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Franz Räth Rätselhaftes Verschwinden eines Bürgermeisters 1977

63 Beiträge, Schlüsselwörter: SPD, VW, Golf, Main, Bürgermeister, 1977, Räth, Schwebheim, Zeilitzheim, Landrat

Franz Räth Rätselhaftes Verschwinden eines Bürgermeisters 1977

08.01.2020 um 06:53
TatzFatal schrieb:Räth in den Main, sein Auto in den Teich?
Aber aus welchem Grund sollte ein Täter sich die 'Mühe' machen, Räth und Auto getrennt zu versenken?
Dadurch wäre das Risiko, beobachtet zu werden, höher gewesen und warum hätten die Leute von der Fischereigesellschaft dann behaupten sollen, das Auto im See sei als Laichplatz für Fische dort versenkt worden?
Dann müssten entweder zwei PKW dort im See liegen oder die Leute von der Fischereigesellschaft hätten etwas mit Räths Verschwinden/ seinem Tod zu tun bzw hätten wissen müssen, dass Räths Auto dort liegt, was eine Erklärung für die etwas merkwürdig anmutende Begründung mit dem PKW als Laichplatz wäre.


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Franz Räth Rätselhaftes Verschwinden eines Bürgermeisters 1977

08.01.2020 um 12:27
ThoFra schrieb:Aber aus welchem Grund sollte ein Täter sich die 'Mühe' machen, Räth und Auto getrennt zu versenken?
Autos tauchen zuweilen in Flüssen wieder auf, oder es war zu schwierig das Auto in den Main zu befördern. In einem Fischteich müsste jemand gezielt nach einem Auto suchen, da gibt's keine Strömung und keine Schiffe die ein Auto mitziehen könnten. Mit einer Leiche im Teich schaut's da anders aus, die Gefahr das diese hochkommt ist groß. Also entsorgt man Auto und Leiche getrennt, und Franz Räth wurde offensichtlich zerteilt, da deutet das gefundene Bein mit Schuh am Fuß drauf hin. Das wiederum bedeutet mMn das Räth irgendwo getötet, zerteilt und die Leichenteile im Main entsorgt wurden, bez. zumindest ein Teil davon. Es können auch mehrere Ablageorte möglich sein.
Ich glaube zuerst musste das Auto verschwinden, nach dem suchte man ja auch zügig. Räth wurde wohl recht zeitnah, aber nicht direkt, und unter Bedingungen die dem Täter ermöglichten unerkannt zu bleiben entsorgt. Z.B. 1-3 Tage nach dem Verschwinden, und wohl in der Nacht.
ThoFra schrieb:Dann müssten entweder zwei PKW dort im See liegen oder die Leute von der Fischereigesellschaft hätten etwas mit Räths Verschwinden/ seinem Tod zu tun bzw hätten wissen müssen, dass Räths Auto dort liegt, was eine Erklärung für die etwas merkwürdig anmutende Begründung mit dem PKW als Laichplatz wäre.
Ja die Erklärung für ein Auto das bei Schnee im Teich landet, finde ich auch etwas speziell.
Denke das bloß ein Auto im Teich ist.

Irgendjemand hat mit dem Verschwinden von Räth zu tun, schade dass das nicht wieder aufgerollt wurde. Eine Aufklärung würde vermutlich heutzutage eher im Bereich des möglichen sein.


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Franz Räth Rätselhaftes Verschwinden eines Bürgermeisters 1977

09.01.2020 um 11:31
TatzFatal schrieb:und Franz Räth wurde offensichtlich zerteilt, da deutet das gefundene Bein mit Schuh am Fuß drauf hin. Das wiederum bedeutet mMn das Räth irgendwo getötet, zerteilt und die Leichenteile im Main entsorgt wurden, bez. zumindest ein Teil davon.
Ja, von dem gefundenen Bein/Unterschenkel mit dem Schuh habe ich auch gelesen.
Dieser Schuh wurde von Räths Sohn identifiziert.
Habe aber bereits in einem meiner vorherigen Postings hier im Thread angemerkt, dass in den 70er-Jahren noch keine DNA - Analyse möglich war, daher könnte es rein theoretisch sein, dass zwar der Schuh von Herrn Räth stammte, nicht jedoch das Bein/Unterschenkel.
Würde zwar auch davon ausgehen dass es sich tatsächlich um einen Teil von Räths Körper gehandelt hat, nur sicher kann man nicht sein.
TatzFatal schrieb:schade dass das nicht wieder aufgerollt wurde. Eine Aufklärung würde vermutlich heutzutage eher im Bereich des möglichen sein.
Wäre die Tat heutzutage passiert, wäre die Aufklärung wohl auch gut möglich gewesen, dann hätte man auf jeden Fall das Bein untersucht und per DNA - Analyse eindeutig feststellen können, ob es nun Räths Bein war oder nicht.
Auch was die Suchmaßnahmen im Wasser betrifft, könnte heutige Technik weiterhelfen, denke mal, dass von dem Auto sicherlich auch nach der langen Zeitspanne noch 'Reste' erhalten sein müssten.

