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Serie von Brandstiftungen in Schwäbisch Gmünd Bettringen

99 Beiträge ▪ Schlüsselwörter: Brand, Brandstiftung, Feuerteufel ▪ Abonnieren: Feed E-Mail

Serie von Brandstiftungen in Schwäbisch Gmünd Bettringen

15.05.2015 um 23:16
@z3001x

Mir ist es nur aufgefallen, weil es der erste Brand in diesem Jahr
war und wohl noch in den Schulferien. In BaWü waren bis einschließlich
6.1.2015 Weihnachtsferien.

Und in Berlin hatten wir auch jemanden, der Autos und auch
etliche Hausflure in Brand gesteckt hat.


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Serie von Brandstiftungen in Schwäbisch Gmünd Bettringen

15.05.2015 um 23:20
Zitat von z3001xz3001x schrieb:Am 10. Februar wurde ein paar Meter weiter noch ein PKW angezündet (Paradiesstraße).
Dazu gibt es einen Zeitungsartikel: http://www.schwaebische-post.de/788985/
An einem im Bereich Paradiesstraße / Waldstetter Gasse abgestellten Auto wurden in der Nacht zum Dienstag alle vier Reifen zerstochen und zudem ein Brand gelegt. Der Wagen, der bereits mehrfach in ähnlicher Weise angegangen worden war, wurde dabei erheblich beschädigt.
Für mich sieht das eher nach einem Racheakt aus.


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Serie von Brandstiftungen in Schwäbisch Gmünd Bettringen

15.05.2015 um 23:22
@inci2
Joa, kann natürlich sein, wollt auch nur loswerden, was mir dazu einfällt. Ist ja auch bei anderen Serientätern so dass die ihren MO ändern oder vom Räuber zum Vergewaltiger mutieren etc [/Pseudo-Hobby-Profiling off :D ]

@noctua
Zitat von noctuanoctua schrieb:Der Wagen, der bereits mehrfach in ähnlicher Weise angegangen worden war, wurde dabei erheblich beschädigt.
Zitat von noctuanoctua schrieb:Für mich sieht das eher nach einem Racheakt aus.
Sieht jedenfalls schwer danach aus...


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Serie von Brandstiftungen in Schwäbisch Gmünd Bettringen

16.05.2015 um 00:04
Zitat von z3001xz3001x schrieb:[/Pseudo-Hobby-Profiling off :D ]
Scheiß Hobbyermittler. :P: :D Mit dem Alter könntest Du Recht haben. ;)
Zitat von noctuanoctua schrieb:An einem im Bereich Paradiesstraße / Waldstetter Gasse abgestellten Auto wurden in der Nacht zum Dienstag alle vier Reifen zerstochen und zudem ein Brand gelegt. Der Wagen, der bereits mehrfach in ähnlicher Weise angegangen worden war, wurde dabei erheblich beschädigt.
Das muss nicht mit den anderen Brandstiftungen in Zusammehang stehen - eher ein Trittbrettfahrer. Glaube bei den Brandstiftungen an keinen persönlichen Bezug.
Menschen, die unter Pyromanie leiden, sind fasziniert von allen Dingen, die mit Feuer oder Bränden zu tun haben. Genauso interessieren sie sich auch für die Möglichkeiten, einen Brand zu löschen. Bevor ein Patient einen Brand legt, ist er sehr erregt und angespannt. Ist das Feuer gelegt, ist er interessiert und schaut fasziniert zu, was passiert. Oftmals sind Pyromanen unter den Zuschauern des selbst verursachten Brandes zu finden oder haben sogar selbst den Alarm ausgelöst. Wenn alles lichterloh brennt, fühlen sich diese Menschen befriedigt, teilweise sogar vergnügt. Nach dem Brand fühlt sich ein Pyromane wohl und behaglich, ganz gleich welche Schäden entstanden sind.
http://www.vistano-portal.com/psychologie/psychologie-news/pyromanie_wenn_jemand_feuer_und_flamme_ist.html


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Serie von Brandstiftungen in Schwäbisch Gmünd Bettringen

16.05.2015 um 06:40
Das Schwierige bei allen Serienstraftaten ist ja immer, die einzelnen Taten genau einem Täter zuzuordnen, wenn theoretisch auch andere einzelne Taten aus der Serie verübt haben können. Dabei sind völlig zusammenhanglose Taten genauso möglich wie Trittbrettfahrer.

