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Der falsche Zug - Mordfall Dorothea Herzfelder

49 Beiträge ▪ Schlüsselwörter: Mord ▪ Abonnieren: Feed E-Mail

Der falsche Zug - Mordfall Dorothea Herzfelder

19.06.2020 um 14:52
Ich bin durch Zufall auf diesen Fall aufmerksam geworden.
Leider gibt es im Internet nicht viele Artikel darüber...
Hier eine kurze Zusammenfassung:

Tattag: 16.06.1974
Während der Fußball-WM '74: das Opfer war bei einem Kirchentreffen in Limburg an der Lahn, will mit dem Zug über Frankfurt am Main zurück nach Crailsheim fahren; vertraut ihre Gedanken dem Tagebuch an (hat sich frisch verliebt) und nimmt prompt den falschen Zug; sie muß nach dem Rückweg die Nacht über im Bahnhofsrestaurant in Stuttgart verbringen; merkwürdige Gäste, Schelte wegen Gitarrenspiel; Eltern warten in Crailsheim vergeblich; höchstwahrscheinlich ist sie mit jemandem mitgefahren; Schnitt; auf Autobahnraststätte Ladenburg bei Mannheim finden Arbeiter persönliche Gegenstände des Opfers; im Wald bei Karlsruhe wird das Opfer schließlich erdrosselt aufgefunden

Es gibt auch ein gutes YouTube Video davon:

https://www.youtube.com/watch?v=b45_jyOajX8 (Video: Aktenzeichen XY…ungelöst: Der falsche Zug (1974))

Was sehr Interessant ist, ist dass in dem Wald, der Auffindeort von Dorothea, auch die Leiche von Cornelia Becker gefunden wurde. Der "angebliche" Täter wurde verurteilt.

https://www.spiegel.de/spiegel/print/d-14319422.html

Ich denke, die Taten hängen zusammen. Der Zeitraum wurde auch passen 1974 1981.
Vielleicht läuft der Täter noch frei rum...

Alles in allem ist der Fall Dorothea sehr tragisch!!! Hätte es in dieser Zeit schon Handys gegeben, wurde sie vielleicht noch Leben!


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Der falsche Zug - Mordfall Dorothea Herzfelder

19.06.2020 um 15:04
https://olis-cold-cases.blogspot.com/2019/03/die-70er.html?m=1

Hier noch eine Seite die, die Morde der Jahre 70-79 veesucht zu ordnen und eventuelle Zusammenhänge aufzuzeigen. Leider kann man nicht direkt auf Dorothea Herzfelder verlinken, da die Seite technisch recht schlecht ist.

Eine andere Seite verweist auf ein nicht mehr existentes Forum, vielleicht kan man da über das webarchive noch andere Infos herausholen.

Ansonsten ist die die Faktenlage wohl recht dünn. Alle Seiten verweisen auf die XY Sendung und eigene Erkenntnisse oder Ermittlungsergebnisse wurden wohl nicht öffentlich zusammengetragen.


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Der falsche Zug - Mordfall Dorothea Herzfelder

19.06.2020 um 17:16
Zitat von LaserlineLaserline schrieb:Ich denke, die Taten hängen zusammen.
Ich habe Zweifel, ob die Fälle zusammenhängen. Im Fall Cornelia B. ging es offenbar um Lösegelderpressung, und die Entführung des Kindes morgens auf dem Schulweg scheint vorbereitet bzw. länger geplant gewesen zu sein. Im Fall Dorothea H. war Lösegeld nicht im Spiel. Der Mörder hat Dorothea anscheinend erst in der Mordnacht in der Bahnhofsgaststätte in Stuttgart kennengelernt, eine Zufallsbekanntschaft.


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Der falsche Zug - Mordfall Dorothea Herzfelder

19.06.2020 um 17:46
Aber schon irgendwie komisch, dass es im selben Wald war...
Bei dem YouTube Video sagt der Journalist, dass in dem Wald noch mehr passiert wäre...


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Der falsche Zug - Mordfall Dorothea Herzfelder

20.06.2020 um 01:20
Letztlich ist wohl die Frage, welchen Ablageort der Täter warum "brauchte".

Ob in beiden Fällen der Fundort auch der Tatort war, wissen wir nicht. Wenn wir mal davon ausgehen, dass der Fundort in beiden Fällen nicht der Tatort war: Der Wald liegt an der Autobahn, wer also schnell eine Leiche entsorgen muss, fährt runter von der Autobahn, vielleicht in Panik, und versucht, die Leiche so schnell wie möglich loszuwerden. Dass jemand als Mehrfachtäter zweimal eine Leiche am selben Ort ablegt, wo die erste Leiche schon gefunden wurde, der Ort also als Versteck in diesem Fall nicht so günstig ist, wäre möglich, aber aus Tätersicht recht dumm. Ich würde daher erst mal nicht von einem Wiederholungstäter ausgehen, sondern in beiden Fällen von verschiednene Tätern, die beide aber jeweils motorisiert waren.

