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Der Fall Jens Söring

17.724 Beiträge, Schlüsselwörter: Mord, Kino, Gefängnis, Messer, Karten, Sohn, Doppelmord, Unschuldig, Richter, Schuldig, Briefe + 24 weitere
Zu diesem Thema gibt es eine von Diskussionsteilnehmern erstellte Zusammenfassung im Themen-Wiki.
Themen-Wiki: Der Fall Jens Söring

Der Fall Jens Söring

11.03.2015 um 22:14
menevado schrieb: Ich moechte hier nochmal den Link von tiptap einstellen, weil ich ihn sehr interessant finde, auch bezueglich Motiv.
Über den Missbrauch bin ich mir nicht sicher. Die Haysoms waren meiner Meinung nach etwas seltsame Eltern. Ich würde mein achtjähriges Kind nicht auf einem anderen Kontinent in ein Internat stecken, wo der persönliche Kontakt dann zwangsläufig auf einige Wochen im Jahr beschränkt ist. Das ist meiner Meinung nach Verantwortung abschieben.

Gab es denn hierfür einen Grund? Beide Haysoms waren sehr brit-o-phil. Ich weiß ja nicht, ob NH berufstätig war, aber ihre beiden Söhne wurden ja auch in ihrem Haushalt groß, ohne Internat. Mein Eindruck ist, dass sie sich eher ihren Hobbys widmete und nicht berufstätig war. Vielleicht weiß ja da jemand was darüber? Auf jeden Fall waren die mehr "Teilzeiteltern". Auch, dass sie die Kernfächer der Tochter änderten, ohne das Kind überhaupt zu befragen, ist komisch.

Dass es überhaupt Nacktfotos von EH im Besitz der Mutter ist, spricht schon für ein gestörtes Verhältnis mit eventuellem Missbrauch. Das Motiv mit dem Verbot, Elizabeth zu sehen, macht jedoch m.E. mehr Sinn für die Eskalation. Wäre die Rache des vielleicht stattgefundenen Missbrauchs der Hauptgrund gewesen, hätte meiner Meinung nach die Mutter noch mehr Ziel der Attacke sein müssen.

JS und EH lebten zwar nicht in Bedford, sondern in Charlottesville. Aber es gibt ja eine Stelle in einem Brief, in dem Elizabeth Jens von den Sommerplänen des Vaters berichtet - und der hatte wohl vor, die beiden über den Sommer zu trennen. Und der US Sommer ist schon ziemlich lang. Drei Monate Semesterferien.

Zudem müssen ja die Eltern in die Beziehung zwischen Jane und einem der Söhne (habe vergessen, mit wem sie verlobt war), ziemlich reingefunkt haben. Und dieser Bruder war ja noch weitaus älter als EH. DH macht auf mich den Eindruck eines Patriarchs. Dafür würde schon sprechen, dass eine realistisches Risiko bestand, dass die Haysoms die Beziehung versuchten zu beenden.

Dafür spricht zumindest, dass EH (obwohl volljährig) wohl ziemlich emotional abhängig war. Ich weiß nicht, wie als sie war, als die "Flucht durch Europa" (also die mit ihrer Freundin, nicht mit JS) stattfand. Aber EH war zur Tat ja mindestens 20 Jahre alt und konnte ihren eigenen Aufenthalt schon zwei Jahre bestimmen. Trotzdem gelang es den Eltern, sie "heimzuholen". Sie muss sich ja in England heimischer gefühlt haben als in den USA, da hat sie ja einen Großteil ihrer Jugend verbracht. Sie wurde von den Eltern ja wieder ins bürgerliche Leben eingespurt.

Was mir an der Geschichte komisch vorkommt ist, dass JS angeblich Alkohol angeboten wurde - er war mit dem Auto da, es war eine abgelegene Gegend in Virginia. Er hätte an dem Abend noch mindestens bis Charlottesville fahren müssen. Er war auch keine 21, was eine Straftat in den USA darstellt. Außerdem gibt es hierfür ja auch keine Spuren. Glaube nicht, dass er sich nach der Tat in die Küche gestellt hat und Gläser säuberlich gespült hat.


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Der Fall Jens Söring

11.03.2015 um 22:22
Wie ist denn das mit den Messern bzw. dem Messer?

@Jessica- schrieb doch mal irgendwo, dass zwei verschiedene Messer benutzt wurden. Diese wurden nicht gefunden.

Dann geistert noch eine Geschichte durchs Internet, dass ein hauseigenes (?) Küchenmesser verwendet wurde, das mit Blutanhaftungen wieder in der Küchenschublade gefunden wurde.

Was davon stimmt denn? Wisst ihr da was?


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menevado
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Der Fall Jens Söring

11.03.2015 um 22:42
@MissMarry
Die Mutter war soweit ich weiss Malerin (Kuenstlerin), vermutlich hat sie gemalt und ist keiner regelmaessigen Arbeit nachgegangen.

Ich koennte mir vorstellen, dass E.H. finanziell abhaengig von ihren Eltern war. Vielleicht war dies der Grund, warum sie wieder nach ihrem Ausbruch zurueck in die USA ist. Angeblich soll sie sich ja prostituiert haben in der Zeit der Flucht. Kann aber sein, dass dies auch nur wieder eine Unterstellung von J.S. ist.

Ueber E.Hs. Kopf hinweg die Faecher zu aendern ist natuerlich ein starkes Stueck. Macht alles nicht den Eindruck, dass das Elternhaus von Liebe gepraegt war. Was den Missbrauch betrifft, bin ich mir auch nicht sicher, allerdings gab es wohl einen psychologischen Gutachter, der den Missbrauch als durchaus moeglich ansah.

Was das Motiv von J.S. betrifft habe ich da eine ganz andere Einschaetzung.

Mich wuerde interessieren, ob es die gemalten Bilder von N.H irgendwo gibt. Ist vielleicht ein Fall fuer tiptap *s*


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menevado
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Der Fall Jens Söring

11.03.2015 um 22:58
Ein Steakmesser hatte wohl Blutanhaftungen (Luminol), wurde in der Schublade gefunden.
Ansonsten hab ich nur gelesen, dass die Tatwaffe nie gefunden wurde. Eine langjaehrige ehemalige Supporterin von J.S. hat ihn wohl mal danach gefragt (in einem Brief) den er nie beantwortet hatte. Die Frage danach schien schon zuviel gewesen zu sein, sie berichtete in einem anderen Forum, dass er sie danach ziemlich uebel und massiv bedroht haben soll.

Die Sache mit dem Messer sollte auf jeden Fall noch mal genauer betrachtet werden. Wenn ich mich richtig erinnere hab ich davon auf der J.S. Page gelesen.


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Jessica-
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Der Fall Jens Söring

12.03.2015 um 09:25
@missmary

...das was du auf deiner langen Liste von angeblichen Indizien hattest, sind in Wahrheit keine Indizien - nur du bezeichnest sie so.

Und nur weil du es so bezeichnest, heißt es nicht, daß es so ist.

Z.B. ist die Flucht aus den USA kein Indiz für seine Schuld, ebensowenig wie die zurückgenommenen Geständnisse.

Ich finde nur Beweise UND Indizien für die Schuld von EH.

1.
die Kinokarten, die im Besitz von JS waren und wo er korrekte Angaben über alle drei von ihm gemachten Vorstellungen machen konnte.
Elisabeth konnte über die Kinovorstellungen nur falsche und widersprüchliche Angaben machen und sie war auch NICHT im Besitz der Kartenabrisse.

2.
Elizabeth hatte ein Motiv und hat kurz vor der Tat ihrer Mutter noch Schmuck gestohlen.

3.
Jens hatte kein Motiv und hätte auch keinen Overkill begangen, mangels persönlicher Beziehung zu den Haysoms, die er nur einmal kurz gesehen hatte, bei einem offiziellen Mittagessen.