Wer weiß, vll nimmt sich ja doch noch irgendwann einmal eine Cold - Case - Einheit des Falles an.
Habe mal in einem Artikel gelesen, dass die Fälle u a auch nach 'Erfolgsaussicht' ausgewählt werden, also Fälle Priorität erhalten, wo die Aussicht auf Aufklärung wahrscheinlich erscheint.


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09.01.2020 um 15:46
ThoFra schrieb:Auch was die Suchmaßnahmen im Wasser betrifft, könnte heutige Technik weiterhelfen, denke mal, dass von dem Auto sicherlich auch nach der langen Zeitspanne noch 'Reste' erhalten sein müssten.
Falls man das Auto nicht doch noch nach Jahren aus dem Teich entfernt hat.
ThoFra schrieb:Wer weiß, vll nimmt sich ja doch noch irgendwann einmal eine Cold - Case - Einheit des Falles an.
Habe mal in einem Artikel gelesen, dass die Fälle u a auch nach 'Erfolgsaussicht' ausgewählt werden, also Fälle Priorität erhalten, wo die Aussicht auf Aufklärung wahrscheinlich erscheint.
Außer Mord ist die Tat schon lange verjährt. Glaub nicht das da noch an aufrollen gedacht wird.

Eindeutig bewiesen ist es zwar nicht das es sich um Räth gehandelt hat, aber durch die Identifikation durch Angehörige wohl ausreichend als Beweis. (?)


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Franz Räth Rätselhaftes Verschwinden eines Bürgermeisters 1977

10.02.2020 um 13:03
Wo steht denn, dass Hr. Räth Früher Polizist war? Ich persönlich habe davon noch nie etwas gehört.
Meiner Meinung nach gab es in den 70er Jahren noch nicht die Auswahl an Schuhmodellen wie heutzutage?


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Franz Räth Rätselhaftes Verschwinden eines Bürgermeisters 1977

10.02.2020 um 13:18
Mi83 schrieb:Wo steht denn, dass Hr. Räth Früher Polizist war? Ich persönlich habe davon noch nie etwas gehört.
Wer behauptet denn, dass Herr Räht Polizist gewesen sei?

Aus dem Eingangsposting bzw dem dort zitierten Artikel geht hervor, dass es sich bei Herrn Räth um einen Landwirt handelte:
Mi83 schrieb am 18.04.2016:Man beobachtet noch, wie der 53-jährige Landwirt in seinen roten VW Golf steigt und davonfährt. Es ist das letzte mal, dass der Landwirt gesehen wird. Er kommt nie daheim an.
Wäre Herr Räth im Laufe seines Berufslebens bei der Polizei gewesen, gehe ich davon aus, dass dies sicherlich in diesem - ausführlichen - Artikel Erwähnung gefunden hätte.


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Franz Räth Rätselhaftes Verschwinden eines Bürgermeisters 1977

10.02.2020 um 17:21
ThoFra schrieb:Wer behauptet denn, dass Herr Räht Polizist gewesen sei?
Das steht hier im Thread.

egaht am 19.04.2016:
egaht schrieb am 19.04.2016:1977 gabs faktisch noch keine alkoholkontrollen in bayern und herr räth als ehemaliger polizist hätte auch alkoholisiert weiterfahren dürfen.
Du selbst hast es vor ein paar Tagen zitiert.


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Franz Räth Rätselhaftes Verschwinden eines Bürgermeisters 1977

10.02.2020 um 19:17
sooma schrieb:Du selbst hast es vor ein paar Tagen zitiert.
Stimmt, habe die entsprechende Passage in meinem Posting am 02.01.2020 um 07:58
zitiert.

Allerdings fügt der User 'egaht' keine Quelle zu dieser Behauptung, bei Herrn Räth habe es sich um einen ehemaligen Polizisten gehandelt, ein und ist auch kein Mitglied mehr hier bei Allmystery, daher wird er/sie uns wohl auch nicht (mehr) beantworten, woher diese Information stammte.