Wobri wir natürlich nicht wissen, ob und welche Erkenntnisse die Polizei, mit den damaligen Methoden, hat gewinnen können, ob der Fundort gleichzeitig der Tatort ist.
Zitat von LaserlineLaserline schrieb:Bei dem YouTube Video sagt der Journalist, dass in dem Wald noch mehr passiert wäre...
Ohne allerdings konkreter zu werden, na ja.


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Der falsche Zug - Mordfall Dorothea Herzfelder

21.06.2020 um 01:13
Ein für mich wirklich merkwürdiger Zufall, dass gerade jetzt ganz neu jemand einen Thread zu diesem Fall eröffnet hat. Ich bin auch eine von denen, die gerne alte XY Sendungen anschauen und gerade heute abend über diesen Fall gestolpert. Es wird in dem Beitrag der Aktenzeichen Sendung das Phantombild eines Mannes gezeigt, der angeblich aus Hamburg stammen und in eine kriminelle Geschichte verwickelt sein soll.
Dieses Phantombild ist recht markant und hat mich gerade buchstäblich elektrisiert. Denn es sieht einem Mann ähnlich, der mich Mitte der achtziger Jahre am Hauptbahnhof Stuttgart angesprochen hat als ich, damals 15 Jahre alt, vor dem Fahrplan stand und mich mit dem Auto nachhause fahren wollte. Es war insgesamt eine recht dubiose Geschichte, die an diesem Tag damit geendet hat, dass ich mich im nächsten (in meinem Fall richtigen) Zug versteckt habe. Allerdings hatte ich Wochen später noch einmal (wieder nachts am Stuttgarter Hauptbahnhof) eine Begegnung mit diesem Mann, der offensichtlich in der Bahnhofsgegend bzw. im entsprechenden Milieu recht bekannt war. Bei dieser zweiten Begegnung war ich in Begleitung von jemandem, dessen Namen und damaligen Wohnort ich sogar noch weiß. Es wäre möglich, dass mein Begleiter von damals mehr Informationen zu diesem Mann hat. Vielleicht aber auch nicht.

Nun ist natürlich zu bedenken, dass meine Geschichte sich um 1986 abgespielt haben muss, also zwölf Jahre nach dem Mord an Dorothea Herzfelder. Ob jemand (der noch dazu angeblich aus Hamburg ist) über eine so lange Zeit unbehelligt seinem Muster treu bleiben kann, junge Mädchen nachts am Stuttgarter Bahnhof anzusprechen und in sein Auto zu locken? Eigentlich glaube ich nicht recht daran.
Tatsache ist jedoch, dass es mit Sicherheit auch zwölf Jahre früher so war, dass Bahnhöfe immer auch Szene bedeuten. Damit gibt es auch Menschen, die sich dort regelmäßig aufhalten (besonders die, die ihre Nächte dort verbringen) und sich gegenseitig zumindest oberflächlich kennen. Insofern müsste es doch eigentlich viel mehr Zeugen geben, die etwas präzisere Auskunft (wenigstens den ein oder anderen Namen) geben können, wer mit Dorothea an diesem Abend Kontakt hatte.
Natürlich ist es gut möglich, dass das geschehen ist ohne dass es weitergeholfen hätte.
Ich wundere mich trotzdem, dass die (uns bekannten) Informationen über die letzten Kontaktpersonen so spärlich sind.


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Der falsche Zug - Mordfall Dorothea Herzfelder

21.06.2020 um 01:31
Zitat von LaserlineLaserline schrieb:Aber schon irgendwie komisch, dass es im selben Wald war...
Gibt es eigentlich Statistiken darüber, wieviele Mord- (nicht Selbstmord!) Opfer pro Wald gefunden werden?

Das wäre ja mal sehr spannend zu erfahren...


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Der falsche Zug - Mordfall Dorothea Herzfelder

21.06.2020 um 01:33
Zitat von KronprinzessinKronprinzessin schrieb:Denn es sieht einem Mann ähnlich, der mich Mitte der achtziger Jahre am Hauptbahnhof Stuttgart angesprochen hat als ich, damals 15 Jahre alt, vor dem Fahrplan
Wahnsinn! Tatsächlich würde ich dies der Polizei melden. Wenn es eine Szene dort am Bahnhof gab und der Mann dort bekannt war, sollte er uU auch der Polizei bekannt sein. Vielleicht hilfst du ja damit, dass der Fall wieder aufgerollt wird bzw. Wieder neue Aufmerksamkeit erhält.