4.
Elizabeth hatte den Geisteszustand (Borerlinerin und Drogensüchtig) für eine derartige Tat im Drogenrausch und sie hatte obendrein ein persönliches Motiv

5.
Jens konnte nicht wissen, daß Elizabeth am Tattag vorhatte, die Eltern zu ermorden, was erklärt, daß er sich für ein Alibi aufgrund ihrer vermeintlichen Drogenkurierfahrt überhaupt bereit erklärt hatte.

Wenn sie ihm ihre Absichten vorher mitgeteilt hätte, hätte er ihr folgerichtig kein Alibi besorgt.

Jens hat zwischen den drei Kinovorstellungen immer wieder im Hotel angerufen, um sich zu erkundigen ob Elizabeth zwischenzeitlich wieder im Hotel eingetroffen ist, da er sich ungefähr ausgerechnet hat, um welche Uhrzeit die "Drogenkurierfahrt" beendet sein müsse.

Erst als er aufgrund seiner Nachfragen im Hotel erfahren hat, daß Elizabeth immer noch nicht wieder eingetroffen ist, hat er dann noch eine Spätvorstellung besucht, aufgrund seiner Verärgerung, daß Elizabeth ihn versetzt hatte.

6.
Jens hat im Hotel ein Abendessen für zwei bestellt und bekam dafür auch eine Quittung vom Zimmerservice.

Jens konnte diese Quittung im Prozeß auch vorlegen und auch angeben, was genau er zum Abendessen bestellt hat.

Elizabeth hat im Prozeß behauptet, daß sie im Hotel auch noch eine Falsche Schnaps bestellt hätte.

Das Hotel hat dann darauf hingewiesen, daß das nicht stimmen könne, da die Rechnung auf der Quittung des Zimmerservice dafür viel zu niedrig gewesen wäre.

Fazit:

Elizabeth hat also sowohl in Bezug auf die Kinokarten, als auch in Bezug auf das von ihr im Hotel angeblich bestellte Abendessen falsche Angaben gemacht, da nämlich Jens derjenige war, der sowohl die Kinovorstellungen besucht hat, als auch das Abendessen im Hotel bestellt hat.

7.
Der später aufgetauchte Zeuge Tony Buchanan hat in eidesstattlichen Versicherungen ausgesagt, daß er seine Beobachtung bereits zeitnah der Polizei mitteilen wollte, aber immer abgewimmelt wurde, u.a. von dem Ermittler Gardner.

Der genaue Inhalt der Aussage von Buchanan ist online sogar per YouTube Video einsehbar.

8.
Der erste Kriminaltechniker Rick Johnson hat bereits festgestellt, daß die Länge des Sockenabdrucks einer Schuhgröße 38 entspricht, also der von Elizabeth, dies wurde später im Jahre 1995 nochmal von zwei weiteren Experten bestätigt.

Aber grundsätzlich ist ein Sockenabdruck kein Beweis, wie etwa ein Fingerabdruck - er war aber der maßgebliche "Beweis" für die Verurteilung von JS.

9.
Auch die Fingerabdrücke von Elizabeth wurden am Tatort gefunden - in der Nähe der Leiche ihres Vaters an einer Schnapsflasche - der Vater hatte einen hohen Alkoholspiegel im Blut, der der zweifachen zulässigen Promillegrenze für Autofahrer enthielt.

10.
Auch ihre seltene Blutgruppe B wurde am Tatort gefunden.

11.
Elizabeth hat während einer Putzaktion im Haus ihrer Eltern unter Anwesenheit von den Zeugen Mrs. Massie und ihres Halbbruders Howard Haysom ihren Schuh ausgezogen und ihren Fußabdruck mit einem Abdruck am Tatort verglichen.

Dies wurde von den beiden o.g. Zeugen auch bei der Polizei zu Protokoll gegeben, woraufhin Elizabeth ihre Bußabdrücke bei der Polizei abgeben mußte.

12.
Aus dem Untersuchungsbericht des Herrn Watson geht unter Ziffer 6 unter Bezeichnung der genauen Quellen hervor, daß Elizabeth schon in ihrem eigenen Prozeß ständig gelogen hätte und der Staatsanwalt sie sogar dazu aufgefordert hatte, ihre Verlorgenheit zuzugeben.

13.
Weiter geht aus dem o.g. Untersuchungsbericht des Herrn Watson, unter Bezeichnung der genauen Quellen hervor, daß Elizabeth in ihrem eigenen Prozeß ausgesagt hatte, daß Jens nach der Tat von oben bis unten blutverschmiert war und nur in einem weißen Laken bekleidet wieder in Washington eintraf.

Diese o.g. Aussage von Elizabeth war nachweislich falsch, da im Mietwagen, wo Jens angeblich blutverschmiert gesessen hatte, keinerlei Blutspuren gefunden worden sind.

Aber der Zeuge Buchanan hatte in der oben bereits erwähnten eidesstattlichen Versicherung ausgesagt, daß er Elizabeth mit einem jungen Mann, der nicht Jens war und einem blutverschmierten Wagen später in seiner Werkstatt gesehen hatte.

Ich denke, daß Elizabeth ihre eigene Blutverschmiertheit nach der Tat auf Jens projeziert hat und daß sie deshalb erst auf die Idee zu ihrer (im Watsonreport erwähnten) Falschaussage gekommen ist.


14.
Der Psychiater Showalter hat im Prozeß gegen Elizabeth u.a. ausgesagt, daß er ihre Geschichte des Tathergangs für falsch hält und daß er aufgrund der von ihm durchgeführten psychiatrischen Untersuchungen davon ausgeht, daß tatsächlich eine sexuelle Beziehung zwischen Elizabeth und ihrer Mutter vorlag.

Auch zwei Psychiater in England haben bei Elizabeth eine Borderline Störung und pathologisches Lügen diagnostiziert.

15.
Auch der Bruder Howard Haysom und Mrs. Massie haben im Prozeß ausgesagt, daß sie überzeugt sind, daß Elizabeth während der Tat am Tatort war.

16.
Der erste Ermittler von Bedford Couty, Chuck Raid war von der Unschuld von Jens überzeugt und er sagt dies auch bis heute. (s. auch der Trailer zu dem neuen Kinofilm, der hier weiter oben verlinkt wurde).

Er hat damals auch ein FBI täterprofil in Auftrag gegeben, aus dem hervorgeht, daß der Täter eine weibliche Person sei, die in einer persönlichen Beziehung zu den Opfern stand.

17.
Im Prozeß gegen Jens wurde das o.g. Täterprofil unterschlagen, damit kein Verdacht auf Elizabeth gelenkt wird.

Watson hat in seinem Untersuchungsbericht das parole board dazu aufgefordert, dieses bis heute unterschlagenen Täterprofil anzufordern.

18.
Außerdem hat Watson in seinem Untersuchungsbericht das parole board dazu aufgefordert, bisher unidentifizierte Fingerabdrücke auf einem Schnapsglas in der Nähe der Leichen, noch nachzuidentifizieren.

19.
Elizabeth hat in England die Tat zunächst gestanden und auch erwähnt, daß es ihr Spaß gemacht hätte (I got off on it - kenne den genauen Wortlaut jetzt nicht mehr).

20.
Elizabeth findet ihre Strafe im Gefägnis aus berechtigt und hat in ihrem letzten Interview vor einigen Jahren sogar erwähnt, daß sie dort, also im Gefägnis ein bessere Leben führt, als sie eigentlich verdient hätte.

Geht man davon aus, daß sie die Täterin war, wofür ALLES spricht und sie ihre Eltern grausaum im Drogenrausch ermordert hat, sind ihre o.g. Worten durchaus nachvollziehbar.

Ebenso ist es nachvollziehbar, daß Jens, wenn man davon ausgeht, daß er nicht der Täter ist, bis heute für seine Freilassung kämpft und sich nicht so einfach mit seinem Gefägnisdasein abfindet, wie Elizabeth, dies als mutmaßlich wahre Täterin tut.


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Jessica-
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Der Fall Jens Söring

12.03.2015 um 09:38
@missmary

Fortsetzung der o.g. Liste.

...

21.