Da sonst nirgends erwähnt wurde, dass es sich bei Herrn Räth um einen ehemaligen Polizisten handelte, gehe ich nicht davon aus, dass diese Behauptung zutrifft.
In den anderen Artikeln war lediglich von 'Landwirt' die Rede.


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Franz Räth Rätselhaftes Verschwinden eines Bürgermeisters 1977

10.02.2020 um 19:30
ThoFra schrieb:Da sonst nirgends erwähnt wurde, dass es sich bei Herrn Räth um einen ehemaligen Polizisten handelte, gehe ich nicht davon aus, dass diese Behauptung zutrifft.
Hier z. B. wird es erwähnt:
Franz Räth wird am 26. Februar 1923 auf dem Hofgut Wadenbrunn bei Kolitzheim geboren. Nach der Rückkehr aus dem Zweiten Weltkrieg geht der gelernte Werkzeugmacher und Werkzeugfräser 1945 zur Landpolizei.
https://www.kolitzheim.de/ungeloeste-kriminalfaelle-ein-buergermeister-verschwindet_Newsdetail_22999_kkdetail_view_news....

Die Geschichte ist auch in einem Buch verarbeitet worden: "Der Versunkene" von Bernhard Gehringer.


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Franz Räth Rätselhaftes Verschwinden eines Bürgermeisters 1977

10.02.2020 um 19:46
[Nachtrag]
sooma schrieb:Die Geschichte ist auch in einem Buch verarbeitet worden: "Der Versunkene" von Bernhard Gehringer.
Unter anderem hier gibt es dazu Info:

https://m.mainpost.de/regional/schweinfurt/Die-irre-Story-des-verschwundenen-Zeilitzheimer-Buergermeisters;art763,102945...

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1923 geboren, seit 1977 vermisst. Franz Räth leitete den SPD-Ortsverein in Zeilitzheim, engagierte sich agrarpolitisch und war beim Roten Kreuz sehr aktiv. 1972 wurde er zum Nachfolger des langjährigen Bürgermeisters Johann Pröschel gewählt. Foto: Sammlung Hilmar Spiegel


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Franz Räth Rätselhaftes Verschwinden eines Bürgermeisters 1977

10.02.2020 um 20:01
@ Sooma, Danke für die Info


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Franz Räth Rätselhaftes Verschwinden eines Bürgermeisters 1977

10.02.2020 um 20:16
@sooma

Habe das Buch gerade online gesucht, gibt es nirgends. Zumindest momentan. Der Auto führt jedoch aktuell Lesungen aus dem Buch durch.

Dieser ganze Fall hört sich nach Verbrechen an. Dass nur ein skelletiertes Bein mit Schuh gefunden wurde, muss nicht heißen, dass eine Leiche zerteilt wurde. Gerade in Gewässern mit Schiffsverkehr passiert es, das eine Leiche in Mitleidenschaft gezogen wird, um es mal halbwegs human auszudrücken.

Falls der tote Herr Räth länger in seinem Auto am Wassergrund liegend eingeschlossen war und dann ein Panzer oder derartiges das Auto unter Wasser zerfetzt hätte, könnten daraus auch, mittlerweile nicht mehr aneinander hängende Leichenteile weggeschwommen sein.


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Franz Räth Rätselhaftes Verschwinden eines Bürgermeisters 1977

10.02.2020 um 20:26
@Mi83
Gern. Hier auch noch eine Karte mit der Lage von Zeilitzheim:

karte

Grafik: https://www.landsiedel-seminare.de/nlp/nlp-kongress/nlp-kongress.html (2016)
Mi83 schrieb am 18.04.2016:Einziger Anhaltspunkt ist eine im Schnee entdeckte Fahrzeugspur, die zu einem Fischteig zwischen Hirschfeld und Heidenfeld führt.
carte

Bildquelle/zur interaktiven Karte:
https://www.viamichelin.de/web/Karten-Stadtplan/Karte_Stadtplan-Zeilitzheim-97509-Bayern-Deutschland
Die im Zuge der Gebietsreform 1978 aus den ehemals selbständigen Gemeinden Heidenfeld, Hirschfeld und Röthlein gebildete Großgemeinde Röthlein liegt ca. 7 km südlich der kreisfreien Stadt Schweinfurt im sogen. "Schweinfurter Becken".

Geographisch ca. 8 km südlich der Stadt Schweinfurt. Zugehörig zum Landkreis Schweinfurt. Nach der Landesplanung gehört Röthlein zur Region Main-Rhön.

