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Andrea Welsch 1981 auf Ibiza verschwunden

Andrea Welsch 1981 auf Ibiza verschwunden

19.11.2016 um 00:55
Das Thema hier ist Andrea Welsch. Bitte aufhören, den Thread mit völlig zusammenhanglosen Fällen zuzukleistern!


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Andrea Welsch 1981 auf Ibiza verschwunden

26.12.2016 um 03:31
Hallo an Alle,
nach dem Lesen dieses Threads komme ich zur Schlussfolgerung, dass Andrea gezielt nach Ibiza gelockt wurde (mit der Postkarte).(Meint ihr Michael war der Auftraggeber oder selber nur "Helfer"?).

Da sie die Postkarte aufbewahrte, denke ich, dass sie M. schon kannte.
Evtl. wurde ihre Ankunft dort dem Kreis um Rainer gemeldet (vom Hotel/Flugpersonal) oder sie kontaktierte Michael selber über ihre Ankunft

Die zwei Rainers setzten sich daraufhin auf ihre Fährte, um sie auf die Yacht zu locken.
Da es der "clique" nur um Andrea ging, wurde die Freundin abgelenkt und vom Schiff entfernt, um mit A.W. ungestört zu sein bzw. sie weiterreichen zu können.

Wobei mich nur die Aussagen der 4 TV überraschen, bzw. die Tatsache, dass die Aussage: "sie wurde an ein Bordell übergeben" bzw. "sie ging über Board, als sie versuchte der Übergabe zu entgehen" nicht schon als Geständnisse gewertet wurden?
ich meine, welcher Verbrecher benutzt diese aussagen als ausrede?
versetehe gar nicht,wieso man die TVs dann laufen ließ?


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Andrea Welsch 1981 auf Ibiza verschwunden

26.12.2016 um 10:05
@TajanaHolmes

Eine gute Frage. Ich kopiere mal eine gegebene Antwort von Misterioso ein
Was ihr widerfährt, werden später vier Tatverdächtige, darunter der Kölner Rainer P. und der Solinger Dirk P. , schildern, jeder eine andere Version.

1. "Andrea ist an ein Bordell nach Afrika verkauft worden."
2. "Andrea ist bei der Übergabe auf See über Bord gefallen."
3. "Andrea ist vergewaltigt worden, ins Meer gesprungen, von der Schiffsschraube erschlagen worden."
4. Sie arbeite in einer Parfümerie im arabischen Bahrain, wisse nicht, wer sie sei. Gehirnwäsche.


Weil jeder eine andere Version erzählt, konnten die Verdächtigen doch letztlich ihre Köpfe aus der Schlinge ziehen - wem soll man glauben, worauf gar einen Indizienprozess aufbauen. Womöglich wären noch weitere Versionen zur Sprache gekommen. Das irgendetwas Schlimmes mit Andrea passiert ist u. die Vier mittel- oder unmittelbar damit zu tun haben scheint offenkundig. Nachweisbar ist nichts.
Vielleicht haben sie später ihre Aussagen zurückgenommen?
Vielleicht haben sie sich auf Verständigungsschwierigkeiten berufen und nur sagen wollen:

VIELLEICHT ist es so gewesen. SO KÖNNTE es gewesen sein. - Doch sie wissen gar nichts, weil sie nicht dabei gewesen sind.


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Andrea Welsch 1981 auf Ibiza verschwunden

26.12.2016 um 13:29
@TatjanaHolmes
@frauzimt

Ich stolpere auch immer wieder über die Aussagen
frauzimt schrieb:1. "Andrea ist an ein Bordell nach Afrika verkauft worden."
2. "Andrea ist bei der Übergabe auf See über Bord gefallen."
3. "Andrea ist vergewaltigt worden, ins Meer gesprungen, von der Schiffsschraube erschlagen worden."
4. Sie arbeite in einer Parfümerie im arabischen Bahrain, wisse nicht, wer sie sei. Gehirnwäsche.
,

denn jede diese Aussagen hätte mit einem "wie mit der Juan/Manuel/Jorge/Pepe, dessen Nachnamen ich leider nicht kenne, gesagt hat, ist Andrea..." ergänzt werden müssen.

Ich gehe davon aus, dass einem Deutschen bei einer Zeugenvernehmung in Spanien ein Dolmetscher zur Verfügung gestellt wird, sollte er die Sprache nicht perfekt beherrschen.

Wahrscheinlich wurde in der Zeitung alles nur in Kurzform geschrieben.

Auch ich glaube, dass Andrea gezielt nach Ibiza gelockt wurde mit dieser Postkarte von diesem Michael. Dass sie die Postkarte aufgehoben hat, spricht für sich.

Die Rainers und Dirks werden Alibis für den Zeitraum gehabt haben.


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Andrea Welsch 1981 auf Ibiza verschwunden

26.12.2016 um 13:56
insbesondere deuten diese aussagen darauf hin, dass sie sich über die Ermittlung auch noch lustig machen, weil sie wissen, dass ihnen rein gar nix passieren wird.
Andrea ist hier anscheinend an die schlimmsten aller möglichen monster geraten.
deshalb denke ich, dass ihr Schicksal besiegelt war, nachdem sie auf Ibiza ankam.


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Andrea Welsch 1981 auf Ibiza verschwunden

26.12.2016 um 14:20
@TatjanaHolmes
TatjanaHolmes schrieb:insbesondere deuten diese aussagen darauf hin, dass sie sich über die Ermittlung auch noch lustig machen, weil sie wissen, dass ihnen rein gar nix passieren wird.
Andrea ist hier anscheinend an die schlimmsten aller möglichen monster geraten.
deshalb denke ich, dass ihr Schicksal besiegelt war, nachdem sie auf Ibiza ankam.
Ja, die machen sich lustig. Es ist ihnen nichts nachzuweisen.

Ich finde es sehr gut, dass dieser Fall hier thematisiert wird, herzlichen Dank an @Christl dafür, denn man kann ziemlich gut erkennen, wie die Vorgehensweise ist. Schon allein die dreiste Aussage, dass Andrea einer Gehirnwäsche unterzogen wurde und in einer Parfümerie in Bahrein arbeite, macht mich ziemlich sprachlos. Glaubt wirklich jemand, dass eine junge Frau einer Gehirnwäsche unterzogen wird, damit sie in einer Parfümerie in Bahrein arbeitet. Wer soll sie denn einer Gehirnwäsche unterzogen haben?

Die Geschichte stinkt zum Himmel. Eine Frau, der k***übel ist und der es richtig schlecht geht, bringt man ins Krankenhaus, aber nicht auf eine schaukelnde Jacht. Oder man ruft einen Arzt und bringt sie dann nach der Erstversorgung, sollte es möglich sein, in ihr Hotelzimmer.


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Andrea Welsch 1981 auf Ibiza verschwunden

26.12.2016 um 14:22
TatjanaHolmes schrieb:deshalb denke ich, dass ihr Schicksal besiegelt war, nachdem sie auf Ibiza ankam.
Das glaube ich auch. Insbesondere, weil die Frau im Bikini gefilmt worden ist. Da denke ich, hat man Filmaufnahmen "von der Ware" gemacht.
Diese Postkarte ordne ich nicht unbedingt als verdächtig ein.

Lustig machen, schreibst du. Da müssen die Täter und Mitwisser aber sicher gewesen sein, dass die Frau/oder ihre Leiche / nicht auftauchen werden.