Das ist nun der job der Ermittler, wobei es da in der Regel sehr auf Intuition ankommt. Das ist mehr eine Kunst als eine Wissenschaft und man liegt nicht immer richtig.

Wenn ich das richtig sehe, ist bisher an diesem langen WE nichts passiert?


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Serie von Brandstiftungen in Schwäbisch Gmünd Bettringen

16.05.2015 um 13:43
@Rick_Blaine
So viele Leute wird's in einem kleinen Ort nicht geben, die endlich mal nachts Häuser anzünden wollen...
In Berlin OK, 3,5 Millionen Leute, in Bettringen leben 10.000, wieviele davon sind pyroman?
Zitat von Rick_BlaineRick_Blaine schrieb:Wenn ich das richtig sehe, ist bisher an diesem langen WE nichts passiert?
Zuletzt ist es ja eskaliert, Wohnhausbrand und Firma mit 350.000 Sachschaden. Polizei sucht jetzt mit entsprechendem Aufwand, jetzt dürfte/n er/sie wohl erstmal ruhig bleiben, bis das zurückgefahren wird, könnt isch misch denken.


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Serie von Brandstiftungen in Schwäbisch Gmünd Bettringen

19.05.2015 um 23:48
@z3001x
sehe ich ganz genau so.
Das Wochenende ist tatsächlich ruhig geblieben und da die Fahndungsaufregung in Bettringen tatsächlich groß ist (mit sehr beeindruckenden Fahndungsplakaten in jedem Briefkasten) ist gut vorstellbar, dass der Brandstifter jetzt erstmal genug hat oder abwartet, bis die Aufmerksamkeit etwas zurückgefahren wird.


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Serie von Brandstiftungen in Schwäbisch Gmünd Bettringen

20.05.2015 um 00:05
auf jeden Fall toll, dass das lange Wochenende über nichts passiert ist!
Hoffentlich bleibt es so und sie finden die/den Brandstifter!


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Serie von Brandstiftungen in Schwäbisch Gmünd Bettringen

20.05.2015 um 00:43
@goofy10
Es ist wohl ein kleines Dilemma - ich fürchte nämlich, wenn der Brandstifter nicht mehr in Aktion treten sollte, wird man ihn auch nicht finden. Aber natürlich wünscht sich auch niemand, dass es nochmal brennt.

Im Grunde sind im Moment alle froh, wenn es regnet...


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Serie von Brandstiftungen in Schwäbisch Gmünd Bettringen

20.05.2015 um 22:13
Artikel aus der Rems-Zeitung von heute:
Bettringer Feuerwehrleute melden sich freiwillig zum DNA-​Test

Weiterhin auf Hochtouren laufen die Schutz– und Fahndungsmaßnahmen der Polizei in Bettringen, das seit Ostern von einer schlimmen Serie von Brandstiftungen heimgesucht wurde. Aktuell ist relative Ruhe eingekehrt. Die Bettringer Feuerwehrleute haben sich zu einem ungewöhnlichen Schritt entschlossen, um in ortsfremden Medien geäußerten Spekulationen entgegen zu treten: Sie haben sich der Kriminapolizei am Dienstagabend einem freiwilligen DNA-​Test unterzogen.
Vollständiger Artikel: http://remszeitung.de/2015/5/20/bettringer-feuerwehrleute-melden-sich-freiwillig-zum-dna-test/


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Serie von Brandstiftungen in Schwäbisch Gmünd Bettringen

20.05.2015 um 22:17
Das impliziert dass es Täter DNA gibt.
Sonst wäre das ja wirklich sinnfrei.
Finde ich einen guten Schritt von den Feuerwehrleuten.
So sind die schon mal raus.

