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Die unbekannte Tote, die niemand vermisst - Raum Hannover

568 Beiträge, Schlüsselwörter: Frau, Leiche, Hannover, 2006, Unbekannte Tote, Leine, Ihme, Aller, Ahlden, Ahlden-Eilte
traces
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Die unbekannte Tote, die niemand vermisst - Raum Hannover

28.09.2014 um 12:05
Ich bin im Netz auf eine Fahndung des LKA Niedersachsen gestoßen, in der es um die Klärung der Identität einer unbekannten Toten geht:


2638
Quelle: http://www.lka.niedersachsen.de/fahndung/personen/unbekannte_toete/unbekannte-tote-aus-der-aller-879.html


Der Fahndungsaufruf ist m.E. vergleichsweise anschaulich, ausführlich und sehr übersichtlich gestaltet. Vorab: Auf der u.g. Seite des LKA Niedersachsen finden sich neben den Fotos zu den Gegenständen und Kleidungsstücken auch nähere Informationen zum Fall als PDF-Dateien, die es sich anzuschauen lohnt.

Hintergrund:

Die Frau wurde im Februar 2006 am Ufer der Aller aufgefunden. Es wird angenommen, dass sie ab November 2005 in einen Zufluss der Aller im Raum Hannover gelangt sein muss.

Die Besonderheit an diesem Fall ist, dass die Unbekannte finanziell recht gut situiert gewesen sein dürfte - wofür lt. LKA sowohl die getragene Kleidung, der Kleidungsstil als auch die zahnärztlichen Befunde sprechen. Anhand der mitgeführten Gegenstände vermutet das LKA Wohn- oder Lebensbezüge der Frau im Raum Hannover. Bis heute liegt jedoch keine entsprechende Vermisstenmeldung vor.
Über das Alter der Frau wird keine konkrete Aussage getroffen, allerdings wird hinsichtlich des Käuferprofils der getragenen Markenware implizit ein Alter ab 40 Jahren in Betracht gezogen, in jedem Falle war die Frau bei Auffinden jedoch älter als 25 Jahre.

Fundort/Zustand der Leiche:

am Allerufer in Ahlden-Eilte, ca. 60 km von Hannover entfernt. Lt gerichtsmedizinischer Befunde einer mehrmonatigen Liegezeit kann die Entfernung zu Hannover mit dem Transport der Leiche durch den Flusslauf erklärt werden. Hinweise auf Gewalteinwirkung fanden sich nicht.

Mitgeführte Gegenstände:

(1) ein Ende November 2005 an der U-Bahn-Station Hannover Aegiedientorplatz gekauftes, jedoch nicht eingelöstes Kurzstreckenticket

(2) eine hochwertige Brille sowie dazugehöriges Etui und Putztuch

(3) eine Geldbörse mit 3 Euro Bargeld

(4) eine Diner-Serviette

(5) Wohnungsschlüssel, deren Schließanlage nicht identifiziert werden konnte. Die Schlüssel waren mit einer Sicherheitsnadel an der Hose der Frau befestigt.


Das LKA vermutet, dass die Unbekannte lediglich für kurze Zeit (z.B. einen Spaziergang) ihr Wohnumfeld verließ und daher nur "das Nötigste" mitnahm.


Mich würden eure Theorien zu diesem Fall interessieren. Sicherlich sind ein Unfall oder Suizid in Betracht zu ziehen, allerdings ist m.E. verwunderlich, dass niemand diese Frau vermisst, die, sollte sie alleinstehend gewesen sein, doch zumindest in der Nachbarschaft durch den gehobenen Kleidungsstil aufgefallen sein könnte. Auch, dass eine Wohnung (zu der es einen Vermieter, eine Nachbarschaft geben dürfte) monatelang nicht bewohnt wird, müsste entsprechend nachbarschaftlich oder amtlich auffallen. Aber vielleicht überschätze ich da auch die Aufmerksamkeit eines sozialen Wohnumfeldes...


Hier die Links zum Fall:

Kurzer Überblick:

http://www.antenne.com/on-air/aktionen-und-events/aktionen/archiv/aktenzeichen-niedersachsen/unbekannte-aller-leiche-im-...