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Andrea Welsch 1981 auf Ibiza verschwunden

26.12.2016 um 14:36
JamesRockford schrieb:Die Geschichte stinkt zum Himmel. Eine Frau, der k***übel ist und der es richtig schlecht geht, bringt man ins Krankenhaus, aber nicht auf eine schaukelnde Jacht. Oder man ruft einen Arzt und bringt sie dann nach der Erstversorgung, sollte es möglich sein, in ihr Hotelzimmer.
Diese Situation ist sehr eigenartig und nicht mehr rekonstruierbar. Die Freundin sich später bestimmt andere Einnerungsbilder vorgegaukelt: So schlimm war es nicht, Andrea war ansprechbar, wollte sich nur hinlegen.

Ein verankertes Boot schaukelt nicht so schlimm. Wenn einem übel ist und man ich hinlegen will, ist ein Boot nicht der schlechteste Ort. Das stört mich noch nicht einmal.
Aber man muss schon sehr jung und naiv sein, eine Freundin in so einer Lage sich selbst zu überlassen.
Man weiss ja nicht, wie die Feundin das damals empfunden hat. War sie heimlich neidisch auf Andrea?
Und nun fällt sie aus, weil sie irgendetwas nicht vertragen hat. Der Begleiter schlägt vor, Andrea abzulegen und mit ihr herumzuziehen.
Da könnte sich ein kleines Teufelchen in der Freundin gemeldet haben: Siehst du, jetzt bin ich mal der Mittelpunkt.

Ich kann mir nicht anders erklären, warum sich die Freundin so verhalten hat.

Vielleicht beschreibt das Wort "Freundschaft" aber auch nicht die Beziehung der beiden.
Sie kannten sich gut genug, um miteinander zu verreisen. Sie hatten gemeinsame Gesprächstehemen und Hobbies-und waren sich ansonsten vielleicht egal.
"Freundinnen"-das hat die Presse viielleicht geschrieben.


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Andrea Welsch 1981 auf Ibiza verschwunden

26.12.2016 um 15:11
hmm, rein vom Bauch Gefühl denke ich, dass beide frauen naiv und abenteuerlustig waren und die Gefahr, in der sie sich zweifelsohne befanden, einfach nicht erkannt haben.
soo furchtbar schlecht kann es Andrea auch nicht gegangen sein, dass man den Notarzt rufen musste, weil sie ja zu fuss noch das lokal verließ und zum boot ging.

außerdem bin ich überzeugt, dass egal was die Freundin gemacht hätte, a.w. nicht mehr zu retten gewesen wäre. evtl hätten sie die Freundin dann mitbeseitigt oder auf den nächsten Zeitpunkt gewartet, sie zu erwischen.
fast denke ich, dass sie ihr auch hätten nach D folgen können, da die Rainer clique anscheinend ihre hiesige Adresse ebenfalls hatte. sie im Urlaubsort abzufangen war aber einfacher und sicherer.


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Andrea Welsch 1981 auf Ibiza verschwunden

26.12.2016 um 15:33
@frauzimt
frauzimt schrieb:Man weiss ja nicht, wie die Feundin das damals empfunden hat. War sie heimlich neidisch auf Andrea?
Und nun fällt sie aus, weil sie irgendetwas nicht vertragen hat. Der Begleiter schlägt vor, Andrea abzulegen und mit ihr herumzuziehen.
Da könnte sich ein kleines Teufelchen in der Freundin gemeldet haben: Siehst du, jetzt bin ich mal der Mittelpunkt.
Das kann natürlich sein, dass die Freundin aus welchen Gründen auch immer neidisch war. Aber wussten dass die beiden Kerle? Eigentlich hätten sie damit rechnen müssen, dass die Freundin sagt: Meine Freundin lasse ich in diesem Zustand aber nicht alleine.

Ich glaube, die waren auch auf diesen Fall vorbereitet. Sie wussten genau, dass sie in diesem Moment zuschlagen konnten, glaube ich. Die waren auch für den Fall vorbereitet, dass Andrea sagt: Ruft mir ein Taxi, ich will sofort in mein Bett.

Das waren Männer, die mit allen Wassern gewaschen waren. Die zwei gutgläubigen Mädchen haben sich blenden lassen von zwei - ich stell's mir mal so vor - charmanten Männern, die tolle Autos gefahren haben und die Rechnungen bezahlt haben. Sonne, Strand und jede Menge Spaß.

So stimme ich @TatjanaHolmes zu. Beide Frauen haben die Gefahr nicht erkannt. Aber hätte die Freundin energisch darauf bestanden, Andrea zu begleiten, würde man heute nach beiden Frauen suchen.

Ich könnte mir vorstellen, dass die beiden Kerle die Freundin auf sehr nette Weise in Grund und Boden geredet haben.

Die Freundin wird sich fürchterlichste Vorwürfe machen, glaube ich.


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Andrea Welsch 1981 auf Ibiza verschwunden

28.12.2016 um 19:41
Guten Tag zusammen !

Nach Sichtung der bekannten Fakten ergibt sich für mich ersteinmal folgendes Bild:

- A.W. führte mutmaßlich ein stetes Leben mit einem erlernten Beruf (Telefonistin/Industriekauffrau), gelegentlicher Nebentätigkeit -gegen Endgeld ?- (Modeln für Firmenkatalog -Möbel-(!)) und einem Verlobten (zum Zeitpunkt der Reise). Über das Verhältnis zu ihrer Familie, dem Verlobten, Freundeskreis gibt es keine Informationen. Durch die stetige und hohe Investition von Zeit/Geld seitens der Mutter/d. Verlobten in die Aufklärung/Recherche etc. kann man jedoch von einem -zumindest der Mutter gegenüber- intaktem Verhältnis ausgehen. Über ein Doppelleben, Pläne für ein Untertauchen od. Suizidgedanken ist nichts bekannt.

Dies erhöht die Wahrscheinlichkeit, dass A.W. nicht mit dem Ziel nach Ibiza reiste, einen "Neuanfang" zu machen bzw. unterzutauchen, also das bisherige Leben aufzugeben. Erscheinung und Vita lassen subjektiv auch nicht zwingend darauf schließen, dass A.W. sich spontan zu einem solchen Schritt vor Ort entschieden haben könnte. Wohlgemerkt ohne die mitreisende Freundin darüber -zumindest kurz- zu informieren und ohne ihre Familie/dem Verlobten ein Lebenszeichen zu geben. Auch ein geplanter od. spontaner Suizid wird dadurch recht unwahrscheinlich. Ferner liegen keine Informationen vor, dass sich A.W. vor dem hier behandelten Sachverhalt ungewöhnlich/merkwürdig verhalten hätte, über diesbzgl. Andeutungen/Schriftstücke von A.W. ist auch nichts bekannt.

- A.W.s Freundin ist -neben den Beschuldigten/Verdächtigten- die einzige öffentlich bekannte Zeugin der Geschehnisse, die A.W. persönlich kannte.

In welchem Verhältnis die Zeugen zu A.W. standen, die sie am Folgetag auf dem Boot des R.P. gesehen haben wollen, ist unbekannt. Von daher ist ersteinmal anzunehmen, dass sie A.W. nicht kannten und von daher auch irren können. Zumal nicht bekannt ist, ob die Sichtung A.W.s zu unterschiedlichen Zeiten und durch von einander unabhängige Zeugen erfolgte.