Kommen danach die Bewohner dran, freiwillig natürlich ?


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Serie von Brandstiftungen in Schwäbisch Gmünd Bettringen

22.05.2015 um 15:17
Der Täter ist wohl gefasst!
Die Bevölkerung kann aufatmen!

Remszeitung:
Serienbrandstifter gefasst — Aufatmen in Bettringen
http://remszeitung.de/2015/5/22/serienbrandstifter-gefasst---aufatmen-in-bettringen/


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Serie von Brandstiftungen in Schwäbisch Gmünd Bettringen

23.05.2015 um 03:15
Nun kann @Kronprinzessin die Schrotflinte wieder wegstellen und braucht nicht mehr im Nachthemd auf dem Balkon sitzen. Das ist gut. Interessant ist das Alter des Täters.

Und wieder einmal hat gute alte Polizeiarbeit den Erfolg gebracht, kein high-tech CSI, sondern einfach "boots on the ground," eine massive Überwachung des Ortes bei Nacht. So soll es sein. Nur leider verstehen Politiker das nicht und streichen immer noch Planstellen.


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Serie von Brandstiftungen in Schwäbisch Gmünd Bettringen

23.05.2015 um 04:14
Die Bettringer dürften sicher froh sein dass sie jetzt wieder sorglos in ihre Betten fallen können.
In einem Artikel stand noch, dass er unmittelbar bei der Holzbaufabrik Maier in der Heubacher Str 51 wohnte, dem letzten Anschlagsziel.
http://www.feuerwehrmagazin.de/nachrichten/news/aufatmen-in-bettringen-brandstifter-gefasst-51170 (Archiv-Version vom 25.05.2015)
Immerhin hat sich die Nähe zu diesem Feldareal um den Klingenweg somit bestätigt...
Was er beruflich macht, fände ich jetzt noch spannend, wegen des angenommenen Bezugs zu Schulen und Schulferien. Das Alter sieht jetzt erst mal nicht so nach einem Schüler aus.


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Serie von Brandstiftungen in Schwäbisch Gmünd Bettringen

23.05.2015 um 05:39
Schöne Nachricht für Bettringen, obwohl man so etwas natürlich auch als örtliche Gemeinschaft erst einmal verdauen muss, besonders die von den schrecklichen Brandstiftungen konkret Betroffenen!

Ausdrücklich loben muss man auch die Polizei. Nach dem schwersten Brand hat man weitere Taten verhindern können!
Zitat von z3001xz3001x schrieb:In einem Artikel stand noch, dass er unmittelbar bei der Holzbaufabrik Maier in der Heubacher Str 51 wohnte, dem letzten Anschlagsziel.
Rückblickend kann man nun feststellen, dass sich die schwersten Brände alle in einem Radius von 1 km um den Ankerpunkt Holzbaufabrik/Täterwohnung ereignet haben (vgl. Beitrag von noctua (Seite 2) ).
Staatsanwaltschaft und Polizei gehen momentan davon aus, dass der Tatverdächtige beginnend ab dem Osterwochenende für insgesamt 13 Brandlegungen in und um Bettringen verantwortlich ist, wobei in zwei Fällen eine Sachbeschädigung vorliegt. Nach den ersten fünf Bränden an Ostern 2015 folgen am Wochenende 18./19. April 2015 zwei weitere Brände, die den Ermittlungen zufolge auf sein Konto gehen. Nach einer längeren Pause begann am 08. Mai und in den Folgetagen eine erneute Brandserie, die mit einem Brand am 13.Mai in einem Holzbaubetrieb in der Heubacher Straße seinen Höhepunkt fand. Insgesamt gehen die Ermittler von einem Brandschaden in Höhe von circa einer Million Euro aus.

http://remszeitung.de/2015/5/22/serienbrandstifter-gefasst---aufatmen-in-bettringen/
Demnach scheint der Brand vom 13. Februar (Gartenhaus in der Kleingartenanlage an der Breslauer Straße) nicht zur Serie dieses Täters gehört zu haben. Mit 10000 Euro Sachschaden würde man diesen sicherlich nicht als einfache Sachbeschädigung werten. Vielleicht hört und liest man dazu in den nächsten Tagen noch mehr.