Da die Haysoms Jens nicht kannten, hätten sie ihn so spät Abends garnicht alleine ins Haus gelassen, geschweige denn, daß sie sich mit ihm an den Abendbrottisch gesetzt hätten.

Auch der Halbbruder von Elizabeth, Howard Haysom hat im Prozeß ausgesagt, daß seine Eltern Jens garnicht allein ins Haus gelassen hätten, da sie ihn garnicht kannten.

22.

Auch die Sockenabdrücke am Tatort zeigen, daß der Täter im Hause vertraut war und auf Socken dort herumgelaufen ist, was ein völlig Fremder, der dort nicht vertraut ist, schon mal nicht gemacht hätte.

Aber ich denke, daß dazu noch weitere Details aus dem bis heute unterschlagenen Täterprofil hervorgehen dürften.


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12.03.2015 um 11:46
@Jessica-
Jessica- schrieb:Ich finde nur Beweise UND Indizien für die Schuld von EH.
Welche Punkte Deiner Liste würdest Du denn als Beweise und welche als Indizien bewerten?


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Der Fall Jens Söring

12.03.2015 um 12:06
@jessica - kannst du mal definieren, wann bei dir ein "Indiz" ein "Indiz" ist und wann es ein "Beweis" ist? Warum ist deiner Meinung nach die Flucht kein Indiz.

Meine Meinung - Indiz leitete ich von
indikare
ab, was "anzeigen" bedeutet". Das Indiz zeigt an, dass etwas so stattgefunden haben könnte, wie beispielsweise die Ermittler es rekonstruiert haben. Dabei ist die Flucht für mich schon ein Indiz, wenn nicht sogar ein Beweis.


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Der Fall Jens Söring

12.03.2015 um 12:55
@Jessica-

Zu deiner Liste. Schade finde ich, dass du überhaupt nicht auf Flucht, JS Verhalten nach dem Verbrechen, den Geständnissen und so eingehst. Du definierst bei meiner Liste einen sehr engen Indizienbegriff. Der würde mich doch mal interessieren, weil du bei deiner Liste einen sehr viel weiteren Begriff ansetzt. Das mal im Vorfeld. Sehr viel des belastenden Materials etc. entstand ja erst nach der Tat, z.B. die Weigerung von JS, mit der Polizei zu kooperieren und seine Abdrücke dort zu hinterlassen. Daher ist deine Liste zugunsten von JS verschoben.

Das ist okay, unsere Listen sind ja auch nicht neutral. Aber nur, um das mal vorauszuschicken ;-). Viele "Indizien" und "Beweise" oder wie auch immer, weil ich deinen Indizienbegriff nicht nachvollziehen kann, tauchen hier gar nicht auf.

1. Ja, die Kinokarten waren im Besitz von JS. Die Beschreibung des Kinos war im Besitz von EH.

2. EH hatte ein Motiv. JS hatte jedoch auch ein Motiv.

3. Es ist unklar, ob der Täter einen Overkill begangen hat. DH hat sich massiv gewehrt und dabei auch sehr viel Blut verloren. Eventuell musste der Täter so oft auf ihn einstechen, damit er stirbt. NH wies ja "nur" sieben Messerstiche und eine durchschnittene Kehle auf. Neben der Overkill Theorie ist auch denkbar, dass die Opfer nicht sofort verstarben (bei Messerattacken nicht unüblich) und der Täter auf Nummer sicher gehen wollte, dass sie wirklich tot waren = durchtrennen der Kehlen.

4. Sowohl EH als auch JS wurden vom Gerichtspsychiater mit einer Diagnose belegt. Hast du Informationen, wie sehr EH Haysoms Drogensucht ausgeprägt war? Informationen hierzu gibt es ja nur von JS. EH war eine Frau, die es trotz Drogenkonsum schaffte, im Alltag zu funktionieren und beispielsweise auch hervorragende schulische Leistungen zu erzielen. Zwar schließt das eine das andere nicht aus, dennoch ist es schwer zu glauben, dass sie so schwer drogenabhängig war, dass sie nicht mehr wusste, was sie tut. Wäre es beispielsweise möglich gewesen, in einem derartigen Drogenrausch 4 Stunden lang konzentriert Auto zu fahren?

5. Es stimmt m.E. so nicht
Jessica- schrieb:Jens konnte nicht wissen, daß Elizabeth am Tattag vorhatte, die Eltern zu ermorden, was erklärt, daß er sich für ein Alibi aufgrund ihrer vermeintlichen Drogenkurierfahrt überhaupt bereit erklärt hatte
. Dem Aufenthalt in Washington gingen die Weihnachtsferien voran, in denen es den Briefwechsel gab, aus dem hervorging, dass EH den Eltern den Tod wünschte. Ob JS damit rechnete, dass sie sie ermorden würde, weiß man nicht (falls er es nicht war). Dass das Alibi an sich sehr fragwürdig ist, da die Haysoms es nicht gutgeheißen hätten, dass EH mit JS in Washington ist und dort ein Hotelzimmer teilt wurde hier ja schon lange diskutiert. Dazu noch, warum die Drogenfahrt denn Samstagabends stattfinden musste, wenn EH und JS am nächsten Abend ohnehin gemeinsam wieder in die Richtung gefahren wären. Daher ist das gesamte Alibi eine sehr schwammige Sache, die logisch betrachtet aus diesen beiden Gründen schon keinen Sinn macht.

6.
Jessica- schrieb:Jens hat zwischen den drei Kinovorstellungen immer wieder im Hotel angerufen, um sich zu erkundigen ob Elizabeth zwischenzeitlich wieder im Hotel eingetroffen ist, da er sich ungefähr ausgerechnet hat, um welche Uhrzeit die "Drogenkurierfahrt" beendet sein müsse.
Woher weiß man von den Anrufen? Und ... kann sich jemand in dem Hotel daran erinnern? Das müsste doch jemand im Gedächtnis geblieben sein? Machte er sich denn keine Sorgen? Die Sache, warum er um Mitternacht noch die 101 minütige Vorstellung der Rocky Horror Picture Show besuchte, macht weder mit der "Alibi" Geschichte noch mit der "er war sauer" Geschichte Sinn. Wenn ein Partner nicht zur verabredeten Zeit zu Hause ist, macht man sich doch zunächst einmal Sorgen. Gerade wenn es um Drogen etc geht.

7.
Jessica- schrieb:Jens hat im Hotel ein Abendessen für zwei bestellt und bekam dafür auch eine Quittung vom Zimmerservice. Jens konnte diese Quittung im Prozeß auch vorlegen und auch angeben, was genau er zum Abendessen bestellt hat. Elizabeth hat im Prozeß behauptet, daß sie im Hotel auch noch eine Falsche Schnaps bestellt hätte. Das Hotel hat dann darauf hingewiesen, daß das nicht stimmen könne, da die Rechnung auf der Quittung des Zimmerservice dafür viel zu niedrig gewesen wäre.
. Hierzu weiß ich zu wenig. Ich weiß aber, dass JS irgendwo in einem Interview etwas dazu sagt. Vielleicht kann sich noch jemand anders erinnern. Ich weiß, dass es im Hotel niemand mehr gibt, der wirklich sagen kann, wer das Essen entgegengenommen hat.

8.
Jessica- schrieb:Der später aufgetauchte Zeuge Tony Buchanan hat in eidesstattlichen Versicherungen ausgesagt, daß er seine Beobachtung bereits zeitnah der Polizei mitteilen wollte, aber immer abgewimmelt wurde, u.a. von dem Ermittler Gardner. Der genaue Inhalt der Aussage von Buchanan ist online sogar per YouTube Video einsehbar.
An dieser Aussage sind m.E. vier Dinge problematisch: (1) sie fand erst Jahrzehnte später statt (2) sie ist an sich sehr abenteuerlich (z.B. warum sollte ein anderes Auto verwendet worden sein) (3) EH hat angeblich mit Kreditkarte bezahlt, dafür gibt es keinen Beweis. (4) Der Zeitpunkt ... zu dem von Buchanan angegebenen Zeitpunkt "few weeks/ months later" waren sie ggf. gar nicht mehr auf US Staatsgebiet. Zudem spricht Buchanan davon, dass sich auch die blutige Tatwaffe im Auto befunden hat. Das wäre doch sehr ungewöhnlich.