-A.W. erhielt irgendwann in 1980 eine Postkarte, auf der sie durch einen M.K. nach Ibiza eingeladen wird.

Es ist völlig unklar, ob und wenn ja woher/wie lange sie den Absender der Karte kannte, welche Rolle er überhaupt in diesem Fall spielen könnte. Das A.W. die Karte aufbewahrte, ist absolut nicht ungewöhnlich. Viele Menschen bewahren sich Postkarten auf, sammeln sie und/oder hängen sie sogar als Deko/schöne Erinnerung in der Wohnung auf. In der Aufbewahrung der Karte an sich, ist für mich persönlich ersteinmal kein Indiz erkennbar. Die mit dieser Karte ausgesprochene Einladung kann man jetzt unterschiedlich verstehen. War sie ernst ? Eher ein Spaß ? Eine reine Geeste der Höflichkeit ? Reine Spekulation. Die Tatsache, dass jedoch -soweit öffentlich bekannt- ausschließlich auf die Karte Bezug genommen wird, legt zumindest den Schluss nahe, dass keine weiteren Einladungen/Kontaktaufnahmen/Konkretisierungen diesbezgl. erfolgt sind oder der Mutter/dem Verlobten zumindest nicht mitgeteilt wurden. Alles in allem zwar ein merkwürdiger Sachverhalt, muß aber nichts bedeuten.

-A.W. wurde infolge eines Kakao-Mixgetränkes schlecht. Sie wurde daraufhin mutmaßlich auf das Boot des Herrn P. gebracht und zunächst dort allein gelassen.

Wenn es sich bei dem durch A.W. nebst Freundin gebuchten Hotel tatsächlich um das hier im Forum recherchierte handelt, ist es ziemlich fraglich, warum A.W. auf das Boot und nicht in das Hotel verbracht wurde. Es liegt schließlich -soweit ich auf den Bildern erkennen kann- in unmittelbarer Nähe zum Hafen. Aber auch im Falle eines abgelegeneren Hotels ist das Verhalten zumindest mal bemerkenswert. Ein schaukelndes Boot, keine Kleidung zum wechseln, keine Hygieneartikel der A.W. an Bord. Wo liegt da der Vorteil gegenüber der Möglichkeit, A.W. auf ihr Zimmer zu bringen ? Meiner persönlichen Meinung nach kommen nur räumliche Nähe und/oder ein sehr schlechter Zustand der A.W. in Frage. Doch wenn es ihr so schlecht ging, dass sie ihr Hotel nicht erreichen konnte, warum ließ man sie an Bord des Bootes allein od. suchte notärztliche Hilfe ? Warum ließ sich A.W. darauf ein ? Konnte sie überhaupt noch selbst entscheiden ?

Das Hotelzimmer ist im Urlaub der einzige Rückzugsort. Hier sind alle Papiere, Kleidung, Bargeld, Telefon und rund um die Uhr Ansprechpartner in Notfällen. Der Raum ist abschließbar und das Gebäude recht öffentlich. Bedeutet auch eine "gefühlte" Sicherheit. Das alles zu Gunsten einer ggf. näher gelegenen, dafür fremden und möglicherweise schaukelnden Kajüte ohne persönliche Sachen und Trennung von der Freundin in Kauf zu nehmen, ist für mich persönlich sehr ungewöhnlich.

-A.W. verbleibt -nicht wie angeblich durch R.P. angekündigt- für 1 Stunde, sondern mindestens 4 allein an Bord.

Dieses Verhalten spricht nicht gerade dafür, dass es A.W. zum Zeitpunkt als sie allein gelassen wurde, wirklich bedrohlich schlecht ging. Hätte man sich sonst für ganze 4 Stunden -nicht einmal in der unmittelbaren Nähe- unbefangen amüsiert ? Keine Sorgen gemacht ? Nicht nach ihr gesehen ? Sie -als Freundin- nach den 4 Stunden mit ins Hotel nehmen wollen ? Das wirkt auf mich schon sehr befremdlich.

-Die Freundin kehrt allein ins Hotel zurück, ihre Maßnahmen vor Ort bis zur alleinigen (!) Abreise bleiben unbekannt.

Die Freundin ist allein im Hotel. Wir wissen nicht, wann genau die Policia vor Ort, das Konsulat etc. erste Kenntnisse über den ungeklärten Verbleib der A.W. erlangte. Allerdings ergeben sich für die Freundin -mMn- nur vier Möglichkeiten, wie sie vor ihrer Rückkehr agieren konnte.

1. Entweder sie geht selbst zur Policia Local / Guardia Civil vor Ort und macht Meldung. Das ist auch bei mangelnden Sprachkenntnissen der Weg, der sich am ehesten anbietet.

2. Sie hat eine Ansage von A.W. und/oder R.P oder sonstwem, dass alles ok ist und sie sich keine Sorgen machen muß. Das ist eher unwahrscheinlich. Denn das hätte sie sicher nach Rückkehr so auch der Mutter gesagt. Kann sein, dass wir die Information nur nicht haben. Von daher also dennoch möglich.

3. Sie meldet sich per Telefon bei den Verwandten und macht Meldung, so das diese von deutschland aus aktiv werden können und/oder mit Rat/Tat weiterhelfen.

4. Sie sucht alle bekannten Orte auf, an denen A.W. verblieben sein/sich aufhalten könnte. Zum Beispiel den Hafen/das Boot.

1,3 und 4 gehen natürlich auch zusammen, was die Erfolgsaussichten auf ein Wiederfinden der Vermissten in der Theorie erhöht hätte.

Was sie tatsächlich vor Ort getan hat, ist nicht bekannt. Nur ein Telefongespräch mit d. Verwandten des Opfers / dem Verlobten hat es wohl nicht gegeben. Sie wollen ja erst am Flughafen von dem Drama erfahren haben. Das sie aber nichts tat, zweifle ich an. Denn das wäre ziemlich fahrlässig. Die Freundin wußte schließlich, dass A.W. alles von Nutzen und Wert im Hotelzimmer zurückgelassen hatte. Sämtliche Kleidung zum wechseln, persönliche Hygieneartikel, Ausweis und Bargeld. Deshalb muß ihr auch klar gewesen sein, dass etwas nicht stimmen kann, wenn sie über Tage nicht im Hotel auftaucht. Diesen Umstand zu ignorieren, einfach alles zurückzulassen und abzureisen, erscheint mir schon ziemlich zweifelhaft.

-R.P. gibt zunächst an, A.W. an Bord nicht mehr angetroffen zu haben. Später revidiert er, korrigiert auf eine Mitfahrt mit einem unbekannten Dritten und tischt dann schließlich eine Unfallversion mit Todesfolge für A.W. auf. Nichts davon führt zu einer Inhaftierung/dringendem Tatverdacht/einem Prozess. Auch ein zweiter Zeuge (D.P.) wird nicht verhaftet/muß sich nicht verantworten.

Welche Intention könnte der Verdächtige an jenem Abend gehabt haben ? Er hatte eine Kriminelle Vergangenheit. Er mußte sich für eine versuchte Entführung nach Marokko in Tateinheit mit einer Vergewaltigung verantworten. Schwer vorstellbar, dass sich diese Person, die sich auch nach diesem Vorfall auf Ibiza nicht durch proaktive Kooperation mit den Behörden bei den Ermittlungen hervortut, ausgerechnet an diesem Abend ein nobles Ansinnen verfolgte. Wenngleich das natürlich möglich ist.