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Serie von Brandstiftungen in Schwäbisch Gmünd Bettringen

23.05.2015 um 12:49
Also, ich muss zu meiner Schande als Oberbettringerin gestehen, dass ich es erst heute erfahren habe, da ich zur Zeit mal wieder Andernorts weile.
Aber natürlich bin ich, wie sicher auch alle anderen Bettringer (den festgenommenen und seine Familie, falls er eine hat ausgenommen), sehr froh, dass man nicht mehr um Hab und Gut und evtl. auch Leib und Leben fürchten muss.
Der Festgenommene kann übrigens auch recht froh sein hinter sicheren Mauern zu hocken, denn was letzte Woche in Gmünd von einigen Bewohnern so geäußert wurde, was man mit ihm täte, wenn man ihn erwischte... ich glaube die U-Haft ist da wesentlich bekömmlicher für ihn.

Sobald ich nächste Woche etwas Dorftratsch aufgeschnappt habe, werde ich berichten (falls es dann nicht sowieso schon in der Zeitung steht).

@Rick_Blaine
Achja, Schrotflinten und Feuerlöscher aus zweiter Hand werden jetzt in Bettringen günstig verkauft... (nee, isch bloß a Späßle, wir Schwaben geben nix her, was wir mal besessen haben - man weiß nie, ob mans noch brauchen kann)

Ein 37jähriger aus der Ortsmitte - das ist wohl tatsächlich kein gelangweilter Teenager, ich bin jetzt mal sehr gespannt auf das Motiv und nähere Einzelheiten.


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Serie von Brandstiftungen in Schwäbisch Gmünd Bettringen

23.05.2015 um 13:59
Die Beamten hatten zuletzt ihre Präsenz in dem Stadtteil deutlich erhöht und sind nachts vermehrt Streife gefahren. Dabei, so der Polizeisprecher, sei ihnen der Mann wiederholt aufgefallen. Danach wurde der Mann observiert und auch seine Facebook-Einträge beobachtet. Dort habe der Tatverdächtige nach Auskunft der Stadt immer wieder Brandfotos gepostet und sich allgemein über Brände ausgelassen. Das machte ihn noch verdächtiger.
http://www.schwaebische.de/region_artikel,-Aufatmen-in-Bettringen-Feuerteufel-gefasst-_arid,10237580_toid,1.html


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Serie von Brandstiftungen in Schwäbisch Gmünd Bettringen

24.05.2015 um 03:17
In dem Artikel steht auch, dass er wohl erst gut ein Jahr in Bettringen wohnen würde und "sozial schwach" aufgestellt sei, aber wenigstens für den Moment keine (psych) Auffälligkeiten bekannt wären und er nicht als Außenseiter oder Sonderling gegolten habe, sondern "normal" gewirkt habe und man sich gegrüßt habe und ab und zu ein Schwätzle gehalten hätte (das sagte ein Bettringer). Motiv völlig unklar. Eine Million Sachschaden.


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Serie von Brandstiftungen in Schwäbisch Gmünd Bettringen

05.12.2015 um 01:37
So, um den Thread ordentlich abzuschließen, möchte ich hier noch ein bisschen Lokalpresse (Gmünder Tagespost) zum juristischen Ende der Bettringer Brandserie zur Verfügung stellen.