9.
Jessica- schrieb:Der erste Kriminaltechniker Rick Johnson hat bereits festgestellt, daß die Länge des Sockenabdrucks einer Schuhgröße 38 entspricht, also der von Elizabeth, dies wurde später im Jahre 1995 nochmal von zwei weiteren Experten bestätigt. Aber grundsätzlich ist ein Sockenabdruck kein Beweis, wie etwa ein Fingerabdruck - er war aber der maßgebliche "Beweis" für die Verurteilung von JS.
Es gibt jedoch Experten, die klar aussagen und zeigen, dass die Abdrücke auch sehr gut zu JS passen. Der Sockenabdruck wird also kontrovers diskutiert, er ist nicht per se entkräftigt.

10.
Jessica- schrieb:Auch die Fingerabdrücke von Elizabeth wurden am Tatort gefunden - in der Nähe der Leiche ihres Vaters an einer Schnapsflasche - der Vater hatte einen hohen Alkoholspiegel im Blut, der der zweifachen zulässigen Promillegrenze für Autofahrer enthielt.
Meines Wissens nach wurden die Fingerabdrücke auf einer Vodkaflasche gefunden, die mit anderen Flaschen im Küchenschrank stand. Die Eltern tranken an dem Abend Gin und Bourbon. Auffällig war, dass der Rest der Flasche saubergewischt war. Diese Fingerabdrücke können, müssen aber nicht mit der Tat in Zusammenhang stehen. "Beweis" "Indiz" oder "Zufall"?

11.
Jessica- schrieb:Auch ihre seltene Blutgruppe B wurde am Tatort gefunden.
Es gab lediglich eine Blutspur, die auf einem Lappen in der Waschmaschine gefunden wurde. Die Frage ist, ob die Täter ihr Wischmaterial wirklich in die Waschmaschine entsorgt hätten und ob das daher als "Beweis" "Indiz" oder "Zufall" zu werten ist. Wie siehst du das?

12.
Jessica- schrieb:Elizabeth hat während einer Putzaktion im Haus ihrer Eltern unter Anwesenheit von den Zeugen Mrs. Massie und ihres Halbbruders Howard Haysom ihren Schuh ausgezogen und ihren Fußabdruck mit einem Abdruck am Tatort verglichen. Dies wurde von den beiden o.g. Zeugen auch bei der Polizei zu Protokoll gegeben, woraufhin Elizabeth ihre Bußabdrücke bei der Polizei abgeben mußte.
Ich kenne diesen Bericht nur aus dem Englade Buch, wobei mir hier das Verständnis fehlt, wie es zu dieser Szene gekommen sein kann, da sich der Fußabdruck ausgesägt in der Asservatenkammer befindet. Wir haben ja bereits gesagt, dass es extrem unlogisch wäre, dass die Polizei den Tatort zur Reinigung frei gibt und dann erst den Abdruck sichert. Zumal er ja dann nicht mehr erhalten wäre. Hast du hierzu nähere Informationen?

13.
Jessica- schrieb:Aus dem Untersuchungsbericht des Herrn Watson geht unter Ziffer 6 unter Bezeichnung der genauen Quellen hervor, daß Elizabeth schon in ihrem eigenen Prozeß ständig gelogen hätte und der Staatsanwalt sie sogar dazu aufgefordert hatte, ihre Verlorgenheit zuzugeben.
JS hat auch mehrfach gelogen (siehe Geständnis und Zurückziehung des Geständnisses. Zudem hat er auch in "Taten" gelogen - Scheckbetrug ist ja auch eine Lüge. Herr Watson ist zudem ja kein unabhängiger Gutachter, sondern wurde von JS dafür bezahlt, das maximale für ihn aus dem Fall herauszuholen.

14.
Jessica- schrieb:Weiter geht aus dem o.g. Untersuchungsbericht des Herrn Watson, unter Bezeichnung der genauen Quellen hervor, daß Elizabeth in ihrem eigenen Prozeß ausgesagt hatte, daß Jens nach der Tat von oben bis unten blutverschmiert war und nur in einem weißen Laken bekleidet wieder in Washington eintraf. Diese o.g. Aussage von Elizabeth war nachweislich falsch, da im Mietwagen, wo Jens angeblich blutverschmiert gesessen hatte, keinerlei Blutspuren gefunden worden sind.
Das erscheint mir auch sehr unlogisch, er wäre sonst mit Sicherheit anderen Verkehrsteilnehmern aufgefallen. Da stimme ich dir zu.

15.
Jessica- schrieb:Aber der Zeuge Buchanan hatte in der oben bereits erwähnten eidesstattlichen Versicherung ausgesagt, daß er Elizabeth mit einem jungen Mann, der nicht Jens war und einem blutverschmierten Wagen später in seiner Werkstatt gesehen hatte.
Der Täter hat sich ja im oberen Badezimmer gesäubert (Luminol). Buchanan sagt aus, dass auch die Tatwaffe (blutig) im Auto lag. Das erscheint mir persönlich sehr unlogisch und nicht nachvollziehbar. Der Täter hat sich nach der Tat ja noch eine ganze Weile am Tatort aufgehalten. Er verwischte Spuren, machte sauber, wusch sich ... die Frage ist, wie viel Blutanhaftungen wirklich in ein Auto gelangt wären. Da der Täter (ob JS oder EH oder beide) ja eine vierstündige Fahrt vor sich hatten, bei der sie nciht auffallen durften, macht das keinen Sinn.

16. (14)
Jessica- schrieb:Der Psychiater Showalter hat im Prozeß gegen Elizabeth u.a. ausgesagt, daß er ihre Geschichte des Tathergangs für falsch hält und daß er aufgrund der von ihm durchgeführten psychiatrischen Untersuchungen davon ausgeht, daß tatsächlich eine sexuelle Beziehung zwischen Elizabeth und ihrer Mutter vorlag.
Die gesamte Mißbrauchsgeschichte kann nicht mehr nachvollzogen worden. Dafür spricht, dass die Mutter ein Nacktfoto ihrer Tochter besaß. Jedoch war sie Malerin und könnte dieses aus künstlerischen Gründen gegeben haben. Der Hass von EH muss ja irgendwo herkommen ... daher denke ich auch, dass Missbrauch durchaus im Rahmen der Möglichkeiten gewesen ist.

17.
Jessica- schrieb:Auch zwei Psychiater in England haben bei Elizabeth eine Borderline Störung und pathologisches Lügen diagnostiziert.
Jedoch hat auch JS von beiden Psychatern eine "Diagnose" verpasst bekommen. Daher kann man meiner Meinung nach nicht die eine Diagnose als "Pro EH als Täterin" werten und die andere gänzlich unter den Tisch fallen lassen.

18.
Jessica- schrieb:Auch der Bruder Howard Haysom und Mrs. Massie haben im Prozeß ausgesagt, daß sie überzeugt sind, daß Elizabeth während der Tat am Tatort war.
Ich kann mir das durchaus vorstellen, dass EH mit dort war. Wie gesagt, ich finde, dass EH dabei zu gut wegkam. Mich würden auch die Gründe des Bruders interessieren, das zu sagen. Jedoch waren weder Howard Haysom noch Mrs. Massie mit dabei. Würdest du das nun als Indiz oder Beweis werten - da du ja einen sehr engen Indizienbegriff anlegst? Es ist meiner Meinung nach eine private Meinung von Menschen, die persönlich involviert sind.

19.
Jessica- schrieb:Der erste Ermittler von Bedford Couty, Chuck Raid war von der Unschuld von Jens überzeugt und er sagt dies auch bis heute. (s. auch der Trailer zu dem neuen Kinofilm, der hier weiter oben verlinkt wurde).
Das stimmt so nicht. Dazu habe ich dir ausführlich geantwortet und dir auch das Zitat aus dem Trailer herausgeschrieben. Chuck Reid wurde da sehr unglücklich zitiert. Dazu habe ich dir auch einen Link gepostet. Watson bezieht sich auf das gleiche Interview, in dem Reid zum Thema Täterprofil interviewt wird.