Höhenlage: 206 m über NN.

Verkehrsanbindung: B 286 (Autobahnzubringer A 70 – A 3) Ausfahrt Röthlein, über Staatsstraße 2277 ca. 1,5 km bis zum Gemeindeteil Röthlein.
https://www.roethlein.de/lage_Lage_5_kkmenue.html


@Masine
Masine schrieb:Habe das Buch gerade online gesucht, gibt es nirgends.
Man kann es beim Autor anfragen, siehe Info ganz am Ende des Mainpost-Artikels - will hier keine Werbung betreiben.


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Franz Räth Rätselhaftes Verschwinden eines Bürgermeisters 1977

11.02.2020 um 11:06
...kommt eine groß angelegte Suchaktion in Gang. Polizisten durchkämmen die Wälder zwischen Zeilitzheim und Schwebheim, suchen auch auf und im Main, schließlich hätte der Verschollene auf dem Rückweg ja auch die für ihn längere Route am Main entlang fahren können
Hervorhebung von mir eingefügt.

Wäre natürlich interessant zu wissen, ob Herr Räth diese für ihn längere Route am Main entlang öfters fuhr, oder ob es einen (triftigen) Grund für ihn gegeben haben muss, nicht auf dem kürzesten Wege nach Hause zu fahren.

Alles, was in genannten Buch steht, kann man jedoch wohl auch nicht 'für bare Münze' bzw als erwiesen nehmen:
Herausgekommen ist ein alternativer Heimatroman, der sich in einer Mischung aus Doku und Fiktion diesem ungelösten (Kriminal-)Fall und anderen anderen Ereignissen dieser Zeit nähert.
Hervorhebung von mir eingefügt.

Quelle der Zitate:
https://www.mainpost.de/regional/schweinfurt/Die-irre-Story-des-verschwundenen-Zeilitzheimer-Buergermeisters;art763,1029...


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Franz Räth Rätselhaftes Verschwinden eines Bürgermeisters 1977

11.02.2020 um 13:54
ThoFra schrieb:Alles, was in genannten Buch steht, kann man jedoch wohl auch nicht 'für bare Münze' bzw als erwiesen nehmen
Nein, es ist kein Tatsachenbericht oder eine getreue Wiedergabe der Ereignisse. Es verhält sich mehr wie mit den Romanadaptionen und "Berichten" zu dem Familienmord in Hinterkaifeck, da mischt sich Fakt und Fiktion. Interessant vielleicht, um sich in die Zeit und die Gegend zu versetzen, wenn einen der Fall interessiert.

Hier finden sich meiner Meinung nach haltbarere Infos zum Fall, von der ersten Seite und von mir oben verlinkt:

https://www.kolitzheim.de/ungeloeste-kriminalfaelle-ein-buergermeister-verschwindet_Newsdetail_22999_kkdetail_view_news....
bzw.
https://m.mainpost.de/regional/franken/Ungeloeste-Kriminalfaelle-Ein-Buergermeister-verschwindet;art1727,8645821


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Franz Räth Rätselhaftes Verschwinden eines Bürgermeisters 1977

11.02.2020 um 15:54
Der Schädel hätte womöglich den Beweis für die Annahme geliefert, dass der schwimmende Panzer mit seinen Ketten das Dach von Räths Golf berührte, so dass die Scheiben herausfielen und die Leiche freigekommen ist.
M E ein gut vorstellbares Szenario, das auch erklären würde, warum erst 1979 - also zwei Jahre nach Herrn Räths - bis dahin spurlosen - Verschwinden zuerst das (teilweise skelettierte) Bein/Unterschenkel mit Fuß auftauchte - den Schuh an diesem Bein bzw Fuß identifizierten seine Angehörigen ja als den Schuh von Franz Räth - und wenig später der Schädel von dem Mann auf dem Lastkahn gesehen - und leider wieder zurück in den Main geworfen - wurde.
Im Februar 1949 heiratet er Frieda Deppert aus Zeilitzheim. Mit ihr bewirtschaftet Franz Räth fortan deren elterliche Landwirtschaft. Sein ganzer Stolz ist der 1964 am Ortsausgang zwischen den sich hier gabelnden Straßen nach Gaibach und Zeilitzheim bezogene Aussiedlerhof. Auf dem neuen Grundstück entstehen neben Wohnhaus und Nebengebäuden moderne Stallungen für Rinder und Milchvieh.
Dieser Abschnitt beleuchtet auch noch einmal etwas den Werdegang des Franz Räth bzw seine berufliche Laufbahn.
Ursprünglich war er also (gelernter) Werkzeugmacher und Werkzeugfräser, war dann von Kriegsende 1945 bis höchstwahrscheinlich zu seiner Hochzeit 1949 bei der Landpolizei - siehe Beitrag von @sooma gestern um 19:30 Uhr - und ab dann bewirtschaftete er (gemeinsam mit seiner Frau) den schwiegerelterlichen landwirtschaftlichen Hof/Betrieb und 1964 kam dann der eigene (?) Aussiedlerhof.
Ab 1972 war er dann Bürgermeister, bis er am 31.01.1977 verschwand.