Vom 10.Juli 2015:
Fragen zum Brandstifter
Polizei will den Fall Ende Juli an Staatsanwaltschaft geben
Die Polizei hat den Bettringer Brandstifter vor sieben Wochen gefasst. Ihre Ermittlungen gingen und gehen aber weiter. Bis Ende des Monats, schätzt Polizeisprecher Bernhard Kohn. Dann will die Kriminalpolizei die Akte schließen und an die Staatsanwaltschaft übermitteln, damit diese die Anklage erheben kann.
JULIA TRINKLE
Schwäbisch Gmünd-Bettringen. Offene Fragen vor Gericht? Dies will die Polizei ausschließen, wenn der 37-jährige Bettringer angeklagt wird, der die 15 Brandstiftungen zwischen Anfang April und Mitte Mai gestanden hat. Daher endete die Arbeit der Kriminalpolizei mit der Festnahme noch lange nicht. Jeder Brandort der Serie wird als einzelner Tatort bewertet und entsprechend untersucht, sagt der Polizeisprecher. Dabei gelte es, viele Detailfragen zu klären. Wobei sich aus einer Antwort oft weitere Fragen ergäben, erzählt Kohn, der zum jetzigen Zeitpunkt nicht auf Details eingehen will.
Eine für viele Bettringer wichtige Frage ist die nach dem Motiv. Doch auch dazu wollen Staatsanwaltschaft und Polizei derzeit nichts an die Öffentlichkeit geben.
Die Polizei ermittle momentan mit Hochdruck, um die Akte bald schließen zu können. Es laufe gut, meint Kohn. Er gehe daher davon aus, dass es Ende Juli soweit sein wird. Dann geht die umfassende Akte an die Staatsanwaltschaft.
Diese prüft sie, gewährt Opfern und dem Verteidiger des Beschuldigten Akteneinsicht und formuliert die Anklage, sagt Jens Weise, stellvertretender Pressesprecher der Staatsanwaltschaft Ellwangen auf Anfrage. Wann rechnet er mit dem Gerichtstermin? Das sei schwer einzuschätzen, meint der Staatsanwalt. Aber weil der 37-Jährige in Untersuchungshaft sitzt, werde der Fall mit Nachdruck zügig bearbeitet. Sollte sechs Monate nach der Festnahme noch kein Urteil in erster Instanz gesprochen sein, müsste das Oberlandesgericht prüfen, ob es Verzögerungen im Verfahren gab.
© Gmünder Tagespost 10.07.2015 22:39:10
Dann zum Prozessauftakt ein Artikel vom 15.11.2015
Wut auf Brandstifter noch immer riesig
Gemischte Gefühle vor dem Prozess zur Bettringer Brandserie diese Woche vor dem Landgericht
Er hat Menschenleben in Gefahr gebracht, ein Unternehmen bis an die Existenz gefährdet und wochenlang für Angst in Bettringen gesorgt: Diese Woche steht der 38-Jährige, der die Serie von Brandstiftungen im April und Mai 2015 gestanden hat, vor dem Landgericht Ellwangen.
JULIA TRINKLE
*