Ausführlicherer Bericht zum Fall in der HAZ:

http://www.haz.de/Hannover/Aus-der-Stadt/Uebersicht/Eine-Tote-gibt-der-Polizei-Hannover-Raetsel-auf

Fahndungsseite des LKA Niedersachsen mit allen Bildern der Gegenstände und PDF-Fall-Informationen:

http://www.lka.niedersachsen.de/fahndung/personen/unbekannte_toete/unbekannte-tote-aus-der-aller-879.html



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Die unbekannte Tote, die niemand vermisst - Raum Hannover

28.09.2014 um 12:10
Das mit dem Kurzstreckenticket ist ja ein unter Schwarzfahrern beliebter Trick.
Evtl. ist die Frau vorher durch solche Straftaten aufgefallen.



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Die unbekannte Tote, die niemand vermisst - Raum Hannover

28.09.2014 um 12:31
Ja, echt komisch daß sie nicht vermisst wird. Mir war die Fahndung auch mal aufgefallen, als ich auf der Seite vom LKA nachgesehen habe und ich fand sie damals schon seltsam. Man kann sich einfach nicht vorstellen, daß ein Mensch nicht vermisst wird - wenn nicht von der Familie, Angehörigen, dann von Nachbarn, Freunden?

Vielleicht hatte sie keine Familie mehr oder sich von dieser losgelöst und wohnte erst kurze/kürzere Zeit in Hannover?
Ich gebe zu, daß ich im ersten Moment, nachdem ich alles durchgelesen hatte, auf Suizid getippt habe, aber das ist ja im Prinzip egal, weil sie ja dennoch unbekannt bleibt.

Nun ist das ganze ja schon länger her, aber was mich interessieren würde, ob in dieser Richtung mal eine Vermisstenanzeige in einer Ärztezeitung aufgegeben wurde?
Das wäre für mich mal ein Ansatz gewesen, zumindest damals zeitnah, wenn schon die zahnärztlichen Befunde ein gepflegtes Gebiss/Zustand zu Tage gefördert haben. Da fiel mir spontan ein, daß sie evtl. auch regelmäßig die Kontrolltermine wahrgenommen haben könnte und entsprechend in einer Praxis gelistet war.
Das wäre für mich auf jeden Fall ein Ansatz gewesen, die Zahnaufstellung konnte man ja sicher anhand des Schädels noch rekonstruieren oder war sogar noch erhalten und definitiv werden solche Zeitungen von den Abonementen gelesen.



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Die unbekannte Tote, die niemand vermisst - Raum Hannover

28.09.2014 um 12:32
Finde ich immer sehr mysteriös, wenn Tote gefunden werden, die niemand vermisst.
Vielleicht bezog diese Frau ja (bei entsprechendem Alter) eine relativ hohe Rente, die jetzt jemand aus dem unmittelbaren Umfeld weiterkassiert? Wäre nicht das erste Mal.



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pokpok
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28.09.2014 um 12:36
kodama
schrieb:
Das mit dem Kurzstreckenticket ist ja ein unter Schwarzfahrern beliebter Trick.
Evtl. ist die Frau vorher durch solche Straftaten aufgefallen.
Wenn ich weiß dass ich Hin und Rückfahrt brauche hole ich mir gleich 2 Tickets. So muss ich nicht wieder an einen Automaten ran.
Dann gibt es hier noch 4er Karten. Diese werden alle einzeln ausgedruckt. Wobei diese dann von 1-4 durchnummeriert sind.



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traces
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28.09.2014 um 12:38
@ARWEN1976

Ich vermute mal, dass das LKA einen entsprechenden Aufruf bei Zahnärzten gestartet hat. Auf der Fahndungsseite ist auch die Goldkrone und der Zahnstatus in einer Form dargestellt, mit der der Laie eigentlich kaum bis nichts anfangen kann.



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woertermord
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28.09.2014 um 12:44
Bei unbekannten Toten vermute ich immer sofort, dass sie nicht aus Deutschland kommen. Dass sie hier nur im Urlaub waren oder erst sehr kurz in Deutschland gelebt haben.
Sie dürfte ja eigentlich keinen Job in Deutschland gehabt haben & niemanden der sie kennt. Wie könnte das damit zusammen passen, dass sie anscheinend gut situiert war?



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28.09.2014 um 12:45
Nur 3€ Bargeld?! Vielleicht hat ihr jemand die Scheine vorher weggenommen?! Und dass die Schlüssel mit einer Sicherheitsnadel an der Hose befestigt waren, finde ich auch seltsam. Ich würde in meine teuren Kleidungsstücke kein loch machen. Aber gut, das muss natürlich nichts heißen..
Aber auch seltsam dass eine reiche Frau mit der ubahn fährt.