Quelle der Zitate:
https://www.kolitzheim.de/ungeloeste-kriminalfaelle-ein-buergermeister-verschwindet_Newsdetail_22999_kkdetail_view_news....


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Franz Räth Rätselhaftes Verschwinden eines Bürgermeisters 1977

15.02.2020 um 03:08
ThoFra schrieb am 06.01.2020:Damals war ja noch keine DNA - Analyse möglich, daher finde ich die Identifikation des Schuhs durch den Sohn etwas 'dürftig', was dessen Beweiskraft anbetrifft.
Theoretisch könnte der Unterschenkel auch von einer anderen Person/Leiche als von Herrn Räth gestammt haben und der Schuh könnte diesem (nachträglich) angezogen worden sein.
Der Schuh allein kann für mich persönlich ohne DNA oder ein bestimmtes Alleinstellungsmerkmal kaum ausreichen, die Leiche bzw. den Teil derer zweifelsfrei zu identifizieren. Kann natürlich sein, dass der Schuh ein solches Merkmal besaß (z.B. eine Markierung, individueller Schaden oder etwas in der Art) und das es nur nicht veröffentlicht wurde. Aber nur anhand der Größe/Marke/Modell den Träger zu identifizieren ist ziemlich abenteuerlich. Das der Schuh einen anderen Leiche angezogen wurde, halte ich allerdings für äußerst unwahrscheinlich.
TatzFatal schrieb am 08.01.2020:Franz Räth wurde offensichtlich zerteilt, da deutet das gefundene Bein mit Schuh am Fuß drauf hin. Das wiederum bedeutet mMn das Räth irgendwo getötet, zerteilt und die Leichenteile im Main entsorgt wurden, bez. zumindest ein Teil davon. Es können auch mehrere Ablageorte möglich sein.
Ich glaube zuerst musste das Auto verschwinden, nach dem suchte man ja auch zügig. Räth wurde wohl recht zeitnah, aber nicht direkt, und unter Bedingungen die dem Täter ermöglichten unerkannt zu bleiben entsorgt. Z.B. 1-3 Tage nach dem Verschwinden, und wohl in der Nacht.
Dieser Teil der Leiche könnte sich auch durch den Verwesungsprozess vom Rest der Leiche getrennt haben. Interessant ist, wie die Leiche aus dem Auto kam. Das die Karre durch einen Panzer zerstört und dadurch die Leiche freigegeben wurde, klingt etwas seltsam. Eher wird ja das Dach eingedrückt und das Auto komprimiert. Allerdings ist das Manöver eine plausible Erklärung, weil ja irgendetwas die Leiche freigesetzt haben muß.
TatzFatal schrieb am 08.01.2020:die Erklärung für ein Auto das bei Schnee im Teich landet, finde ich auch etwas speziell.
Denke das bloß ein Auto im Teich ist.
Ich finde es sehr bemerkenswert, dass es so schwer zu sein scheint, ein Fahrzeug in einem Fluss zu finden. Gerade heute gibt es modernste Technik, mit der die Ortung kein Problem darstellt. Auch mit Echolot (Sonar) ist das möglich. Es wurde also entweder an der falschen Stelle gesucht, oder aber keine Ortungstechnik dabei eingesetzt. Das wundert mich.


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Franz Räth Rätselhaftes Verschwinden eines Bürgermeisters 1977

15.02.2020 um 09:24
@Slaterator
Slaterator schrieb:Das die Karre durch einen Panzer zerstört und dadurch die Leiche freigegeben wurde, klingt etwas seltsam. Eher wird ja das Dach eingedrückt und das Auto komprimiert.
Durch das Eindrücken des Daches könnten spätestens jetzt die Scheiben zerstört worden sein, wodurch im Laufe der Zeit durch die Strömung die Leiche bzw. Teile davon aus dem Pkw gespült sein könnten.
Im übrigen ist der Panzer ja nicht über das Pkw-Wrack gerollt und hat es dadurch 'platt gemacht', sondern er hat im Schwimmzustand das Dach wahrscheinlich mit den Ketten nur berührt.