* 

Schwäbisch Gmünd. Gemischte Gefühle vor dem Prozess am Dienstag und Mittwoch in Bettringen: Die Wut ist bei Geschädigten noch immer riesig, sagt Ortsvorsteherin Brigitte Weiß. Aber irgendwie sei auch ein gewisses Aufatmen im Ort spürbar, weil sich der Angeklagte jetzt vor Gericht verantworten muss, sagt die Ortsvorsteherin, die selbst noch unschlüssig ist, ob es wichtig und richtig ist, zur Verhandlung zu gehen. Sie werde es kurzfristig entscheiden.
„Was soll es bringen?“, antwortet Erika Maier vom Holzbauunternehmen Maier in Bettringen als Opfer einer der Brandstiftungen auf die Frage, ob sie zum Prozess am Landgericht geht. Weil Gebäude- und Maschinenversicherung bis heute nicht bezahlt hätten, sei die Existenz des Familienbetriebes bedroht. Großmaschinen fehlten, die Maschinenhalle habe nicht wieder aufgebaut werden können und auch die Lagerhalle sei nach wie vor nicht mehr intakt. „Zum Glück sind die Kunden uns treu“, sagt sie. Vieles könnten die vier Arbeiter im Betrieb mit Mehrarbeit auffangen. Man habe sich schon gewünscht, dass der Verantwortliche all den Schutt und Ruß aus den Hallen schaffen muss – „und nicht wir“, sagt sie. Für zwei Tage bei Gericht habe die Familie jedenfalls keine Zeit. Und: Was in jemand vorgeht, der wochenlang Brände im Ort legt und dabei Menschenleben gefährdet, werde sie wohl auch nach seiner Aussage nicht nachvollziehen können.
Weil die Frage nach dem Warum noch völlig offen ist, will Gmünds Feuerwehrkommandant Ralf Schamberger dabei sein, wenn der Angeklagte aussagt. Die Brandserie im April und Mai dieses Jahr sei extrem belastend gewesen für die Gmünder Feuerwehr und ihre Abteilungen, erinnert er sich an die vielen Einsätze. Aber auch an die ständige Unsicherheit, wann es wieder los geht, und an das Misstrauen im Ort und in der Feuerwehr, bevor der nun Angeklagte gefasst war. Mit Ralf Schamberger werden auch Bettringens Kommandant Eduard Wamsler und Kreisbrandmeister Otto Feil zum Prozess gehen.
© Gmünder Tagespost 15.11.2015 21:33:56
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Und schließlich das Urteil (Artikel vom 18.11.2015)
Brandstifter kommt in Psychiatrie
Landgericht fällt Urteil zur Bettringer Brandserie – Stephan S. könnte in zwei Jahren wieder frei sein
Der Bettringer Brandstifter ist verurteilt: Der 38-jährige Stephan S. bekommt eine Gesamtfreiheitsstrafe von fünf Jahren. Die Zweite Strafkammer am Landgericht Ellwangen ordnete an, dass er in die Psychiatrie kommt. Unter Umständen kann er in zwei Jahren wieder frei sein.
JULIA TRINKLE
Schwäbisch Gmünd-Bettringen/Ellwangen. Zwei Tage Verhandlung am Landgericht setzen den juristischen Schlusspunkt zur Bettringer Brandserie.

Das Urteil: Fünf Jahre Freiheitsstrafe. So lautet das Urteil für elf Brandstiftungen mit fahrlässiger Körperverletzung in drei Fällen und für zwei Sachbeschädigungen. Damit ist das Gericht nah beim Antrag des Oberstaatsanwalts. Oliver Knopp hatte für eine Gesamtfreiheitsstrafe von fünf Jahren und drei Monaten plädiert, Verteidiger Robert Bäumel für eine Gesamtfreiheitsstrafe von vier Jahren. Das Gericht ordnete an, dass Stephan S. in einer psychiatrischen Anstalt untergebracht wird. Im für den 38-Jährigen günstigsten Fall könne er in zwei Jahren wieder auf freien Fuß kommen, erläuterte der Vorsitzende Richter Bernhard Fritsch. Vorausgesetzt, die Fachärzte in der Psychiatrie seien dann der Meinung, dass die Maßnahmen dort anschlagen und von Stephan S. keine Gefahr mehr für die Allgemeinheit ausgeht. Die Hälfte der Freiheitsstrafe müsse er aber in jedem Fall verbüßen: zweieinhalb Jahre. Das halbe Jahr Untersuchungshaft seit seiner Festnahme werde darauf angerechnet. Falls die Ärzte jedoch zu dem Schluss kommen, dass die Maßnahmen nicht greifen, könne die Unterbringung in der Psychiatrie auch fünf Jahre überdauern, führte Fritsch aus. Wenn Stephan S. keine Rechtsmittel gegen das Urteil einlegt, ist es in einer Woche rechtskräftig. „Keine Revision“, habe er spontan nach der Urteilsverkündung gesagt, so Verteidiger Bäumel. Er werde das nun in Ruhe mit seinem Mandanten besprechen.

