewürdigt bzw. dessen Beweiswert bestritten. Für ein Sachverständigengutachten fehlte ggf. Geld oder die Einsicht, dass das unbedingt gemacht werden müsste, möglicherweise wurde die Bedeutung im Prozess von Söring und seinen Anwälten nicht erkannt. Eine Anfechtung erst im Revisionsverfahren war daher von vornherein aussichtslos.

11. Schlechtes Alibi in Washington ohne Zeugen. Wenn es wenigstens noch ein Museum/Restaurant/öffentlicher Ort o.ä. gewesen wäre, es hätte auch schon gereicht, wenn er seine vorhandene Kreditkarte irgendwo für eine Anschaffung genutzt hätte, dann wäre mit dem Beleg das Alibi wasserdicht gewesen

12. Umschwenken nach der Auslieferung nach Virginia darauf, dass vsl. EH bzw. EH mit Komplizen bzw. gar nicht EH, sondern die bereits erwähnten beiden Landstreicher die Eltern getötet hätten. 2 Täter Hypothese, obwohl er in den Vernehmung doch sogar eine mögliche Notwehrsituation als Einzeltäter genannt hatte. Eltern hatten >2 Promille Alkohl, waren schon älter, daher sehr gut denkbare Möglichkeit, dass die Tat von nur 1 Täter durchgeführt wurde

13. Unzutreffendes Argument, dass die Eltern ihn nicht ins Haus gelassen hätten, er als Täter ausscheide. Dafür hatte er den Hausschlüssel von EH bekommen können, da er mit ihr bereits 2x in Abwesenheit der Eltern ein WE dort verbracht hatte

14. Äußerung gegenüber Gardner, nochmals auf Socken zum Haus zurückgekommen zu sein (kongruent mit dem gefundenen Sockenabdruck, es wurde noch ein halb verwischter Schuhabdruck gefunden). Wieso sollte der/die Täter nach der Tat ihre Schuhe ausziehen und wenn doch, warum sollten sie diese ungewöhnliche Vorgehensweise auch noch der Polizei schildern, da diese Aussage selbst bei einer später behaupteten Falschaussage ein starkes Indiz ist, dass man tatsächlich doch an der Tat beteiligt war.

15. JS hat den Außenlichtschalter im Master Bedroom bei seiner Rückkehr nicht gefunden, obwohl er das Licht ausmachen wollte (das schreibt Gardner an den Gouvernei McDonnel, Sörings Anwälte bestreiten allerdings in ihrer Antwort auf den Brief, dass Söring das damals so ausgesagt hätte, er wäre mit der Haustechnik durch den 2maligen Besuch vertraut gewesen).

16. Bisher Verweigerung eines Lügendetektortests.


melden

Der Fall Jens Söring

17.02.2015 um 21:02
Hatte noch fast einen ganz wichtigen Punkt vergessen.

17. Geständnis der Tat auch gegenüber seinem Freund Matthias, der das nach seinem Prozess an das Parol Board schrieb.
And, according to Matthias, Soering not only confessed but bragged. He was proud of what he'd done.
auf deutsch: Und, nach Angaben von Matthias, hat Söring nicht nur gestanden, er prahlte sogar damit. Er war stolz darauf, was er getan hat.


melden
menevado
ehemaliges Mitglied

Lesezeichen setzen

Der Fall Jens Söring

17.02.2015 um 21:03
Soweit ich weiss, hatte er zu Anfang die Abgabe der Abdruecke und Blutprobe verweigert.
Die Flucht um die halbe Welt muss auch vorbereitet und geplant gewesen sein. Ich glaube nicht, dass sowas innerhalb von kurzer Zeit moeglich ist.


melden
Anzeige

Der Fall Jens Söring

17.02.2015 um 21:05
@Ernello
Super Zusammenfassung ... Den letzten Punkt hast du ja fix noch selber geschrieben, der auch mir noch eingefallen wäre. Wichtig evtl. Auch der Bruch zu seiner gesamten Familie und alten Freunde, ich kann nur vermuten, dass sie irgendwann mehr erfahren haben und nicht mehr an seine Unschuld glauben. Ein anderer Grund würde mir nicht einfallen.


melden
344 Mitglieder anwesend
Konto erstellen
Allmystery Newsletter
Alle zwei Wochen
die beliebtesten
Diskussionen per E-Mail.

Themenverwandt
Anzeigen ausblenden