Im ersten Moment schaut vieles nach einer geplanten Entführung/Menschenhandel aus. Doch das ist nicht zwingend. Die Karte von M.K. muß nichts damit zu tun haben. Sie wurde sehr weit vor dem Vorfall verschickt und garantierte durch ihren Inhalt allein nicht gleichzeitig auch ein planbares/verlässliches Kommen des Opfers. Im Gegenteil. Ohne weiterführende Kontakte war diese Karte eher ein dummer Schachzug. Denn die Karte blieb -durchaus erwartbar- erhalten. Ein unnötiges ggf. belastendes Indiz für einen Menschenhändler bzw. professionellen Schwerkriminellen. Meiner Meinung nach.

Wenn ich persönlich deshalb spekulativ von einer spontanen Tat im Bezug auf Menschenhandel ausgehe, spielt jenes Video eine entscheidende Rolle. Sofern A.W. mit der Intention gefilmt wurde, sie einem möglichen "Abnehmer" zeigen zu können, hätte das durchaus Sinn. Die Frage ist ja auch, weshalb sonst das Video angefertigt wurde und warum es ausgerechnet in den Händen eines Zuhälters war, welches dieser nur gegen Haftaufschub herausgeben wollte. Da liegt eben die Vermutung des Menschenhandels/Zwangsprostitution nahe. Alles natürlich nur sofern diese Information auch stimmig ist.

Das A.W. jenem R.P. und/oder weiteren Personen auf dem Boot freiwillig erhalten blieb und in Zuge dessen bei einem tragischen "Badeunfall" ums Leben kam, glaube ich persönlich eher nicht. Denn A.W. verzichtete nicht nur auf jegliche Nachricht an die Freundin / ihre Verwandten, sie sorgte sich ferner auch nicht um ihre gesamten Habseligkeiten im Hotelzimmer. Wie gesagt: Keine Kleidung, keine Hygieneartikel, unbeaufsichtigte Reisedokumente, Ausweis und Bargeld in nicht unerheblicher Höhe. Nur aus der Logik heraus schließe ich, dass sie sicher nochmal in ihr Hotelzimmer zurückgekehrt wäre, BEVOR sie einen freiwilligen Bootstrip mit R.P. und Konsorten unternimmt. Aus der gleichen unbelegten und spekulativen Logik heraus kann die Sache damit eigentlich seitens A.W. nicht mehr völlig freiwillig abgelaufen sein.

- A.W. tauchte nie mehr auf. Ihre Mutter wurde mehrfach bedroht und es wurde versucht, sie in eine mögliche Falle zu locken.

Auch ein Indiz, dass gegen einen tragischen Unfall spricht. Für mögliche Schuldige war das "Neutralisieren" der Mutter nicht unbedingt notwendig, um eigenen Schaden abzuwenden. Die zunächst verdächtigen Personen kamen ohnehin ohne jeden Prozess davon. Das jemand daran Interesse hatte, die Mutter einzuschüchtern, ggf. sogar in eine Falle zu locken, lässt spekulativ eine größere Dimension erahnen. Gab es die Angst, dass im Zuge der Recherchen etwas auffliegen würde, dass viel größer ist, als das Einzelschicksal der A.W. ? Wer profitierte davon, dass die Recherchen schließlich eingestellt wurden ? Ich persönlich kann mir spekulativ vorstellen, dass es noch viel mehr aufzudecken gab, als "nur" die ohnehin schon sehr tragische, mögliche Entführung ggf. Ermordung der A.W. Ein ganzes Netzwerk vieleicht ? Verstrickte Behörden/VIPs ? Wer weiß. Alles pure Spekulation. Aber möglich und auch nicht völlig von der Hand zu weisen.

Keine Sorge ! Ich werde jetzt KEINE Verschwörungen konstruieren. Und ich schreibe alles ausdrücklich unter dem Vorbehalt, neuer -noch unbekannter- Informationen und mit dem Hinweis, dass alles absolut spekulativ ist. Es kann alles anders gewesen sein. Das liegt in der Natur der Sache, wenn es um ungelöste Kriminalfälle geht.


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Andrea Welsch 1981 auf Ibiza verschwunden

28.12.2016 um 20:40
Slaterator schrieb:Wenn ich persönlich deshalb spekulativ von einer spontanen Tat im Bezug auf Menschenhandel ausgehe, spielt jenes Video eine entscheidende Rolle. Sofern A.W. mit der Intention gefilmt wurde, sie einem möglichen "Abnehmer" zeigen zu können, hätte das durchaus Sinn. Die Frage ist ja auch, weshalb sonst das Video angefertigt wurde und warum es ausgerechnet in den Händen eines Zuhälters war, welches dieser nur gegen Haftaufschub herausgeben wollte. Da liegt eben die Vermutung des Menschenhandels/Zwangsprostitution nahe. Alles natürlich nur sofern diese Information auch stimmig ist.
Ich könnte mir vorstellen , man hat ihr eine richtige Modellkarriere in Aussicht gestellt , wo sie schon in der Branche Fuß gefasst hatte, sie dies zunächst vor der Mutter , Verlobten und Freundin noch zurück hielt, es sollte wohl eine Überraschung werden ?

Dort auf Ibiza angekommen ,wurde dann leider sehr schnell alles in eine andere Richtung gelenkt.....

Im Prinzip das selbe Vorgehen , wie andere Frauen mit Jobversprechen nach Deutschland
gelockt werden ....


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Andrea Welsch 1981 auf Ibiza verschwunden

28.12.2016 um 21:15
@bellady
bellady schrieb:Ich könnte mir vorstellen , man hat ihr eine richtige Modellkarriere in Aussicht gestellt , wo sie schon in der Branche Fuß gefasst hatte, sie dies zunächst vor der Mutter , Verlobten und Freundin noch zurück hielt, es sollte wohl eine Überraschung werden ?
Wenn ich die vorliegenden Informationen richtig gelesen/verstanden habe, gibt es keine Informationen über konkrete semiprofessionelle/professionelle Modelltätigkeiten. Sie machte wohl Aufnahmen für den Möbelkatalog des Unternehmens, in dem sie auch als Telefonistin/Industriekauffrau gearbeitet hat. Ich habe deshalb Zweifel, dass sie nebenher viele Modelljobs angenommen hat, Setkarten hatte, also alles was notwendig ist, wenn man in dieser Branche Fuß gefasst hat. Sicher wären auch aus diesem Umstand Spuren entstanden, die jedoch in allen veröffentlichten Artikeln ohne Erwähnung geblieben sind. Insofern würde ich diesen Ansatz nicht überbewerten.

Natürllich ist ein lukrativer Modelljob (aus Tätersicht) ein gutes Lockmittel. Ich halte es allerdings für ziemlich weit hergeholt, dass A.W. von der BRD nach ES gelockt wurde. Zu wenig Anhaltspunkte.