Voll oder nur vermindert schuldfähig? Für das Gericht habe außer Frage gestanden, dass der Angeklagte schuldfähig ist, sagte Richter Fritsch. Eine Stimme in ihm habe gesagt, „lass es, es ist falsch“, hatte der Angeklagte ausgesagt. „Sie hätten sich am Riemen reißen können, deshalb waren sie auch schuldfähig“, so der Richter in der Urteilsbegründung. Das Gericht habe jedoch abwägen müssen, ob der 38-Jährige voll oder vermindert schuldfähig ist. Psychiaterin Heidi Gromann attestierte ihm eine „kombinierte Persönlichkeitsstörung“, die jedoch nicht so stark ausgeprägt sei, dass sie sich auf die Schuldfähigkeit auswirke. Einen „anhaltenden tiefgreifenden Krankheitswert“ sehe sie nicht: „Sonst hätten Sie sich Hilfe gesucht.“ Mit Psychiatern war Stephan S. schließlich seit seiner Kindheit immer wieder vertraut. Bereits mit drei Jahren. Warum? Daran könne er sich nicht mehr erinnern, sagte der Angeklagte. „Meine Mutter hat immer gesagt, ich sei nicht behindert, sondern stinkfaul“, erzählte der 38-Jährige. Er ging auf die Sonderschule, schloss seine Ausbildung aus „Prüfungsangst“ nicht ab. Hartz IV, gelegentliche Jobs, ein Aufenthalt in der Psychiatrie, fasste Bernhard Fritsch zusammen, was folgte. Privat eine gescheiterte Ehe, keine Beziehung zu seinen Kindern, kein Führerschein. In seinem Milieu habe er jedoch funktioniert, argumentierte die Psychiaterin dagegen, dass diese Lebensumstände für einen tiefgreifenden Krankheitswert sprechen. Nicht jeder verfolge das Lebensmodell „Haus, Familie, Kinder, Beruf, Auto“. Doch in seinen Aussagen machte der Angeklagte immer wieder deutlich, dass er sich eben genau danach sehne und unter der Trennung von seiner Frau und seinen Söhnen leide, sagte Anwalt Bäumel. Auch zwei oder drei Suizidversuche sprächen für ein Krankheitsbild. Menschen mit Borderline-Persönlichkeitsstörung, wegen der Stephan S. bereits behandelt wurde, erlebten Selbstverletzungen als Ventil. Dem vergleichbar habe der Angeklagte die Brandstiftungen, „die Faszination Feuer“, als etwas erlebt, das ihm den Druck nimmt, zitierte Bäumel aus dem psychiatrischen Gutachten: „Dass man dann die verminderte Schuldfähigkeit verneint, kann ich nicht nachvollziehen.“ Dieser Ansicht des Verteidigers schloss sich das Gericht an.

Zulasten von Stephan S. spreche, dass die Brandserie die Bettringer „in Angst und Schrecken versetzt“ habe, erinnerte der Oberstaatsanwalt. Er vermute, dass sich die Geschädigten mit der Entschuldigung schwer tun. Zumal er für die Schäden nicht aufkommen könne. Insgesamt rund eine Million Euro. Wenn in einem Wohnhaus neben dem Brand jemand ums Leben gekommen wäre, „hätten Sie das billigend in Kauf genommen“, sagte Richter Fritsch.

Zugunsten des Angeklagten spreche, dass er keine Vorstrafen habe sowie sein frühzeitiges Geständnis, mit dem er die Aufklärung aller Brandfälle ermöglicht habe, sagte der Vorsitzende Richter. Außerdem seine Reue. Im Schlusswort hatte der 38-Jährige bekundet, „ich möchte mich bei allen Geschädigten, bei allen Rettungskräften der Feuerwehr, der Polizei und des DRK und bei allen Bettringern entschuldigen“. Er wisse, dass „nur ich dafür verantwortlich bin“ und nicht andere.
© Gmünder Tagespost 18.11.2015 21:36:54




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Serie von Brandstiftungen in Schwäbisch Gmünd Bettringen

05.12.2015 um 03:58
@Kronprinzessin

Danke!


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