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Der falsche Zug - Mordfall Dorothea Herzfelder

21.06.2020 um 07:51
Zitat von KronprinzessinKronprinzessin schrieb:Ein für mich wirklich merkwürdiger Zufall, dass gerade jetzt ganz neu jemand einen Thread zu diesem Fall eröffnet hat. Ich bin auch eine von denen, die gerne alte XY Sendungen anschauen und gerade heute abend über diesen Fall gestolpert.
Mich berührt der Fall sehr!!! Da er wirklich nur aus saublöden Zufällen basiert, dass Dorothea nicht mehr lebt.
Warum hat ihr nicht ein anderer Gast geholfen, und sie zur Bahnhofsmission gebracht??? Damals gab es wohl noch kein Jugendschutzgesetz, bezüglich den Aufenthalt in einer Gastwirtschaft.
Zitat von KronprinzessinKronprinzessin schrieb:Allerdings hatte ich Wochen später noch einmal (wieder nachts am Stuttgarter Hauptbahnhof) eine Begegnung mit diesem Mann, der offensichtlich in der Bahnhofsgegend bzw. im entsprechenden Milieu recht bekannt war.
Ich würde es auf jeden Fall auch der Polizei melden!!!
Es muss doch noch Personen geben, die diesen Mann auch kennen. Oder wenigstens Zeugen geben, die gesehen haben, mit wem Dorothea die Gastwirt verlassen hat. Ich denke nämlich nicht, dass sie alleine raus gegangen ist.


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Der falsche Zug - Mordfall Dorothea Herzfelder

21.06.2020 um 14:18
Wenn der Gesuchte 1974 etwa fünfunddreißig Jahre alt war geht er jetzt auf achtzig zu...falls er noch lebt. Ich denke, Mordfälle, die so alt sind haben wohl leider eine ganz schlechte Aufklärungsquote.

Ich habe da keine große Hoffnung, dass meine Erinnerung weiterhelfen könnte. Leider.
Zumal, falls es wirklich der Gesuchte war, der mir damals ein recht eindeutiges Angebot gemacht hat, dann war er der Polizei sicher als Zuhälter auch namentlich bekannt.

Aber zurück zum Fall, es sind tatsächlich einige sehr unglückliche Umstände, die hier zusammenkommen und die Strickjacke als Tatwerkzeug lässt für mich auch auf ein ungeplantes Geschehen oder einen sehr gerissenen Täter schließen. Vermutlich hat sich Dorothea im Verlauf einer Autofahrt einer wie auch immer gearteten Annäherung widersetzt und musste dafür sterben. Sie scheint ja ein recht selbstbewusstes Mädchen gewesen zu sein.
Spannend finde ich auch, dass die Gitarre verschwunden ist, immerhin ist das ja ein sperriges Teil, das auch überall auffällt.


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Der falsche Zug - Mordfall Dorothea Herzfelder

21.06.2020 um 22:50
Zitat von LaserlineLaserline schrieb:Warum hat ihr nicht ein anderer Gast geholfen, und sie zur Bahnhofsmission gebracht??? Damals gab es wohl noch kein Jugendschutzgesetz, bezüglich den Aufenthalt in einer Gastwirtschaft.
Sie war 16. Da kann man auch schon mal als älter durchgehen, so dass man nicht unbedingt auffällt. Zumal jetzt auch keine Zeitangaben verfügbar sind. Eventuell war der Aufenthalt in dem Restaurant noch früh am Abend.


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Der falsche Zug - Mordfall Dorothea Herzfelder

22.06.2020 um 01:11
Zitat von simiesimie schrieb:Laserline schrieb:
Warum hat ihr nicht ein anderer Gast geholfen, und sie zur Bahnhofsmission gebracht??? Damals gab es wohl noch kein Jugendschutzgesetz, bezüglich den Aufenthalt in einer Gastwirtschaft.
Nach der damals gültigen Fassung des Jugenschutzgesetzes war ein Aufenthalt in Gaststätten ab 16 Jahren grundsätzlich erlaubt. Bis 24.00 Uhr war das meiner Erinnerung zwischen 16 und 18 Jahren immer gesetzeskonform. Auf Reisen gab es (und gibt es bis heute) selbst diese Einschränkung nicht. Das war hier ja zweifellos der Fall.