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Andrea Welsch 1981 auf Ibiza verschwunden

28.12.2016 um 21:37
@Slaterator, heute um 19:41


guten abend,

...zunächst mal meine anerkennung für die mühe, die du für deinen beitrag aufgebracht hast- da steckt zeit und arbeit dahinter.

alles abdecken kann man mit einem einzigen beitrag mit sicherheit nicht- das dürte wohl jedem einleuchten, verlangt auch keiner.

ich wollte dich auf einen wichtigen sachverhalt hinweisen:
Slaterator schrieb:Wenn es sich bei dem durch A.W. nebst Freundin gebuchten Hotel tatsächlich um das hier im Forum recherchierte handelt, ist es ziemlich fraglich, warum A.W. auf das Boot und nicht in das Hotel verbracht wurde. Es liegt schließlich -soweit ich auf den Bildern erkennen kann- in unmittelbarer Nähe zum Hafen.
andrea w. logierte im hotel "Florida", san antonio, verschwand aber im hafen von ibiza-stadt, somit liegen hafen und hotel ca. 8,8 km auseinander, und in zwei verschiedenen städten!

desweiteren deutet für mich diese ansichtskarte/einladung des yachtbesitzers auf einen vorangegangenen ibiza-aufenthalt von andrea w. hin- was tat sie da, welche leute traf sie?

weiterhin kann ich nicht aufhören, mich zu fragen, weshalb eine junge dame am ende eines einwöchigen ibiza-urlaubs noch über einen betrag von 1400,- dm verfügt.

wie muß ich mir das als normalsterblicher, der ibiza wahrscheinlich ein leben lang nur auf fotos sehen wird, denn vorstellen?

nahm man/frau da mal eben für eine woche 5000,- mark mit, und am ende bleiben dann halt bereits erwähnte 1400,- mark übrig, weil man/frau eh nur die ganze zeit am strand lag, und da halt kaum geld ausgeben konnte?

am meisten irritirt mich allerdings, daß zu diesem fall kaum deutsche presseartikel vorliegen- das muß doch damals ein gefundenes fressen für die boulevardpresse, und für die regionalzeitungen sowieso pflicht, gewesen sein.

ohne diese berichte, die mit sicherheit noch in diversen archiven schlummern, kann der überblick im fall andrea w. jedoch keinesfalls vollständig sein.


mfg: domlau


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Andrea Welsch 1981 auf Ibiza verschwunden

28.12.2016 um 22:42
Slaterator schrieb:Für mögliche Schuldige war das "Neutralisieren" der Mutter nicht unbedingt notwendig, um eigenen Schaden abzuwenden. Die zunächst verdächtigen Personen kamen ohnehin ohne jeden Prozess davon. Das jemand daran Interesse hatte, die Mutter einzuschüchtern, ggf. sogar in eine Falle zu locken, lässt spekulativ eine größere Dimension erahnen. Gab es die Angst, dass im Zuge der Recherchen etwas auffliegen würde, dass viel größer ist, als das Einzelschicksal der A.W. ? Wer profitierte davon, dass die Recherchen schließlich eingestellt wurden ? Ich persönlich kann mir spekulativ vorstellen, dass es noch viel mehr aufzudecken gab, als "nur" die ohnehin schon sehr tragische, mögliche Entführung ggf. Ermordung der A.W. Ein ganzes Netzwerk vieleicht ? Verstrickte Behörden/VIPs ?
1. klar wollten die auch eine Aufklärung des "kleinen Einzel Schicksals der A.W." mit allen Mitteln verhindern. Schon ein "einziger " Mord, inkl. Vergewaltigung und illegalem Menschenhandel gibt für die Täter lebenslänglich Knast. Darauf hatten die wahrscheinlich keinen Bock
2. kann auch sein (halte es aber für unwahrscheinlich), dass sie mit AWs verschwinden wirklich nichts zu tun hatten, aber in haufenweise andere kriminelle Aktivitäten verwickelt waren und dabei natürlich weder polizeiliche Observationen noch Privat Ermittler gebrauchen konnten.
3. selbst die Einladung der mutter nach Marokko muss nicht unbedingt bedeuten, dass sie etw über aw Schicksal wussten. da die mutter auch noch 40000€ mitbringen sollte, wollten sie einfach ein weiteres profitables Geschäft machen.


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Andrea Welsch 1981 auf Ibiza verschwunden

29.12.2016 um 00:26
Ein sehr guter Text von Slaterator.

Ich versuche mal hier anzuknüpfen:
Slaterator schrieb:Wenn es sich bei dem durch A.W. nebst Freundin gebuchten Hotel tatsächlich um das hier im Forum recherchierte handelt, ist es ziemlich fraglich, warum A.W. auf das Boot und nicht in das Hotel verbracht wurde. Es liegt schließlich -soweit ich auf den Bildern erkennen kann- in unmittelbarer Nähe zum Hafen. Aber auch im Falle eines abgelegeneren Hotels ist das Verhalten zumindest mal bemerkenswert. Ein schaukelndes Boot, keine Kleidung zum wechseln, keine Hygieneartikel der A.W. an Bord. Wo liegt da der Vorteil gegenüber der Möglichkeit, A.W. auf ihr Zimmer zu bringen ?
Wir können ja mal versuchen, uns in die Zeit hineinzuversetzen. Der Fall liegt ja um einiges zurück.

Warum wurde A.W. zum Boot gebracht und nicht ins Hotel?
Ich glaube, es herrscht Einigkeit darüber, dass die Entführer die junge Frau auf dem Boot haben wollten und nicht im Hotel. Ich bin mir auch sicher, dass Andreas Übelkeit durch irgendwelche Mittelchen herbeigefüht worden ist.

Ob Andrea noch in der Lage war, frei und vernünftig zu entscheiden, wissen wir nicht. Sie konnte noch laufen, musste vermutlich gestützt werden.
Wenn einem sehr schlecht ist, möchte man sich nur noch hinlegen. Ausweise, Flugtickets sind für den Moment egal. Auch die Dusche ist egal. Essen will man sowieso nicht. Man will nur liegen (egal wo) und die Augen zu machen.

Die Entscheiderin war also die Freundin.
Warum hat sie nicht gesagt, was uns heute vernünftig erscheint: Wir bringen sie ins Hotel!

Der männliche Begleiter war resolut. Vielleicht gehörte er zu denen, die scheinbar immer wissen, was zu tun ist?

Vielleicht war es der jungen Frau etwas unangenehm mit ihrer Freundin in dem Zustand im Hotel aufzutauchen? Die hübsche Andrea - sicher beide jungen Frauen attraktiv-alleinreisend, werden dort Aufmerksamkeit erregt haben. Da gucken die jungen Männer hin.
Und nun würden die vom Hotel denken, Andrea hätte sich betrunken.
Zumindest könnte der männliche Begleiter das subtil in seine Argumentationskette eingebaut haben.

Andrea kann sich doch auf dem Boot kurz ausschlafen und dann gehen wir ins Hotel.
Das Getratsche wäre ihr bestimmt unangenehm, wenn man sie dort jetzt so sähe.



Und auch so:
Die Mädchen waren nicht auf Ibiza, um ihre Zeit im Hotel zu verbringen. Sie hatten nur ein paar Tage gebucht.
Billig war die Reise sicher auch nicht und die Freundin war vielleicht sehr für dieses Argument zu haben: Andrea legt sich kurz hin und wenn es ihr besser geht, unternehmen wir noch was zusammen.

Ich wundere mich eigentlich nicht so sehr darüber, dass Andrea auf das Boot gebracht worden ist.
Ich finde das zum Haare ausraufen, aber ich wundere mich nicht.
Die Mädchen waren jung, wollten feiern - und dieser Begleiter wird Mittel gehabt haben, zu überzeugen.

Kennt ihr nicht die Situationen, in denen ihr euch vor den Kopf schlagt und sagt: Wie konnte ich nur? Warum hab ich mich da nur so (falsch) entschieden?

