ichhier schrieb:Zu all Euren Meinungen, wieso weshalb warum, fällt mir auch eine andere Geschichte ein. Beispiel Zähne: wir waren diesen Sommer Wasserski fahren und vor uns in der Anlage ist einer aufgrund eines Fahrfehlers auf Beton gelandet und hat sich Sue kompletten vorderen Zähne von Unter- und Oberkiefer rausgeschlagen.
Wie ich bereits sagte, ist es das Gesamtbild mit der Flasche, den Zähnen, dem wenigen Gewicht etc.
ichhier schrieb:Ich wüsste auch gerne, wieso die Polizei davon ausgeht, dass er öfters unterwegs war und draußen geschlafen hat. Für mich lässt das jedenfalls nicht auf Obdachlosigkeit schließen. Auch hier kenne ich einige jünger Menschen, die zu Touren aufbrechen und dann auch im Wald schlafen. Das scheint gerade beliebt zu sein, aber obdachlos sind sie nicht.
Wenn die Polizei das äußert oder die Pressesprecherin, kann man davon ausgehen, dass sie ein Indiz dafür haben.
Variante 1: Man kann es anhand der Körperstatur oder des Knochenbaus auf eine gewisse Art überprüfen.
Variante 2: Es gibt noch Beweise, die ggf. nicht veröffentlicht wurden (Wanderkarte, Harzer Wandernadel oder was auch immer)
Variante 3: Es gibt Gerüchte, dass er schon einmal gesehen wurde. Jemand erkannte ihn wieder und um die Bevölkerung an Infos nicht zu beeinflussen wurde das nicht benannt.
Obdachlosigkeit macht insofern Sinn, da kein Schlüssel, keine Ausweisdokumente, niemanden, der ihn vermisst, schlechter Zahnstatus.
Ich weiß nicht, wie du wandern gehst, aber wir haben immer unsere Schlüssel dabei und mein Mann sein Portemonnaie, ich meinen kleinen Rucksack oder die Umhängetasche und die Autoschlüssel.
Ich hätte es verstanden, wenn er seinen Wagen irgendwo geparkt hätte, aber der hatte ja scheinbar nur das Nötigste dabei und nirgendwo ein geparktes Auto.
Entweder wollte er, dass man ihn nicht identifiziert oder er hatte keine Ausweisdokumente. Ansonsten stellt sich ja die Frage, wo die noch liegen.
Ein Mann, den offenbar niemand vermisst und der keine Ausweisdokumente mit sich führt, das spricht schon sehr für fehlenden Wohnsitz.
Ich finde es unendlich traurig, dass es offenbar möglich ist, dass jemand so sehr durchs Raster fällt, dass er von niemandem vermisst wird, nahezu von der Bildfläche verschwindet und niemand stört sich daran.
Ich finde das gruselig und gleichzeitig ist das der Punkt, der für mich überhaupt keinen Sinn ergibt.
Ich meine, der Mann ist jetzt kein Witwer von 80, der anonym im 20. Stock der Hochhaussiedlung lebt und wo man erst den Leichengeruch aus der Wohnung bemerkt, sondern ein 20 Jähriger, der mitten im Leben stehen müsste.
Der normal Freunde, Ausbilder, Arbeitgeber oder Freundin oder Dozenten an einer Uni hat .
Und der Zahnstatus deutet ja darauf hin, dass er mal krankenversichert war. Irgendwem in der ganzen Kette müsste ja mal auffallen, dass da was nicht stimmt. Es ist mit 20 nahezu unmöglich sich zu Hause einzusperren, ohne übertrieben gesagt zu verhungern, sodass man nie einer Institution begegnet.
Er ist jetzt auch nicht der Wolfsjunge von Avignon, der im Wald aufgewachsen ist.
Wenn die Aufkleber nicht wären könnte man sagen, gut ist ein ausländischer Student, der sich verlaufen hat und an Malaria litt.
Aber da sind so viele Bezüge zu Dresden und Hinweise, dass er aus Deutschland kommt. Die Kippenschachteln, die Aufkleber, die Postverpackung etc.
Aber ein Mitteleuropäer, im Wald, der fernab der Zivilisation lebt?
Im Wald zelten hin oder her. Das wäre ziemlich paradox.
Wenn der wirklich durchs Raster gefallen ist, hat wohl ein gesamtes gesellschaftliches System versagt.