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(das ist aus der Fassung von 1970, mehr habe ich leider nicht gefunden)

Aber ganz abgesehen davon, ein völlig übermüdetes junges Mädel, allein mitten in der Nacht in einer Bahnhofskneipe, das ganz offensichtlich von mehreren fremden Männern angesprochen wird - das sollte jedem klardenkenden Menschen doch einleuchten, dass das eine ungute Situation ist.
Wenn die Situation tatsächlich der im Fernsehbeitrag entsprach, dass Dorothea allein da saß wundere ich mich tatsächlich über den Kellner, der hier nicht eingegriffen oder das Ganze wenigstens bei fortschreitender nächtlicher Zeit im Auge behalten hat.
Immerhin war Dorothea ja vermutlich aufgrund ihres Alters zu dieser Uhrzeit und an diesem Ort auffällig genug, um mehrfach angesprochen zu werden.


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Der falsche Zug - Mordfall Dorothea Herzfelder

22.06.2020 um 08:07
Zitat von LaserlineLaserline schrieb:Was sehr Interessant ist, ist dass in dem Wald....., auch die Leiche von Cornelia Becker gefunden wurde. Der "angebliche" Täter wurde verurteilt
@Laserline
Warum schreibst du "angebliche" Täter?
Günther Adler hat ein Geständnis abgelegt. Er hat es später teilweise widerrufen, aber da hat er gesagt, dass er eine Komplizin hatte, deren Namen er nicht preisgeben will.
In seinem neuen Geständnis (in dem er die Schuld am Tod von Cornelia einer ungenannten Komplizin zuschob (nicht meine Frau)), gab er einen Hinweis auf das Mordwerkzeug, das auch gefunden wurde.
Dieses neue Geständnis erfolgte aus taktischen Gründen. er hatte gehofft, die psychiatrischen Gutachter erklären ihn für schuldunfähig. Diese Hoffnung hatte sich nicht erfüllt.
Darum versuchte er höchstwahrscheinlich auf diese Weise eine mildere Strafe zu erreichen.


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Der falsche Zug - Mordfall Dorothea Herzfelder

22.06.2020 um 20:41
Der Fall hat mich gleich an Ulrike R. (19) erinnert.
Mord an Ulrike R. (Streetparade)
Sie ist auch in einen falschen Zug gestiegen, wurde dann noch in einer Gaststätte gesehen (bei Ulrike allerdings nur ganz kurz) und wurde schließlich ermordet aufgefunden. Schrecklich. (Sonst werden die Fälle nichts miteinander zu tun haben)

Mich wundert sehr, dass Dorothea aus Stuttgart nicht bei ihren Eltern angerufen hat. Dass es schwierig war sie direkt zur verinbarten Abholzeit am Bahnhof zu erreichen, ist klar, aber die werden ja nicht die ganze Nacht dort gewartet haben. Sie hätte sie sicherlich zu Hause erreicht oder jemand anderes, wenn ihre Eltern evtl. noch kein Telefon hatten. Da hätte sie bestimmt ein paar aufmunternde Worte und Rat bekommen und wäre vielleicht von "dummen Ideen" abgehalten worden. Ich weiß nicht wie groß früher die Bereitschaft von Eltern war, ihre Kinder aus so einer Situation zu holen. Ich kann nur von mir sprechen, dass mein Vater mich zur Not auch mitten in der Nacht dort abgeholt hätte. So extrem weit war die Strecke mit dem Auto nicht. Aber die Generationen sind auch absolut nicht vergleichbar und ich möchte auch keinen Vorwurf an Dorothea oder ihre Eltern formulieren.

Die Geschichte mit dem "Hamburger Verbrecher" klingt auch mehr als seltsam.

Sie und ihre Tasche wurden damals ja super schnell gefunden. Das hätte mit der heutigen Technik sicherlich zu einer Aufklärung geführt.

War dieses Waldstück denn irgendwie besonders präsent in einer damaligen Karte eingezeichnet? Oder gab es irgendwas anderes in der Umgebung, weshalb man es hätte kennen können? Aber vielleicht war es auch nur Zufall, dass es mehrmals "benutzt" wurde.

Schade, dass es generell so wenig zum Fall gibt.


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Der falsche Zug - Mordfall Dorothea Herzfelder

22.06.2020 um 21:37
@Kronprinzessin
Hast du dich bei der Polizei gemeldet ? Für XY ist es sicher schon zu spät oder haben die auch Meldestellen für Zeugen in alten Folgen ? Auf jeden Fall musst du das mitteilen, vielleicht nachdem du noch infos durch deinen Bekannten erhalten hast.