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28.09.2014 um 12:47
@woertermord

Eine internationale Fahndung sei lt. LKA bisher auch erfolglos gewesen....



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28.09.2014 um 12:48
Anhand des Zahnstatus und der Brille mit Etui könnte es doch für die Polizei nicht allzuschwer sein, diese Dame zu identifizieren. Es sei denn Zähne sind im Ausland gemacht worden, Kleidung gestohlen und die Brille ein Massenprodukt. Für meine Brille musste ich meine Daten angeben. War allerdings ne teure.



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28.09.2014 um 12:50
Bei den Bildern findet man auch noch so kleine Zettelchen... eine davon hat was mit Weihnachten zu tun ?!



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28.09.2014 um 12:50
@Zebrastreifen
Brillenetui vom Brillenstudio „Merscher", Niederlassung Hannover
Die Fa. Merscher unterhielt in Hannover bis März 2010 ein Brillenstudio in der Georgstr. 13, das ebenda unter „Merscher C. Kontaktlinsen GmbH" firmierte. Inwiefern von dort aus das Brillenmodell „Vogart, Modell 722 Police" an einen bestimmten Kunden veräußert wurde, ließ sich durch hiesige Nachfrage aufgrund der Geschäftsunterlagen nicht verifizieren.
Das sind Zusatzinformationen aus den PDFs auf der Page des LKA (Link s. oben)



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28.09.2014 um 12:51
Wenn man davon ausgeht, dass sie um die 40 sein soll und gut situiert, müsste sie doch vielleicht auch am Arbeitsplatz vermisst werden?
Und zum Bargeld: Das finde ich jetzt gar nicht soo ungewöhnlich, ich hab auch oft nur wenig Bargeld dabei, weil man fast überall - sogar am Ticketautomaten - mit Karte zahlen kann.



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28.09.2014 um 12:55
@SecretLetter
Papierstück aus der linken Seitentasche des Opfers
Der zunächst als Handschrift eingestufte Schriftzug „Merry" stellte sich bei eingehender Betrachtung als Aufdruck „Mmmh Merry Christmas" und „DINER" herraus. In Hannover und Laatzen existierten zu Lebzeiten der unbekannten Toten drei Restaurants, die u. a. den Namenszug „DINER" tragen. Es handelt sich dabei um typische Vertreter der Junkfood - Gastronomie mit US - amerikanischem Bezug.Die Zuordnung zu einem bestimmten Restaurant war nicht möglich.
Das sind Zusatzinformationen aus den PDFs auf der Page des LKA (Link s. oben)



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28.09.2014 um 12:59
haylayf
schrieb:
Nur 3€ Bargeld?! Vielleicht hat ihr jemand die Scheine vorher weggenommen?! Und dass die Schlüssel mit einer Sicherheitsnadel an der Hose befestigt waren, finde ich auch seltsam. Ich würde in meine teuren Kleidungsstücke kein loch machen. Aber gut, das muss natürlich nichts heißen..
Aber auch seltsam dass eine reiche Frau mit der ubahn fährt.
Ja, das kommt mir auch total komisch vor. Vielleicht HATTE sie ja mal Geld, und daher stammen die teuren Klamotten und die Brille noch, war aber inzwischen eher mittellos (Scheidung, Tod des Ehegatten, Jobverlust...)! Aber es ist schon merkwürdig, sie muss doch irgendwo gewohnt haben, wenn sie einen Schlüssel hatte, da muss sie doch irgendwann mal jemand vermissen, selbst wenn sie allein lebte (Nachbarn, Vermieter, Stadtwerke etc.)! Vielleicht hatte sie aber auch DAS verloren oder aufgegeben und sich dann selbst getötet... Und niemanden, der sie vermisst. Traurig, aber das gibts ja leider, wie der Fall mit dem Unbekannten, der sich in Münster von einem Parkhaus in den Tod gestützt hat.



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28.09.2014 um 13:13
Vielleicht ist es falsch, ihre möglichen Lebensumstände lediglich auf "reich" zu begrenzen.