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Franz Räth Rätselhaftes Verschwinden eines Bürgermeisters 1977

15.02.2020 um 19:54
Wir sind Heute mal die Strecken abgefahren.
Wenn man davon ausgeht, dass Franz Räth am Vormittag oder Mittag, des 31. Januars 1977 zu der Veranstaltung in der Aula der heutigen Heideschule wie folgt gefahren ist, hatte er eine Fahrzeit von 15 Minuten.
Ich gehe mal davon aus, dass die Straße dort zur damaligen Zeit auch nicht viel schlechter waren und man dort und mit einem Auto dieser Zeit sicherlich nicht schneller als 80 km fahren konnte.
Der Weg führte uns von Zeilitzheim über Brünnstadt, Herlheim, Oberspießheim und Unterspießheim nach Schwebheim. Bei wirklich gemütlicher Fahrt, eine Strecke von gerade einmal einer 1/4 Stunde.
Es gibt bei Unterspießheim auch die Möglichkeit, auf die Schnellstraße ( B286 ) zu fahren, die es dort seit den 60 er Jahren gibt. Jedoch sind es von Unterspießheim nach Schwebheim nur noch 5 km. also egal ob er auf die Schnellstraße fuhr oder die Landstraße nahm.

Vom Parkplatz der heutigen Heideschule in Schwebheim, vermutlich dort, wo er damals seinen roten Golf geparkt hatte, machten wir uns auf dem Rückweg und fuhren die Strecke entlang, welche die Polizei damals, für seinen Rückweg vermutet hat.

Die Strecke führt von Schwebheim über Röthlein, Heidenfeld, Hirschfeld, St. Ludwig, Stammheim und Fahr bis nach Volkach und von dort weiter über Gaibach nach Zeilitzheim.
Die Fahrzeit beträgt bei 80 km rund 30 Minuten.

Wenn man mal davon ausgeht, dass aus welchen Gründen auch immer, er diese Strecke gefahren ist, führt die Straße einmal bei Heidenfeld und Hirschfeld sowie Stammheim bis auf wenige Meter an den Main heran.
An den meisten Stellen, ist der Main jedoch einige hundert Meter entfernt.
Also wäre es für Franz Räth an nur drei ganz kurzen Stellen, möglich gewesen, in den Main zu fahren. Dazu kommt noch, dass es dort neben der Straße der Altmain ist, den Schiffe nicht befahren können und der dort von vielen Untiefen durchzogen ist.
Vernachlässigbar ist, dass heute dort Vegetation ist, die mit hoher Wahrscheinlichkeit damals noch nicht vorhanden war.
Bäume und Sträucher, die nicht älter als 20 Jahre sein können.

Jetzt wäre Interessant, wie das Wetter am Abend des 31. Januars 1977 war?
War es glatt, war der Boden auf dem Seitenstreifen gefroren oder lag Schnee?
Kann es sein, dass der Boden so gefroren war, sodass keine Spuren im Grünstreifen zu sehen waren?
Lag evtl. Schnee, es waren Reifenspuren zu sehen und es hat in der Nacht noch einmal soviel geschneit, dass die Reifenspuren zugeschneit wurden?
Fragen über Fragen!

Die Theorie, dass Franz Räth von einem Spezi, der früher vom Empfang in der Aula der Schwebheimer Sonderschule aufgebrochen war, einen Anruf erhalten habe, in dem er vor einer Polizeikontrolle in Kolitzheim, die nach Alkoholsündern fahndete, gewarnt wurde.
Zur damaligen Zeit, waren Mobiltelefone noch kein Thema und in der Schule gab es vermutlich im Sekretariat ein Telefon und dies war mit Sicherheit zu später Stunde nicht mehr besetzt.
Dazu kommt noch, dass er gar nicht durch Kolitzheim musste, wenn er die kürzere Strecke gewählt hätte!

2,5 Jahre später, Ende Juni 1979 wurde am Campingplatz in Volkach, ein teilweise skelettierter Unterschenkel samt Socken und Schuh aus dem Main gefischt. Den Schuh ordneten die Angehörigen Franz Räths einwandfrei dem Vermissten zu.
Man kann ja nur vermuten, wie dieses Bein mit dem Schuh daran ausgesehen haben will, aber ich kann mir beim besten Willen nicht Vorstellen, dass nach 2,5 Jahren im Wasser der Schuh noch so gut zu erkennen war, zumal es damals Sicherlich nicht die Auswahl an Herrenschuhen gab, wie es heute der Fall ist.
Mit großer Wahrscheinlichkeit trug er zu diesem Anlass einen Anzug und dazu passende Schuhe, in einer neutralen Farbe, vermutlich schwarz, braun oder im Höchstfall grau und solche Schuhe gab es sicherlich viele.