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Der falsche Zug - Mordfall Dorothea Herzfelder

22.06.2020 um 22:49
@LOleander
Ich habe darüber nachgedacht aber bin zu dem Schluss gekommen, dass ich da wohl keine Information liefern kann, mit der (zudem nach vierunddreißig Jahren !) noch irgendwer was anfangen könnte. Es wäre sicher anders, wenn es ein aktuelles Geschehen wäre, aber so?
Der Polizei mitzuteilen, dass ich möglicherweise vor über dreißig Jahren auch mal von jemandem angesprochen wurde, der nach meiner Erinnerung so aussah erscheint mir recht zwecklos. Ich habe ja keine weiteren Informationen, keinen Namen, keine Anknüpfungspunkt dazu. Und nach vierunddreißig Jahren ist die Wahrscheinlichkeit recht hoch, dass derjenige ohnehin nicht mehr lebt.


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22.06.2020 um 23:13
Zitat von harmrochelharmrochel schrieb:Mich wundert sehr, dass Dorothea aus Stuttgart nicht bei ihren Eltern angerufen hat. Dass es schwierig war sie direkt zur verinbarten Abholzeit am Bahnhof zu erreichen, ist klar, aber die werden ja nicht die ganze Nacht dort gewartet haben.
Das habe ich mich auch gefragt, wie die Eltern reagiert haben, als Dorothea nicht wie verabredet am Bahnhof in Crailsheim ankam. Die Eltern müssen sich doch Sorgen gemacht und vielleicht die Polizei verständigt haben. Oder Dorothea hat dann doch, als die Eltern vom Bahnhof unverrichteter Dinge erst mal wieder zu Hause waren, dort angerufen und gesagt, dass sie am Morgen den nächsten Zug nach Hause nimmt und die Nacht in der Bahnhofsgaststätte verbringt, so dass keine Polizei verständigt wurde.


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Der falsche Zug - Mordfall Dorothea Herzfelder

23.06.2020 um 04:53
Zitat von AndanteAndante schrieb:Oder Dorothea hat dann doch, als die Eltern vom Bahnhof unverrichteter Dinge erst mal wieder zu Hause waren, dort angerufen und gesagt, dass sie am Morgen den nächsten Zug nach Hause nimmt und die Nacht in der Bahnhofsgaststätte verbringt, so dass keine Polizei verständigt wurde.
Da sie offensichtlich Geld bei sich hatte, denn sie bestellte ja Speisen und Getränke in der Gaststätte, liegt das wohl nahe. Man hat sich wohl auf das Unvermeidbare eingestellt, dass sie die Nacht dort verbringen werde.


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23.06.2020 um 13:12
Ich kann mir ehrlich gesagt beim besten Willen nicht vorstellen, dass die Eltern statt sich ins Auto zu setzen und ihre Tochter in Stuttgart aufzusammeln einverstanden gewesen sein sollen, dass sie sich die Nacht am Bahnhof um die Ohren schlägt. Nie und nimmer. Ich denke deswegen nicht, dass es ein Telefonat gab. 1974 war Telefon einfach noch nicht so selbstverständlich wie für uns heute, ich gehe davon aus, dass Dorotheas Eltern schlicht kein Telefon hatten und Dorothea wahrscheinlich auch keine Bekannten, die vielleicht eins gehabt hätten, zu so später Stunde noch rausklingeln wollte.

Trotzdem fällt es mir auch etwas schwer, mich in Dorotheas Eltern zu versetzen. Ich denke, man muss das vor dem Hintergrund der damaligen Zeit betrachten. Ständige Kontaktmöglichkeiten waren einfach nicht vorhanden, man hat sich vermutlich zunächst voller Unruhe damit abgefunden, dass Dorothea wohl einen Tag später auftauchen wird.
Man ist damals, zumal auf dem Land, einfach nicht gleich zur Polizei gelaufen sondern man hat sich viel eher als heute zunächst abgefunden, erstmal einfach nicht zu wissen was los ist.

Wir sind heute daran gewöhnt, sofort und überall herausfinden zu können, was wir wissen wollen und jederzeit mit jedem Kontakt aufnehmen zu können. Das war 1974 einfach noch nicht so. Man hat wohl einfach abgewartet.


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Der falsche Zug - Mordfall Dorothea Herzfelder

23.06.2020 um 14:56
@Kronprinzessin

Richtig. Das sollte man nie vergessen, wenn man über so alte Fälle redet. Man hatte einfach nicht vergleichbare Kommunikationsmittel. Was heute ein kurzes Gespräch oder Nachricht mit dem Handy ist, war früher gar nicht so leicht. Und da war man dann eben auch nicht unbedingt beunruhigt, wenn einer nicht mit dem Zug kam, da man ja wusste, wie schnell man den verpassen kann.


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