brigittsche schrieb:Aber auch ein autistisches Kind muss ja irgendwann einmal Essen und Trinken. Wenn ich es richtig weiß, sind hier ja einige Leute mit psychologischen und pädagogischen Kenntnissen unterwegs - würden Hunger und Durst nicht dazu führen, dass er sein übliches Verhalten "aufgibt" und sich dann doch irgendwo zeigt bzw. mit Leuten Kontakt aufnimmt weil er Hunger hat?
Manche Menschen mit Autismus haben ein geringes Hunger- und Durstgefühl.
Ferner: Routinen, gewohnte Dinge extrem wichtig finden - insbesondere rund um die Nahrungs- und Flüssigkeitsaufnahme. Exemplarisch kenne ich einen autistischen Erwachsenen, der nur aus einer bestimmten Tassse trinkt und bei Nichtvorhandensein bei noch so viel Flüssigkeitsmangel nicht trinkt - Person musste schon in die Notaufnahme deshalb, auch die Erklärung dass vielleicht die Notaufnahme unangenehmer wäre als aus einem anderen Gefäß zu trinken brachte nichts.
Insbesondere bei autistischen Menschen mit stärkeren Einschränkungen (Arian spricht z.B. nicht) tritt obiges gehäuft auf.
(Ich bin selbst auch autistisch, "nur" Asperger-Syndrom, und würde persönlich ganz üblich reagieren sollte ich irgendwo mich verlaufen: Klar würde ich mich bemerkbar machen - nicht anders als du wahrscheinlich auch, Wege und Straßen aufsuchen, rufen, winken, und wenn da ein Mensch ist, hinrennen. Würde mich in einem Dorf, einer Stadt, durchfragen. Und einem starken Hunger und Durstgefühl würde ich nachgehen, da wären alle Vorlieben egal - auch als Kind habe ich "zur Not halt mal was anderes gegesssen" und getrunken. Arian scheint aber wesentlich ausgeprägter betroffen zu sein und hier halte ich es extrem nachvollziehbar dass Hunger und Durst nicht zum Leutesuchen anregen.)
Photographer73 schrieb:Das Schicksal von Émile und jetzt Arian, zeigt mal wieder auf erschreckende Weise, wie schnell Kinder verschwinden können, sich quasi "in Luft auflösen", innerhalb von Minuten.
Viele Eltern insbesondere von Kindern mit Weglauftendenz/Orientierungsschwierigkeiten die zudem kommunikativ eingeschränkt sind - z.B. mit Autismus, mit einer geistigen Behinderung - nutzen aus diesem Grund GPS-Tracker.
(Nein, das ist nicht als Vorwurf gemeint falls kein solcher genutzt wurde. Es gibt auch Gründe diese nicht anzuschaffen, ebenso, selbst wenn vorhanden ist so ein Gerät vielleicht nicht immer "am Kind".)