Irgendwie schließe ich Mord oder gar Selbstmord aus, vielleicht einzig die Theorie, es war ein Unfall und er schaffte es leider nicht mehr, aus seinem Auto zu kommen macht für mich Sinn.

Oder...

...Anfangs schenkte ich der Theorie, er habe sich evtl. in die DDR abgesetzt keine Beachtung.
Je länger ich darüber nachdenke, desto mehr kann ich mich in diese Geschichte hineinversetzen.
Mal angenommen, er hat an diesem Abend den Entschluss gefasst, sein altes Leben hinter sich lassen und irgendwo ein neues Leben zu beginnen. Dies kann von langer Hand geplant oder spontan gewesen sein. Fakt ist, er hat immer viel Bargeld bei sich getragen, also wäre es für ihn ein Leichtes gewesen, auf die Schnelle zu verschwinden. Wohin könnte sich ein Mann, wie er, absetzen. Er war SPD Politiker, wahrscheinlich mit Leib und Seele. Dies könnte dazu geführt haben, dass er sich in Richtung DDR aufgemacht hat. Diese Theorie kommt nicht aus dem Blauen heraus.
Im Jahr 1987, zwei Jahre vor dem Mauerfall, hat ein Bekannter von Franz Räth aus Zeilitzheim, eine Reise nach Thüringen unternommen. Dies geschah im Rahmen einer Reisegruppe. Der Mann behauptet, dass Franz Räth, der zu diesem Zeitpunkt schon auf die Siebzig zuging, in der Uniform eines ostdeutschen Grenzsoldaten, in den Bus gekommen sein soll. Beide Männer, sollen sich angeblich erkannt haben. Der Mann in der Uniform, soll danach den Bus fluchtartig verlassen haben. Der Ort des Geschehens, war der Grenzübergang Rudolphstein-Hirschberg.
Eine Recherche der Polizei in dieser Richtung, nach dem Mauerfall, verlief im Sand. Aber vermutlich, hätte er sich mit seinem Geld einen neuen Namen kaufen können. Und vermutlich hätte er das auch getan.
Warum er sein altes Leben hinter sich gelassen haben soll, ist fraglich. Er hatte vermeintlich alles. Geld, Ansehen, Grundbesitz. Aber das muss nichts heißen, denn es haben sich schon ganz andere Menschen auf so eine Reise begeben.

Dies sind natürlich alles nur Theorien.


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16.02.2020 um 00:17
Seefahrer schrieb:Durch das Eindrücken des Daches könnten spätestens jetzt die Scheiben zerstört worden sein, wodurch im Laufe der Zeit durch die Strömung die Leiche bzw. Teile davon aus dem Pkw gespült sein könnten.
Im übrigen ist der Panzer ja nicht über das Pkw-Wrack gerollt und hat es dadurch 'platt gemacht', sondern er hat im Schwimmzustand das Dach wahrscheinlich mit den Ketten nur berührt.
OK, so wie Du es darstellst, klingt das alles schon wesentlich plausibler. Könnte natürlich so gewesen sein. Doch wenn es so war, hätte das fragliche Gebiet ja stark eingegrenzt werden können, wo das Fzg. vermutlich versunken ist. Wenn man dort gesucht hat, warum hat man es nicht gefunden ? Selbst ein einfaches Sonar für den Angelsport kann charakteristische Strukturen auf dem Grund sichtbar machen. Und diese Geräte gab es auch schon in den 70er Jahren. Auch jetzt müßte man theoretisch noch etwas dort entdecken können. Das können sogar Privatleute mit Boot und Sonar machen, da weit bessere Technik als damals zu inzwischen erschwinglichen Preisen am Markt verfügbar ist.
Mi83 schrieb:Wir sind Heute mal die Strecken abgefahren.
Danke für die Recherchearbeit ! Das ist sehr interessant. Folgendes ist mir dabei besonders aufgefallen:
Mi83 schrieb:Der Weg führte uns von Zeilitzheim über Brünnstadt, Herlheim, Oberspießheim und Unterspießheim nach Schwebheim. Bei wirklich gemütlicher Fahrt, eine Strecke von gerade einmal einer 1/4 Stunde.
Ich sehe eigentlich keinen vernünftigen Grund, warum er die Strecke nicht genommen haben könnte. Verstehe ich es richtig, dass er dort zu keinem Zeitpunkt in die Nähe des Mains d.h. bis auf wenige Meter herankam ? Wenn dem so ist gibt es für mich zwei naheliegende Rückschlüsse daraus:

1. Nahm er die "kurze" Strecke auch auf dem Heimweg, kann er nicht in den Main gefahren sein und wäre demzurfolge nicht durch einen Unfall um sein Leben gekommen.