Zumindest der Zahnstatus und die Art sich zu kleiden (alle Kleidungsstücke waren ausschließlich Markenware), sprechen ja für einen gewissen Lebensstil, der regelmäßige Arztbesuche sowie den Anspruch einer gepflegten Erscheinung beinhaltet. Das "schleifen zu lassen", z.B. durch eingetretene soziale Umstände, würde sich wahrscheinlich genau in diesen Belangen zeigen, z.B. aktuelle Zahnschäden, die nicht beseitigt wurden, Gebrauchsschäden an der Kleidung. Selbst der Umstand der gewissen Umsicht, die die Frau durch Befestigung der Schlüssel mit einer zusätzlichen Sicherheitsnadel an der Hose walten lässt, könnte auf eine gewisse, vielleicht grundsätzliche "Ordentlichkeit" - auch in der Lebensführung - schließen lassen.



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28.09.2014 um 13:18
Ich weiß nicht ,bilde ich es mir ein .......?, sieht diese Frau von der Gesichtform her nicht Inka Köntges ähnlich ?

Ich kenne jetzt keine anderen Daten ,Körpergrösse/Gewicht von ihr .......aber möglich wäre es dann doch gewesen, dass sie entführt, mehrere Jahre festgehalten wurde diesem ominösen Anrufer nach ?



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28.09.2014 um 13:30
@bellady
Frau Köntges Grösse wird mit 169 cm angegeben. Die Grösse der unbekannten toten Frau, mit 162 cm.

Hier noch einen Text, zu den Herausforderungen die Frau Burrath bei der Rekonstruktion hatte:
11.06.2010
Tote Frau aus der Aller beschäftigt weiter Polizei
Identität soll durch Rekonstruktion des Gesichtes geklärt werden

Hannover (ddp-nrd). Sie hat keinen Namen, sie hat keine bekannte Geschichte, und bis vor kurzem hatte sie auch kein Gesicht. Zu der Identität einer Toten, die Mitte Februar 2006 in Eilte (Landkreis Soltau-Fallingbostel) in der Aller gefunden wurde, gibt es auch mehr als vier Jahre später keinerlei Hinweise. Da sie vermutlich mehrere Monate im Wasser gelegen hatte, war ihr Gesicht unkenntlich geworden. Durch eine Rekonstruktion der Gesichtsweichteile erhofft sich das Landeskriminalamt (LKA) Niedersachsen nun neue Hinweise, die endlich die Identität der Frau klären können. Das Verfahren wurde zum ersten Mal in Niedersachsen angewendet.

Um das Gesicht der Toten zu rekonstruieren, muss Steffi Burrath präzise arbeiten. Wie bei einer technischen Zeichnung übernimmt die Spezialistin des Landeskriminalamtes Sachsen-Anhalt für Gesichtsweichteilrekonstruktion die Feinheiten des Schädels der Toten. «Die Form des Schädels gibt die Gesichtsform vor. Jeder Schädel ist einzigartig», sagt sie. Das gilt auch für die Tote aus der Aller. Sie habe ein gepflegtes Gebiss mit Goldkrone im Oberkiefer und symmetrische Proportionen gehabt, sagt Burrath.

Nachdem die Spezialistin alle verfügbaren Informationen von der Rechtsmedizin, etwa über Alter, Herkunft und Größe der Leiche, in Erfahrung gebracht hat, markiert sie verschiedene Punkte der Kopfoberfläche mit unterschiedlich langen Gummistiften, den Weichteilmarken. Diese markieren die Hautdicke an dem jeweiligen Messpunkt. Sie beginne erst zu zeichnen, wenn sie den Schädel komplett vermessen habe, sagt die 47-Jährige.

Durch die Methode der Rekonstruktion mit Hilfe einer Zeichnung lässt sich das Gesicht genauer rekonstruieren als mit einer Modellierung, sagt Burrath. Bei der Toten aus der Aller fehle jedoch der Nasenstachel, der ein wichtiges Indiz zu der Beschaffenheit der Nase darstellt. Auch die Haarfrisur sei freie Fantasie. Einzelne Haare hätten Anhaltspunkte über die Länge und Eigenschaft gegeben, Genaueres wisse man jedoch nicht.

Im Sommer 2002 war Burrath zu einem Speziallehrgang für forensische Gesichtszeichnungen des FBI nach Quantico im US-Bundesstaat Virginia gereist. Sie hatte erfahren, dass Konstruktionen für die deutschen Behörden in den USA gefertigt wurden, da es hier keine Spezialisten bei der Polizei gibt. So wurde sie zur ersten Spezialistin für Gesichtsweichteilrekonstruktion bei der deutschen Polizei. Insgesamt hat Burrath in ihrer Laufbahn bereits 16 Gesichter rekonstruiert. Die Aufklärungsquote nach ihrer Arbeit liege bei 50 Prozent, sagt sie.