20.
Jessica- schrieb:Er hat damals auch ein FBI täterprofil in Auftrag gegeben, aus dem hervorgeht, daß der Täter eine weibliche Person sei, die in einer persönlichen Beziehung zu den Opfern stand.
Wie ist dann die Anwesenheit von Blutgruppe 0 am Tatort zu erklären? Wäre EH dann auch entlastet? Aber wie kommen dann die Meilen auf den Mietwagen? Beispielsweise.

21.
Jessica- schrieb:Im Prozeß gegen Jens wurde das o.g. Täterprofil unterschlagen, damit kein Verdacht auf Elizabeth gelenkt wird.
Dazu hast du ja eine lange Antwort bekommen. Täterprofile müssen nicht zwangsläufig mit der Realität übereinstimmen.
Jessica- schrieb:Watson hat in seinem Untersuchungsbericht das parole board dazu aufgefordert, dieses bis heute unterschlagenen Täterprofil anzufordern.
Profiling scheint heute wieder etwas aus der Mode gekommen zu sein, wegen der auftretenenden Fehler. Interessant wäre eine Veröffentlichung. Aber @menevado war es glaube ich, die gezeigt haben, dass solche Profile nicht immer akurat zutreffen müssen.

22.
Jessica- schrieb:Außerdem hat Watson in seinem Untersuchungsbericht das parole board dazu aufgefordert, bisher unidentifizierte Fingerabdrücke auf einem Schnapsglas in der Nähe der Leichen, noch nachzuidentifizieren.
Das wäre mit Sicherheit eine gute Idee.

23.
Jessica- schrieb:Elizabeth hat in England die Tat zunächst gestanden und auch erwähnt, daß es ihr Spaß gemacht hätte (I got off on it - kenne den genauen Wortlaut jetzt nicht mehr).
Sie hat das in einem Halbsatz gesagt. JS hat fünfmal gestanden. Warum wertest du das eine als Geständnis und das andere nicht? Das ist keine Provokation. Es würde mich wirklich interessieren. Wertest du das als "Beweis" oder "Indiz"?

24.
Jessica- schrieb:Elizabeth findet ihre Strafe im Gefägnis aus berechtigt und hat in ihrem letzten Interview vor einigen Jahren sogar erwähnt, daß sie dort, also im Gefägnis ein bessere Leben führt, als sie eigentlich verdient hätte. Geht man davon aus, daß sie die Täterin war, wofür ALLES spricht und sie ihre Eltern grausaum im Drogenrausch ermordert hat, sind ihre o.g. Worten durchaus nachvollziehbar.
Im gleichen Interview sagte sie auch, dass sie es sagen würde, wenn JS unschuldig wäre. Aber dass es nicht so sei. Was wieder ein anderes Licht auf die Sache wirft.

25.
Jessica- schrieb:Ebenso ist es nachvollziehbar, daß Jens, wenn man davon ausgeht, daß er nicht der Täter ist, bis heute für seine Freilassung kämpft und sich nicht so einfach mit seinem Gefägnisdasein abfindet, wie Elizabeth, dies als mutmaßlich wahre Täterin tut.
Es ist für mich durchaus nachvollziehbar, dass er in Freiheit möchte. Denkbar ist jedoch auch die Variante, dass er seine Tat gut verdrängt hat und nun einfach aus diesem Grund von seiner Unschuld überzeugt ist.

26.
Jessica- schrieb:Da die Haysoms Jens nicht kannten, hätten sie ihn so spät Abends garnicht alleine ins Haus gelassen, geschweige denn, daß sie sich mit ihm an den Abendbrottisch gesetzt hätten. Auch der Halbbruder von Elizabeth, Howard Haysom hat im Prozeß ausgesagt, daß seine Eltern Jens garnicht allein ins Haus gelassen hätten, da sie ihn garnicht kannten.
Das wurde ja erst in den letzten Tagen diskutiert. Es stimmt nicht, dass die Haysoms JS nicht kannten. JS selbst hat sogar eine Stelle auf seiner Homepage, wo er das Treffen beschreibt. Howard Haysom sagte aus, dass seine Eltern JS nicht mochten. JS sagt hingegen, dass er Schwiegersohnfragen gefragt wurde.

27.
Jessica- schrieb:Auch die Sockenabdrücke am Tatort zeigen, daß der Täter im Hause vertraut war und auf Socken dort herumgelaufen ist, was ein völlig Fremder, der dort nicht vertraut ist, schon mal nicht gemacht hätte.
NH trug in ihrem eigenen Haus (viel Holz- und Fliesenboden) Schnürschuhe. Es war bei den Haysoms also nicht üblich, in Socken herumzulaufen. Dazu war es März und daher der Boden vermutlich entsprechend kalt (so kalt es halt in den Südstaaten ist). Hier passt doch die Aussage von JS, er sei ins Haus zurückgekehrt und wäre auf Socken (!) herumgelaufen, um keine Spuren zu hinterlassen, da er das Außenlicht gesucht habe.


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Jessica-
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Der Fall Jens Söring

12.03.2015 um 18:06
In seinem neuesten Newsletter vom März erwähnt JS auf der 3. Seite einen Reiterhof Schulte-Niehues in Niedersachsen wo er im Jahre 1977 Ferien gemacht hat und dort ein Mädchen Sabine kennengelernt hat (zu der damaligen Zeit hieß fast jedes 3. oder 4. Mädchen Sabine).

Ich habe unter dem Namen Reiterhof Schulte-Niehues gegoogelt und dort kam nur ein Reiterhof Schulze - Niehues in Warendorf, also in NRW und nicht in Niedersachsen.

Aber der Kreis Warendorf grenzt an Niedersachsen, nämlich an Glandorf, daß bereits in Niedersachsen liegt.

Vielleicht hat Jens sich da mit dem Bundesland vertan.

Würde mich mal interessieren, ob er diesen Reiterhof meint, direkt vor meiner Haustür.

Unter Reiterhof Schulte-Niehues findet man sonst nichts, auch nichts in Niedersachsen.


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Der Fall Jens Söring

12.03.2015 um 19:04
Jessica- schrieb:wo er im Jahre 1977 Ferien gemacht hat
Das mit dem Reiterhof weiss ich natürlich nicht. Aber was mir immer wieder auffällt ist, wenn man solche Zeitangaben liest, wie lange das alles schon her ist.

Selbst das Mordjahr 1985 - ein gefühlte Ewigkeit. Das war eine ganz andere Welt: ohne Handys, ohne Internet, ohne Homecomputer, nur mit Festnetztelefon etc.

Da wird einem auch bewusst, wie lange JS schon in Haft ist (unabhängig von der Schuldfrage)

Es wird natürlich auch immer schwerer, nach so langer Zeit neue Erkenntnisse über den Fall zu gewinnen.

Andererseits denkt man sich auch, nach so langer Zeit sind immer noch so viele Fragen offen.


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Der Fall Jens Söring

12.03.2015 um 20:10
Miss Mary schreibt:
missmary schrieb:EH hatte ein Motiv. JS hatte jedoch auch ein Motiv.
Auch bezüglich der vielen anderen Punkte würde ich @missmary zustimmen bzw. auch eher eine kritische Haltung einnehmen.

u.a.:
Wenn man die Blutgruppe 0 als nicht aussagekräftig hinsichtlich eines Täters ansieht, muss das natürlich auch für Blutgruppe B gelten.

Der Psychater hat bei beiden eine Diagnose gestellt (Borderline vs. Folie a deux glaube ich)

Auch ein Motiv könnte man für beide finden.

Wen die Haysoms in Haus gelassen hätten und wen nicht, ist natürlich Spekulation. Und das mit den Socken auch.