In jungen Jahren ist man einfach spontaner und auch risikofreudiger. Nicht alle jungen sind so-und nicht alle Alten geben das auf. Aber hier gehe ich mal davon aus.

Und wenn die Entführer A.W. in dieser Nacht nicht auf das Boot bekommen hätten, hätten sie einen 2. und 3. Versuch gestartet.

Ich glaube, das A.W. wie eine Ware ausgesucht und so gut wie verkauft war.


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Andrea Welsch 1981 auf Ibiza verschwunden

29.12.2016 um 00:33
domlau schrieb:andrea w. logierte im hotel "Florida", san antonio, verschwand aber im hafen von ibiza-stadt, somit liegen hafen und hotel ca. 8,8 km auseinander, und in zwei verschiedenen städten!
Danke für den Hiweis. Ich wusste nicht mehr, wie weit die Orte voneinander entfernt lagen.
Dann war der Kahn ja eine scheinbar gute Alternative.


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Andrea Welsch 1981 auf Ibiza verschwunden

29.12.2016 um 17:36
@domlau

Grüß Dich ! Vielen Dank für die Wertschätzung !
domlau schrieb:andrea w. logierte im hotel "Florida", san antonio, verschwand aber im hafen von ibiza-stadt, somit liegen hafen und hotel ca. 8,8 km auseinander, und in zwei verschiedenen städten!
Oh, diesen Sachverhalt habe ich offensichtlich falsch verstanden. Ok, dann fällt die Nähe des Hotels zum Geschehnisort natürlich als Argument flach. Dennoch war das Boot eine schlechte Alternative und nur sehr bedingt geeignet. Zwar ist eine Taxifahrt bei Übelkeit auch nicht gerade empfehlenswert, wenn es ihr jedoch so schlecht ging, dass sie diese Fahrt nicht mehr auf sich nehmen konnte/wollte, kann ich das Verhalten der Begleiter nicht nachvollziehen. Ich hatte das im Beitrag ja näher erläutert.
domlau schrieb:desweiteren deutet für mich diese ansichtskarte/einladung des yachtbesitzers auf einen vorangegangenen ibiza-aufenthalt von andrea w. hin- was tat sie da, welche leute traf sie?
Ich persönlich habe schon Ansichtskarten aus allen möglichen Teilen der Welt erhalten, ohne zuvor selbst dort gewesen zu sein. Auch eine Einladung in die USA zu einer Hochzeit war darunter. Nichts desto trotz wäre es für eine Bewertung dieser Karte notwendig, mehr Informationen über den Verfasser zu generieren. Völlig richtig. Denn wenn wir nichts über das Verhältnis und die Vorgeschichte der beiden wissen, können wir auch nichts über das Motiv/Ernsthaftigkeit der Einladung wissen. Das ist aber notwendig, wenn man herausfinden möchte, ob die Karte/deren Verfasser überhaupt eine Rolle in diesem Fall spielt.
domlau schrieb:wie muß ich mir das als normalsterblicher, der ibiza wahrscheinlich ein leben lang nur auf fotos sehen wird, denn vorstellen?
Bezogen auf die Reisekasse der A.W. kann ich Dir folgendes aus persönlicher Erfahrung sagen: Als ich in den 90´er / Anfang 2000´er Jahren öfter auf spanischen Inseln Urlaub gemacht habe, habe ich immer etwa 75% des Reisepreises als Taschengeld extra kalkuliert. Also wenn mich Flug/Hotel/Verpflegung beispielsweise 1000 € gekostet haben, hätte ich ca. 750 € als Taschengeld mitgenommen. Damit bin ich bei einer Woche / 10 Tagen ohne Mietwagenkosten mehr als gut hingekommen. Ich habe keine Ahnung, was die Damen vor Ort noch an Unkosten kalkulierten und wie hoch die Preise 1981 auf Ibiza waren. Aber 1400 DM an Bargeld quasi übrig zu haben, erscheint mir persönlich auch als sehr, sehr viel. Ich gehe zudem davon aus, dass die Preise im Verhältnis zur BRD damals niedriger waren, die Flugpreise dafür etwas höher, die Übernachtungskosten etwa ähnlich zu den 90´ern. Aber das habe ich nicht recherchiert. Das ist jetzt nur eine Annahme meinerseits.
domlau schrieb:am meisten irritirt mich allerdings, daß zu diesem fall kaum deutsche presseartikel vorliegen (...)
D´accord. Vor allem aufgrund des einsamen, verzweifelten und dazu gefährlichen Kampfes der Mutter, den Verdächtigen ohne Prozess usw. Ist wirklich verwunderlich.


@TatjanaHolmes
TatjanaHolmes schrieb:1. klar wollten die auch eine Aufklärung des "kleinen Einzel Schicksals der A.W." mit allen Mitteln verhindern. Schon ein "einziger " Mord, inkl. Vergewaltigung und illegalem Menschenhandel gibt für die Täter lebenslänglich Knast. Darauf hatten die wahrscheinlich keinen Bock
Ich gebe Dir vollkommen Recht, dass schlichte verbale Bedrohungen am Telefon und/oder persönlich nichts größeres bedeuten müssen. Wer jedoch einen deutlich größeren Aufwand betreibt, versucht, die Mutter in eine Falle im Ausland zu locken, möglicherweise bewaffnet zum "Hausbesuch" erscheint und auch möglicherweise über längere Zeit nicht nachlässt.... Da sollte man ggf. darüber nachdenken, ob es um mehr geht..., was ja auch den 2. Punkt Deines Beitrages quasi mitbeantwortet.
TatjanaHolmes schrieb:3. selbst die Einladung der mutter nach Marokko muss nicht unbedingt bedeuten, dass sie etw über aw Schicksal wussten. da die mutter auch noch 40000€ mitbringen sollte, wollten sie einfach ein weiteres profitables Geschäft machen.
Nein, natürlich muß das nichts bedeuten. Ist aber ein großer Aufwand und ein größeres Risiko, als "normale" Berufsverbrecher eingehen, wenn sie "nur" die eigene Haut vor dem Knast bewahren wollen. Hier wäre interessant zu wissen, um welchen Zeitraum es geht. Wann erfolgte das "Angebot" genau ? Wie war der Stand der Ermittlungen zu diesem Zeitpunkt ? Das wissen wir leider nicht. Sonst könnte man das besser bewerten.


@frauzimt
frauzimt schrieb:Ich glaube, es herrscht Einigkeit darüber, dass die Entführer die junge Frau auf dem Boot haben wollten und nicht im Hotel. Ich bin mir auch sicher, dass Andreas Übelkeit durch irgendwelche Mittelchen herbeigefüht worden ist.
Wenn eine Entführung oder ein sonstwie gelagertes Verbrechen verübt werden sollte, hätte(n) der/die Täter das Hotel vermutlich gemieden, wie der Teufel das Weihwasser. Dadurch wäre die Freundin nicht direkt separiert worden. Dazu die Öffentlichkeit (Zeugen), Möglichkeit eines Notrufes (Bestellung eines Arztes d. A.W.) usw. Insofern bin ich mit Dir einer Meinung, dass jenes Boot -in der Situation- die einzig wirklich brauchbare Lösung für mögliche Täter darstellte.