In Hannover habe man von der Möglichkeit der Gesichtsweichteilrekonstruktion nur durch Zufall erfahren, sagt Anke Cleve von der Vermisstenstelle des LKA Niedersachsen. Die Methode sei wohl die letzte Chance, Näheres über die tote Frau zu erfahren, auch wenn es Cleve nahezu unverständlich ist, dass die Frau nirgends vermisst wird. Es müsse doch irgendwo eine Wohnung leer stehen, ein Arbeitsplatz verwaisen oder auch Nachbarn oder Bekannten aufmerksam werden, sagt sie.

Doch die Frau, die das LKA aufgrund ihrer hochwertigen Kleidung und einer gut gefertigten Goldkrone als finanziell bessergestellt einstuft, ist bis heute nicht als vermisst gemeldet. Das LKA vermutet eine Verbindung zur Stadt Hannover, da die Frau eine Fahrkahrte bei sich hatte, die am Aegidientorplatz gelöst wurde, Kleidung der Marke «Jones Armstrong» trug, die es nur in einem Modehaus in Hannover gab und ein Brillenetui bei sich hatte, das vermutlich aus dem ehemaligen hannoverschen Brillenstudio Merscher stammt. Auffällig war, dass sie zwei Schlüssel, die sie bei sich trug, umständlich mit einer Sicherheitsnadel an der Hosentasche befestigt hatte.

Alles andere über die Frau bleibe ein Rätsel, sagt Clever. Auch das Alter könne nicht genau bestimmt werden und zwischen 25 und 60 Jahren liegen. Das LKA tappe weiter im Dunkeln. Aber immerhin habe die tote Unbekannte nun wenigstens ein Gesicht.
http://www.themenportal.de/nachrichten/tote-frau-aus-der-aller-beschaeftigt-weiter-polizei-45875



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Die unbekannte Tote, die niemand vermisst - Raum Hannover

28.09.2014 um 13:39
MGunderson
schrieb:
Kleidung der Marke «Jones Armstrong» trug, die es nur in einem Modehaus in Hannover gab
Und in der Boutique konnte sich auch niemand an diese Kundin erinnern? Normalerweise haben Boutiquen mit solch ausgewählten Marken doch ihre Stammkunden, da geht man nicht einfach rein und kauft anonym von der Stange, da kennt man sich, meist namentlich. Vielleicht hat die Frau da mal
in Kreditkarte bezahlt vor ihrem Tod - lässt sich sowas denn nicht nachträglich noch feststellen?
MGunderson
schrieb:
Auffällig war, dass sie zwei Schlüssel, die sie bei sich trug, umständlich mit einer Sicherheitsnadel an der Hosentasche befestigt hatte.
Für mich ist das ein Zeichen, dass die Frau sich umgebracht hat und selbst ins Wasser gegangen ist. Damit der Schlüssel dabei nicht verlorengeht und von irgendwem gefunden wird, der daraufhin Zugang zu ihrer Wohnung bekommt, hat sie den Schlüssel per Sicherheitsnadel befestigt, weil sie wusste, dass sie da, wo sie hinwill, ihn nicht selbst mehr festhalten kann. Evtl. auch mit dem Gedanken im Hintekopf, dass bei einem gescheiterten Selbstmordversuch dann wenigstens nicht der Schlüssel verloren gehen würde.



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28.09.2014 um 13:43
@traces
Ja, ich hoffe es sehr, daß ein solcher Aufruf getätigt wurde oder evtl. auch Praxen in/um Hannover herum kontaktiert wurden, nur leider finet man darüber nichts. Es würde mich schon sehr interessieren ob evtl. großräumig eine Anzeige gestartet wurde oder nur die regional betreffenden Ärte kontaktiert wurden.
Die Beschreibung der Kleidung unter Benennung der Marken passt ja eher zu einer leger gekleideten Frau, dabei aber markenbewusst.

Sehr seltsam ist halt auch, daß in der Geldbörse zwar 3,19 Euro gefunden wurden, aber ansonsten nichts. Keine EC-/Kreditkarten, keine Kassenbons ect., geschweige denn, Papiere.
Ich finde das sehr ungewöhnlich.



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