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Der Fall Jens Söring

12.03.2015 um 20:14
@missmary
Danke, habe im Moment schlechten Empfang was das Internet anbelangt, daher oeffnen sich links nur schwer bis gar nicht.

Uebrigens gibt es keine Quittungen. Js hatte ausgesagt, dass er essen aufs zimmer bestellt hatte, aber das konnte er eben nicht nachweisen. Ich glaube das steht sogar auf seiner Seite.


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Erdmännchen
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Der Fall Jens Söring

13.03.2015 um 01:54
@Venice2009
So langsam wird das hier skurril...

Also... nachdem ich klargestellt hatte, dass es 1995 keine neue Sockenabdruck-Analyse zuungunsten J.S.s gab, war deine Antwort, niemand habe behauptet, es gäbe ein neues Gutachten. Dass du das sehr wohl behauptet hast, habe ich dir dann nachgewiesen. Du hast das sogar nicht nur einmal, sondern mehrfach innerhalb der letzten 2-3 Wochen hier angesprochen. Was sagst du nun dazu? Du wirst doch wohl nicht im Ernst behaupten wollen, dass du das in den paar Tagen glatt wieder total vergessen hattest... ^^

Aber damit nicht genug... statt eine vernünftige Antwort zu geben, kommt von dir dies:
Venice2009 schrieb:Kannst du auch die Quelle benennen, wo geschrieben steht, dass es ein reifenexperte und kein gerichtsmediziner ist?
Was soll das nun bitte wieder? U.a. du benutztest den Ausdruck "Reifenexperte" in deinen vorhergehenden Beiträgen desöfteren:
ich fand übrigens die Analyse des Sockenabdrucks in dem Filmbeitrag interessant. Dieses Mal nicht von einem Reifenexperten.
Denn dieses Mal war kein Reifenexperte zugange, sondern ein Gerichtsmediziner.
EH wurde wegen Anstiftung verurteilt, daher sah man keinen Bedarf in der Gerichtsverhandlung von JS ihre Fußabdrücke zu überprüfen. Das wurde übrigens von den Gerichtsmedizinern trotzdem im Nachhinein gemacht. Ihre stimmten eben nie überein, außer bei diesem Reifenexperten, wo auch JS Fußabdruck übereinstimmte.
Ich habe dieses Wort darum einfach, in Anführungszeichen gesetzt, übernommen - und auf einmal fragst du mich nach der Quelle??? Weißt du also selber nicht, von wem du da die ganze Zeit geredet hast?

Also nochmal ganz von vorne. Für den Prozess gegen J.S. wurde von der Anklage Robert Hallett damit beauftragt, den Sockenabdruck zu untersuchen. Dessen Expertise wurde von der Verteidigung angezweifelt. Daraufhin wurde Mr. Hallett vom Gericht untersagt, als Sachverständiger auszusagen; er durfte seinen Abdruck-Vergleich präsentieren, aber nicht sagen, welche Schlüsse daraus seiner Meinung nach zu ziehen sind. Und eben dieser von dir selbst als "Reifenexperte" titulierte Robert Hallett ist es auch, der in der Autopsie-Folge von 2001 zu dem Sockenabdruck interviewt wird. Es ist also kein neuer Experte (Gerichtsmediziner), der fachlich kompetenter als der "Reifenexperte" von 1990 neue Erkenntnisse oder Analyseergebnisse vorträgt, so wie du es immer dargestellt hast... sondern es ist ein und dieselbe Person.

Die Mitschrift von Robert Halletts Zeugenaussage von 1990 ist hier nachzulesen:

http://q.b5z.net/i/u/7000525/f/SockenSchuabdruck/IV_C_3_Excerpt_from_trial_transcript_re_Robert_Hallet.pdf

Wie es tatsächlich um Mr. Halletts Expertise auf verschiedenen forensischen Gebieten bestellt war, weiß ich auch nicht. Laut J.S. war er jedenfalls kein Wissenschaftler, sondern Labortechniker und spezialisiert auf Autoreifen- und Gurtabdrücke:
The final major pre-trial hearing focused on the status and testimony of the prosecution's new footprint witness. Since the original state crime lab reports clearly excluded me as a possible owner of the bloody sockprints at the cottage, they corresponded to "a size 5 to 6 man's shoe," while I had a size 8 1⁄2 foot, the Commonwealth's Attorney needed a new forensic expert to testify at my trial. Instead of choosing one of the many state or private experts on foot- and shoeprints, he selected a former FBI lab technician (not a scientist) who had specialized in car tire and belt impressions and only recently had done some consulting work on footprints for the police department of a Caribbean island. The trial judge ruled that this witness could not be qualified as an expert witness but allowed him to take the stand as a lay witness. Normally, non-expert witnesses testifying about forensic samples merely identify the item in question without commenting on it, but at my trial the judge permitted the former FBI lab tech to describe his "credentials," to use scientific-sounding terms like "double hit" and "correspondences" to explain at great length the size difference, to make markings and point out features on an "overlay" he had created, and generally to "designat[e] this [sockprint] as his," meaning mine. "It matches and it fits like a glove," the prosecutor summarized this witness's testimony about the sockprints in his closing speech at trial.
Quelle: http://www.jenssoering.com/intermezzo
Außerdem habe ich noch einen Nachruf auf ihn gefunden, in dem steht, er habe Erziehungswissenschaften studiert und zunächst 10 Jahre als Lehrer gearbeitet. Also, Gerichtsmediziner war er demnach zumindest nicht:
He was a graduate of Montclair High School and received his BS in education from Trenton State.
Robert served in the Army during the Korean War.
Robert was a sixth-grade teacher for the Lawrence Township Schools for 10 years.
Quelle: http://www.trentonian.com/article/TT/20070905/TMP01/309059973
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@Venice2009
@missmary
@menevado
Ich wollte hier von Anfang an nicht mitdiskutieren; sondern ich nahm an, dass ihr euch bezüglich des Punktes "Blutgruppe 0 einer männlichen Person" irrt, Jessica dagegen Recht hat... worauf ich euch hinweisen wollte. Mittlerweile sehe ich meine Annahme bestätigt... allerdings warte ich immer noch auf eine klare Antwort. Es wurde ja nun zur Genüge die Diskussionskultur der "JS Supporter" bemängelt, die auf kritische Punkte nicht eingehen, Fehler nicht eingestehen wollen, und unsachlich werden, wenn sie nicht weiter wissen. Aber seltsam... bezüglich meiner Hinweise nehme ich gerade von der "Gegenseite", die doch die hohe Kunst der Diskussionskultur vermeintlich so gut beherrscht, auch nur beflissenes Schweigen und Ausweichen wahr. Naja, natürlich außer skydances höchst sachlichen Ratschlag, ich solle mir doch einen anderen Spielplatz suchen... ^^


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Jessica-
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Der Fall Jens Söring

13.03.2015 um 05:57
@Venice2009


Es gab sehr wohl eine Quittung für das im Hotel bestellte Essen und das konnte auch nachgewiesen werden - das einzige was nicht nachgewiesen werden konnte, war, wem die Quittung zuzuordnen ist, Jens oder Elizabeth.

Und deshalb habe ich oben in meiner Liste erwähnt, daß Elizabeth zu der Höhe der Rechnung des Zimmerservice, lt. Quittung, falsche Angaben gemacht hat, ebenso wie sie auch in Bezug auf die drei Kinovorstellungen, die sie angeblich besucht hat, falsche Angaben gemacht hat.

@Misuteri

Kurz zu deinem posting, von gestern 20.10 Uhr:

Es ist ein gewaltiger Unterschied, ob jemand die Blutgruppe O hat oder die Blutgruppe B, da die Blutgruppe 0 ca. 50 % der Bevölkerung haben, während Elizabeth`s Blutgruppe B sehr selten ist.

Auch die Diagnosen der Psychiater sind ein gewaltiger Unterschied, da Jens nicht psychisch krank war, sondern sich nur mittels eines falschen Geständnisses für Elizabeth opfern wollte, was sicherlich nicht die normale Reaktion eines Menschen ist, aber das braucht hier ja nicht mehr zu diskutiert werden.