Ob hier etwaige "Mittelchen" Verwendung fanden, wissen wir nicht. Ggf. war es sogar ein Zufall, der hier dem/den Täter(n) in die Hände spielte. Soweit ich weiß, waren die heute sehr bekannten sog. "Ko-Tropfen" also GHB und Co. 1980 zumindest noch nicht so üblich wie heute. Es könnten also andere Drogen/Medikamente eine Rolle gespielt haben. In diesem Zusammenhang verwundert mich allerdings die erzielte Wirkung. Ein Mittel das Schläfrigkeit/Benommenheit bewirkt hätte, wäre zielführender gewesen. Aber das ist sehr dünnes Eis für Spekulationen. Ich lasse es in meinen Überlegungen zunächst mal raus, ob Mittel verwendet wurden oder nicht.
frauzimt schrieb:(...)Wenn einem sehr schlecht ist, möchte man sich nur noch hinlegen. Ausweise, Flugtickets sind für den Moment egal. Auch die Dusche ist egal. Essen will man sowieso nicht. Man will nur liegen (egal wo) und die Augen zu machen.
Es kommt tatsächlich darauf an, welche Syptome vorhanden sind, wie schlimm die Symptome sind und ob es noch andere "Begleiterscheinungen" zusätzlich gab. "Schlecht" ist eben in der Quelle sehr, sehr allgemein ausgedrückt.

Ein Beispiel dazu: Wenn ein Patient einen Herzinfarkt erleidet, geht es ihm -allgemein ausgedrückt- schlecht. Wenn der Patient eine Grippe bekommt, geht es ihm -allgemein ausgedrückt- schlecht. Erbricht er aufgrund übermäßigen Alkoholgenusses, ist ihm -allgemein ausgedrückt- schlecht. Die Syptome und damit die Entscheidungsfähigkeit sind allerdings höchst unterschiedlich. Wir wissen also nicht, ob A.W. unter Übelkeit/Erbrechen litt, ob sie Kreislaufprobleme hatte, ob sie plötzlich sehr müde war, Schmerzen hatte, Halluzinationen hatte usw. usf.

Nehmen wir also der Einfachheit halber spekulativ mal an, A.W. klagte "nur" über Übelkeit/Erbrechen, wie das im Zusammenhang mit Alkohol so üblich ist. Was bedeutet das für die Wahl zw. Hotel und Boot ? Zunächst ist die Frage, wie betrunken die Person war, wie klar sie noch denken konnte. Es ist aus meiner rettungsdienstlichen Erfahrung heraus nämlich falsch anzunehmen, dass eine Person, welche aufgrund von Alkohol erbricht, deshalb auch automatisch einen sog. "Vollrausch" hat. Je nach Situation, Verfassung der Person, äußere Umstände usw. können Personen auch schon nach nur einem Bier erbrechen. Sind sonst aber klar bei Verstand.

War sie also noch in der Lage zu entscheiden ? Ging es ihr so dermaßen "schlecht", dass sie quasi jede Parkbank ihrem Hotelzimmer vorgezogen hätte ? Das wissen wir leider nicht. Bekannt ist hingegen, dass die Begleitpersonen zu jenem Zeitpunkt entschieden, A.W. allein an Bord zurückzulassen. Wäre das passiert, wenn es ihr so schlecht ging ? Ich halte das für sehr fraglich. Hier stimmt irgendetwas nicht.

Mal aus eigener Erfahrung spekuliert: Wenn wenn man (noch) frei entscheiden kann, wo man erbricht und sich ausruht, dann doch eher an einem (sichereren) Rückzugsort mit vernünftigen Bad, Dusche, Wechselklamotten und bequemen Bett. Das Boot war (je nach Ausführung / Segeljolle od. Superyacht) eine wahrscheinlich schlechtere Wahl und nur dann sinnvoll, wenn man davon ausgehen kann, dass es nur für kurze Zeit ist. Ist meine Meinung.
frauzimt schrieb:Die Entscheiderin war also die Freundin.
Ja genau. Nämlich dann, wenn es A.W. zu schlecht ging, selbst zu entscheiden. War das tatsächlich der Fall, wäre aber definitiv besser gewesen, die "Erkrankte" nicht über 4 Std. an Bord unbeaufsichtigt ihrem Schicksal zu überlassen. Sie wäre nicht die erste Person, die an Erbrochenem in Kombination mit Somnolenz erstickt wäre. Dazu noch recht unbeschwert aus zunächst 1 Std. ganze 4 werden zu lassen, sehe ich ganz persönlich schon als fahrlässig an. Was hat also die Freundin und R.P. zu diesem Schritt bewogen ? Hat R.P. gewusst, dass er A.W. für einen Zeitraum von 4 Std. risikolos allein lassen konnte ? Oder wußte er, dass kurz nach seinem Abgang von Bord jemand kommt ? Ist alles hoch spekulativ, jedoch nicht uninteressant.
frauzimt schrieb:Der männliche Begleiter war resolut.
Er hatte eine kriminelle Vergangenheit. Aber es ist nicht klar, ob er den Frauen gegenüber sehr resolut auftrat. Das hätte auch gut nach hinten losgehen können. Viele Frauen mögen nämlich keine resoluten, machomäßigen Alleswisser. Er kann auch ganz anders aufgetreten sein. Von daher mache ich mir ja auch Gedanken über den Zustand A.Ws und die Beweggründe. Schließlich kommen da ja ggf. auch noch zusätzliche Optionen in Frage.
frauzimt schrieb:Vielleicht war es der jungen Frau etwas unangenehm mit ihrer Freundin in dem Zustand im Hotel aufzutauchen?
Zumindest in den 90´ern hatte ich den gegenteiligen Eindruck. Was da auf Mallorca, Ibiza und Formentera so in die Hotellobbys schwankte... Da war jede Schamgrenze überwunden. ;) So mein subjektiver Eindruck aus manchen Urlauben. Aber natürlich ein vernünftger Aspekt. Keine Frage. Insofern absolut denkbar.
frauzimt schrieb:Die Mädchen waren jung, wollten feiern - und dieser Begleiter wird Mittel gehabt haben, zu überzeugen.
Natürlich. Sicher ist man im Urlaub -zudem mit dem reichen Budget- freizügiger und unbefangener als daheim. Allerdings nicht völlig kopflos und unvernünftig. Worauf ich hinaus möchte ist nicht, dass ich A.W. Abstinenz in jeglicher Form unterstelle. Sondern vielmehr, dass ein Rest an Sicherheitsdenken und Sorge vorhanden gewesen sein sollte. Das Boot war den Mädels mutmaßlich fremd. A.W. konnte dort weder andere Personen um Hilfe ersuchen, noch konnte sie telefonieren. Sie mußte sich auf die Freundin und den "neuen" Begleiter verlassen. Das sollte auch die Freundin zumindest gewusst und mitbekommen haben. Die Frage lautet also, warum sie geschlagene 4 Stunden weiter um die Häuser zogen und die Freundin dann nichteinmal zum Boot, sondern in das Hotel zurückkehrte. Ich möchte der Freundin hier nichts unterstellen, halte aber dieses Verhalten jedoch für ziemlich bemerkenswert. Leider kennen wir die Hintergründe dazu nicht, wie es zu diesem Verlauf gekommen ist. Das ist sehr schade.
frauzimt schrieb:Und wenn die Entführer A.W. in dieser Nacht nicht auf das Boot bekommen hätten, hätten sie einen 2. und 3. Versuch gestartet.
Möglicherweise. Wenn wir jetzt jedoch über die "Ware Mensch" diskutieren wollen, muß man auch -so schwer es fällt- betriebswirtschaftlich denken. War der Erlös am Ende höher, als die Mühen und das Risiko ? Ich glaube weniger, dass man bereits in Deutschland ein Auge auf A.W. geworfen hatte. Trotz der Karte aus 1980. Ich denke -nach aktuellem Informationsstand- auch nicht, dass sie bewusst nach Ibiza gelockt wurde. Anhand der vorliegenden Fakten/Informationen/Berichte wirkt alles vielmehr wie eine "spontane" Aktion. Sollte es sich tatsächlich um eine Entführung zum Zwecke des Menschenhandels/Zwangsprostitution gehandelt haben, wurden die Täter erst auf Ibiza aufmerksam. Sie drehten ggf. das Video, führten es vor, machten einen spontanen Plan und schlugen zu. Leider mit Erfolg.