2. Wenn man einen Unfall annehmen möchte, kann er nur auf der langen Strecke unterwegs gewesen sein. Dann stellt sich allerdings die Frage nach dem Grund dafür.

Wie sehen den die Passagen aus, die direkt an den Main herankommen ? Gibt es dort Kurven oder Stellen, die einen Unfall begünstigen ?
Mi83 schrieb:Irgendwie schließe ich Mord oder gar Selbstmord aus, vielleicht einzig die Theorie, es war ein Unfall und er schaffte es leider nicht mehr, aus seinem Auto zu kommen macht für mich Sinn.
Suizid nehme ich derzeit auch nicht an. Mord kommt vor allem dann in Frage, wenn er auf der kurzen Strecke unterwegs war, weil er dort nicht durch einen Unfall in den Main geraten konnte. Unfall ist wenn, nur auf der langen Strecke möglich. Doch warum sollte er sie gefahren sein ? Da muß es einen sehr guten Grund geben. Denn 80 Km und die doppelte Fahrtzeit sind schon ein deutlicher Umweg. Zumal er sicher nachdem er als einer der letzten Gäste gefahren ist, schnell heim wollte. Das sollte man zumindest meinen. Allerdings könnte er vlt. noch vorgehabt haben, auf einen Absacker irgendwo in eine Kneipe zu fahren ? Man weiß es nicht.
Mi83 schrieb:Er war SPD Politiker, wahrscheinlich mit Leib und Seele. Dies könnte dazu geführt haben, dass er sich in Richtung DDR aufgemacht hat. Diese Theorie kommt nicht aus dem Blauen heraus.
SPD und SED sind keine Schwesterparteien im Geiste. Natürlich gab und gibt es auch gemäßigt pro kommunistische Ströhmungen in der SPD, aber von Kommunismus war und ist das Parteiprogram weit entfernt. Ich halte es deshalb für weniger wahrscheinlich, dass er politische Gründe hatte, hinter den eisernen Vorhang zu flüchten. Vor allem nicht so überstürzt, nachts nach einer Feier.
Mi83 schrieb:Im Jahr 1987, zwei Jahre vor dem Mauerfall, hat ein Bekannter von Franz Räth aus Zeilitzheim, eine Reise nach Thüringen unternommen. Dies geschah im Rahmen einer Reisegruppe. Der Mann behauptet, dass Franz Räth, der zu diesem Zeitpunkt schon auf die Siebzig zuging, in der Uniform eines ostdeutschen Grenzsoldaten, in den Bus gekommen sein soll. Beide Männer, sollen sich angeblich erkannt haben. Der Mann in der Uniform, soll danach den Bus fluchtartig verlassen haben. Der Ort des Geschehens, war der Grenzübergang Rudolphstein-Hirschberg.
Diese Theorie halte ich persönlich für äußerst unplausibel. Ein "Überläufer" aus dem Westen hätte die Stasi zwar geheimdienstlich abgeschöpft, vlt. sogar als Agent angeworben, ausgebildet und dann als sog. "Kundschafter des Friedens" wieder in die BRD geschickt. Aber sie hätten ihn sicher nie als Grenzer eingesetzt. Das wäre ein Sicherheitsrisiko und vor allem wäre die Chance, als Grenzer von irgendwem erkannt zu werden, viel zu hoch. Auch aus seiner Sicht. Außerdem war er auch zu alt für so einen Job. Ich persönlich würde diese Spur vernachlässigen.
Mi83 schrieb:Aber vermutlich, hätte er sich mit seinem Geld einen neuen Namen kaufen können. Und vermutlich hätte er das auch getan.
Warum einen neuen Namen kaufen ? Hinter dem eisernen Vorhang galten andere Regeln. Er wäre auch ohne den Einsatz großer Summen an einen DDR-Pass gekommen. Zumal die DDR mehr Bürger verlor, als zuwanderten.


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