Auch ein Motiv hatte er nicht, da er die Haysoms garnicht kannte und ein gemeinsamens unverbindliches Mittagessen an einem neutralen Ort kann man nicht unbedingt "als Kennen" bezeichnen.

Auch auf die Tagebuchbriefe von Elizabeth hat er in seinen Antwortbriefen immer nur beschwichtigend reagiert, indem er u.a. darauf hingewiesen hat, daß ihre Liebe "die ultimative Waffe" gegen ihre Eltern wäre - das wurde vom Staatsanwalt später so interpretiert, daß mit Waffe, nicht die Waffe der Liebe gemeint sei, sondern eine "Knarre", dann frage ich mich, warum er die Eltern dann nicht mit einer Knarre umgelegt hat. (Ironie aus !!!)

Aber nein... ich vergaß er hatte ja kein Motiv, sondern nur die Waffe der Liebe, die ja "die ultimative Waffe" in seinen Antwortbriefen war....wie konnte ich das wieder vergessen.

Soviel zum Thema Motiv und zum Thema Briefe, die angeblich "eine Anleitung zum Mord" enthielten. (Und schon wieder Ironie aus !!!)

Und daß die Haysoms Jens nicht ins Haus gelassen hätten ist schon aus dem Grund eben KEINE reine Spekulation da der Bruder Howard Haysom selber ausgesagte hatte und zwar offiziell im Prozeß, daß seine Eltern Jens garnicht kannten und ihn folgerichtig so spät abends nicht allein ins Haus gelassen hätten, geschweige denn sich mit ihm an den Abendbrottisch gesetzt hätten.

Auch alle übrigen angeblichen Punkte von MißMary könnte ich hier problemlos wiederlegen, aber dazu ist mir ehrlich gesagt meine Zeit zu schade, da sie dies hier ewig wiederholt hat und mir die Sache irgendwann auch zu blöd wird.


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13.03.2015 um 06:52
@Erdmännchen
Wieso ist es skurril? Es wurde, ich glaube es war auf der seite von js behauptet es sei reifenexperte, der das gutachten bezueglich der abdruecke erstellt hat gewesen. Das ist so nicht wahr, weil er eben gerichtsmediziner ist, wie @missmary geggogelt hat.

Ich hatte angenommen, dass es ein weiteres gutachten gegeben hatte, was ja auch so wahr im jahre 1995, weil der gutachter ein reifenexperte gewesen sein sollte, was er eben nicht so gewsen ist also was ist daran skurril. Entweder stimmt das mit dem reifenexperten nicht, was mich nicht wundern wuerde, wenn man js aussage vertraut oder es wurde fuer die sendung der abdruck erneut verglichen.


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Der Fall Jens Söring

13.03.2015 um 06:56
@Erdmännchen
Missmary hatte hier einen link eingestellt, dass er forensiker beim fbi ist.


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13.03.2015 um 07:04
@Jessica- du glaubst js alles egal wie widerspruechlich es auch ist. Was in ordnung ist, aber nur weil du es immer wieder schreibst ist es nicht glaubwuerdiger.


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Der Fall Jens Söring

13.03.2015 um 07:10
@Jessica-
Auch wenn doof ist im moment zu tippen.kannst du fuer mich spekulation definieren? Denn genau das konnte hh nur tun. Wissen, dass die eltern ihn nicht reinlassen nur, wenn er dabei gewesen waere. Daher ist es unsinn, was du da geschrieben hast!


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13.03.2015 um 08:45
@Erdmännchen
Erdmännchen schrieb:Also... nachdem ich klargestellt hatte, dass es 1995 keine neue Sockenabdruck-Analyse zuungunsten J.S.s gab, war deine Antwort, niemand habe behauptet, es gäbe ein neues Gutachten. Dass du das sehr wohl behauptet hast, habe ich dir dann nachgewiesen. Du hast das sogar nicht nur einmal, sondern mehrfach innerhalb der letzten 2-3 Wochen hier angesprochen. Was sagst du nun dazu? Du wirst doch wohl nicht im Ernst behaupten wollen, dass du das in den paar Tagen glatt wieder total vergessen hattest... ^^
Die Sache mit dem Sockenabdruck ist so entstanden: @Jessica- hatte lange die Argumentationslinie, dass JS nur aufgrund eines Sockenabdrucks verurteilt wurde.
Völlig falsch, die Jury hat ihn nicht mal ansatzweise aufgrund seines Geständnisse verurteilt, sondern aufgrund eines Sockenabdrucks am Tatort, also einem Beweis, der sich später als falsch herausstellte, was die Jury aber damals nicht wußte und was aufgrund der 21 Tage regel auch später nicht mehr vorgebracht werden konnte, im Rahmen der Wiederaufnahmeanträge.
und dass der "Experte" ein "Reifenexperte" gewesen sei. Das mit dem Reifenexperte stammt von Jessica. Ich weiß nicht, ob man das wiederfindet, da ja doch einige von Jessicas Beiträgen gelöscht wurden. Das hat Venice vermutlich geglaubt und ging dann logischerweise von einem neuen Experten aus.

Für mich stellt sich die Sache so dar (siehe auch meine geposteten Links), dass der Mann Forensiker war und kein "Reifenexperte". Es gibt dann noch zwei Gegengutachten, die darauf hinweisen, das ein Fußabdruck eben nicht so individuell ist wie ein Fingerabdruck und dass er als Beweismittel daher nicht so aussagekräftig ist. Das ist mein Stand der Dinge.
Erdmännchen schrieb:Außerdem habe ich noch einen Nachruf auf ihn gefunden, in dem steht, er habe Erziehungswissenschaften studiert und zunächst 10 Jahre als Lehrer gearbeitet. Also, Gerichtsmediziner war er demnach zumindest nicht:
Hierzu muss man wissen, dass es in den USA in der Gerichtsmedizin üblich ist, auch nicht spezifisch qualifiziertes Personal einzusetzen. Wenn du mal an das Themenfeld "Coroner" denkst. Diese Menschen führen Leichenschauen durch und entscheiden, ob ein natürlicher oder unnatürlicher Tod vorliegt ... müssen aber keinerlei medizinische Vorbildung für diesen Job haben. Das ist für uns aus unserer Sichtweise befremdlich.

Der Mann hat als Forensiker beim FBI gearbeitet. Wie auch immer er in diese Position kam. Er war also kein "Reifenexperte".
Erdmännchen schrieb:Aber seltsam... bezüglich meiner Hinweise nehme ich gerade von der "Gegenseite", die doch die hohe Kunst der Diskussionskultur vermeintlich so gut beherrscht, auch nur beflissenes Schweigen und Ausweichen wahr. Naja, natürlich außer skydances höchst sachlichen Ratschlag, ich solle mir doch einen anderen Spielplatz suchen... ^^
Dein Einwand ist gut und richtig. Wie gesagt, ich habe dir den Link geschickt, dass Blut der Gruppe 0 am Tatort gefunden wurde. Dieser Link war sogar vom Supremecourt. Ich habe so viel über den Fall gelesen, dass ich einfach nicht mehr weiß, woher ich diese Information habe (mit der männlichen DNA). Ich weiß daher leider auch nicht mehr, wie verlässlich diese Quelle ist. Ich kann deinen Argumentationsgang da durchaus nachvollziehen. Dann ziehe ich nun (bis ich die Quelle nachliefern kann), diese Behauptung zurück, dass die Quelle der Blutspur 0 männlich war. Es bleibt also die Tatsache, dass in der Nacht ein Täter/ eine Täterin mit im Haus war, der/ die an fünf Stellen im Haus Blutspuren der Gruppe 0 hinterlassen hatte. Die Blutgruppe korrespondiert mit der Blutgruppe von JS.