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Andrea Welsch 1981 auf Ibiza verschwunden

29.12.2016 um 19:07
@Slaterator
FrauZimt schrieb:
Der männliche Begleiter war resolut.


Er hatte eine kriminelle Vergangenheit. Aber es ist nicht klar, ob er den Frauen gegenüber sehr resolut auftrat. Das hätte auch gut nach hinten losgehen können. Viele Frauen mögen nämlich keine resoluten, machomäßigen Alleswisser. Er kann auch ganz anders aufgetreten sein. Von daher mache ich mir ja auch Gedanken über den Zustand A.Ws und die Beweggründe. Schließlich kommen da ja ggf. auch noch zusätzliche Optionen in Frage.
Ich beziehe mich jetzt nur auf diese Passage deines Textes.

"Resolut" ist ein weit interpretierbarer Begriff, darum hab ich dieses Wort benutzt. Ich kenne diesen Menschen nicht, kann sein Auftreten darum nicht konkret beschreiben.

Ich gehe davon aus, dass er resolut war, im Sinne von: Weiss seine Interessen durchzusetzen.
Sein Gegenüber kann dabei das Gefühl haben, es mit einem charmanten, witzigen, ja großzügigem Menschen zu tun zu haben.
Vielleicht hat er einen rustikalen Charme versprüht und den jungen Frauen das Gefühl gegeben, er würde sie beschützen, wenn es mal brenzlich wird.
Kennen wir ja alle: mit einem vergeistigten Mann unterwegs sein - und wenn dann von einem fiesen Kerl eine verbale Attacke in Form einer Beleidigung kommt, will der Vergeistigte schnell weg.

Ich will nur sagen, dass die jungen Frauen (speziell die Freundin) vielleicht dachte: kein Mann für´s Leben, aber man kann mit ihm Spaß haben, er kennt die ganze Insel - und ich fühle mich beschützt. In ein paar Tagen sage ich bye bye und das war´s.

Mein Hauptpunkt ist aber, dass ein manipulativer Mensch stets verschiedene Register ziehen kann. Wenn er mit den Mädchen eine Weile zusammen saß, wird er schnell herausgefunden haben, wie er sich geben muss. Wenn machohaft nicht ankam, hat er sich anders gezeigt.
Das ist ein bisschen, wie beim Fliegenfischen. Es kommt immer auf den Köder an. Und der Köder waren Männlichkeit, Witz, Charme, Großzügigkeit. Er wird die richtige Dosierung gefunden haben.

Und wenn er den Mädvchen die Getränke gezahlt hat, wird bei der Freundin auch ein gewisses Schuldgefühl erzeugt haben.
Und dann war er ja auch noch in Sorge um die kränkelnde Freundin.

Man weiss nicht, wie die Freundin damals strukturiert war. War sie eher patent-oder hat sie die Situation überfordert? Wo kriegt man ein Taxi her? usw.
Vielleicht war sie froh, dass er die Sache in die Hand genommen hat. Vielleicht hat er ihr auch gut verkauft "was die Freundin hat" - und dass sie "gleich wieder auf den Beinen sein wird".

Der Mann schien sich mit allem auszukennen, dann doch auch mit Übelkeit.


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Andrea Welsch 1981 auf Ibiza verschwunden

29.12.2016 um 19:43
@frauzimt
frauzimt schrieb:Ich gehe davon aus, dass er resolut war, im Sinne von: Weiss seine Interessen durchzusetzen.
Wenn ihm tatsächlich die hier im Thread oft unterstellte Rolle des "Beschaffers" von etwaigen Opfern innerhalb einer kriminellen Organisation zukam, dann war die Eigenschaft sich blitzschnell auf die Zielperson(en) einzustellen und zielführend umgarnen/für sich gewinnen zu können, natürlich von herausragender Bedeutung. Insofern hast Du vollkommen Recht.

Ich bin mir allerdings -anhand fehlender Informationen- nicht so sicher, wie professionell -im Bezug auf organisierte Kriminalität- die Hintergründe wirklich zu dieser Zeit dort gewesen sein könnten. Klar, R.P. hatte mutmaßlich Kontakte im Bereich der Prostitution. Er hatte bereits entführt und vergewaltigt. Kein nettes Kerlchen also. Andererseits gab ein anderer User hier im Thread in seinem Beitrag mal zu bedenken, dass R.P. aus D ausgewandert und nach E eingewandert war. Zu dieser Zeit könnte er deshalb auf der -ja recht überschaubaren- Insel -zumindest bei Einheimischen und Policia/Guardia- recht bekannt gewesen sein. Eine Tatsache die eher gegen ein fortlaufendes "Beschaffungsmodell" als Geschäft spricht. Wenn er also tatsächlich nur -salopp formuliert- "gelegendlich" eine vermeintlich günstige Situation bei Schopfe griff, können Planungen und nötige Netzwerke nicht sehr professionell und strukturiert vorhanden gewesen sein. Was bedeutet das für den Fall ? Da gibt es jetzt mehrere Ansätze. Nur mal einen davon:

Er könnte selbst nur gelegendlich zugeschlagen haben. Möglicherweise war es auch -nach Marokko- erst sein zweiter "Versuch", eine junge Dame zu entführen. Sie war eventuell/spekulativ einfach nur zur falschen Zeit, am falschen Ort. Er hätte allerdings kaum allein handeln können, konnte -in diesem Ansatz- aber nicht auf ein schnell agierendes und funktionierendes Netzwerk zugreifen. Hier kommt der zweite Verdächtige D.P. ins Spiel. Er könnte das Bindeglied gewesen sein, was -im Gegensatz zu R.P.- über entsprechende Stzrukturen verfügt. Sollte er -ggf. sogar zufällig- zu diesem Zeitpunkt auch auf der Insel und ansprechbar gewesen sein, mußte R.P. nur für kurze Zeit das Boot einsetzen und sich für den Zeitpunkt des Verschwindens von A.W. ein Alibi verschaffen. Damit wäre er aus dem Spiel. Überschaubares Risiko und maximaler Gewinn, bei geringem Zeit- und Mitteleinsatz. Dann wäre D.P. der Hintermann, der den Verbleib der A.W. noch am ehesten erklären könnte und die eigentliche Entführung beging.

Das ist aber wohlgemerkt HOCH SPEKULATIV. Von daher sicher nur mal als Idee zu werten, wie ein Szenario ausgesehen haben KÖNNTE. Nicht mehr, nicht weniger. Faktisch ist dafür zu wenig belegt, als das man diesen Ansatz mit einer hohen Wahrscheinlichkeit einstufen oder überhaupt mit Wahrscheinlichkeiten belegen könnte.


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