Es bleibt auch die Tatsache, dass eventuell ein Täter/ eine Täterin im Haus war, die eventuell eine Blutspur B auf einem Lappen in der Waschmaschine hinterlassen hat. Diese (seltene) Blutgruppe korrespondiert mit der Blutgruppe von EH. Allerdings lässt der Auffindeort darauf schließen, dass es sich nicht (meiner Meinung nach) um einen sicheren Beweis handelt, da EH an diesem Ort lebte, am Wochenende zuvor zu Besuch war und ihre eigenen Spuren vermutlich nicht in der Waschmaschine der Familie entsorgt hätte, nachdem der Tatort insgesamt nahezu spurenfrei (für damalige Verhältnisse) hinterlassen wurde. Leider ist @Jessica- nicht auf meine Bitte eingangen, die Begriffe "Beweis" und "Indiz" voneinander abzugrenzen. Für mich könnte dies bestenfalls ein Indiz für die Anwesenheit von EH darstellen, es könnte jedoch, aufgrund der Begleitumstände, auch einfach ein Zufall sein.

Anders sieht es mit dem Spurenleger der Blutgruppe 0 aus. Im Haus hatte niemand die Blutgruppe 0. Bei fünf unabhängigen Spuren kann man hier nicht mehr von Zufall ausgehen. Von daher würde ich persönlich dies als "Beweis" deuten. Aus dieser Blutspur konnte nach 25 Jahren keine DNA ausgelesen werden. Warum das so ist, habe ich ausführlich erklärt. Da überhaupt keine DNA auslesbar war, ist das Argument von JS, das die DNA Spuren, die im Haus gefunden wurden, gegen ihn sprechen, meiner Meinung nach massiv irreführend. Die DNA Spuren, die gefunden wurden, stammen mit großer Sicherheit von den Opfern. Dies könnte man auch 100% beweisen. Vom Täter wurde keine DNA gesichert. Daher verstehe ich seinen Argumentationsgang nicht, warum er dies als "Entlastung" für sich sieht. Das Ergebnis würde alle 7 Milliarden Erdbewohner entlasten.

Ohnehin fand dieses DNA Gutachten nicht in der wissenschaftlich möglichen Tiefe statt, da man die DNA, die im Haus gefunden wurde, mit den Nachfahren/ Kindern/ Blutsverwandten von NH und DH abgleichen könnte, um zu bestätigen, dass es sich um die DNA der Opfer handelt. Da dies aber niemand anzweifelt, da die Blutgruppen bei der Tat bekannt waren, wurde das wohl nicht gemacht.
Jessica- schrieb:Es ist ein gewaltiger Unterschied, ob jemand die Blutgruppe O hat oder die Blutgruppe B, da die Blutgruppe 0 ca. 50 % der Bevölkerung haben, während Elizabeth`s Blutgruppe B sehr selten ist.
Siehe bitte als Antwort meine Ausführungen oben.
Jessica- schrieb:Auch die Diagnosen der Psychiater sind ein gewaltiger Unterschied, da Jens nicht psychisch krank war, sondern sich nur mittels eines falschen Geständnisses für Elizabeth opfern wollte, was sicherlich nicht die normale Reaktion eines Menschen ist, aber das braucht hier ja nicht mehr zu diskutiert werden.
@Mitsuri hat dir die beiden Diagnosen ja nochmals mitgeteilt.
Misuteri schrieb:(Borderline vs. Folie a deux glaube ich)
Das muss man sich so vorstellen, wie den Alkoholiker und den Co-Alkoholiker, der Denkweisen des Alkoholikers übernimmt, obwohl er psychisch gesund ist. Die Diagnose sagt aus, dass JS durchaus in der Lage war, sich in EH Borderlinewelt einzufinden.

Ich weiß, dass Wikipedia keine wissenschaftlich fundierte Quelle darstellt. Dennoch finde ich die Details hierzu, um einen Überblick zu erhalten, gut.
(frz. „Geistesstörung zu zweit“), auch „induzierte wahnhafte Störung“, „gemeinsame psychotische Störung“ (DSM-IV 297.3), „psychotische Infektion“ oder „symbiontischer Wahn“, bezeichnet die relativ seltene, ganze oder teilweise Übernahme einer Wahnsymptomatik durch einen nahestehenden, primär nicht wahnkranken Partner. Nach einer Trennung verschwindet der Wahn meist bei der vormals gesunden Person. Eine soziale Isolation wird als wichtiger Risikofaktor für das Auftreten der Störung gesehen. Neuere Studien weisen allerdings darauf hin, dass die gegenwärtigen Klassifikationskriterien unzureichend sein könnten, um alle Erscheinungsbilder einer Folie à deux zu erfassen; dass das Spektrum der übertragbaren Symptome wesentlich größer ist; dass die „vormals gesunde“ Person tatsächlich sehr gefährdet ist, eine psychiatrische Erkrankung zu entwickeln oder bereits an einer signifikanten Störung zu leiden; und dass eine Trennung der Partner in einer großen Zahl der Fälle nicht ausreicht, die Störung zu beheben.[1]
Die „induzierte wahnhafte Störung“ ist differenzialdiagnostisch vom „konformen Wahn“ (sich zusammenfügender Wahn) zu trennen, der eine gemeinsame Weiterentwicklung der jeweiligen Wahnsymptomatik bei zwei primär Erkrankten bezeichnet.
Auch ein Motiv hatte er nicht, da er die Haysoms garnicht kannte und ein gemeinsamens unverbindliches Mittagessen an einem neutralen Ort kann man nicht unbedingt "als Kennen" bezeichnen.t
Das wurde hier schon ausführlich diskutiert. Die Behauptung wird dadurch nicht wahr, das man sie ständig wiederholt.
Jessica- schrieb:Soviel zum Thema Motiv und zum Thema Briefe, die angeblich "eine Anleitung zum Mord" enthielten.
Soweit wir wissen, enthalten die Briefe Hasstiraden von EH gegen ihre Eltern (hier auch transkribiert), eine Beschreibung von EH der Inneneinrichtung des Kinos, ein Ablauf, wie der Tag in Washington angeblich verbracht wurde, eine Stelle, in der sich EH Sorgen macht, dass JS anhand seiner Fingerabdrücke identifiziert sein kann. Ich weiß, ich bin ab hier im spekulativen Bereich - aber JS "schlachtet" auf seiner Homepage jeden kleinen Beweis, der für seine Unschuld spricht, aus. Das ist verständlich. Die Briefe/ Tagebücher kommen jedoch nicht vor. Wenn EHs Schuld und seine Unschuld so klar aus diesen Briefen/ Tagebüchern hervorgeht, warum nutzt er diese Quelle nicht? Und warum bekamen die Beamten in GB, die die Unterlagen lasen, ja nicht den Eindruck, dass es hier um eine Mörderin und ihren Freund ging, der sie deckt, sondern um Doppelmörder.
Jessica- schrieb:Und daß die Haysoms Jens nicht ins Haus gelassen hätten ist schon aus dem Grund eben KEINE reine Spekulation da der Bruder Howard Haysom selber ausgesagte hatte und zwar offiziell im Prozeß, daß seine Eltern Jens garnicht kannten und ihn folgerichtig so spät abends nicht allein ins Haus gelassen hätten
Auch das wurde schon ausführlich diskutiert ;-) .... Howard Haysom sagte aus (im Zeitungsartikel zu lesen), dass seine Eltern JS hassten. Das wurde für dich schon ganz oft verlinkt. Daher kann er nicht aussagen, dass sie sich nicht kannten.
Du selbst sagst ja auch (wie auch auf der JS Page zu lesen), dass sich die beiden mal zu einem neutralen Mittagessen trafen. Nun klingelt dieser Mann - für die Eltern völlig überraschend - an einem Samstagabend bei ihnen und bittet um ein kurzes Gespräch. Beide Eltern sind nicht auf Besuch eingerichtet und schon betrunken. Die Frage ist, liegt es nicht im Rahmen der Möglichkeiten, dass diese Menschen JS dann kurz hereinbitten? Es war weder spät. Noch war er gänzlich unbekannt. Und er hatte den Überraschungsmoment. Klingt für mich persönlich nicht abwegig.


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